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AfD-Politiker Fest wirft Parteivorsitzenden "schweres Versagen" vor

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Alice Weidel und Tino Chrupalla (Archiv), via dts NachrichtenagenturBrüssel (dts Nachrichtenagentur) – Für den AfD-Europaabgeordneten Nicolaus Fest liegt die Hauptverantwortung für die Spionageaffäre um Maximilian Krah bei den Parteichefs Alice Weidel und Tino Chrupalla.

„Sie wurden mehrfach darauf hingewiesen, dass dies ein, ich sag mal: Blindgänger ist, der jederzeit hochgehen kann“, sagte Fest am Mittwoch im „RTL Nachtjournal“. Jetzt sei er hochgegangen, „und zwar sozusagen in der Hand, zum schlechtesten Zeitpunkt“, so der Abgeordnete. „Und dafür tragen die beiden Sprecher, die sich über alle Warnungen hinweggesetzt haben, die Verantwortung.“

Mit den Entscheidungen der Parteispitze vom Mittwoch sei die Affäre noch nicht beendet, so Fest: „Richtig wäre es gewesen, ihn sofort abzuziehen und auch den anderen Delegationen im Europaparlament ein klares Signal zu senden, dass er bei den kommenden Verhandlungen um die Neubildung von Partei oder Fraktion keine Rolle mehr spielen wird. Das alles ist ausgeblieben. Das ist ein schweres Versagen.“

Krah habe Videos zum 70. Geburtstag der KP Chinas und zum 50. Jahrestag der Besetzung Tibets gemacht. „Dann mache ich mir schon Gedanken, wie man auf sowas kommt“, so Fest. „Eine Partei, die sich konservativ und patriotisch gibt, sollte nicht eine kommunistische Massenmörderpartei hofieren.“ Auf die Frage, ob dafür aus Peking Geld geflossen sein könnte, sagte Fest: „Ich habe mich gefragt, warum macht man sowas? Aus ideologischen Gründen sicher nicht, aus Gründen der Menschenfreundlichkeit sicher auch nicht. Dann bleibt nicht mehr so viel übrig.“

Gegen Fest läuft derzeit ein Parteiausschlussverfahren in der AfD. Fest dazu: „Im Augenblick ist eigentlich nur noch die Frage: Wer fliegt früher aus der Partei, Maximilian Krah oder ich? – Im Augenblick liegt er gerade ein bisschen vorne.“


Foto: Alice Weidel und Tino Chrupalla (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Deutschland und Frankreich einigen sich auf gemeinsamen Kampfpanzer

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Verteidigungsministerium (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin/Paris (dts Nachrichtenagentur) – Nach monatelangem Streit ziehen Deutschland und Frankreich in Rüstungsfragen wieder an einem Strang. Die Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) und Sébastien Lecornu unterzeichnen am Freitag in Paris das Memorandum of Understanding über das Kampfpanzersystem MGCS.

In der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ bestätigten die Minister den Durchbruch: „Wir entwickeln gemeinsam ein System der Zukunft, das darauf ausgerichtet ist, was wir brauchen – von künstlicher Intelligenz und modernster Sensorik bis zur Möglichkeit, das System in bestimmten Situationen unbemannt zu nutzen“, sagte Pistorius.

„Wir entwickeln nicht einfach den Panzer der Zukunft, sondern die Zukunft des Panzers, die wir uns gemeinsam vorstellen wollen“, sagte Lecornu. „Wir sind vom operativen Bedarf der Bundeswehr und des französischen Heeres ausgegangen, während unsere Vorgänger manchmal stärker vom Bedarf der Industrie ausgingen. Das ist eine riskante Wette. Aber es entspricht dem Feedback aus der Ukraine. Die Waffen, die wir der Ukraine geben, funktionieren nicht immer gut zusammen“, so der französische Verteidigungsminister.

Auch beim anderen deutsch-französischen Großprojekt, dem Kampfflugzeugsystem FCAS geht es voran. Ende 2024 sollen die beteiligten Rüstungsunternehmen den Ministern die Fortschritte beim Flugdemonstrator vorstellen. Von den Erfahrungen bei FCAS würde das Panzer-Projekt profitieren. „Sie waren eine Blaupause bei der Verteilung der Aufgaben zwischen Deutschland und Frankreich – auch wenn ein Flugzeug natürlich etwas anderes ist als ein Panzer und die Aufgabenteilung nicht eins zu eins übertragen werden kann“, sagte Pistorius.

