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Ampel will Prävention gegen Verschwörungsideologien stärken

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Reichsbürger bei Demo von Corona-Skeptikern am 29.08.2020, via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Das Bundesfamilienministerium und das Bundesinnenministerium wollen die Beratung und Prävention gegen Verschwörungsideologien stärker fördern. „Verschwörungsideologien sind Gift für unsere Demokratie und unseren Zusammenhalt“, sagte Familienministerin Lisa Paus (Grüne).

Ihre Verbreitung habe in den letzten Jahren stark zugenommen. „Über den Aufbau einer bundesweit erreichbaren Verweisberatung soll eine leicht zugängliche und niedrigschwellige erste Orientierung und Hilfestellung geboten werden und der Zugang zu passenden Unterstützungsangeboten vor Ort erleichtert werden“, so Paus. Das Projekt soll über das bereits bestehende Bundesprogramm „Demokratie leben“ umgesetzt werden. „Damit wollen wir Verschwörungsnarrativen und den davon ausgehenden Gefahren aktiv entgegenwirken“, so die Familienministerin.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) sagte: „Verschwörungsideologien prägen viele extremistische Strömungen und können zu gefährlicher Radikalisierung und Gewalt führen. Judenfeindlichkeit war und ist tief von Verschwörungsideologien geprägt. Im Rechtsextremismus werden rassistische Verschwörungsideologien von einem angeblichen `Bevölkerungsaustausch` propagiert.“ Man dürfe nicht erst reagieren, wenn daraus strafbare Hetze oder gar Gewalttaten resultierten. „Wir müssen deutliche Stopp-Zeichen senden und die Prävention dort stärken, wo Menschen drohen abzudriften. Radikalisierungsprozesse gilt es, wo immer möglich, aufzuhalten.“

Das Projekt soll mit einem Gesamtvolumen in Höhe von voraussichtlich rund 1,1 Millionen Euro gefördert werden.


Foto: Reichsbürger bei Demo von Corona-Skeptikern am 29.08.2020, via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Norsk Hydro und Epiroc: Wachstumspotenzial durch schnelle Netto-Null-Umstellung

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Norsk Hydro
Foto von Nicolas Mieszkalski (Quelle: LOIM)

Ein aktueller Marktkommentar von Nicolas Mieszkalski, Portfolio Manager bei Lombard Odier Investment Managers (LOIM):

Anstatt sich ausschließlich auf kohlenstoffarme Sektoren zu konzentrieren, sollten Anleger vom Wachstumspotenzial profitieren, das durch den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft entsteht, und diesen zu beschleunigen. Eine der besten Möglichkeiten, Werte zu finden, besteht darin, auf Unternehmen zu setzen, die in wirtschaftlich wichtigen, aber schwer abbaubaren Branchen tätig sind, die aber im Einklang mit dem Pariser Abkommen dekarbonisiert werden. Im Gegensatz zu diesen potenziellen Chancen sind emissionsstarke Nachzügler bei der Dekarbonisierung Risiken, die es zu vermeiden gilt.

Wir gehen davon aus, dass Unternehmen, die sich schneller als andere Unternehmen auf eine Netto-Null-Emission umstellen werden, im Gegensatz zu Unternehmen, die sich langsamer oder möglicherweise gar nicht umstellen werden, die Übergangs- und Haftungsrisiken bei der Netto-Null-Umstellung besser bewältigen und von den Marktverschiebungen profitieren können, wenn kohlenstoffarme Lösungen in allen Wirtschaftssektoren mehr Aufträge erhalten. Unserer Ansicht nach handelt es sich dabei um potenzielle Wachstumschancen, die derzeit vom Markt falsch eingeschätzt werden könnten. Dazu zählen beispielsweise der Aluminiumhersteller Norsk Hydro und den Bergbauausrüster Epiroc. Ihre bisherigen Klimaziele und Dekarbonisierungsfortschritte sollten unserer Ansicht nach ihre Geschäftsaussichten unterstützen, wenn der Netto-Null-Umstieg voranschreitet.

Norsk Hydro

Norsk Hydro mit Sitz in Oslo bietet kohlenstoffarme Produkte an, die auf grüner Energie, Schrott oder beidem basieren. Gleichzeitig ist Norsk Hydro ein führender Erzeuger von Strom aus Wasserkraft in Norwegen und damit das einzige hoch kapitalisierte, börsennotierte Aluminiumunternehmen mit vollständig integrierter Energie- und Metallbeschaffung. Dank der Nutzung von Wasserkraft kann Norsk Hydro die Emissionen seiner Aluminiumprodukte reduzieren. Das Unternehmen plant zudem die Errichtung von Wind- und Solarparks, um das Aluminiumgeschäft noch weiter zu dekarbonisieren.

Basierend auf einer Methode, die auf dem impliziten Temperaturanstieg (Implied Temperature Rise, ITR) basiert, ergibt sich für Norsk Hydro eine Gesamttemperatur von 1,7 °C. Diese ist deutlich niedriger als der Durchschnittswert von 3,6 °C für die Metall- und Bergbauindustrie3.  Das Unternehmen verfolgt bei der Dekarbonisierung das Ziel, die Scope-1- und Scope-2-Emissionen bis 2030 um 30 % gegenüber 2018 zu reduzieren.

2022 setzte sich Norsk Hydro zudem das Ziel, die vorgelagerten Scope-3-Emissionen je gelieferter Tonne Aluminium um 30 % – ebenfalls gegenüber 2018 – zu senken. Es lässt sich feststellen, dass sich Norsk Hydro um Fortschritte bei den Scope-3-Emissionen bemüht, denn sie machen mehr als die Hälfte der Emissionen des Unternehmens aus. Sobald dieses Ziel erreicht wurde, dürfte der Temperaturwert für Norsk Hydro noch weiter sinken. Norsk Hydro ist in einem für den Übergang wichtigen Sektor aktiv ist. Außerdem ist es mit Blick auf den ITR ein erstklassiges Unternehmen. Fortschritte bei der Erreichung seiner Dekarbonisierungsziele können daher große Auswirkungen für den Übergang haben.

Epiroc

Epiroc ist ein schwedischer Hersteller von Spezialgeräten und -maschinen für den Bergbau in hartem Gestein sowie das Bauwesen. Das Angebot umfasst hauptsächlich Ausrüstung wie Bohranlagen und -werkzeuge, Fahrlader und andere Felsabbau- und Bauausrüstung. Epiroc bietet darüber hinaus Kundenservice, Ersatzteile und Wartungsleistungen an.

Das Unternehmen hat ein solides Portfolio von elektrischen Lösungen für den Untertagebau entwickelt. Diese Lösungen sind abgasärmer und schaffen ein gesünderes Umfeld als mit fossilen Kraftstoffen betriebene Lastfahrzeuge. Teure Abgassysteme zur Beseitigung giftiger Rauchgase, die Fahrzeuge mit Dieselmotor unter Tage verursachen, werden dadurch überflüssig. Epiroc bietet Kunden darüber hinaus Kreislauflösungen an, wie Batteriemiete („Battery-as-a-Service“), Recycling von Verbrauchsmaterialien und Prozessoptimierungssoftware. Epiroc ist gut aufgestellt, um von einer stärkeren Nachfrage nach dem Abbau bestimmter Rohstoffe zu profitieren. Beispiele sind Kupfer, Zink und Lithium, die für die Elektrifizierung der breiten Wirtschaft nötig sind.

Rund 84 % der Gesamtemissionen von Epiroc stammen aus nachgelagerten Scope-3-Aktivitäten, die übrigen 16 % aus vorgelagerten Scope-3-Aktivitäten. Die Scope-1- und Scope-2-Emissionen – Emissionen aus der eigenen Geschäftstätigkeit von Epiroc – sind vernachlässigbar. Der ITR von Epiroc aus nachgelagerten Scope-3-Aktivitäten, die Emissionen aus der Verteilung, Nutzung, Verarbeitung und Entsorgung der Produkte des Unternehmens betreffen, beträgt 1,8 °C. Dies geht in erster Linie auf das umfassende Dekarbonisierungsziel des Unternehmens zurück, das eine ambitionierte Reduzierung um 50 % bis 2030 vorsieht und – wie extern von der Science Based Targets Initiative (SBTi) bestätigt – auf ein Zielniveau von 1,5 °C ausgerichtet ist.

Das Ergebnis der ITR-Bewertung von 1,8 °C ist konservativer als die Einschätzung der SBTi von 1,5 °C. Dennoch liegt Epiroc innerhalb des vom Pariser Abkommen definierten Zielbereichs von 1,5 °C bis 2 °C und erfüllt damit die Kriterien eines Vorreiters der Dekarbonisierung.

Risiko Branchenkonzentration

Wenn man sich ausschließlich auf Branchen konzentriert, die von Natur aus kohlenstoffarm sind, wie z. B. die IT- und die Gesundheitsbranche, besteht unseres Erachtens das Risiko einer Branchenkonzentration für die Anleger. Außerdem können dadurch Unternehmen in schwer abbaubaren Sektoren ausgeschlossen werden, die nicht nur echte Chancen darstellen, sondern auch eine echte Dekarbonisierung in emissionsintensiven Sektoren vorantreiben. Unternehmen, die bereits kohlenstoffarm sind, haben einen minimalen Einfluss auf den Übergang.

Unternehmen in Sektoren, in denen der Klimawandel nur schwer aufzuhalten ist, werden auch dann noch gebraucht, wenn die Wirtschaft dekarbonisiert. Unserer Ansicht nach erfordert eine erfolgreiche Investition in den Klimawandel die Fähigkeit zu erkennen, welche dieser Unternehmen glaubwürdige Dekarbonisierungsziele haben, die mit dem Pariser Abkommen übereinstimmen, sowie Strategien, um diese zu erreichen.

Norsk Hydro und Epiroc: Wachstumspotenzial durch schnelle Netto-Null-Umstellung

Foto von Nicolas Mieszkalski (Quelle: LOIM)

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Arbeitgeber warnen vor Explosion der Sozialbeiträge

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Rentenversicherung (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Arbeitgeber fordern die Bundesregierung zu massiven Reformen im Sozialsystem auf und warnen vor einem Anstieg der Beitragssätze auf insgesamt mehr als 50 Prozent. „Unsere Sozialversicherungen stehen bald mit dem Rücken zur Wand“, sagte der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Rainer Dulger, der „Bild“.

Ohne Reformen würden die Beiträge zur gesetzlichen Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung in den nächsten Jahren auf über 50 Prozent steigen. „Das kann keiner wollen. Die Politik muss jetzt umsteuern. Generationengerechtigkeit sieht anders aus.“

Konkret forderte Dulger mehr Zielgenauigkeit bei sozialpolitischen Maßnahmen: „Der Sozialstaat muss vom Kopf auf die Füße gestellt und die Finanzen der Sozialversicherungen langfristig ins Lot gebracht werden. Dabei muss unser Sozialstaat treffsicherer die Bedürftigen erreichen, wehrhafter gegen Missbrauch sein und insgesamt unkomplizierter werden“, sagte Dulger der „Bild“.


Foto: Rentenversicherung (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Zahl neuer Bürogebäude 2022 gegenüber 2002 fast halbiert

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Büros (Archiv), via dts NachrichtenagenturWiesbaden (dts Nachrichtenagentur) – Die Zahl der neu gebauten Büroimmobilien in Deutschland ist im Jahr 2022 auf 1.563 Gebäude gesunken. Das waren 13,6 Prozent weniger fertiggestellte Büro- und Verwaltungsgebäude als im Vor-Corona-Jahr 2019 (1.810) und 46,0 Prozent weniger als im Jahr 2002 (2.897), teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag mit. Weniger Bürogebäude wurden seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1993 nur im Jahr 2010 fertiggestellt (1.533).

Dagegen lag die Nutzfläche der fertiggestellten Büroimmobilien 2022 mit 2,88 Millionen Quadratmetern in etwa auf dem Vor-Corona-Niveau (2019: 2,86 Millionen Quadratmeter). Im langfristigen Vergleich kamen jedoch 43,3 Prozent weniger neue Büroflächen hinzu als 20 Jahre zuvor (2002: 5,08 Millionen Quadratmeter). Gleichzeitig sind die veranschlagten Kosten pro Kubikmeter umbauten Raum über die Jahre gestiegen: auf 346 Euro im Jahr 2022. Das waren 6,2 Prozent höhere Kosten als vor Pandemieausbruch im Jahr 2019 (325 Euro pro umbauten Kubikmeter) und 44,0 Prozent höhere als im Jahr 2002 (240 Euro).

Der Rückgang beim Neubau von Bürogebäuden setzte sich nach vorläufigen Ergebnissen zu den Baugenehmigungen im Jahr 2023 fort, so das Bundesamt weiter. So wurde im Jahr 2023 der Bau von 1.665 Büro- und Verwaltungsgebäuden genehmigt. Das waren 16,6 Prozent weniger als 2022 mit 1.996 genehmigten Bürogebäuden. Bereits im Jahr 2022 waren gut 7,5 Prozent weniger Büroimmobilien genehmigt worden als 2021 (2.159). Die Zahl der Baugenehmigungen gilt als wichtiger Frühindikator für die zukünftige Bautätigkeit, da Baugenehmigungen geplante Bauvorhaben darstellen.

Ein stärkerer Rückgang als beim Neubau von Büroimmobilien zeigt sich bei Handelsgebäuden, also Gebäuden mit Ausstellungs- und Verkaufsflächen: Dort ist die Zahl der Fertigstellungen um 25,8 Prozent gegenüber dem Vor-Corona-Niveau gesunken und hat einen neuen Tiefststand erreicht: 887 Handelsgebäude wurden 2022 neu gebaut, im Jahr 2019 waren es noch 1.196.

Auch die entsprechenden Handelsflächen gingen im selben Zeitraum zurück – um 32,9 Prozent auf 1,47 Millionen Quadratmeter. 2019 kamen noch 2,19 Millionen Quadratmeter neugebaute Handelsflächen hinzu. Gleichzeitig haben die veranschlagten Kosten mit 169 Euro pro Kubikmeter umbauten Raum einen neuen Höchststand erreicht. Der Neubau von Handelsraum kostete demnach 18,1 Prozent mehr als im Jahr 2019 (143 Euro).

Nachdem die Baupreise im Jahr 2022 auch für Büroimmobilien besonders stark gestiegen waren, fielen die Preisanstiege zuletzt wieder etwas moderater aus. Im vierten Quartal 2023 stiegen die Preise für den Neubau von Bürogebäuden um 4,3 Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2022. Im Jahresdurchschnitt waren die Baupreise für Bürogebäude 2023 noch 8,6 Prozent höher als im Jahr 2022, nachdem sie 2022 um 17,6 Prozent gegenüber 2021 zugelegt hatten.

Obwohl die häufigere Nutzung von Homeoffice im Zuge der Corona-Pandemie die Nachfrage gedämpft haben dürfte, sind die Gewerbemieten für Büros seit dem zweiten Quartal 2020 gestiegen. Ein Grund für den Anstieg sind Bestandsmieten mit längerfristig laufenden Mietverträgen, die auch Indexmieten enthalten. Im dritten Quartal 2023 waren die Gewerbemieten für Büros 4,5 Prozent höher als im dritten Quartal 2022.

Die Mietpreise für Handelsflächen waren in den vergangenen Jahren aufgrund von Geschäftsschließungen und pandemiebedingten Mietnachlässen größeren Schwankungen unterworfen. Die Mieten für solche Räume verteuerten sich im dritten Quartal 2023 gegenüber dem Vorjahresquartal um 2,7 Prozent. Daten zur Preisentwicklung bei den Gewerbemieten für Büros und Handelsflächen liegen ab dem ersten Quartal 2020 vor.


Foto: Büros (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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DIW-Präsident mahnt EZB zu Zinssenkung

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EZB (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, hält es bei der Sitzung der EZB am Donnerstag für angezeigt, die Leitzinsen zu senken.

„Wir dürfen nicht vergessen: Geldpolitik wirkt mit einer großen Verzögerung“, sagte Fratzscher der Mediengruppe Bayern. „Wenn die EZB heute die Zinsen senken würde, dann würde es vermutlich eineinhalb bis zwei Jahre dauern, bis sich der volle Effekt dieses Schrittes auf die wirtschaftlichen Aktivitäten und die Preise zeigt.“

Die Frankfurter Währungshüter sollten „nicht wieder den Fehler machen wie vor zwei Jahren, wo sie nach Corona und dem Beginn des Krieges in der Ukraine zu lange gewartet haben, bei den Zinsen zu reagieren“, so der Ökonom: „Das müssen sie nun vermeiden. Der zentrale Begriff lautet Symmetrie.“

„Die Inflation ist nie gebändigt. Dasselbe gilt allerdings auch für die Gefahr einer Deflation“, warnte Fratzscher und wies darauf hin, dass „die Teuerung schädlich ist, aber auch fallende Preise mindestens ebenso große Risiken mit sich bringen, wenn nicht sogar mehr“. Die Zentralbank aber könne die Deflation schlechter bekämpfen als die Inflation.

Er sage daher: „Die Wahrscheinlichkeit, dass die Teuerung in den nächsten drei bis fünf Jahren zu gering sein wird, ist mindestens ebenso groß, wenn nicht größer, wie die, dass sie zu hoch sein wird. Daher muss die EZB das eine wie das andere Risiko bedenken und sollte daher jetzt die Leitzinsen senken.“

In der Wirtschaftskrise müsse auch der Faktor Psychologie berücksichtigt werden, sagte der Forscher: „Die Wirtschaft ist zu 80 Prozent Psychologie.“ Um der Konjunktur wieder Beine zu machen, sei es „entscheidend, den verbreiteten Pessimismus loszuwerden“. Selten habe es eine schlechtere Stimmung in der Wirtschaft sowie bei den Bürgern gegeben als derzeit. „Eine solche mentale Depression ist Gift für die Wirtschaft, ohne Vertrauen und Stabilität als Grundlage kann es keine wirtschaftliche Erholung geben“, sagte Fratzscher. Solange es daran fehle, werde die deutsche Wirtschaft schwächeln.


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Streiks bei Lufthansa und Bahn laufen

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Lufthansa-Maschine (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Bei der Lufthansa ist am frühen Donnerstagmorgen der von der Gewerkschaft Verdi angekündigte zweitägige Warnstreik des Bodenpersonals angelaufen.

Nachdem der Personenverkehr bei der Deutschen Bahn bereits seit 2 Uhr von der Lokführergewerkschaft GDL bestreikt wird, kommt es seit 4 Uhr somit auch im Flugverkehr zu massiven Einschränkungen. Nach Angaben der Lufthansa werden nur etwa zehn bis 20 Prozent des ursprünglichen Flugplans möglich sein.

Passagiere, die infolge des Streiks von Flugstreichungen betroffen sind, sollen digital informiert werden. Die Fluggesellschaft rief Passagiere auf, nur dann zum Flughafen zu kommen, wenn ihr Flug nicht annulliert worden ist, da aufgrund des Streiks die Umbuchungsschalter nicht besetzt sind.

Auch das Sicherheitspersonal im Flugbereich streikt am Donnerstag vielerorts, weshalb zum Beispiel am Frankfurter Flughafen den ganzen Tag kein Zustieg zu Flügen möglich ist. In Hamburg finden am Donnerstag wegen des Streiks der Beschäftigten der Luftsicherheitskontrolle keine Abflüge statt.


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Streik bei der Bahn hat begonnen

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GDL-Streik (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Bei der Deutschen Bahn hat um 2 Uhr früh der angekündigte 35-stündige Streik im Personenverkehr begonnen. Die Lokführer-Gewerkschaft GDL will damit neben Gehaltserhöhungen auch Arbeitszeitverkürzungen durchsetzen. Im Güterverkehr fahren schon seit dem Abend keine Bahnen mehr.

Am Berliner Hauptbahnhof fielen in der Nacht zu Donnerstag zunächst praktisch alle Züge aus. Die Bahn will nach eigenen Angaben aber ein „Grundangebot“ im Fern-, Regional- und S-Bahn-Verkehr anbieten. Ab Freitag, 13 Uhr, sollen die Züge wieder rollen, es könne aber auch danach noch zu Verspätungen und Ausfällen kommen, warnte die Bahn.

Wie immer können alle Fahrgäste, die ein Ticket für eine Reise im Streik-Zeitraum gekauft haben, ihr Ticket zu einem späteren Zeitpunkt nutzen, die Zugbindung ist aufgehoben. Das Ticket gilt dabei für die Fahrt zum ursprünglichen Zielort auch mit einer geänderten Streckenführung, Sitzplatzreservierungen können kostenfrei storniert werden, so die Bahn.


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Frauentag: VdK für bundesweiten Feiertag am 8. März

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Frauen am Strand (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Vor dem Internationalen Frauentag an diesem Freitag fordert die Chefin des Sozialverbandes VdK Verena Bentele die Einführung eines bundesweiten Feiertags am 8. März. Der Frauentag sollte in ganz Deutschland ein gesetzlicher Feiertag werden, sagte Bentele den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstagausgaben).

„Auf diese Weise würde mehr Aufmerksamkeit auf die Situation und die Rechte der Frauen gelenkt“, so die VdK-Chefin. Der Frauentag ist aktuell nur in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern ein gesetzlicher Feiertag.

Frauen würden in Deutschland nach wie vor jeden Tag aufs Neue erfahren, dass sie nicht wirklich gleichberechtigt seien, so Bentele. „Sie verdienen immer noch weniger als Männer, arbeiten häufiger in Niedriglohn-Jobs, haben in der Folge niedrigere Renten, sind seltener in Führungspositionen und leisten im Privatleben viel mehr unbezahlte Sorgearbeit.“

Als Beispiel für die strukturelle Benachteiligung von Frauen nannte Bentele den Umgang mit weiblichen Führungskräften in Wirtschaft und Politik. Frauen bekämen hier „ständig die Frage gestellt, wer sich eigentlich um ihre Kinder kümmere“, so Bentele. Männer würden diese Fragen dagegen kaum zu hören bekommen. „Gerade in Unternehmen werden die Regeln überwiegend von Männern gemacht“, kritisierte die VdK-Präsidentin. Deshalb sei häufig auch die Kreativität und Vorstellungskraft beschränkt, wenn es um die Frage gehe, wie sich Berufstätigkeit und Familienleben der Beschäftigten in Einklang bringen ließen.


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Spitzenpolitikerinnen für weibliche Steinmeier-Nachfolgerin

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Schloss Bellevue (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Spitzenpolitikerinnen von SPD, CDU, Grünen und FDP fordern, dass Deutschland erstmals ein weibliches Staatsoberhaupt bekommen soll. „Es wäre gut, wenn sich die demokratischen Parteien auf eine qualifizierte Frau als Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten einigten“, sagte die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD), dem „Tagesspiegel“ (Donnerstagausgabe). „Eine Bundespräsidentin wäre eine Ermunterung für viele Frauen in Deutschland und darüber hinaus.“

Kurz vor dem Internationalen Frauentag positionieren sich auch Politikerinnen anderer Parteien entsprechend. „Eine Kandidatin für die nächste Wahl über das deutsche Staatsoberhaupt würde ich als Bundesfrauenministerin sehr begrüßen, wenn sich denn die demokratischen Parteien 2027 darauf einigen können“, sagte die Grünen-Politikerin Lisa Paus der Zeitung.

Auch die frühere Landwirtschaftsministerin Renate Künast (Grüne) forderte eine Frau für Bellevue. „Es ist schon lange Zeit, eine Frau für das höchste Amt zu finden. Und ich hoffe, dass dazu rechtzeitig eine Bewegung entsteht“, so Künast.

Die Vizechefin der CDU, Karin Prien, sieht in einer parteiübergreifend bestimmten Kandidatin ein gutes Zeichen. „Wir leben in einer Zeit, in der eine besonnene Frau im Schloss Bellevue die Menschen zusammenführen, das Verbindende über das Trennende stellen und dabei jederzeit unmissverständlich zu den Werten unserer Gesellschaft stehen könnte“, sagte Prien. Schleswig-Holsteins Bildungsministerin lässt allerdings noch eine kleine Hintertür. Auch ein Mann, der „diese typisch weiblichen Eigenschaften mitbringt“, wäre aus Priens Sicht ein gutes Staatsoberhaupt.

Die FDP-Spitzenkandidatin für die Europawahl, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, erhofft sich von einer Bundespräsidentin auch eine bessere Politik. „Es wird höchste Zeit, dass eine Frau ins Schloss Bellevue einzieht“, sagte die Bundestagsabgeordnete dem „Tagesspiegel“. Es gebe ausreichend starke Frauen, nicht nur in den Parlamenten, die diese wichtige Aufgabe mutig ausfüllen würden und auch was zu sagen hätten. Den Amtsinhaber nimmt Strack-Zimmermann offensichtlich wenig wahr. „Auch wenn das Grundgesetz dem Präsidenten beziehungsweise der Präsidentin keine tagespolitische Macht zugesteht: Es wird Zeit, dieses Amt wieder mit politischem Leben zu füllen“, sagte sie.

Die nächste Bundespräsidenten-Wahl findet regulär im Februar 2027 statt, fünf Jahre nach der letzten Bundesversammlung. Steinmeier absolviert seine zweite Amtszeit und darf daher nicht mehr kandidieren.


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Forsa: Neun Prozent der jungen Frauen für Merz als Kanzler

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Friedrich Merz (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Bei einer Direktwahl zum Kanzler würden 28 Prozent der Männer und 18 Prozent der Frauen für CDU-Chef Friedrich Merz stimmen. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa für den „Stern“ hervor. Von den Frauen zwischen 18 und 29 Jahren würden neun Prozent für den CDU-Politiker stimmen und von denen zwischen 30 und 45 Jahren 13 Prozent.

Insgesamt würden 23 Prozent aller Deutschen Merz bei einer Direktwahl zum Kanzler küren. Damit liegt er zwar vor Amtsinhaber Olaf Scholz (15 Prozent) und Vizekanzler Robert Habeck (18 Prozent), aber deutlich unter den Werten, die die Union in der Sonntagsfrage erreicht (30 Prozent).

Die „Persönlichkeitswerte“ des CDU-Politikers haben sich zuletzt verschlechtert. Friedrich Merz kann sich im Vergleich zum Januar 2023 nur bei einem Kriterium verbessern: 49 Prozent der Deutschen halten ihn für führungsstark – drei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. 57 Prozent sagen, dass er verständlich reden kann. 28 Prozent halten Friedrich Merz für vertrauenswürdig. Zum Vergleich: Über Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) sagen das 51 Prozent der Deutschen. 22 Prozent der Deutschen finden Merz sympathisch.

38 Prozent der Deutschen glauben, dass eine von CDU/CSU-geführte Bundesregierung mit Friedrich Merz die aktuellen Probleme besser bewältigen könnte als das Bündnis aus SPD, Grünen und FDP. Das bedeutet gegenüber August 2022 eine Steigerung um 20 Prozentpunkte. Eine klare Mehrheit der Bürger (55 Prozent) bezweifelt, dass es eine Merz-Regierung besser könne.


Foto: Friedrich Merz (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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