Start Blog Seite 983

Start-ups und Steuern

0
Prof.Dr.C.Juhn Bildquelle ©JUHN Partner GmbH

Clever gründen, richtig sparen

In Deutschland konnten 2023 etwa 329.000 Neugründungen verzeichnet werden. Um sich an die Selbstständigkeit zu wagen, genügt Jungunternehmern meist eine zündende Idee. Wer den Stein ins Rollen bringt, konzentriert sich oft auf dringende Fragen, wie die Finanzierung, und vernachlässigt das Thema Steuern, wobei bereits die Wahl der Rechtsform einige Fallstricke bergen kann. Neugründer können zwar grundsätzlich zwischen vier Unternehmensformen wählen, allerdings sollten sie neben gesetzlichen Vorgaben auch immer steuerliche Aspekte, wie einen Investoreneinstieg oder einen künftigen Exit, berücksichtigen, um von Anfang an optimal durchzustarten.

Alleiniger Unternehmer

Bei einem Einzelunternehmen wird die unternehmerische Tätigkeit von einer einzelnen, natürlichen Person ausgeübt. Für den Entrepreneur bestehen allerdings erhebliche Risiken, denn er haftet unbeschränkt mit seinem gesamten Vermögen. Die Gründung eines Einzelunternehmens gestaltet sich einfach, da weder ein Mindestkapital noch viele Formalitäten anfallen. Neben der Gewerbeanmeldung erfolgt die Registrierung beim Finanzamt, bei der Berufsgenossenschaft, einer eventuell zuständigen Kammer und, falls Mitarbeiter angestellt werden, bei der Agentur für Arbeit. Diese und andere Vorgaben gelten aber weitestgehend ebenso für alle anderen Unternehmensformen. Wenn die Firma einen kaufmännischen Geschäftsbetrieb erfordert, müssen Entrepreneure eine Eintragung im Handelsregister vornehmen und den Betrieb in der Rechtsform eines eingetragenen Kaufmanns (kurz: e. K.) führen. Abhängig von der Höhe des dabei erzielten Gewinns fallen zwischen 0 und 45 Prozent an Einkommensteuer und Gewerbesteuer an.

Qual der Wahl

Neugründern bietet sich auch eine Personengesellschaft an – also entweder eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), eine offene Handelsgesellschaft (OHG) oder eine Kommanditgesellschaft (KG). Entrepreneure müssen bei einer Mitunternehmerschaft gemäß § 15 Absatz 1 Nummer 2 EStG Abgaben nach dem Transparenzprinzip zahlen, wobei Gewinne anteilig den Gesellschaftern zugerechnet werden. Natürliche Personen unterliegen dabei der Einkommensteuer, während juristische Personen Körperschaftsteuer zahlen. Aufgrund ihrer hybriden Eigenschaften gilt die GmbH & Co. KG als besonders attraktiv, da sie steuerlich als Personengesellschaft behandelt wird, aber die haftungsrechtlichen Vorteile einer Kapitalgesellschaft bietet.

Mit einer GmbH zum Erfolg

Für Start-ups ist eine GmbH meist vorteilhaft, da sie eine steuerlich günstige Reinvestition der Gewinne zwecks weiteren Wachstums ermöglicht. Ein weiterer Vorteil liegt in den klaren, vertraglich flexibel gestaltbaren rechtlichen Verhältnissen und der Haftungsbeschränkung. Bei dieser Rechtsform haften die Gesellschafter nämlich nur bis zur Höhe ihres Anteils am Stammkapital. Im Gegensatz zu Personengesellschaften oder Einzelunternehmen, die ja Einkommensteuer und Gewerbesteuer (0 bis 45 Prozent) zahlen, beträgt die Körperschaftsteuer bei einer GmbH 15 Prozent zuzüglich rund 1 Prozent Solidaritätszuschlag. Hinzu kommt die von den Gemeinden festgelegte Gewerbesteuer. Allerdings fallen auf die Dividenden der GmbH nochmals Steuern an. Bei einer Gewinnausschüttung an die Gesellschafter (natürliche Personen) kommen dann nochmals 25 Prozent Kapitalertragsteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag auf privater Ebene hinzu.

Günstige Alternativen nutzen

Bei der Gründung einer GmbH ist ein Stammkapital von mindestens 25.000 Euro nötig, wobei die tatsächliche Einlage mindestens 12.500 Euro betragen muss. Start-ups verfügen jedoch zu Beginn oft über begrenzte finanzielle Mittel. Mit einer Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) (UG) können Entrepreneure bereits ab 1 Euro Kapital starten. Wie die GmbH ist die UG steuerlich unabhängig von den Gesellschaftern, da sie eine Kapitalgesellschaft und somit eine juristische Person ist. Der größte Unterschied in der Besteuerung liegt in der Thesaurierungspflicht: Laut § 5a Absatz 3 Satz 1 GmbHG müssen 25 Prozent des jährlichen Einkommens in eine gesetzlich vorgeschriebene Rücklage fließen, die nur für bestimmte Zwecke genutzt werden darf. Hauptzweck dieser Rücklage ist aber das Erreichen des Mindeststammkapitals einer GmbH.

Abgabenfrei? Fast!

Unter Umständen kann eine Holding steuerliche Vorteile bieten, da diese Struktur es unter anderem gestattet, anfallende Steuern bei der Gewinnausschüttung, Reinvestitionspotenziale und auch den steuerlichen Ansatz von Geschäftsführergehältern gezielt zu gestalten. Die Beteiligung an operativen Unternehmen erfolgt dabei in der eigens dafür gegründeten Holdinggesellschaft. Aus Dividenden des aktiven Betriebs entsteht in der Regel der größte Gewinn, da unter bestimmten Voraussetzungen 95 Prozent der Ausschüttungen auf Ebene der Holding abgabenfrei sind. Nur 5 Prozent unterliegen der Gewerbe- und Körperschaftsteuer, die beide etwa 15 Prozent betragen, was lediglich 1,5 Prozent Abgaben auf die Rendite ausmacht.

Diese Regelung gilt aber erst ab einer Beteiligungsquote von mindestens 15 Prozent zum jeweiligen Jahresbeginn. Bei 10 bis 15 Prozent bleiben 95 Prozent der Dividenden von der Körperschaftsteuer befreit, während die Gewerbesteuer in voller Höhe anfällt. Bei einer Beteiligung der Holding von 10 Prozent oder weniger entfallen sogar beide Steuervorteile. Unabhängig von der Beteiligung trifft die Besteuerung zu 1,5 Prozent auch auf den Gewinn aus einer Veräußerung von Unternehmensbeteiligungen zu.

Von Investoren und Beteiligungen

Nach dem Unternehmensaufbau sollten Entrepreneure vermehrt auf Investoren setzen. Für ihre erfolgreiche Einbindung können Anteile ausgegeben und durch eine Kapitalerhöhung verteilt werden. Bei einer GmbH entscheidet die Gesellschafterversammlung über die Kapitalerhöhung, während sie in Personengesellschaften als flexible vertragliche Einlage erfolgt und dabei von der jeweiligen Rechtsform abhängt. Bei Einzelunternehmen kommt entweder eine stille Gesellschaft oder die Gründung einer Personen- oder Kapitalgesellschaft infrage.

Betriebe können ihren Mitarbeitern ebenfalls Unterbeteiligungen anbieten. Dies erfordert jedoch eine sorgfältige Prüfung, um eine steuerliche Belastung der Mitbeteiligten beim späteren Unternehmensverkauf zu vermeiden. Stattdessen können Unternehmer aber auch sogenannte Phantom Shares, ein beteiligungsbasiertes Anreizsystem, anbieten. Diese helfen dabei, Schlüsselkräfte zu binden, da die nach einem Exit ausgezahlten Boni den Erfolg der Firma und somit den Einsatz ihrer Mitarbeiter widerspiegeln.

