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Wie sich der Markt auf die nächste Infektionswelle vorbereitet

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Gesundheitssektor Freedom Finance Hans Selleslagh

Investitionschancen im Gesundheitssektor

Die wachsende Gefahr von Infektionskrankheiten wie Affenpocken und Grippe rückt den Gesundheitssektor immer stärker in den Fokus der Investoren. Vor allem Unternehmen aus den Bereichen Impfstoffentwicklung, Diagnostik sowie Telemedizin erfahren steigendes Interesse. Impfstoffhersteller forschen intensiv an neuen Schutzmaßnahmen, während die Nachfrage nach Früherkennungstests Diagnostikunternehmen einen Aufschwung beschert. Gleichzeitig gewinnen digitale Gesundheitsdienste an Akzeptanz, da immer mehr Menschen auf Telemedizin und Online-Beratung setzen. Für Investoren bieten sich kurzfristige Chancen insbesondere bei Firmen, die sich auf die Entwicklung von Impfstoffen und Tests konzentrieren. Langfristig hingegen könnten breit aufgestellte Gesundheits-ETFs eine stabile Anlageoption darstellen.

Durch den jüngsten Anstieg von Infektionskrankheiten wächst das Interesse am Gesundheitssektor spürbar. Führende Impfstoffhersteller wie Moderna und Pfizer, die während der COVID-19-Pandemie große Erfolge verzeichneten, erleben erneut eine erhöhte Nachfrage. Moderna forscht aktuell an Impfstoffen gegen Affenpocken und Grippe, was zur erwarteten Wachstumsrate von 7,1 Prozent des Marktes für Infektionstherapeutika bis 2030 beiträgt.

Der dänische Hersteller Bavarian Nordic, der den einzigen zugelassenen Affenpocken-Impfstoff anbietet, konnte in diesem Jahr bereits einen Kurszuwachs von 50 Prozent verzeichnen. Doch nicht nur die Impfstoffbranche rückt in den Fokus: Diagnostikunternehmen wie Thermo Fisher Scientific und Quidel profitieren ebenfalls von der gestiegenen Nachfrage nach Tests. So meldete Thermo Fisher einen Umsatzanstieg von acht Prozent im letzten Quartal, ausgelöst durch vermehrte Tests auf Affenpocken und Grippe.

Auch Abbott Laboratories, bekannt für seine BinaxNOW-Testkits, profitiert vom wachsenden Bedarf an schneller Diagnostik. Im Bereich der digitalen Gesundheit und Telemedizin gewinnen Anbieter wie Teladoc und American Well zunehmend an Bedeutung. Investoren reagieren auf diese Entwicklungen. In den letzten zwei Monaten stiegen die Kapitalzuflüsse in gesundheitsbezogene ETFs, wie den Health Care Select Sector SPDR Fund, um 1,2 Milliarden Dollar an.

Gesundheitssektor bietet nicht nur technologische Fortschritte

Die zunehmenden Investitionen von Regierungen und Gesundheitsbehörden in die Pandemievorsorge schaffen erhebliche Chancen für Unternehmen im Gesundheitsbereich. Unternehmen, die Impfstoffe, Diagnosetests und antivirale Medikamente anbieten, profitieren von laufenden staatlichen Verträgen, Lagerhaltung sowie globalen Impfkampagnen. Dies eröffnet langfristiges Wachstumspotenzial für Firmen wie Moderna, Pfizer und Thermo Fisher Scientific. Neue Infektionskrankheiten, wie Affenpocken oder das kürzlich in den Nachrichten erwähnte Marburg-Virus, bieten zudem spezialisieren Biotech-Unternehmen, etwa Bavarian Nordic, zusätzliche Marktchancen – ein Faktor, der bereits den Aktienkurs des Unternehmens positiv beeinflusst hat.

Auch Firmen wie Gilead Sciences und Merck könnten von der wachsenden Nachfrage nach antiviralen Medikamenten profitieren. Fortschritte in der Technologie, insbesondere in der mRNA-Technologie und bei digitalen Gesundheitsplattformen, schaffen weitere Wachstumsfelder. Dies gilt besonders für Telemedizin-Anbieter wie Teladoc Health. Gleichzeitig hat das gestiegene Bewusstsein für präventive Gesundheitsmaßnahmen zu einer höheren Nachfrage nach Impfungen, Diagnosetests und Telemedizin-Diensten geführt. Daher stehen Unternehmen wie Abbott Laboratories und QuidelOrtho vor vielversprechenden Zukunftsaussichten.

