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Unionspolitiker stellen die doppelte Staatsbürgerschaft infrage

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Reisepass (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Nach der „Stadtbild“-Debatte und einer Rekordzahl von Einbürgerungen im Jahr 2024 (292.000 Fälle im vergangenen Jahr, davon 28 Prozent Syrer) stellen Unionspolitiker aus Bund und Ländern jetzt die doppelte Staatsbürgerschaft infrage.

In der „Bild“ fordern sie einen schnellen Entzug des deutschen Passes bei kriminellen Doppelstaatlern. Die gleichzeitige Staatsbürgerschaft für Deutschland und ein anderes Land soll bei künftigen Einbürgerungen zur Ausnahme werden.

Der Bundestagsabgeordnete Stephan Mayer (CSU) sagte der Zeitung: „Gewalttätern, Schwerkriminellen, Verfassungsfeinden, Antisemiten und Deutschen-Hassern muss die Staatsbürgerschaft sofort entzogen werden, wenn sie zwei Pässe haben. Es kann nicht sein, dass wir Menschen das Privileg der Staatsbürgerschaft schenken und sie hinterher unsere Werte und uns mit Füßen treten. Wir brauchen jetzt dringend eine grundlegende Reform des Staatsbürgerschaftsrechts.“

Mayer stellt den Doppelpass komplett infrage: „Wir müssen uns als Land fragen, ob wir die generelle doppelte Staatsbürgerschaft so noch wollen und ob wir sie uns noch leisten können.“

Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) bringt unterdessen die Ausbürgerung von Anhängern der palästinensischen Terror-Organisation Hamas ins Spiel. Poseck sagte „Bild“: „Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen in Nahost muss geprüft werden, ob Hamas-Anhängern die deutsche Staatsangehörigkeit entzogen werden kann.“ Eine Hamas-Nähe stehe im Widerspruch zu deutschen Grundwerten, deshalb müsse der Pass-Entzug geprüft werden, so der Minister.

Innenpolitikerin Cornell Babendererde (CDU), zuständig für das Einbürgerungsrecht in der Unions-Bundestagsfraktion, forderte: „Die doppelte Staatsbürgerschaft sollte die Ausnahme bilden, nicht die Regel.“ Denn, so Innenexpertin Babendererde: „Wenn 80 Prozent der Eingebürgerten 2023 neben der deutschen Staatsangehörigkeit ihren alten Pass behalten wollen, müssen wir uns fragen: Ist die Liebe, die Identifikation mit unserem Land am Ende vielleicht doch nicht so groß und geht es vielleicht vielmehr darum, die mit dem deutschen Pass garantierten Vorteile zu erhalten?“


Foto: Reisepass (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Umfrage: Große Mehrheit für Leistungsorientierung am Gymnasium

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Klassenraum in einer Schule (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die große Mehrheit der Deutschen wünscht sich, dass das Gymnasium als höchste Schulform leistungsorientiert bleibt. Das ergab eine Forsa-Umfrage für den Deutschen Philologenverband (DPhV) vom Oktober 2025, über welche die „Welt“ berichtet.

In der Umfrage „Meinungen zum Gymnasium“ spricht sich eine übergroße Mehrheit der Befragten dafür aus, die Übergangsentscheidungen von der Grundschule auf die weiterführenden Schulen klar nach Leistung zu gestalten. Auf die Frage, ob die Wahl der weiterführenden Schule ausschließlich vom Elternwillen abhängen solle, sprachen sich 92 Prozent der Befragten dagegen aus. Neben den Wünschen der Eltern sollten stattdessen auch die Leistungen der Schüler sowie die fachliche Einschätzung der Lehrkräfte berücksichtigt werden.

Das zeige klar, dass der Elternwille bei den Bürgern nicht über dem Leistungsgedanken stehe, heißt es dazu vom Philologenverband, der die Interessen der Gymnasiallehrer vertritt. Während die Bildungspolitik in den meisten Bundesländern eine verbindliche, leistungsorientierte Schulartempfehlung ablehne, wünsche sich die Bevölkerung das Gegenteil. Sie wolle „mit überwältigender Mehrheit eine Orientierung an der Leistung der Kinder bei der Übergangsentscheidung von der Grundschule an das Gymnasium oder andere weiterführende Schulen“, sagte die DPhV-Bundesvorsitzende Susanne Lin-Klitzing.

Auch die Expertise der Lehrkräfte solle dabei wieder eine wesentliche Rolle spielen, so Lin-Klitzing weiter. „Reine Elternwahl gefährdet gerechte Lernbedingungen für alle.“ Deshalb plädiere der Deutsche Philologenverband wiederholt für eine verbindliche leistungsorientierte Übergangsempfehlung und fordere die Bildungspolitiker auf, endlich wieder umzusteuern.

Den hohen Stellenwert des Leistungsgedankens in der Bevölkerung zeigen auch die Antworten auf die Frage, ob das Gymnasium auf eine Hochschulausbildung vorbereiten sollte. Demnach waren 85 Prozent der Befragten der Meinung, dass die Leistungsanforderungen an Gymnasiasten so hoch sein sollten, dass sie auf ein Hochschulstudium vorbereitet sind.

„Das Gymnasium gilt nach wie vor als die vorbereitende Schulart für das Studium. Es wird in der Bevölkerung als Vermittler allgemeiner Bildung und als Sprungbrett für akademische Leistung angesehen“, sagte Lin-Klitzing. „Das Abitur muss wieder echte Studierfähigkeit garantieren – und keine rein rechnerisch erworbene Abitur-Abschlussnote.“ Ihr Verband fordere die Politik daher auf, zu einem „angemesseneren Verhältnis von Leistung und Bewertung“ zurückzukehren und nicht „weiterhin leistungsfeindliche Entscheidungen“ zu treffen. So sei es etwa zu wenig, wenn für das Bestehen einer Abiturklausur nur 45 Prozent der Leistung erbracht werden müssten.

Die Umfrage zeige außerdem, dass etwa zwei Drittel der Befragten (68 Prozent) die bestandene Abiturprüfung weiterhin als die entscheidende Voraussetzung für die Aufnahme eines Hochschulstudiums befürworten. Hier gab es allerdings starke regionale und altersmäßige Unterschiede. Während im Osten 80 Prozent der Befragten das Abitur als notwendig für die Aufnahme eines Studiums betrachten, sind es im Westen nur 66 Prozent. Je jünger die Befragten, desto eher herrscht zudem offenbar die Auffassung vor, dass es auch andere Zugangsvoraussetzungen für ein Studium geben sollte als nur das Abitur.

Der Philologenverband bewertet die Umfrageergebnisse auch vor dem Hintergrund des kürzlich veröffentlichten IQB-Bildungstrends 2024, der „besorgniserregende Leistungseinbrüche“ gezeigt habe – auch am Gymnasium. Die Mehrheit der Bevölkerung wolle eine stärkere schulische Leistungsorientierung – sowohl beim Übergang von der Grundschule auf die weiterführenden Schulen als auch beim Abitur, so Lin-Klitzing. Den Leistungsgedanken infrage zu stellen, sei aus Sicht der Bevölkerung der falsche Schluss, so die Verbandschefin. „Was allerdings infrage gestellt werden muss, sind die inhaltlich im Anspruch verflachten bildungspolitischen Entscheidungen der letzten 25 Jahre. Das darf so nicht weitergehen.“


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Verkehrsminister verteidigt Deutschlandticket-Preiserhöhung

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Fahrgäste in einer Straßenbahn (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) hält das Deutschlandticket, das ab 2026 63 Euro kosten soll, nicht für zu teuer.

„Unser Anliegen war, das Deutschlandticket, das eine Erfolgsgeschichte ist, zu verlängern – und das über ein Jahr oder auf eine kurze Distanz hinaus“, sagte Schnieder den Sendern RTL und ntv. Das sei gelungen. „Wir werden bis 2030 dort Stabilität und Berechenbarkeit haben. Und der Ticketpreis ist auch mit 63 Euro nach wie vor sehr attraktiv für das, was ich mit dem Ticket bekomme.“ Deshalb sei er zuversichtlich, dass man die Nutzerzahl eher steigern werde, als dass sie zurückgehe.