Bei gesicherter Liquidität können Entrepreneure kräftig investieren. Auf indirekte Weise verbuchen sie dabei oft Verluste, verringern somit die Gewinnspanne, auf die es Steuern zu entrichten gilt, und sparen so an Abgaben. Trotz Defiziten lassen sich Kapitalgesellschaften verkaufen, ohne den Verlustvortrag zu verlieren, und bei solidem finanziellen Fundament trotzdem höhere Verkaufspreise durchsetzen. Die Bedeutung der steuerlichen Optimierung wird besonders beim Exit entscheidend: Wer clever handelt und die richtige Struktur wählt, kann den Gewinn aus dem Unternehmensverkauf mit 1,5 Prozent belasten und bleibt gemäß § 8b Absatz 2 Satz 1 KStG nahezu steuerfrei.

Bild: Prof.Dr.C.Juhn Bildquelle ©JUHN Partner GmbH

Autor

Prof. Dr. Christoph Juhn ist Professor für Steuerrecht, Steuerberater und besitzt einen Master of Laws. Seine Schwerpunkte in der Gestaltungsberatung liegen auf Umwandlungen und Umstrukturierungen, Unternehmen- und Konzernsteuerrecht, internationalem Steuerrecht, Unternehmenstransaktionen (M&A), Beratung für Berater sowie der laufenden Steuerberatung.

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Dax startet im Minus – Arbeitsmarkt und Inflation im Fokus

0

Anzeigetafel in der Frankfurter Börse, via dts NachrichtenagenturFrankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Der Dax ist am Mittwoch mit Verlusten in den Handelstag gestartet. Gegen 9:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 19.405 Punkten berechnet, 0,4 Prozent unter dem Schlussniveau vom Vortag. An der Spitze der Kursliste rangierten Volkswagen, die Porsche-Holding und BASF, am Ende Infineon, Bayer und Daimler Truck.

Mit Spannung erwarteten die Anleger am Vormittag die deutschen Arbeitsmarktdaten sowie am Nachmittag neue Inflationsdaten. „Das Highlight des heutigen Börsentages ist aus deutscher Sicht ganz klar die vorläufige Inflationsrate für den Oktober“, sagte Thomas Altmann von QC Partners. „Anleger und Analysten erwarten dabei, dass die Inflationsrate im Jahres- und Monatsvergleich wieder etwas zugenommen hat.“

Für die EZB gelten die Inflationszahlen Deutschland als wichtiger Baustein für ihre Zinspolitik. Der entscheidende Wert ist aber vor allem die Rate für die Eurozone, die erst am Donnerstag veröffentlicht wird.


Foto: Anzeigetafel in der Frankfurter Börse, via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

CSU-Generalsekretär drängt auf Neuwahlen

0

Martin Huber am 27.10.2024, via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Nach den beiden Wirtschaftsgipfeln der Ampel fordert CSU-Generalsekretär Martin Huber Konsequenzen für die Koalition. „Sie hat keine Ideen, sie hat keine Konzepte, und deswegen sind auch Neuwahlen dringend notwendig“, sagte Huber den Sendern RTL und ntv.

Es seien Gipfel der Planlosigkeit gewesen, die keine Resultate gebracht hätten. Huber bezeichnete es als „bemerkenswert“, dass Finanzminister Christian Lindner (FDP) erst nach zwei Jahren Rezession die Wirtschaft zur Top-Priorität erkläre.

Huber forderte eine Senkung der Energiekosten, weniger Bürokratie, Steuererleichterungen und Planungssicherheit. „Es braucht endlich einen kraftvollen Impuls für die deutsche Wirtschaft, und den ist die Ampel nicht imstande zu leisten.“ Die Lage bei VW wertete er als Alarmsignal: „Es brennt lichterloh, wenn Deutschlands größter Autobauer, einer der größten Autobauer der Welt, in dieser Situation steckt.“


Foto: Martin Huber am 27.10.2024, via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Brantner wirbt für Habecks "Deutschlandfonds"

0

Franziska Brantner und Robert Habeck (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Anwärterin für den Grünen-Vorsitz, Franziska Brantner, wirbt für den Vorschlag eines milliardenschweren, schuldenfinanzierten „Deutschlandfonds“ von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne).

