Start Blog Seite 841

Merz geht auf Distanz zu Grünen – Mit Söder "vollkommen einig"

0

Friedrich Merz und Markus Söder (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Kanzlerkandidat der Unionsparteien, Friedrich Merz, rückt von einer möglichen Zusammenarbeit mit den Grünen nach der Bundestagswahl im Februar deutlich ab. „Markus Söder und ich sind uns vollkommen einig, dass wir einen grundlegenden Politikwechsel vollziehen müssen, damit Deutschland wieder nach vorne kommt. Diesen Wechsel werden wir in der Regierungsverantwortung umgehend einleiten“, sagte Merz der „Welt“ (Dienstagausgabe).

„Eine Fortsetzung der Wirtschaftspolitik der auseinandergebrochenen Ampel, der grünen Wirtschaftspolitik und der des derzeitigen Bundeswirtschaftsministers, wird es mit uns unter keinen Umständen geben.“

Merz hob die Geschlossenheit der Unionsparteien auch in diesem Punkt hervor: „CDU und CSU sind sich diesmal in allen Sachenfragen einig, anders als im Bundestagswahlkampf 2021. Es hat selten in den vergangenen Jahrzehnten eine so große Übereinstimmung der beiden Unionsparteien gegeben wie derzeit“, so der CDU-Chef.

Söder hatte wiederholt Koalitionen mit den Grünen kategorisch ausgeschlossen, zuletzt nach den Weihnachtsfeiertagen. Merz hatte sich nicht völlig festgelegt.

Zu den Vorstößen des CSU-Vorsitzenden sagte Merz: „Wieso sollte ich mich `ärgern`, wenn sich Markus Söder zu Koalitionsfragen äußert? Er ist als CSU-Vorsitzender und bayerischer Ministerpräsident selbstverständlich Teil der bundespolitischen Meinungsbildung in der Union. Entscheidend ist, dass wir diesen Wahlkampf gemeinsam führen und gemeinsam gewinnen.“ Die Entscheidung zu den möglichen Konstellationen einer Regierungsbildung nach der Bundestagswahl werde zunächst einmal durch die Wähler am 23. Februar getroffen, sagte der CDU-Chef.


Foto: Friedrich Merz und Markus Söder (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Militärexperte: Nahostkonflikt wird eher enden als Ukraine-Krieg

0

Carlo Masala (Archiv), via dts NachrichtenagenturMünchen (dts Nachrichtenagentur) – Der Militärexperte Carlo Masala geht davon aus, dass der Krieg im Nahen Osten früher enden wird als Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine. „In Sachen Ukraine sehen wir bislang keine konkrete Bereitschaft Russlands, sich auf irgendeine Lösung einzulassen“, sagte Masala, der Internationale Politik an der Bundeswehr-Universität München lehrt, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstagausgaben).

Auch der designierte US-Präsident Donald Trump habe längst eingestanden, dass ein Deal in diesem Konflikt viel schwerer zu erreichen sein dürfte als er sich das ursprünglich vorgestellt hatte. „Im Nahen Osten hingegen sehen wir viele militärische Ergebnisse, die nun noch in politische Lösungen gegossen werden müssen – insbesondere die nachhaltige Schwächung der Hamas im Gazastreifen und der Hisbollah im Libanon.“

Auf die Frage, wie genau der Krieg im Nahen Osten im neuen Jahr zu Ende gehen könnte, sagte Masala: „Was Gaza betrifft: Ich gehe davon aus, dass es irgendwann einen Deal zur Freilassung der Geiseln geben wird. Aber dann stellt sich die Frage, was aus dem Gazastreifen insgesamt wird.“

Entweder hätten sich die Israelis mit der Schwächung der Hamas nur Zeit verschafft – oder das Problem werde strukturell angegangen. „Wie das allerdings genau aussehen könnte, wissen wir bisher nicht. Es gibt viele Ideen, auch die Stationierung einer internationalen Schutztruppe ist darunter. Aber bisher gibt es kein Szenario, auf das die Entwicklung hinausläuft.“

Für ein mögliches Kriegsende in der Ukraine gebe es hingegen grundsätzlich drei Möglichkeiten, sagte Masala. „Erstens: Russlands Präsident Wladimir Putin könnte zu Verhandlungen zu seinen Bedingungen bereit sein, wenn er sich eine zusammenhängende Landbrücke vom Donbass über die Krim bis nach Odessa am Schwarzen Meer einverleibt hat.“ Die werde er nicht wieder hergeben wollen und auch fordern, dass die ukrainische Armee massiv verkleinert wird und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj abtritt. Das sei für die Ukraine aber nicht akzeptabel, sagte Masala.

Die zweite Möglichkeit für ein Ende des Krieges könnte sich ergeben, wenn Trump wie im Wahlkampf angekündigt die US-Waffenlieferungen an Kiew einstellt. „Dann hat die Ukraine nur noch wenig Chancen, die Europäer allein könnten die Lücken kaum füllen. Anschließend hängt es von Russland ab, ob es sich mit den bisherigen Landgewinnen zufriedengibt oder ob es die Chance wittert, einfach weiter zu marschieren“, sagte Masala.

„Die dritte Möglichkeit: Trump könnte sich entgegen seinen Ankündigungen dazu entschließen, die Unterstützung der Ukraine sogar noch einmal deutlich auszuweiten. Und zwar mit dem Ziel, die Russen an den Verhandlungstisch zu zwingen.“ Mit Blick auf diese dritte Option erklärte der Militärexperte, es gebe in Trumps Umfeld relevante Leute, die sich in diesem Sinne geäußert haben. „Ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass es so kommt.“


Foto: Carlo Masala (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Klingbeil mahnt zu mehr Entschlossenheit im Umgang mit Russland

0

Lars Klingbeil (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Angesichts der Häufung von mutmaßlichen Sabotage-Anschlägen auf Unterwasserkabel und -pipelines in der Ostsee hat SPD-Chef Lars Klingbeil mehr Entschlossenheit der Europäer im Umgang mit Russland angemahnt. Den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstagausgaben) sagte Klingbeil: „Die Vorgänge zeigen, dass es ein Irrglaube ist, Russlands Präsident Putin führe einen Krieg nur gegen die Ukraine. Auch bei uns und in ganz Europa häufen sich hybride Angriffe auf die kritische Infrastruktur.“

Die Anrainerstaaten der Ostsee müssten den Schutz und die Kontrolle verbessern und wachsam sein, sagte Klingbeil. Mit Blick auf die jüngste Beschädigung des Stromkabels Estlink 2, die von einem Tanker der russischen Schattenflotte verursacht worden sein soll, sagte der SPD-Chef: „Im Falle des beschädigten Unterseekabels zwischen Finnland und Estland haben die finnischen Behörden schnell gehandelt und ein Schiff festgesetzt, das Verbindungen zu Russland hat. Das ist genau die Entschlossenheit, die es jetzt auch von der EU braucht.“

An Estlink 2 war am ersten Weihnachtstag ein Schaden festgestellt worden. Finnland und die Brüsseler EU-Kommission vermuten, dass der verdächtige Öltanker im Auftrag Russlands unterwegs war, um westliche Sanktionen zu umgehen. Das Schiff fährt unter der Flagge der Cookinseln.

Ermittler stellten inzwischen eine mehrere Dutzend Kilometer lange Schleifspur auf dem Meeresboden fest, die von einem Schiffsanker stammen könnte. In den vergangenen Monaten hatte es in der Ostsee immer wieder vergleichbare Vorfälle an Unterwasserleitungen gegeben. Unter anderem wurde auch ein Datenkabel beschädigt, das Rostock mit Helsinki verbindet.


Foto: Lars Klingbeil (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Deutscher Gasverbrauch in diesem Winter um 5,8 Prozent gestiegen

0

Gaszähler (Archiv), via dts NachrichtenagenturBonn (dts Nachrichtenagentur) – Die Menschen in Deutschland nutzen in dieser Heizperiode deutlich mehr Gas als im vergangenen Jahr. Der Gesamtverbrauch stieg nach einer Auswertung der Bundesnetzagentur für die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstagausgaben) in den Monaten Oktober bis Dezember um 5,8 Prozent auf 246 Terawattstunden (TWh).

Die Industrie verzeichnet dabei einen Anstieg um 9,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, während die Zunahme in Haushalten und Gewerbe mit 1,9 Prozent bescheidener ausfällt.

Zum Gesamtbild gehört, dass die erste Winterhälfte etwas kälter verläuft als 2023. Die Temperatur liegt im Schnitt bei 6,5 Grad und damit um 0,6 Grad unter der des Vorjahrs. Die von der Netzagentur am 30. Dezember übermittelten Werte beziehen sich auf den Zeitraum 1. Oktober bis 23. Dezember.

Im Vergleich zu den Jahren vor Ukrainekrieg und Energiekrise sind Bürger und Unternehmen allerdings immer noch sparsam. In diesem Winter liegt der Gasverbrauch insgesamt um 9,7 Prozent unter dem Durchschnittswert der Jahre 2018 bis 2021. Haushalte und Gewerbe nutzen 12,7 Prozent, die Industrie 7,3 Prozent weniger Gas. Dabei liegt die Temperatur im Schnitt um 0,2 Grad über den Jahren vor dem Krieg.

Der Präsident der Netzagentur, Klaus Müller, rief die Menschen zu Sparsamkeit beim Energieverbrauch auf. „Es lohnt sich auf jeden Fall weiterhin, Gas zu sparen und damit den Geldbeutel zu entlasten“, sagte er den Funke-Zeitungen.

Die Gesamtlage wertet Müller positiv. „Wir sind bisher gut durch die erste Hälfte des Winters gekommen“, sagte er. „Deutschland hat insgesamt knapp zehn Prozent Gas im Vergleich zu den Vorjahren gespart, auch wenn der Verbrauch gegenüber dem letzten Jahr merklich gestiegen ist.“ Die Speicher seien aber mit rund 80 Prozent noch gut gefüllt, so Müller. „Damit sind wir für die nächsten drei Monate gut gerüstet.“


Foto: Gaszähler (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

"Bild": Faeser kann im Innenausschuss Dokument nicht vorlegen

0

Nancy Faeser (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Bei der Sitzung des Innenausschusses im Bundestag zum Anschlag in Magdeburg ist es offenbar zum Eklat gekommen. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) konnte den Bundestagsfraktionen ein wichtiges Dokument über den Täter nicht im Innenausschuss vorliegen, berichtet die „Bild“ (Montagausgabe) unter Berufung auf eigene Informationen.

Bei dem Dokument handelt es sich demnach um eine bereits vor einer Woche den Bundestagsfraktionen verbindlich zugesagte Chronologie zu Meldungen und Ermittlungen von Polizei und Geheimdiensten des Bundes und der Länder. Faeser blieb diese Dokumentation der Behördenabstimmung im Fall Taleb A. schuldig.

Dieses Dokument ist dem Bericht zufolge zur Bewertung der behördlichen Tätigkeiten von großer Bedeutung. Insgesamt finden sich laut „Bild“ allein 80 Vorgänge bei der Polizei mit seiner Verwicklung als Täter oder Anzeigen-Erstatter. Dazu kommen sechs Hinweise von ausländischen Sicherheitsdiensten, die sich mit den Twitter-Drohungen ihres Staatsangehörigen befassen sollen.


Foto: Nancy Faeser (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Bericht: US-Finanzministerium meldet chinesischen Cyber-Angriff

0

Dollarschein (Archiv), via dts NachrichtenagenturWashington (dts Nachrichtenagentur) – Hacker aus China haben offenbar das US-Finanzministerium gehackt und sich Zugang zu empfindlichen Daten verschafft. Man sei am 8. Dezember vom Software-Dienstleister „Beyond Trust“, darüber informiert worden, dass die Hacker einen Sicherheitsschlüssel erlangt hätten, der es ihnen ermöglichte, aus der Ferne Zugang zu bestimmten Arbeitsstationen des Finanzministeriums und den darauf befindlichen Dokumenten zu erhalten, zitiert die „New York Times“ aus einem Schreiben, in dem das Finanzministerium die Biden-Regierung über den Vorfall informiert.

„Basierend auf den verfügbaren Indikatoren wurde der Vorfall einem vom chinesischen Staat gesponserten Advanced Persistent Threat (APT) Akteur zugeschrieben“, zitiert das Blatt weiter aus dem Schreiben. „In Übereinstimmung mit der Politik des Finanzministeriums werden Eindringlinge, die einem APT zuzuschreiben sind, als schwerwiegender Cybersicherheitsvorfall betrachtet.“

Der kompromittierte Dienst sei vom Netz genommen worden, und es gebe keine Anzeichen dafür, dass der chinesische staatliche Akteur noch immer Zugang zu den Daten des Finanzministeriums habe, hieß es. Genauere Auskunft etwa zum Zeitpunkt des Vorfalls nannte die Behörde dem Bericht zufolge zunächst nicht.


Foto: Dollarschein (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

US-Börsen lassen deutlich nach – Ernüchterung kurz vor Jahresende

0

Wallstreet in New York, via dts NachrichtenagenturNew York (dts Nachrichtenagentur) – Die US-Börsen haben am Montag deutlich nachgelassen. Zu Handelsende in New York wurde der Dow mit 42.573,73 Punkten berechnet, ein Minus in Höhe von 0,97 Prozent im Vergleich zum vorherigen Handelstag.

Wenige Minuten zuvor war der breiter gefasste S&P 500 mit rund 5.920 Punkten 0,8 Prozent im Minus, die Technologiebörse Nasdaq berechnete den Nasdaq 100 zu diesem Zeitpunkt mit rund 21.265 Punkten 1,3 Prozent im Minus.

Marktbeobachtern zufolge belasten schwache Jahresberichte und die Nachwehen der Fed-Zinsenttäuschung die Stimmung der Anleger, was der Euphorie der letzten Wochen einen herben Dämpfer versetzt.

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Montagabend schwächer: Ein Euro kostete 1,0401 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,9614 Euro zu haben.

Der Goldpreis zeigte sich schwächer, am Abend wurden für eine Feinunze 2.608 US-Dollar gezahlt (-0,5 Prozent). Das entspricht einem Preis von 80,61 Euro pro Gramm.

Der Ölpreis stieg unterdessen: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Montagabend gegen 22 Uhr deutscher Zeit 74,39 US-Dollar, das waren 22 Cent oder 0,3 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.


Foto: Wallstreet in New York, via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Trump unterstützt Repräsentantenhaus-Sprecher Johnsons Wiederwahl

0

Kapitol (Archiv), via dts NachrichtenagenturWashington (dts Nachrichtenagentur) – Der designierte US-Präsident Donald Trump hat dem Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, seine Unterstützung zugesichert. „Mike hat meine volle und uneingeschränkte Unterstützung“, schrieb Trump auf seiner Plattform „Truth Social“.

„Das amerikanische Volk braucht sofort eine Entlastung von all den zerstörerischen Maßnahmen der letzten Regierung. Sprecher Mike Johnson ist ein guter, hart arbeitender, religiöser Mann. Er wird das Richtige tun, und wir werden weiterhin gewinnen“, schrieb Trump weiter.

Beobachter hatten zuletzt kritische Stimmen innerhalb der Republikaner bezüglich Johnson vernommen. Im Zuge der Verhandlungen um die Regierungsfinanzierung war er mit einigen Parteikollegen aneinander geraten. Diesem Unmut stellte Trump nun seine Rückendeckung für Johnson entgegen. Es gilt jedoch als unsicher, wie viel diese am Ende wert sein wird. Schließlich darf sich der Amtsinhaber nur eine Gegenstimme im Repräsentantenhaus erlauben.


Foto: Kapitol (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

SPD schließt höhere Verteidigungsausgaben nicht aus

0

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Angesichts der Wiederwahl Donald Trumps schließt Miersch einen weiteren Anstieg der Verteidigungsausgaben nicht aus. „Schon die zwei Prozent zu erreichen, wird schwer genug“, sagte Miersch dem „Handelsblatt“ (Dienstagausgabe).

„Aber es ist nichts ausgeschlossen. Angesichts der anstehenden Präsidentschaft von Donald Trump kann es ein, dass noch viel mehr auf Europa zukommt.“ Deutsche Truppen in die Ukraine zu schicken, um einen Waffenstillstand zu überwachen, kann sich Miersch hingegen „derzeit nicht vorstellen. Wir müssen erst einmal zu Verhandlungen kommen und dann müssen wir die Lage bewerten“.

Sanktionserleichterungen für Russland schloss Miersch für den Fall, dass Putin Verhandlungsbereitschaft zeigt, dagegen nicht aus. „Wir werden eine neue Dynamik sehen, sobald Trump im Amt ist. Aber noch ist alles Spekulation.“

Dass Deutschland nach Ende des Krieges wieder Pipelinegas aus Russland bezieht, „ist im Moment für mich nicht vorstellbar“, sagte Miersch. „Eine wichtige Lehre muss sein, dass wir bei der Energieversorgung unabhängig werden und den Ausbau der erneuerbaren Energien vorantreiben müssen.“


Foto: Bundeswehr-Panzer „Leopard 2“ (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Miersch: "Steuerprogramm der Union ist billiger Populismus"

0

Matthias Miersch (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – SPD-Generalsekretär Matthias Miersch spricht Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz jede Seriosität in der Steuerpolitik ab. „Das Steuerprogramm der Union ist ein Luftschloss. Freibier für alle zu fordern, das ist doch billiger Populismus“, sagte Miersch dem „Handelsblatt“ (Dienstagausgabe).

Die Union hat in ihrem Wahlprogramm Steuersenkungen vorgeschlagen, die laut Ökonomen zu Steuerausfällen von 90 bis 100 Milliarden Euro jährlich führen könnten. Kanzler Olaf Scholz nahm Miersch gegen Kritik in Schutz, er würde zu hart gegen Merz austeilen. „Wahlkampf darf auch mal zuspitzen. Und wenn der Kanzler so dermaßen unter der Gürtellinie attackiert wird wie von Merz im Bundestag vor Weihnachten, darf er auch mal deutlich werden.“ Scholz hatte kurz vor Weihnachten Merz im ZDF „Fritze Merz“ genannt, der „Tünkram“ rede.

In den nächsten vier Jahren geht es laut Miersch um mehr als nur gutes Regieren. „Die nächsten vier Jahre sind eine Bewährungsfrist – nicht nur für die künftige Regierung, sondern auch für die Demokratie insgesamt“, so der SPD-Politiker. „Die Herausforderungen sind groß. Aber wir müssen liefern, sodass die Extremisten niemals an die Macht kommen.“ Die Wahlempfehlung von Elon Musk für die AfD in einem Gastbeitrag für die „Welt am Sonntag“ zeige, „wie weit rechte Netzwerke inzwischen vorgedrungen sind“.


Foto: Matthias Miersch (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts