Start Blog Seite 1510

Bericht: Reichsbürger-Gruppe zahlte 138.710 Euro für Waffen

0

Euroscheine (Archiv), via dts NachrichtenagenturKarlsruhe (dts Nachrichtenagentur) – Im Verfahren um die angeklagte Reichsbürger-Gruppe sind zwei polizeibekannte Schweizer Brüder in den Fokus der Ermittler gerückt. Die mutmaßliche Terrorgruppe soll den Brüdern mindestens 138.710 Euro durch Banktransaktionen gezahlt haben, wie „Stern“ und RTL unter Berufung auf die Anklagen des Generalbundesanwalts berichten. Zusätzlich sollen es Bargeldübergaben gegeben haben. Damit sollten sie dem Bericht zufolge unter anderem Waffen für die mutmaßliche Terrorgruppe besorgen.

Der deutsche Chefankläger wirft der Gruppe demnach vor, einen gewaltsamen Umsturz auf die Bundesregierung geplant zu haben. Neben Waffenbestellungen soll die Reichsbürger-Gruppe die Brüder zudem beauftragt haben, einen angeblichen pädophilen Kinderschänderring von Politikern und anderen Eliten aufzudecken. Diesen vermutete die Gruppe offenbar in unterirdischen Tunneln in der Schweiz, hieß es.

Die Schweizer Bundesanwaltschaft hat ein Strafverfahren „gegen zwei Personen mit Schweizer Staatsbürgerschaft und Wohnsitz im Kanton St. Gallen“ eröffnet, wie ein Sprecher dem Magazin bestätigte. Ihnen wird die „Unterstützung bzw. Beteiligung an einer terroristischen Organisation“ vorgeworfen. Auch der Strafverteidiger eines Bruders bestätigte, dass gegen seinen Mandanten ermittelt werde.

Die Schweizer Bundesanwaltschaft führt die Brüder als Beschuldigte. Der Anwalt eines Bruders wollte sich zu Details nicht äußern. „Die Vorwürfe gegen meinen Klienten sind unzutreffend und werden bestritten“, teilte er mit. Ein Anwalt des zweiten Bruders ließ Fragen unbeantwortet.

Am 29. April beginnt vor dem Oberlandesgericht Stuttgart der erste von vorerst drei Prozessen gegen 26 Angeklagte der Reichsbürger-Gruppe. Die beiden anderen Prozesse sollen ab Mai beziehungsweise Juni in Frankfurt und München stattfinden. Das Terrorverfahren ist eines der größten in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Bis zu einer möglichen Verurteilung gilt für alle Beschuldigten und Angeklagten die Unschuldsvermutung.


Foto: Euroscheine (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

DFB-Pokal: Leverkusen schlägt Düsseldorf im Halbfinale

0

Florian Wirtz (Bayer Leverkusen) (Archiv), via dts NachrichtenagenturLeverkusen (dts Nachrichtenagentur) – Bayer Leverkusen zieht in das Finale des DFB-Pokals ein. Im Halbfinale am Mittwochabend gewann die Mannschaft 4:0 gegen Fortuna Düsseldorf.

Die Werkself dominierte die Partie eindeutig und konnte schnell für Klarheit sorgen. Bereits in der 7. Minute traf Jeremie Frimpong für Leverkusen. Es folgten Tore von Amine Adli (20.) und Florian Wirtz, der gleich zwei Mal punktete (35. und 60. Minute). Das große Engagement der Düsseldorfer zu Beginn des Spiels zahlte sich dagegen nicht aus, so dass sie im Laufe des Spiels immer mehr der Mut verließ.

Im Finale des DFB-Pokals am 25. Mai treffen damit Kaiserslautern und Leverkusen auf einander.


Foto: Florian Wirtz (Bayer Leverkusen) (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Polizeigewerkschaften pochen auf Vorratsdatenspeicherung

0

Polizeiauto (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Nachdem die Vorratsdatenspeicherung mehrmals durch das Bundesverfassungsgericht und den Europäischen Gerichtshof gestoppt worden ist, drängen die Polizeigewerkschaften auf eine rasche Neuregelung. „Die Speicherung von IP-Daten ist in nahezu allen Kriminalitätsbereichen von enormer Bedeutung, da wir seit Jahren eine Verlagerung von Kriminalität aus dem analogen in den digitalen Bereich feststellen“, sagte der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), Dirk Peglow, dem „Handelsblatt“ (Donnerstagausgabe).