Risiken: Rohstoffbeschaffung und Impfnachfrage

Allerdings sind auch Risiken zu beachten: Regulatorische Unsicherheiten können die finanzielle Performance beeinflussen, da Medikamentenzulassungen oder unerwartete Nebenwirkungen zu Verzögerungen führen können. Hersteller könnten darunter leiden, wenn ihre Impfstoffe die strengen behördlichen Auflagen nicht erfüllen. Zudem herrscht ein zunehmender Preisdruck durch globale Bemühungen, medizinische Behandlungen erschwinglicher zu gestalten, was die Gewinnspannen der Unternehmen verringern könnte. Lieferkettenprobleme stellen ein weiteres Risiko dar, da Schwierigkeiten bei der Rohstoffbeschaffung die Produktion beeinträchtigen können.

Die Abhängigkeit von staatlichen Aufträgen schafft zusätzliche Unsicherheiten, insbesondere wenn sich politische Prioritäten verändern. Auch die öffentliche Meinung spielt eine entscheidende Rolle: Skepsis gegenüber Impfungen kann die Nachfrage reduzieren und zu Kursschwankungen führen. Investoren sollten diese Risiken bei ihren Entscheidungen im Gesundheitssektor sorgfältig abwägen.

Innovationen als Wachstumstreiber

Innovationen in der Diagnostik und Impfstoffentwicklung spielen eine zentrale Rolle für den finanziellen Erfolg von Gesundheitsunternehmen. Moderne mRNA-Technologien, wie sie von Firmen wie Moderna und BioNTech eingesetzt werden, ermöglichen einen schnellen Eintritt in den Markt und haben sich als äußerst profitabel erwiesen. Ein Beispiel hierfür ist der Umsatz von Moderna, der von 800 Millionen US-Dollar im Jahr 2020 auf über 18 Milliarden US-Dollar im Jahr 2021 anstieg. Fortschritte in der Diagnostik, wie beispielsweise Point-of-Care-Tests, ermöglichen es Unternehmen wie Thermo Fisher und Abbott Laboratories, flexibel und zeitnah auf die Marktnachfrage zu reagieren.

Auch der Einsatz neuer Technologien verschafft Unternehmen erhebliche Wettbewerbsvorteile. Roche etwa hat sich durch kontinuierliche Investitionen in Forschung und Entwicklung seine führende Position im globalen Diagnostikmarkt gesichert. Strategische Partnerschaften und Übernahmen, wie die Zusammenarbeit zwischen Pfizer und BioNTech, stärken zusätzlich den Marktwert der beteiligten Unternehmen. Zudem eröffnet die regulatorische Unterstützung, beispielsweise in Form beschleunigter Zulassungsverfahren, weitere Wachstumschancen. Innovation sorgt auch für langfristig wiederkehrende Einnahmen, etwa durch Auffrischungsimpfungen und die anhaltende Nachfrage nach Diagnosetests.

BIld: Freedom Finance Hans Selleslagh

Autor Hans Selleslagh von Freedom24

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Generative KI mit Serverless optimieren

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Generative KI Dr. Li Feifei, President of Database Products Business bei Alibaba Cloud

von Dr. Li Feifei, President of Database Products Business bei Alibaba Cloud

Der Einsatz von generativer KI kann komplex und teuer sein. Serverlose Cloud-Dienste und Vektordatenbanken bieten eine Lösung, um diese Hürden zu überwinden und KI-Anwendungen effizient und skalierbar zu gestalten. So maximieren Unternehmen ihr KI-Potenzial.

Seitdem ChatGPT die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat, befassen sich nahezu alle Organisationen mit der Implementierung oder Entwicklung von generativer Künstlicher Intelligenz (KI). In jüngster Zeit haben sich die Diskussionen darüber vertieft, wie sich KI effektiv nutzen lässt – vor allem angesichts der hohen Kosten und der Komplexität, die notwendig sind, um den Erwartungen und dem Hype rund um generative KI gerecht zu werden.

