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DFB-Pokal: Stuttgart und Magdeburg weiter – Paderborn raus

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Noah Pesch (Archiv), via dts NachrichtenagenturIllertissen (dts Nachrichtenagentur) – In der zweiten Runde des DFB-Pokals musste Bayer Leverkusen am Mittwochabend gegen Paderborn in die Verlängerung und setzte sich erst dort mit 4:2 durch. Magdeburg gewann 3:0 gegen den letzten verbliebenen Regionalligisten Illertissen, während Kaiserslautern mit 1:0 gegen Fürth siegte. Stuttgart bezwang Mainz auswärts mit 2:0.

Der 1. FC Magdeburg hat mit dem FV Illertissen den letzten verbliebenen Regionalligisten im Wettbewerb souverän besiegt. Maximilian Breunig brachte die Gäste in der 11. Minute mit einem Kopfball in Führung. Nach der Pause erhöhte Marcus Mathisen in der 31. Minute auf 2:0, bevor Noah Pesch das 3:0 erzielte (84.).

Der 1. FC Kaiserslautern setze sich gegen die SpVgg Greuther Fürth durch. Naatan Skyttä erzielte in der 12. Minute das entscheidende Tor nach starkem Pressing. Die Fürther hatten in der 38. Minute durch Felix Klaus eine gute Ausgleichschance, konnten diese jedoch nicht nutzen. In einer insgesamt ausgeglichenen Partie behielt Kaiserslautern die Oberhand.

Der Zweitligist SC Paderborn 07 zwang den Favoriten Bayer Leverkusen aus der Bundesliga in die Verlängerung, unterlag am Ende aber dennoch. Álex Grimaldo verwandelte in der 60. Minute einen Freistoß zur Führung für Leverkusen. Kurz zuvor hatte Felix Götze die Rote Karte gesehen (58.). Stefano Marino glich in der 90. Minute per Kopfball aus und brachte die Partie in die Verlängerung. Dort erzielte Sven Michel sogar die Führung für die Gastgeber (96.), ehe Jarell Quansah den erneuten Ausgleich markierte (105.+1). In der Schlussphase trafen Ibrahim Maza (120.+2) und Aleix García ins leere Tor (120.+4) zum 4:2-Endstand für die Werkself.

Der VfB Stuttgart zog durch einen ungefährdeten Auswärtssieg gegen den 1. FSV Mainz 05 ins Achtelfinale ein. Luca Jaquez köpfte bereits in der 6. Minute zur frühen Führung ein. Atakan Karazor sorgte in der 73. Minute für die Entscheidung. Die Mainzer blieben über weite Strecken harmlos und konnten trotz mehrfacher Wechsel keine entscheidenden Akzente setzen.


Foto: Noah Pesch (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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US-Notenbank senkt Leitzins erneut um 25 Basispunkte

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Federal Reserve (Archiv), via dts NachrichtenagenturWashington (dts Nachrichtenagentur) – Die US-Notenbank Federal Reserve hat ihren Leitzins auf eine Spanne von 3,75 bis 4,0 Prozent gesenkt. Das teilte die Zentralbank am Mittwoch mit.

Die Entscheidung war im Vorfeld erwartet worden, fiel jedoch nicht einstimmig. Während zehn Notenbanker sich für den Schritt aussprachen, darunter Fed-Chef Jerome Powell, gab es zwei Gegenstimmen: Stephen Miran sprach sich für einen größeren Zinsschritt von 50 Basispunkten aus und Jeffrey Schmid wollte eine Zinspause einlegen.

Jüngste Indikatoren deuteten darauf hin, dass sich die Wirtschaftstätigkeit in moderatem Tempo ausgeweitet habe, erklärte die US-Notenbank. Der Beschäftigungszuwachs habe sich in diesem Jahr verlangsamt. Die Arbeitslosenquote sei leicht gestiegen, blieb aber bis August auf einem niedrigen Niveau, hieß es weiter. Die jüngsten Indikatoren stünden im Einklang mit diesen Entwicklungen. Die Inflation sei seit Jahresbeginn gestiegen und bleibe weiterhin etwas erhöht.

Erneut hieß es, dass man bereit sei, den geldpolitischen Kurs anzupassen, „wenn Risiken auftauchen, die das Erreichen der Ziele des Ausschusses behindern könnten“. Dabei werde man „ein breites Spektrum von Informationen berücksichtigen, darunter Messwerte zur Arbeitsmarktlage, zum Inflationsdruck und zu den Inflationserwartungen“.

