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Merz plant "keine Steuersenkungen im großen Stil"

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Friedrich Merz (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Angesichts beschränkter finanzieller Spielräume beim Bund sieht der Kanzlerkandidat der Union, Friedrich Merz, keine Möglichkeit für eine deutliche Steuerentlastung. „Wir kündigen ja auch keine Steuersenkungen im großen Stil an“, sagte Merz der „Süddeutschen Zeitung“ auf die Frage, wie breit angelegte Steuersenkungen zu finanzieren seien.

Stattdessen setzt Merz auf kleinere, mehrstufige Entlastungen für Unternehmen. „Wir werden konkrete Vorschläge für eine Unternehmenssteuerreform machen, die in mehreren Schritten kommen könnte.“ Es müsse vor allem Planungssicherheit für die Unternehmen geben. „Wenn wir zu Beginn der Wahlperiode sagen: Das ist das Programm für die nächsten vier Jahre, dann kommt es auf die Absenkung der Steuersätze auch an, aber noch mehr auf Verlässlichkeit und Planbarkeit für die Unternehmen. Wir wollen eine Agenda für die Fleißigen, das heißt diejenigen entlasten, die jeden Morgen aufstehen und ihren Job machen.“

Zudem will sich der CDU-Chef im Bundestagswahlkampf nicht nur inhaltlich, sondern auch persönlich von Amtsinhaber Olaf Scholz (SPD) abgrenzen. „Ich habe mein Leben anders gestaltet als Herr Scholz. Ich habe mich nicht nach einer kurzen Zeit im Beruf entschieden, auf Dauer und allein Berufspolitiker zu sein“, sagte Merz. Sollte Scholz ihm vorwerfen, keinerlei Regierungserfahrung zu besitzen, würde ihm Merz nach eigener Aussage antworten: „Okay, und die Erfahrung mit Ihnen, Herr Scholz, möchte wohl ein großer Teil der Bevölkerung nicht länger machen.“

Merz hob ferner seine Erfahrungen in der Wirtschaft hervor. „Ich hatte bisher ein langes politisches Leben, ich habe auch ein langes berufliches Leben gehabt. Ich habe nie `Lobby`-Arbeit gemacht. Ich habe für zwei große amerikanische Firmen in Deutschland gearbeitet und hatte viel mit Unternehmen aus dem Mittelstand zu tun. Wer immer nur in der Politik war, dem fehlt dieser Teil der Lebenserfahrung.“


Foto: Friedrich Merz (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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US-Börsen im Aufwind – Arbeitsmarkt drückt Immobiliensektor

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Wallstreet in New York, via dts NachrichtenagenturNew York (dts Nachrichtenagentur) – Die US-Börsen haben am Freitag zugelegt. Zu Handelsende in New York wurde der Dow mit 42.352 Punkten berechnet, ein Plus in Höhe von 0,8 Prozent im Vergleich zum vorherigen Handelstag.

Wenige Minuten zuvor war der breiter gefasste S&P 500 mit rund 5.751 Punkten 0,9 Prozent im Plus, die Technologiebörse Nasdaq berechnete den Nasdaq 100 zu diesem Zeitpunkt mit rund 20.035 Punkten 1,2 Prozent im Plus.

Am Freitag sahen sich vor allem die Immobilienwerte unter Druck. Der robuste US-Arbeitsmarkt hatte zuvor die Hoffnung auf größere Zinsschritte gesenkt.

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Freitagabend schwächer: Ein Euro kostete 1,0977 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,9110 Euro zu haben.

Der Goldpreis ließ leicht nach, am Abend wurden für eine Feinunze 2.651 US-Dollar gezahlt (-0,2 Prozent). Das entspricht einem Preis von 77,66 Euro pro Gramm.

Der Ölpreis stieg unterdessen: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Freitagabend gegen 22 Uhr deutscher Zeit 78,02 US-Dollar, das waren 40 Cent oder 0,5 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.


Foto: Wallstreet in New York, via dts Nachrichtenagentur

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1. Bundesliga: Augsburg schlägt Gladbach

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Keven Schlotterbeck (Archiv), via dts NachrichtenagenturAugsburg (dts Nachrichtenagentur) – Zum Auftakt des 6. Spieltags der Fußball-Bundesliga hat Borussia Mönchengladbach beim FC Augsburg 1:2 verloren.

Zu Beginn der Begegnung entwickelte sich zunächst eine ereignisarme Partie ohne größere Höhepunkte. Das änderte sich erst nach 38 Minuten, als Keven Schlotterbeck per Volley zur Augsburger Führung traf.

