Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der stellvertretende Vorsitzende der Linkspartei, Ates Gürpinar, warnt vor einer schleichenden Annäherung der Union an die AfD – und sieht darin nicht nur eine nationale, sondern eine geopolitische Dimension.
„Die Behauptung, es gebe keine Zusammenarbeit mit der AfD, ist nach den jüngsten Vorgängen widerlegt“, sagte Gürpinar dem Magazin „Capital Beat“. Und spätestens auf dem CDU-Parteitag am Montag sei klar geworden: „Das war kein Ausrutscher, sondern eine strategische Entscheidung.“
Für Gürpinar hat dieser Kurswechsel auch eine globale Dimension. „Wir erleben weltweit den Aufstieg autoritär-kapitalistischer Modelle“, sagte er. „Mit Donald Trump und Elon Musk im Weißen Haus nimmt dieser Trend weiter Fahrt auf.“ Deregulierung, massive Steuersenkungen für Konzerne und der Abbau sozialer Sicherungssysteme seien die politischen Leitlinien dieser Strömung.
Die AfD habe sich entsprechend angepasst: Noch vor einem Jahr verfolgte sie eine EU-feindliche und russlandnahe Außenpolitik. Jetzt schwenke sie auf einen pro-westlichen Kurs um – ein Signal an die CDU. „In der Union bleibt das nicht unbemerkt“, so Gürpinar.
Merz` wirtschaftspolitische Agenda sieht Gürpinar als Schlüsselfaktor für die Annäherung. „Deregulierung, Steuersenkungen für Unternehmen, Abschaffung sozialer Sicherungssysteme – das sind klassische Projekte des Marktradikalismus, und hier gibt es kaum noch Unterschiede zur AfD.“
Die Union öffne sich daher für punktuelle Kooperationen mit der AfD, insbesondere in der Wirtschafts- und Migrationspolitik. „Es geht noch nicht um eine Regierungskoalition, sondern um eine Normalisierung“, warnt Gürpinar.
CDU-Chef Friedrich Merz sei ein Politiker des Großkapitals, argumentiert Gürpinar. Die aktuellen geopolitischen Entwicklungen böten ihm eine Gelegenheit, seine Vision eines ungehemmten Marktes mit autoritären Mitteln durchzusetzen.
Ein Beispiel: Während Merz die AfD öffentlich kritisiere, tue er dies nicht wegen ihrer rechtsextremen Ideologie, sondern wegen ihrer früheren Distanz zur Nato und zum Euro. „Die Botschaft ist klar: Wenn die AfD sich hier anpasst, gibt es kaum noch Hürden für eine Zusammenarbeit.“
SPD und Grüne seien auf diese Entwicklung nicht vorbereitet, kritisiert Gürpinar. Statt eine klare Gegenstrategie zu formulieren, versuchten sie, sich taktisch anzupassen. „Rolf Mützenich hat im Wahlkampf bereits Abstriche beim Bürgergeld angedeutet, Robert Habeck zeigte sich zuletzt in der Asylpolitik entgegenkommend. Doch wer glaubt, man könne mit kleinen Zugeständnissen die Union aufhalten, irrt sich.“
Die politische Landschaft in Deutschland sei im Umbruch. „Wir stehen an einem Wendepunkt“, sagte Gürpinar. Die Frage sei: „Akzeptieren wir diesen Kurs – oder organisieren wir Widerstand?“
Für ihn bedeutet Widerstand mehr als nur Proteste gegen die AfD. „Die Brandmauer gegen den Faschismus muss mit einer klaren sozialen und wirtschaftspolitischen Alternative verbunden werden.“ Statt Deregulierung fordert er Investitionen in Bildung, Infrastruktur und soziale Sicherungssysteme – sowie eine demokratische Kontrolle der Wirtschaft.
„Wer diesen Kampf nicht führt, überlässt das Feld den Milliardären – und ihren politischen Erfüllungsgehilfen“, warnt Gürpinar.
Foto: Demo vor der CDU-Parteizentrale am 02.02.2025, via dts Nachrichtenagentur
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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz will sich von den Massendemonstrationen gegen die gemeinsamen Abstimmungen mit der AfD zur Verschärfung der Migrationspolitik nicht beeindrucken lassen. „Ich nehme das ernst. Aber als letzte verbliebene Volkspartei lassen wir uns durch Demonstranten nicht von unserem Kurs abbringen“, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstagausgaben). „Die große Mehrheit der Deutschen hält unseren Kurs für richtig.“
Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Grünen haben sich im Gegensatz zu Kanzler Olaf Scholz (SPD) für eine europäische Schuldenaufnahme zur Finanzierung zusätzlicher Verteidigungsausgaben ausgesprochen. „Unser Ziel ist Frieden in Freiheit und dafür müssen wir die europäische Verteidigung stärken, das ist doch völlig klar“, sagte die Grünen-Vorsitzende Franziska Brantner der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstagausgabe).
Kiew (dts Nachrichtenagentur) – Die ukrainischen Streitkräfte gehen nicht davon aus, dass die von Nordkoreas Diktator Kom Jong-un zur Unterstützung Russlands entsandten Soldaten in die Heimat zurückgekehrt sind. „Ich glaube, dass sie wieder an der Front auftauchen werden. Sie werden sich angepasst haben“, sagte Anton Zakharchuk, stellvertretender Bataillonskommandeur der 95. Luftlandebrigade, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstagausgaben).
Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Spitzenkandidat der Linken fordert eine staatlich gesteuerte Transformation der Autobranche. „Wieso sollte VW nicht anfangen, Straßenbahnen zu bauen“, sagte Jan van Aken der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstagausgabe).
Düsseldorf (dts Nachrichtenagentur) – Das von Experten geforderte staatliche Investitionsprogramm in Höhe von 600 Milliarden Euro würde künftigen Generationen selbst dann erheblich mehr Wohlstand bringen, wenn es zu 100 Prozent über zusätzliche Kredite finanziert würde. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des Düsseldorfer Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), die an diesem Donnerstag veröffentlicht werden soll und aus der die „Süddeutsche Zeitung“ (Donnerstagausgabe) vorab zitiert.
New York (dts Nachrichtenagentur) – Die US-Börsen haben am Mittwoch zugelegt. Zu Handelsende in New York wurde der Dow mit 44.873,28 Punkten berechnet, ein Plus in Höhe von 0,71 Prozent im Vergleich zum vorherigen Handelstag.
Stuttgart (dts Nachrichtenagentur) – Nach parteiinterner Kritik am Zehn-Punkte-Plan für eine „Sicherheitsoffensive“ von Robert Habeck hat sich Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hinter den Kanzlerkandidaten der Grünen gestellt. „Robert Habecks Vorschläge begrüße ich sehr“, sagte Kretschmann dem „Tagesspiegel“ (Donnerstagausgabe).
Berlin (dts Nachrichtenagentur) – SPD-Chef Lars Klingbeil hat Medienberichte zurückgewiesen, wonach er Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) zum Verzicht auf eine erneute Kanzlerkandidatur gedrängt haben soll. „Diese Berichte sind falsch. Ich habe mit dem Kanzler ein Vertrauensverhältnis“, sagte er am Mittwochabend der „Bild“ (Donnerstagausgabe).
Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Chefin des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Yasmin Fahimi, warnt davor, mit der aktuellen Migrationsdebatte Fachkräfte aus dem Ausland abzuschrecken. Deutschland brauche „Einwanderer, ohne die ganze Wirtschaftszweige und das Sozialsystem schon zusammengebrochen wären“, sagte die Gewerkschafterin dem „Handelsblatt“ (Donnerstagausgabe).