Von hohen Zinsen erwarten sich die Notenbanker typischerweise eine Senkung der allgemeinen Teuerung. Diese sind aber schlecht für die Aktienmärkte und für wirtschaftliche Investitionen. Zu niedrige Zinsen dagegen könnten die Inflation anfeuern.


Foto: Federal Reserve (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Klima-Report: 22 von 34 "Vitalparametern" der Erde auf Rekordniveau

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Ölbohrinsel Mittelplate in der Nordsee (Archiv), via dts NachrichtenagenturPotsdam (dts Nachrichtenagentur) – 22 von 34 lebenswichtigen „Vitalparametern“ der Erde sind auf Rekordniveau, viele tendieren weiterhin stark in eine gefährliche Richtung. Das geht aus der sechsten Ausgabe des jährlichen Klima-Berichts „State of the climate report“ hervor, den ein internationales Forschungsteam unter Mitwirkung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und geleitet von Forschenden der Oregon State University erstellt hat. Der Report wurde am Mittwoch im Fachjournal „Bio-Science“ veröffentlicht.

„In den letzten Jahren haben wichtige Vitalparameter wie Oberflächentemperatur, Wärmegehalt der Ozeane, Meereisverlust und durch Brände verursachter Waldverlust außergewöhnlich deutlich neue Rekorde erreicht“, sagte PIK-Direktor Johan Rockström, Co-Autor des Reports. „Die sich beschleunigende Klimakrise birgt eine Reihe eng miteinander verbundener Risiken für die grundlegenden Funktionssysteme unseres Planeten – von kritischen Kippelementen wie das Meeresströmungssystem AMOC über die Integrität der Biosphäre bis hin zur Stabilität der globalen Wasserressourcen.“

Das Forschungsteam hält fest, dass 2024 das heißeste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen war und wahrscheinlich das heißeste seit mindestens 125.000 Jahren. „Strategien zur Eindämmung des Klimawandels sind verfügbar, kostengünstig und werden dringend gebraucht, und wir können die Erwärmung immer noch begrenzen, wenn wir entschlossen und schnell handeln“, sagte William Ripple, Professor an der Oregon State University und einer der Leitautoren. „Aber das Zeitfenster schließt sich.“ Ohne wirksame Strategien werde man rapide steigenden Risiken begegnen, die den Frieden, die Regierbarkeit, die öffentliche Gesundheit und die Ökosysteme gefährden.

Die Forscher drängen darauf, rasch aus fossilen Brennstoffen auszusteigen. Erneuerbare Energiequellen wie Sonne und Wind haben das Potenzial, bis 2050 bis zu 70 Prozent des weltweiten Strombedarfs zu decken, heißt es in dem Bericht. Zudem könnten durch den Schutz und die Wiederherstellung von Ökosystemen wie Wäldern, Feuchtgebieten, Mangroven und Mooren bis 2050 jährlich rund 10 Gigatonnen CO2-Emissionen zurückgeholt oder vermieden werden. Das entspricht etwa 25 Prozent der derzeitigen jährlichen Emissionen. Auch eine Reduzierung von Lebensmittelverlusten und -abfällen, sowie die Umstellung auf eine pflanzenreichere Ernährung könnten die Emissionen erheblich senken, erklären die Wissenschaftler.

Jedes Zehntelgrad vermiedene Erwärmung wiege schwer für das Wohlergehen von Mensch und Umwelt, heißt es in dem Report. Selbst geringe Verbesserungen hätten große Auswirkungen auf das Risiko von Extremwetterereignissen, Nahrungsmittel- und Wasserknappheit sowie die Risiken durch das Überschreiten wichtiger Kipppunkte. Ein Aufschieben von Maßnahmen führe hingegen zu höheren Kosten und schwerwiegenderen Auswirkungen.


Foto: Ölbohrinsel Mittelplate in der Nordsee (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Dax lässt nach – Mercedes-Benz gefragt

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Frankfurter Börse, via dts NachrichtenagenturFrankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Am Mittwoch hat der Dax nachgelassen. Zum Xetra-Handelsschluss wurde der Index mit 24.124 Punkten berechnet, ein Minus in Höhe von 0,6 Prozent im Vergleich zum Vortagesschluss. Der Dax schwankte zunächst um den Vortagesschluss herum, bevor er am Nachmittag seine Verluste ausbaute.