Dadurch, dass das Deutschlandticket nun bis 2030 auf jeden Fall gesichert sei, würden etwa Jobtickets „zu deutlich stärkeren Nutzerzahlen“ führen. „Das haben Arbeitgeber bisher teilweise gemieden, weil sie nicht wussten: Stimmen die Voraussetzungen nächstes Jahr noch, gibt es das Deutschlandticket dann noch? Jetzt haben wir Berechenbarkeit. Dort wird es, glaube ich, bessere Angebote geben.“

Ab 2027 soll der Preis durch einen festen, indexbasierten Mechanismus gebildet werden. Wie stark die Preissprünge dann ausfallen, werde der Mechanismus erweisen, so der Verkehrsminister. „Aber sehen Sie: Alles wird teurer. Inflation, Arbeitskosten, alles schlägt sich nieder, übrigens auch in den ganz normalen Tickets. Das geht auch an einem Deutschlandticket dann nicht vorbei.“


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Chipmangel in der Industrie nimmt zu

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Autoproduktion (Archiv), via dts NachrichtenagenturMünchen (dts Nachrichtenagentur) – Die Materialknappheit bei den Herstellern von elektronischen und optischen Produkten hat im Oktober zugenommen. In einer aktuellen Umfrage des Ifo-Instituts meldeten 10,4 Prozent der befragten Unternehmen Engpässe – nach nur 7,0 Prozent im Juli und 3,8 Prozent im April.

„Die Kontrollmechanismen und Handelsbeschränkungen für Seltene Erden zeigen ihre Wirkung“, sagte Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen. Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen und verschärfen, werde das auch das Wirtschaftswachstum beeinträchtigen.

In der Industrie insgesamt meldeten nur 5,5 Prozent der Firmen Versorgungsprobleme (Juli: 5,8 Prozent) – deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt von 15,0 Prozent. Auch bei den Herstellern von elektrischen Ausrüstungen waren 10,0 Prozent der Unternehmen von Lieferengpässen bei ihren Inputs betroffen. Im Maschinenbau stieg der Anteil von 4,6 auf 6,3 Prozent.

Zum Vergleich: Den bisherigen Höhepunkt der Lieferprobleme verzeichnete die Industrie im Dezember 2021, als 81,9 Prozent der Unternehmen von Materialengpässen betroffen waren.


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Bildungsministerkonferenz wirft Dobrindt Unwissenheit vor

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Alexander Dobrindt (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Bildungsminister der Länder kritisieren den Vorstoß von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU), Krieg und Katastrophen künftig im Schulunterricht zu behandeln.

Die Präsidentin der Bildungsministerkonferenz, Simone Oldenburg (Linke), sagte dem „Tagesspiegel“, für den Zivilschutz der Bevölkerung müsse die Bundesregierung eine Gesamtstrategie erarbeiten – da stehe sie in der Verantwortung. „Stets und ständig wird nach der Schule gerufen – die Lehrkräfte sind nicht der Notnagel einer Regierung.“

Oldenburg, die auch Bildungsministerin in Mecklenburg-Vorpommern ist, kritisierte: „Die Aussagen des Ministers zeugen nicht vom Wissen um die Aufgaben der Schule und auch nicht von der Arbeit der Lehrkräfte.“ Die Ministerin begründete: „Einfach mal eine Doppelstunde zu fordern, ist falsch und wird der Verantwortung nicht gerecht. Ich halte es auch für falsch, das Pferd von hinten aufzuzäumen und dabei als Erste Kinder und Jugendliche in den Blick zu nehmen.“ Zuerst gehe es um Aufklärung bei Erwachsenen.

Die Auseinandersetzung mit Kriegen und ihren Folgen sei grundständiger Bestandteil des Unterrichts, zum Beispiel des Politik- und Geschichtsunterrichts. „Das ist keine neue Aufgabe“, sagte Oldenburg. „Wenn es um Fragen des Zivilschutzes geht, ist Voraussetzung, dass das Bundesamt für den Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe geeignete Unterrichtsmaterialien zur Verfügung stellt, damit Lehrkräfte das Thema altersangemessen vermitteln können.“

Dobrindt hatte zuvor im „Handelsblatt“ angekündigt, bei der nächsten Innenministerkonferenz im Dezember anzuregen, das Thema Krisenvorsorge in den Schulalltag einzubinden. Konkret solle in einem Schuljahr in einer Doppelstunde mit älteren Schülern über Bedrohungsszenarien und möglichen Schutz diskutiert werden. Kinder seien wichtige Wissensträger in die Familien hinein.


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Schwerdtner bietet Merz Hilfe bei Schuldenbremsen-Reform an

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Friedrich Merz und Ines Schwerdtner (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Linken-Chefin Ines Schwerdtner ist offen für Gespräche mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) – unter klaren Bedingungen.

„Wenn Friedrich Merz mit mir sprechen will, darüber die Schuldenbremse zu reformieren, wenn er mit mir darüber sprechen will, die Kommunalfinanzen wieder besser auszustatten, dann ist die Linke da sicherlich dabei“, sagte Schwerdtner dem Magazin „Politico“. „Aber irgendwelche Theaterstücke, wie zuletzt der Bundesverfassungsrichterwahl, werden wir nicht mit aufführen.“

Der aktuelle Zustand der Union verhindere jedoch eine Zusammenarbeit. „Wenn die CDU AfD-Politik macht – und das macht sie gerade mit der Migrationspolitik, die sie macht, mit der Kürzungspolitik, die sie macht -, dann werden wir das nicht unterstützen.“

Zur CDU sagte sie: „Die CDU muss sich langsam entscheiden, wo die Brandmauer eigentlich steht. Also arbeitet sie zusammen mit der AfD oder entscheidet sie sich dafür, demokratische Mehrheiten zu suchen?“ Zur Stadtbild-Debatte nach Äußerungen von Merz erklärte Schwerdtner: „Ja, es gibt ein Problem im Stadtbild, aber das hat vor allem damit zu tun, dass zu viel Armut herrscht.“


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Frauen-Union begrüßt "Töchter"-Aufruf

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Nina Warken (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Vorsitzende der Frauen-Union, Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU), hat den Aufruf „Wir sind die Töchter“, den mehr als 50 Frauen aus Politik, Kunst und Gesellschaft unterzeichnet haben, gelobt. „Wir begrüßen es, wenn endlich nicht pauschal `dagegen` gerufen wird, wenn Friedrich Merz eine wichtige und richtige Debatte anstößt“, sagte sie am Dienstag zu „Politico“.

Zugleich mahnte Warken, die Sicherheit von Frauen in Deutschland sei auch durch Migrationsprobleme bedroht. „Wer zu uns kommt, muss sich an unsere Regeln halten“, so die CDU-Politikerin. Ihre Partei habe deshalb bereits an entsprechenden Maßnahmen gearbeitet. „Wir haben in den letzten Jahren auch schon aus der Opposition heraus ganz konkrete Vorschläge gemacht: Zurück zu sicheren Innenstädten, Schutz von Frauen stärken, Integration verbessern“, erklärte Warken. Nun solle die Umsetzung dieser Vorschläge gemeinsam mit der SPD als Koalitionspartner gelingen. „Wer sich hier anschließt, ist herzlich eingeladen.“

Die Initiatorinnen des Aufrufs „Wir sind die Töchter“ schreiben, dass sie nicht als „billige Ausrede“ für „rassistische Narrative“ dienen wollen. Sie fordern unter anderem eine bessere Strafverfolgung bei sexualisierter und häuslicher Gewalt, die Aufnahme von Frauenmorden ins Strafgesetzbuch, ausreichend finanzierte Frauenhäuser und Schutzräume für Frauen. Zudem soll rassistisch motivierte Gewalt anerkannt werden und der Schutz vor digitaler Gewalt und Rassismus im Netz verbessert werden. Die Beteiligten pochen auf eine Reform des Abtreibungsgesetzes und eine Bekämpfung von Altersarmut bei Frauen.


Foto: Nina Warken (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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NRW zeigt sich offen für Aufnahme von verwundeten Kindern aus Gaza

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Gazastreifen (Archiv), via dts NachrichtenagenturDüsseldorf (dts Nachrichtenagentur) – Anders als der Bund ist Nordrhein-Westfalen dazu bereit, verletzte und traumatisierte Kinder aus Gaza aufzunehmen. „Wir haben als Landesregierung schon vor längerer Zeit alles vorbereitet und mit den Kooperationspartnern besprochen, um schwer verwundete Kinder und Jugendliche aus dem Gazastreifen in unseren hochspezialisierten Krankenhäusern in Nordrhein-Westfalen behandeln zu lassen“, sagte der Chef der Staatskanzlei und NRW-Europaminister, Nathanael Liminski (CDU), der „Rheinischen Post“ (Mittwochausgabe).

Liminski ergänzte, es liege an den Behörden vor Ort in der Region, die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen und den Weg dafür freizumachen. „Außerdem muss garantiert sein, dass die Kinder nach der Behandlung in ihre Heimat und zu ihren Familien zurückkehren können. Hier liegt die Federführung beim Bund. Wir brauchen klare rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen“, so der Minister.

Auch Hamburg und Bremen hatten angekündigt, Kapazitäten für die medizinische Versorgung von Kindern aus dem Kriegsgebiet bereitstellen zu wollen. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) hatte schon im August in einem Brief an die Bundesregierung das Anliegen der Stadt Hannover unterstützt, Kinder aus Gaza, aber auch aus Israel aufzunehmen.


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DFB-Pokal: RB Leipzig souverän weiter – Gladbach und Bochum siegen

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Christoph Baumgartner (Archiv), via dts NachrichtenagenturCottbus (dts Nachrichtenagentur) – In der zweiten Runde des DFB-Pokals haben sich am Dienstagabend vier Teams für die nächste Runde qualifiziert. Leipzig setzte sich 4:1 gegen Cottbus durch, Mönchengladbach gewann 3:1 gegen Karlsruhe und Bochum schlug Augsburg 1:0. St. Pauli bezwang Hoffenheim schließlich im Elfmeterschießen mit 8:7.

RB Leipzig setzte sich beim Drittliga-Spitzenreiter Energie Cottbus klar durch. Johan Bakayoko brachte die Gäste bereits in der 13. Minute in Führung, Christoph Baumgartner erhöhte per Kopf in der 28. Minute auf 2:0. Nur neun Minuten später stellte Baumgartner nach einem schnell ausgeführten Freistoß auf 3:0 (37. Minute). Ezechiel Banzuzi traf in der 59. Minute sehenswert zum 4:0, ehe Erik Engelhardt in der 86. Minute den Ehrentreffer für die Gastgeber erzielte.

Die TSG 1899 Hoffenheim bezwang den FC St. Pauli erst nach Verlängerung mit 2:1. Hauke Wahl hatte die Hamburger bereits in der ersten Spielminute per Kopf nach einer Ecke in Führung gebracht. Direkt nach Wiederanpfiff der zweiten Halbzeit gelang Grischa Prömel ebenfalls per Kopfball der Ausgleich (47.). In der regulären Spielzeit fiel kein weiteres Tor mehr. In der Verlängerung brachte Andrej Kramaric die Gäste per Strafstoß mit 2:1 in Führung (107.), doch Mathias Pereira Lage glich in der letzten Minute der Verlängerung zum 2:2 aus (120.+2). Im anschließenden Elfmeterschießen scheiterten Kramaric und Albian Hajdari für Hoffenheim, während St. Pauli nur durch Mathias Pereira Lage einen Fehlschuss zu beklagen hatte.

