Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Kabarettist Volker Pispers hat ein Abendessen mit der Politikerin Sahra Wagenknecht (BSW) und Gernot Mörig, der laut „Correctiv“ der Initiator des Treffens von AfD-Politikern, Mitgliedern der „Werteunion“ und Aktivisten der vom Verfassungsschutz als „rechtsextrem“ eingestuften „Identitären Bewegung“ gewesen sein soll, bestätigt. Das berichten das Nachrichtenportal „T-Online“ und die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ übereinstimmend.
„Herr Gernot Mörig war mein Zahnarzt in Düsseldorf“, schrieb Pispers. „Das gemeinsame Abendessen mit ihm und Sahra Wagenknecht kann ich bestätigen.“
Mörigs politischer Hintergrund sei ihm nicht bekannt gewesen. „Hätte ich auch nur den Hauch eines Verdachts gehabt, dass er sich in rechtsextremen bzw. völkischen Kreisen bewegt, wäre ich weder sein Patient geworden, noch hätte ich anderweitig mit ihm verkehrt“, schrieb Pispers weiter.
Nach Bekanntwerden eines Treffens von Rechtsextremisten mit AfD-Funktionären in Potsdam hatte die Politikerin Sahra Wagenknecht Kontakt zu Mörig eingeräumt. Er habe ihr über Jahre „nette Mails“ geschrieben und vor etwa zehn Jahren auch ein Abendessen mit Volker Pispers vermittelt, an dem er selbst teilgenommen habe, sagte sie dem ZDF. Sie habe nicht gewusst, dass Mörig ein Rechtsradikaler sei, so Wagenknecht.
Foto: Sahra Wagenknecht (Archiv), via dts Nachrichtenagentur
Foto von Marcus Weyerer (Quelle: Franklin Templeton)
Ein aktueller Marktkommentar von Marcus Weyerer, CFA, Senior ETF Investment Strategist Franklin Templeton ETFs EMEA:
Asien, ein Kontinent, der für Vielfalt, Dynamik und wirtschaftlichen Aufstieg steht, hat sich zu einem Brennpunkt für globale Investoren entwickelt, die inmitten einer sich wandelnden Finanzlandschaft nach Chancen suchen. Mit seiner Vielfalt an Kulturen, Volkswirtschaften und geopolitischen Verflechtungen steht Asien am Scheideweg von Wachstum, Innovation und erheblicher Bevölkerungsdynamik.
Für das Jahr 2023 sieht der IWF beispielsweise für Indien ein Wachstum von deutlich über 6 %, für einige ASEAN-Länder von über 5 % und für Hongkong von über 4 %, verglichen mit einem weltweiten Durchschnitt von 3 %.[1] Die Gründe für die strategische Ausgliederung Chinas aus den Anlageportfolios beruhen auf der zunehmenden Anerkennung des wirtschaftlichen und politischen Gewichts Chinas auf der Weltbühne sowie der daraus resultierenden einzigartigen Herausforderungen und Chancen. Wir konzentrieren uns auf vier Säulen: verbesserte Diversifikation, geopolitisches Risikomanagement und Flexibilität, die aktuelle taktische Sichtweise auf China und ein verstärktes Engagement in kleineren, aber dynamischen asiatischen Volkswirtschaften.
2013 vs 2023: Gewichtung in einem hypothetischen FTSE All Asia Index[2](%)
Stand der Daten: 30. September 2023. Quellen: FTSE 2023, Bloomberg und Franklin Templeton.