„Umso fragwürdiger ist es, dass Bundesjustizminister Buschmann hier weiterhin in einer Blockadehaltung zu verharren scheint und immer noch keinen Gesetzentwurf vorlegt hat, der die Möglichkeiten, die der EuGH bei der anlasslosen Speicherung von IP-Daten eröffnet hat, bestmöglich nutzt“, so Peglow. Der FDP-Politiker hatte sich in der Frage zuletzt gegen Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) gestellt. Buschmann setzt stattdessen auf das sogenannte „Quick-Freeze-Verfahren“, bei dem Telekommunikationsanbieter dazu verpflichtet werden, bei einem Anfangsverdacht Daten zu einzelnen Nutzern für einen bestimmten Zeitraum zu speichern.

Handlungsbedarf sieht auch Alexander Poitz, stellvertretender Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP). „Zu einer effektiven Gefahrenabwehr als auch Strafverfolgung gehören moderne Ermittlungsinstrumente“, sagte Poitz der Zeitung. Nötig sei nun eine „praxisnahe und damit realitätsnahe Regelung für den polizeilichen Umgang mit Kommunikationsverkehrsdaten“. Seiner Ansicht nach sei „übertriebener“ Datenschutz „indirekter Täterschutz.“ Für Ermittler sei das „höchst unbefriedigend“, und auch aus der Perspektive eines Opfers sei das „kein haltbarer Zustand“, so Poitz.

Ähnlich sieht es der Vorsitzende der Bundespolizeigewerkschaft, Heiko Teggatz. „Politisches und polizeiliches Ziel muss es sein, Anschläge zu verhindern, bevor sie geschehen“, sagte Teggatz dem „Handelsblatt“ (Donnerstagausgabe). „Eine Blockade des Justizministers ist demnach nicht nur nicht nachvollziehbar, sondern möglicherweise auch grob fahrlässig.“


Foto: Polizeiauto (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Ford rechnet mit Dominanz der Elektromobilität

0

Autoproduktion (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Martin Sander, Deutschland-Chef von Ford, rechnet mit einer kommenden Dominanz der Elektromobilität. „Auf absehbare Zeit gibt es keine wirkliche Alternative zum batterieelektrischen Fahrzeug“, sagte Sander der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Donnerstagsausgabe).

Dennoch hält er ein Verbrennerverbot für unnötig. „Es müssen Voraussetzungen geschaffen werden, dass die Nachfrage nach Elektroautos so schnell steigt, dass man sich gar keine Gedanken mehr über Verbrenner machen muss, weil sie auf mittlere Sicht überflüssig werden“, sagte Sander. „Pferde wurden ja auch nie verboten.“

In Deutschland stehen Ford und Sander vor einer großen Herausforderung, weil am historischen Werksstandort Köln die Produktion des Verbrennermodells Fiesta aufgegeben wurde und jetzt nur noch rein batterieelektrische Modelle vom Band laufen, während die Nachfrage nach Elektroautos derzeit schwächelt. Ford bringt nun das SUV Explorer auf den Markt.

Wie Sander berichtet, steht Ford Deutschland dabei unter enger Beobachtung der Muttergesellschaft in Detroit. Die Preissenkungen von Konkurrenten auf dem E-Auto-Markt hätten das gesamte Geschäftsmodell unter Druck gesetzt, gibt Sander zu. Ford könne aber wegen früherer Kostensenkungsrunden gut reagieren.

Sander kündigt auch an, dass nach der Übernahme der Elektroplattform von Volkswagen für den neuen Explorer über eine Fortsetzung der Zusammenarbeit gesprochen werde. Kleine und billige Elektroautos, wie sie zuletzt der ADAC gefordert hatte, gehören dagegen nach Sanders Worten nicht zu den Prioritäten von Ford.

