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Schnelleres Arbeiten und Lernen

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Mit neuen Funktionen wie automatischer Kapiteleinteilung und Zusammenfassungen bietet der Lecture Translator eine verbesserte Spracherkennung. (Foto: Markus Breig, KIT)

Automatische Spracherkennung und -übersetzung: Schnelleres Arbeiten und Lernen

Forschende am KIT entwickeln intelligentes Spracherkennungs- und Übersetzungssystem weiter: automatische Textsegmentierung, Zusammenfassung und intelligente Abfrage möglich

Automatische Spracherkennungs- und Übersetzungssysteme wie der Lecture Translator des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) können das Gesprochene in Vorträgen oder Vorlesungen in Echtzeit in einen Text in mehreren Sprachen umwandeln. Damit verbessern solche Systeme den Zugang zu Informationen für Studierende mit Behinderungen und ausländische Studierende. Sie fördern aber auch allgemein ein schnelleres Arbeiten und Lernen durch eine intelligente Nachbereitung und Archivierung von gesprochenen Texten.

Um dies weiter voranzutreiben, haben Forschende des KIT den Lecture Translator um neue Funktionen erweitert. Automatische Erkennung des Gesprochenen in mehreren Sprachen gleichzeitig, Textsegmentierung und Titelgenerierung in Echtzeit, Zusammenfassungen und Verlinkungen zu Fachbegriffen und Abfragen des Gehörten vereinfachen nun das Verstehen und effiziente Aufarbeiten von Vorlesungen.

„Mit der automatischen Simultanübersetzung des Lecture Translators haben wir gesprochene Vorträge einem internationalen Publikum nähergebracht. Dieses macht aber in der Regel nur 15 Prozent der Zuhörerschaft aus. Mit den neuen KI-Werkzeugen wollen wir nicht nur Sprach-, sondern auch Verständnisbarrieren abbauen“, sagt Alexander Waibel, Professor für Informatik am KIT.

„Oft sind automatisch transkribierte Texte von gesprochener Sprache schwer zu lesen, da sie zu schnell fortlaufend ohne Absätze und Zwischenüberschriften als langer Text erscheinen – eben genau so, wie der Vortrag oder die Vorlesung mündlich vorgetragen wurde“. Auch die Aufarbeitung der Vorlesung sei mühsam, da man die Vorlesung nach Verständnislücken durchsuchen müsse, so Waibel.

Bessere Übersicht in Dokumenten

Die Weiterentwicklung des Lecture Translators schafft hier Abhilfe. Die Forschenden haben mehrere neue automatische Funktionen wie „Smart Chaptering“, Summarization“, „Q&A“ oder „Auto-Links“ entwickelt. Dabei verwandelt eine neuartige Künstliche Intelligenz (KI), die automatisch die Sprache erkennt, den gesprochenen Text in ein Transkript in mehreren Sprachen und identifiziert automatisch Absätze, Kapitelüberschriften sowie wichtige Kernpunkte.

Darüber hinaus erstellt sie eine akustische Wiedergabe, bei der Nutzerinnen und Nutzer eine von 18 Sprachen auswählen können. Außerdem zeigt das Programm automatisch Links als Querverweise zu relevanten Quellen in Vorlesungsskripten oder Wikipedia an, mit deren Hilfe die Studierenden die Vorlesung besser aufarbeiten können. „Mit unseren neuen KI-Modellen können Gespräche und Vorlesungen besser strukturiert und sogar Videos in leicht navigierbare Kapitel eingeteilt werden“, so Waibel. Somit sei ein besseres Verständnis nicht nur während, sondern auch nach der Vorlesung möglich.

Lecture Translator übersetzt in 18 Sprachen

Die Arbeiten hat das Forschungsteam in den Lecture Translator integriert, mit dem am KIT Vorlesungen in Echtzeit automatisch transkribiert werden. Kapiteleinteilung, Titelgenerierung, Absatzgestaltung, Zusammenfassungen mit Verlinkungen – auch jeweils online und offline anwendbar – erweitern nun den Service des Lecture Translators und vereinfachen die Arbeit mit dem Material.

Die Übersetzung erfolgt in 18 Sprachen. Konkrete Anwendungsmöglichkeiten findet die Technologie für Content Creator, Studierende, Lehrende und Podcaster, die ihre Audio- und Videoinhalte erstmals strukturieren können. „Nutzerinnen und Nutzer können effizienter durch Videos und Vorträge navigieren, relevante Abschnitte schneller finden und wichtige Kerninhalte kompakt und effizient erfassen – sie haben insgesamt eine viel bessere grobe Übersicht sowie schnelleren Zugriff auf die Details“, sagt Waibel.

Die Forschung fand im Projekt „How is AI Changing Science?“ statt und wurde für vier Jahre von der Volkswagenstiftung gefördert. Projektbeteiligte waren neben dem KIT die Universität Bonn sowie die Universität Wien.

Details zum KIT-Zentrum Information · Systeme · Technologien

Als „Die Forschungsuniversität in der Helmholtz-Gemeinschaft“ schafft und vermittelt das KIT Wissen für Gesellschaft und Umwelt. Ziel ist es, zu den globalen Herausforderungen maßgebliche Beiträge in den Feldern Energie, Mobilität und Information zu leisten. Dazu arbeiten rund 10 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf einer breiten disziplinären Basis in Natur-, Ingenieur-, Wirtschafts- sowie Geistes- und Sozialwissenschaften zusammen. Seine 22 800 Studierenden bereitet das KIT durch ein forschungsorientiertes universitäres Studium auf verantwortungsvolle Aufgaben in Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft vor.

Die Innovationstätigkeit am KIT schlägt die Brücke zwischen Erkenntnis und Anwendung zum gesellschaftlichen Nutzen, wirtschaftlichen Wohlstand und Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Das KIT ist eine der deutschen Exzellenzuniversitäten.

Bild Mit neuen Funktionen wie automatischer Kapiteleinteilung und Zusammenfassungen bietet der Lecture Translator eine verbesserte Spracherkennung. (Foto: Markus Breig, KIT)

Quelle Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Grüne sehen Nord-Stream-Sabotage noch längst nicht aufgeklärt

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Bau von Nord Stream 2 (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Grünen-Geheimdienstexperte Konstantin von Notz sieht die Ermittlungen zur Sabotage an den Nord-Stream-Pipelines trotz der Suche nach einem konkreten Verdächtigen längst nicht für abgeschlossen.

„Ich begrüße den Ermittlungsfortschritt in Sachen Nord Stream“, sagte von Notz den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstagausgaben). „Wir sind jedoch lange davon entfernt, die gesamte Geschichte zu verstehen, denn bei der Beteiligung von staatlichen beziehungsweise quasistaatlichen Akteuren sind solche Ermittlungen maximal schwierig.“

Im Zusammenhang mit der Sabotage an den Pipelines hat Polen von der Bundesanwaltschaft einen Europäischen Haftbefehl zur Festnahme eines Verdächtigen erhalten, bei dem es sich um einen Ukrainer handelt. Der Vorsitzende des für die Kontrolle der Geheimdienste zuständigen Bundestagsgremiums (PKGr) mahnte dazu, „gerade wegen der gravierenden auch geopolitischen Auswirkungen“ zum jetzigen Zeitpunkt „mit einfachen Zuschreibungen“ zurückhaltend zu sein und die Behörden entschlossen weiter zu ermitteln lassen.

Der Grünen-Fraktionsvize forderte zudem, Lehren aus dem Sabotageakt zu ziehen. „Wir müssen den Schutz unserer Infrastrukturen und Unternehmen sowie die Resilienz unserer Demokratie weiter erhöhen“, sagte von Notz. „Der effektive Schutz unserer Kritischen Infrastrukturen vor Sabotage muss endlich auch mit dem Kritis-Dachgesetz vorangebracht werden.“ Das Kritis-Dachgesetz soll Vorgaben für einen besseren Schutz wichtiger Einrichtungen machen. Das Innenministerium hatte dazu im Dezember 2022 Eckpunkte vorgelegt, das Gesetz ist aber noch nicht verabschiedet.


Foto: Bau von Nord Stream 2 (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Dax hält sich am Mittag im Plus – Euro stärker

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Frankfurter Börse, via dts NachrichtenagenturFrankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Der Dax hat sich am Mittwoch nach einem bereits freundlichen Start bis zum Mittag im grünen Bereich gehalten. Gegen 12:40 Uhr wurde der Index mit rund 17.895 Punkten berechnet. Dies entspricht einem Plus von 0,5 Prozent gegenüber dem vorherigen Handelstag.

An der Spitze der Kursliste rangierten Rheinmetall, die Porsche Holding und Porsche, Verluste gab es entgegen dem Trend nur bei wenigen Werten, am stärksten bei Brenntag, RWE und Siemens Energy.

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Mittwochmittag stärker: Ein Euro kostete 1,1021 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,9074 Euro zu haben.

Der Ölpreis sank unterdessen leicht: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 12 Uhr deutscher Zeit 80,67 US-Dollar; das waren 2 Cent oder 0,0 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.


Foto: Frankfurter Börse, via dts Nachrichtenagentur

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Bundesregierung bei Haushaltsverhandlungen weiter "optimistisch"

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Lindner, Habeck, Scholz (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Im laufenden Haushaltsstreit ist die Bundesregierung nach eigenen Angaben weiterhin „optimistisch“, dass man „im Zeitplan“ eine Einigung erzielen wird. Es gebe „weiterhin gute und vertrauensvolle Gespräche“, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Wolfgang Büchner am Mittwoch in Berlin.

Auf einen Termin, bis wann das Kabinett einen Beschluss fassen soll, wollte sich Büchner allerdings nicht festlegen. Es sei aber vorgesehen, dass der Haushalt in der 37. Kalenderwoche im Bundestag behandelt wird und bei dem Zeitplan bleibe es, sagte er. Alle gingen davon aus, dass man „rechtzeitig“ fertig werde.

Nach den ursprünglichen Plänen sollte der fertige Haushaltsentwurf für 2025 am 16. August an den Bundestag übergeben werden, auch eine Einigung war Anfang Juli schon verkündet worden. Zuletzt hatte Finanzminister Christian Lindner (FDP) die Debatte aber wieder aufgemacht und in einem ZDF-Interview unter Bezug auf ein neues Gutachten davon gesprochen, dass nun fünf Milliarden Euro fehlen. Der Kanzler meldete sich umgehend zu Wort und konterte, er habe das Gutachten anders interpretiert.

Dem Vernehmen nach laufen derzeit wieder intensive Verhandlungen zwischen Scholz, Lindner sowie Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne). Zum Stand der Gespräche wurden bisher keine Angaben gemacht.


Foto: Lindner, Habeck, Scholz (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Thailändisches Verfassungsgericht setzt Regierungschef ab

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Srettha Thavisin (Archiv), via dts NachrichtenagenturBangkok (dts Nachrichtenagentur) – Das thailändische Verfassungsgericht hat Ministerpräsident Srettha Thavisin wegen Verstößen gegen die Verfassung bei der Ernennung eines Kabinettsmitglieds aus dem Amt entfernt.

Er habe in grober Weise gegen ethische Regeln verstoßen, teilte das Gericht am Mittwoch mit. Konkret geht es demnach um die Berufung eines vorbestraften Ministers. Eine Gruppe von mehreren Senatoren hatte gegen den Premierminister geklagt, die Entscheidung des Gerichts erfolgte mit fünf zu vier Stimmen.

Srettha Thavisin war erst seit knapp einem Jahr im Amt. Er war damals als Kompromisskandidat der Pheu-Thai-Partei (PTP) gewählt worden, nachdem der eigentliche Wahlsieger Pita Limjaroenrat von der Fortschrittspartei aufgrund einer Blockade durch die militärischen Senatoren in der Nationalversammlung nicht auf eine Mehrheit gekommen war. Srettha Thavisin war früher der Chef eines der größten Immobilienentwicklungsunternehmen Thailands.


Foto: Srettha Thavisin (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Bericht: Kaserne in Köln nach Sabotageverdacht abgeriegelt

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Feldjäger (Archiv), via dts NachrichtenagenturKöln (dts Nachrichtenagentur) – Die Bundeswehrkaserne in Köln-Wahn ist einem Medienbericht zufolge am Mittwochmorgen komplett abgeriegelt worden. Hintergrund sei der Verdacht auf eine Sabotageaktion, berichtet der „Spiegel“.

Demnach wurde möglicherweise in die Kaserne eingebrochen – das Leitungswasser könnte „kontaminiert“ sein, hieß es. Soldaten sowie zivile Kräfte seien dazu aufgefordert worden, kein Trinkwasser zu entnehmen. Laut „Spiegel“ sind Polizei, Feldjäger und der Militärische Abschirmdienst der Bundeswehr vor Ort, um dem Verdacht nachzugehen.

Weitere Details zu dem mutmaßlichen Sabotageakt waren zunächst unklar. Die Luftwaffenkaserne beherbergt drei Höhere Kommandobehörden, Teile der Flugbereitschaft des Bundesverteidigungsministeriums, Kommandobehörden sowie weitere militärische und zivile Dienststellen und Einrichtungen. Etwa 4.300 Soldaten sowie 1.200 Zivilangestellte sind in Köln-Wahn stationiert.