Doch wie funktioniert die Technologie eigentlich? KI ist vielversprechend, weil sie in der Lage ist, Muster zu erkennen, die wir Menschen möglicherweise übersehen oder ignorieren würden. Sie bietet mehr Kapazität und Konsistenz für diese Art von Aufgaben. Doch im Kern ist und bleibt die Grundlage jeder KI: Daten.

Daten müssen korrekt verarbeitet und geschützt werden, da sie das Rückgrat der gesamten IT-Infrastruktur bilden und die Basis für Innovationen sind. Das gilt sowohl für menschliche als auch KI-generierte Daten. In der Ära der generativen KI müssen Datenbanken diesen Anforderungen gerecht werden. Die Effizienz einer KI hängt stark davon ab, wie gut die zugrundeliegenden Datenbanken diese Daten verwalten.

Datenbankmodelle im Überblick

Ein weit verbreitetes Datenbankmodell ist das Online Transaction Processing (OLTP), das parallele Transaktionen ermöglicht – etwa im Online-Banking oder E-Commerce. Sobald Daten in einer solchen Datenbank akkumuliert sind, kann aus ihnen wertvolle Erkenntnisse gewonnen werden.

Ein weiteres Modell ist das On-Line Analytical Processing (OLAP), das Unternehmen schnelle und interaktive Analysen ermöglicht, indem es Daten aus verschiedenen Quellen konsolidiert. So könnte ein Einzelhändler zum Beispiel Bestandsdaten mit Kaufverhalten kombinieren, um fundierte Produktionsentscheidungen zu treffen.

NoSQL-Datenbanken sind besonders nützlich für die Verarbeitung unstrukturierter Daten, die in den zuvor genannten Modellen nicht optimal verwaltet werden können.

Das Vektordatenbank-Modell: Zukunft für KI

Im Zeitalter der KI liegt jedoch viel Hoffnung im Vektordatenbank-Modell. Diese Datenbanken sind darauf ausgelegt, „intelligente Workloads“ mit großen Sprachmodellen zu verarbeiten und Millionen hochdimensionaler Vektoren zu speichern – darunter Dokumente, Bilder, Audioaufnahmen und Videos. Diese unstrukturierten Daten werden laut Prognosen bis 2050 über 80 Prozent aller weltweit verfügbaren Daten ausmachen.

Vektordatenbanken ermöglichen es, den semantischen Kontext dieser Daten zu verstehen, was für die Funktionsweise von KI entscheidend ist. Insbesondere für die branchenspezifische Wissensbasis großer Sprachmodelle, eine der größten Herausforderungen für generative KI, sind sie unerlässlich.

Alibaba Cloud hat sein gesamtes Angebot cloud-nativen Datenbanklösungen mit einer proprietären Vektor-Engine ausgestattet. Dadurch können Unternehmen branchenspezifisches Wissen in ihre Vektordatenbanken einspeisen und so generative KI-Anwendungen entwickeln und einführen.

Praxisbeispiel: Intelligente NPCs in der Gaming-Industrie

Ein konkretes Beispiel dafür ist ein großes Online-Gaming-Unternehmen aus Südostasien, das Alibaba Clouds Datenbanklösungen nutzt, um intelligente Nicht-Spieler-Charaktere (NPCs) zu entwickeln. Diese NPCs können viel authentischer mit menschlichen Spielern interagieren, da sie in Echtzeit auf deren Kommunikation reagieren und nicht einfach vorgefertigte Texte abspulen.

Kosten und Nutzen von KI und Serverless

Der Nutzen von KI ist nicht auf den Gaming-Sektor beschränkt, sondern erstreckt sich auch auf das Management der Datenbanken selbst. KI kann beispielsweise Administratoren benachrichtigen, wenn der Speicherplatz knapp wird, und diesen automatisch erweitern, wenn erforderlich. Gleiches gilt für CPU- und Speicherkapazitäten.

Diese Funktionalitäten sind besonders relevant im Kontext von Serverless Cloud-Computing. Hierbei müssen sich Nutzer nicht mehr um die Bereitstellung von Servern kümmern, da die benötigten Ressourcen dynamisch angepasst werden. Dies kann jedoch auch höhere Kosten verursachen, wenn die Arbeitslasten stark schwanken.