Verbesserte Diversifikation
Der Aufstieg Chinas in den letzten zwei Jahrzehnten hat die wirtschaftliche Entwicklung in Asien entscheidend geprägt. Sein schnelles Wachstum, seine technologischen Fortschritte und seine strategische Bedeutung haben die Anleger gezwungen, ihre Allokation in den Schwellenländern und insbesondere in Asien zu überdenken. Traditionell wurde Japan in den meisten Asien-Indizes nicht berücksichtigt, zum Teil aufgrund seiner dominierenden Marktkapitalisierung, aber auch um den wirtschaftlichen Besonderheiten Japans Rechnung zu tragen. Derzeit macht Japan etwa 40 % eines All-Asia-Index aus. Das sind zwar 9 Prozentpunkte weniger als vor zehn Jahren, aber immer noch zu viel für das Verständnis der meisten Anleger von einer gut diversifizierten Allokation. Das Gewicht Chinas hat sich dagegen von 9 auf 18 % ungefähr verdoppelt.[3]
Da die meisten Anleger Japan in der Praxis bereits separat allokieren, bedeutet dies, dass China in den Allokationen außerhalb Japans ein Gewicht von etwa 30 % hat. Auch in den Indizes der Schwellenländer hat das Land einen Anteil von rund 30 %.[4] Die Anleger fühlen sich zunehmend unwohl bei einem solch übergroßen Einfluss eines einzelnen Marktes, unabhängig von ihrer aktuellen taktischen Einschätzung des Landes.
Aus Sicht der Portfoliokonstruktion und -diversifizierung erscheint es sinnvoll, Engagements in Asien (ohne Japan) oder in den Schwellenländern weiter aufzuschlüsseln und die Allokation in China separat zu verwalten – zum Beispiel mit ETFs auf einzelne Länder. Die Entscheidung, sowohl Japan als auch China strategisch auszuschließen, trägt lediglich dem potenziellen Konzentrationsrisiko Rechnung, das mit Wirtschaftsgiganten verbunden ist.
Geopolitisches Risikomanagement and Flexibilität
Die geopolitischen Spannungen nehmen seit Jahren zu, und die Beziehungen zwischen den USA und China stehen aufgrund einer Vielzahl von Problemen unter starkem Druck. Die Anleger sind auch vor Risikoszenarien auf der Hut, die vor dem Einmarsch Russlands in der Ukraine irrelevant oder zumindest weit hergeholt schienen. In jüngster Zeit gab es Anzeichen für eine zaghafte Annäherung zwischen Washington und Peking, doch angesichts der in weniger als einem Jahr anstehenden Präsidentschaftswahlen bleiben die Erwartungen an eine umfassende Einigung über die zahlreichen Differenzen zwischen den Supermächten gering. In der Tat sollten sich die Anleger in den kommenden Jahren auf wiederkehrende Volatilitätsschübe einstellen, die nicht von wirtschaftlichen, sondern von geopolitischen Nachrichten bestimmt werden. In einem solchen Umfeld wird sich das Konzept der Disaggregation unserer Meinung nach sowohl bei kurzfristigen Händlern als auch bei strategischen Anlegern immer mehr durchsetzen. Die Option auf Flexibilität und schnelle Ausführung im Portfoliomanagement wird eine Prämie einbringen, selbst wenn die Option nie ausgeübt wird
Die Wertentwicklung chinesischer Aktien in den letzten fünf Jahren war durch ausgeprägte Höhen und Tiefen gekennzeichnet, aber insgesamt waren die Renditen herausfordernd. Der FTSE Asia ex Japan ex China Index übertraf sein Pendant Asia ex Japan über fünf Jahre um 26 Prozentpunkte, über drei Jahre um 22 Prozentpunkte und seit Jahresbeginn um 9 Prozentpunkte.[5] Wir sehen die langfristigen Chancen Chinas weiterhin konstruktiv – ein Land, das sich in einer mehrjährigen Übergangsphase befindet, die bisweilen schmerzhaft sein wird, aber möglicherweise zu einem nachhaltigeren, wenn auch niedrigeren Wachstum führen wird.
Viele Anleger sind derzeit eher besorgt über die zahlreichen Herausforderungen und könnten eine taktische Untergewichtung Chinas in Erwägung ziehen – insbesondere angesichts der dominierenden Gewichtung des Landes in den Asien- und EM-Standardindizes. Das Land befindet sich nicht nur in einer anderen Konjunkturphase als viele andere Volkswirtschaften, sondern sein gesamtes Wirtschaftsmodell ist ziemlich einzigartig. Für Anleger, die die kurz- bis mittelfristige Entwicklung derzeit vorsichtig einschätzen, kann eine Allokation außerhalb Chinas in Kombination mit einem breiten China-Engagement die nötige Präzision bieten, um ihre Portfolios besser auf ihre Wirtschaftsanalyse abzustimmen.