„Deutschland ist mit seiner restriktiven Schuldenpolitik der absolute Ausreißer unter den westlichen Ländern“, sagte Brantner der „Rheinischen Post“. Andere Länder reagierten auf die Schwächung der Weltwirtschaft mit massiven Investitionen in neue Technologien im Digitalen, beim Klimaschutz, bei Künstlicher Intelligenz.

„In Deutschland dagegen wurde unter der Führung der Union 16 Jahre lang die Infrastruktur vernachlässigt: Brücken gehen kaputt, bei der Bahn hakt es, bei der Digitalisierung hinkt Deutschland hinterher. Diese Vernachlässigungen sind die Schulden, die künftigen Generationen erst recht teuer zu stehen kommen. Wir sind also gut beraten, in ein funktionierendes Land zu investieren.“ All das hätten der Industrieverband BDI, die Europäische Zentralbank, die OECD, die Bundesbank und die Mehrheit der Ökonomen längst erkannt.

„Und Robert Habeck tut das, was ein Wirtschaftsminister tun muss: Er arbeitet daran, möglichst viel unter den bestehenden Rahmenbedingungen hinzukriegen, und macht deutlich, wo der Rahmen erweitert werden muss, wenn wir eine angemessene Antwort auf die Größe der Herausforderung geben wollen“, so die Grünen-Politikerin.

Zugleich rief Brantner die Ampel-Koalition zu einer Einigung im Streit um die Wirtschafts- und Industriepolitik auf. „Wir sind in einer wirtschaftlich schwierigen Lage. Das ist Grund genug, dass sich diese Koalition zusammenrauft und alle das Bestmögliche tun, um die Wirtschaft zu unterstützen“, sagte Brantner. Sie sei zuversichtlich, dass „alle in dem Bewusstsein von Verantwortung an die Dinge herangehen“, ergänzte sie. „Die Aufgabe einer Regierung ist es, Probleme zu lösen. Und unser Land braucht gerade gute Lösungen für eine geschwächte Wirtschaft.“


Foto: Franziska Brantner und Robert Habeck (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Weil warnt vor VW-Werksschließungen

0

Volkswagen-Werk (Archiv), via dts NachrichtenagenturHannover (dts Nachrichtenagentur) – Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) spricht sich mit Blick auf die neueste VW-Gehaltsverhandlungsrunde gegen Werksschließungen aus. „Das ist eine unwiederbringliche Maßnahme“, sagte er dem Nachrichtenmagazin Politico (Mittwoch). „Da gibt es klügere Lösungen, als dass man die Brücken hinter sich abreißt.“ Er hoffe, „dass es bis Weihnachten weißen Rauch gibt“.

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund warnte unterdessen vor für ganz Deutschland gravierenden Folgen der Krise beim Autobauer Volkswagen. „Die Nachrichten, dass VW einen massiven Stellenabbau plant und Werke in Deutschland schließen wird, sind nicht nur für die Standortkommunen bei möglichen Werkschließungen drastisch, sondern auch für den gesamten Wirtschaftsstandort Deutschland ein Alarmsignal“, sagte Hauptgeschäftsführer André Berghegger der „Bild“.

Für die von möglichen Werkschließungen betroffenen Kommunen seien die Folgen gravierend. „Es drohen massive Ausfälle bei der Gewerbesteuer sowie eine immense Schwächung des Standortes.“ Zudem drohten ein Dominoeffekt bei den Kommunalfinanzen und weitere Folgen für Arbeitnehmer. Berghegger rief die Politik und den VW-Konzern auf, „alle Möglichkeiten zu prüfen, diese verheerenden Konsequenzen abzuwenden“.

Weil plädierte zur Unterstützung der Hersteller für eine konkrete Einführung von Kaufanreizen für Elektroautos für Privatpersonen: „Mein Vorschlag wäre im Wege einer Steuerermäßigung. Das gibt es auch bei den Wärmepumpen. Das macht Sinn. Und das ist dann ein vernünftiges Pendant zu den Abschreibungen bei den Dienstwagen.“ Zu Kaufanreizen sagte Weil: „Es geht darum, dass wir unter anderem wegen hohen Strafzahlungen bei CO2-Grenzwertüberschreitungen jetzt auch schauen müssen, dass die Elektromobilität wieder flott wird.“

Die Subventionen sollten nicht markengebunden sein, also auch für ausländische Marken gelten. „Das ist Wettbewerb. Wir können an der Stelle jetzt nicht sagen, dass wir bestimmte Sachen ausschließlich kaprizieren auf deutsche Produkte. Volkswagen hat jahrzehntelang vom Wettbewerb profitiert und muss es jetzt auch wieder stellen“, so Weil.

Weil plädierte außerdem für eine Reform der Flottengrenzwertregelung. „Ich will nicht an die Ziele heran, aber wir haben jetzt gerade den Mechanismus: Alle drei Jahre gibt es ein deutliches Absenken. Und gerade im letzten Jahr hat sich der Elektroautomobilmarkt wirklich ganz anders entwickelt, als alle vorher gedacht haben, und das führt dazu, dass viele Unternehmen dann vor unlösbare Aufgaben gestellt werden und am Ende Milliarden an Strafzahlungen zahlen müssen.“ Und gerade in der aktuellen Situation sei dasselbe Geld an anderer Stelle wirklich wesentlich sinnvoller aufgehoben. „Und deswegen will ich, dass man von Jahr zu Jahr graduell absenkt, aber diese abrupten Sprünge vermeidet.“


Foto: Volkswagen-Werk (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Kommunalverband kritisiert Aufwand für Cannabis-Kontrollen

0

Hannover (dts Nachrichtenagentur) – Die Städte und Gemeinden in Niedersachsen halten es aufgrund „anhaltender Überlastung“ und „fehlender Finanzausstattung“ für „schlichtweg unmöglich“, vor Ort zu kontrollieren, ob die Regeln des Cannabisgesetzes eingehalten werden. Der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund (NSGB) hat bei seiner Präsidiumssitzung am Dienstag in Bissendorf (Kreis Osnabrück) eine entsprechende Resolution verabschiedet, berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“ (Mittwochausgabe).

NSGB-Präsident Marco Trips bezeichnet die Ablehnung in dem Papier „als Zeichen dafür, dass für uns ein Punkt erreicht ist, an dem es nicht mehr weitergeht“. Die kommunalen Körperschaften seien „am Limit ihrer Möglichkeiten angekommen“. Die für das Land oder auf Wunsch des Landes zu erfüllenden Aufgaben seien mit eigenen und bereitgestellten Mitteln nicht mehr zu erfüllen, so Trips.

„Die Freigabe von Cannabis war ein Anliegen des Bundes, das das Land nun umsetzen muss. Dann mögen Bund und Länder selbst dafür Sorge tragen, dass sie Kinder- und Jugendschutz sowie Suchtprävention sicherstellen“, erklärte er und stellte fest, dass die „bisher vertrauensvolle Zusammenarbeit“ mit der rot-grünen Landesregierung „zunehmend auf eine harte Probe gestellt wird“.

Mitte Oktober hatte die Landesregierung den Entwurf zur Ahndung von Cannabis-Verstößen zur Verbandsbeteiligung freigegeben und erklärt, dass der Vollzug von Ordnungswidrigkeitsverfahren in Niedersachsen grundsätzlich der kommunalen Ebene obliege. So ist es nach dem Willen der Regierung auch im Hinblick auf das Konsumcannabisgesetz vorgesehen. Der NSGB beklagt unterdessen, dass ihm der Verordnungsentwurf bis heute nicht vorliege.

