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Kaum ein Startup kommt noch ohne Künstliche Intelligenz aus

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8 von 10 halten KI für die wichtigste Zukunftstechnologie

Startups setzen auf Künstliche Intelligenz. Inzwischen nutzen drei Viertel (76 Prozent) KI, vor einem Jahr waren es nur 49 Prozent. Zum Vergleich: In der Gesamtwirtschaft setzten aktuell nur 13 Prozent der Unternehmen auf diese Technologie. Auch generative KI ist unter Startups weit verbreitet: Rund zwei Drittel (63 Prozent) setzen sie in ihrem Startup ein, 45 Prozent zur Unterstützung des internen Geschäftsbetriebs, 37 Prozent aber auch als Teil der eigenen Produkte und Dienstleistungen. Das ist das Ergebnis einer Befragung von 172 deutschen Tech-Startups im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

„Künstliche Intelligenz ist kein Hype, sie ist die wohl wichtigste Schlüsseltechnologie der Zukunft. Während Deutschland seit Jahrzehnten in der KI-Forschung ganz vorne mit dabei war, kommen kommerzielle Anwendungen jetzt überwiegend aus dem Ausland. Startups gehören in Deutschland zu den Vorreitern und Treibern der KI“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. „KMUs und Großunternehmen empfehle ich sehr, die Nähe zu KI Startups zu suchen oder auch in Kooperationen zu gehen.“

Für 8 von 10 Startups (80 Prozent) ist KI die wichtigste Zukunftstechnologie schlechthin, nur 17 Prozent halten sie für einen Hype, der massiv überschätzt wird. 39 Prozent meinen, dass Startups, die KI nicht nutzen, keine Zukunft haben. Dabei bietet KI den Startups auch ganz konkrete Vorteile. Drei Viertel (76 Prozent) jener Startups, die KI in ihre Produkte oder Dienstleistungen integriert haben, kamen leichter an eine Finanzierung. Und 38 Prozent könnten ihr Produkt bzw. ihre Dienstleistung ohne KI gar nicht mehr oder nur sehr eingeschränkt anbieten.

AI Act muss KI-Einsatz erleichtern und darf ihn nicht erschweren

Eine knappe Mehrheit (56 Prozent) der Startups sieht schon heute in einer übertriebenen Regulierung den Grund, warum Produkte wie ChatGPT nicht in der EU entwickelt werden. Im Mai hat die EU den AI Act auf den Weg gebracht, der eine einheitliche KI-Regulierung in Europa schaffen soll. Ein Drittel (33 Prozent) sieht durch den AI Act einen Wettbewerbsnachteil für das eigene Startup gegenüber Unternehmen etwa aus den USA oder China. Und ein Viertel (25 Prozent) geht davon aus, dass der AI Act ihr Startup in der Nutzung bzw. Entwicklung von KI einschränken wird. Wintergerst: „Wenn wir wollen, dass Unternehmen in Europa und Deutschland KI entwickeln und nutzen, müssen wir bei der jetzt anstehenden Umsetzung des AI Act die Förderung technologischer Innovationen in den Mittelpunkt stellen.“

Als größte Hemmnisse beim KI-Einsatz im eigenen Startup gelten derzeit fehlende finanzielle und personelle Ressourcen (je 23 Prozent) sowie Anforderungen an den Datenschutz bzw. die rechtliche Zulässigkeit der Verwendbarkeit von Daten (22 Prozent). Dahinter folgen fehlende Zeit im Alltagsgeschäft (19 Prozent) und fehlende Daten, um KI nutzbringend einsetzen zu können (17 Prozent). 10 Prozent sorgen sich, dass Unternehmensdaten durch KI in falsche Hände geraten könnten, 9 Prozent sind ganz allgemein durch rechtliche Hürden und Unklarheiten verunsichert und ebenfalls 9 Prozent fehlt es an technischem Know-how, um KI zu implementieren.

8 Prozent sehen keinen sinnvollen Anwendungsbereich von KI, 7 Prozent haben Sorge vor künftigen Einschränkungen beim KI-Einsatz, 5 Prozent haben aktuell einen Fokus auf andere Zukunftstechnologien. 4 Prozent fehlt es an Vertrauen in KI und für ebenso viele ist KI derzeit schlicht kein Thema. Ein Drittel (33 Prozent) der Startups erkennt aber gar keine Hemmnisse beim KI-Einsatz.

