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Asylverfahren: Migrationsforscher Knaus begrüßt Wüst-Vorschlag

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Ankunftszentrum für Flüchtlinge (Archiv), über dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Architekt des EU-Türkei-Abkommens, der Migrationsforscher Gerald Knaus, hat die jüngsten Asyl-Vorschläge von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) begrüßt. Er glaube, dass Wüst` Vorschlag von Asylverfahren in Drittstaaten außerhalb Europas sinnvoll sei, sagte Knaus am Dienstag dem TV-Sender „Welt“.

Nun müsse man sich aber endlich auch politisch trauen, die grundsätzlich richtige Idee bei der kommenden Ministerpräsidentenkonferenz in die Praxis umzusetzen, so Knaus. „Das ist sinnvoll. Jetzt geht es aber darum, von der Theorie hinzukommen zu konkreten Resultaten, und zwar sehr, sehr schnell.“ Der Koalitionsvertrag der Ampel erlaube ausdrücklich, dass in Ausnahmefällen Asylverfahren auch in Drittstaaten außerhalb der EU durchgeführt werden können – und „wir haben heute einen Ausnahmefall im zentralen Mittelmeer“, so Knaus.

Bei der MPK müsse man nun einen gemeinsamen politischen Willen demonstrieren: „Ich hoffe, wie der Ministerpräsident, dass es nächste Woche bei den Gesprächen zwischen dem Bundeskanzler und den Ländern – und dann letztlich ja natürlich auch politisch zwischen der Ampel und der Opposition – dazu kommt, dass man sagt: `Wir wollen dieses Prinzip, dass wir irreguläre Migration ohne Bruch der Menschenrechte durch Kooperation stark und schnell reduzieren, anhand von konkreten Ländern jetzt ausprobieren. Und wir sind bereit, zusammen diesen Ländern auch Angebote zu machen, die dazu führen, dass solche Abkommen schnell geschlossen werden können.` Das ist der Schlüssel.“ Deutschland sei bei der Umsetzung der Idee „nicht angewiesen auf die gesamte EU“, so Knaus. „Um das Prinzip auf die Bahn zu bringen und die Verhandlungen zu beginnen, darf sich Deutschland nicht wieder hinter einer unmöglichen gesamteuropäischen Lösung verstecken. Tut das die Regierung, dann wird das Scheitern und dann ist das letztlich auch nur eine Ausrede.“

Es gebe außerdem viele Länder, die ähnliche Interessen hätten, etwa Schweden, die Benelux Staaten, Österreich, die Schweiz und Frankreich. Verfahren in Drittstaaten seien auch nichts humanitär Fragwürdiges, sondern menschlicher als etwa Rückführungsabkommen mit Libyen, findet Knaus: „Gerade alle die, die Bauchweh haben bei dem Gedanken, die Asylverfahren in Drittstaaten zu machen, muss man immer daran erinnern, was wir jetzt haben: Wir haben jetzt seit über 6 Jahren eine unmenschliche, unmoralische, intensive Kooperation mit Libyen, wo Menschen zurückgebracht werden, auch finanziert von der EU. Das heißt auch von Deutschland.“ Drittstaaten wie zum Beispiel Ruanda kümmerten sich hingegen viel besser um gerettete Flüchtlinge, was für viel Lob vom UNHCR sorge.

Es sei auch eine Möglichkeit, die Asylverfahren in Drittländern nicht von den Staaten selbst, sondern vom UNHCR machen zu lassen, um Menschenrechtsbedenken auszuräumen. Eines ist für Knaus jedenfalls klar: Die laufende EU-Asylrechtsreform sei keine Alternative zur Antragsstellung außerhalb der EU: „Was auf Brüsseler Ebene diskutiert wird, hat keinerlei Chance, irgendetwas zu verändern. Und alle, die sich die Reform genauer angeschaut haben, wissen das – inklusive die meisten europäischen Regierungen. Das Argument in Brüssel, diese Reform irgendwie zu einem Abschluss zu bringen, ist eigentlich nur, dass man jetzt schon so lange verhandelt hat. Man will nicht mit leeren Händen dastehen, aber bewirken wird das nichts. In dieser Brüsseler Reform ist keine Antwort auf die Schlüsselfrage, wie man dafür sorgt, dass weniger Menschen in Boote steigen und weniger Menschen sterben.“


Foto: Ankunftszentrum für Flüchtlinge (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

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Brandgefahr: Ampel will Verkauf von Himmelslaternen verbieten

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Feuerwehr-Auto (Archiv), über dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Das Bundeskabinett wird an diesem Mittwoch das Verbot von Himmelslaternen beschließen. Das berichtet der „Tagesspiegel“ (Mittwochausgaben) und beruft sich auf Regierungskreise.