Bei der Art der Verstöße handele es sich um Regelungen des Gesundheitsschutzes, des Kinder- und Jugendschutzes sowie der Prävention, teilte das Land mit. So seien etwa der Konsum von Cannabis in Gegenwart von unter 18-Jährigen und der öffentliche Konsum von Cannabis in Schulen, auf Kinderspielplätzen, in Kinder- und Jugendeinrichtungen, in Sportstätten sowie in deren Sichtweite verboten.

Sozial- und Gesundheitsminister Andreas Philippi (SPD) hatte vor rund zwei Wochen erklärt, die Landesregierung werde beobachten, ob den Kommunen durch die Übertragung der Verfolgung und Ahndung von Ordnungswidrigkeiten beim Cannabiskonsum Mehrbelastungen entstünden. „Ich bin zuversichtlich, dass unsere Kommunen mit dem Thema Cannabisverstöße ebenso professionell umgehen werden wie mit anderen Ordnungswidrigkeiten“, sagte Philippi.


Foto: „Smoke-in“ vor dem Brandenburger Tor (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Automobilverband wirft Scholz "Realitätsverweigerung" vor

0

VDA (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller, hat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) im Zusammenhang mit der Krise der Auto-Industrie „Realitätsverweigerung“ vorgeworfen. „Wenn der Bundeskanzler von Managementfehlern spricht, ist das Realitätsverweigerung“, sagte Müller der „Bild“ (Mittwochausgabe). „Alle Studien, Daten und Fakten zeigen die Probleme unseres Standorts – und das wirkt sich nicht nur auf die Autoindustrie aus.“

Deutschland werde in Rankings durchgereicht. „Natürlich ist niemand fehlerfrei“, so die Verbandschefin. „Wir haben aus unseren Fehlern gelernt, wir investieren Rekordsummen.“

Müller forderte, die Bundesregierung müsse nun „ein klares Bekenntnis zum Industriestandort mit einer entsprechenden Agenda ausarbeiten“. Sodann müsse sie mit „starker Stimme auch in Brüssel agieren – das allerdings passiert aktuell genauso wenig – mit negativen Folgen für Deutschland“. Zuvor war bekannt geworden, dass die EU Zusatzzölle von bis zu 35,3 Prozent auf E-Autos aus China verhängen wird, weshalb deutsche Autobauer Gegenmaßnahmen fürchten.

„Die Zulieferer und der industrielle Mittelstand generell leiden gerade besonders – und werden von der Politik zu oft und eklatant vernachlässigt“, beklagte sie. „Dabei sind gerade auch diese Unternehmen das Fundament unseres Wohlstands. Mit Blick auf Jobs und die Zukunftsaussichten gilt auch hier: Wir haben keine Krise der Autoindustrie, wir haben eine Krise des Standorts.“

Mit Blick auf die Zukunft sagte Müller, die Rahmenbedingungen würden darüber entscheiden, ob Zukunftsinvestitionen am Standort Deutschland stattfinden. Die Autoindustrie wolle „gerne an unserem Heimatstandort entwickeln, produzieren, Wachstum, Wohlstand und so auch Arbeitsplätze schaffen“, erklärte sie. „Wenn Energie hier drei bis vier Mal so teuer wie in den USA oder China ist, wenn Bürokratieaufwand immer mehr Zeit und Geld kosten und wir uns bei Steuern und Abgaben immer weiter von der Wettbewerbsfähigkeit entfernen, wird das nicht funktionieren. Dann werden die Arbeitsplätze der Zukunft zunehmend woanders entstehen.“


Foto: VDA (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

DFB-Pokal: Stuttgart erreicht Achtelfinale – Köln schlägt Kiel

0

Pascal Stenzel (VfB Stuttgart) (Archiv), via dts NachrichtenagenturStuttgart (dts Nachrichtenagentur) – In der 2. Runde des DFB-Pokals hat der VfB Stuttgart gegen den 1. FC Kaiserlautern 2:1 gewonnen und steht damit im Achtelfinale.

Der VfB Stuttgart kam besser ins Spiel und hatte auch im weiteren Verlauf größere Spielanteile. Für die Mannschaft trafen Nick Woltemade (14. Minute) und Chris Führich (75.), für Kaiserslautern traf Boris Tomiak (43.).