Foto: Feldjäger (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Inflationsrate in Großbritannien steigt auf 2,2 Prozent

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Liverpool Station in London (Archiv), via dts NachrichtenagenturLondon (dts Nachrichtenagentur) – Der Anstieg der Verbraucherpreise in Großbritannien hat sich zuletzt wieder beschleunigt. Die jährliche Inflationsrate lag im Juli 2024 bei 2,2 Prozent, teilte die britische Statistikbehörde am Mittwoch in London mit. Im Juni waren es 2,0 Prozent.

Gegenüber dem Vormonat sanken die Verbraucherpreise im siebten Monat des Jahres um 0,2 Prozent. Die jährliche Kerninflation (ohne Energie, Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak) ist weiterhin deutlich höher als der Gesamtindex – sie lag im Juli 2024 bei 3,3 Prozent, nach 3,5 Prozent im Juni.

Für den größten Abwärtsbeitrag zur Veränderung der Jahresrate sorgte im Juli der Bereich Restaurants und Hotels, in dem vor allem die Preise für Hotels in diesem Jahr sanken, nachdem sie im Vorjahr gestiegen waren. Den größten Beitrag zur Erhöhung leisteten unterdessen die Bereiche Wohnen und Haushaltsdienstleistungen, wo die Preise für Gas und Strom weniger stark sanken als im Vorjahr.


Foto: Liverpool Station in London (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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GdP legt 14-Punkte-Programm für stärkere Polizei in Europa vor

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Europol (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Nach den Olympischen Spielen in Frankreich und der Fußball-EM in Deutschland hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) ein 14-Punkte-Programm für eine stärkere Polizei in Europa vorgelegt. In dem Papier, über das die Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ berichten, wird die künftige EU-Kommission aufgefordert, Polizei und Innere Sicherheit zur Chefsache zu machen.

„Wir brauchen einen klaren Rahmen für die gemeinsame grenzüberschreitende polizeiliche Zusammenarbeit und eine Verbesserung des Informations- und Datenaustausches zwischen nationalen Polizeibehörden“, sagte der GdP-Vorsitzende Jochen Kopelke dem RND. Top-Priorität hat dem Papier zufolge der Ausbau der Befugnisse für die europäische Polizeibehörde Europol und die Zusammenarbeit mit nationalen Behörden. „Dies könnte die Möglichkeit einschließen, unter Umständen eigenständige Ermittlungen durchzuführen“, heißt es.

Die Gewerkschaft fordert ferner eine systematische Erfassung von Gewalt gegen Polizeibeamte. „Die dramatische Entwicklung von Übergriffen auf Polizeibeschäftigte sollte europaweit erfasst werden und gezielt Gegenmaßnahmen entwickelt und umgesetzt werden“, sagte Kopelke. „Während der Großveranstaltungen waren sehr viele Polizeikräfte im Einsatz, in Deutschland gab es Urlaubssperren, zudem waren die Sicherheitskonzepte detailliert durchgeplant.“ In Deutschland sei die EM daher friedlich gewesen. „Polizeikräfte sind jedoch wesentlich stärker in ihrem alltäglichen Dienst gefährdet“, kritisierte der GdP-Vorsitzende.

Die GdP plädiert außerdem für einheitliche Sanktionen für Verkehrsverstöße in der gesamten EU: „Mit einem gemeinsamen Bußgeldkatalog können wir Verkehrsregeln konsistent durchsetzen und die Verkehrssicherheit über Landesgrenzen hinweg erhöhen“, sagte Kopelke.

Am Mittwoch kommt GdP in Paris mit der französischen Polizeigewerkschaft Syndicat des Cadres de la Sécurité Intérieure (SCSI) zusammen, um Lehren aus den beiden sportlichen Großevents zu ziehen. Schwerpunkte sind unter anderem Terrorbedrohungen und Antisemitismus, der Schutz kritischer Infrastrukturen vor Anschlägen und internationale Polizeikooperationen.


Foto: Europol (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Bericht: Haftbefehl gegen möglichen Nord-Stream-Saboteur

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Bau von Nord Stream 2 (Archiv), via dts NachrichtenagenturKarlsruhe (dts Nachrichtenagentur) – Ein zuletzt in Polen lebender ukrainischer Tauchlehrer steht im Verdacht, einer der Täter des Anschlags auf die beiden Nord-Stream-Pipelines zu sein. Wie die „Süddeutsche Zeitung“, die ARD, und die „Zeit“ berichten, hat der Generalbundesanwalt im Juni einen Europäischen Haftbefehl gegen den Mann beantragt. Polnische Behörden konnten den Mann jedoch bislang nicht festnehmen.