Das Bundesarbeitsministerium hat dazu eine Verordnung zum Produktsicherheitsgesetz erstellt. Mit ihr „werden die Einfuhr, das Inverkehrbringen und das Bereitstellen von Himmelslaternen auf dem deutschen Markt verboten“, erläutert das Ministerium. Nach dem Beschluss des Kabinetts muss der Verordnung noch der Bundesrat zustimmen. Mit dem Verbot reagiert die Bundesregierung auf den Brand des Affenhauses im Krefelder Zoo in der Silvesternacht 2019/20. Er wurde von einer Himmelslaterne ausgelöst.

Drei Frauen, eine Mutter und ihre erwachsenen Töchter, hatten sie in der Nähe des Zoos im Stadtteil Bockum steigen lassen. Bei der Brandkatastrophe starben 50 Tiere, darunter acht Menschenaffen. Beim Bundestag gingen danach gleich mehrere Petitionen ein, die ein Verbot der Himmelslaternen forderten. Knapp vier Jahre nach der Katastrophe führen diese nun zum Erfolg.

Bislang ist der Verkauf von Himmelslaternen in Deutschland legal. Die Bundesländer verbieten allerdings, diese zu starten. Im Krefelder Zoo sorgt das baldige Verbot für Erleichterung. „Es ist erfreulich, dass ein Ergebnis dieser Katastrophe nun das Verbot von Himmelslaternen ist“, sagte Zoodirektor Wolfgang Dreßen dem „Tagesspiegel“.

Es sei für niemanden verständlich, „dass etwas, was nicht benutzt werden darf, frei verkäuflich ist“. Krefelds Oberbürgermeister Frank Meyer (SPD) hält das Verbot für überfällig: „Wenn das Fliegenlassen von Himmelslaternen verboten ist, muss konsequent auch der Verkauf von Himmelslaternen unterbunden werden“, sagte er dem „Tagesspiegel“. Dass von diesen brennenden Flugkörpern eine hohe Gefahr ausgehe, „haben wir in Krefeld in der Silvesternacht 2019/2020 auf verheerende Weise erfahren müssen“.


Foto: Feuerwehr-Auto (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

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Bundesbank rechnet mit anhaltend hohen Zinsen

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Deutsche Bundesbank (Archiv), über dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Bundesbank rechnet mit anhaltend hohen Zinsen. „Unsere straffe Geldpolitik wirkt, aber wir dürfen nicht zu früh nachlassen“, sagte Bundesbank-Chef Joachim Nagel am Dienstag auf einer Veranstaltung in Berlin.

„Vielmehr werden die Leitzinsen ausreichend lange auf einem ausreichend hohen Niveau liegen müssen.“ Ob die Zinsen schon ihren Hochpunkt erreicht haben, lasse sich noch nicht sagen, der EZB-Rat bleibe „strikt datenabhängig“. Der Bundesbank-Chef unterstrich, dass es weiterhin „verschiedene Aufwärtsrisiken“ für die Inflation gebe: „So könnten die geopolitischen Spannungen in Nahost die Energiepreise nach oben treiben und die mittelfristigen Aussichten unsicherer machen“, sagte Nagel. Der geldpolitische Kurs müsse sicherstellen, dass die Inflation auf zwei Prozent zurückkehre.

„Die Inflation hat sich als hartnäckig erwiesen und ist noch nicht besiegt“, so der Bundesbank-Chef. Laut neuester Angaben von Eurostat beträgt die jährliche Inflation im Euroraum im Oktober voraussichtlich auf 2,9 Prozent. Die von der EZB stärker beachtete „Kerninflation“ aber, also die Teuerung ohne Energie und Nahrungsmittel, liegt bei 4,2 Prozent. Vergangene Woche hatte der EZB-Rat die Zinsen zum ersten Mal seit Juli 2022 unverändert gelassen.