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverband Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 172 Tech-Startups aus Deutschland online befragt. Die Befragung fand im Zeitraum von KW 7 bis KW 15 2024 statt. Die Umfrage ist nicht repräsentativ, gibt aber ein aussagekräftiges Stimmungsbild für Tech-Startups in Deutschland. Die Fragestellungen lauteten „Welche der folgenden Technologien sind in eurem Startup bereits im Einsatz, werden geplant oder diskutiert oder sind derzeit kein Thema?“, „Setzt ihr generative KI in eurem Startup ein?“, „Was sind die größten Hemmnisse für den Einsatz von KI in eurem Startup?“ und „Inwiefern treffen die folgenden Aussagen zum Thema KI auf euer Startup bzw. deiner Meinung nach zu?“

Titelbild/ Bildquelle: Bild von Gerd Altmann für pixabay

Quelle Bitkom e.V.

Faszination Oldtimer: Klassikwelt Bodensee zieht positive Bilanz

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Foyer West: Sonderschau "25 Klassiker aus 10 Nationen"

Historische Gefährte wohin das Auge reicht und jede Menge glückliche Gesichter: Bei der Klassikwelt Bodensee, die am Sonntag erfolgreich zu Ende ging, waren neben dem Handel von Fahrzeugen und Zubehör vor allem die Airshow und das Vintage-Demo-Racing wahre Publikumsmagneten. 36.000 Besucherinnen und Besucher strömten auf das Messegelände, um die klassische Mobilität in all ihren Facetten und Formen zu erleben.

Zahlreiche Gäste kamen dabei mit ihren eigenen „Oldies“ angefahren und nutzten das kostenlose Parkangebot in der ADAC-Parkarena. „Die Klassikwelt Bodensee hat wieder einmal gezeigt, dass sie ein Branchenevent ist, das nicht nur fachgerecht und individuell auf die Oldtimerszene ausgerichtet ist, sondern Liebhaber aus allen Generationen vereint“, resümieren Messegeschäftsführer Klaus Wellmann und Projektleiter Roland Bosch. „Das Besondere bei uns in Friedrichshafen ist, dass wir dynamisch unterwegs sind. Wir zeigen die historische Mobilität in ihrer ganzen Bandbreite und lassen sie hier spürbar aufleben.“

Über 800 Teilnehmende zelebrierten in elf voll belegten Messehallen und dem Freigelände die gemeinsame Leidenschaft zur Oldtimerei. Retro-Motorräder, Cabrio-Klassiker und viele andere Raritäten reihten sich auf dem Gelände aneinander, während sich deren Besitzerinnen und Besitzer über den gemeinsamen Austausch mit Gleichgesinnten freuten. „In der heutigen digitalen und schnelllebigen Zeit werden reale menschliche Begegnungen immer wichtiger“, betont Roland Bosch. „Wenn diese Begegnungen dazu noch auf einer Messe stattfinden, bei der es um Mobilität geht, die ganz ohne digitale Unterstützung für großes Fahrvergnügen sorgt, dann kann die Zukunft so digital sein, wie sie nur möchte: Für Oldtimerbesitzer halten wir alles beim Alten.“

So kurvten vor den Augen tausender Zuschauer knapp 300 historische Rennmotorräder und Rennfahrzeuge beim Vintage-Demo-Racing über den 1,6 Kilometerlangen Messerundkurs und sorgten für Begeisterung. Bei der Airshow zeigte unter anderem die BO 105 der Flying Bulls ihr Können. „Es ist so cool, dass man die historische Mobilität hier live erleben kann“, freute sich Marco aus Konstanz. „Was dieser Helikopter am Himmel präsentiert, ist einfach nur spektakulär.“ Mark schreibt auf Facebook: „Ein echt starkes Rahmenprogramm. Wir waren heute den ganzen Tag auf den Beinen und haben immer noch nicht alles gesehen.“ Matthias Brühl postet: „Sehr geil. Nächstes Jahr wieder!“

Ausstellende Unternehmen zeigen sich sehr zufrieden mit dem Messeverlauf

Die teilnehmenden Unternehmen ziehen ebenfalls ein durchweg positives Fazit. „Die Klassikwelt Bodensee ist mit viel Liebe gemacht. Das sieht man überall“, findet Johannes Hübner, Oldtimer-Experte und Referent auf der Vortragsbühne. „Die ADAC-Parkarena im Freigelände zum Beispiel ist wie ein zusätzliches Automuseum, das vom Stolz der Besitzer getragen wird. Diese Messe ist das große Highlight im Vierländereck und strahlt bundesweit aus.“ Jan Hennen, Vizepräsident der Kommunikation vom Deuvet ist der Meinung: „Die Klassikwelt Bodensee ist eine der wichtigsten und besten Oldtimer-Messen. Die ganze Messe fühlt sich an wie ein großes Familienfest.“ Zufrieden zeigten sich auch die Mercedes-Benz-Clubs.