„Die Entwicklungen an den Börsen könnten in diesen Tagen kaum unterschiedlicher sein“, kommentierte Christine Romar, Head of Europe von CMC Markets, den Handelstag. „An der Wall Street stößt Nvidia mit einem Börsenwert von fünf Billionen Dollar in nie dagewesene Sphären vor und zieht gemeinsam mit einer Handvoll weiterer großer Technologieunternehmen den Gesamtmarkt mit nach oben. In Frankfurt dagegen können zwar die Papiere der Deutschen Bank und Mercedes-Benz nach positiven Überraschungen in ihren Zahlenwerken steigen, aber der Dax macht aus einem tagelangen Stillstand heute sogar noch ein größeres Minus.“

Inmitten der KI-Euphorie gingen auch sich möglicherweise abzeichnende Trendwenden in der leidgeplagten deutschen Autobranche an den internationalen Investoren vorbei, so Romar. „Mercedes muss im dritten Quartal zwar einen Gewinneinbruch um fast ein Drittel vermelden, was aber nach den zahlreichen Prognosekürzungen in den vergangenen Monaten keinen mehr überrascht hat. Dieser allerdings ist zu einem Großteil auf Einmaleffekte im Zusammenhang mit dem laufenden Personalabbau zurückzuführen, der wiederum nicht viel mit dem operativen Geschäft zu tun hat“, erklärte die Analystin. „Auch die zuletzt immer weiter gesunkenen Margen könnten ihren Boden jetzt gefunden haben. Diese Erkenntnis war für viele Anleger dann doch ein Grund, die Aktie auf dem historisch niedrigen Niveau zu kaufen.“

Bis kurz vor Handelsschluss standen die Papiere der Deutschen Bank und von Mercedes-Benz an der Spitze der Kursliste in Frankfurt. Am Tabellenende fanden sich die Adidas-Akten wieder.

Unterdessen stieg der Gaspreis: Eine Megawattstunde (MWh) Gas zur Lieferung im November kostete 32 Euro und damit ein Prozent mehr als am Vortag. Das impliziert einen Verbraucherpreis von mindestens rund acht bis neun Cent pro Kilowattstunde (kWh) inklusive Nebenkosten und Steuern, sollte das Preisniveau dauerhaft so bleiben.

Der Ölpreis stieg hingegen deutlich: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Mittwochnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit 65,18 US-Dollar, das waren 78 Cent oder 1,2 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Mittwochnachmittag etwas stärker: Ein Euro kostete 1,1660 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8576 Euro zu haben.


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WHO: Über 460 Tote bei Angriffen auf Geburtsklinik im Sudan

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Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf (Archiv), via dts NachrichtenagenturAl-Faschir/Genf (dts Nachrichtenagentur) – Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind bei Angriffen auf eine saudische Geburtsklinik im sudanesischen al-Faschir über 460 Menschen getötet und Gesundheitspersonal entführt worden. WHO-Generalsekretär Tedros Adhanom Ghebreyesus teilte am Mittwoch mit, dass man entsetzt und zutiefst schockiert sei.

„Alle Angriffe auf das Gesundheitswesen müssen sofort und bedingungslos eingestellt werden“, schrieb er. „Alle Patienten, das Gesundheitspersonal und die Gesundheitseinrichtungen müssen gemäß dem humanitären Völkerrecht geschützt werden.“

Am Montag hatte die paramilitärische Gruppe RSF die Stadt al-Faschir in der Region Darfur eingenommen. Schätzungsweise 260.000 Menschen sind allein in den vergangenen Tagen vor den Gefechten geflohen – viele von ihnen suchen Schutz in den umliegenden Dörfern oder müssen ohne Hilfe ausharren. Der Sudan leidet aktuell unter der größten humanitären Krise weltweit.

Die deutsche Welthungerhilfe pochte auf mehr Unterstützung. „Unsere Teams berichten von einer starken Zunahme der Vertreibungen. Die meisten Familien erreichen Tawila völlig erschöpft, traumatisiert und ohne jegliche Habe. Die humanitäre Situation ist katastrophal. Über 560.000 Menschen leben unter schlimmsten Bedingungen – ohne Nahrung, Wasser, Schutz und medizinische Versorgung – und benötigen schnelle Hilfe“, sagte Mathias Mogge, Generalsekretär der Welthungerhilfe. „Die internationale Gemeinschaft muss die finanzielle Unterstützung für die Menschen im Sudan dringend aufstocken“, forderte Mogge.