Meinungsverschiedenheiten bei der Unterstützung der Ukraine wiesen beide zurück. Die Armeen seien nur unterschiedlich organisiert. „Aber sollte es einen russischen Aggressionsversuch geben, garantieren wird das gleiche Maß an Reaktion“, sagte Lecornu.


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Ziele für internationale Klimafinanzierung in Gefahr

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Wirtschaftsministerium (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Ziele der Bundesregierung für die internationale Klimafinanzierung sind wegen der Haushaltskrise in Gefahr. Das geht aus der Antwort auf eine schriftliche Frage der Linken-Abgeordneten Cornelia Möhring hervor, über die der „Spiegel“ berichtet.

Darin teilte die Regierung mit: Würde man die Werte aus dem Haushaltsentwurf, mit denen die Regierung ihre Prognose aus dem Herbst berechnet hat, mit den aktuellen Werten aus dem Haushalt wiederholen, „ergäbe sich dadurch automatisch rechnerisch eine geringere Prognose der gesamten internationalen Klimafinanzierung“.

Im Oktober prognostizierte die Regierung 5,1 Milliarden Euro für das Jahr 2023 und 5,3 Milliarden Euro für das Jahr 2024, jeweils als konservative Schätzung. Beide Werte liegen deutlich unter dem Ziel von sechs Milliarden Euro jährlich, und sie dürften nun eher noch niedriger ausfallen. Die sechs Milliarden will die Regierung formal zwar erst bis 2025 erreicht haben, im Jahr 2022 hatte sie das Ziel aber schon vorzeitig erfüllt.

Die Regierung verweist darauf, dass es noch keine vollständig aktualisierte Prognose gebe und dass reale Werte auch von Prognosen abweichen können. Sie hält offiziell weiterhin am Sechs-Milliarden-Ziel fest: „Die Bundesregierung steht zu ihrem Ziel“, heißt es in dem Schreiben von Anja Hajduk, Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium.

Möhring, Sprecherin für Globale Gerechtigkeit der Linken im Bundestag, kritisiert: „Auch in der internationalen Klimapolitik ist die Bundesregierung dabei, über Schuldenbremse und Lindners destruktiven Kürzungswahn zu stolpern.“ Die Antwort mache deutlich, dass die Pläne auf Kosten des internationalen Klimaschutzes gingen.


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Zeitfenster für Zinssenkungen der Fed wird enger

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Fed
Foto von Tom Porcelli (Quelle: PGIM Fixed Income)

Ein aktueller Marktkommentar von Tom Porcelli, Chief US Economist bei PGIM Fixed Income:

Die Marktteilnehmer haben erneut eine Bestätigung dafür bekommen, wie widerstandsfähig die US-Wirtschaft ist, nachdem eine Reihe von Daten besser als erwartet ausfielen, darunter der Verbraucherpreisindex, die Lohn- und Gehaltsdaten und die Einzelhandelsumsätze für März. Diese Entwicklung war ausreichend, um Rückschlüsse auf die allgemeine Wirtschaftslage und die Politik der Fed zu ziehen.

Was die weitere Entwicklung betrifft, so dürften die starken Einzelhandelsumsätze im März und die Aufwärtskorrekturen der Februar-Ergebnisse den Konsum im ersten Quartal auf 2,5 bis 3,0 % ansteigen lassen, während die Prognosen eher bei 2,0 % lagen. Dies deutet auch auf einen möglichen weiteren Rückgang der Ersparnisse der privaten Haushalte hin.

Die zunehmende Widerstandsfähigkeit hat die Erwartungen an die Geldpolitik der Fed deutlich steigen lassen, und die Marktpreise der letzten Woche deuten darauf hin, dass das Zeitfenster für Zinssenkungen der Fed enger wird. Angesichts des erklärten Wunsches der Fed, eine Reihe konstruktiver Inflationsberichte zu sehen (was allgemein als drei Berichte interpretiert wird), müssten die Inflationszahlen diese Anforderung rasch erfüllen, damit die Fed die Zinsen im Juli senken könnte. Sollte die Fed im Juli keine Zinssenkung vornehmen, stehen im September und November politisch heikle Sitzungen an, da die polarisierenden US-Präsidentschaftswahlen bevorstehen.

Sollten sich die wirtschaftlichen Bedingungen wie von der Fed erwartet abschwächen, könnte die Dezember-Sitzung die Gelegenheit für eine zweite Zinssenkung in diesem Jahr bieten. Für zwei Senkungen im Juli und Dezember müsste allerdings einiges zusammenspielen, so dass wir die Wahrscheinlichkeit für gar keine Senkung höher einschätzen als jene für zwei Senkungen. Sollte die Fed in diesem Jahr tatsächlich keine Zinssenkung vornehmen, könnte sie diese auf 2025 verschieben.

Zeitfenster für Zinssenkungen der Fed wird enger

Foto von Tom Porcelli (Quelle: PGIM Fixed Income)

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Dax prallt am Widerstand um 18.200 Punkte ab

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Frankfurter Börse, via dts NachrichtenagenturFrankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Am Mittwoch hat der Dax nachgelassen. Zum Xetra-Handelsschluss wurde der Index mit 18.089 Punkten berechnet, ein Minus in Höhe von 0,3 Prozent im Vergleich zum Vortagesschluss. An der Spitze der Kursliste standen Infineon, Rheinmetall und Siemens Healthineers, am Ende die Deutsche Börse, Zalando und Vonovia.

Laut Konstantin Oldenburger, Marktanalyst von CMC Markets, gibt es derzeit gemischte Signale am Aktienmarkt: „Auf der einen Seite lassen enttäuschende Einkaufsmanagerindizes aus den USA die Hoffnung wieder aufkeimen, dass die US-Notenbank auf Kurs bleiben und die Zinsen doch vielleicht mehr als einmal in diesem Jahr senken kann. Auf der anderen Seite bleiben die großen Unternehmen auf Kurs und können im Großen und Ganzen mit ihren Quartalsbilanzen überzeugen.“

Kurzfristig könnte es der Dax in der Widerstandszone um 18.200 Punkten schwer haben, seine Erholung ungehindert fortzusetzen, fügte der Marktexperte hinzu. „Ein Ausbruch darüber könnte bis zum Monatswechsel in der kommenden Woche vertagt werden, dann aber noch einmal neuen Schwung in den Markt bringen.“

Die laufende Berichtssaison überzeuge derweil. „Die Korrektur der vergangenen drei Wochen tat einigen Aktien und ihren Bewertungen gut, sodass die Bäume in Sachen Erwartungen auch nicht in den Himmel gewachsen, sondern wieder auf Normalmaß zurück geschrumpft sind.“ Der KI-Hype scheine ebenfalls nicht beendet, Überflieger wie Nvidia oder Super Micro Computer könnten sich wieder erholen und stabilisierten den Markt, auch wenn sie aktuell nicht mehr die Zugpferde seien.

„Eine andere Wende vollzieht Tesla“, so Oldenburger. „Lag die Stimmung im Vorfeld der Quartalszahlen am Boden und waren die Aktionäre nach einem Rutsch von über 40 Prozent seit Jahresbeginn der Kapitulation nahe, steigt die Aktie heute wie Phoenix aus der Asche empor.“ Statt Umsatzwachstum und Gewinnsteigerungen punkte Elon Musk bei den Investoren, indem er die Markteinführung neuer Produkte beschleunigen wolle.

„Damit korrigiert er seine strategischen Fehler der vergangenen Monate quasi in letzter Minute“, sagte der Analyst. „Das Quartal war eine Katastrophe, aber das war weitestgehend bekannt.“ Das Wichtigste sei, dass Tesla sich jetzt nicht nur auf Robotaxis konzentrieren, sondern auch das neue kostengünstige Model 2 vorantreiben wollen. „Ein schlauer Schachzug und intelligenter strategischer Plan, den die Börse dem Visionär Musk zunächst abkauft.“

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Mittwochnachmittag etwas schwächer: Ein Euro kostete 1,0690 US-Dollar (-0,11 Prozent), ein Dollar war dementsprechend für 0,9359 Euro zu haben.

Der Ölpreis sank unterdessen: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 17 Uhr deutscher Zeit 88,22 US-Dollar; das waren 20 Cent oder 0,2 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.