„Vor allem die Mischung aus Event, Messe und dem Schwerpunkt Fahrspaß am klassischen Automobil sorgen für einen unerreichbaren Charme“, lobt Lukas Wegener, Mitinitiator der Mercedes-Benz-Sonderschau. Fabian Brinz, Geschäftsführer vom Autohaus Höflacher freute sich über das aufgeschlossene und offene Publikum. „Wir haben viel neue Kundschaft gewonnen“, sagt er. „So eine Messe ist doch einfach was anderes als nur ein trockener Internetauftritt. Wenn man eine Dienstleistung verkauft, dann bedarf es ja auch einer Beratung und das ist bei einer Messe schon super.“ Sehr viel Besuch am Stand hatte Roman Spannring, Geschäftsführer vom Delta Integrale Club Montafon. „Ich stehe schon seit elf Jahren auf der Klassikwelt Bodensee und es ist immer cool.

Die Leute sind nett und es ist eine super Veranstaltung. Ich glaube auch, dass solche Events die Jüngeren inspirieren können.“ Christian Zschocke, Inhaber der Wundercar Collection, ergänzt: „Für mich misst sich der Erfolg am Publikum und das war glaube ich sehr happy. Wir haben jedenfalls sehr positives Feedback erhalten.“ Johann König, Referent der Klassik-Interessenvertretung beim ADAC, will die Partnerschaft im nächsten Jahr unbedingt weiter ausbauen. „Wir sind sehr zufrieden“, resümiert er die vergangenen drei Tage. „Die Partnerschaft mit der Klassikwelt Bodensee ist fantastisch. Die ganze Veranstaltung ist lebendig und die Messe war für uns sehr erfolgreich.“

Infos & Öffnungszeiten

Die nächste Klassikwelt Bodensee findet vom 16. bis 18. Mai 2025 statt. Weitere Infos unter https://www.klassikwelt-bodensee.de und auf Facebook https://www.facebook.com/KlassikweltBodensee/

Foyer West: Sonderschau „25 Klassiker aus 10 Nationen“ Foto: KLASSIKWELT BODENSEE, Messe Friedrichshafen

Quelle: KLASSIKWELT BODENSEE, Messe Friedrichshafen

EuGH verurteilt Ungarn wegen Asylpolitik

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Ungarische Polizei an einer Mauer mit Stacheldraht (Archiv), via dts NachrichtenagenturLuxemburg (dts Nachrichtenagentur) – Der Europäische Gerichtshof hat Ungarn wegen seiner Asylpolitik zu einer Geldbuße verurteilt. Das Land müsse einen Pauschalbetrag von 200 Millionen Euro zahlen, teilten die Luxemburger Richter am Donnerstag mit. Hinzu komme ein Zwangsgeld von einer Million Euro für jeden Tag des Verzugs wegen Nichtdurchführung eines Urteils des Gerichtshofs.

Im Dezember 2020 hatte der EuGH einen Verstoß Ungarns gegen das Unionsrecht im Bereich der Verfahren für die Zuerkennung des internationalen Schutzes und der Verfahren zur Rückführung illegal aufhältiger Drittstaatsangehöriger festgestellt. In der Entscheidung von Donnerstag stellte der Gerichtshof fest, dass Ungarn nicht die Maßnahmen ergriffen habe, die zur Durchführung des Urteils von 2020 erforderlich seien.

Konkret geht es um den Zugang zum Verfahren auf internationalen Schutz, das Recht von Personen, die diesen Schutz beantragen, bis zu einer endgültigen Entscheidung über ihren Rechtsbehelf gegen die Ablehnung ihres Antrags in Ungarn zu bleiben, und die Abschiebung illegal aufhältiger Drittstaatsangehöriger. Ungarn umgehe unter Verstoß gegen den Grundsatz der loyalen Zusammenarbeit bewusst die Anwendung der gemeinsamen Politik der Union im Bereich des internationalen Schutzes insgesamt sowie die Anwendung der Vorschriften über die Rückführung illegal aufhältiger Drittstaatsangehöriger, so der EuGH.

Dieses Verhalten stelle eine „erhebliche Bedrohung“ für die Einheit des Unionsrechts dar, die sowohl private Interessen, namentlich diejenigen der Asylbewerber, als auch das öffentliche Interesse außerordentlich schwer beeinträchtige, so das Gericht. Insbesondere liege in der Vertragsverletzung Ungarns ein schwerer Verstoß gegen den Grundsatz der Solidarität und der gerechten Aufteilung der Verantwortlichkeiten unter den Mitgliedstaaten vor (C-123/22).


Foto: Ungarische Polizei an einer Mauer mit Stacheldraht (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Bundessieg und Porsche Sonderpreis „Digitale Zukunft“ für innovative Sonar-Sehhilfe aus Sachsenheim

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Lichtenberg-Schüler werden bei Bundesfinale von „Jugend gründet“ gleich doppelt geehrt

„blind Sonar“, so heißt die innovative Geschäftsidee, für die Ferdinand Horn, Julian Schenker und Dominik Schuler beim diesjährigen Bundesfinale von „Jugend gründet“ den ersten Platz belegten. Für ihre selbst entwickelte Sonar-Sehhilfe, die Sehbehinderten eine haptische Wahrnehmung der Umgebung ermöglicht, wurden die Schüler außerdem von der Porsche AG mit dem Sonderpreis „Digitale Zukunft“ geehrt. Das Trio besucht das Lichtenberg-Gymnasium in Sachsenheim und wird im Wettbewerb von seinem Lehrer Timo Schuh betreut.

„blind Sonar“ ist ein Stirnband, das sehbehinderten Personen eine haptische Wahrnehmung ihrer Umgebung ermöglicht. Die 360-Grad-Erfassung der Umwelt bietet eine verbesserte Orientierung und mehr Sicherheit im Alltag. Für Betroffene könnte die Erfindung eine enorme Steigerung der Lebensqualität bedeuten, so der Plan von Ferdinand Horn, Julian Schenker und Dominik Schuler.

Mit ihrer Vision konnten die Schüler beim diesjährigen Bundesfinale von „Jugend gründet“ auch die Jury überzeugen und erreichten in Stuttgart, zu Gast beim Hauptsponsor Porsche AG, Platz 1. Ihr Produkt „blind Sonar“ stelle eine echte und deutlich einfachere Problemlösung dar, so das Fazit von Preisstifter Ralf Lauterwasser (Steinbeis) in seiner Laudatio. Das gelte besonders, wenn man bedenke, dass Blindenhunde bis zu 60.000 Euro kosteten und nicht in ausreichendem Maße verfügbar seien. Darüber hinaus hätten Julian, Ferdinand und Dominik beim Finale eine mehr als beeindruckende Teamleistung gezeigt – und eine klare Roadmap für ihr Produkt, die Technologie und Business verbindet.

Der Preis für den Bundessieg ist eine exklusive fast einwöchige Start-up-Entdeckungsreise ins Silicon Valley/USA, wo sich die Schüler mit vielen anderen Gründungs- und Technologiebegeisterten austauschen können.

Porsche ehrt Trio mit Sonderpreis „Digitale Zukunft“

Vom Gastgeber und Hauptsponsor Porsche AG wurden die Schüler außerdem mit dem Sonderpreis „Digitale Zukunft“ geehrt und dürfen sich auf einem exklusiven Besuch des firmeneigenen Porsche Denklabors freuen. In seiner Laudatio betonte Andreas Haffner, Vorstand Personal- und Sozialwesen bei der Porsche AG, besonders den verbindenden Charakter der Geschäftsidee: „Die Idee hat uns in der Jury begeistert. Sie zeigt, dass Technologie mehr ist als nur ein Werkzeug. Sie kann eine Brücke sein, die Menschen verbindet. Und die hilft, Barrieren zu überwinden. Hier kommen die wichtigen Themen Inklusion und gesellschaftliche Teilhabe voran. Und diese Themen liegen uns auch bei Porsche besonders am Herzen.“

Finale mit den besten zehn Teams des Wettbewerbsjahres

Beim Bundesfinale von „Jugend gründet“ waren die besten zehn Teams des Wettbewerbsjahres nach Stuttgart eingeladen, um dort ihre Geschäftsideen ein letztes Mal der Jury zu präsentieren. Die Konkurrenz war so groß wie nie: Erstmalig wurden im bundesweiten Schülerwettbewerb für mehr Gründungsgeist über tausend Businesspläne eingereicht. Im Schuljahr 2023/2024 nahmen insgesamt 5.038 Schülerinnen und Schüler am Wettbewerb teil.

Qualifiziert hatten sich in diesem Jahr vier Teams aus Hessen, drei Teams aus Baden-Württemberg, zwei Teams aus Niedersachsen und ein Team aus Bayern. Die Herausforderung für die Jugendlichen beim Finale: Die Expertinnen und Experten mit einem selbst gestalteten Messestand inklusive Pitch auf der „Zukunftsideenmesse“ von der eigenen Geschäftsidee überzeugen.

Platz 2 und Platz 3 gehen nach Hessen

Den 2. Platz sicherte sich das Team „Conez GmbH“ mit Brad Melvin Timo Fokou, Balint Bettner, Paul Würz, Lorenz Herp und Viola Kraut von der Internatsschule Schloss Hansenberg in Geisenheim (HE). Ihre Geschäftsidee ist eine interaktive Fußball-Trainingsweste, die den Spielern Echtzeitfeedback geben soll.

Platz 3 sicherte sich Leon Pelikan von der Goetheschule in Wetzlar. Er hat im Wettbewerb „Political X Change“, eine Demokratie-App für Jugendliche, entwickelt, mit der der Schüler den direkten Austausch zwischen Jugendlichen und Politikern und Politikerinnen fördern will.

Tolles Zeichen für die Zukunft

„Wir haben im Bundesfinale die zehn besten von über tausend Wettbewerbsbeiträgen gesehen. Alleine hier anzutreten, ist eine beeindruckende Leistung“, sagte Dr. Stefan Luther, Ministerialdirigent im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in seinem Grußwort. „Vor allem aber ist es ein tolles Zeichen für die Zukunft, die Ihr – liebe Finalistinnen und Finalisten – mit großem Ideenreichtum, viel Sachverstand und echter Leidenschaft gestalten wollt. Egal wer heute auf dem Siegertreppchen steht: Ihr alle seid für uns ein großer Gewinn! Und ich bin sicher, die Teilnahme an diesem Wettbewerb ist auch für euch ein großer Gewinn und eine schöne Erfahrung.“

Bundesjury ringt um Finalranking

Die Jury betonte das extrem hohe Niveau der 26 Finalistinnen und Finalisten. Die Entscheidung, welche Teams auf den ersten Plätzen landen sollten, fiel den Expertinnen und Experten entsprechend schwer. Die weiteren Finalideen, die in Stuttgart präsentiert wurden, waren wärmende und schmerzlindernde Periodenunterwäsche („Cozy Flow“, Achern, BW), ein nachhaltiges, faltbares Geodreieck („GreenGeoFold“, Geisenheim, HE), eine App zum Training der Präsentationsskills („Eloquento“, München, BY), eine App für die digitale Senioren-Bildung („GenConnect“, Darmstadt, HE), eine 3D-Druck-Plattform für kreatives Heimwerken („MakerRent“, Hannover, NI), KI-unterstützte Mikroskopie-Analysen für die Krankheitsdiagnose („SeesDisease“, Leer, NI) und eine Sporttalente-Scouting-Plattform („SkillSpotter“, Sasbach, BW).

Optimistische Visionen für die Welt von morgen

So unterschiedlich die Ideen auch scheinen mögen, verfolgen doch alle Teams ein gemeinsames Ziel, da ist sich Projektleiterin Franziska Metzbaur sicher: „Unsere Finalistinnen und Finalisten eint der unbedingte Wille, die Welt ein kleines bisschen besser zu machen. In ihren Businessplänen zeigen sie, dass sich Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit nicht ausschließen. Dafür investieren die Teams jede Menge Arbeit und noch mehr Herzblut. Beim Pitchen beweisen die Jugendlichen großen Mut und eine oft erstaunliche Professionalität. Dieser Enthusiasmus und ihr Optimismus begeistern mich jedes Jahr aufs Neue. Genau das ist es, was echte Gründerinnen und Gründer brauchen, damit wir gemeinsam mit ihnen die Welt von morgen gestalten können!“

Die Jury beim Bundesfinale

Die „Jugend gründet“ Bundesjury besteht jedes Jahr aus wechselnden Expertinnen und Experten unterschiedlichster Fachrichtungen, in diesem Jahr: Maria Dietz (GFT Technologies), Mathias Fromberger (pikepartners), Heiko Gintz (Westfalia Hochschule), Prof. Dr. Nils Högsdal (HdM Stuttgart), Dr. Kristina Keisers (Altana), Carolin Köhler (Porsche), Carsten Kraus (CK Holding), Ralf Lauterwasser (Steinbeis), Jascha Mähler (WILDPLASTIC), Anne Schmitz (Mc Kinsey), Amelie Sperber (supernutural), Sara Velte (McKinsey), Kerassa Wassermann (Porsche).

Das ist JUGEND GRÜNDET
Aus Problemen Lösungen entwickeln und mit innovativen Ideen die Zukunft gestalten, das ist der Kerngedanke von JUGEND GRÜNDET. Dafür schlüpfen Jugendliche ein Schuljahr lang in die Gründerrolle: Erst entwickeln die Jugendlichen eine eigene, innovative Geschäftsidee und schreiben einen Businessplan (1. Halbjahr: September – Januar), dann führen sie in einem Planspiel virtuell ein Unternehmen (2. Halbjahr: Februar – Mai). Die besten Teams der Businessplan-Phase präsentieren ihre Geschäftsideen bei den Pitch Events im Frühjahr. Das Wettbewerbsfinale wird im Juni mit den Top 10 Teams des Schuljahres ausgetragen. Auf der „Zukunftsideenmesse“ entscheidet sich, wer den Bundessieg und damit den Hauptpreis, eine Start-up Entdeckungsreise ins Silicon Valley/USA, gewinnt.

Sponsoren & Förderer
JUGEND GRÜNDET ist ein bundesweiter Schülerwettbewerb, der seit 2003 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Die Teilnahme wird von der Kultusministerkonferenz der Länder empfohlen und kann als besondere Lernleistung anerkannt werden. Eine Reihe renommierter Sponsoren unterstützt den Wettbewerb bei den Preisen und Events. Hauptsponsor ist die Porsche AG.

Ausführliche Informationen zum Wettbewerb auf www.jugend-gruendet.de

Bild Ferdinand Horn, Julian Schenker und Dominik Schuler alias „blind Sonar“, hier mit Lehrkraft Timo Schuh, sichern sich den JUGEND GRÜNDET Bundessieg 2024 (Bildnachweis: JUGEND GRÜNDET)

Quelle JUGEND GRÜNDET – Chancen erkennen. Zukunft gestalten.

Faeser sieht vor EM "abstrakt hohe Gefährdung"

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Nancy Faeser (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Kurz vor dem Beginn der Fußball-Europameisterschaft in Deutschland warnt Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) vor Risiken und Gefahren. Für sie stehe bei dem Turnier „Sicherheit an oberster Stelle“, sagte sie der „Bild“.

Gefahren gebe es „durch islamistische Anschläge, durch Gewalt zwischen gewaltbereiten Hooligans und anderen Fans und auch Cyber-Attacken“. Das sei etwas, was es 2006 noch gar nicht gegeben habe mit diesen Risiken. Eine konkrete Bedrohung gebe es derzeit aber nicht, fügte Faeser hinzu. „Wir haben abstrakt eine hohe Gefährdung. Das hat sich insbesondere seit dem 7. Oktober, dem furchtbaren Anschlag der Hamas auf Israel, sehr verstärkt.“ Aber konkrete Anlässe gebe es bislang nicht.

Zum Schutz der Fußballfans außerhalb der Stadien plädierte die Innenministerin für die Ausweitung von Waffenverbotszonen, sieht dabei aber auch die Austragungsorte in der Pflicht. „Ich bin große Befürworterin der Waffenverbotszone. Ich halte das für zielführend“, so die SPD-Politikerin. „Wir haben das als Bundespolizei flächendeckend an den Bahnhöfen umgesetzt, da können wir es unmittelbar beeinflussen. Ich gehe davon aus, dass viele der Ausrichterstädte das auch getan haben.“


Foto: Nancy Faeser (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Landwirtschaftliche Erzeugerpreise leicht gestiegen

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Obst und Gemüse auf einem Marktstand (Archiv), via dts NachrichtenagenturWiesbaden (dts Nachrichtenagentur) – Die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte sind im April 2024 leicht gestiegen. Sie waren um 0,4 Prozent höher als im Vorjahresmonat, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag mit.

Im März 2024 hatte die Veränderungsrate zum Vorjahresmonat bei -2,2 Prozent gelegen, im Februar 2024 bei -5,8 Prozent. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte im April 2024 um 0,7 Prozent.

Im Vorjahresvergleich entwickelten sich die Preise für Produkte aus pflanzlicher und tierischer Erzeugung erneut gegenläufig. So stiegen die Preise für pflanzliche Erzeugnisse im April um 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, während die Preise für Tiere und tierische Erzeugnisse um 2,4 Prozent sanken. Im März hatten die Veränderungsraten zum Vorjahresmonat +1,9 Prozent für pflanzliche Erzeugnisse sowie -4,9 Prozent für Tiere und tierische Erzeugnisse betragen. Im Vergleich zum Vormonat waren Produkte aus pflanzlicher Erzeugung im April um 1,4 Prozent und Produkte aus tierischer Erzeugung um 0,2 Prozent teurer.

Der Preisanstieg um 4,6 Prozent bei Produkten aus pflanzlicher Erzeugung im Vergleich zum Vorjahresmonat ist unter anderem auf die gestiegenen Preise für Speisekartoffeln zurückzuführen, so die Statistiker. Diese waren um 53,9 Prozent höher als im April 2023. Die Veränderungsrate zum Vorjahresmonat hatte im März bereits +51,7 Prozent betragen. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Kartoffelpreise um 1,5 Prozent.

Futterpflanzen waren im April 2024 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 6,0 Prozent günstiger (März 2024: +0,8 Prozent). Wein verteuerte sich binnen Jahresfrist um 0,7 Prozent (März: +1,6 Prozent).

