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Bundesliga: Hoffenheim dreht Partie und verschärft Wolfsburgs Krise

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Mohamed Amoura (Archiv), via dts NachrichtenagenturWolfsburg (dts Nachrichtenagentur) – Die TSG Hoffenheim hat zum Abschluss des 9. Bundesliga-Spieltags beim VfL Wolfsburg mit 3:2 gewonnen.

Das Spiel begann mit einem frühen Tor für Wolfsburg durch Mohammed Amoura, der in der 14. Minute nach einem Zuspiel von Mattias Svanberg traf. Hoffenheim glich in der 31. Minute durch Wouter Burger aus, der eine Flanke von Vladimir Coufal nutzte.

In der zweiten Halbzeit drehte Hoffenheim das Spiel, als Grischa Prömel in der 50. Minute per Kopfball nach einer Flanke von Andrej Kramaric traf. Wolfsburg kam durch Amoura in der 56. Minute noch einmal zum Ausgleich, bevor Burger in der 62. Minute erneut für Hoffenheim traf.

Der Sieg bringt Hoffenheim auf den sechsten Tabellenplatz, während Wolfsburg weiterhin in der Krise steckt. Am kommenden Freitag geht es für die Wölfe schon in Bremen weiter. Hoffenheim empfängt tags darauf RB Leipzig.


Foto: Mohamed Amoura (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Merz telefoniert mit Netanjahu zu Situation in Gaza

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Blick von Israel in den Gazastreifen (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin/Jerusalem (dts Nachrichtenagentur) – Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat am Sonntag mit dem Ministerpräsidenten von Israel, Benjamin Netanjahu, telefoniert.

Wie der Sprecher der Bundesregierung, Stefan Kornelius, mitteilte, tauschten sich beide darüber aus, wie eine „weitere Stabilisierung des Waffenstillstands in Gaza“ erreicht werden könne.

Merz und Netanjahu waren sich laut Kornelius einig, dass die humanitäre Hilfe die Menschen in Gaza „sicher und in ausreichendem Maße“ erreichen müsse. Die Hamas müsse die sterblichen Überreste der letzten Geiseln umgehend übergeben.


Foto: Blick von Israel in den Gazastreifen (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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DFB-Pokal: Dortmund empfängt im Achtelfinale Leverkusen

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Borussia Dortmund im DFB-Pokal am 28.10.2025, via dts NachrichtenagenturDortmund (dts Nachrichtenagentur) – Borussia Dortmund empfängt im Achtelfinale des DFB-Pokals Bayer Leverkusen.

Das ergab am Sonntagabend die Auslosung im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund mit dem DFB-Vizepräsidenten Peter Frymuth als Ziehungsleiter und Segelsportler Felix van den Hövel als „Losfee“.

Beide Mannschaften mussten in der zweiten Pokalrunde zuletzt Überstunden machen. Leverkusen setzte sich erst in der Verlängerung beim Zweitligisten Paderborn durch. Der BVB musste in Frankfurt sogar ins Elfmeterschießen.

Daneben kommt es im Achtelfinale zu einem Nordduell zwischen dem Hamburger SV und Holstein Kiel im Volksparkstadion. Der FC Bayern München muss derweil in Köpenick bei Union Berlin antreten. Für Titelverteidiger VfB Stuttgart geht es nach Bochum zum VfL.

Die weiteren Begegnungen des Achtelfinales, das am 2. und 3. Dezember ausgetragen werden soll: Hertha BSC – 1. FC Kaiserslautern, SC Freiburg – SV Darmstadt 98, Borussia Mönchengladbach – FC St. Pauli und RB Leipzig – 1. FC Magdeburg.


Foto: Borussia Dortmund im DFB-Pokal am 28.10.2025, via dts Nachrichtenagentur

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Bundesliga: Köln gewinnt Aufsteiger-Duell gegen HSV

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Marvin Schwäbe (Archiv), via dts NachrichtenagenturKöln (dts Nachrichtenagentur) – Im ersten Sonntagsspiel des neunten Bundesliga-Spieltags hat der 1. FC Köln 4:1 gegen den Hamburger SV gewonnen.

Die Geißböcke konnten in der 25. Minute durch einen Treffer von Ragnar Ache in Führung gehen. Der HSV versuchte im Anschluss, sich gegen die druckvolle Spielweise der Kölner zu behaupten, hatte jedoch Schwierigkeiten, die Defensive der Gastgeber zu durchbrechen.

In der zweiten Halbzeit erhöhte Florian Kainz in der 48. Minute mit einem Freistoß auf 2:0 für die Hausherren. Der HSV zeigte sich aber kämpferisch und konnte durch Fábio Vieira in der 50. Minute auf 2:1 verkürzen. Trotz weiterer Chancen auf beiden Seiten und einiger strittiger Situationen, die erst per Videobeweis geklärt wurden, blieb es beim Sieg für die Kölner.

Diese profitierten in der Schlussphase auch davon, dass die Hamburger wegen Gelb-Rot für Immanuel Pherai ab der 79. Minute in Unterzahl spielen mussten. Pherai war erst zwei Minuten zuvor eingewechselt worden – er sammelte in Rekordgeschwindigkeit zwei Verwarnungen, die zu seinem Platzverweis führten. Wegen Meckerns sah in der 83. Minute dann auch Vieira Gelb-Rot, sodass die Gäste nur noch mit neun Mann auf dem Platz standen, was für den Ausgleich offensichtlich zu wenig war. Said El Mala (94. Minute) und Jakub Kaminski (99. Minute) sorgten schließlich für den deutlichen Endstand.

In der Tabelle rücken die Kölner auf den siebten Platz vor, während die Hamburger auf dem 13. Rang bleiben. Für die Kölner geht es am Samstagabend in Mönchengladbach weiter, der HSV ist am Samstagnachmittag zu Hause gegen Borussia Dortmund gefordert.


Foto: Marvin Schwäbe (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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2. Bundesliga: Paderborn schlägt Fürth – Platz 1

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Branimir Hrgota (Archiv), via dts NachrichtenagenturPaderborn (dts Nachrichtenagentur) – Zum Abschluss des elften Spieltags der 2. Bundesliga hat der SC Paderborn 2:1 gegen die SpVgg Greuther Fürth gewonnen und damit die Tabellenführung erobert.

Die Paderborner gingen in der 37. Minute durch einen direkt verwandelten Freistoß von Laurin Curda in Führung. Filip Bilbija erhöhte in der 64. Minute nach einer Flanke von Curda per Kopf auf 2:0. Die Gäste aus Fürth hatten im Anschluss zwar einige Chancen, konnten den fälligen Anschlusstreffer aber erst in der 90. Minute erzielen. Das war letztendlich zu spät.

Paderborn zeigte sich insgesamt als die effektivere Mannschaft und konnte mit dem Sieg die Position in der Spitzengruppe der Liga festigen. Für Greuther Fürth hingegen bleibt die Defensive ein Problem, da sie mit 30 Gegentoren die schwächste Abwehr der Liga stellen. Die Fürther rangieren derzeit auf dem 16. Platz.

Für die Fürth geht es am Freitag gegen Münster weiter, Paderborn ist zwei Tage später in Magdeburg gefordert. Die Ergebnisse der Parallelbegegnungen vom Sonntagnachmittag: VfL Bochum – 1. FC Magdeburg 2:0, Fortuna Düsseldorf – 1. FC Kaiserslautern 1:1.


Foto: Branimir Hrgota (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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SPD stellt sich bei Syrien-Abschiebungen hinter Wadephul

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Johann Wadephul (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Im Koalitionsstreit um Abschiebungen nach Syrien fordert die Linke, sämtliche Rückführungen nach Syrien auszusetzen.

Das Land biete derzeit „keine Lebensbedingungen, die ein sicheres oder menschenwürdiges Leben zulassen“, sagte Cansu Özdemir, außenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, der „Welt“. „Dass Vertreter der CSU dennoch weiterhin Abschiebungen fordern, obwohl selbst die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages auf die Beteiligung staatlicher Einheiten an Massakern hinweisen, offenbart ihr menschenverachtendes Weltbild.“

Es dürfe „keine Deals mit Islamisten“ geben, so Özdemir. „Diese Regierung propagiert teils selbst Zwangsverschleierung und Geschlechtertrennung“, unterdrücke Teile der Bevölkerung und zeichne sich durch „massenhafte Verschleppung von Frauen“ aus, sagte Özdemir der Zeitung . „Eine Normalisierung dieser islamistischen Regierung darf es nicht geben.“

Nachdem Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) sich schockiert über die Zerstörung nach dem Bürgerkrieg in Syrien zeigte und Skepsis bezüglich einer baldigen Rückkehr der geflohenen Syrer zeigte, sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU), weiter an Verhandlungen über Abschiebungen nach Syrien mit der dortigen Regierung festzuhalten.

Die SPD hob auf Anfrage der „Welt“ zwar die Einigung im Koalitionsvertrag hervor, „Straftäter und Gefährder grundsätzlich auch wieder nach Syrien zurückzuführen“, wie Sonja Eichwede, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, sagte. „Es liegt doch aber in der Natur der Sache, dass das immer nur mit Blick auf die konkrete Lage vor Ort erfolgen kann“, so Eichwede. „Genau von dieser Lage und vom gewaltigen Ausmaß der Zerstörung nach einem mehr als ein Jahrzehnt andauernden Krieg hat sich der Außenminister auf seiner Reise ein Bild gemacht.“

Die AfD wiederum sprach von einer „offenen Schlacht um die Deutungshoheit“ in der Migrationspolitik innerhalb der Bundesregierung. Der Außenminister wolle „Merkels verheerendes Erbe“ fortführen. „Wadephul setzt in hemmungsloser Direktheit die inländerfeindliche Außenpolitik seiner grünen Amtsvorgängerin fort“, sagte der innenpolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Gottfried Curio, mit Blick auf Wadephuls Vorgängerin Annalena Baerbock (Grüne).

Wadephul müsse die Bedingungen in Syrien für die Rückkehr „organisieren“, doch verschleppe vielmehr die Rückführungen, sagte Curio. „Dieser Außenminister ist eine komplette Fehlbesetzung, die Regierung wird bei Rückführungen nicht handeln.“ Asyl sei nur ein „Schutz auf Zeit“. Durch das Ende des Bürgerkriegs in Syrien gebe es weder Bürgerkriegsgefahren noch Sorge vor Verfolgung, sagte Curio. „Sämtliche Schutztitel sind mithin zu widerrufen, alle nicht eingebürgerten Syrer des Landes zu verweisen sowie ein sofortiger Stopp für die Erteilung von Aufenthaltsgenehmigungen oder neuen Einbürgerungen im betroffenen Personenkreis anzuordnen.“

Die Grünen stimmten Wadephuls Aussagen zur Situation in Syrien zu. Innenminister Dobrindt wiederum solle nicht „ständig monothematisch Symbolpolitik“ betreiben, sondern sich um „zentrale Sicherheitsfragen kümmern“ und Deutschland gegen „hybride Bedrohungen widerstandsfähig“ machen, sagte Marcel Emmerich, innenpolitischer Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion. „Cyberattacken, Ausspähungen in kritischer Infrastruktur, Spionage und Sabotage sind längst an der Tagesordnung und der dafür zuständige Innenminister kommt nicht aus dem Quark, weil er eine Nebenaußenpolitik macht“, sagte Emmerich. „Das ist verantwortungslos und setzt die Sicherheit des Landes aufs Spiel.“

Rückendeckung bekam Innenminister Dobrindt für seine Pläne, wieder nach Syrien abzuschieben, aus der Unionsfraktion. Die „spontane Äußerung“ Wadephuls werde „ganz offensichtlich aus dem Zusammenhang gerissen“, sagte Günter Krings (CDU), stellvertretender Unionsfraktionschef, der Zeitung. „Der syrische Bürgerkrieg ist vorbei und in weite Teile des Landes ist für die allermeisten ausgereisten Syrer eine Rückkehr nun möglich und zumutbar.“ Der Zerstörungsgrad eines Landes sei als Argument gegen eine „freiwillige oder pflichtgemäße Rückkehr“ ungeeignet. Denn wer solle ein zerstörtes Land wieder aufbauen, wenn das nicht seine eigenen Staatsbürger tun, so Krings.

Syrer, die keine Niederlassungserlaubnis in Deutschland haben und vom Sozialstaat unterstützt werden müssten, solle man „im ersten Schritt zur freiwilligen Rückkehr ermutigen“. Ferner wolle die Union alle Straftäter und Ausreisepflichtigen „mit hoher Priorität“ und in Abstimmung mit der syrischen Regierung abschieben. „Die Grundlage eines jeden Schutzes für Bürgerkriegsflüchtlinge kann und muss sein, dass sie unser Land wieder verlassen, wenn der Krieg in ihrer Heimat beendet ist“, sagte der CDU-Politiker.


Foto: Johann Wadephul (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Bericht: Syrer soll Terror-Anschlag in Berlin geplant haben

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Polizei (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – In Berlin haben Spezialkräfte der Polizei am Samstag einen Syrer festgenommen, der einem Medienbericht zufolge einen Terroranschlag geplant haben soll. Wie die „Bild“ schreibt, sollen bei dem Zugriff Materialien zum Bau von Sprengsätzen gefunden worden sein.

Die Festnahme erfolgte laut Zeitung in Neukölln. Der Mann, der drei Wohnanschriften in Berlin haben soll, wurde in einer Gefangenensammelstelle untergebracht. Laut „Bild“ wird dem Syrer die Vorbereitung einer schweren und staatsgefährdenden Straftat zur Last gelegt. Die weiteren Hintergründe, insbesondere die möglichen Ziele des Mannes, waren zunächst unklar.


Foto: Polizei (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Opposition in Tansania wirft Präsidentin Wahlfälschung vor

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Tansania (Archiv), via dts NachrichtenagenturDaressalam (dts Nachrichtenagentur) – Nach den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in Tansania rutscht das ostafrikanische Land immer mehr in eine politische Krise. Die größte Oppositionspartei kündigte an, den Wahlsieg von Präsidentin Samia Suluhu Hassan nicht anzuerkennen. In diesem Zusammenhang wurden Vorwürfe der Wahlfälschung erhoben.

Zuvor hatte die Wahlkommission Hassan mit einem Ergebnis von fast 98 Prozent der Stimmen als Siegerin der Wahlen am Mittwoch verkündet. Die beiden größten Konkurrenten der Amtsinhaberin waren bereits im Vorfeld ausgeschlossen worden. Davon wurde ein Kandidat wegen Hochverrats festgenommen, nachdem er Wahlreformen bei Protesten gefordert hat.

Vor der Wahl soll es zu Entführungen, Folterungen und Verhaftungen von weiteren Regierungskritikern gekommen sein. Nach der Wahl flammten schließlich Proteste in Tansania auf, wobei auch mehrere Menschen getötet worden sein sollen.

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas reagierte besorgt auf die Entwicklung der Lage. „Die EU ist sehr besorgt über die Ereignisse, die sich während des gesamten Wahltages ereignet haben und noch andauern, darunter Gewalt, die Abschaltung des Internets sowie Berichte über Unregelmäßigkeiten im Wahlprozess an einigen Orten“, sagte Kallas am Sonntag. „Zuverlässige Berichte über eine große Zahl von Todesopfern und Schwerverletzten geben Anlass zu äußerster Besorgnis.“ Die EU fordere die Behörden nachdrücklich auf, „äußerste Zurückhaltung“ zu üben, um Menschenleben zu schützen.

Kallas sprach von einer „Ungleichheit der Wettbewerbsbedingungen im Vorfeld der Wahlen“. Die EU fordere die Freilassung aller inhaftierten Politiker und eine transparente und faire Verhandlung für die Festgenommenen auf einer soliden Rechtsgrundlage sowie eine rasche und gründliche Untersuchung aller gemeldeten Fälle von Entführungen, Verschleppungen und Gewalt.


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Keine Hinweise auf Terror nach Messerangriff in Zug in England

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Britische Polizei (Archiv), via dts NachrichtenagenturHuntingdon (dts Nachrichtenagentur) – Nach dem Messerangriff in einem Zug in England am Samstagabend mit mehreren Schwerverletzten gibt es bisher keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund.

Zum jetzigen Zeitpunkt gebe es keine Anhaltspunkte dafür, dass es sich um einen terroristischen Vorfall handelt, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Die britische Transportpolizei arbeite weiterhin daran, die vollständigen Umstände und Motive, die zu diesem Vorfall geführt haben, schnellstmöglich aufzuklären.

Der Angriff hatte sich gegen 19:40 Uhr Ortszeit in einem Zug von Doncaster nach London nahe der Kleinstadt Huntingdon ereignet. Insgesamt zehn Menschen erlitten Verletzungen. Von den neun Personen, die lebensgefährliche Verletzungen davontrugen, befinden sich zwei weiterhin in lebensbedrohlichem Zustand.

Zwei Personen wurden in Verbindung mit der Tat festgenommen und befinden sich in Polizeigewahrsam. Es handelt sich um Männer im Alter von 32 und 35 Jahren. Beide sind britische Staatsbürger und wurden auch in Großbritannien geboren. Sie wurden wegen des Verdachts des versuchten Mordes festgenommen.


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"Junge Welt" interviewt Hamas-Vertreter

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Junge Welt (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die linke Tageszeitung „Junge Welt“ hat mit der Hamas und anderen palästinensischen Organisationen Interviews über den Waffenstillstand und die Zukunft von Gaza geführt. Die Interviews mit Sprechern der Hamas, des sogenannten „Palästinensischen Islamischen Dschihad“ und der „Volksfront für die Befreiung Palästinas“ (PFLP) fanden nach Angabe der Zeitung vor rund einer Woche im Libanon statt.

Alle drei Organisationen werden von vielen westlichen Ländern als Terrororganisationen eingestuft, waren aber dennoch an den Verhandlungen in Ägypten, die schließlich zum Waffenstillstand in Gaza führten, mit eigenen Delegationen beteiligt. „Wir führen Verhandlungen über einen Waffenstillstand und wir halten an dieser Vereinbarung fest, solange die Besatzungsmacht sich daran hält“, zitiert die Zeitung Walid Kilani, Hamas-Sprecher im Libanon.

„Natürlich gibt es Verstöße, die mit Verstößen beantwortet werden können, aber wir als palästinensischer Widerstand bleiben diesem Abkommen verpflichtet“, soll Haitham Abu Ghaslan, ein Anführer des Islamischen Dschihad, der „Jungen Welt“ gesagt haben. US-Präsident Donald Trump habe Benjamin Netanjahu dazu gezwungen, den Waffenstillstand zu akzeptieren, so die Einschätzung der Organisation. „Heute haben Israel und die USA ein Interesse daran, ihre Isolation zu beenden und daher auch an der Fortsetzung dieses Abkommens“, so Abu Ghaslan.

Die Frage, inwieweit seine Organisation eine international und auch von Deutschland favorisierte Zweistaatenlösung unterstützen würde, konterte Kilani mit einer Schuldzuweisung an Israel, das eine solche Lösung nicht beabsichtige. „Ihr Ziel ist die Auslöschung des palästinensischen Volkes. Solange Israel weiterhin Gebiete besetzt hält – im Libanon, im Gazastreifen, im Westjordanland oder anderswo – handelt es sich um einen Feind, und wir können dies nicht als Friedensabkommen bezeichnen“, sagt der Hamas-Sprecher. Es sei also lediglich ein Waffenstillstandsabkommen.

Explizit weist der „Islamische Dschihad“ eine Zweistaatenlösung zurück: „Wir sind nicht für den Vorschlag und der israelische Feind ist nicht für den Vorschlag.“ Ziel sei die Befreiung „Palästinas vom Fluss bis zum Meer, das gesamte Land Palästina“, so der PFLP-Vertreter.

Einig sind sich die drei Organisationen in ihrer Ablehnung eines ausländischen Mandats zur Verwaltung von Gaza. „Was die Verwaltung des Gazastreifens betrifft, befürworten wir eine Regierung aus Technokraten, eine Verwaltung oder ein Komitee, das unabhängig ist, über Kompetenzen verfügt und rein palästinensisch ist“, so der Hamas-Sprecher, der versichert, die Hamas sei „nicht entschlossen, den Gazastreifen zu regieren“. Entscheidend sei, dass eine unabhängige Verwaltung von allen palästinensischen Fraktionen anerkannt wird.

Ähnlich äußern sich auch die Vertreter der beiden anderen Organisationen. Befragt nach drei Anfang Oktober in Berlin verhafteten mutmaßlichen Hamas-Mitgliedern, die Anschläge auf israelische Einrichtungen geplant haben sollen, dementiert der Hamas-Sprecher, dass es sich um Mitglieder seiner Organisation handelt. „Seit der Gründung der Bewegung bis heute hat die Hamas keine militärischen Operationen außerhalb Palästinas durchgeführt und ihre militärischen Aktionen auf Palästina, das Westjordanland und den Gazastreifen beschränkt. Dies ist ein Grundsatz, den wir befolgen, und wir haben aus den Erfahrungen anderer gelernt“, behauptet Kilani. „Wir sind eine nationale Befreiungsbewegung, die unser Land befreien will.“

Die Hamas hatte den Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023 durchgeführt, bei dem an einem Tag über 1.100 Menschen teils bestialisch ermordet und über 200 Personen als Geiseln verschleppt wurden. Auch viele der Geiseln kamen später ums Leben. Israel reagierte unmittelbar mit einem harten militärischen Gegenschlag, bei dem in den letzten zwei Jahren mehrere Zehntausend Menschen im Gazastreifen ums Leben kamen.


Foto: Junge Welt (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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