Foto: Frankfurter Börse, via dts Nachrichtenagentur

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Bericht: China-Spion hatte intensiven Kontakt zu Uni Duisburg-Essen

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Festnahme mit Handschellen (Archiv), via dts NachrichtenagenturDuisburg (dts Nachrichtenagentur) – Der wegen Spionage-Verdachts festgenommene Düsseldorfer Herwig F. hat in den vergangenen sieben Jahren offenbar intensiven Kontakt zur Universität Duisburg-Essen gehabt. Vor allem an der ingenieurwissenschaftlichen Fakultät sei F. ein gefragter Mann gewesen, wie Recherchen der „Rheinischen Post“ (Donnerstagsausgabe) zeigen, die von der Uni bestätigt wurden.

Seit 2017 bestehe ein Kontakt zwischen der Universität Duisburg-Essen und einer Firma, bei der F. technischer Leiter war, teilte die Uni der Zeitung mit. Die Bundesanwaltschaft wirft F. vor, das Unternehmen „als Medium zur Kontaktaufnahme und Zusammenarbeit mit Personen aus der deutschen Wissenschaft und Forschung“ genutzt zu haben, um Informationen zu militärisch nutzbaren innovativen Technologien an den chinesischen Geheimdienst zu verraten.

An der Duisburger Uni hatte F. dem Bericht zufolge beste Kontakte. Er trat in den Jahren 2018, 2019 und 2020 beim CAR-Symposium auf – einer Fachtagung für die Autobranche, die zur damaligen Zeit von der Uni Duisburg-Essen organisiert wurde. Außerdem präsentierte F. ein Fahrzeugprojekt beim „Wissenschaftsforum Mobilität“, einem prestigeträchtigen Event der Fakultät für Ingenieurwissenschaften. Im zugehörigen Tagungsband gibt es ein ganzes Kapitel über sein „Mobilitätssystem“. Von der Uni heißt es dazu, dass das Unternehmen das Mobilitätsforum mit 1.000 Euro Sponsoring unterstützt habe. „Herr F. stand im wissenschaftlichen Austausch zu Fragen des Autonomen Fahrens.“

Dabei blieb es offenbar nicht: „In den Jahren 2019 und 2021 wurden gemeinsame Projektanträge zur Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) sowie der Förderung von Elektromobilität gestellt“, heißt es von der Uni. Und weiter: „Vom Februar 2021 bis Dezember 2022 schloss sich eine informelle Beratung zum Thema Autonomes Fahren in einer ausschließlich zivilen Nutzung an. In diesem Rahmen wurden auch Abschlussarbeiten angefertigt.“ Mindestens ein Autor dieser Arbeiten ist ein Student aus China. Das ist relevant, weil die Regierung in China nach Angaben des deutschen Verfassungsschutzes gezielt Studenten als Spitzel für ausländische Technologie auswählt.

2024 schließlich begann eine ganz persönliche Beziehung zwischen einem Duisburger Professor und dem mutmaßlichen Düsseldorfer Spion. Die Sprecherin schreibt: „Seit diesem Frühjahr ist einer der Lehrstuhlinhaber der Universität Duisburg-Essen als stiller Teilhaber mit fünf Prozent an einer neu gegründeten Firma beteiligt.“

Die Bundesanwaltschaft wirft F. und zwei weiteren Deutschen vor, sich zum Zeitpunkt ihrer Festnahme in weiteren Verhandlungen über Forschungsprojekte befunden zu haben, „die zum Ausbau insbesondere der maritimen Kampfkraft Chinas nützlich sein könnten“.


Foto: Festnahme mit Handschellen (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Die US-Wirtschaft hat den Befürchtungen einer Rezession standgehalten. Was nun?

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Wirtschaft
Foto von Justin White (Quelle: T. Rowe Price)

Ein aktueller Marktkommentar von Justin White, Portfoliomanager bei T. Rowe Price:

Eine „weiche Landung“ der Wirtschaft ist zweifellos positiv, aber es gibt Gründe, vorsichtig zu sein. Die US-Notenbank scheint ein Kaninchen aus dem Hut gezaubert zu haben und eine erhoffte weiche Landung der Wirtschaft herbeizuführen. Trotz einer extremen geldpolitischen Straffungsperiode haben sich die makroökonomischen Bedingungen in den letzten Quartalen deutlich verbessert, was es der Fed ermöglicht hat, von ihrem aggressiven Straffungskurs abzurücken und ein Szenario zu schaffen, in dem die Inflation möglicherweise gebändigt wurde, ohne eine Rezession auszulösen. Was bedeutet dies nun für US-Aktienanleger im Jahr 2024 und darüber hinaus?