Der Leitzins liegt damit weiter bei 4,5 Prozent, der geldpolitisch maßgebliche Zinssatz für die Einlagen bei 4,0 Prozent.


Foto: Deutsche Bundesbank (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

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Wadephul kritisiert UN-Enthaltung der Bundesregierung

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Johann Wadephul (Archiv), über dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Johann Wadephul, hat die Enthaltung in der Generalversammlung der Vereinten Nationen als „eine schwere Fehlentscheidung der Bundesregierung“ bezeichnet. Das sagte er der „Süddeutschen Zeitung“ (Mittwochausgaben).

Deutschland hatte sich am vergangenen Freitag in einer Sondersitzung der UN-Generalversammlung zwar für einen Änderungsantrag Kanadas eingesetzt, der eine klare Verurteilung des Terrorangriffs der Hamas sowie eine deutliche Formulierung zur sofortigen Freilassung der von der islamistischen Terrorgruppe verschleppten Geiseln zum Ziel hatte. Nachdem dieser die nötige Zweidrittelmehrheit äußerst knapp verfehlt hatte, enthielt sich die Bundesregierung aber in der Abstimmung über die von Jordanien eingebrachte Resolution. „Wir erwarten dazu eine Erklärung vor dem Parlament in der nächsten Woche“, sagte Wadephul. Die Frage sei, „ob wir weiter von dem Konsens ausgehen können, der Grundlage des fraktionsübergreifenden Israel-Antrages war“.

Diese Frage stelle sich bedauerlicherweise. Denn mit der Enthaltung „haben wir Israel und die USA zugleich im Stich gelassen“. Die USA und 13 weitere Staaten hatten gegen die rechtlich nicht bindende Resolution gestimmt, unter ihnen die EU-Mitglieder Kroatien, Österreich, Tschechien und Ungarn. Die UN-Resolution habe „keine einzige Maßnahme enthalten, um den Hamas-Terror zu beenden“, kritisierte Wadephul.

Deswegen hätte die Bundesregierung nie zustimmen können. Mit der Hamas „gibt es keine friedliche Beilegung des Konflikts“, fügte er hinzu. Die Resolution der UN-Generalversammlung verlangt dagegen eine sofortige humanitäre Feuerpause, die zu einer Einstellung der Feindseligkeiten führen müsse. Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ erwägen die Regierungsfraktionen von SPD, Grünen und FDP zusammen mit der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag einen weiteren gemeinsamen Antrag zu beschließen, der das Verhältnis zu Israel sowie den Schutz jüdischen Lebens in Deutschland zum Inhalt haben soll und auch auf den 9. November Bezug nehmen soll, den Tag der Reichspogromnacht, in der die Nazis 1938 Synagogen niederbrannten und jüdische Einrichtungen und Bürger attackierten.

Daran will die Union trotz der Irritation über die Enthaltung der Bundesregierung aber offenbar festhalten.


Foto: Johann Wadephul (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

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Bank of England: Zinserhöhungen werden immer unwahrscheinlicher

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Bank of England BoE
Foto von Andy Burgess (Bildquelle: Insight Investment)

Das bevorstehende Meeting des Monetary Policy Committees (MPC) der Bank of England kommentiert Andy Burgess, Fixed Income Investment Specialist, Insight Investment:

„Wir gehen davon aus, dass die Bank of England in dieser Woche die Zinssätze konstant halten wird, und dass weitere Zinserhöhungen immer unwahrscheinlicher werden. Die Wirtschaft schwächelt nun eindeutig und die Inflationsindikatoren tendieren nach unten. Dies wird die Aufmerksamkeit der Märkte auf die Details des Protokolls lenken und darauf, ob einige Mitglieder des gespaltenen Ausschusses zu einer dovisheren Position übergehen. Dies könnte auch eine Gelegenheit für die Bank sein, Änderungen an ihrem Bilanzreduzierungsprogramm anzukündigen – mit dem Potenzial, angesichts der jüngsten Aufwärtsbewegung bei den Renditen längerfristiger Anleihen auf den Verkauf kürzerfristiger Anleihen auszuweichen.“