Der Mann soll nach Überzeugung der deutschen Ermittler einer der Taucher gewesen sein, die Sprengsätze an den Gas-Pipelines in der Ostsee platziert haben. In einem Telefonat mit den Medien zeigte sich der Ukrainer überrascht von dem Vorwurf. Er bestritt, an den Anschlägen auf Nord Stream beteiligt gewesen zu sein.

Den deutschen Ermittlern ist es nach den Recherchen von ARD, SZ und „Zeit“ offenbar auch gelungen, einen weiteren Mann und eine Frau, ebenfalls Ukrainer, zu identifizieren, die mit den Anschlägen zu tun haben sollen. Es handelt sich um zwei Taucher, gegen sie liegt bislang jedoch offenbar kein Haftbefehl vor.

Die Pipelines waren Ende September 2022 durch einen Sabotageakt gesprengt worden – drei von vier Strängen der Pipelines wurden dabei zerstört. Die Ermittlungen werden in Deutschland von der Bundespolizei und dem Bundeskriminalamt im Auftrag des Generalbundesanwalts geführt.

Die Ermittler hatten zunächst das Segelschiff identifiziert, welches von dem Sabotagekommando verwendet worden sein soll, und die Route weitgehend rekonstruiert. Unklar bleibt weiterhin, wer den Anschlag in Auftrag gegeben haben könnte.


Foto: Bau von Nord Stream 2 (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Ramelow bei Waffenstillstand für deutsche UN-Soldaten in Ukraine

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Bundeswehr-Soldaten (Archiv), via dts NachrichtenagenturErfurt (dts Nachrichtenagentur) – Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) spricht sich im Falle eines Waffenstillstandes für eine Beteiligung deutscher Soldaten an einer möglichen UN-Mission in der Ukraine aus.

„Wir sollten im Falle eines Waffenstillstandes für Bundeswehrsoldaten unter UN-Mandat offen sein“, sagte Ramelow dem „Tagesspiegel“ (Mittwochausgabe): „Wenn es zu einem Waffenstillstand kommt, müssten wir Europäer bereit sein, Blauhelm-Soldaten in die Ukraine zu entsenden.“ Die Linke habe sich vor einer solchen Entscheidung „bislang immer gedrückt, auch, weil Frau Wagenknecht das verhindert hat“, warf er seiner frühere Parteifreundin und Vorsitzenden des gleichnamigen BSW vor.

Ramelow setzt auf dem Weg dahin auf Peking. „Europa müsste unter anderem sein Verhältnis zu China klären. Denn China könnte einen Impuls erzeugen, der Russland zu einem Waffenstillstand zwingt“, sagte er.

Heftig attackierte Ramelow Sahra Wagenknechts Äußerungen zur Ukraine. „Heute verbreitet sie nur Putins Argumente.“ Er als Linker wisse, dass Putin „ein Autokrat, ein Chauvinist und ein Imperialist“ sei, sagte Ramelow: „Ich werde nicht für ihn sprechen, auch wenn mich das vielleicht Wählerstimmen kostet.“ Ein überfallener Staat wie die Ukraine müsse sich verteidigen können, sagte er: „Trotzdem grämen mich Waffenlieferungen und ich habe sie mein Leben lang abgelehnt.“ Über Gebietsabtretungen könne „nur die Ukraine selbst entscheiden, nicht Frau Wagenknecht oder Oskar Lafontaine“, sagte Ramelow: „Wir können dem angegriffenen Staat keinen Diktatfrieden aufzwingen.“

Auf die Frage, ob die Ex-Stasi-Beauftragte Marianne Birthler (Grüne) recht habe, wenn sie Wagenknecht „Kreml-Propaganda“ vorwerfe, antwortete Ramelow: „Ich nehme das so wahr.“ Ramelow kritisierte die Art und Weise, wie Kanzler Olaf Scholz (SPD) die geplante Stationierung weitreichender US-Raketen in Deutschland vorantreibt. „Es ist nicht in Ordnung, dass unser Bundeskanzler zum Nato-Gipfel reist und von dort aus die Bevölkerung mit einem Dreizeiler über einen derart zentralen Schritt überrascht. Dass der Bundestag nicht beteiligt wird, kann mich nur wundern“, sagte er.


Foto: Bundeswehr-Soldaten (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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