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Nord-Stream-Sprengung: Verdächtige streiten Tatbeteiligung ab

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Hinweisschild Nord Stream 2 (Archiv), via dts NachrichtenagenturKiew/Karlsruhe (dts Nachrichtenagentur) – Nachdem der Generalbundesanwalt wegen der Anschläge auf die Ostsee-Pipeline Nord Stream im September 2022 nun Haftbefehl gegen einen ukrainischen Staatsbürger erlassen hat, streitet dieser und eine weitere identifizierte verdächtige Frau eine Tatbeteiligung ab.

Sie habe sich von September 2022 bis April 2023 mit ihren Kindern in Kiew aufgehalten und „zahlreiche Fotos, die das beweisen“, sagte Svitlana U. RTL/ntv. Der Sender teilte mit, diese Aufnahmen vorliegen zu haben, dass die Metadaten der Bilder allerdings manipuliert worden sein könnten.

Über den Hauptverdächtigen Volodymyr Z. sagte die Frau: „Das ist ein Freund sowie der Pate meines Kindes.“ Sie könne sich nicht vorstellen, dass er an der Sprengung der Pipeline beteiligt war. „Er ist Vater dreier Kinder, er würde seine Familie niemals so einem Risiko aussetzen.“ Aktuell halte sich Volodymyr Z. ihren Angaben nach in Kiew auf. Er habe ihr gegenüber „das ganze Thema als lächerlich abgestempelt“ und gesagt, dass sie sich „darüber keine Gedanken machen sollte“.

Deutsche Behörden hätten sich bislang nicht mit ihr in Verbindung gesetzt: „Wirklich niemand hat versucht, mit mir zu reden. Ich reise jeden Monat, ich überschreite jeden Monat die polnisch-ukrainische Grenze, dort sind ja Kontrollen. Ich war dort im Juni, im Juli, nun im August vor ein paar Tagen, keiner redete mit mir.“


Foto: Hinweisschild Nord Stream 2 (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Verteidigungsminister ruft nach Sabotage-Alarm zu "Wachsamkeit"

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Boris Pistorius (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) rät nach Sicherheitsvorfällen in der Luftwaffenkaserne Köln-Wahn und dem Nato-Stützpunkt Geilenkirchen zu erhöhter Aufmerksamkeit.

„Wir haben an beiden Orten schnell reagiert, Zugänge gesperrt, Kontrollen verschärft, Ermittlungsbehörden eingeschaltet und Laboruntersuchungen veranlasst. Die Vorfälle zeigen, dass wir weiterhin wachsam bleiben müssen“, sagte Pistorius dem „Spiegel“ am Mittwochabend. „Selbstverständlich überprüfen wir auch nach diesen Vorfällen unsere Absicherungspläne und passen diese bei Bedarf an. Dies ist bereits in Auftrag gegeben“, betonte der SPD-Politiker.

Derzeit gebe es keine konkreten Hinweise auf einen Zusammenhang der beiden Ereignisse in Köln-Wahn und Geilenkirchen. „Jetzt gilt es, weitere Untersuchungsergebnisse abzuwarten und besonnen zu handeln. Dabei vertrauen wir auf die bewährte Zusammenarbeit mit den zuständigen Ermittlungsbehörden“, so Pistorius.

Auch Grünen-Sicherheitsexperte Konstantin von Notz mahnt zu erhöhter Wachsamkeit. „Man muss diese Verdachtsmomente maximal ernst nehmen“, sagte der Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremius im Bundestag dem „Spiegel“. „Sie betten sich ein in eine tägliche Gefährdungslage von Drohnenüberflügen von Kasernengelände, über Mordpläne gegen Manager und die Festnahme von Sabotageverdächtigen durch den Generalbundesanwalt.“ Im Raum stehe „eine konkrete Gefährdung von Leib und Leben“ der Soldaten.

Die CDU-Verteidigungspolitikerin Serap Güler sieht das Verteidigungsministerium in der Pflicht, offene Fragen zu klären: „Das Ministerium muss jetzt umgehend aufklären, wie es einem Außenstehenden gelingen konnte, auf eigentlich gut geschützte Bundeswehrkasernen eindringen zu können“, sagte sie dem „Spiegel“. „Gleichzeitig ist es der Bundeswehr hoch anzurechnen, dass die Vorfälle früh erkannt wurden“, so Güler.


Foto: Boris Pistorius (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Weltgesundheitsorganisation erklärt wegen Affenpocken "Notlage"

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Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf (Archiv), via dts NachrichtenagenturGenf (dts Nachrichtenagentur) – Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen der zunehmenden Affenpocken-Infektionen in Afrika und anderen Ländern eine sogenannte „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ ausgerufen. Der WHO-Notfallausschuss fasste am Mittwoch einen entsprechenden Beschluss. In 2022 war wegen „Mpox“, wie Affenpocken auch genannt werden, schon einmal eine Notlage ausgerufen worden.

Affenpocken-Infektionen kommen bereits spätestens seit den 1970er Jahren auch bei Menschen vor, immer wieder auch außerhalb Afrikas, seit 2022 aber schießen die Zahlen kräftig in die Höhe. Auch das RKI hat in Deutschland in den letzten Jahren bereits mehrere Tausend Fälle registriert.

Charakteristisch für eine Infektion mit Affenpocken sind Hautveränderungen im Gesicht, an Handflächen und Fußsohlen. Bei den bisher beobachteten Ausbrüchen in Zentral- und Westafrika verstarben zwischen drei und sechs Prozent der bekanntgewordenen Erkrankten.

Das Virus wird vorrangig durch engen Kontakt mit Erkrankten übertragen, über Wunden, Körperflüssigkeiten, Atemtröpfchen sowie kontaminierte Gegenstände – oder über sexuellen Kontakt.

Bei den meisten Patienten verläuft die Erkrankung gutartig und die Krankheitserscheinungen bilden sich binnen weniger Wochen von selbst zurück. Risikogruppen für einen schweren Verlauf sind Schwangere, Neugeborene, Kinder, alte Menschen und Personen mit einer bereits vor der Infektion bestehenden Schwäche des Immunsystems.


Foto: Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Faeser nach "Comapct"-Schlappe unter Druck

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Nancy Faeser (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) bekommt nach dem fehlgeschlagenen Verbot des rechtsextremistischen Magazins „Compact“ Druck sowohl aus der Regierungskoalition als auch aus der Opposition.

„Das Versagen der Bundesregierung trägt mal wieder die Handschrift von Nancy Faeser“, sagte der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Thorsten Frei (CDU), der „Welt“ (Donnerstagausgabe). Die Ministerin hätte seinen Worten zufolge den alten Grundsatz beherzigen sollen, dass Gründlichkeit vor Schnelligkeit geht. So sei dem Kampf gegen Rechtsextremismus „ein Bärendienst erwiesen“ worden.

Und weiter: „Frau Faeser sollte verstehen, dass der Zweck im Rechtsstaat nicht alle Mittel heiligt. Gerade als Innenministerin müsste sie wissen, dass die Meinungsfreiheit ein essenzielles Grundrecht ist. Eindeutig eine Schlappe für Nancy Faeser, die wieder einmal nicht geliefert hat.“

Der stellvertretende BSW-Vorsitzende Shervin Haghsheno nannte die Aussetzung des Verbotsvollzugs ein „peinliches Eigentor der Innenministerin Nancy Faeser mit Ansage“. Extremismus bekämpfe man nicht mit Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit, sondern mit einer Politik, die die Interessen der Mehrheit der Bürger in den Mittelpunkt stelle. „Gerade mit Blick auf die anstehenden Landtagswahlen in Ostdeutschland hat die Innenministerin der Stärkung der Demokratie einen Bärendienst erwiesen. Wir fordern Nancy Faeser auf, öffentlich die Umstände zu erklären, die zu diesem staatlichen Angriff auf die Presse- und Meinungsfreiheit geführt haben“, sagte Haghsheno.

Selbst Faesers Koalitionspartner reitet jetzt heftige Attacken gegen die Ministerin. Die Entscheidung des Gerichts sei „peinlich für das Bundesinnenministerium“, weil sich das „Compact“-Netzwerk nun als Opfer darstellen könne, sagte FDP-Fraktionsvize Konstantin Kuhle dem „Spiegel“. „Auch wenn die Entscheidung in der Hauptsache noch aussteht, so genügte die Begründung des Verbots den Richtern offenbar nicht“, so der Innenpolitiker weiter. „Das hätte dem Bundesinnenministerium nicht passieren dürfen.“ Kuhle sagte, das Magazin erfülle für die rechtsextreme Szene in Deutschland eine weitaus größere und wichtigere Rolle als die eines bloßen Presseorgans: „In so einem Fall ist mehr Sorgfalt geboten.“

