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Auschwitz-Überlebende appelliert an Merz: "Tun Sie das nicht"

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Friedrich Merz (Archiv), via dts NachrichtenagenturMünchen (dts Nachrichtenagentur) – Die Auschwitz-Überlebende Eva Umlauf warnt CDU-Chef Friedrich Merz davor, Politik mit der Zustimmung von Rechten zu machen. In einem offenen Brief in der „Süddeutschen Zeitung“ (Freitagausgabe) fordert die 82-Jährige den CDU-Partei- und Fraktionschef auf, die Rechtsextremisten nicht zu unterschätzen und umzukehren.

„Gehen Sie auf die anderen demokratischen Parteien zu, finden Sie Kompromisse“, so die gelernte Psychotherapeutin. Umlauf, die 1944 mit ihrer Mutter in das Vernichtungslager Auschwitz gebracht wurde, schreibt, die gemeinsame Abstimmung der CDU mit der AfD am Mittwoch im Bundestag „habe die demokratische Brandmauer in ihren Grundfesten erschüttert“.

Sollte die CDU am Freitag gemeinsam mit Rechtsextremen ein Gesetz im Bundestag verabschieden, könnte diese Brandmauer „niedergerissen“ werden. Sie bittet den CDU-Chef deshalb: „Tun Sie das nicht. Kehren Sie um, Herr Merz, so schwer es Ihnen auch fallen mag.“

Andernfalls würden „die Feinde unserer Demokratie“ normalisiert. „Wir alle wissen, wie deutsche Politiker schon einmal dachten, man könne mit Hitler und der NSDAP zusammenarbeiten. Sie im Zaum halten“, schreibt Umlauf. „Und in wenigen Jahren wurde aus unserer Demokratie eine Diktatur. Wurde aus Frieden Krieg.“


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EZB senkt Leitzins auf 2,75 Prozent

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Christine Lagarde (Archiv), via dts NachrichtenagenturFrankfurt (dts Nachrichtenagentur) – Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihren Leitzins erneut um 25 Basispunkte gesenkt. Das teilte die Notenbank am Donnerstag nach ihrer Ratssitzung in Frankfurt am Main mit.

Der Zinssatz für die Einlagefazilität sowie die Zinssätze für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte und für die Spitzenrefinanzierungsfazilität werden sich mit Wirkung vom 5. Februar auf 3,75 Prozent, 2,90 Prozent bzw. 3,15 Prozent belaufen, entschied der EZB-Rat.

„Der Disinflationsprozess schreitet gut voran“, schrieb die Zentralbank zur Begründung. „Die Inflation hat sich im Wesentlichen weiterhin im Einklang mit den Projektionen entwickelt und dürfte im laufenden Jahr zum mittelfristigen Zielwert des EZB-Rats von zwei Prozent zurückkehren.“

Der EZB-Rat geht davon aus, dass sich die Inflation nachhaltig im Bereich des mittelfristigen Zielwerts von zwei Prozent einpendeln wird. „Die Binneninflation bleibt hoch. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass sich die Löhne und die Preise in bestimmten Sektoren derzeit noch mit einer erheblichen Verzögerung an den starken Inflationsanstieg in der Vergangenheit anpassen“, so die Notenbank.

Man sei entschlossen, für eine nachhaltige Stabilisierung der Inflation beim mittelfristigen Zielwert von 2 Prozent zu sorgen. Die Festlegung des angemessenen geldpolitischen Kurses werde von der Datenlage abhängen und von Sitzung zu Sitzung erfolgen.


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Israelische Armee: Hamas lässt sieben weitere Geiseln frei

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Erinnerung an von der Hamas entführte Geiseln im Gazastreifen (Archiv), via dts NachrichtenagenturGaza (dts Nachrichtenagentur) – Die Terrororganisation Hamas hat am Donnerstag insgesamt acht Geiseln dem Roten Kreuz übergeben. Nach einer ersten Übergabe am Morgen erlangten am Mittag zwei weitere israelische und fünf thailändische Geiseln ihre Freiheit wieder, teilten die israelischen Streitkräfte (IDF) mit.

Derzeit würden die Geiseln von IDF-Kräften und der Nationalen Sicherheitsagentur ISA bei ihrer Rückkehr auf israelisches Gebiet begleitet, wo sie einer ersten medizinischen Untersuchung unterzogen werden sollen.

Im Rahmen der dritten Runde des Geisel- und Gefangenenaustauschs sollen im Gegenzug für die acht Geisel insgesamt 110 Palästinenser aus den israelischen Gefängnissen entlassen werden. Die Hamas behauptet, dass darunter 30 Kinder sein sollen.


Foto: Erinnerung an von der Hamas entführte Geiseln im Gazastreifen (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Auschwitz-Rede: Abgeordnete wenden AfD-Politiker den Rücken zu

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Berliner Abgeordnete wenden AfD-Redner den Rücken zu, via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – In einer Aktuellen Stunde des Berliner Abgeordnetenhauses zum 80. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz haben sich die Abgeordneten von SPD, Grünen und Linkspartei am Donnerstag für die gesamte Rede des AfD-Politikers Martin Trefzer umgedreht und ihm demonstrativ den Rücken zugewendet. Die CDU-Abgeordneten beließen hingegen wie ihre AfD-Kollegen den Blick auf dem Redner.

Trefzer hatte in seiner Rede gesagt, es wäre „fatal“, „ausgerechnet aus Auschwitz eine Art neuen moralischen Überlegenheitsdünkel abzuleiten“. Allzu oft sei Auschwitz dazu instrumentalisiert worden, eine „falsche und gefährliche Politik vor Kritik zu immunisieren“.

Der AfD-Politiker bezeichnete in seiner Rede allerdings auch die Zeugnisse von Opfern und Überlebenden der Shoah als einen „besonderen Schatz“. Er verwies dabei auf die Erinnerungen von Margot Friedländer unter dem Titel „Versuche, dein Leben zu machen“, er sprach von „positiven Traditionsbeständen“, zu denen „auch das deutsch-jüdische Erbe gehört“.

Friedländer dürfte sich darüber allerdings wohl kaum freuen: Sie hatte in der Vergangenheit die AfD immer wieder als Gefahr bezeichnet und bekundet, die Partei „auf keinen Fall“ zu wählen.

Vor rund 80 Jahren, am 27. Januar 1945, hatte die Rote Armee die verbliebenen Gefangenen des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau befreit. Dort waren über eine Million Menschen von den Nazis ermordet worden, darunter überwiegend Juden, aber auch viele andere Bevölkerungsgruppen.


Foto: Berliner Abgeordnete wenden AfD-Redner den Rücken zu, via dts Nachrichtenagentur

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Nach Abstimmung mit AfD: Merkel übt scharfe Kritik an Merz

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Angela Merkel (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – In einer seltenen Erklärung hat die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) das erstmalige gemeinsame Votum von Union und FDP mit der AfD kritisiert. Sie halte es für falsch, „sehenden Auges erstmalig bei einer Abstimmung im Deutschen Bundestag eine Mehrheit mit den Stimmen der AfD zu ermöglichen“, schrieb Merkel am Donnerstag auf ihrer Homepage.

Die Bundeskanzlerin a. D. erinnerte zunächst daran, dass der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Kanzlerkandidat von CDU und CSU, Friedrich Merz, in seiner Rede am 13. November 2024 erklärt hatte, dass er mit SPD und Grünen vereinbaren will, „dass wir nur die Entscheidungen auf die Tagesordnung des Plenums setzen, über die wir uns zuvor mit Ihnen von der SPD und den Grünen in der Sache geeinigt haben, sodass weder bei der Bestimmung der Tagesordnung noch bei den Abstimmungen in der Sache hier im Haus auch nur ein einziges Mal eine zufällige oder tatsächlich herbeigeführte Mehrheit mit denen da von der AfD zustande kommt“.

Diese Verabredung wolle er ausdrücklich vorschlagen, hieß es in der Rede von Merz. „Denn das hätten diese Damen und Herren von rechts außen doch gerne, dass sie plötzlich die Mehrheiten besorgen, und sei es mit Ihnen von den beiden Minderheitsfraktionen bei der Bestimmung der Tagesordnung. Wir wollen das nicht“, zitiert Merkel ihren Nachfolger an der Spitze der CDU.

Dieser – nun gebrochene – Vorschlag „und die mit ihm verbundene Haltung waren Ausdruck großer staatspolitischer Verantwortung, die ich vollumfänglich unterstütze“, erklärte Merkel. „Für falsch halte ich es, sich nicht mehr an diesen Vorschlag gebunden zu fühlen und dadurch am 29. Januar 2025 sehenden Auges erstmalig bei einer Abstimmung im Deutschen Bundestag eine Mehrheit mit den Stimmen der AfD zu ermöglichen.“

Die Ex-Kanzlerin mahnte eine Rückkehr zu einem anderen Umgangston und sachlichen europarechtskonformen Vorschlägen an. „Stattdessen ist es erforderlich, dass alle demokratischen Parteien gemeinsam über parteipolitische Grenzen hinweg, nicht als taktische Manöver, sondern in der Sache redlich, im Ton maßvoll und auf der Grundlage geltenden europäischen Rechts, alles tun, um so schreckliche Attentate wie zuletzt kurz vor Weihnachten in Magdeburg und vor wenigen Tagen in Aschaffenburg in Zukunft verhindern zu können“, so Merkel.


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Bruttoinlandsprodukt schrumpft im 4. Quartal 2024

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Container (Archiv), via dts NachrichtenagenturWiesbaden (dts Nachrichtenagentur) – Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im 4. Quartal 2024 gegenüber dem Vorquartal – preis-, saison- und kalenderbereinigt – um 0,2 Prozent gesunken. Das teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag mit.

Während die privaten und staatlichen Konsumausgaben nach vorläufigen Erkenntnissen anstiegen, waren die preis-, saison- und kalenderbereinigten Exporte deutlich niedriger als im Vorquartal. Damit beendete die deutsche Wirtschaft das von konjunkturellen wie strukturellen Herausforderungen geprägte Jahr 2024 im Minus, erklärten die Statistiker.

Das preisbereinigte BIP ging im Jahr 2024 insgesamt um 0,2 Prozent zurück. Preis- und kalenderbereinigt betrug der Rückgang ebenfalls 0,2 Prozent. Damit bestätigt das Statistische Bundesamt seine erste Schätzung für das Jahresergebnis vom 15. Januar 2025.

Im Vorjahresvergleich war das BIP laut Destatis im 4. Quartal 2024 preisbereinigt um 0,4 Prozent niedriger als im 4. Quartal 2023. Preis- und kalenderbereinigt war der Rückgang geringer (-0,2 Prozent), da ein Arbeitstag weniger zur Verfügung stand als im Vorjahreszeitraum.


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Zahl stationärer Krebsbehandlungen 2023 gestiegen

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Medizinisches Personal in einem Krankenhaus am 28.01.2025, via dts NachrichtenagenturWiesbaden (dts Nachrichtenagentur) – Im Jahr 2023 wurden rund 1,44 Millionen Patienten wegen einer Krebserkrankung im Krankenhaus behandelt. Damit stieg die Zahl der stationären Krebsbehandlungen gegenüber dem Vorjahr um 2,4 Prozent, lag aber noch immer unter dem Vor-Corona-Niveau des Jahres 2019 mit 1,55 Millionen Behandlungsfällen, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar mitteilte. Die Zahl der stationären Krankenhausbehandlungen insgesamt stieg im Jahr 2023 gegenüber dem Vorjahr um 2 Prozent.

Krebs war laut Destatis im Jahr 2023 der fünfthäufigste Grund für einen Krankenhausaufenthalt: 8 Prozent aller stationären Behandlungen waren auf eine Krebserkrankung zurückzuführen. Häufiger wurden nur Krankheiten des Kreislaufsystems (15 Prozent), Verletzungen, Vergiftungen und andere Folgen äußerer Ursachen (10 Prozent), Krankheiten des Verdauungssystems (10 Prozent) und Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und Bindegewebes (8 Prozent) stationär behandelt.

Besonders häufig werden Menschen im Alter von 60 bis 79 Jahren wegen Krebs im Krankenhaus behandelt, so das Bundesamt. Mehr als die Hälfte (55 Prozent) aller Krebspatienten war 2023 in dieser Altersgruppe. Ein Fünftel (20 Prozent) der Krebspatienten war im Alter von 40 bis 59 Jahren, weitere 20 Prozent waren 80 Jahre oder älter. Jüngere Menschen werden deutlich seltener aufgrund einer Krebserkrankung stationär behandelt: Nur 5 Prozent der Krebspatienten waren unter 40 Jahre alt.

Von allen Krebspatienten 2023 wurden Destatis zufolge diejenigen mit der Diagnose Lungen- und Bronchialkrebs (12 Prozent), Darmkrebs (10 Prozent) und Brustkrebs (9 Prozent) am häufigsten versorgt, gefolgt von Hautkrebs (8 Prozent), Harnblasenkrebs (7 Prozent) und Prostatakrebs (7 Prozent). Unter den weitverbreiteten Krebserkrankungen gab es im Jahr 2023 durchweg einen Anstieg der stationären Behandlungen gegenüber dem Vorjahr: Am deutlichsten stiegen dabei die Krankenhausaufenthalte aufgrund von Hautkrebs (+7 Prozent), Prostatakrebs (+7 Prozent) und Harnblasenkrebs (+4 Prozent).

Mit verbesserter Prävention, Vorsorge und Behandlung bei Krebserkrankungen stiegen auch die Heilungschancen, erklärten die Statistiker. Zwar ist die Zahl der Todesfälle mit der Ursache Krebs binnen 20 Jahren gestiegen: Im Jahr 2023 starben mit 230.300 Menschen rund 10 Prozent oder 21.000 Menschen mehr an den Folgen von Krebs als 2003 mit 209.300 krebsbedingten Todesfällen. Der Anstieg dürfte jedoch vor allem auf die Alterung der Bevölkerung zurückzuführen sein, hieß es.

Im Jahr 2023 starben in der Altersgruppe 80 Jahre und älter knapp zwei Drittel (+64 Prozent) mehr Menschen an Krebs als noch 20 Jahre zuvor. Bei den jüngeren Altersgruppen sind die Zahlen dagegen im selben Zeitraum gesunken: prozentual am stärksten in der Gruppe der unter 40-Jährigen (-32 Prozent). Aber auch in den Altersgruppen von 40 bis 59 Jahren (-26 Prozent) und von 60 bis 79 Jahren (-6 Prozent) starben im Jahr 2023 weniger Menschen als 20 Jahre zuvor, wie aus den Daten des Statistischen Bundesamts hervorgeht.


Foto: Medizinisches Personal in einem Krankenhaus am 28.01.2025, via dts Nachrichtenagentur

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Importpreise im Dezember 2024 gegenüber Vorjahresmonat gestiegen

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Containerschiff in Wilhelmshaven (Archiv), via dts NachrichtenagenturWiesbaden (dts Nachrichtenagentur) – Die Importpreise waren im Dezember 2024 um 2,0 Prozent höher als im Dezember 2023. Das teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag mit. Im November 2024 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat demnach bei +0,6 Prozent gelegen, im Oktober 2024 bei -0,8 Prozent. Die Einfuhrpreise stiegen im Dezember 2024 gegenüber dem Vormonat November 2024 um 0,4 Prozent.

Die Exportpreise lagen laut Destatis im Dezember 2024 um 1,8 Prozent über dem Stand von Dezember 2023. Im November 2024 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei +1,2 Prozent gelegen, im Oktober 2024 bei +0,6 Prozent. Gegenüber dem Vormonat November 2024 stiegen die Exportpreise um 0,3 Prozent.

Den größten Einfluss auf die Gesamtentwicklung der Importpreise im Dezember 2024 hatte der Anstieg der Preise für Konsumgüter um 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat (+0,5 Prozent gegenüber November 2024). Die Preise für importierte Verbrauchsgüter lagen hier um 4,6 Prozent über denen von Dezember 2023, Gebrauchsgüter waren 2,0 Prozent teurer.

Bei den Verbrauchsgütern musste nach Angaben des Bundesamts insbesondere für Nahrungsmittel mit +10,2 Prozent deutlich mehr bezahlt werden als im Dezember 2023. Süßwaren (ohne Dauerbackwaren) kosteten im Schnitt 71,2 Prozent, Orangensaft 69,5 Prozent, Geflügelfleisch 20,0 Prozent sowie Milch und Milcherzeugnisse 13,3 Prozent mehr als im Dezember 2023. Bei den Süßwaren lag die Teuerung hauptsächlich an den gestiegenen Preisen für Kakaobutter, Kakaofett und Kakaoöl (+188,1 Prozent) und an den höheren Preisen für Schokolade und andere Süßwaren (+28,1 Prozent).

Die Preise für importierte landwirtschaftliche Güter lagen laut Destatis im Dezember 2024 um 8,6 Prozent über denen des Vorjahresmonats (+0,3 Prozent gegenüber November 2024). Insbesondere Rohkakao war deutlich teurer als vor einem Jahr (+135,5 Prozent), gegenüber dem Vormonat stiegen die Preise hier um 11,0 Prozent. Rohkaffee war um 43,9 Prozent teurer als im Dezember 2023 und um 2,4 Prozent teurer als im November 2024, so die Statistiker. Dagegen waren unter anderem Speisezwiebeln (-36,5 Prozent), Gurken (-32,0 Prozent), Tomaten (-28,0 Prozent), Rosenkohl, Blumenkohl, Brokkoli (-19,3 Prozent) und lebende Schweine (-15,8 Prozent) preiswerter als vor einem Jahr.

Die Preise für Vorleistungsgüter lagen nach den Zahlen des Bundesamts um 1,4 Prozent über denen des Vorjahresmonats (+0,1 Prozent gegenüber November 2024). Für Investitionsgüter waren sie 0,5 Prozent höher als im Vorjahresmonat (+0,2 Prozent gegenüber November 2024).

Auch importierte Energie war teurer als im Dezember 2023 (+0,4 Prozent). Gegenüber November 2024 stiegen die Preise hier im Durchschnitt um 1,3 Prozent. Die Einfuhrpreise für elektrischen Strom stiegen gegenüber Dezember 2023 um 62,2 Prozent (-4,7 Prozent gegenüber November 2024), für Erdgas lagen sie 9,0 Prozent über denen von Dezember 2023 (+4,7 Prozent gegenüber November 2024). Günstiger als im Dezember 2023 waren dagegen importierte Steinkohle (-15,3 Prozent), Mineralölerzeugnisse (-5,9 Prozent) und rohes Erdöl (-5,7 Prozent). Während Steinkohle sich mit -1,2 Prozent und Erdöl mit -1,1 Prozent auch im Vormonatsvergleich verbilligten, wurden Mineralölerzeugnisse gegenüber November 2024 um 0,4 Prozent teurer.

Ohne Berücksichtigung der Energiepreise waren die Importpreise im Dezember 2024 um 2,1 Prozent höher als im Dezember 2023, teilte das Bundesamt mit. Gegenüber November 2024 stiegen sie um 0,3 Prozent. Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Importpreisindex um 2,4 Prozent über dem Stand von Dezember 2023 und um 0,4 Prozent über dem Stand von November 2024.

Im Jahresdurchschnitt 2024 waren die Importpreise 1,2 Prozent niedriger als im Vorjahr, so Destatis. 2023 hatten sie um 6,5 Prozent unter und 2022 um 21,8 Prozent über denen des Vorjahres gelegen. Vor allem die Preisentwicklung bei importierten Energieträgern beeinflusste mit einem Minus von 9,9 Prozent gegenüber 2023 die Veränderungsrate der Importpreise. Die Preise für Erdgas lagen 17,3 Prozent unter denen von 2023, für Steinkohle betrug der Rückgang -16,6 Prozent und für elektrischen Strom -16,1 Prozent. Auch Mineralölerzeugnisse waren im Durchschnitt billiger als 2023 (-6,3 Prozent), darunter Dieselkraftstoff und leichtes Heizöl (-9,4 Prozent) sowie Motorenbenzin (-9,0 Prozent). Erdöl verbilligte sich im Jahresvergleich um 2,4 Prozent.

Der Importpreisindex ohne Energie lag im Jahresdurchschnitt 2024 nur geringfügig unter dem Stand des Vorjahres (-0,1 Prozent), so die Statistiker. Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, waren die Importpreise 1,1 Prozent niedriger als 2023. Auch die Preise für Vorleistungsgüter lagen 2024 mit -2,2 Prozent unter denen von 2023. Dagegen waren importierte landwirtschaftliche Güter um 4,1 Prozent, Konsumgüter um 1,8 Prozent und Investitionsgüter im Durchschnitt um 0,2 Prozent teurer als vor einem Jahr.

Bei der Ausfuhr hatten im Dezember 2024 nach Angaben des Statistischen Bundesamts die Preissteigerungen bei Konsumgütern den größten Einfluss auf die Preisentwicklung. Diese verteuerten sich gegenüber Dezember 2023 um 3,6 Prozent (+0,4 Prozent gegenüber November 2024). Während Gebrauchsgüter im Vorjahresvergleich um 1,1 Prozent teurer waren, lagen die Preise für Verbrauchsgüter 4,1 Prozent über denen von Dezember 2023.

Insbesondere stiegen die Preise für exportierte Süßwaren ohne Dauerbackwaren (+49,2 Prozent), darunter vor allem für Kakaomasse, Kakaobutter, Kakaofett, Kakaoöl und Kakaopulver (+182,7 Prozent). Die Preise für exportierte Butter und andere Fettstoffe aus Milch lagen 42,2 Prozent über denen von Dezember 2023. Kaffee, entkoffeiniert oder geröstet, war 28,3 Prozent teurer als im Dezember 2023. Für exportierte landwirtschaftliche Güter musste 2,6 Prozent mehr bezahlt werden als im Dezember 2023 (+2,4 Prozent gegenüber November 2024).

Auch die Preise für exportierte Investitionsgüter waren im Vergleich zu Dezember 2023 höher (+1,5 Prozent), wie aus der Statistik hervorgeht. Einen wesentlichen Einfluss hatten hier die gegenüber dem Vorjahr gestiegenen Preise für Maschinen sowie für Kraftwagen und Kraftwagenmotoren (jeweils +2,1 Prozent). Im Vergleich zu November 2024 stiegen die Preise für Investitionsgüter um 0,2 Prozent.

Exportierte Vorleistungsgüter waren laut Destatis 1,1 Prozent teurer als im Vorjahresmonat. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Preise leicht um 0,1 Prozent. Dagegen waren Energieexporte um 0,8 Prozent preiswerter als im Vorjahresmonat, verteuerten sich aber um 1,7 Prozent im Vergleich zu November 2024. Erheblich günstiger im Vorjahresvergleich waren Erdgas (-6,6 Prozent) und Mineralölerzeugnisse (-5,6 Prozent). Gegenüber dem Vormonat November 2024 wurde Erdgas jedoch um 5,4 Prozent teurer exportiert, die Preise für Mineralölerzeugnisse stiegen um 0,6 Prozent.

Im Jahresdurchschnitt 2024 waren die Exportpreise um 0,3 Prozent höher als im Vorjahr, wie aus den Berechnungen des Bundesamts hervorgeht. 2023 hatten sie um 0,6 Prozent, 2022 um 13,5 Prozent über denen des Vorjahres gelegen. Vor allem der Preisanstieg bei Investitionsgütern um 1,9 Prozent beeinflusste die Jahresveränderungsrate. Konsumgüter waren mit 2,0 Prozent ebenfalls deutlich teurer als 2023, insbesondere wegen der Preissteigerungen um 2,2 Prozent bei Verbrauchsgütern. Gebrauchsgüter wurden im Durchschnitt 1,1 Prozent teurer. Preiswerter waren im Vorjahresvergleich dagegen landwirtschaftliche Güter (-2,4 Prozent) und Vorleistungsgüter (-1,2 Prozent).


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Lang zeigt sich zufrieden mit Rücktritt von Grünen-Vorsitz

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Ricarda Lang am 26.01.2025, via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die frühere Grünen-Chefin Ricarda Lang hat sich im Reinen gezeigt mit ihrer Entscheidung, vom Parteivorsitz zurückzutreten. „Das war natürlich eine große Angst, die ich hatte“, sagte Lang dem Podcast „Meine schwerste Entscheidung“ der Funke-Mediengruppe (Donnerstagausgaben). Im Moment der Entscheidung sei da erstmal die Frage gegewesen, was sei, wenn sie es bereue.

Zwar gebe es Momente des Schmerzes oder Phantomschmerzes, „aber es gab tatsächlich keinen einzigen Tag, und damit hätte ich selbst nicht gerechnet, wo ich es bereut habe“. Sie habe große Angst gehabt, „dass so ein Loch kommt nach dem Parteitag“, räumte sie ein. „Bisher ist es nicht da. Ich weiß nicht, ob es nochmal kommt. Also ich glaube, spurlos geht sowas nicht an einem vorbei. Aber bisher bin ich sehr im Reinen mit mir, mit der Entscheidung.“

Die Tage nach der verlorenen Brandenburg-Wahl im September beschrieb Lang als „eine Phase, in der ich viel geweint habe“. Jetzt könne sie „mit einer gewissen Abgeklärtheit“ darüber reden, als ob das ein „ganz deliberativer, netter Prozess gewesen“ wäre. „Das war es natürlich nicht. Das waren Phasen, wo man ja auch mal verzweifelt.“

In dieser emotionalen Phase sei ihr Mann eine große Stütze gewesen. „Ich habe auch mit ihm natürlich darüber geredet, was er richtig, was er falsch findet, auch für unser gemeinsames Leben“, sagte sie. „Aber er war dann natürlich auch getroffen von der Situation.“

Ihr Rücktritt sei aus freien Stücken erfolgt, so Lang. Co-Chef Omid Nouripour und sie hätten den Vizekanzler und späteren grünen Kanzlerkandidaten Robert Habeck am Abend vor der offiziellen Verkündung „informiert über unsere Entscheidung“, sagte Lang. „Er hat sich natürlich bedankt für die Arbeit. Er hat das zur Kenntnis genommen.“

Lang bekannte, sie habe sich „manchmal in diesem Job selbst verloren“. Sie habe häufig im Nachhinein gehört, „du redest viel offener, du redest viel ehrlicher“. In Teilen sei das auch die Freiheit, die man ohne das Spitzenamt habe, so die Grünen-Politikerin. „Und trotzdem frage ich manchmal, wäre es nicht auch damals schon gegangen? Was wäre das Risiko gewesen?“

Am meisten versteckt habe sie als Parteivorsitzende ihren Humor. Seit dem Rücktritt nehme sie sich mehr Zeit für die Wähler. „Wir haben jetzt angefangen, dass immer am Freitag mir mein Büro die Bürgerinnenpost der Woche auf den Tisch legt, für die ich mir dann auch wirklich ein, zwei Stunden nehme, das zu lesen. Und dann in der Woche danach wir fünf davon anrufen und ich mit denen ins Gespräch gehe.“

Außerdem habe sie mit dem Ganzkörpertraining Pilates angefangen. „Das tut mir auch sehr gut“, so Lang. Ein „totaler Traum“ von ihr sei, wieder mit dem Reiten anzufangen. „Ich bin als Kind geritten und das wäre eigentlich sowas, was ich unfassbar gerne wieder machen würde. Aber das ist natürlich ein wahnsinnig zeitintensiver Sport“, sagte die Abgeordnete. Das bleibe vielleicht noch für eine andere Phase des Lebens.

Lang möchte nach eigenem Bekunden nicht ihr ganzes Leben in der Politik verbringen. Sie kandidiere jetzt noch einmal für den Bundestag, aber sie habe nicht vor, dem inzwischen verstorbenen Parlamentspräsidenten Wolfgang Schäuble (CDU) „den Rang abzulaufen“. Sie wolle nicht langjährigste Bundestagsabgeordnete werden, sondern habe „irgendwann Lust, was anderes zu machen“. Als sie sich zum Rücktritt vom Parteivorsitz entschloss, habe sie überlegt, ganz mit der Politik aufzuhören, verriet Lang. „Und da habe ich schon noch gemerkt, nee, ich habe noch nicht fertig.“


Foto: Ricarda Lang am 26.01.2025, via dts Nachrichtenagentur

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Hapag-Lloyd-Chef: "Panamakanal wird offenbleiben"

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Frachtschiff im Panama-Kanal (Archiv), via dts NachrichtenagenturHamburg (dts Nachrichtenagentur) – Die internationale Schifffahrt schaut mit Anspannung auf die Politik des neuen US-Präsidenten Donald Trump nach dessen Äußerungen über Ansprüche der USA auf den Panamakanal. „Der Panamakanal wird offenbleiben, die Schifffahrt wird ihn weiter nutzen können, davon bin ich überzeugt“, sagte jedoch der Vorstandschef der Containerreederei Hapag-Lloyd, Rolf Habben Jansen, der „Welt“ (Donnerstagausgabe).

Mit den Äußerungen Donald Trumps dazu beschäftige er sich nicht. „Wichtig für uns ist es, dass der Kanal ausreichend Wasser für die Durchfahrt hat, was zuletzt nicht immer der Fall gewesen ist“, sagte Habben Jansen. Der Panamakanal sei für alle großen Reedereien, etwa im Containertransport von und nach Südamerika, bedeutend.

Auf die Frage, ob die von Trump angekündigten Strafzölle auf Waren aus China oder Europa zu einem Handelskrieg und Einbruch des Welthandels führen könnten, sagte Habben Jansen: „Donald Trump war schon einmal Präsident der USA. Seine Entscheidungen hatten damals einen beschränkten Einfluss auf die Warenflüsse. Ich hoffe, dass das so bleibt.“

Allerdings könne es durch Handelsbarrieren dazu kommen, dass weniger Waren aus China transportiert würden. Solche Barrieren seien nie gut für das Transportgeschäft. „Aber auch die Regierung in den USA will, dass die Wirtschaft weiter wächst. Das geht nur über einen freien Handel“, sagte Habben Jansen. Er sei optimistisch, dass der Welthandel in diesem Jahr nicht einbrechen werde.


Foto: Frachtschiff im Panama-Kanal (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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