In Tawila sind laut Angaben der Hilfsorganisation die Versorgungssysteme für die vielen Geflüchteten längst überfordert. Wasser- und Lebensmittelversorgung seien zusammengebrochen, sanitäre Einrichtungen seien unzureichend, und die medizinische Betreuung reiche bei Weitem nicht aus. Frauen und Mädchen seien besonders gefährdet. Krankheiten wie Cholera würden sich rasant ausbreiten, so die Welthungerhilfe.

Vor diesem jüngsten Angriff hat die WHO seit Beginn des Konflikts im April 2023 insgesamt 185 Angriffe auf das Gesundheitswesen im Sudan mit 1.204 Toten und 416 Verletzten unter Gesundheitspersonal und Patienten bestätigt. 49 dieser Angriffe ereigneten sich allein in diesem Jahr und forderten 966 Menschenleben, so Tedros.


Foto: Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Bundesnetzagentur will Effizienzdruck für Netzbetreiber erhöhen

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Ruhrgebiet (Archiv), via dts NachrichtenagenturBonn (dts Nachrichtenagentur) – Die Bundesnetzagentur hat ihre Entwürfe für den sogenannten NEST-Prozess finalisiert. Damit legt sie einen neuen Rahmen für die Netzanreizregulierung vor, berichtet das „Handelsblatt“ (Donnerstagausgabe).

„Wir schaffen ein attraktives Umfeld für Investitionen und begrenzen die Kosten auf das notwendige Maß“, sagte Bundesnetzagentur-Chef Klaus Müller der Zeitung. „Die Entscheidungen sind fachlich gut vertretbar.“

Im Vergleich zur im Juni bekanntgewordenen Version gibt es drei Änderungen. Erstens soll der sogenannte Opex-Aufschlag – also ein Ansteigen von Betriebskosten innerhalb einer Regulierungsperiode – künftig für alle Netzbetreiber möglich sein. Das schließt auch kleinere Netzbetreiber ein, die bislang von der Neuerung ausgeschlossen sein sollten.

Zweitens will die Bundesnetzagentur die sogenannte Mindesteffizienz für Netzbetreiber von 60 auf 70 Prozent anheben. Drittens sollen real bezahlte Zinsen auf Fremdkapital bei der Kostenermittlung der Netzbetreiber gewichtet werden dürfen.

Die Bundesnetzagentur will die Festlegungen zu den Verfahren RAMEN Strom und RAMEN Gas, Strom-NEF und Gas-NEF an diesem Mittwoch an den Länderausschuss schicken. Dabei handelt es sich um Teilstücke des NEST-Prozesses. Der Länderausschuss soll am 13. November darüber befinden, ob er sein Benehmen herstellen wird. Zum Jahreswechsel soll die NEST-Reform in Kraft treten.


Foto: Ruhrgebiet (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Arbeitgeber schlagen Milliardeneinsparungen in der GKV vor

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Behandlungszimmer beim Arzt (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – In der Diskussion um die Sozialausgaben schlagen die Arbeitgeber radikale Milliardeneinsparungen in der gesetzlichen Krankenversicherung vor. Damit ließen sich die Beiträge und die Lohnnebenkosten erheblich senken und die Kassenausgaben um bis zu 50 Milliarden Euro im Jahr verringern, berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Donnerstagsausgabe) unter Berufung auf ein noch unveröffentlichtes Positionspapier der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und eigene Berechnungen.

Besonders brisant: Der Verband fordert der FAZ zufolge unter anderem ein Ende der Beitragsfreiheit für mitversicherte Ehepartner, die keine oder nur geringe Einkommen erzielen. Sie sollten künftig den Mindestbeitrag von rund 220 Euro im Monat für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) selbst aufbringen, berichtet die FAZ. Allein dadurch erwarten die Arbeitgeber dem Blatt zufolge Mehreinnahmen der Kassen von 2,8 Milliarden Euro im Jahr. Das wäre ein Bruch mit dem bisherigen System der Familienversicherung.

Laut FAZ wollen die Arbeitgeber auch die 2013 abgeschaffte Praxisgebühr von zehn Euro in veränderter Form wieder einführen. Diese „Kontaktgebühr“ fiele nicht nur, wie früher, einmal im Quartal an, sondern bei jedem Arztbesuch. Damit ließen sich unnötige Konsultationen vermeiden und die Patienten besser steuern, heißt es in dem Papier. Eine Ausweitung der Selbstbeteiligung führe zu einem Einsparpotenzial von bis zu drei Milliarden Euro im Jahr, schreibt die Zeitung.