Starke Aktienauswahl mit besonderem Fokus auf Risikomanagement

Das Risiko einer Rezession im Jahr 2024 ist deutlich gesunken, was für die Aktienmärkte auf kurze Sicht sehr ermutigend ist. Das reale Wachstum in den USA ist stabil geblieben, während die Inflation gegenüber den Höchstständen von vor 18 Monaten deutlich zurückgegangen ist. Nichtsdestotrotz ist bei einer erneuten Risikobereitschaft Vorsicht geboten, vor allem wenn sie unkritisch ist, wie es Ende 2023 der Fall war, als die starke Marktrallye von Aktien mit niedriger Qualität und höherem Risiko angeführt wurde. Die Geschichte zeigt, dass die Outperformance von Unternehmen, denen es an fundamentaler Unterstützung fehlt, in der Regel nicht lange anhält.

Dies hat sich auch dieses Mal bewahrheitet, wobei qualitativ hochwertigere und fundamental stärkere Unternehmen seit Anfang 2024 wieder die Marktführerschaft übernommen haben. Kurzfristig sieht der Weg des geringsten Widerstands für US-Aktien so aus, dass sich der Ende 2023 begonnene Aufwärtstrend fortsetzt. Angesichts der anhaltenden Risiken für die Aussichten wird die Stimmung jedoch weiterhin in Abhängigkeit von den jüngsten Datenveröffentlichungen oder geopolitischen Entwicklungen schwanken. Aufgrund dieser Aussichten ist eine gute Aktienauswahl, die auf Qualitätsunternehmen mit dauerhaftem oder sich beschleunigendem Wachstum und angemessenen Bewertungen abzielt, von entscheidender Bedeutung.

Eine dynamische Wirtschaft mit strukturellen Vorteilen

Ein Risiko, das den US-Aktienmarkt umgibt, ist das derzeitige hohe Bewertungsniveau, das die Frage aufwirft, ob dieses Niveau nachhaltig ist. Zwar werden diese Bedenken durch die hohen Bewertungen einiger weniger Aktien an der Spitze des Marktes verstärkt, doch ist es auch richtig, dass die Bewertungen des breiteren Marktes im historischen Vergleich und im Vergleich zu den wichtigsten Marktkollegen derzeit teuer sind. Es gibt jedoch Gründe, die darauf hindeuten, dass die derzeitige Bewertungsprämie in den USA nicht nur angemessen ist, sondern wahrscheinlich auch anhalten wird. Die Risikobereitschaft und die Bewertungen steigen in der Regel, wenn sich die wirtschaftlichen Aussichten verbessern und die Anleger darauf vertrauen, dass die Unternehmen in der Lage sein werden, ein beständiges Gewinnwachstum zu erzielen. Und solange die Gewinnerwartungen steigen, tendieren Aktien zu höheren Kursen, selbst wenn die Bewertungen (die sich aus dem künftigen Kurs-Gewinn-Verhältnis ergeben) hoch sind. In diesem Umfeld befinden wir uns derzeit, wobei die höheren Bewertungen durch die gestiegenen Gewinnerwartungen bedingt sind.

U.S.-Aktien haben durchweg besser abgeschnitten

Wirtschaft
Quelle: Refinitiv Eikon, T. Rowe Price Analyse, kumulative Renditen; Copyright Refinitiv, 8.3.24

Was die längerfristige Nachhaltigkeit betrifft, so ist die US-Wirtschaft vielfältig und dynamisch und weist bestimmte strukturelle Vorteile auf, die dazu beigetragen haben, dass US-Aktien in den letzten 5-, 10-, 20- und 30-Jahres-Zeiträumen besser abgeschnitten haben als die globalen Aktienindizes.

Hauptrisiken für den Ausblick

Die aktuellen US-Daten deuten darauf hin, dass eine weiche Landung der Wirtschaft das wahrscheinlichste kurzfristige Szenario ist. Das Wachstum ist robust, der Arbeitsmarkt ist gesund, aber nicht mehr überhitzt, das Wachstum der Unternehmensgewinne ist insgesamt positiv, und die Fed neigt in einem Wahljahr historisch gesehen zu einer eher dovishen Haltung. Die Aktien- und Kreditrisikomärkte preisen jedoch sehr viel Optimismus ein, dass das derzeitige robuste Wachstum und die Disinflation anhalten werden. Wir sind der Meinung, dass es einen Grund gibt, etwas vorsichtiger zu sein. Angesichts der hartnäckigen Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft im vergangenen Jahr angesichts der drastischen Straffung der Geldpolitik kann das Potenzial einer Überhitzung im Jahr 2024 nicht ausgeschlossen werden, wenn die Geldpolitik gelockert wird. Dies könnte zu einer hartnäckigeren oder sogar wieder anziehenden Inflation führen, insbesondere wenn die Ölpreise steigen.

Dieses Szenario wäre nicht nur nachteilig für Unternehmen mit geringerer Qualität und hohem Fremdkapitalanteil, sondern hätte auch negative Auswirkungen auf Aktien mit längerer Laufzeit, einschließlich weniger cash-generativer Technologieunternehmen. Diese Unternehmen sind in der Regel stärker von künftigen Erträgen abhängig und daher anfälliger für einen Anstieg der zur Diskontierung dieser Erträge verwendeten Zinssätze.

 Dauerhaftes, preisgünstiges Wachstum anstreben

Zwar ist die positive Stimmung in Bezug auf die weiche Landung in den USA ermutigend und würde zyklischen Unternehmen wohl zugutekommen, doch scheinen viele dieser Aktien einen beträchtlichen Optimismus einzupreisen, ohne sich Gedanken über eine mögliche Verschlechterung der Aussichten zu machen. Wir bleiben da vorsichtiger. Daher erscheinen uns im gegenwärtigen Umfeld eher günstig bewertete Unternehmen, die ein dauerhaftes/beschleunigtes Wachstum aufweisen, angemessen. Gegenwärtig scheint es beispielsweise im Energiesektor eine Reihe von Titeln zu geben, die diesem Wachstumsprofil zu einem vernünftigen Preis entsprechen. Auch wenn nicht alle Teile des Technologiesektors attraktiv sind, erscheinen bestimmte Unternehmen, die auf das spannende Potenzial der künstlichen Intelligenz (KI) ausgerichtet sind, preiswert.

Die US-Wirtschaft hat den Befürchtungen einer Rezession standgehalten. Was nun?

Foto von Justin White (Quelle: T. Rowe Price)

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Rechtsextremismus-Experte: Spionageverdacht erschüttert AfD

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AfD-Logo (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die aktuellen Spionage- und Korruptionsvorwürfe erschüttern nach Ansicht des Rechtsextremismus-Experten Hajo Funke die AfD. „Solche Vorwürfe, auch die der Korruption, erschüttern die vermeintlich weiße Weste des demokratischen Patrioten, die die AfD vorgibt, zu tragen“, sagte der Politikwissenschaftler und Buchautor der „Rheinischen Post“ (Donnerstagsausgabe).

„Wenn die Parteispitze jetzt kalte Füße bekommt, ist offenbar der entscheidende Kipppunkt erreicht.“ Funke fügte mit Blick auf den Spitzenkandidaten der AfD für die Europawahl hinzu: „Man wird sehen, ob Maximilian Krah sich als Spitzenkandidat halten wird.“


Foto: AfD-Logo (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Arbeitnehmervertreter beklagen fehlende Strategie bei Continental

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Christiane Benner (Archiv), via dts NachrichtenagenturHannover (dts Nachrichtenagentur) – Vor der am Freitag stattfindenden Hauptversammlung von Continental kritisieren wichtige Arbeitnehmervertreter den Kurs des Vorstandes und des Aufsichtsrates des Dax-Konzerns.

Es gebe „keine erkennbare Strategie“ bei Continental, sagte IG-Metall-Chefin Christiane Benner in einem gemeinsamen Interview mit Konzernbetriebsrat Hasan Allak, das am Mittwochmittag im Intranet erschienen ist und über welches das „Handelsblatt“ (Donnerstagausgabe) berichtet. Trotz aller derzeit laufenden Sparprogramme habe „der Vorstand bisher nicht für belastbare Zukunftsperspektiven für die Beschäftigten insbesondere in Deutschland gesorgt“, sagte Allak.

Zwar würden Allak zufolge die Arbeitnehmervertreter seit Jahren auf allen Ebenen Lösungsvorschläge vorlegen. „Die meisten blieben unbeachtet“, sagte er. Einer Umfrage des Konzernbetriebsrates zufolge machen sich die unsicheren Zukunftsperspektiven auch bei Mitarbeitern und Führungskräften bemerkbar. Demnach würde nur noch ein Fünftel der Befragten zuversichtlich auf die Zukunft von Continental in Deutschland blicken.

Ausschlaggebend dafür seien Sparprogramme, die keine Zukunftsaussichten bieten würden. Benner, stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende bei Conti, kündigte an, die Kapitalseite im Gremium zur Rede stellen zu wollen. „Wir werden im Aufsichtsrat nachdrücklich diese Frage stellen: Wenn immer mehr abgebaut wird, auch in Forschung und Entwicklung und IT, was bleibt dann? Was ist das konkrete Zielbild?“. Bei Continental laufen derzeit parallel mehrere Sparprogramme. Betroffen ist auch die Autosparte mit dem Zukunftsgeschäft rund um das automatisierte Fahren und der Auto-Software. Hier sollen insgesamt weltweit über 7.000 Stellen abgebaut werden.


Foto: Christiane Benner (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Die Plastikkrise: Ölnachfrage aufgrund steigender Kunststoffproduktion – wie Investierende nachhaltige Lösungen vorantreiben können

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Plastik
Foto von Andreas von Angerer (Quelle: Inyova)

Ein aktueller Marktkommentar von Andreas von Angerer, Head of Impact bei Inyova Impact Investing:

Weltweit werden jede Minute eine Million Plastikflaschen gekauft. Seit den 1970er Jahren ist die Produktion von Kunststoffen schneller gewachsen als die jedes anderen Materials. Wenn sich dieser Wachstumstrend fortsetzt, wird die weltweite Produktion von Primärkunststoff bis 2050 voraussichtlich 1.100 Millionen Tonnen erreichen.

Insgesamt ist die Hälfte aller produzierten Kunststoffe für den einmaligen Gebrauch bestimmt, was bedeutet, dass sie nur einmal verwendet und dann weggeworfen werden. Von den 7 Milliarden Tonnen Kunststoffabfall, die bisher weltweit produziert wurden, werden weniger als 10 % recycelt. Millionen Tonnen Kunststoffabfälle gehen in der Umwelt verloren oder werden manchmal Tausende von Kilometern weit transportiert, wo sie meist verbrannt oder deponiert werden.

Immense Auswirkungen der Massenproduktion 

Plastik ist zu einem der drängendsten Probleme unserer Zeit geworden, da es unserer Umwelt, unserer Gesundheit und unseren Ozeanen massiv schadet. Die Weltmeere enthalten derzeit schätzungsweise 75 bis 199 Millionen Tonnen Plastik, und die jährliche Menge von 9 bis 14 Millionen Tonnen pro Jahr (2016) könnte sich auf voraussichtlich 23 bis 37 Millionen Tonnen pro Jahr im Jahr 2040 fast verdreifachen.

Nahezu alle Einwegplastikprodukte (98 %) werden aus fossilen Brennstoffen, also Primärrohstoffen, hergestellt. Die Ölindustrie investiert Milliarden in die Petrochemie, in der Annahme, dass Kunststoffe die Hauptquelle der künftigen Ölnachfrage sein werden. Es wird erwartet, dass sie bis zur Mitte des Jahrhunderts fast die Hälfte des Wachstums der Ölnachfrage ausmachen werden. Gleichzeitig werden die Treibhausgasemissionen, die mit der Herstellung, Verwendung und Entsorgung von Plastik aus fossilen Brennstoffen verbunden sind, Prognosen zufolge bis 2040 auf fast 20 % des globalen Kohlenstoffhaushalts ansteigen.

Erstes Umdenken: Unilever und Amazon reduzieren Kunststoff-Einsatz

Diese alarmierenden Fakten zeigen, dass wir uns inmitten einer Krise befinden, die sich rapide verschärft. Doch die Einstellung zu Plastik ändert sich allmählich und Kunststoffe sind für Unternehmen keine verlässliche Wachstumsquelle mehr. Der Markt entwickelt sich in Richtung Wiederverwendung und Mehrweg. Eine entsprechende Regulierung nimmt weltweit zu und auch die öffentliche Meinung wendet sich, wie eine Ipsos-Umfrage zeigt, bei der 71 % der Befragten weltweit ein Verbot von Einwegplastik befürworten. Dies führt bereits dazu, dass erste große Unternehmen wie Unilever und Amazon den Einsatz von Kunststoffen schrittweise reduzieren. Es ist jedoch unerlässlich, dass mehr Unternehmen transparenter werden und auf umweltfreundlichere Praktiken umstellen, um langfristige Nachhaltigkeit und finanzielle Stabilität zu gewährleisten.

Nicht nur die Unternehmen, auch die Politik muss stärker in die Pflicht genommen werden, um klare Richtlinien zu setzen. Es gibt vielversprechende Gesetzgebungspläne auf europäischer und internationaler Ebene, wie die EU-Verpackungs- und Verpackungsabfallverordnung (PPWR) und den Global Plastics Treaty. Sie stehen jedoch unter starkem Einfluss des Lobbyismus, insbesondere von Seiten der Petro-Staaten, denen der Verlust einer ihrer Haupteinnahmequellen droht, sowie von Unternehmen, die lieber weiter auf Einweg und Recycling setzen statt auf Reduktion und Pfandsysteme.

Druck durch Investierende mittels globaler Initiativen erzielt erste Ergebnisse

Um den Druck auf Politik und Industrie zu erhöhen, spielen global koordinierte Initiativen und Organisationen wie As You Sow oder die Dutch Association of Investors for Sustainable Development (Vereniging van Beleggers voor Duurzame Ontwikkeling – VBDO) mittlerweile eine entscheidende Rolle. Sie mobilisieren unter anderem den Druck von Investierenden, um sich aktiv für die Reduzierung von Plastik und nachhaltigere Praktiken einzusetzen.

Die US-amerikanische NGO As You Sow veröffentlicht beispielsweise die „Corporate Plastic Pollution Scorecard“, in der die Maßnahmen von 50 großen US-Konsumunternehmen zur Reduzierung der Plastikverschmutzung bewertet werden. Über Aktionärsbeschlüsse werden die Nachzügler in die Pflicht genommen. Kraft Heinz und andere Unternehmen haben sich dazu verpflichtet, ihren Plastikverbrauch zu reduzieren. As You Sow hat auch Aktionärsanträge bei Amazon eingereicht, um die Verpackungspraktiken des Unternehmens zu verbessern. Amazon verwendete im Jahr 2022 85.916 Tonnen Einwegplastik für den Versand, ein Rückgang von 11,6 Prozent im Vergleich zu 2021. Amazon plant außerdem, Kunststoffversandverpackungen abzuschaffen.

Die niederländische VBDO hat ein Statement verfasst, das von mehr als 180 Investoren, die ein verwaltetes Vermögen von 10 Billionen Dollar repräsentieren, unterzeichnet wurde. Darin werden Unternehmen aufgefordert, dringend Maßnahmen zur Reduzierung von Plastik zu ergreifen. Sie fordert Unterstützung für ein starkes internationales Abkommen über Plastik und rechtsverbindliche Maßnahmen, um die Produktion und Verwendung von Plastik zu reduzieren.

Darüber hinaus werden Unternehmen aufgefordert, klare Pläne zur Reduzierung von Einwegplastik vorzulegen, gefährliche Chemikalien zu eliminieren und Informationen über ihren Plastikverbrauch transparent zu machen. Inyova leitet im Rahmen der Initiative den Engagement-Prozess mit Beiersdorf. Darüber hinaus wurden Briefe an EU-Abgeordnete und die Mitglieder der High Ambition Coalition, die den Global Plastics Treaty verhandelt, geschrieben, um ihre Unterstützung für ambitionierte und robuste Plastikregulierung zu gewinnen.

Diese Bemühungen zeigen, wie NGOs und Investierende erfolgreich zusammenarbeiten können, um Unternehmen und Politik in die Pflicht zu nehmen und den Wandel hin zu einer nachhaltigeren Wirtschaft voranzutreiben. Denn die Lösung des Plastikproblems erfordert eine koordinierte globale Anstrengung aller Beteiligten.

Die Plastikkrise: Ölnachfrage aufgrund steigender Kunststoffproduktion – wie Investierende nachhaltige Lösungen vorantreiben können

Foto von Andreas von Angerer (Quelle: Inyova)

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