Nach dem Seitenwechsel drängten die Gäste auf den Ausgleich, ohne sich jedoch ganz zwingende Torchancen zu erspielen. Stattdessen erhöhte Alexis Claude-Maurice in der 65. Minute auf 2:0. Rund sieben später machte Tim Kleindienst die Partie mit dem Anschlusstreffer noch einmal spannend. Doch die Gladbacher Schlussoffensive konnte die Niederlage nicht mehr abwenden.

Nach der Länderspielpause gastiert der FCA im Breisgau beim SC Freiburg, während die Fohlen den 1. FC Heidenheim empfangen.


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2. Bundesliga: Torreiches Remis zwischen KSC und Darmstadt

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Tobias Kempe (SV Darmstadt 98) (Archiv), via dts NachrichtenagenturKarlsruhe (dts Nachrichtenagentur) – Am 8. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga hat Darmstadt 98 beim Karlsruher SC 3:3 unentschieden gespielt.

Im ersten Durchgang bekamen die Zuschauer im Wildpark eine dynamische Partie mit Toren auf beiden Seiten zu sehen. Dzenis Burnic brachte die Hausherren zunächst in Front, was aber Isac Lidberg kurz darauf konterte. Leon Jensen besorgte jedoch noch vor der Pause die erneute KSC-Führung.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit drängten die Hessen auf den abermaligen Ausgleich. Nachdem ein Treffer in der 49. Minute noch durch den Videobeweis zurückgenommen worden war, hatte das 2:2 durch Kai Klefisch fünf Minuten später jedoch Bestand. Dann ging es Schlag auf Schlag: In der 74. Minute drehte Aleksandar Vukotic das Spiel zunächst für die Lilien, bevor Fabian Schleusener kurz darauf wieder auf Remis stellte.

Nach der Länderspielpause empfangen die Darmstädter den 1. FC Köln. Der KSC ist dann beim SSV Ulm gefordert.

In der Parallelbegegnung besiegte der SC Paderborn Aufsteiger Jahn Regensburg klar mit 3:0.


Foto: Tobias Kempe (SV Darmstadt 98) (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Top 3 der Album-Charts komplett neu besetzt

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Frau mit Kopfhörern (Archiv), via dts NachrichtenagenturBaden-Baden (dts Nachrichtenagentur) – In den deutschen Album-Charts sind die vorderen drei Plätze diese Woche alle mit Neueinsteigern besetzt.

Die Rockbands Weimar („1331“, eins) und Element Of Crime („Wenn es dunkel und kalt wird in Berlin“, zwei) machen das Rennen um die Spitze unter sich aus. Auf Platz drei ersteht Udo Jürgens fast genau zehn Jahre nach seinem Ableben wieder auf mit der Jubiläumsbox „Udo 90“.

In den Single-Charts bleiben Linkin Park wie in der Vorwoche auf Platz eins mit „The Emptiness Machine“, dahinter ebenfalls weiterhin Shirin David mit „Bauch Beine Po“ auf der zwei. Oberster Neueinsteiger in den deutschen Single-Charts ist der Berliner Rapper Lacazette mit „LID“.

Die offiziellen Deutschen Charts werden von GfK Entertainment ermittelt. Sie sollen 90 Prozent aller Musikverkäufe abdecken.


Foto: Frau mit Kopfhörern (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Dax mit Gewinnen – US-Arbeitsmarkt sorgt für Erleichterung

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Anzeigetafel in der Frankfurter Börse, via dts NachrichtenagenturFrankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Zum Wochenausklang hat der Dax Gewinne gemacht. Zum Xetra-Handelsschluss wurde der Index mit 19.120 Punkten berechnet, ein Plus in Höhe von 0,6 Prozent im Vergleich zum Vortagesschluss.

„In den USA kommen vom Arbeitsmarkt weiterhin keinerlei Signale für eine Rezession“, sagte Konstantin Oldenburger, Marktanalyst bei CMC Markets. Die Arbeitgeber hatten im September 254.000 neue Jobs geschaffen, was deutlich über den erwarteten 140.000 Stellen lag. „Sollte es bei dieser Robustheit bleiben, dürfte es zwar in naher Zukunft zu weniger starken Zinssenkungen der Fed kommen. Allerdings ist der Fakt, dass es dennoch graduelle Schritte nach unten geben wird, während die Wirtschaft weiter wächst, mehr wert als zwingend notwendige geldpolitische Lockerungen ohne Wachstum.“

„Vor der nächsten Zinssitzung der Fed im November gibt es zwar noch einen weiteren Arbeitsmarktbericht, doch dürfte dieser von den Auswirkungen des Hurrikans Helene und des Hafenarbeiter-Streiks stark verzerrt sein. Auch deshalb haben die Anleger ihre Zinssenkungserwartungen nach den heutigen Daten zurückgenommen. Das CME FedWatch Tool, ein Indikator für die Markterwartungen hinsichtlich des künftigen Zinsniveaus, zeigt dies klar an. Für die kommende Zinssitzung wird nur noch ein Schritt von 25 Basispunkten nach unten erwartet. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist heute von rund 40 auf jetzt 75 Prozent gestiegen.“

„Für den Deutschen Aktienindex ist auch deshalb die Fortsetzung der Rally möglich, weil mittlerweile der erneute Test der 19.000er-Marke erfolgt und geglückt ist. Auf dem Niveau fanden sich einige Käufer und sorgten so für einen versöhnlichen Wochenschluss nach den durch die Geopolitik ausgelösten Verlusten zur Wochenmitte. Bleibt es im Nahen Osten ruhig, könnten die Bullen mit den starken US-Wirtschaftsdaten im Rücken auch in Frankfurt in der kommenden Woche wieder die Oberhand gewinnen“, erwartet Oldenburger.

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Freitagnachmittag schwächer: Ein Euro kostete 1,0962 US-Dollar (-0,64 Prozent), ein Dollar war dementsprechend für 0,9122 Euro zu haben.

Der Ölpreis stieg unterdessen: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Freitagnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit 78,39 US-Dollar, das waren 77 Cent oder 1,0 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.


Foto: Anzeigetafel in der Frankfurter Börse, via dts Nachrichtenagentur

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Bahn-Flexpreise steigen um fast sechs Prozent

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ICE (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Deutsche Bahn (DB) erhöht teilweise die Preise im Fernverkehr. Betroffen seien die Flexpreise, Streckenzeitkarten sowie die BahnCard 100, teilte der Konzern am Freitag mit.

Demnach sollen die Flexpreise und Zeitkarten ab dem 15. Dezember um durchschnittlich 5,9 Prozent teurer werden. Die BahnCard 100 werde um durchschnittlich 6,6 Prozent angehoben. Bei den neuen Preisen für die BahnCard 100 werde auch die Preiserhöhung für das integrierte Deutschland-Ticket von aktuell 49 Euro auf zukünftig 58 Euro pro Monat berücksichtigt, hieß es weiter. Wer bis einschließlich 14. Dezember seine Reise buche, fahre noch zu den alten Preisen.

Als Begründung fügte die DB die „aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen“ sowie die „deutlich gestiegenen Kosten, insbesondere in Folge der jüngsten Tarifabschlüsse“ an.

Kritik an den Preiserhöhungen kommt vom Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV). „Auf eins kann man sich bei der Deutschen Bahn verlassen: Die Preise werden auch bei sinkender Qualität und Pünktlichkeit erhöht“, sagte Marion Jungbluth. Leiterin des Teams Mobilität und Reisen beim VZBV. Die Verbraucher bräuchten stattdessen „ein transparentes, einfaches Preissystem, bezahlbare Preise und ein zuverlässiges Angebot. Bei der Deutschen Bahn mangelt es weiterhin in allen drei Bereichen. Die Preiserhöhungen kommen zur Unzeit.“


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Commerzbank-Betriebsrat will drohende Übernahme in Wahlkampf tragen

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Commerzbank-Filiale (Archiv), via dts NachrichtenagenturFrankfurt am Main (dts Nachrichtenagentur) – Der Betriebsrat der Commerzbank hat für den Fall einer Übernahme durch den italienischen Bankkonzern Unicredit massiven Widerstand angekündigt.

„Wir werden dafür sorgen, dass alle demokratischen Parteien die Commerzbank zum Wahlkampfthema machen“, sagte Sascha Uebel, seit 2022 stellvertretender Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der Commerzbank, der „Süddeutschen Zeitung“. Im Zweifel werde man mit 10.000 Mitarbeitern „in Wiesbaden und Berlin auf der Matte stehen“.