Das CO2-Budget Deutschlands für eine Begrenzung der Erderhitzung auf 1,5 Grad Celsius ist laut Sachverständigenrat für Umweltfragen aufgebraucht. Im Verkehrssektor wurden 2023 die Klimaziele der Bundesregierung wiederholt gerissen. Seit 1990 sind die Emissionen trotz effizienterer Antriebe um 26 Prozent gestiegen.

Die EU will ab 2027 mit einem Emissionshandel für die Bereiche Wohnen und Verkehr, durch den der Verbrauch fossiler Brennstoffe verteuert werden soll, die CO2-Emissionen senken. Zudem sollen ab 2035 keine neuen Verbrenner mehr zugelassen werden. Um die Ladeinfrastruktur für E-Autos zu verbessern, gilt ab 2025 eine Pflicht zum Bau von Ladesäulen bei Parkplätzen.


Foto: Autoproduktion (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Ampel-Abgeordnete für Überarbeitung des Infektionsschutzgesetzes

0

Corona-Hinweis (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Vertreter der Ampel-Fraktionen haben sich für eine grundlegende Überarbeitung des Infektionsschutzgesetzes ausgesprochen, um für künftige Pandemien rechtlich besser gewappnet zu sein. „Ich halte es für eine Pflicht, das Infektionsschutzgesetz grundlegend zu überarbeiten“, sagte die Rechtspolitikerin Manuela Rottmann (Grüne) der „Welt“ am Mittwoch.

Die Politik habe sich zum Beispiel bis heute nicht darauf geeinigt, welche Rechtsgüter man eigentlich in einer Pandemie schützen wolle. „Geht es darum, jedes Leben zu schützen? Oder darum, die Funktionsfähigkeit des Gesundheitssystems zu sichern?“ Wenn jeder Todesfall verhindert werden solle, gehe es um viel tiefere Grundrechtseingriffe, als wenn nur verhindert werden solle, dass die Krankenhäuser in die Knie gehen, so Rottmann.

Der Bundestag müsse auch festlegen, wer in Pandemien Entscheidungen treffen dürfe, sagte die Grünen-Politikerin. In der Corona-Zeit seien diese oft in den Ministerpräsidentenkonferenzen getroffen worden, die wegen Intransparenz allerdings vielfach kritisiert worden waren. „Schließlich sollten wir festlegen, wer im Falle einer Pandemie für Ausfälle entschädigt werden sollte.“

Johannes Fechner, Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion, verweist auf eine bereits bestehende Evaluierung externer Sachverständiger, die schon 2022 erschien und die eine grundlegende Überarbeitung des Infektionsschutzgesetzes anmahnte. „Diese Evaluierung sollte die Blaupause sein für die Aufarbeitung im Bundestag“, sagte der SPD-Politiker nun der Zeitung. „Der Bundestag sollte in einem Beschluss festhalten, welche Maßnahmen wirksam waren, und das Infektionsschutzgesetz überarbeiten, wie im Evaluierungsbericht empfohlen.“

Weil die Informationen vorlägen, brauche es keine zeitaufwendige Enquete-Kommission zur Aufarbeitung der Corona-Politik, so Fechner. „Ampel und Union sollten jetzt einsteigen, die Evaluierung konkret zu beraten, denn Corona-Maßnahmen wie die Schul- und Kitaschließungen waren überzogen.“

Die FDP sprach sich ebenfalls für eine Überarbeitung des Gesetzes aus. „Wir müssen jetzt handeln, um rechtlich besser für künftige Pandemien gewappnet zu sein“, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Andrew Ullmann. Es sei an der Zeit, „unsere Gesetzgebung an die sich ständig verändernde Welt der Gesundheitsrisiken anzupassen und sicherzustellen, dass wir auf allen Ebenen angemessen vorbereitet sind“. Die Empfehlung des Sachverständigenausschusses zur grundsätzlichen Neuausrichtung des Infektionsschutzgesetzes sei „ein deutliches Signal“.

Das Bundesgesundheitsministerium teilte auf Anfrage mit, eine Überarbeitung des Gesetzes aktuell zu prüfen. Bereits 2023 habe man die Länder gebeten, Änderungsvorschläge zum Infektionsschutzgesetz vorzulegen, sagte ein Sprecher von Minister Karl Lauterbach (SPD). Mehr als 100 Vorschläge seien eingegangen, die sich auf sämtliche Abschnitte des Gesetzes bezögen. Dieser umfangreiche und sehr detaillierte Katalog werde derzeit „intensiv geprüft“.


Foto: Corona-Hinweis (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Dax mit Gewinnen – US-Arbeitsmarkt zeigt sich robust

0

Frankfurter Börse, via dts NachrichtenagenturFrankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Am Mittwoch hat der Dax zugelegt. Zum Xetra-Handelsschluss wurde der Index mit 18.368 Punkten berechnet, ein Plus in Höhe von 0,5 Prozent im Vergleich zum Vortagesschluss.

Auf der Gewinnerseite befanden sich unter anderem die Aktien von BMW, der Commerzbank und der Porsche Holding. Entgegen dem Trend im Minus waren dagegen die Papiere von Continental, Beiersdorf und Daimler Truck.

„Der Dax kann sich noch gut oberhalb des Kursniveaus von 18.300 Punkten halten“, kommentierte Marktanalyst Andreas Lipkow das Handelsgeschehen. „Der ADP Arbeitsmarktbericht aus den USA zeigt einen weiterhin robusten Arbeitsmarkt an.“

Es ließen sich auch Lohnsteigerungstendenzen sowohl im Waren- als auch Service-Sektor feststellen. „Das könnte natürlich erneut Inflationsbefürchtungen auf den Plan rufen.“ Die Marktteilnehmer blickten nun auf die Redebeiträge der US-Notenbankdirektoren, so Lipkow.

Die europäische Gemeinschaftswährung tendierte am Mittwochnachmittag stärker. Ein Euro kostete 1,0826 US-Dollar (+0,49 Prozent), ein Dollar war dementsprechend für 0,9237 Euro zu haben. Der Ölpreis stieg unterdessen deutlich: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Mittwochnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit 89,85 US-Dollar, das waren 93 Cent oder 1,1 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.


Foto: Frankfurter Börse, via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Dürr kritisiert Pläne für Kindergrundsicherung

0

Christian Dürr (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – FDP-Fraktionschef Christian Dürr hat in der Debatte um die Kindergrundsicherung Familienministerin Lisa Paus (Grüne) deutlich kritisiert. „Die Schaffung von 5.000 zusätzlichen Stellen ist natürlich das exakte Gegenteil, und insofern hilft das nicht den Familien in Deutschland, sondern macht den Staatsapparat nur größer“, sagte Dürr dem TV-Sender „Welt“ am Mittwoch. „Das ist sicherlich der falsche Schritt.“ Er glaube, das sei auch Familienministerin Paus klar.

„Es ist natürlich abwegig und da gibt es ja auch keinen Applaus aus der Koalition zu, denn die Kindergrundsicherung hatte einen Zweck – und so haben wir es ja auch vereinbart: Sie sollte familienpolitische Leistungen digitalisieren und entbürokratisieren“, so Dürr. Tatsächlich haben sich die Ampelparteien im Koalitionsvertrag darauf verständigt bei der Kindergrundsicherung „insbesondere auch auf Digitalisierung und Entbürokratisierung“ zu setzen. Paus rechnet mit deutlich mehr Anträgen als bisher und hatte zuletzt erklärt, mit den 5.000 Stellen von einer Holschuld der Bürger zu einer Bringschuld des Staates kommen zu wollen.

Dürr forderte mehr Effizienz in der Sozialpolitik. „Deswegen sind Überlegungen, einfach nur mehr Planstellen in den Raum zu stellen, mehr Bürokratie zu schaffen, natürlich genau die falsche Richtung“, sagte er. „Es geht darum, effizienter zu sein, digitaler zu sein, Dinge zu vereinfachen. Auch bei den familienpolitischen Leistungen muss das die Maßgabe sein. Denn wir haben einen Bundeshaushalt, wo wir auch kürzen und sparen müssen.“

Er erwarte „von einem Staat, dass er unkompliziert ist, dass er Leistungen für Familien, die berechtigt sind, unkompliziert weitergibt und dass das Geld der Steuerzahler nicht in Verwaltungsstellen investiert wird, sondern in diejenigen, die es brauchen“, so Dürr. „Und das sind die Familien in Deutschland.“


Foto: Christian Dürr (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Staatsanwaltschaft erhebt weitere Anklage gegen Höcke

0

Björn Höcke (Archiv), via dts NachrichtenagenturHalle (Saale) (dts Nachrichtenagentur) – Die Staatsanwaltschaft Halle hat am 21. März vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Halle eine weitere Anklage gegen den Vorsitzenden der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag, Björn Höcke, erhoben. Ihm wird das Verwenden von Kennzeichen einer ehemaligen nationalsozialistischen Organisation vorgeworfen.

Höcke sei „hinreichend verdächtig“, die verbotene Losung der Sturmabteilung (SA) der NSDAP „Alles für Deutschland“ in „Kenntnis des gegen ihn wegen des Verwendens dieser Losung anhängigen Strafverfahrens und im sicheren Wissen um deren Strafbarkeit“ als Redner bei einer Veranstaltung der AfD in Gera am 12. Dezember 2023 erneut verwendet zu haben, teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Er habe den ersten Teil der Losung – „Alles für“ – selbst ausgesprochen, und anschließend das Publikum durch Gesten dazu animiert, den zweiten Teil – „Deutschland“ – zu rufen, so der Vorwurf der Behörde.

Der Angeschuldigte habe sich bislang nicht zur Sache eingelassen, hieß es. Die Annahme eines hinreichenden Tatverdachts bedeute keine Vorverurteilung. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Die Staatsanwaltschaft Halle hat beantragt, das Verfahren zur gemeinsamen Verhandlung und Entscheidung mit dem bereits beim Landgericht Halle anhängigen Verfahren zu verbinden. Zunächst habe das Landgericht allerdings über die Eröffnung des Hauptverfahrens zu entscheiden, hieß es.


Foto: Björn Höcke (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Die aktuellen Inflationserwartungen des Marktes sind unrealistisch

0
Spreads Inflation
Foto von Arif Husain (Quelle: T. Rowe Price)

Arif Husain, Leiter Fixed Income bei T. Rowe Price, und Blerina Uruci, US-Chefvolkswirtin, setzen sich mit der aktuellen Inflation auseinander.

Die Breakeven-Spreads – das beste Marktmaß für die erwartete Gesamtinflation – für inflationsgeschützte US-Schatzpapiere (TIPS) lagen Mitte März 2024 zwischen 2,44 % (5 Jahre) und 2,28 % (30 Jahre).  Vor dem Hintergrund der Inflationsvolatilität seit 2020 (die im Juni 2022 mit 9,1 Prozent ihren Höhepunkt erreichte und bis Anfang 2023 über 6 Prozent blieb) erscheint dies geradezu absurd. Angesichts der hohen Volatilität der VPI-Inflation in den letzten Jahren würde man zumindest geringe Schwankungen der Inflationserwartungen über die verschiedenen Laufzeiten erwarten. Bedeutet dies, dass die Marktteilnehmer keine Ahnung haben, wo sich die Inflation einpendeln wird? Oder sehen sie die Inflation auf wundersame Weise verschwinden?

Wird sich der Abwärtstrend der Inflation fortsetzen?

Die Marktmeinungen zur Inflationsentwicklung sind derzeit nicht annähernd so unterschiedlich wie 2021 und Anfang 2022, als die Prognosen in „vorübergehend“ (was die meisten Zentralbanken der Industrieländer einschloss) und „anhaltend“ unterteilt wurden. Natürlich ist die Inflation im Laufe des Jahres 2023 im Großen und Ganzen zurückgegangen. Die meisten Kommentatoren gehen davon aus, dass sich dieser Trend bis ins Jahr 2024 fortsetzen wird, so dass die Federal Reserve und andere Zentralbanken irgendwann im Laufe des Jahres mit Zinssenkungen beginnen können.

Zu Beginn des Jahres 2024 gibt es jedoch Anzeichen dafür, dass sich die Weltwirtschaft nicht so schnell verlangsamt wie erwartet, was die Sorge nährt, dass sich erneut inflationäre Kräfte aufbauen könnten. Ein typisches Beispiel: Die CPI-Zahlen für Januar und Februar lagen teilweise über den Erwartungen, und der Bericht über die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft übertraf die Konsenserwartungen für die Zahl der neu geschaffenen Arbeitsplätze im Januar (auch wenn die Zahl der neu geschaffenen Arbeitsplätze später nach unten korrigiert wurde).

Inflation wird nach Annäherung an Fed-Ziel wieder anziehen

Ich gehe davon aus, dass die Kerninflation auf etwa 2 % zurückgehen wird, was dem Ziel mehrerer Zentralbanken, darunter der Fed und der Europäischen Zentralbank, entspricht. Meine längerfristigen Aussichten sind jedoch weniger optimistisch, da ich davon ausgehe, dass sich die Inflation wieder beschleunigen wird.

Künstliche Intelligenz (KI) ist ein Produktivitätswunder, zumindest auf längere Sicht. Aber die Implementierung von KI in Unternehmensprozesse in der verarbeitenden Industrie und im Dienstleistungssektor wird Zeit und mehr Arbeit erfordern, was zu höheren Kosten führen wird. Daher glaube ich, dass KI kurzfristig zu Inflation führen wird, bevor die Wirtschaft ihre längerfristigen Produktivitätsvorteile realisieren kann. Hierzu gibt es vielfältige Anhaltspunkte, die unsere Analysten in Hunderten von Gesprächen mit Unternehmen gesammelt haben.

China ist ein weiteres Inflationsrisiko. Die schwächelnde chinesische Binnennachfrage hat dazu geführt, dass das Land über den Welthandel Disinflation (und in einigen Fällen sogar Deflation) exportiert. Dies hat wesentlich dazu beigetragen, dass der Preisdruck weltweit nachgelassen hat.  Ein Anstieg der Binnennachfrage in China – möglicherweise ausgelöst durch fiskalische Anreize, die durch die kürzlich angekündigte Sonderemission neuer langfristiger Staatsanleihen finanziert werden – würde diesen Faktor jedoch umkehren und die Exportpreise in die Höhe treiben. Auch wenn dies wahrscheinlich kein Basisszenario ist, so ist doch festzuhalten, dass die Stimmung gegenüber China eher pessimistisch ist. Eine Überraschung würde sich wahrscheinlich positiv auswirken. Zusammen mit den möglichen inflationären Auswirkungen zusätzlicher Zölle, die sich aus der politischen Entwicklung in den USA ergeben könnten, besteht ein klares Inflationsrisiko.

Die Zusammenarbeit zwischen Kollegen mit unterschiedlichen Ansichten ist ein Markenzeichen des Anlageprozesses der TRPA. Während ich die Risiken einer erneuten Inflationsbeschleunigung mit Sorge betrachte, gibt es Studien, die diese Erwartungen dämpfen. Blerina Uruçi, unsere leitende US-Volkswirtin in der Abteilung für festverzinsliche Wertpapiere, hat eine günstigere Prognose für die längerfristige Inflation.

Ich bin zwar der Meinung, dass das Umfeld für ein Anziehen der Inflation günstig ist, aber ich behalte Blerinas Inflationsprognose im Auge und beobachte weiterhin, ob die Inflation ihren Abwärtstrend fortsetzt. Ich bin zuversichtlich, dass diese Art der Zusammenarbeit und die Berücksichtigung unterschiedlicher Sichtweisen zu besseren Anlageentscheidungen unserer Portfoliomanager führen wird.

Gedämpfte Erwartungen: Potenzial für günstigere Inflationsaussichten

Blerina Uruci, US- Chefvolkswirtin bei T. Rowe Price

In der Vergangenheit war es unmöglich, die Inflation ohne eine Rezession oder einen großen negativen Schock am Arbeitsmarkt schnell zu senken, und ich gehe davon aus, dass der Weg zu einer Inflation von 2 % lang und kurvenreich sein wird. Allerdings hat sich die Nachfrage nach Arbeitskräften im Vergleich zum letzten Jahr deutlich verlangsamt, und der Inflationsdruck vom Arbeitsmarkt sollte sich weiter mindern und dazu beitragen, die Inflation auf das Ziel der Fed zu senken, wahrscheinlich bis Anfang 2025.

Fokus auf Mietkosteninflation und ihre verzögerten Auswirkungen

Die Mietkosten sind mit einem Anteil von rund 30 Prozent am Verbraucherpreisindex eine wichtige Komponente der Inflation, und weitere Fortschritte bei der Senkung der Mietinflation werden notwendig sein, um sicherzustellen, dass sich die Inflation in den USA weiter dem Ziel der Fed annähert. Der Verbraucherpreisindex für Wohnimmobilien reagiert mit erheblicher Verzögerung auf zeitnähere Messungen der Hauspreise und Marktmieten. Untersuchungen zeigen, dass diese Verzögerungen mehr als ein Jahr betragen können. Betrachtet man die Daten des privaten Sektors zu Mieten und Hauspreisen, so deuten diese darauf hin, dass die Mietinflation weiter zurückgehen dürfte.

Die eigentliche Frage ist, wie schnell dies geschehen wird. Diese Frage ist natürlich schwer zu beantworten. Einige Modelle, die auf Hauspreis- und Mietindizes des privaten Sektors basieren, deuten darauf hin, dass die Inflation bei Wohnimmobilien bis 2024 bei über 4 % bleiben könnte, was einen wesentlich langsameren Rückgang der Gesamtinflation auf 2 % bedeuten würde.

Die aktuellen Inflationserwartungen des Marktes sind unrealistisch

Foto von Arif Husain, Leiter Fixed Income bei T. Rowe Price (Quelle: T. Rowe Price)

Kennen Sie schon das Wirtschaftsmagazin „Paul F„? Jetzt bei Readly lesen. Eine kostenlose Leseprobe von Paul F gibt es bei United Kiosk. Ebenfalls finden Sie die aktuelle Ausgabe im Lesezirkel von Sharemagazines.

Tutanchamun: Die Zeitreise

0
Tutanchamun

Tutanchamun: Ein Name, der die Zeitalter überdauert

Tutanchamun ist mehr als nur ein Name – er ist ein Symbol, das die kollektive Vorstellungskraft seit Jahrhunderten fesselt. Was macht die Geschichte dieses jungen ägyptischen Königs so unwiderstehlich?

Von der Geburt bis zur unsterblichen Legende

Geboren als Tutanchaton um 1341 v. Chr., trat Tutanchamun in jungem Alter in die Fußstapfen seines Vaters, des Pharaos Echnaton. Dieser hatte mit alten Traditionen gebrochen, um einen monotheistischen Kult um Aton zu etablieren. Nach Echnatons Tod und der kurzen Herrschaft zweier Nachfolger, darunter möglicherweise die geheimnisumwobene Nofretete, bestieg Tutanchaton, nun Tutanchamun, den Thron Ägyptens. Mit seiner Halbschwester Anchesenpaaton vermählt, leitete er eine Rückkehr zu den traditionellen Göttern und Kulten ein, was eine Wiederbelebung und Restaurierung alter Tempel einschloss.

Das mysteriöse Ende eines jungen Pharaos

Tutanchamuns Tod im Alter von etwa 18 Jahren hinterließ ein Machtvakuum und ein Grab, das später zum Synonym für archäologische Sensationen werden sollte. Seine kurze Herrschaft und das Fehlen eines direkten Erben führten dazu, dass er nahezu aus der historischen Überlieferung getilgt wurde. Ironischerweise bewahrte gerade diese Vergessenheit sein Grab vor Plünderern, was Howard Carter 1922 die Entdeckung des nahezu unberührten königlichen Grabes ermöglichte – eine Entdeckung, die die Welt in Staunen versetzte.

@ MAD

Stuttgart taucht in die Welt des Tutanchamun ein

Die immersive Tutanchamun-Ausstellung in Stuttgart ist eine Hommage an den legendären Pharao und bietet Besuchern einen tiefen Einblick in seine Welt. Durch verschiedene Räume geführt, erleben Besucher eine faszinierende Mischung aus Information und Interaktion. Die Ausstellung bietet nicht nur Einblicke in Tutanchamuns Herrschaft und den religiösen Wandel seiner Zeit, sondern auch in das persönliche Leben am Hof. Mit Repliken, informativen Tafeln und der Darstellung von Mumifizierungsprozessen wird die Vergangenheit greifbar.

Eine Zeitreise der besonderen Art

Die Ausstellung übersetzt die alte Geschichte in ein multimediales Erlebnis, das die Besucher von der ersten Sekunde an in den Bann zieht. Von der detaillierten Darstellung des Grabes und seinen Schätzen bis hin zur interaktiven Show, die das Leben Tutanchamuns nacherzählt, wird Geschichte lebendig. Besucher können auf virtuellen Nilfahrten das alte Ägypten erkunden, in Virtual-Reality-Erlebnissen eintauchen und sich am Ende sogar selbst in pharaonischer Tracht fotografieren lassen.

Jeder Raum ist sorgfältig gestaltet, um Wissen und Staunen zu vermitteln, wodurch die Ausstellung zu einem unvergesslichen Erlebnis wird. Sie verbindet Bildung mit modernster Technik und schafft ein interaktives Umfeld, das die Besucher direkt in die Welt des Tutanchamun entführt. So wird der Museumsbesuch zu einer Entdeckungsreise, die den legendären Pharao und seine Zeit in einem neuen Licht präsentiert.

@ MAD

Ein immersives Erlebnis, das Geschichte lebendig macht

Die letzte Station der Ausstellung ermöglicht es den Besuchern, Teil der ägyptischen Geschichte zu werden. Die interaktive Show, in der Tutanchamun in der Ich-Perspektive spricht, ist mehr als nur eine Erzählung – sie ist eine Zeitreise, die den Zuschauer direkt in die Welt des Pharaos transportiert. Durch eindrucksvolle Projektionen und bewegende Erzählungen wird das alte Ägypten zum Leben erweckt. Die Besucher erleben eine virtuelle Nilfahrt, spüren die Atmosphäre antiker Tempel und werden Zeugen der kulturellen und religiösen Praktiken, die das alte Ägypten geprägt haben.

Virtuelle Realität trifft auf antike Geschichte

Nach der eindrücklichen Show führen zwei weitere Räume die Besucher weiter in die Tiefe der ägyptischen Kultur. Mit Virtual-Reality-Brillen ausgestattet, haben die Gäste die Möglichkeit, in virtuelle Welten einzutauchen, die das antike Ägypten auf innovative Weise neu interpretieren. Diese Räume bieten eine einzigartige Gelegenheit, Geschichte interaktiv zu erleben und einen persönlichen Bezug zu den Lebensweisen, Glaubensvorstellungen und künstlerischen Ausdrucksformen des Tutanchamun-Zeitalters herzustellen.

Ein Andenken an eine unvergessliche Reise

Am Ende der Ausstellung lädt ein Souvenirshop die Besucher ein, ein Stück der Erfahrung mit nach Hause zu nehmen. Ob Bücher, die tiefer in die Geschichte eintauchen, Geschirrsets mit ägyptischen Motiven oder Repliken der Artefakte – jedes Stück erlaubt es, einen Teil der Faszination und des Wissens, das die Ausstellung vermittelt, in den Alltag zu integrieren.

@ MAD
Fazit: Ein Fenster in eine vergangene Welt

Die Tutanchamun-Ausstellung in Stuttgart ist mehr als nur ein Museumsbesuch; sie ist eine umfassende Erfahrung, die Bildung, Technologie und Interaktivität vereint, um die Geschichte eines der berühmtesten Pharaonen der Welt zugänglich und erlebbar zu machen. Indem sie die Besucher aktiv in die Erzählung einbezieht, schafft sie eine lebendige Verbindung zur Vergangenheit und bietet eine neue Perspektive auf das Leben und Erbe Tutanchamuns. Für jeden, der Interesse an Geschichte, Archäologie oder einfach an einer einzigartigen kulturellen Erfahrung hat, bietet diese Ausstellung eine unvergleichliche Gelegenheit, in die Tiefen der ägyptischen Geschichte einzutauchen und Teil eines großen Erbes zu werden.

Titelbild @ MAD

Text: Pamina Fabienne Elsässer