KI und Serverless als Erfolgskombination

Die Kombination aus KI und Serverless Cloud-Computing bietet die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Nutzung von generativer KI. Alibaba Cloud hat daher seine wichtigsten KI-gestützten Datenbankprodukte serverlos gestaltet, sodass Kunden nur für tatsächlich benötigte Ressourcen zahlen. KI unterstützt dabei die Entscheidungsfindung und ermöglicht eine flexible Anpassung an dynamische Arbeitslasten. Die richtige Nutzung von KI in Verbindung mit passenden Datenbanken entscheidet darüber, ob ein Unternehmen von diesem Trend profitiert oder den Anschluss verliert.

Generative KI mit Serverless optimieren

Bild Dr. Li Feifei, President of Database Products Business bei Alibaba Cloud
Copyright: Alibaba Cloud

Quelle Schwartz Public Relations GmbH

Schulze nennt Kühnert "absolutes politisches Ausnahmetalent"

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Kevin Kühnert (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) hat Kevin Kühnert „ein absolutes politisches Ausnahmetalent“ genannt, dessen Rücktritt als SPD-Generalsekretär sie sehr bedauere.

„Jetzt muss aber seine Gesundheit im Vordergrund stehen, das ist für alle wichtig, dass er sich jetzt erholen kann, dass er auf seine Gesundheit achtet“, sagte Schulze am Dienstag den Sendern RTL und ntv. Dazu benötige Kühnert eine Auszeit. „Dafür wünsche ich ihm erstmal alles Gute und hoffe, dass er möglichst schnell zurückkommen kann.“

Zudem verwies Schulze anlässlich der Internationalen Nachhaltigkeitskonferenz in Hamburg auf die Begrenztheit öffentlicher Mittel. Man müsse und könne mehr investieren. Das öffentliche Geld allein werde aber nicht reichen, auch „das gesamte öffentliche Geld“ nicht.

Für Schulze muss die Politik auch privates Kapital mobilisieren. „Wir müssen einfach auch privates Engagement in die richtige Richtung leiten, auch die privaten Investitionen müssen nachhaltiger werden“, sagte die Ministerin. Als Beleg verwies die SPD-Politikerin auf eine soeben vereinbarte Allianz für nachhaltige Schifffahrtskorridore. Das sei ein „ganz wichtiger Schritt“ in die richtige Richtung.


Foto: Kevin Kühnert (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Linnemann schätzt neuen SPD-Generalsekretär Miersch

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Matthias Miersch (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann hat sich positiv über den designierten SPD-Generalsekretär, Matthias Miersch, geäußert.

Man kenne sich. „Wir haben in der Fraktion damals in der Großen Koalition zusammengearbeitet, und das war sehr vernünftig, sehr verlässlich“, sagte Linnemann am Dienstag den Sendern RTL und ntv. Ihm sei wichtig, dass man bei allem Streit in der Sache und den großen Unterschieden in der Wirtschafts- und Migrationspolitik vernünftig miteinander umgehe.

Für Linnemann ist das mit Miersch gewährleistet: „Ich habe ihn schätzen gelernt, bin mir sicher, dass er immer noch so ist, wie er war, dass man vernünftig miteinander umgeht.“ Er freue sich auf die Zusammenarbeit. „Ich habe ihm auch gestern sofort geschrieben.“


Foto: Matthias Miersch (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Pkw-Dichte 2024 leicht gestiegen

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Autos (Archiv), via dts NachrichtenagenturWiesbaden (dts Nachrichtenagentur) – In Deutschland gibt es gemessen an der Bevölkerung wieder mehr Autos. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis von Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) sowie Berechnungen der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder am Dienstag mitteilte, kamen zum Jahresanfang 2024 auf 1.000 Einwohner 580 Personenkraftwagen.

Im Vorjahr war die Pkw-Dichte mit 578 Autos pro 1.000 Einwohner etwas niedriger, im Jahr 2022 hatte sie mit 583 einen Rekordwert erreicht. Grund für den leichten Rückgang der Pkw-Dichte in den Jahren 2023 und 2024 gegenüber 2022 ist, dass die Zahl von in Deutschland zugelassenen Autos im genannten Zeitraum weniger stark zugenommen hat als die Bevölkerung. Die Zahl der hierzulande zugelassenen Autos erreichte zum Jahresbeginn 2024 mit 49,1 Millionen Pkw wie in den Vorjahren erneut einen Höchststand. Der Zehn-Jahres-Vergleich zeigt einen deutlichen Anstieg der Pkw-Dichte in Deutschland: Im Jahr 2014 hatte es noch 543 Autos je 1.000 Einwohner gegeben.