Uebel sagte weiter: „Wir werden mit unserem Widerstand ganz Deutschland überraschen. Wir werden so laut sein, dass sich das jeder Investor gut überlegen wird. Unicredit wird sich mit uns die nächsten zehn Jahre rumprügeln müssen“. Von der Bundesregierung und der Landesregierung in Hessen erwartet Uebel Unterstützung. „Ich erwarte, dass Berlin für seine Fehler geradesteht und das maximal mögliche tut, um uns zu unterstützen“. Im Fall eines Zusammenschlusses rechnen die Arbeitnehmervertreter „mit bis zu 18.000 Arbeitsplätzen, die hier in Deutschland wegfallen könnten – weltweit ist das nur schwer abzuschätzen“.

Der italienische Bankkonzern Unicredit hatte sich Mitte September überraschend Anteile an der Commerzbank gesichert, als der Bund einen Teil seiner Aktien privatisieren wollte. Trotz Kritik der Bundesregierung kaufte Unicredit weiter Commerzbank-Aktien und hat inzwischen nach eigenen Angaben Zugriff auf über 21 Prozent der Aktien. Außerdem brachte Unicredit eine Übernahme ins Spiel. Die Arbeitnehmervertreter wollen sich nicht geschlagen geben. „Wir sind ein starker Betriebsrat, wir haben Leute mit Kampferfahrung, wir haben schon die Dresdner Bank integriert, wir haben die Fusion mit der Deutschen Bank verhindert. Wir haben gemeinsam mit der Gewerkschaft Verdi viele Möglichkeiten, Herrn Orcel das Leben schwer zu machen“, sagte Uebel.


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US-Arbeitslosenquote im September auf 4,1 Prozent gesunken

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US-Flagge (Archiv), via dts NachrichtenagenturWashington (dts Nachrichtenagentur) – Die Arbeitslosenrate in den USA ist im September auf 4,1 Prozent gesunken, nach 4,2 Prozent im Vormonat. Das teilte das US-Arbeitsministerium am Freitag in Washington mit. Die Zahl der Arbeitslosen sank folglich auf 6,8 Millionen.

Die Unternehmen in den USA schufen dem Ministerium zufolge rund 254.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft und damit deutlich mehr als von vielen erwartet worden war. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen legte mit 1,6 Millionen Menschen etwas zu.

„Die Daten überraschen positiv, wohin man schaut“, kommentierte Thomas Altmann von QC Partners. „254.000 neu geschaffene Stellen sind gleichbedeutend mit dem besten Wert seit März. Dazu wurde der Vormonat nach oben korrigiert.“

Altmann rechnet damit, dass die US-Zentralbank daher auf einen weiteren großen Zinssenkungsschritt verzichten könnte. „Allein der Stellenzuwachs und der Rückgang der Arbeitslosenquote sprechen schon gegen eine erneute Zinssenkung um 50 Basispunkte. Dazu kommt noch, dass die Löhne in den USA wieder stärker steigen“, sagte er. „Bis zur nächsten Fed-Sitzung kommt noch ein weiterer Arbeitsmarktbericht. Aber Stand heute sind erneute 50 Basispunkte in ganz weite Ferne gerückt.“

Die US-Arbeitsmarktdaten werden von Investoren auf der ganzen Welt mit Argusaugen beachtet. Ist der Arbeitsmarkt robust und die Inflation hoch, werden Zinssenkungen unwahrscheinlicher. Über die würden sich Börsianer aber freuen, unter anderem weil das Sparbuch als Alternative zur Aktie damit wieder unattraktiver werden würde und Unternehmen und andere Akteure billiger an Kredite kämen.


Foto: US-Flagge (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Merz distanziert sich von Kretschmers und Voigts Diplomatie-Appell

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Friedrich Merz (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – CDU-Chef und Kanzlerkandidat Friedrich Merz hat sich von der Forderung der Ministerpräsidenten von Brandenburg und Sachsen, Dietmar Woidke (SPD) und Michael Kretschmer (CDU), sowie von Thüringens CDU-Landeschef Mario Voigt nach stärkeren Bemühungen um eine diplomatische Lösung im Krieg zwischen Russland und der Ukraine distanziert. „Die Ukraine kämpft um ihr schieres Überleben“, sagte Merz der „Süddeutschen Zeitung“ (Samstagausgabe). „Dabei müssen wir ihr auch in unserem eigenen Interesse weiter helfen.“

Friedensgespräche werde es nur geben, wenn beide Seiten dazu bereit sind, so der CDU-Chef. „Das ist nach dem offenbar von Putin abgelehnten Telefongespräch mit dem Bundeskanzler erkennbar nicht der Fall. Russland wird erst zu Gesprächen bereit sein, wenn das Regime von Putin erkennen muss, dass ein weiteres militärisches Vorgehen gegen die Ukraine aussichtslos erscheint.“

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Michael Roth (SPD) kritisierte den Beitrag der drei Politiker. „Sollte der Brief der drei designierten Ministerpräsidenten als Weichspüler für Koalitionsverhandlungen mit dem BSW gemeint gewesen sein, rate ich zu großer Skepsis“, sagte er der SZ. „Den Wagenknechten und Co. geht es nicht um Frieden. Sie wollen nicht länger mit dem Elend der attackierten Ukraine behelligt werden“, so Roth. „Sie wollen schlicht in Ruhe gelassen werden, ihrem Antiamerikanismus und ihrer Zuneigung zum Autoritarismus weiter frönen.“

Ähnlich äußerte sich die FDP-Europaabgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann. „Man hat das Gefühl, die freiheitlichen Werte unseres Landes werden gerade für ein bisschen Machterhalt und Wahlkampf auf dem Ramschtisch verscherbelt“, sagte sie der „Rheinischen Post“ (Samstagausgabe). „Matthias Platzeck pendelt heimlich und erfolglos zwischen Moskau und Berlin hin und her und nun der rückgratlose Kotau der Ministerpräsidenten aus Brandenburg und Sachsen assistiert von der BSW und CDU in Thüringen.“

Der für die Außenpolitik zuständige stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Johann Wadephul (CDU) sagte der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Samstagsausgabe), der Vorschlag der drei Politiker sei verantwortbar, weil er die Grundlinien der CDU einhalte. „Ich verstehe den Aufruf als den ernsthaften Versuch, unter Wahrung der eigenen Grundsätze eine Brücke für mögliche Koalitionsverhandlungen zu bauen.“ Dass die drei Spitzenpolitiker von CDU und SPD dies gemeinsam täten, sei ein „starkes Zeichen“, sagte Wadephul. „Wir dürfen uns nicht spalten lassen.“ So unrealistisch ein russisches Eingehen auf die Prinzipien der Union sei, „so muss doch jeder seriöse Versuch unternommen werden, die AfD aus der Regierungsverantwortung fernzuhalten“, sagte Wadephul mit Blick auf Bemühungen in Dresden, Erfurt und Potsdam, mit dem Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) Koalitionen zu bilden.

Wagenknecht selbst hatte sich lobend zu dem Appell von Woidke, Kretschmer und Voigt geäußert. „Ein kluger und differenzierter Beitrag“ sei deren gemeinsamer Aufruf in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitagausgabe), sagte Wagenknecht der FAZ. Es sei ein Beitrag, „der sich wohltuend abhebt von einer Debatte, die sich mit großer moralischer Attitüde immer nur um die Frage dreht, welche Waffen als nächste geliefert werden sollten, ohne irgendeine Perspektive für ein Ende des Krieges aufzuzeigen“.

Klaus Ernst, Vize-Vorsitzender des BSW im Bundestag, stimmte der Parteivorsitzenden zu. „Das ist mutig, fast revolutionär und stimmt hoffnungsvoll“, sagte er dem „Tagesspiegel“. Mit dieser „politischen Annäherung“ könne in Brandenburg, Sachsen, Thüringen „und darüber hinaus“ eine „gemeinsame Basis“ von BSW, CDU und SPD entstehen. Die Ministerpräsidenten wollten damit „zu einem Ende des Sterbens beitragen und gehen einen großen Schritt“, behauptete Ernst. „Der gemeinsame Artikel von Kretschmer, Voigt und Woidke kann gar nicht genug gewürdigt werden.“ Wie die Autoren fordere auch das BSW Sicherheitsgarantien für die Ukraine, doch das BSW fordere diese „auch für Russland“, sagte der BSW-Gruppenvize. „Das schließt eine Nato-Mitgliedschaft der Ukraine aus.“

Mit dem Text werde seiner Ansicht nach „der Wählerwille von jedem zweiten Wähler im Osten, der Verhandlungen und das Ende des Ukraine-Krieges will, endlich beachtet“, sagte Ernst in Anspielung auf die jüngsten Wahlergebnisse von AfD und BSW. „Uns unterscheidet sehr viel von der AfD, es gibt da mit uns keine Zusammenarbeit“, so Ernst. „Aber in dieser inhaltlichen Frage vertreten BSW und AfD ähnliche Positionen.“


Foto: Friedrich Merz (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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