Borussia Mönchengladbach besiegte den Karlsruher SC knapp mit 3:1. Shuto Machino sorgte früh für die Führung (3.), Nico Elvedi erhöhte per Kopf nach einer Ecke auf 2:0 (52.). Fabian Schleusener brachte die Badener noch einmal heran (59.), doch Haris Tabakovic machte kurz vor Schluss alles klar (89.).

Der Zweitligist VfL Bochum schaltete Bundesligist FC Augsburg mit 1:0 aus. Gerrit Holtmann erzielte in der 39. Minute das Siegtor. Die Bochumer verteidigten die knappe Führung erfolgreich über die Zeit.


Foto: Christoph Baumgartner (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Hurrikan "Melissa" zieht über Jamaika

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Karibik (Archiv), via dts NachrichtenagenturKingston (dts Nachrichtenagentur) – Hurrikan „Melissa“ hat am Dienstagnachmittag (Ortszeit) Jamaika als Hurrikan der höchsten Kategorie 5 erreicht und zieht mit zerstörerischer Kraft über den karibischen Inselstaat.

Das Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) spricht von einem „Jahrhundertsturm“: „Melissa“ ist der stärkste auf Jamaika registrierte Hurrikan seit Beginn der Aufzeichnungen und gehört zu den stärksten jemals im Atlantik gemessenen – er ist zudem der stärkste Tropensturm weltweit im Jahr 2025.

Der Hurrikan zeichnet sich durch einen extrem niedrigen Luftdruck von nur 892 Millibar aus, der damit niedriger ist als der Luftdruck von Hurrikan Katrina im Jahr 2005. Durch einen niedrigen Luftdruck strömt die Luft mit größerer Kraft nach innen und nach oben, wodurch stärkere Winde entstehen. Im Innern des Sturms werden anhaltende Windgeschwindigkeiten von bis zu 300 Kilometern pro Stunde beobachtet.

Besonders zerstörerisch könnte „Melissa“ auch werden, weil der Hurrikan nur sehr langsam voranzieht. Je länger „Melissa“ über einem Bereich bleibt, desto größer fällt die Regenmenge aus. In den Bergen werden Regenmengen von bis zu einem Meter erwartet. Dadurch kann es zu katastrophalen Sturzfluten und Erdrutschen kommen. In der Nähe der Südküste sind dagegen Sturmfluten von bis zu vier Metern möglich. Einige Regionen sind bereits überflutet, die Behörden warnen zudem vor Krokodilen.

Der Hurrikan hatte in kurzer Zeit sehr schnell an Sturmstärke gewonnen – ein Phänomen, das bislang erst selten beobachtet wurde. Meteorologen führen dies unter anderem auf außergewöhnlich warme Meerestemperaturen zurück, die dem Sturm viel Energie bieten. Die Weltmeere nehmen rund 90 Prozent der zusätzlichen Wärme des menschengemachten Klimawandels auf.

Der National Hurricane Center und das Central Pacific Hurricane Center empfehlen den 2,8 Millionen Bewohnern Jamaikas, so viele Wände wie möglich zwischen sich und der Außenwelt zu bringen. Am sichersten seien Räume ohne Fenster, die vor umkippenden Bäumen geschützt seien. Als zusätzlicher Schutz wird nahegelegt, sich mit Matratzen zu bedecken und einen Helm zu tragen. Insgesamt 880 Notunterkünfte stehen den Menschen bereit. Bereits vor Eintreffen des Sturms hatten laut dem Landesenergieministerium 240.000 Haushalte keinen Strom mehr, vielerorts ist das Internet ausgefallen.

„Melissa“ soll auf dem Weg über den Inselstaat an Intensität verlieren. Im Anschluss wird erwartet, dass der Hurrikan weiterzieht nach Kuba und dort die Stärke auf Stufe 3 abfällt. Auf dem Karibikstaat Haiti, über den das Zentrum des Sturms nicht ziehen soll, wurden bereits jetzt durch die Ausläufer 450 Häuser überflutet und 10 weitere beschädigt.


Foto: Karibik (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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