Verstärktes Engagement in dynamischen asiatischen Volkswirtschaften
Asien bietet ein vielfältiges Universum von Volkswirtschaften, das in den Portfolios möglicherweise unterschätzt werden kann. Indien ist eines der am schnellsten wachsenden Länder mit soliden kurzfristigen und langfristigen Aussichten. Taiwan und Südkorea verfügen über erstklassige technologische Kapazitäten, während Hongkong und Singapur zwei der weltweit führenden Finanzzentren und Handelsplätze sind. Indonesien nimmt Platz 4 unter den bevölkerungsreichsten Ländern ein, hat die größte Wirtschaft in Südostasien und verfügt über etwa ein Fünftel der weltweiten Nickelreserven. Das Land ist bereit, eine Schlüsselrolle in der Lieferkette für Elektrofahrzeuge zu spielen.
Viele der oben genannten Länder sind gut positioniert, um von der sich ausbreitenden „China+1“-Strategie in der Fertigung zu profitieren. Eine Umverteilung der Indexgewichte Chinas auf einige dieser Akteure ist nicht nur aus Gründen der Diversifizierung sinnvoll, sondern auch aus wirtschaftlicher Sicht.
Die Entscheidung, China aus den Standard-Engagements auszuschließen, stellt einen neuen Ansatz für die Aktienallokation in Asien dar. Wir sind jedoch der Meinung, dass es über taktische Überlegungen hinaus auch langfristige Argumente gibt, die dafür sprechen. Die Bedeutung Chinas als Land und Wirtschaft sowie seine Dominanz in Asien und in den Schwellenländerindizes sprechen für eine gesonderte Betrachtung.
Die geopolitischen Spannungen schwanken, aber das Entstehen einer weiteren Supermacht neben den USA wird anhalten. Chinas Wachstumskurs verlangsamt sich, was mit der Tatsache in Einklang steht, dass sich China zu einem Land mit mittlerem Einkommen entwickelt hat und kurz davor steht, in die Gruppe der Länder mit hohem Einkommen aufzusteigen. Einige seiner unmittelbaren und regionalen Nachbarn hingegen nehmen an Fahrt auf. Asien als wirtschaftliche Einheit wird das weltweite Wachstum zunehmend antreiben, und viele der Volkswirtschaften bieten Anlegern Chancen, die in Standard-Engagements möglicherweise nicht gut widergespiegelt werden.
Neupositionierung des Franklin AC Asia ex Japan UCITS ETF
Nach sorgfältiger Prüfung hat der Verwaltungsrat von Franklin Templeton ICAV Pläne zur Neupositionierung des Franklin AC Asia ex Japan UCITS ETF bestätigt, vorbehaltlich der Zustimmung der Aktionäre.
Im Falle einer Genehmigung wird das Anlageziel des Fonds von der derzeitigen Smart-Beta-Strategie für Asien (ohne Japan) auf ein passives Engagement in asiatischen Aktien mit breiter Marktkapitalisierung (ohne China und Japan) umgestellt.
Derzeitiges Anlageziel
Vorgeschlagenes Anlageziel (vorbehaltlich der Zustimmung der Aktionäre)
Das Ziel des Teilfonds besteht darin, ein Engagement in Aktien mit großer und mittlerer Marktkapitalisierung in Asien, mit Ausnahme von Japan, aufzubauen.
Das Ziel des Teilfonds besteht darin, ein Engagement in Aktien mit großer und mittlerer Marktkapitalisierung in Asien, mit Ausnahme von Japan und China, aufzubauen.
Der Verwaltungsrat ist der Ansicht, dass die Neupositionierung des Aktienengagements eine größere Übereinstimmung mit den Bedürfnissen der Kunden in der Region bringen wird. Darüber hinaus sollten die Anleger nach der Umstellung von einer quantitativen Multi-Faktor-Strategie für Asien auf ein eher passives, breit angelegtes Benchmark-Engagement von einer geringeren Gebühr profitieren.
Durch die Ausgliederung Chinas aus dem Anlageuniversum können Anleger ihr China-Engagement je nach ihren Zielen separat verwalten.
Darüber hinaus wurden die folgenden Änderungen für den neu positionierten Fonds vorgeschlagen:
Änderung der Benchmark: Um die oben genannten Änderungen zu erleichtern, ist es notwendig, die Benchmark des Fonds von LibertyQ AC Asia ex Japan Index auf den „FTSE Asia ex Japan ex China Index-NR“ zu ändern. Der Indexanbieter wird ebenfalls von „MSCI“ in „FTSE Russell“ geändert.
Änderung des Fondsnamens: Infolge der oben genannten Aktualisierungen wird auch vorgeschlagen, den Fonds von Franklin AC Asia ex Japan UCITS ETF in Franklin FTSE Asia ex China ex Japan UCITS ETF umzubenennen.
Senkung der TER: Die Gesamtkostenquote (TER) für den Fonds wird von 0,40% auf 0,14% gesenkt.
China als eigenständige Assetklasse – erste Asien-ETFs positionieren sich neu
[2] Hypothetisch – die angegebenen Gewichtungen wurden auf der Basis des FTSE All World Index berechnet, es gibt keinen FTSE All Asia Index auf dem Markt.
Indizes werden nicht aktiv gemanagt und es ist nicht möglich, direkt in einen Index zu investieren. Wichtige Hinweise und die Geschäftsbedingungen des Datenanbieters finden Sie unter www.franklintempletondatasources.com.
[3] FTSE, Franklin Templeton, 2023. Basierend auf dem FTSE All World Index
[5] FTSE per 12. Dezember 2023. Die verglichenen Indizes sind der FTSE Asia ex Japan ex China Index und der FTSE Asia Pacific ex Japan, Australia and New Zealand Index.
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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Finanzpolitiker Frank Schäffler (FDP) hat sich gegen die Einigung von EU-Parlament und Mitgliedsstaaten auf eine einheitliche Bargeldobergrenze von 10.000 Euro gestellt. „Eine Bargeldobergrenze lehnen wir als FDP weiterhin ab“, sagte er dem „Handelsblatt“ am Freitag.
Bargeld sei Freiheit, so Schäffler. „Es einzuschränken wäre fatal und ein Schlag ins Gesicht der Bürger.“ Er hoffe auf das Europaparlament, dass eine Bargeldobergrenze verhindert werde. Das Europaparlament hatte sich vor der Einigung im Kampf gegen Geldwäsche für eine Obergrenze von 7.000 Euro ausgesprochen.
Schäffler forderte zugleich EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) auf, jetzt ihren Einfluss zu nutzen, „damit das Projekt gestoppt wird“. Auch Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) hatte immer wieder Bedenken gegen eine Bargeldobergrenze geltend gemacht.
Der SPD-Innenpolitiker Sebastian Fiedler begrüßte hingegen die Einführung einer Obergrenze für Bargeldtransaktionen als „lange überfällig“. „Bislang ist die fehlende Grenze in Deutschland einer der vielen Gründe dafür, warum unser Land für Geldwäscher aus aller Welt so attraktiv ist“, sagte der Bundestagsabgeordnete der Zeitung. Für viele Kriminelle seien hohe Bargeschäfte nach wie vor von „großer Bedeutung“. Für Verbraucher hingegen sei eine Obergrenze von 10.000 Euro im Alltag „eigentlich nicht relevant“.
Auch die Grünen unterstützen eine entsprechende Einigung der Unterhändler des Europaparlaments und der EU-Staaten vom Donnerstag. „Geldwäsche ist und bleibt ein großes Problem – auch und gerade in Deutschland“, sagte Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz dem „Handelsblatt“. „Daher müssen wir der Problematik der Finanzkriminalität noch effektiver und gesamteuropäisch abgestimmt entgegentreten.“
Baden-Württembergs Finanzminister Danyal Bayaz (Grüne) hält die jetzt beschlossene Bargeldgrenze für „sehr verhältnismäßig“. Die meisten Menschen würde die Maßnahme „im Alltag nie berühren“, sagte er der Zeitung.
Foto: Frank Schäffler (Archiv), via dts Nachrichtenagentur
Foto von Katharine Neiss (Quelle: PGIM Fixed Income)
Die bevorstehende Sitzung des EZB-Rats am 25. Januar kommentiert Katharine Neiss, Chief European Economist bei PGIM Fixed Income:
Trotz klarer Anzeichen für eine Verlangsamung der Konjunktur im Euroraum und einem Rückgang der Inflation in Richtung der Zielmarke gehen wir davon aus, dass die EZB auf ihrer nächsten Sitzung die Leitzinsen unverändert belassen wird und Zinssenkungen in weiter Ferne sind.
Unsere Überlegungen stützen sich auf EZB-Aussagen, wonach der EZB-Rat wohl bei einer Reihe von Faktoren auf Entspannung wartet, die den binnenwirtschaftlichen Inflationsdruck beeinflussen. Dazu gehören nicht nur die Kern- und die Dienstleistungsinflation, sondern auch die Löhne und die Preisaufschläge der Unternehmen. Dies würde bedeuten, dass das zweite Quartal als frühestmöglicher Zeitraum für Senkungen in Frage käme. Mit anderen Worten: Als „gebranntes Kind“ wollen die politischen Entscheidungsträger sicher sein, dass das Inflationsgespenst gebannt ist.
Hinzu kommt, dass die EZB nicht nur datengetrieben ist, sondern die Zinserhöhungen in der zweiten Jahreshälfte 2023 auch als eine Versicherung gegen die Möglichkeit weiterer Schocks bei den Nahrungsmittel- und Energiepreisen sowie gegen die Aussicht auf eine Abschwächung der Inflationserwartungen bezeichnet hat. Obwohl die Lebensmittel- und Energiepreise in letzter Zeit gesunken sind und die Energievorräte in Europa nach wie vor hoch sind, lassen die eskalierenden Spannungen im Nahen Osten eine Rücknahme dieser Versicherung zum jetzigen Zeitpunkt als verfrüht erscheinen. Wir gehen daher davon aus, dass die EZB die Zinsen im Sommer senken wird und die Zinsen zum Jahresende eher bei 3 % liegen werden.
Allerdings hat die rapide Verschlechterung der Konjunktur zum Ende des vergangenen Jahres das Risiko erhöht, dass die EZB 2023 zu stark an der Zinsschraube gedreht hat. Auf kurze Sicht ist sowohl bei der Kern- als auch bei der Dienstleistungsinflation ein deutlicher Abwärtstrend zu verzeichnen, so dass sie nun auf oder unter dem Niveau liegen, das mit dem Ziel von 2 % vereinbar ist. In einem solchen Umfeld würde eine eher spätere als frühere Zinserhöhung den Abwärtsdruck auf die Inflation verstärken und eine Rückkehr zu den Zeiten vor der Pandemie mit einer chronisch unter dem Ziel liegenden Inflation in der Region riskieren. In diesem Fall könnte die EZB die Zinsgarantie eher früher als später zurücknehmen und die Zinsen aggressiver senken als in unserem Basisszenario.
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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Linken-Parteivorsitzende Janine Wissler hat die CDU für ihren Umgang mit Verbindungen von Parteimitgliedern zu Rechtsextremen kritisiert. „Die aktuellen Recherchen über die Verbindungen von CDU zu Rechtsextremen sind erschreckend und zeigen, dass die Brandmauer mehr als nur bröckelt“, sagte Wissler dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Samstagausgaben).