Die Erzeugerpreise für Obst waren im April um 33,0 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Preisanstiege gab es unter anderem bei Erdbeeren mit +40,4 Prozent und bei Tafeläpfeln mit +37,7 Prozent. Beim Gemüse (-0,4 Prozent) sanken insbesondere die Preise für Spargel (-18,4 Prozent) und Salat (-6,4 Prozent), während die Preise für Blumenkohl (+49,1 Prozent), Kohlgemüse (+43,2 Prozent) und Tomaten (+41,6 Prozent) binnen Jahresfrist stiegen.

Getreide war im April im Vergleich zum April 2023 um 19,8 Prozent günstiger. Im März hatte die Veränderung gegenüber dem Vorjahresmonat -28,8 Prozent betragen. Das Handelsgewächs Raps war im April im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,6 Prozent günstiger (März: -12,6 Prozent zum Vorjahresmonat).

Der Preisrückgang bei Produkten aus tierischer Erzeugung um 2,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat ist unter anderem auf die gesunkenen Preise für Tiere zurückzuführen. Die Preise für Tiere lagen um 4,1 Prozent niedriger als im April 2023 (März: -4,6 Prozent). Dabei sanken die Preise für Schlachtschweine um 5,0 Prozent und für Rinder um 1,5 Prozent. Die Preise für Geflügel waren im April 2024 um 5,4 Prozent niedriger als im April 2023. Ausschlaggebend hierfür war insbesondere der Preisrückgang bei Sonstigem Geflügel (Enten und Puten) um 13,0 Prozent. Die Preise für Hähnchen sanken binnen Jahresfrist um 0,1 Prozent.

Der Milchpreis lag im April um 1,0 Prozent niedriger als im Vorjahresmonat (März: -7,1 Prozent). Gegenüber dem Vormonat stieg der Preis für Milch um 0,2 Prozent. Der Preisanstieg bei Eiern schwächte sich im April mit +5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat weiter ab (März: +9,3 Prozent, Februar 2024: +11,6 Prozent).


Foto: Obst und Gemüse auf einem Marktstand (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Gröhe hofft auf Fahnenmeer zur Fußball-EM

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Fußballfans der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Der frühere CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe spricht sich für einen entspannten Umgang mit der Deutschlandfahne während der Fußball-EM aus.

„Die Europameisterschaft im eigenen Land ist eine großartige Möglichkeit: Wir sollten uns einmal mehr als weltoffene und freundliche Gastgeber zeigen“, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Dazu gehöre für ihn auch Schwarz-Rot-Gold – „egal ob als Fahnenmeer, auf den Trikots oder sonstiger Fanausstattung“. Er hoffe auf ein „herrliches Sommermärchen“.

Zuletzt hatte es Diskussionen gegeben, weil die Deutschlandfahne an Polizeiautos der Berliner Polizei während der Heim-EM untersagt worden war. Gröhe hatte als CDU-Generalsekretär am Wahlabend der Bundestagswahl 2013 in der CDU-Zentrale die schwarz-rot-goldene Fahne geschwenkt – die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sie ihm daraufhin aus der Hand genommen und sie von der Bühne entfernt.


Foto: Fußballfans der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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SED-Opferbeauftragte besorgt über Wahlergebnis in Ostdeutschland

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Wahllokal zur Europawahl am 09.06.2024, via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Beauftragte des Bundestages für die Opfer der SED-Diktatur, Evelyn Zupke, hat sich nach der Europawahl besorgt über das Abschneiden der AfD in Ostdeutschland geäußert, zugleich aber davor gewarnt, dies allein auf die DDR zurückzuführen. „Das ist natürlich besorgniserregend“, sagte sie dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Donnerstagausgabe).

„Die SED-Diktatur ist eine Facette der Erklärung. Doch sie allein erklärt das Wahlergebnis nicht. Man kann das nicht eindimensional erklären und sagen, das sind alles Demokratiefeinde“, so Zupke. Es sei nun Aufgabe der Politik, Antworten darauf zu suchen.

Die AfD war in Ostdeutschland fast durchweg stärkste Partei. Zupke will am Donnerstag ihren Jahresbericht präsentieren.


Foto: Wahllokal zur Europawahl am 09.06.2024, via dts Nachrichtenagentur

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Grüne Jugend kritisiert Pistorius` Wehrdienst-Pläne

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Svenja Appuhn (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Svenja Appuhn, Sprecherin der Grünen-Jugend, hat kritisch auf den Plan von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) zur Einführung eines „Neuen Wehrdienstes“ reagiert. „Unsere krisengeschüttelte Generation muss gerade schon genug mitmachen“, sagte sie dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Donnerstagausgaben).

„Der Verteidigungsminister sollte fest zusichern, dass es trotz Musterungspflicht schlussendlich bei der Freiwilligkeit für den Wehrdienst bleibt. Der Einzug gegen den Willen der betroffenen Person muss ausgeschlossen sein“, sagte die Sprecherin der Parteijugend. Es gebe viele Möglichkeiten, die Attraktivität der Bundeswehr zu erhöhen, „in denen junge Menschen nicht einfach zur Verfügungsmasse der Politik werden“, so Appuhn.

„Außerdem erwarten wir, dass Freiwilligendienstleistende Wehrdienstleistenden gegenüber gleichgestellt werden.“ Im Rahmen der Debatte über die Wehrpflicht sei eine Debatte über das „mickrige Taschengeld“ im Freiwilligendienst nötig. „400 Euro pro Monat, obwohl in der Regel weder Unterkunft noch Fahrtkosten übernommen werden, sind ein Witz.“ Schließlich gebe es neben dem Personalmangel bei der Bundeswehr „auch einen zunehmend lebensgefährlich werdenden Personalmangel in anderen Bereichen wie etwa der Pflege“, so Appuhn. Das müsse man ebenfalls berücksichtigen.

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte am Mittwoch seine Pläne für einen „Auswahlwehrdienst“ vorgestellt. Künftig sollen demnach alle 18-Jährigen digital für einen Fragebogen zur Wehrerfassung kontaktiert werden. Für Männer soll das Ausfüllen des Bogens verpflichtend sein, für Frauen freiwillig. So soll das Interesse möglicher Bewerber, ihr Gesundheitszustand und beispielsweise ihre Hobbys erhoben werden. Die „fittesten, geeignetsten und interessiertesten“ 40.000 bis 50.000 jungen Erwachsenen jedes Jahrgangs sollen dann – ebenfalls verpflichtend – zur Musterung eingeladen werden. Insgesamt sollen so zunächst 5.000 zusätzliche Rekruten gewonnen werden, mit steigender Tendenz. Ihnen werden zwei Optionen angeboten: ein Grundwehrdienst mit einer Dauer von sechs Monaten für Gewehrträger mit geringerer Qualifikation. Oder ein Wehrdienst von zwölf bis 17 Monaten, bei dem die Teilnehmer tiefer in die Strukturen der Bundeswehr integriert werden und so beispielsweise lernen, bestimmte IT-Dienstleistungen zu erbringen oder Panzer zu fahren.

Insgesamt sieht Pistorius die Notwendigkeit, die Zahl der aktuell 181.000 Streitkräfte auf 203.000 zu erhöhen. Durch die Wehrdienstpläne sollen außerdem zu den 60.000 Reservisten 200.000 Personen hinzukommen, die nach dem Wehrdienst in die Reserve überführt werden. Zum Vergleich: Zu Zeiten des Kalten Krieges gab es rund 500.000 Streitkräfte und etwa 800.000 Reservisten.


Foto: Svenja Appuhn (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Finanzsituation der Pflegeversicherung dramatischer als angenommen

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Seniorin im Rollstuhl (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Finanzsituation der Pflegeversicherung ist dramatischer als bisher angenommen. Das zuständige Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) musste mit einer Notoperation in den Finanzierungsmechanismus eingreifen, um die Zahlungsfähigkeit der Pflegeversicherung zu sichern, wie das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Donnerstagausgaben) berichtet.

So wies das Amt mit Schreiben vom 23. Mai die gesetzlichen Pflegekassen an, die eigenen Rücklagen schrittweise abzusenken, um den gemeinsamen Finanzausgleich aller Kassen aufzufüllen. Der Ausgleichsfonds darf eine gewisse Größe nicht unterschreiten, damit die Pflegeversicherung insgesamt liquide bleibt. Zuletzt hatte das BAS in der Corona-Pandemie zu diesem Mittel greifen müssen, um die damals hohen Mehrausgaben der Pflegeversicherung zum Beispiel für Tests und Schutzkleidung abzusichern.

Konkret kündigte das BAS in seinem Schreiben an, die sogenannte Ausgabendeckungsquote schrittweise von 70 Prozent einer Monatsausgabe auf 50 Prozent zu senken – was unter Experten als absolutes Minimum gilt. Das Gesetz sieht im Normalfall 100 Prozent einer Monatsausgabe vor. Nach früherer Einschätzung von Krankenkassen müssen in der Pflegeversicherung spätestens zum 1. Januar 2025 die Beiträge um 0,2 Prozentpunkte angehoben werden.

Als eine der Ursachen gilt ein unerwartet starker Zuwachs bei der Zahl der Pflegebedürftigen, für den es bisher keine schlüssige Erklärung gibt. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte Ende Mai von der Notwendigkeit einer Finanzreform gesprochen, eine Gesetzesänderung in dieser Wahlperiode wegen unterschiedlicher Ansichten in der Ampelkoalition aber für unwahrscheinlich erklärt.


Foto: Seniorin im Rollstuhl (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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