Zudem fordern die Arbeitgeber, die Mehrwertsteuer auf Arznei- und Hilfsmittel auf sieben Prozent zu senken, wodurch 5,3 Milliarden Euro im Jahr frei würden. Es sei nicht begründbar, warum Medikamente höher besteuert würden als Süßigkeiten, Katzenfutter oder Tiermedikamente, zitiert die Zeitung aus den „Vorschlägen der Arbeitgeber für eine Gesundheitsreform 2026“. Neu ist in dem Forderungskatalog auch, dass gesetzlich Versicherte von den Ärzten für jede Behandlung einen Abrechnungsbeleg erhalten sollen. Diese „Patientenquittung“ muss nach Ansicht der Arbeitgeber automatisch in die elektronische Patientenakte eingestellt werden, um mehr Transparenz über die Leistungen und Kosten herzustellen.

Zusammen mit weiteren Forderungen summieren sich die Einsparmöglichkeiten in einem „optimistischen Szenario“, nach FAZ-Berechnung auf 50 Milliarden Euro. In einem „realistischen Szenario“ belaufen sich die Einsparungen laut FAZ auf 30 bis 40 Milliarden Euro. Nach Kalkulationen der Zeitung ließen sich die jährlichen GKV-Ausgaben damit um zehn Prozent verringern. Dadurch sei eine Senkung der Beitragssätze um 1,5 bis 2,0 Prozentpunkte möglich.

Dann müssten Arbeitgeber und Arbeitnehmer für den allgemeinen und für den Zusatzbeitrag nicht mehr wie derzeit durchschnittlich 17,5 Prozent des sozialversicherungspflichtigen Einkommens an die Kassen zahlen, sondern nur noch 15,5 bis 16 Prozent. Zuletzt hatte der Gesamtbeitragssatz vor zehn Jahren 15,5 Prozent erreicht.

Die Einsparungen betrügen laut FAZ für Einkünfte bis zu Beitragsbemessungsgrenze für den Arbeitgeber und für den Arbeitnehmer jeweils zwischen 41 und 55 Euro im Monat. In dem optimistischen Szenario, in dem die Unternehmen und die Beschäftigten je 25 Milliarden Euro weniger einzahlen müssten, wäre sogar eine Senkung des Beitragssatzes auf 15 Prozent möglich. So gering war er zuletzt vor 20 Jahren. Die monatliche Einsparung betrüge für Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Maximalfall je 69 Euro, so die FAZ.

„Es fehlt der gesetzlichen Krankenversicherung nicht an Geld, sondern am richtigen Einsatz der Mittel, das muss sich ändern“, sagte Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger der FAZ. „Wir brauchen jetzt den Mut zu nachhaltigen Strukturreformen, keine kurzfristige Flickschusterei.“

Dulger verwies auf die von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) eingesetzte „Finanzkommission Gesundheit“ zur GKV-Reform, die bis März 2026 Reformvorschläge vorlegen soll. „Dafür bringen wir klare Vorschläge ein“, kündigte der BDA-Präsident an. „Die viel zu hohen Beitragssätze dürfen nicht noch weiter steigen und müssen baldmöglichst wieder sinken.“

Das Ziel sei ein faires Gesundheitssystem, das effizient, leistungsfähig und für alle bezahlbar bleibe. „Wir Arbeitgeber fordern daher eine Konzentration auf eine bedarfsgerechte Krankenhauslandschaft, mehr Effizienz und Wettbewerb und eine Stärkung der Eigenverantwortung.“


Foto: Behandlungszimmer beim Arzt (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Deutschland und Dänemark bekennen sich zur Fehmarnbeltquerung

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Fahnen von EU, Dänemark und Deutschland (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin/Kopenhagen (dts Nachrichtenagentur) – Deutschland und Dänemark bekennen sich weiter zum Projekt „Feste Fehmarnbeltquerung“. Man sehe keine Veranlassung für Änderungen des bestehenden Staatsvertrages zwischen beiden Ländern, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung, die am Mittwoch veröffentlicht wurde.

Demnach haben sich Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) und sein dänischer Amtskollege Thomas Danielsen zuvor in einer gemeinsamen Videokonferenz über den Stand der Bauarbeiten zur Festen Fehmarnbeltquerung und zur deutschen Schienenhinterlandanbindung ausgetauscht. Im Juli hatte die DB Infrago AG mitgeteilt, dass sich die Umsetzung der Hinterlandanbindung für die feste Fehmarnbeltquerung über 2029 hinaus verzögern wird. Im September gab dann auch die Sund & Belt Holding A/S bekannt, dass sich die Fertigstellung des Spezialschiffs zum Absenken der Tunnelelemente so sehr verzögert hat, dass das Ziel, den Fehmarnbelt-Tunnel im Jahr 2029 zu eröffnen, gefährdet ist.

Da die zu klärenden Fragen komplex seien und verschiedene Ursachen hätten, sollen nun neue Zeitpläne für die Inbetriebnahme durch die Projektbeteiligten auf beiden Seiten erstellt und konsolidiert werden, hieß es. Zwischen den Ministern habe Einvernehmen bestanden, „dass beide Seiten alles in ihrer Macht Stehende unternehmen werden, um die feste Querung und die Hinterlandanbindungen so schnell wie möglich zu realisieren, da es sich um ein wichtiges Projekt für beide Staaten und ganz Europa handelt“. Schnieder und Danielsen vereinbarten, die Situation vor Ort Anfang 2026 zu beurteilen.

Die Feste Fehmarnbeltquerung ist eine in Bau befindliche Verkehrsverbindung unter dem Fehmarnbelt hindurch zwischen Dänemark und Deutschland. Es sieht eine 17,6 Kilometer lange Tunnelquerung und einen Ausbau der Schienen- und Straßenhinterlandanbindungen in Deutschland und Dänemark vor.


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Ex-Botschafter sieht Türkei als Ersatzstandort für deutsche Firmen

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Istanbul (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Der ehemalige deutsche Botschafter in der Türkei, Martin Erdmann, sieht die Türkei als wichtiger werdenden Standort für die deutsche Wirtschaft.

„Möglicherweise wird die Türkei in Zukunft als Ersatzstandort für deutsche Unternehmen in China fungieren“, sagte er dem Nachrichtenmagazin Focus. „Insbesondere dann, wenn sich die Beziehungen zu China verschlechtern sollten, wonach es aussieht.“ Der Ex-Diplomat sagte, dass Deutschland an der geopolitischen Rolle der Türkei nicht vorbeikomme. „Wir brauchen die Türkei für den Wiederaufbau Syriens, für die Rückführung der Flüchtlinge aus Deutschland nach Syrien und für das Migrationsabkommen“, so Erdmann.

Gleichzeitig sagte der Diplomat, der von 2015 bis 2020 Botschafter in Ankara war, dass sich die Türkei „jeden Tag weiter von europäischen Standards“ entferne, wie die Verhaftung des abgesetzten Istanbuler Oberbürgermeister Ekrem Imamoglu zeige. Dennoch sei die Zusammenarbeit mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan unerlässlich. „Und da europäische und westliche Partner Kontakt halten wollen zu Erdogan, nimmt man die Menschenrechtslage nicht so eng.“


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Kraftstoffpreise ziehen deutlich an

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Zapfsäule (Archiv), via dts NachrichtenagenturMünchen (dts Nachrichtenagentur) – Die Kraftstoffpreise in Deutschland sind in der vergangenen Woche deutlich gestiegen. Besonders Diesel verteuerte sich stärker als Benzin, wie der ADAC am Mittwoch mitteilte.

Laut einer aktuellen Auswertung des Automobilklubs, die mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland umfasst, kostet ein Liter Super E10 im bundesweiten Durchschnitt derzeit 1,677 Euro, was einem Anstieg von 2,1 Cent gegenüber der Vorwoche entspricht. Der Dieselpreis stieg sogar um 4,2 Cent auf 1,607 Euro und liegt damit genau sieben Cent unter dem Preis von E10.

Hauptursache für den Anstieg waren laut ADAC die höheren Rohölnotierungen. Ein Barrel Rohöl der Sorte Brent kostete in der Vorwoche rund 61 US-Dollar, aktuell liegt der Preis bei über 64 US-Dollar. Der Wechselkurs zwischen Euro und US-Dollar verbesserte sich leicht, was Kraftstoffe an den Zapfsäulen theoretisch günstiger machen könnte.

Der stärkere Anstieg des Dieselpreises wird auch mit der einsetzenden Heizperiode und der gestiegenen Nachfrage nach Heizöl in Verbindung gebracht. Der ADAC hält Diesel insgesamt für überteuert und meint, er müsste „um einige Cent“ günstiger sein.


Foto: Zapfsäule (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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