In den parallel laufenden Spielen haben sich der 1. FC Köln und Jahn Regensburg den Einzug ins Achtelfinale gesichert. Der 1. FC Köln gewann gegen Holstein Kiel 3:0 und Jahn Regensburg gegen die Spielvereinigung Greuther Fürth 1:0. In der Partie Wolfsburg gegen Dortmund steht es nach 90 Minuten 0:0, das Spiel geht in die Verlängerung.


Foto: Pascal Stenzel (VfB Stuttgart) (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

US-Börsen uneinheitlich – Nasdaq vor Google-Quartalszahlen stärker

0

Wallstreet in New York, via dts NachrichtenagenturNew York (dts Nachrichtenagentur) – Die US-Börsen haben sich am Dienstag uneinheitlich gezeigt. Zu Handelsende in New York wurde der Dow mit 42.233 Punkten berechnet, ein Minus in Höhe von 0,4 Prozent im Vergleich zum vorherigen Handelstag.

Wenige Minuten zuvor war der breiter gefasste S&P 500 mit rund 5.830 Punkten 0,2 Prozent im Plus, die Technologiebörse Nasdaq berechnete den Nasdaq 100 zu diesem Zeitpunkt mit rund 20.551 Punkten 1,0 Prozent im Plus.

Vor den nachbörslich erwarteten Quartalszahlen des Chipherstellers AMD und der Google-Mutter Alphabet, von denen jeweils Hinweise über den Stand „Künstlicher Intelligenz“ erwartet werden, beschäftigten die neu veröffentlichten Arbeitsmarktdaten für September die Anleger. Nach den Zahlen der zuständigen US-Statistikbehörde sank die Zahl der offenen Stellen auf 7,44 Millionen, nachdem sie im August noch bei 7,86 Millionen gelegen hatte – und damit ebenfalls unter den ursprünglich gemeldeten 8,04 Millionen für August. Ein sich abkühlender Arbeitsmarkt könnte bei der nächsten Zinssitzung der US-Zentralbank Federal Reserve als Argument für zügige Leitzinssenkungen dienen.

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Dienstagabend etwas stärker: Ein Euro kostete 1,0815 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,9246 Euro zu haben.

Der Goldpreis konnte deutlich profitieren, am Abend wurden für eine Feinunze 2.773 US-Dollar gezahlt (+1,1 Prozent). Das entspricht einem Preis von 82,43 Euro pro Gramm.

Der Ölpreis sank unterdessen: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Dienstagabend gegen 21 Uhr deutscher Zeit 71,19 US-Dollar, das waren 23 Cent oder 0,3 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.


Foto: Wallstreet in New York, via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Scholz plant weiteren Industriegipfel am 15. November

0

Olaf Scholz (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Nach dem Treffen mit Industrieverbänden, Gewerkschaften und Unternehmen am Dienstag plant Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) weitere Industriegipfel. „Dieses Gespräch ist der Auftakt zu einem Prozess, bei dem die Bundesregierung in den kommenden Wochen gemeinsam mit den Teilnehmern Möglichkeiten erörtert, wie sie weitere Wachstumsimpulse setzen, Industrie-Arbeitsplätze in Deutschland sichern und den Industrie-Standort Deutschland stärken kann“, erklärte der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Hebestreit, am Abend. „Der Austausch soll am 15. November fortgesetzt werden.“

Scholz ließ mitteilen, dass Deutschland ein starkes Land sei, das aktuell vor großen Herausforderungen stehe. „Jetzt geht es darum, gemeinsam anzupacken und mit einem Pakt für die Industrie, der sehr konkrete Maßnahmen umfasst, den Standort zu stärken.“

Auskunft über konkrete Inhalte des dreistündigen Treffens am Dienstag gab das Bundeskanzleramt nicht. Die Teilnehmer hätten vereinbart, die Vertraulichkeit der Runde zu bewahren, hieß es.


Foto: Olaf Scholz (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts