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Gesundheitsministerium bekräftigt Sicherheit von Paracetamol

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Logo einer Apotheke (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Das Bundesgesundheitsministerium hat mit Blick auf die Debatte um das Schmerzmittel Paracetamol in den USA die Sicherheit des Medikaments bekräftigt.

„Paracetamol an sich ist seit Jahren ein zugelassenes Arzneimittel, auch in der Schwangerschaft“, sagte eine Sprecherin des Ministeriums am Mittwoch in Berlin auf Anfrage der dts Nachrichtenagentur. Die Anwendungsgebiete seien leichte bis mäßig starke Schmerzen, zum Beispiel Kopfschmerzen, Regelschmerzen, etc. „Ein plausibler Schädigungsmechanismus vom Paracetamol hinsichtlich von Entwicklungsauffälligkeiten wie ADHS oder Autismus-Spektrum-Störungen ist uns nicht bekannt.“

Die Sprecherin verwies aber auch darauf, dass Arzneimittel in der Schwangerschaft nur dann genommen werden sollten, wenn es medizinisch notwendig sei, und dann auch in möglichst niedriger Dosis und möglichst kurzzeitig. Arzneimittel würden in Deutschland und der EU systematisch überwacht. Man sei auch in ständigem Austausch mit den zuständigen Behörden.

US-Präsident Donald Trump und sein Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. hatten zuvor eine angebliche Verbindung zwischen der Einnahme von Paracetamol während der Schwangerschaft und einem erhöhten Autismus-Risiko gezogen. Viele Experten folgen dieser Einschätzung allerdings nicht – die Studienlage gilt als widersprüchlich.


Foto: Logo einer Apotheke (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Lebenslange Haft für Messerangreifer von Mannheim rechtskräftig

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Justicia (Archiv), via dts NachrichtenagenturStuttgart (dts Nachrichtenagentur) – Das Oberlandesgericht Stuttgart hat die Verurteilung des Täters im Prozess um den tödlichen Messerangriff auf einen Polizisten in Mannheim für rechtskräftig erklärt. Wie das Gericht am Mittwoch mitteilte, ist innerhalb der einwöchigen Frist keine Revision gegen das Urteil eingelegt worden.

Bereits am 16. September hatte der 5. Strafsenat des Oberlandesgerichts den Angeklagten zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt und die besondere Schwere der Schuld festgestellt.

Bei dem Angriff in der Mannheimer Innenstadt am 31. Mai 2024 hatte der Attentäter, ein in Deutschland lebender Afghane, zunächst ein Vorstandsmitglied der islamkritischen Bürgerbewegung Pax Europa angegriffen. Als mehrere Polizisten herbeieilten, kam es zu den tödlichen Messerstichen.

Der Afghane soll die Tat als Sympathisant des IS als bewusste Attacke auf eine islamkritische Kundgebung begangen haben. Im Prozess legte er ein Geständnis ab.


Foto: Justicia (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Außenminister beraten über Sicherheit in Europa und Indopazifik

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Johann Wadephul (Archiv), via dts NachrichtenagenturNew York (dts Nachrichtenagentur) – Die Außenminister und hochrangige Vertreter mehrerer europäischer Länder sowie Staaten aus der Indopazifik-Region haben sich am Rande der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York über Sicherheitsfragen ausgetauscht. Man habe „wichtige Fragen von gemeinsamem Interesse“ erörtert, teilte das Auswärtige Amt am Mittwoch mit.

Beteiligt an den Gesprächen waren demnach Vertreter aus Deutschland sowie Australien, Frankreich, Japan, Südkorea, Neuseeland, Polen und dem Vereinigten Königreich. „Uns verbinden gemeinsame Werte, Interessen und Grundsätze, unter ihnen offener, freier und fairer Handel, Grundfreiheiten, Rechtsstaatlichkeit auf nationaler und internationaler Ebene, Demokratie, Souveränität und Menschenrechte“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung.

Man stehe in Europa und im Indopazifik vor gemeinsamen sicherheitspolitischen Herausforderungen in Bereichen wie maritime Sicherheit, Cybersicherheit, hybride Bedrohungen, wirtschaftliche Sicherheit sowie Klimawandel und geopolitische Unsicherheiten, zu denen in Europa ein fortdauernder Krieg hinzukomme. „Angesichts der Tatsache, dass Frieden, Sicherheit und Resilienz im Indopazifik und in Europa immer stärker miteinander verflochten sind, ist es wichtig, dass wir unsere Zusammenarbeit auf dem Gebiet dieser gemeinsamen Herausforderungen fortsetzen.“

Es liege im gemeinsamen Interesse, nachhaltiges Wirtschaftswachstum und Wohlstand zu fördern, Frieden, Sicherheit und Stabilität zu wahren sowie die internationale Ordnung auf der Grundlage der Charta der Vereinten Nationen und des Völkerrechts zu stärken, heißt es in der Erklärung weiter.


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Studie: In Deutschland fehlen 10.000 Bauplaner

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Baustelle (Archiv), via dts NachrichtenagenturKöln (dts Nachrichtenagentur) – Für die Bauprojekte im Rahmen des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) fehlen in Deutschland offenbar massiv Fachkräfte. Allein für die Planung der Bauprojekte fehlten schon heute 10.000 Experten, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervorgeht.

Die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften übersteigt das Angebot in Infrastrukturberufen deutlich. Zwischen Juli 2024 und Juni 2025 betrug die Fachkräftelücke laut IW rund 69.000. Besonders betroffen sind die Planung und der Tiefbau. Im Tiefbau fehlen über 4.000 Fachkräfte, was die Sanierung von Straßen, Schienen und Brücken erschwert.

Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, sollte gezielt Personal aus EU-Drittstaaten angeworben werden, so das Institut. IW-Experte Alexander Burstedde warnte, dass steigende Baukosten das Sondervermögen entwerten könnten. „Der Bund muss sich um mehr Fachkräfte kümmern und Bauen einfacher machen. Sonst werden durch Preissteigerungen Milliarden verpuffen“, sagte Burstedde.


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ZDF-Silvestergala zieht aus Berlin nach Hamburg um

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Silvesterfeuerwerk am Berliner Fernsehturm, via dts NachrichtenagenturHamburg (dts Nachrichtenagentur) – Die seit vielen Jahren fest in Berlin verankerte Silvester-Gala des ZDF zieht nach Hamburg um. Das berichtet die „Bild“ unter Berufung auf Regierungskreise.

Die Live-Veranstaltung war in den letzten Jahren von Johannes B. Kerner moderiert worden („Willkommen 2025“). Zum diesjährigen Silvester wird die Bühne im Hamburger Hafen vor dem „Westfield-Einkaufszentrum“ aufgebaut, statt wie bisher vor dem Brandenburger Tor. Rund 5.000 Gäste haben dort Platz. Der Veranstaltungsort ist erprobt. Im Juni gab es dort bereits ein Konzert von Rita Ora.

Die Silvesterparty in Berlin war vom Berliner Senat abgesagt worden, weil die Stadt den Veranstaltern keine Zuschüsse mehr gewähren wollte.


Foto: Silvesterfeuerwerk am Berliner Fernsehturm, via dts Nachrichtenagentur

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Studie zeigt Diskrepanzen in Grenzregionen bei Lebenserwartung

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Grenze zwischen Deutschland und Dänemark (Archiv), via dts NachrichtenagenturWiesbaden (dts Nachrichtenagentur) – In westeuropäischen Grenzregionen gibt es teils erhebliche Unterschiede in der Lebenserwartung der Menschen. Das zeigt eine aktuelle Studie mit Beteiligung von Wissenschaftlern des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB), die am Mittwoch vorgestellt wurde.

Zwischen Grenzregionen benachbarter Länder bestehen demnach deutliche Unterschiede, die sich über die Zeit hinweg zudem oft als sehr stabil erweisen. Diese grenzüberschreitenden Differenzen in der Lebenserwartung fielen häufig sogar größer aus als die Unterschiede zwischen Grenzregionen und anderen Regionen innerhalb desselben Landes.

„Die Befunde deuten darauf hin, dass nationale Rahmenbedingungen weiterhin einen starken Einfluss auf regionale Sterblichkeitsunterschiede in Europa haben“, sagte Studienautor Pavel Grigoriev, Leiter der Forschungsgruppe „Mortalität“ am BiB. Für die Untersuchung wurden Daten aus 277 westeuropäischen grenznahen Regionen im Zeitraum von 1995 bis 2019 ausgewertet. Der Zeitraum der Coronapandemie blieb unberücksichtigt, um langfristige Tendenzen erfassen zu können.

Für Deutschland ergab die Untersuchung, dass die Lebenserwartung in den Grenzregionen der Nachbarländer häufig höher ist als in den angrenzenden deutschen Gebieten. Besonders auffällig sei der Unterschied zur Schweiz, wo Männer in Grenznähe auf deutscher Seite im Schnitt 2,2 Jahre weniger leben als ihre Schweizer Nachbarn. Ähnliche Unterschiede zeigten sich an den Grenzen zu den Niederlanden und Dänemark. Bei Frauen waren die größten Differenzen im Vergleich zu Frankreich, der Schweiz und Dänemark festzustellen.

Trotz ähnlicher sozioökonomischer Strukturen und kulturellem Austausch, wie etwa an der deutsch-schweizerischen Grenze, blieben die Unterschiede bestehen. Der Rückstand der deutschen Grenzregionen im Vergleich zu ihren westlichen, nördlichen und südlichen Nachbarn habe in den letzten Jahrzehnten sogar zugenommen. Die Grenzräume zu Polen und Tschechien wurden in der Studie nicht betrachtet.


Foto: Grenze zwischen Deutschland und Dänemark (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Preise für Wohnimmobilien im zweiten Quartal gestiegen

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Neubaugebiet (Archiv), via dts NachrichtenagenturWiesbaden (dts Nachrichtenagentur) – Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland sind im zweiten Quartal 2025 um durchschnittlich 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen. Das teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch mit.

Damit stiegen die Wohnimmobilienpreise zum dritten Mal in Folge gegenüber dem jeweiligen Vorjahresquartal, nachdem sie zuvor seit dem vierten Quartal 2022 durchgängig gesunken waren. Im ersten Quartal 2025 hatte der Anstieg im Vorjahresvergleich bei 3,5 Prozent gelegen, im vierten Quartal 2024 bei 1,9 Prozent. Gegenüber dem ersten Quartal 2025 erhöhten sich die Preise für Wohnimmobilien im zweiten Quartal um 1,1 Prozent.

Im zweiten Quartal 2025 kosteten Eigentumswohnungen in allen Regionen Deutschlands im Durchschnitt mehr als im Vorjahresquartal. Die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser sind ebenfalls in den meisten Regionen gestiegen.

In den sieben größten Städten Deutschlands (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf) stiegen die Preise für Eigentumswohnungen um 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal (+0,3 Prozent zum Vorquartal). In kreisfreien Großstädten außerhalb der Top-Sieben-Metropolen verteuerten sich Wohnungen im Vergleich zum Vorjahresquartal um durchschnittlich 5,0 Prozent (+1,3 Prozent zum Vorquartal). In dünn besiedelten ländlichen Kreisen zahlten Käufer von Eigentumswohnungen 3,6 Prozent mehr als im Vorjahresquartal (+3,6 Prozent zum Vorquartal).

Auch Ein- und Zweifamilienhäuser verteuerten sich in den meisten Regionen: In dünn besiedelten ländlichen Kreisen erhöhten sich die Preise im Durchschnitt um 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal (+1,3 Prozent zum Vorquartal). In kreisfreien Großstädten außerhalb der sieben größten Städte stiegen die Preise gegenüber dem Vorjahresquartal um 3,9 Prozent (+1,6 Prozent zum Vorquartal). Lediglich in den sieben größten Städten Deutschlands gaben die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser um 0,2 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal 2024 nach (+0,2 Prozent zum Vorquartal).


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Lufthansa warnt vor weiteren Streckenstreichungen

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Lufthansa-Maschine (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Lufthansa-Airlines-Chef Jens Ritter warnt angesichts gestiegener Standortkosten vor der Stilllegung weiterer Flugverbindungen von deutschen Airports.

„Wenn Verbindungen unrentabel werden, sind wir gezwungen, Strecken zu reduzieren und die Flugzeuge woanders einzusetzen“, sagte Ritter den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Die Liste der Flughäfen, die wir aus betriebswirtschaftlicher Sicht in den Blick nehmen müssen, ist lang: Bremen, Dresden, Köln, Leipzig, Münster, Nürnberg, Stuttgart – um nur einige zu nennen.“

Der CEO der Lufthansa Airlines, die Teil der Lufthansa Group und damit des größten Luftfahrtunternehmens in Deutschland sind, zeigte sich auch enttäuscht über nicht gehaltene Versprechen der Koalition im Bund. „Es ist sehr enttäuschend, dass die Bundesregierung im Haushaltsentwurf für 2026 keinerlei Entlastung für Flüge ab Deutschland plant“, so Ritter. In ihrem Koalitionsvertrag hatten Union und SPD noch Zugeständnisse an die Branche festgehalten. „Die luftverkehrsspezifischen Steuern, Gebühren und Abgaben wollen wir reduzieren und die Erhöhung der Luftverkehrsteuer zurücknehmen“, hieß es darin.

Bislang umgesetzt hat man davon nichts. Lufthansa-Angaben zufolge sind die Standortkosten seit Jahresbeginn stattdessen weiter gestiegen. So legten laut des Unternehmens An- und Abfluggebühren um 40 Prozent und die Flugsicherungsgebühr um 25 Prozent zu.

Lufthansa-CEO Ritter sieht in den hohen Kosten eine „Fehlentwicklung“. „Ganze Wirtschaftszentren in Deutschland sind nicht mehr ausreichend an internationale Märkte angebunden. Es braucht jetzt ein rasches politisches Handeln, um die Abwärtsspirale zu stoppen“, sagte er. Konkret forderte Ritter, die Kosten für die hoheitlichen Aufgaben von Flugsicherung und Luftsicherheit zu senken. Dabei müsse sich der Staat stärker engagieren. Zudem sollte die Luftverkehrsteuer reduziert werden, so Ritter.

Unterstützung bekommt die Lufthansa dabei vom Tourismus-Koordinator der Bundesregierung, Christoph Ploß (CDU). Deutschland müsse als Luftverkehrsstandort wieder attraktiver werden, sagte Ploß zu den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Wenn die Fluggesellschaften Flüge in Nachbarländer verlegen, weil sich diese nach und von Deutschland nicht mehr rechnen, dann müssen wir dringend gegensteuern. Konkret heißt das: runter mit der Luftverkehrsteuer“, erklärte er weiter und verwies auf die entsprechende Passage im Koalitionsvertrag. „Die Senkung der Luftverkehrsteuer ist in Hinblick auf die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland besonders wichtig“, so Ploß.

Laut Lufthansa liegt Deutschland bei der Erholung des Luftverkehrs nach der Corona-Pandemie auf Rang 28 von 31 europäischen Ländern. Das Angebot an Flügen zwischen den deutschen Großstädten stagniere bei rund 20 Prozent des Niveaus von 2019. Nimmt man die Zubringerflüge zu den Drehkreuzen Frankfurt und München dazu, habe sich das Angebot seit 2019 halbiert, so die Airline.


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Verbraucherschützer fürchten Schuldenwelle unter Jugendlichen

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Junge Leute mit Smartphones (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Ramona Pop, Chefin des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV), warnt vor einer Schuldenwelle unter Jugendlichen. „Im vergangenen Jahr sind vor allem bei Jugendlichen die Schulden drastisch angestiegen“, sagte die Verbraucherschützerin dem „Tagesspiegel“ (Mittwochausgabe). Pop macht dafür vor allem „Buy now, pay later“-Geschäfte verantwortlich, bei denen Menschen einen Zahlungsaufschub für Onlinekäufe bekommen.

„Viele haben leider gar nicht verstanden, dass das ein Kredit ist“, kritisierte Pop. „Wenn sie nicht rechtzeitig zahlen, bekommen sie einen negativen Schufa-Eintrag und fallen aus allen Wolken, wenn sie erstmals eine Wohnung anmieten wollen. Wir kennen Fälle, in denen Jugendliche auf diesem Weg bis zu 1.500 Euro Schulden aufgehäuft haben.“

Pop hofft, dass die vom Bundeskabinett kürzlich verabschiedete Verbraucherkreditlinie Jugendliche besser schützt. Auch bei „Buy now, pay later“ soll künftig eine Prüfung vorgeschrieben werden, ob jemand überhaupt kreditwürdig ist.


Foto: Junge Leute mit Smartphones (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Schneider distanziert sich von Reiches Energiepolitik

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Carsten Schneider (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) geht auf Distanz zur Energiepolitik von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU). Schneider schreibt in einem Gastbeitrag für das „Handelsblatt“ (Mittwochausgabe), ein „politischer Schlingerkurs würde zu erheblichen Mehrkosten führen und gefährdet unsere Klimaziele“. Reiche hatte in der vergangenen Woche ihre energiepolitischen Ziele skizziert und unter anderem die Abkehr von den Ausbauzielen beim Wasserstoff angekündigt.

Laut Schneider stockt der Wasserstoff-Hochlauf. Niedrigere Ziele seien aber „keine Lösung“. Auch die von Reiche angestrebte Möglichkeit, Gaskraftwerke mit CCS-Technologie zur Abscheidung und Speicherung von CO2 zu kombinieren, sieht Schneider kritisch. „Neue Gaskraftwerke müssen bereit für den Einsatz von Wasserstoff sein. Die Abscheidung von CO2 und dessen anschließende Speicherung (CCS) ist für Gaskraftwerke heute und in absehbarer Zukunft keine wettbewerbsfähige Technologie“, schreibt der Umweltminister. „Dabei nur auf reine Gaskraftwerke zu setzen, wäre keine nachhaltige Lösung, sondern eine klimapolitische Sackgasse.“

Der SPD-Politiker warnt außerdem davor, beim Ausbau der Stromnetze zu bremsen. Erforderlich sei ein „beschleunigter Netzausbau, der sich am notwendigen Ausbau der erneuerbaren Energien orientiert“.


Foto: Carsten Schneider (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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