Die regionalen Unterschiede bei der Pkw-Dichte sind groß: Am höchsten war sie 2024 in den westlichen Flächenländern Saarland (655 Pkw pro 1.000 Einwohner), Rheinland-Pfalz (630) und Bayern (623). Die niedrigste Pkw-Dichte wiesen die Stadtstaaten Berlin (329), Hamburg (426) und Bremen (435) auf – unter anderem aufgrund eines besonders dichten ÖPNV-Netzes. Den niedrigsten Wert in einem Flächenland gab es in Sachsen mit 534. In allen ostdeutschen Flächenländern lag die Pkw-Dichte 2024 unter dem Bundesdurchschnitt, in allen westdeutschen darüber. Gegenüber dem Jahr 2014 ist die Pkw-Dichte in nahezu allen Bundesländern gestiegen. Die einzige Ausnahme bildet Berlin, wo sie von 337 auf 329 im Jahr 2024 zurückging.

Die Zahl der zugelassenen Autos in Deutschland ist gewachsen: Zum Stichtag 1.1.2024 waren laut KBA hierzulande 49,1 Millionen Pkw zugelassen – so viele wie nie zuvor (1.1.2023: 48,8 Millionen Pkw). Der Wandel hin zur Elektromobilität schlägt sich hier noch kaum nieder: Zum Jahresanfang 2024 waren 2,9 Prozent der hierzulande zugelassenen Pkw reine Elektroautos. Ein Jahr zuvor hatte der Anteil noch 2,1 Prozent betragen.

Zuletzt ging die Zahl der Neuzulassungen allerdings zurück, vor allem die von reinen Elektroautos. Von Januar bis August 2024 wurden insgesamt knapp 1,91 Millionen Neuwagen zugelassen, 0,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Grund war der stärkere Rückgang bei neu zugelassenen reinen Elektroautos: Deren Zahl sank im selben Zeitraum um 32,0 Prozent auf 242.000. Bei den von Januar bis August 2024 neu zugelassenen Autos betrug der Anteil derer mit ausschließlich Elektro-Antrieb 12,7 Prozent. Im Vorjahreszeitraum hatte er noch bei 18,6 Prozent gelegen. Grund für den Rückgang des Anteils dürfte auch der Stopp von staatlichen Förderungen beim Kauf von Elektroautos gewesen sein, so die Behörde.


Foto: Autos (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Ifo: Trump-Zölle könnten Kanada und Mexiko stark treffen

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Donald Trump (Archiv), via dts NachrichtenagenturMünchen (dts Nachrichtenagentur) – Die von Donald Trump geforderten Importzölle der USA könnten die Nachbarn Kanada und Mexiko stark treffen. Ihre weltweiten Exporte würden nach Berechnungen des Ifo-Instituts und von EconPol Europe um jeweils 14 Prozent sinken, die Ausfuhren Chinas aber nur um sieben Prozent. „Unsere Daten deuten darauf hin, dass China seine Exporte in andere Länder umlenken kann“, sagte Dorothee Hillrichs, Handelsexpertin beim Ifo-Institut.

US-Präsidentschaftskandidat Trump will Zölle von 60 Prozent auf Importe aus China erheben und 20 Prozent auf Importe aus anderen Ländern. Die Einführung allgemeiner Zölle würde in der Praxis zu einer Zerschlagung des USA-Mexiko-Kanada-Abkommens (USMCA) führen, das als Ersatz für das NAFTA-Abkommen diente und im Jahr 2020 unter der ehemaligen Regierung Trump in Kraft trat.

Staaten aus Mittel- und Südamerika wären stark betroffen: Honduras müsste einen Rückgang seiner gesamten Ausfuhren um zwölf Prozent verkraften, Panama steht bei -9, Venezuela bei -8 sowie die Dominikanische Republik und Guatemala bei -7 Prozent, Kolumbien bei -6 Prozent.

