Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Bundesregierung hat sich mit der französischen Regierung beim gemeinsamen Ministerrat am Dienstag auf eine Wettbewerbsagenda geeinigt. Man wolle die globale Wettbewerbsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit Europas stärken und gleichzeitig das Ziel verfolgen, die EU zum ersten klimaneutralen Kontinent der Welt zu machen, heißt es darin.
Die Regierungen fordern die EU-Kommission auf, sich darum zu bemühen, die strategische Abhängigkeit Europas in mehreren Schlüsselsektoren zu verringern. In der Agenda werden insbesondere die Bereiche Netto-Null-Technologien, KI, Quantentechnologien, Luft- und Raumfahrt, Biotechnologien, Robotik, Mobilität und Chemikalien genannt. Bisher gab es eine ähnliche Initiative etwa im Bereich der Chipfertigung und bei Wasserstoff.
Zur Dekarbonisierung von Produkten sollen sich Verbraucher künftig leichter über den CO2-Fußabdruck von Produkten informieren können. Damit die heimische Industrie durch strengere CO2-Einsparmaßnahmen nicht benachteiligt wird, pochen die Regierungen auf eine Umsetzung des CO2-Grenzausgleichsmechanismus der EU.
Bei der chemischen Industrie setzen Deutschland und Frankreich auf einen „Ausgleich“ zwischen Umwelt- und Wettbewerbszielen. Das EU-Chemikalienrecht solle „wirksam und innovationsfreundlich“ umgestaltet werden „statt auf breiter Linie Produkte zu verbieten“. Grünes Wachstum verspricht man sich von gemeinsamen Regeln und einem Markt für recycelte Rohstoffe.
Im Agrar- und Fischereisektor soll nach Vorstellung der beiden Regierungen der Verwaltungsaufwand verringert werden und die Position der Landwirte in der Nahrungsmittelversorgungskette gestärkt werden. Auch in anderen Bereichen soll Bürokratie abgebaut werden, beispielsweise indem doppelte Vorschriften abgeschafft werden und Unternehmen mit 250 bis 500 Beschäftigten von bestimmten Verwaltungspflichten ausgenommen werden.
Die grenzübergreifende Anerkennung von Qualifikationen soll der Agenda zufolge grenzübergreifend verbessert werden. Für Arbeitskräfte, Gründer und Investoren von Technologie-Start-ups soll ein europäisches Visakoordinierungssystem umgesetzt werden.
Die Regierungen Deutschlands und Frankreichs gaben zudem an, man wolle „die verbleibenden unvollendeten Säulen des Grünen Deals voranbringen, insbesondere zu den Themen Verschmutzung und Biodiversität, jedoch auf eine Weise, die die wirtschaftliche Dynamik in Europa unterstützt“. Konkrete Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität nennt das Papier allerdings nicht.
Weitere Forderungen werden im Bereich der Spitzenforschung, bei kritischen Arzneimitteln, dem Telekommunikationsstandard 6G und bei Verteidigungsinvestitionen aufgelistet.
Foto: Fahnen von Deutschland, Frankreich und der EU (Archiv), via dts Nachrichtenagentur
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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Ankündigung von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), seine geplante Finanzierungsreform der Pflegeversicherung voraussichtlich in der laufenden Wahlperiode nicht mehr umzusetzen, stößt auf breite Kritik. „Die Pflegesituation und ihre Finanzierung werden sich weiter zuspitzen, wenn wir jetzt nichts tun“, sagte Jens Teutrine, pflegepolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, der „Welt“ (Mittwochausgabe).
München (dts Nachrichtenagentur) – Münchens Erzbischof, Kardinal Reinhard Marx, hat sich gegen AfD-Funktionäre in kirchlichen Gremien ausgesprochen. „Ich kann nicht akzeptieren, dass ein Funktionär der AfD Mitglied eines Gremiums ist“, sagte Marx der „Süddeutschen Zeitung“ (Mittwochausgabe).
Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP), hat mit Blick auf den rassistischen Vorfall auf Sylt und antisemitischer Aktivitäten an Hochschulen eine „360-Grad-Bedrohung“ der Liberalität in Deutschland beklagt. „Mich bedrückt die Verrohung in Deutschland, das Debattenklima in unserem Land“, sagte Lindner dem TV-Sender „Welt“ am Mittwoch. Die Tatsache, dass Gäste eines Clubs auf Sylt jüngst „Ausländer raus“ und „Deutschland den Deutschen“ gegrölt hatten, bewertete der FDP-Chef als „krass ausländerfeindlichen Vorfall“.
Dresden (dts Nachrichtenagentur) – Die Zahl der rechtsextremen Straftaten hat in Sachsen im vergangenen Jahr einen neuen Höchstwert erreicht. Wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Bericht des Landesamtes für Verfassungsschutz hervorgeht, stieg die Gesamtzahl der rechtsextremistischen Straftaten von 1.709 im Jahr 2022 auf 2.566 im Jahr 2023 deutlich an.
Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Das Bundesumweltministerium hat bei Vorarbeiten für längere Atom-Laufzeiten 2010 offenbar die eigenen Reaktorsicherheits-Experten übergangen. Das geht aus internen Vermerken hervor, über die die „Süddeutsche Zeitung“ (Mittwochausgaben) berichtet.
Amsterdam (dts Nachrichtenagentur) – Der ehemalige Geheimdienstchef Dick Schoof soll neuer Regierungschef der Niederlande werden. Das teilten die zukünftigen Koalitionäre am Dienstag mit. Schoof folgt damit auf Mark Rutte.
Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Caritas-Verband fordert, künftig intensiver als bisher pflegende Angehörige zu unterstützen. „Angesichts der drastisch gestiegenen Zahl an pflegebedürftigen Menschen in Deutschland ist es dringend geboten, eine soziale Infrastruktur zu schaffen, die tags und nachts die Angehörigen entlastet“, sagte Verbandspräsidentin Eva Maria Welskop-Deffaa den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwochausgaben).