FDP-Vize Wolfgang Kubicki, der sich bereits unmittelbar nach dem bekannt gewordenen Verbot kritisch geäußert hatte, sagte ebenfalls dem „Spiegel“, die Ministerin habe bei der Verbotsentscheidung vorschnell gehandelt. „Die Entscheidung ist für eine Verfassungsministerin eine böse Klatsche, und das Schlimmste ist: Sie hat sich vor den drei ostdeutschen Landtagswahlen zur besten Wahlkämpferin der AfD inszeniert“, so der Bundestagsvizepräsident.

Das Bundesverwaltungsgericht hatte am Mittwoch dem Antrag der Compact-Magazin GmbH, die aufschiebende Wirkung ihrer Klage gegen die Verbotsverfügung des Innenministeriums wiederherzustellen, mit bestimmten Maßgaben stattgegeben. Compact-Chef Jürgen Elsässer feierte den juristischen Sieg bereits in den Sozialen Netzwerken und will so schnell wie möglich wieder publizieren, sobald man die beschlagnahme Technik zurückhabe. „Wertgegenstände, Technik, Computer sind noch bei der Diktatorin, aber wir hoffen auf baldige Rückgabe“, sagte Elsässer.


Foto: Nancy Faeser (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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SPD und Grüne für besseren Schutz kritischer Infrastruktur

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Umspannwerk (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Angesichts eines möglichen Sabotageaktes unter anderem an einer Trinkwasseranlage in der Bundeswehr-Kaserne in Köln-Wahn fordert die SPD eine Stärkung des Schutzes der kritischen Infrastruktur. Auch die Grünen plädieren für mehr Eigenschutz bei der Bundeswehr.

Fraktionsvize Dirk Wiese sagte der „Rheinischen Post“ (Donnerstagausgaben): „Die mutmaßlichen Angriffe auf zwei Bundeswehr-Standorte belegen eindrücklich, dass unser Land heute schon Ziel hybrider Kriegsführung ist. Umso wichtiger ist es, den Schutz der kritischen Infrastruktur in unserem Land weiter auszubauen.“

Mit Blick auf die Sicherheit von Kasernen betonte Wiese weiter, zunächst müssten die Ergebnisse der Untersuchung durch die Bundeswehr abgewartet werden. „Danach wird zu entscheiden sein, ob der Schutz der Standorte und weiterer Bereiche kritischer Infrastruktur noch weiter hochgefahren werden muss.“

Der Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums des Bundestages, Konstantin von Notz (Grüne) hat nach den Anschlägen auf die Bundeswehrkaserne in Köln-Wahn und den Nato-Stützpunkt Geilenkirchen konkret Russland als Urheber der Sabotageakte in Verdacht. Das sei eine „konkrete Arbeitsthese“, sagte Deutschlands oberster parlamentarischer Geheimdienstkontrolleur dem TV-Sender „Welt“ am Mittwoch.

„Es steht natürlich der Verdacht im Raum, dass es sich hier um eine russische Sabotage-Aktion handeln könnte.“ Man müsse zwar die Ermittlungen abwarten, mahnte von Notz, aber „in der Vergangenheit sind russische Sabotageverdächtige vom Generalbundesanwalt festgenommen worden, in Deutschland und auch in anderen europäischen Ländern. Insofern ist das eine konkrete Arbeitsthese.“

Mit Köln-Wahn wurde der Stützpunkt der Luftbereitschaft als Anschlagsziel ausgewählt, über den der Gefangenenaustausch mit Russland abgewickelt wurde. Geilenkirchen ist ein Nato-Standort für die Luftaufklärung, auch für Osteuropa. Ob diese Anschlagsziele also von Russland aus symbolischen Gründen ausgewählt wurden, wollte von Notz nicht direkt kommentieren, sagte aber: „Das könnte man vermuten. Und auch das ist ein Baustein, der die These stärkt, dass man es hier mit eventuell einer russischen Sabotageaktionen zu tun hat. Trotzdem: Aus Seriositätsgründen muss man die Ermittlungen abwarten. Dass so etwas im Bereich des Möglichen liegt und dass Russland sozusagen auch die Skrupellosigkeit mitbringt, solche Aktionen durchzuführen, daran sollte niemand heutzutage zweifeln.“

Nun müsse es darum gehen, „dass die Soldatinnen und Soldaten auf Bundeswehrgelände sicher sein müssen und dass der Eigenschutz für die Bundeswehr von immanenter Bedeutung ist – und die muss gewährleistet werden“, so von Notz. „Und das wird zu besprechen sein, auch parlamentarisch in den nächsten Wochen. Was man tun kann, um hier den Schutz der Soldatinnen und Soldaten effektiv zu erhöhen.“


Foto: Umspannwerk (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Faber hält Putin für möglichen Drahtzieher der Kasernen-Sabotagen

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Marcus Faber (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Marcus Faber (FDP), verdächtigt Russlands Präsidenten Wladimir Putin, hinter den möglichen Sabotagefällen bei zwei Bundeswehr-Kasernen in Nordrhein-Westfalen zu stecken.

Zu „Bild“ (Donnerstagausgabe) sagte Faber: „Aufgrund der zeitlichen Nähe der Vorfälle in den beiden Kasernen kann man vermuten, dass ein feindlicher Akteur hier bei uns seine Sabotage-Fähigkeiten demonstrieren will. Der Akteur, der gerade das größte Interesse daran hat, ist Putin.“

Ob dieser Verdacht sich bestätige, „müssen aber die weiteren Ermittlungen ergeben“, sagte der Verteidigungsexperte. Sowohl der Bundeswehr-Standort Köln-Wahn als auch der Nato-Stützpunkt in Geilenkirchen wurden am Mittwoch Ziel von Sabotage-Aktivitäten.


Foto: Marcus Faber (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Bundesamt will Atommüll-Endlager vor 2074

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Atomkraftwerk (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin/Salzgitter (dts Nachrichtenagentur) – Der Präsident des Bundesamtes für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE), Christin Kühn (Grüne), will vor 2074 ein deutsches Endlager bauen. „Wir dürfen das Problem nicht auf unsere Kinder verschieben“, sagte er der „Augsburger Allgemeinen“.

Anlass für diese Forderung war ein Gutachten des Freiburger Öko-Instituts, das ein Endlager erst 2074 für möglich hält. „Die Ergebnisse der Studie ändern nichts an meiner Einschätzung, dass wir einen Standort Mitte des Jahrhunderts benötigen“, so Kühn.

Als mögliche Orte für ein Endlager habe das BASE bereits 90 Teilgebiete in ganz Deutschland und in allen 16 Bundesländern identifiziert. 2027 solle das Gebiet auf etwa fünf bis zehn Regionen eingegrenzt werden.

„Es ist wie beim Sieben von Sand: Am Ende bleibt das eine Sandkorn übrig, welches den am besten geeigneten Standort für ein Endlager darstellt“, sagte der Grünen-Politiker.

Die radioaktiven Abfälle müssen etwa eine Millionen Jahre in einem Endlager zerfallen, um unschädlich zu werden. „Trotz des Abschaltens der letzten Atomkraftwerke in Deutschland ist die nukleare Sicherheit nicht garantiert“, sagte Kühn.


Foto: Atomkraftwerk (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Wann ist eine eG wirklich die beste Wahl?

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Wann ist eine eG wirklich die beste Wahl? Björn Erhard Quelle: Erhard Medie eG

Genossenschaften zur Unterstützung für den Mittelstand

Steigende Material- und Arbeitskosten, finanzielle Risiken und schlechter Zugang zu wichtigen Märkten machen insbesondere mittelständischen Firmen das Leben schwer. Die Gründung von Genossenschaften könnte Abhilfe schaffen – wann eine Genossenschaft sinnvoll ist, ist den meisten Unternehmern jedoch nicht bewusst.

Mit der richtigen Vorbereitung kann eine Genossenschaft äußerst wirksam für Entlastung sorgen. Nicht nur lassen sich Risiken teilen – auch die Beschaffung wird oftmals günstiger. Dieser Beitrag beleuchtet, welche Vorteile eine eG mit sich bringt, unter welchen Umständen die Gründung sinnvoll ist und was zur erfolgreichen Genossenschaftsgründung notwendig ist.

Die eG als Form der Kooperation zum gegenseitigen Vorteil

Genossenschaften existieren bereits seit mehr als 150 Jahren und dienen in erster Linie der Förderung ihrer einzelnen Mitglieder. Anders als bei Kapitalgesellschaften steht nicht der wirtschaftliche Gewinn der Gesellschafter oder Investoren im Mittelpunkt. Primär geht es in der Regel primär darum, soziale oder kulturelle Anliegen der Teilhaber zu unterstützen. Dennoch ist der Gewinn nicht unbedeutend – schließlich bedeutet ein höherer Gewinn, dass jedes einzelne Mitglied mehr von der Genossenschaft profitiert.

Strebt ein Unternehmen die Gründung einer Genossenschaft an, benötigt es zuerst zwei oder mehr Gleichgesinnte, die sich als Mitgesellschafter an der Gründung beteiligen. Danach stellen die Gründungsmitglieder eine Satzung auf – ein Dokument, das den Zweck der Genossenschaft und die Befugnisse und die Stimmberechtigung der Mitglieder regelt. Die Gründung an sich ist damit abgeschlossen. Um als eingetragene Genossenschaft (eG) und damit als rechtliche Person auftreten zu können, muss die Genossenschaft jedoch zusätzlich im Genossenschaftsregister eingetragen und vom zuständigen Prüfungsverband bewilligt werden.

Gemeinsamer Nutzen statt maximaler Erträge

Die Gründung einer Genossenschaft hat für mittelständische Firmen mehrere Vorteile. So ist die Genossenschaft im Gegensatz zur GmbH oder anderen Kapitalgesellschaften nicht an die Interessen von Investoren gebunden – sie kann also so geführt werden, dass sie den Teilhabern bestmöglich zugutekommt. Ebenso erfolgt die Berechnung des Werts von Genossenschaftsanteilen immer anhand des Nennwerts. Dadurch können ihre Eigentümer sie äußerst günstig vererben oder anderweitig übertragen, während sich die Haftung des Einzelnen im Falle einer Pfändung oder Insolvenz ebenfalls auf den Nennwert beschränkt. Somit ist das finanzielle Risiko für alle Teilhaber geringer als bei einer Kapitalgesellschaft.

Auch aus steuerlicher Sicht ist eine Genossenschaft vorteilhaft, um von Vergünstigungen zu profitieren. Zwar muss auch eine eG Gewerbe- und Körperschaftssteuern zahlen – jedoch lässt sich die Steuerlast oftmals durch Stellschrauben wie erweiterte Gewerbesteuerkürzungen reduzieren. Ein weiterer Hebel, der zur Steuerersparnis genutzt werden kann, sind Fördermittel, die an Mitglieder der Genossenschaft ausgeschüttet werden. Diese fallen nämlich unter die Betriebsausgaben und sind somit absetzbar.

Marktmacht steigern und Risiken streuen

Die Genossenschaftsgründung stellt besonders dann eine gute Wahl dar, wenn bestimmte Ressourcen mit anderen Firmen geteilt werden sollen. So können Lager- und Werkshallen und Maschinen als Eigentum der Genossenschaft angeschafft und von all ihren Mitgliedern gleichberechtigt genutzt werden, um die finanzielle Last auf alle involvierten Unternehmen zu verteilen. Ferner lassen sich Einkäufe gesammelt über eine Genossenschaft abwickeln, um von Mengenrabatten zu profitieren.

Nicht zuletzt bietet eine Genossenschaft auch die Möglichkeit, bessere Konditionen bei Kunden und Zulieferern auszuhandeln. Da es sich um eine größere Körperschaft handelt, kann die Genossenschaft eine größere Marktmacht ausüben und so Preisnachlässe bei der Lieferung von Material und Ressourcen erwirken. Darüber hinaus bietet sie die Möglichkeit, gemeinschaftlich an Projekten wie der Expansion auf neue Märkte oder der Förderung der Nachhaltigkeit oder der regionalen Wirtschaft sowie an innovativen Ideen zu arbeiten, die alle Beteiligten voranbringen.

Autor

Björn Erhard, Vorsitzender des Deutschen Interessenverbands der Kleingenossenschaften e.V., ist Experte für Genossenschaften. Als erfolgreicher Unternehmer suchte er nach einer Möglichkeit, die Übergabe seines Unternehmens an seine Kinder sicher und steuerfrei zu gestalten. Dabei stieß er auf die Genossenschaft als Lösung. Heute unterstützt er als Unternehmensberater mit seinem Team Gründer bei der Gründung von Genossenschaften und begleitet sie bis zum Erfolg. Er setzt sich dafür ein, die Vorteile dieser Unternehmensform in der Unternehmerwelt bekannter zu machen. Mehr Informationen dazu unter: https://xn--bjrnerhard-fcb.de/

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Stark-Watzinger: Waren lange zu naiv beim Thema Cybersicherheit

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Christian Hummert, Bettina Stark-Watzinger und Daniel Mayer am 14.08.2024, via dts NachrichtenagenturHalle (Saale) (dts Nachrichtenagentur) – Bei einem Besuch der Cyberagentur in Halle (Saale) hat Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) vor Naivität im Bereich Cybersicherheit gewarnt.

Man habe Risiken im Bereich der Digitalisierung und Künstlichen Intelligenz möglicherweise zu lange nicht ernst genommen, sagte Stark-Watzinger am Mittwoch. So sei etwa das Uniklinikum in Frankfurt nach einem Hackerangriff erst nach Monaten wieder per Mail zu erreichen gewesen. Mittlerweile habe man jedoch ein Bewusstsein für diese Themen entwickelt, so die Ministerin.

Der Forschungsdirektor der Agentur, Christian Hummert, gab unterdessen an, dass die Suche nach Fachkräften für die Einrichtung momentan keine Herausforderung mehr darstelle. „Wir haben hundert Prozent unserer Arbeitsfähigkeit erreicht, auch schon seit längerer Zeit.“ Insgesamt beschäftige die Agentur momentan 90 Personen. „Wir machen hier ja nicht die Forschung, wir beauftragen die Forschung“, so Hummert.

Die zentrale Aufgabe der Agentur ist die gezielte Auftragsvergabe von ambitionierten Forschungsvorhaben mit hohem Innovationspotenzial auf dem Gebiet der Cybersicherheit und diesbezüglicher Schlüsseltechnologien für die Bedarfsdeckung des Staates im Bereich der Inneren und Äußeren Sicherheit. Die bundeseigene GmbH wurde 2020 in Halle (Saale) gegründet.


Foto: Christian Hummert, Bettina Stark-Watzinger und Daniel Mayer am 14.08.2024, via dts Nachrichtenagentur

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Wie sich die Effizienz in Mittelstandsbetrieben mit KI steigern lässt

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Effizienz in Mittelstandsbetrieben mit KI Eine Möglich

Die Effizienzsteigerung ist besonders für mittelständische Betriebe oft eine große Herausforderung, insbesondere im Anforderungsmanagement. Ohne klar definierte Ziele und passende Werkzeuge werden zeitliche und finanzielle Ressourcen verschwendet. Dies führt zu Frustration bei den Mitarbeitenden, die unnötige Arbeiten erledigen müssen oder wichtige Anforderungen übersehen.

Eine Möglichkeit, diesem Problem zu begegnen, ist der Einsatz spezieller Tools für das Anforderungsmanagement, die Funktionen mitbringen, die auf künstlicher Intelligenz basieren. Die künstliche Intelligenz in diesen Tools kann unter anderem dabei helfen, Abläufe zu automatisieren. Zudem ermöglicht sie die Datenanalyse, um Verbesserungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Hierbei kommt es darauf an, Ziele eindeutig zu identifizieren und zu benennen. Der nachfolgende Beitrag beleuchtet, welche Funktionen eine KI-basierte Software im Bereich Anforderungsmanagement bietet, mit deren Hilfe die Effizienz in mittelständischen Unternehmen gesteigert werden kann.

KI-basierter Abgleich

Der automatisierte Abgleich dient dazu, Elemente verschiedener Projekte miteinander zu vergleichen. Dadurch zeigt die KI auf, welches Element bereits in anderen Projekten genutzt wurde. Hierfür analysiert das Tool inhaltliche Ähnlichkeiten der Elemente. So lässt sich erkennen, welche Inhalte möglicherweise erneut verwendet werden können. Die KI integriert dann passende Inhalte automatisch in die neue Anfrage. Der Entwickler übernimmt lediglich die Überprüfung der automatischen Antworten, um sich zu vergewissern, dass aktuelle Standards erfüllt sind. Auf diese Weise wird der Aufwand für die Erstellung von Elementen reduziert und Projekte werden konsistenter, wodurch einiges an Zeit gespart wird. Darüber hinaus ermöglicht es, auf bewährte Lösungen zurückzugreifen und so den gesamten Prozess zu beschleunigen, was wiederum schnellere Reaktionen und mehr Kundenzufriedenheit zur Folge hat.

Doppelte Anforderungen und Widersprüchlichkeiten beseitigen

Nicht selten wiederholen sich Anforderungen, was mitunter zu Widersprüchen führen kann. Das passiert beispielsweise, wenn mehrere Personen gemeinsam an einem Projekt arbeiten, Verantwortlichkeiten nicht klar definiert sind, alte Inhalte übernommen werden oder schlichtweg Tippfehler passieren. Schon kleinste Fehler können hier den gesamten Entwicklungsprozess zum Stocken bringen.

Ein Beispiel: Ein Automobilzulieferer entwickelt eine neue Getriebeserie und eine frühere Anforderung legt die Maximalgeschwindigkeit für 320 km/h fest, diese liegt in einer neu erfassten Anforderung jedoch bei 280 km/h. Mithilfe der automatisierten Analyse der bereits erstellten Anforderungen kann man eine solche Änderung schnell erkennen. Die KI benachrichtigt den Entwickler direkt, zeigt den Widerspruch auf und weist auf eine Überprüfung beider Anforderungen hin. Auf diese Weise kann man die Fehlerquoten senken und die Qualität sowie Effizienz in der Entwicklung steigern.

Vorschläge für die konkreten Arbeitsschritte

Um die Bearbeitung von Aufgaben zu erleichtern, kann eine KI Vorschläge unterbreiten, die auf vorhandenen Dateneinträgen und Modellen basiert. Wenn es eine neue Anforderung gibt und die aktuelle Aufgabe für den bearbeitenden Mitarbeiter beendet ist, macht die KI-gestützte Arbeitsassistenz beispielsweise auf fehlende Verknüpfungen zu anderen Anforderungen aufmerksam. Dadurch werden Verbindungen zwischen unterschiedlichen Anforderungen identifiziert und schneller bearbeitet; zudem zeigt die Arbeitsassistenz die nächsten erforderlichen Arbeitsschritte an. Treten Konflikte zwischen den Anforderungen auf, wird dies aufgezeigt und kann behoben werden, was wiederum die Anzahl von Fehlern verringert.

Qualitätssicherung

Die Qualität ist das A und O bei der Auftragsbearbeitung. Auch bei der Qualitätsprüfung unterstützt die KI, indem sie Anforderungen auswertet. Enthalten diese ungenaue Formulierungen, deckt die Qualitätsprüfung sie auf und die KI entwickelt direkt Verbesserungsvorschläge. Dies stellt sicher, dass sämtliche Anforderungen den Standards entsprechen, klar und verständlich formuliert sind und keine Missverständnisse auftreten können. Überarbeitungen sind dadurch deutlich seltener erforderlich, sodass auch an dieser Stelle Zeit und Ressourcen eingespart werden.

Anforderungen werden automatisiert abgeleitet

Die Leistungsfähigkeit künstlicher Intelligenz im Hinblick auf die Erstellung der Anforderungen birgt ein enormes Potenzial. So helfen KI-Tools bereits beim Verfassen von Anforderungen und machen automatisch konkrete Vorschläge. Sollen beispielsweise Sitzheizungen für Fahrzeuge entwickelt werden, die sich an die Körpertemperatur der Person anpasst, ohne zu überhitzen, formuliert die KI konkrete und klare Anforderungen mit genauen Temperaturangaben. Anforderungen sowie Testfälle werden präzise und umfassend formuliert. Das reduziert nicht nur den manuellen Aufwand, es birgt auch die Option, neue Aspekte und Anforderungen aufzuzeigen, die eventuell im Team noch nicht erkannt wurden. Das reduziert den Aufwand bei der Entwicklung und gewährleistet Komfort und Sicherheit des Produktes.

Bildquelle Quelle: OSSENO Software GmbH

Autor:

Dr. Sebastian Adam ist der Geschäftsführer der OSSENO Software GmbH. Er ist Experte für Softwarelösungen im Anforderungsmanagement und unterstützt seine Kunden täglich dabei, Projekte besser zu strukturieren, zu verwalten und zu optimieren. Auf diese Weise können sie ihr Anforderungsmanagement professionalisieren und die Produktentwicklungsprozesse verschlanken. Mehr Informationen unter: https://www.osseno.com/

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.