Chinas Exporte in die USA würden zwar um 78 Prozent zurückgehen, das Land ist aber weltweit sehr breit aufgestellt bei seinen Kunden, die USA haben nur einen Anteil von 19 Prozent an den chinesischen Exporten. Kanadas Exporte gehen dagegen zu 62 Prozent in die USA, Mexikos Ausfuhren sogar zu 68 Prozent. Daher würden hier US-Zölle von 20 Prozent stärker auf die Gesamtexporte durchschlagen als die 60 Prozent bei China. Mexikos Ausfuhren in die USA würden um 25 Prozent zurückgehen, Kanadas sogar um 28 Prozent.

Berechnet wurden die Folgen für 123 Länder der Erde. Nicht einbezogen wurden Gegenreaktionen anderer Länder auf neue US-Zölle.


Foto: Donald Trump (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Ifo-Institut fordert gemeinsame Agenda von Regierung und Opposition

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Scholz und Merz (Archiv), via dts NachrichtenagenturMünchen (dts Nachrichtenagentur) – Ifo-Präsident Clemens Fuest fordert zur Belebung der Wirtschaft eine gemeinsame Kraftanstrengung der Politik. „Man könnte eine größere Agenda für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit auf den Weg bringen, idealerweise im Rahmen einer Verständigung zwischen Regierung und Opposition“, sagte er der „Welt“ (Dienstagausgabe).

Erstens müssten öffentliche Ausgaben umgeschichtet werden, weniger Geld für staatlichen Konsum, mehr für Investitionen. Zweitens sprach sich Fuest für eine „Sonderverschuldung für die Finanzierung zusätzlicher öffentlicher Investitionen und privater Investitionsanreize“ aus.

Der Wachstumsinitiative der Regierung traut er kurzfristig nur einen begrenzten Effekt zu. „Die verbesserten Abschreibungen könnten Wirkung entfalten, sie sind allerdings im Volumen begrenzt“, sagte er.

Die Bundesregierung wird am Mittwoch ihre Konjunkturerwartung nach unten korrigieren. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), sieht die Investitionsschwäche als entscheidend an. „Die Wirtschaftspolitik muss mit verlässlichen Signalen für das Investieren am Standort reagieren, und zwar mit mittelfristiger Perspektive“, sagte Hüther. Ein wirksames Instrument ist aus seiner Sicht eine Investitionsprämie. „Zudem sollte eine verlässliche Perspektive der Wettbewerbsfähigkeit für die Energiekosten am Standort gegeben werden“, sagte Hüther. Er sprach sich unter anderem für den bereits im Vorjahr von SPD und Grünen geforderten staatlich abgesicherten Brückenstrompreis aus – bekannt auch unter dem Schlagwort Industriestrompreis.

Stefan Kooths sieht keine schnellen Lösungen für eine Belebung der schrumpfenden Wirtschaft. Einen kurzfristigen Effekt erwartet sich der Konjunkturchef des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel am ehesten von den geplanten Arbeitsanreizen. Die Wirtschaftspolitik müsse sich aber grundsätzlich ändern: „Weg vom interventionistischen Klein-klein mit Subventionen für einzelne Branchen und Unternehmen, hin zu einer Politik, die insgesamt den Standort stärkt“, sagte Kooths. Das Preis-Leistungs-Verhältnis des Standorts stimme nicht mehr.


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Debatte um Homophobie und Migration: Spahn bestätigt Kühnert

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Kevin Kühnert (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – In der Debatte um persönliche Erfahrungen mit Homophobie und Migration meldet sich der CDU-Politiker Jens Spahn zu Wort, um den SPD-Politiker Kevin Kühnert zu unterstützen. „Es ist gut, dass Kevin Kühnert das so klar anspricht“, sagte Spahn dem „Tagesspiegel“.