Mitglieder der CDU steckten „offenbar tief im braunen Sumpf“, so die Linken-Chefin. „Diese demokratiefeindlichen Verbindungen zwischen Neonazis und konservativen Kreisen sind gefährlich und der fruchtbare Boden für das Erstarken der AfD.“
Wissler warf CDU-Chef Friedrich Merz vor, keine klaren Äußerungen „zu den vielen `Einzelfällen`“ zu treffen. Es habe ohnehin den Anschein, dass Merz die „Brandmauer“ bereits aufgegeben habe. „Der CDU-Chef darf bei dem gefährlichen Treiben von Ultra-Rechten seiner Partei und Rechtsextremen nicht weiter tatenlos zusehen. Hier braucht es klare Worte und ein konsequentes Handeln“, sagte Wissler.
„Die Partei sollte Menschen, die mit Neonazis rumkumpeln, vor die Tür setzen und ihre Verbindungen zu rechtsextremen Kreisen aufarbeiten. Ein erster Schritt wäre eine unabhängige Kommission, wo sie Akteure aus der Zivilgesellschaft und Fachexperten hinzuzieht“, forderte die Linken-Vorsitzende.
Nach „Correctiv“-Recherchen über eine Teilnahme von CDU-Mitgliedern an einem „Geheimtreffen“ mit AfD-Politikern und Rechtsextremen in Potsdam berichtete der „Spiegel“ zuletzt über ein weiteres Treffen mit einem ähnlichen Teilnehmerkreis, das in der Wohnung des ehemaligen Berliner Finanzsenators und CDU-Politikers Peter Kurth stattgefunden haben soll. Das Nachrichtenmagazin berichtete überdies über vermeintliche Verbindungen mehrerer CDU-Mitglieder zu einer Burschenschaft mit Kontakten zu AfD und Rechtsextremen.
Foto: Janine Wissler (Archiv), via dts Nachrichtenagentur
Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) will das neue Förderprogramm der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für Klimafreundlichen Wohnungsbau, für das der Haushaltsausschuss des Bundestags in seiner Bereinigungssitzung am Donnerstagabend Mittel bereitgestellt hat, schnell umsetzen. „Ich freue mich, dass wir zusätzliches Geld bekommen haben“, sagte Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) dem „Handelsblatt“.
„Wir werden die neue KfW-Förderung jetzt so zügig wie möglich auf den Weg bringen, damit das Milliarden-Programm schnell in den Markt kommen kann“, sagte die Ministerin. „Insgesamt stehen für 2024 und 2025 jeweils eine Milliarde Euro zur Verfügung. Wir wollen ausschließlich Wohnungen des unteren und mittleren Preissegments fördern.“
Die Bau- und Wohnungswirtschaft, gebeutelt durch Ukrainekrieg und Zinswende, befindet sich seit Monaten in einer tiefen Krise. Angesichts hoher Baukosten werden zahlreiche Projekte storniert.
Foto: Klara Geywitz (Archiv), via dts Nachrichtenagentur
Ein aktueller Kommentar von Tomasz Wieladek, Chef-Volkswirt für Europa bei T. Rowe Price, zu den Forderungen der IG Bau und den Auswirkungen auf die mögliche Zentralbankpolitik:
Die starken Forderungen der IG Bau werden die EZB in ihrer ablehnenden Haltung bestärken, da sie zeigen, dass selbst Gewerkschaften in Branchen, die sich in einer tiefen Rezession befinden, sehr hohe Lohnabschlüsse fordern.
Die IG Bau hat am 18. Januar ihre Lohnforderung veröffentlicht. Die Gewerkschaft hat eine Lohnerhöhung von 500 Euro pro Monat gefordert. Das sind 23 % mehr als der Jahreslohn von 25.812 Euro (Mindestlohn) und 12,5 % mehr als ein Jahreslohn von 48.000 Euro. 2/3 der Arbeitnehmer in diesem Sektor verdienen weniger als 3250 Euro pro Monat. Es wird also eine Lohnerhöhung zwischen 12,5 und 25 % gefordert. In der Vergangenheit haben die Gewerkschaften immer nur die Hälfte von dem bekommen, was sie gefordert haben. Ein mögliches Ergebnis wäre also eine Lohnerhöhung zwischen 6,25 und 12,5 %.
Ein solch hoher Lohnabschluss wäre für einen Wirtschaftszweig, der sich in einer sehr tiefen Rezession befindet, überraschend. Obwohl die deutsche Wirtschaft im Jahr 2023 leicht geschrumpft ist (-0,3 %), hat sie sich im Vergleich zum Ausmaß der Schocks, die die Wirtschaft in den letzten Jahren getroffen haben, recht widerstandsfähig gezeigt. Ein Sektor befindet sich jedoch eindeutig in einer tiefen Rezession: Der Immobiliensektor. Die deutschen Hauspreise sind im Jahresvergleich um 12 % gefallen, der bei weitem stärkste Rückgang seit Beginn der Aufzeichnungen in den 1970er Jahren.
Inflationsbereinigt wäre der Rückgang sogar noch viel größer. Die Aktivität im Immobiliensektor ist so niedrig wie seit der großen Rezession nicht mehr. Die Beschäftigung in diesem Sektor ist im Vergleich zum Vorjahr bereits um 3,5 % zurückgegangen, während die Beschäftigung in allen anderen Sektoren weiter zunimmt. In der Vergangenheit haben sich die deutschen Gewerkschaften auf die Erhaltung von Arbeitsplätzen konzentriert. Es ist daher überraschend, dass die Lohnforderung so hoch ist, wenn die Beschäftigung bereits deutlich zurückgeht.
Allerdings fielen im Gegensatz zu anderen Gewerkschaften der letzte Lohnabschluss im Jahr 2022 bescheiden aus. Die hohe Lohnforderung jetzt ist also nur ein Versuch, die Reallöhne aufzuholen. Nichtsdestotrotz wird die Lohnerhöhung in dieser Größenordnung wahrscheinlich zu Arbeitsplatzverlusten führen, da sich der Sektor in einer tiefen Rezession befindet. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten fordert eine deutsche Gewerkschaft eine Lohnerhöhung, die dem Einkommenswachstum Vorrang vor den Arbeitsplätzen einräumt. Normalerweise würden sich die Gewerkschaften auf die Erhaltung von Arbeitsplätzen konzentrieren. Diese Forderung deutet darauf hin, dass sich die Reaktion der Gewerkschaften grundlegend geändert zu haben scheint.
Die EZB wird aufgrund dieser Anzeichen, die darauf hindeuten, dass sich bei den Lohnverhandlungen etwas grundlegend geändert hat, sehr viel aggressiver vorgehen müssen, als es der Markt vorgibt, um die Inflation wieder auf 2 % zu bringen. Schließlich bedeutet eine starke Reaktion der Lohnverhandlungen auf die Inflation trotz eines starken Rückgangs der Beschäftigung, dass die Gewerkschaften der Inflation bei den Lohnverhandlungen nun Vorrang einräumen.
Es ist wahrscheinlich, dass diese hohen Lohnabschlüsse mittelfristig zu einem Anziehen der Inflation führen werden, was wiederum in der nächsten Runde zu Lohnabschlüssen über dem Zielwert führen kann. Die Befürchtung, dass diese anhaltende Lohn-Preis-Spirale zu einer jahrelangen Inflation oberhalb der Zielvorgaben führen könnte, bedeutet, dass die EZB wachsam und daher sehr vorsichtig mit Zinssenkungen bleiben muss, wobei sie die Zinsen seit dem Sommer vielleicht nur einmal pro Quartal senken wird, was weit weniger ist, als von den Finanzmärkten eingepreist wurde.
IG Bau Forderungen zwingen EZB zum aggressiveren Verhalten
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Die bevorstehende Veröffentlichung der Quartalszahlen von Tesla kommentiert Roman Przibylla von CAT Financial Products:
Am 24.01.2024 gibt Tesla seine neuen Zahlen bekannt und startet als erstes Unternehmen der „Magnificent7“ in die Berichtssaison. Während die Aktie auf Jahressicht noch gut 60 Prozent im Plus liegt, zeigen sich kurzfristig erste dunkle Wolken am Himmel über dem kalifornischen Tech-Unternehmen.
Seit Jahresbeginn hat die Aktie fast 15 Prozent verloren. Der Druck steigt. Das Wachstum ist längst nicht mehr so groß wie früher. In einigen Teilen der Welt stagniert der Absatz sogar. Da helfen auch drastische Preissenkungen nicht. Und das drückt zusätzlich noch massiv auf die Margen. Im Jahresvergleich ist die Nettomarge um fast 30 Prozent gesunken, das entspricht dem Niveau von Toyota, einem Universalanbieter.
Zudem nimmt der Wettbewerb zu. Einer der größten Konkurrenten von Tesla ist BYD aus China. Lange Zeit von Elon Musk belächelt, haben die Chinesen Tesla bei der Anzahl verkaufter Elektroautos im letzten Quartal überholt und sind auf dem besten Weg, Tesla als größten Hersteller von Elektroautos zu überholen. Elon Musk muss sich also für 2024 etwas einfallen lassen, sonst droht Tesla auch an der Börse abgehängt zu werden.
Tesla eröffnet Berichtssaison: Findet Elon Musk zurück in die Erfolgsspur?
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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) ruft die Menschen in Deutschland zu Engagement gegen Rechtsextremismus auf. „Deshalb sind nun auch alle gefordert, klar und deutlich Stellung zu beziehen: für Zusammenhalt, für Toleranz, für unser demokratisches Deutschland“, sagte Scholz in seinem am Freitag veröffentlichten Video-Podcast „Kanzler kompakt“.
„Wenn etwas in Deutschland nie wieder Platz haben darf, dann ist es die völkische Rassenideologie der Nationalsozialisten. Nichts anderes kommt in den abstoßenden Umsiedlungsplänen der Extremisten zum Ausdruck“, ergänzte er mit Blick auf das Geheimtreffen von Politikern der AfD mit Rechtsextremen.
Auch er selbst sei zuletzt in Potsdam auf einer Kundgebung gegen Rechtsextremismus gewesen: „Denn das, was wir gerade hier in unserem Land erleben, geht uns wirklich alle an – jede und jeden von uns“, so Scholz.
Bei dem Gedanken an die Geheimkonferenz laufe „es einem eiskalt den Rücken herunter“. An die 20 Millionen Menschen in Deutschland mit Migrationsgeschichte wolle er sagen: „Sie gehören zu uns! Unser Land braucht Sie!“ Das drücke auch das am Freitag beschlossene neue Staatsangehörigkeitsrecht aus, so der Kanzler.
Foto: Olaf Scholz (Archiv), via dts Nachrichtenagentur
Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Bundesregierung will in Südostasien gezielt um Arbeitskräfte werben. „Wir haben die rechtlichen Möglichkeiten für ausländische Fachkräfte, in Deutschland zu arbeiten, deutlich erweitert“, sagte Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) dem „Spiegel“.
„Ich möchte, dass wir kluge Köpfe und helfende Hände auch aus Vietnam und Thailand gewinnen können.“ Heil reist in der nächsten Woche mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in beide Länder. In Vietnam soll eine Vereinbarung zur Zuwanderung von Arbeitskräften unterzeichnet werden.
Heil sagte, er wolle „für Deutschland als attraktiven Standort mit guten Arbeits- und Lebensbedingungen werben“ und die gegenseitige Kooperation stärken. In Vietnam gebe es „aus historischen Gründen viele Menschen mit Deutschkenntnissen und Deutschlandbezug“.
Die DDR hatte ab 1980 vietnamesische Vertragsarbeiter angeworben, deren Zahl Ende 1989 auf rund 60.000 angewachsen war. Im Herbst waren bereits die Ministerpräsidenten von Niedersachsen und Thüringen nach Vietnam gereist, um dort um Fachkräfte zu werben. Deutschland bemühte sich zuletzt vor allem um Pfleger mit Berufsabschluss. Im Zuge eines Projekts der Bundesagentur für Arbeit erhalten Bewerber aus Vietnam darüber hinaus Ausbildungsplätze in der Altenpflege in Deutschland.
Foto: Bundesministerium für Arbeit und Soziales (Archiv), via dts Nachrichtenagentur