Bank of England: Zinserhöhungen werden immer unwahrscheinlicher

Foto von Andy Burgess (Quelle: Insight Investment)

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Bodenoperation im Gazastreifen in vollem Gange

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Israelische Armee im Gazastreifen, über dts NachrichtenagenturJerusalem/Gaza (dts Nachrichtenagentur) – Die Bodenoperation der Israelischen Armee im Gazastreifen ist offenbar weiter in vollem Gange. Am Dienstag veröffentlichte die Armee ein Video, auf dem israelische Soldaten auch zu Fuß in einer Straße mit weitgehend zerstörten Gebäuden unterwegs sind.

In den letzten Stunden hätten Streitkräfte unter der Führung von Bodentruppen einen Außenposten der Hamas im nördlichen Gazastreifen angegriffen, teilte die Armee am Mittag mit. „Darüber hinaus töteten die Streitkräfte dutzende Terroristen, griffen Abschusszellen für Panzerabwehrraketen sowie Abschuss- und Beobachtungsposten für Panzerabwehrraketen an und beschlagnahmten zahlreiche Waffen, darunter Schusswaffen und Sprengsätze“, hieß es in der Erklärung. Unterdessen setzte die Israelische Armee auch wieder Luftangriffe auf Teile des Gazastreifens fort, dabei sollen nach palästinensischen Angaben „dutzende Zivilisten“ getötet worden sein. Auch an anderen Fronten gab es teils blutige Kämpfe, so an der Grenze zum Libanon, wo es wieder Luftschläge gegen die Hisbollah gab.

Im Westjordanland gab es mehrere tödliche Zusammenstöße zwischen Palästinensern und israelischen Siedlern sowie Sicherheitskräften, und nach eigenen Angaben vereitelten die israelischen Streitkräfte eine „Luftbedrohung im Bereich des Roten Meeres“. Eine Boden-Boden-Rakete sei aus dem Gebiet des Roten Meeres auf israelisches Territorium abgefeuert und vom Luftverteidigungssystem „Arrow“ erfolgreich abgefangen worden.


Foto: Israelische Armee im Gazastreifen, über dts Nachrichtenagentur

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Union bedauert Urteil zur Wiederaufnahme von Strafverfahren

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Günter Krings (Archiv), über dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Der rechtspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Günter Krings (CDU), bedauert das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Wiederaufnahme von Mordverfahren. „Die heutige Entscheidung ist bitter für die Angehörigen von Mordopfern“, sagte er der „Welt“.

„Ich hätte mir gewünscht, dass das Gericht die Belange der Familien der Opfer und der Allgemeinheit stärker gewichtet hätte.“ Es sei zu befürchten, dass die Entscheidung auch negative Auswirkungen auf die Verfolgung von Kriegsverbrechen haben werde: „Jetzt werden deutsche Staatsanwälte noch vorsichtiger werden, ob sie beispielsweise ein russisches Kriegsverbrechen bei uns zur Anklage bringen, wenn hier nicht alle Beweismittel aus dem Kriegsgebiet optimal verfügbar oder erreichbar sind“, sagte Krings.


Foto: Günter Krings (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

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Werden wir noch lange hohe Zinsen sehen?

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Wirtschaft Welt Investment Konsens Jahr

Ein aktueller Investmentausblick „The Globe“ von Eurizon:

Während die Märkte sich vor dem Sommer mit dem Thema „Soft Landing“ bzw. „Hard Landing“ beschäftigten, wobei erstere sich bewahrheitete, ist jetzt das beherrschende Thema die „lange Hochzinsphase“.

Die Inflationswelle ist zwar abgeebbt, aber noch nicht gebannt. Die Zentralbanken trauen sich nicht, die Straffung der Geldpolitik für beendet zu erklären, aber sie legen in der Tat eine Pause ein. Die Makrodaten sind nach wie vor überraschend gut, insbesondere in den USA, was die Märkte zu Recht oder zu Unrecht zu der Annahme veranlasst, dass die Zinssätze der Zentralbanken noch länger auf dem derzeitigen (hohen) Niveau verharren werden als noch zu Beginn des Sommers angenommen. Schauen wir uns die betreffenden Zahlen im Detail an.

Im Vergleich zu den Höchstständen des Jahres 2022 ist die Inflation deutlich zurückgegangen, liegt aber immer noch über den erklärten Zielen der Fed und der EZB, nämlich bei rund 4 % im Jahresvergleich. Die Konsensschätzungen der Ökonomen gehen von einer Rückkehr in die Zone von 2 % bis Ende 2024 aus. Der Anstieg der Ölpreise, der im Juni aufgrund von Produktionskürzungen einsetzte, könnte jedoch den Disinflationsprozess verlangsamen. Zum Erliegen wird er indes nicht kommen, da andere Rohstoffe keinen Preisanstieg verzeichnen.
Bei der Hypothese, dass die Zinsen länger hoch bleiben, wird davon ausgegangen, dass die Inflationsrate erst mit Verzögerung die Zwei-Prozent-Marke erreichen wird.

„Lange Hochzinsphase“ bedeutet jedoch nicht, dass die Zinsen weiter steigen. Zwar haben die Fed und die EZB nicht offiziell ein Ende der geldpolitischen Straffung verkündet, aber faktisch pausieren sie. Außerdem gehen die in den Geldmarktfutures implizit enthaltenen Erwartungen bereits seit einigen Monaten davon aus, dass 5,5 % bei den Fed Funds und 4,5 % bei der EZB Refi die Höchststände des Aufwärtszyklus sein könnten.
Die Aufmerksamkeit der Anleger richtet sich nun darauf, wie hoch das Gleichgewichtsniveau der Zinssätze sein könnte, wenn die Zentralbanken, voraussichtlich ab der zweiten Hälfte des neuen Jahres, die geldpolitischen Bedingungen lockern.

Seit dem Sommer ist das von den Märkten angegebene nachhaltige Gleichgewichtsniveau deutlich angestiegen und liegt derzeit laut Geldmarktfutures zwischen 4 % und 4,5 % für die USA und 3 % bis 3,5 % in der Eurozone. Dies sind die Zahlen für die „lange Hochzinsphase“, die die Aufwärtsbewegung der langen Seiten der Kurven vorantreiben, die zuvor stark invertiert waren und die Annahmen über künftige Zinssenkungen widerspiegeln. Letztere haben sich nun weitgehend umgekehrt.

Dies bestärkt die Annahme, dass kurz- und mittelfristige Anleihezinsen als Kuponstrom mit geringer Volatilität sehr attraktiv sind. Da die Kurven nicht mehr invertiert sind, nimmt auch das Interesse an der Bewertung von Long-Positionen zu.

Im Mittelpunkt des Interesses steht Italien, dessen Spread sich zwischen August und Mitte Oktober von 160 auf 200 BP ausgeweitet hat. Die Ausweitung erklärt sich zum Teil durch die Verlangsamung der Wirtschaftstätigkeit in der Eurozone, wodurch sich die Spreads der meisten Länder im Vergleich zu Deutschland ausweiteten. Teilweise ist sie auf die Aufwärtskorrektur der Defizitziele für dieses und die kommenden Jahre zurückzuführen – eine Entwicklung, die nun der Prüfung durch die Europäische Kommission und die Ratingagenturen standhalten muss.

Mit 200 BP kann Italiens Spread als interessant, aber nicht extrem angesehen werden. Er liegt zwischen dem Niveau des übertriebenen Optimismus,alsderSpreadbeietwa100BPlag, und dem Niveau des übertriebenen Pessimismus, als er zwischen 250 und 300 BP lag und die besten Chancen für eine Übergewichtung bot.
Italienische Staatsanleihen auf diesen Niveaus sind nützlich, um die erwartete Rendite der Euro- Anleihenkomponente zu erhöhen. Unter den Spread-Emittenten wird jedoch mehr Interesse an Investment-Grade-Unternehmensanleihen geäußert, die insgesamt ähnliche Laufzeitenrenditen wie Italien bei größerer Diversifizierung und damit geringerem Risiko in Bezug auf den Emittenten bieten.

Die Aktienmärkte waren die positive Überraschung des Jahres 2023 und profitierten wiederum von der Widerstandsfähigkeit des Wirtschaftswachstums, das den befürchteten drastischen Abschwung abwenden konnte. Seitdem sich die Aufmerksamkeit jedoch von der Frage „Soft oder Hard Landing“ auf „lange Hochzinsphase“ verlagert hat, sind die Aktienmärkte nicht mehr gestiegen. Stattdessen kam es zu Gewinnmitnahmen.
Die derzeitige Aktienkorrektur ist nicht börsenintern begründet, sondern spiegelt die neue Phase der Normalisierung der Zinssätze wider. In dem Maße, in dem die Anleihezinsen wieder steigen, steigt auch die so genannte Aktienrendite (die Rendite der Unternehmensgewinne). Der Risikoaufschlag für Aktien bleibt unterdessen unverändert.

Eine solche Korrektur kann durchaus als gesund angesehen werden, denn sie führt zu einem Abbau der technischen Überschüsse, die sich angesammelt hatten. Außerdem kann sie als Gelegenheit genutzt werden, um mit einem konträren Ansatz die Positionen zu erhöhen. Das negative Ereignis, das es für die Aktienmärkte zu vermeiden gilt, ist eine abrupte Konjunkturabschwächung. Diese Hypothese lässt sich durch die aktuellen Daten nicht stützen, insbesondere nicht für die USA, die letztlich den Verlauf des globalen Zyklus bestimmen.

Werden wir noch lange hohe Zinsen sehen?

Foto: Bild von Colin Behrens auf Pixabay

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BoE-Zinssenkung könnte früher kommen als vom Markt erwartet

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Foto von Tomasz Wieladek (Quelle: T. Rowe Price)

Die bevorstehende Sitzung des Monetary Policy Committees (MPC) der Bank of England kommentiert Tomasz Wieladek, Chefvolkswirt für Europa bei T. Rowe Price:

Die BoE wird die Zinsen beibehalten, aber einen schwächeren Wirtschaftsausblick für das kommende Jahr veröffentlichen.
Die Bank of England wird auf ihrer Sitzung in dieser Woche wahrscheinlich die Geldpolitik unverändert lassen. Der aktuelle Leitzins von 5,25 % wird wohl den Höhepunkt in diesem Zyklus darstellen. Der nächste Schritt wird voraussichtlich eine Senkung sein und früher erfolgen, als die Märkte erwarten.

Die jüngsten Daten zeigen, dass die VPI-Inflation in Großbritannien stabiler ist als erwartet. Die große negative Überraschung bei der Veröffentlichung der britischen VPI-Inflation im August veranlasste den MPC, die Zinsen im September beizubehalten. Die anschließende Veröffentlichung im September überraschte jedoch und zeigte, dass die Inflation in Großbritannien noch für einige Zeit hartnäckig bleiben oder nur langsam zurückgehen könnte.

Dennoch lag die britische VPI-Inflation im September mit 6,7 % immer noch unter den 6,9 %, die die Bank of England im August prognostiziert hatte. Die Lohninflation ist jedoch nach wie vor sehr hoch und zeigt keine Anzeichen für einen Höchststand. Da die Lohninflation der Hauptbestandteil der Dienstleistungsinflation und der im Inland generierten Inflation ist, besteht bei sehr starken Lohninflationswerten ein hohes Risiko, dass die VPI-Inflation mittelfristig deutlich über dem Ziel der Bank of England bleibt.

Nichtsdestotrotz hat die Bank of England damit begonnen, die sehr starken offiziellen Lohndaten in ihrer letzten politischen Erklärung zu ignorieren und sich stattdessen auf andere Indikatoren wie Umfragen zu stützen.
Erst die Zeit wird zeigen, ob die Umfragen, die auf einen Rückgang des Lohndrucks hindeuten, oder die offizielle AWE-Messung, die ihren Höhepunkt noch nicht erreicht hat, der bessere Indikator für den zugrunde liegenden Lohndruck in der Wirtschaft ist.

Um die Lohninflation auf ein Niveau abzukühlen, das mit den Zielvorgaben vereinbar ist, muss die Bank of England den Druck vom Arbeitsmarkt nehmen. Der Hauptgrund für die starke Lohninflation ist die sehr starke Nachfrage nach Arbeitskräften bei einem schwachen Arbeitsangebot. Die Zahl der freien Stellen geht zurück und die Arbeitslosenquote steigt. Trotz einer größeren methodischen Änderung liegt die Arbeitslosenquote immer noch bei 4,2 % und damit 0,1 % höher, als die Bank of England zu diesem Zeitpunkt des Zyklus erwartet hatte.

Meine Berechnungen zeigen, dass die Arbeitslosenquote auf 6,5 % steigen muss, damit das Lohnwachstum wieder ein Niveau erreicht, das mit dem Ziel der Bank of England übereinstimmt. Die Konjunkturumfragen haben sich gegenüber dem Vormonat etwas verbessert, aber das Verbrauchervertrauen ist im Oktober sehr stark zurückgegangen. Insgesamt deuten die Daten darauf hin, dass die Wirtschaft weiterhin stagniert, aber die Umfrage zum Verbrauchervertrauen deutet auf eine wesentlich schnellere Verschlechterung der Nachfrage hin.

Diese Daten bedeuten, dass die Bank of England in diesem Monat wahrscheinlich ihre Politik beibehalten wird. Allerdings wird die Bank of England in diesem Monat auch ihre Prognosen aktualisieren. In Anbetracht der Veränderungen der Daten seit der letzten Prognosesitzung könnte die Bank of England meiner Meinung nach die Risiken einer Stagnation oder Rezession in der Zukunft hervorheben. Die Finanzmärkte haben für das nächste Jahr nur eine Zinssenkung eingepreist, was einen der am wenigsten aggressiven Zinssenkungszyklen in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften darstellt. Allerdings hat Großbritannien auch eine der stärksten realwirtschaftlichen Reaktionen auf die Straffung der Geldpolitik gezeigt.

Eine solche Änderung der Projektionen könnte ein wichtiges Signal für die künftige Politik an den Finanzmärkten sein und dazu führen, dass die Märkte in Zukunft weitere Senkungen der britischen Geldmarktkurve einpreisen. Ich glaube, dass die Einpreisung eines größeren Umfangs von Senkungen angesichts der grundlegenden Veränderungen in der britischen Wirtschaft in den letzten Monaten gerechtfertigt wäre. Die Bank of England könnte daher an diesem Donnerstag mit ihren Projektionen zeigen, dass sie diese Einschätzung teilt.

BoE-Zinssenkung könnte früher kommen als vom Markt erwartet

Foto von Tomasz Wieladek (Quelle: T. Rowe Price)

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mb21 in Dresden: präsentieren, staunen, netzwerken, feiern

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Deutsches Kinder- und Jugendfilmzentrum (KJF)

Am 11. und 12. November findet in den Technischen Sammlungen Dresden das diesjährige Medienfestival statt. Die nominierten Preisträger*innen sind eingeladen, ihre multimedialen Projekte einer großen Öffentlichkeit zu präsentieren. Auch im 25. Jubiläumsjahr des Deutschen Multimediapreises mb21 haben alle Interessierten die Möglichkeit, in die Welt der digitalen Medienkultur einzutauchen und die Themen junger Medienmacher*innen zu erkunden. Die Besucher*innen des Medienfestivals können sich auf ein vielfältiges und buntes Programm freuen.

Medienfestival als Plattform für Vernetzung
Von Samstag, dem 11.11.2023 ab 10:00 Uhr bis Sonntag, dem 12.11.2023 bis 18:00 Uhr öffnet das Medienfestival seine Pforten für alle interessierten Besucher*innen. Den ganzen Tag über bietet sich die Gelegenheit, die Arbeiten und Projekte der Nominierten aus dem Wettbewerb in den Technischen Sammlungen zu bestaunen und auszuprobieren. Zahlreiche andere spannende Stationen rund um das Thema Multimedia runden das Angebot ab. Hinweis: Die Ausstellung steht allen Interessierten offen, Eintrittspreise für das Museum liegen bei 4,- € bis 5,-€. Kinder unter 7 Jahren sind kostenfrei, weitere Ermäßigungen für Gruppen ab 10 Personen.

Zusätzlich zu einem spannenden Workshop-Programm am Samstag haben die Besucher*innen des Medienfestivals am Sonntag die Möglichkeit, in der DIY-Area der Technischen Sammlungen Dresden an eigenen Projekten zu tüfteln. Dafür stehen beispielsweise 3D-Drucker, Lasercutter, Lötkolben oder Heißklebepistolen zur Verfügung.

Hannes Güntherodt, Co-Projektleiter von mb21: „Das Medienfestival ist ein echtes Highlight im Dresdner Veranstaltungskalender und bietet im Prinzip für alle Altersklassen digitale Kultur- und Erlebniswelten. Eine echte Bereicherung für die Stadt Dresden, da das Event bundesweit einmalig ist. Wir laden besonders am Sonntag alle Familien ein, sich ein Bild von den nominierten Projekten der Kinder und Jugendlichen zu machen sowie am kreativen Mitmachangebot des Festivals teilzunehmen.“

Große Bühne für die Preisträger*innen
Am Samstagabend findet ab 18:00 Uhr die Preisverleihung des Deutschen Multimediapreises mb21 statt. Dabei erfahren die nominierten Preisträger*innen, ob sie einen der Hauptpreise gewonnen haben. Die Projekte werden dabei ausführlich vorgestellt. Hinweis: Die Preisverleihung findet im Emanuel-Goldberg-Saal der Technischen Sammlungen Dresden statt und ist eine geschlossene Veranstaltung – sie steht jedoch allen Medienvertreter*innen offen. Die Verleihung wird auf dem YouTube-Kanal des Wettbewerbs übertragen: www.youtube.com/user/MB21Wettbewerb

Abteilungsleiterin im Bundesjugendministerium zu Gast
Am 11. November wird Jana Borkamp, Abteilungsleiterin im Bundesjugendministerium, zu einem Presserundgang durch die Ausstellung sowie zur Preisverleihung des Wettbewerbs erwartet. Das Bundesjugendministerium ist Hauptförderer des Wettbewerbs.

Fachtag und Barcamp
Das Medienfestival richtet sich zudem an Fachkräfte der Bildungsarbeit. Den beiden Veranstaltungstagen ist ein Fachtag mit dem Titel „Allmacht KI? Chancen und Herausforderungen von Künstlicher Intelligenz im Bildungskontext“ am Freitag, dem 10.11 vorgeschaltet. Dabei sollen Möglichkeiten und Risiken des Einsatzes von KI in den Bereichen schulische und außerschulische Kinder- und Jugendbildung erörtert werden. Der Fachtag ist presseöffentlich und findet ebenfalls in den Technischen Sammlungen Dresden statt – eine gesonderte Anmeldung ist unter fachtag@medienkulturzentrum.de erforderlich.

Darüber hinaus findet im Rahmen des Medienfestivals erstmals ein Barcamp statt, das am Festivalsamstag den Nominierten sowie anderen jungen Besucher*innen bis 25 Jahre die Gelegenheit bietet, gemeinsam über mediale Themen ins Gespräch zu kommen. Dabei gilt: Alle sind Expert*innen! Für die Teilnahme am Barcamp ist eine Anmeldung erforderlich, da die Plätze begrenzt sind: www.medienkulturzentrum.de/seminar/jugend-barcamp-zum-medienfestival-2023/

Veranstaltet wird der Deutsche Multimediapreis mb21 vom Deutschen Kinder‐ und Jugendfilmzentrum (KJF) sowie dem Medienkulturzentrum Dresden. Die Hauptförderer sind das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie die Landeshauptstadt Dresden. Der Wettbewerb ist Teil der Initiative „Gutes Aufwachsen mit Medien“. Seit seiner Gründung verfolgt der Wettbewerb das Ziel, junge Menschen zu ermutigen und befähigen, digitale Medien selbstbestimmt, kritisch und kreativ zu nutzen.

Bild KJF

Quelle Deutsches Kinder- und Jugendfilmzentrum (KJF)