„Der reflexhafte Rassismus-Vorwurf ist Unsinn. Es ist schlicht die Realität: Deutschland ist durch irreguläre Migration homophober, frauenfeindlicher und gewaltaffiner geworden.“ Spahn äußert sich auch zur Frage der Ursachen: „Das hat zu oft mit einer kulturellen Prägung aus dem arabisch-muslimisch Raum zu tun.“ Den Handelnden in der Politik wirft er mangelnde Aufrichtigkeit vor: „Leider gestehen zu viele Politiker das oft nur hinter vorgehaltener Hand zu.“

Kevin Kühnert hatte am Wochenende auf einen Gastbeitrag des Grünen-Politikers Cem Özdemir in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ reagiert. Özdemir hatte beklagt, seine Tochter werde in der Stadt regelmäßig von Männern mit Migrationshintergrund unangenehm begafft oder sexualisiert. „Ich bin keine Frau, aber als schwuler Mann kann ich erahnen, was er meint“, sagte Kühnert daraufhin dem „Spiegel“. „Und so kommt es in meinem Erleben aus muslimisch gelesenen Männergruppen häufiger zu einem homophoben Spruch, als man es sonst auf der Straße erlebt.“ Mit Spahn meldet sich nun nach Kühnert ein weiterer prominenter schwuler Politiker zu Wort.


Foto: Kevin Kühnert (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Ex-SPD-Chef Gabriel warnt vor Erstarken der AfD auf 40 Prozent

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Sigmar Gabriel (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Der frühere SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel ist gegen ein AfD-Verbotsverfahren. „Das wäre die Bankrotterklärung der Politik, die Partei nicht inhaltlich stellen zu können“, sagte Gabriel dem „Handelsblatt“ (Dienstagausgabe).

„Politik würde sich dem Symptom, aber nicht der Ursache widmen.“ Gabriel fürchtet zudem, dass die AfD profitieren könnte. „Ein Parteiverbot birgt das Risiko, dass die AfD bei den nächsten Wahlen nicht auf 30, sondern auf 40 Prozent kommt. Oder einfach eine neue rechtsradikale Partei gegründet wird“, sagte er.

Die CSU-Politikerin Andrea Lindholz pflichtet Gabriel bei: „Ein Verbotsverfahren würde es der AfD ermöglichen, sich als Opfer darzustellen und von ihren inhaltlichen Defiziten abzulenken“, sagte die Vizechefin der Unions-Bundestagsfraktion dem „Handelsblatt“. Nur eine inhaltlich-politische Auseinandersetzung werde den Höhenflug dieser Partei beenden. „Wir müssen weiter deutlich machen, dass hinter den platten Parolen vielfach keine echte Lösung steht, und warum eine AfD in Verantwortung so schlecht für unser Land wäre.“

Auslöser der erneuten Debatte ist, dass Abgeordnete von SPD, CDU/CSU, Grünen und Linken eine ausreichende Anzahl an Unterstützern für einen fraktionsübergreifenden Antrag für ein Verbotsverfahren gefunden haben. Gefordert wird darin, dass die AfD als verfassungswidrig eingestuft wird. Sie soll zudem von staatlicher Finanzierung ausgeschlossen werden.

An diesem Dienstag könnte der Antrag in mehreren Fraktionen besprochen und später in den Bundestag eingebracht und zur Abstimmung gestellt werden. Ein abschließender Zeitplan steht aber noch nicht fest.


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Bürger mehrheitlich gegen 1.000-Euro-Prämie für Langzeitarbeitslose

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Agentur für Arbeit (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die umstrittene sogenannte „Anschubfinanzierung“ für Langzeitarbeitslose stößt bei einer relativen Mehrheit der Bundesbürger auf Ablehnung. Das berichtet „Bild“ (Dienstagausgabe) unter Berufung auf eine Umfrage des Instituts Insa.

Demnach halten 47 Prozent die Anschubfinanzierung für Langzeitarbeitslose für falsch oder zumindest für „eher falsch“. Dem entgegen halten 34 Prozent der Befragten die Idee für (eher) richtig. Elf Prozent ist es egal und weitere acht Prozent können oder wollen dazu keine Auskunft erteilen.

Mehrheitlich richtig finden die Prämie nur Wähler der Grünen mit 58 Prozent, bei den Linken ist immerhin noch eine relative Mehrheit von 37,5 Prozent dafür. Bei allen anderen Parteien ist über die Hälfte der Anhänger gegen die Maßnahme, bei den Linken sind 30 Prozent dagegen und 29 Prozent ist es egal – deutlich mehr als bei allen anderen Parteien.

Die Befragung wurde unter 1.005 Personen im Zeitraum 4. bis 7. Oktober 2024 durchgeführt.


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