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Kassen geben kaum Geld für digitale Gesundheitsanwendungen aus

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Fahrradergometer für Belastungs-EKG (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die größten gesetzlichen Krankenkassen geben im Schnitt weniger als einen Euro pro Versicherten im Jahr für sogenannte Digitale Gesundheitsanwendungen (Diga) aus. Das ergab eine Anfrage des Portals „Business Insider“. Digas sind geprüfte Gesundheits-Apps, die seit 2019 im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung von Ärzten verordnet werden können, wenn sie eine sinnvolle Unterstützung für die Behandlung des Patienten sind.

Die Techniker Krankenkasse mit rund 11,4 Millionen Versicherten erklärte, sie habe im vergangenen Jahr 10 Millionen Euro für Digas ausgegeben. Die Deutsche Angestellten-Krankenkasse (DAK) mit rund 5,5 Millionen Versicherten gab an, dass sie rund 5,7 Millionen Euro für Digas ausgab. Die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) in Bayern und Baden-Württemberg mit jeweils rund 4,6 Millionen Mitgliedern gaben an, dass ihre Ausgaben für Digas 3,2 und 3,5 Millionen Euro betrugen. Im Schnitt liegen die jährlichen Ausgaben für Digas bei den größten Krankenversicherungen also deutlich unter einem Euro pro Versicherten. Die Barmer Krankenkasse machte aus wettbewerblichen Gründen keine Angaben.

Alle Digas müssen vor der Verordnung und Erstattung vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte geprüft werden. Geprüfte Apps kommen in das sogenannte Diga-Verzeichnis, in dem sich aktuell 62 Apps befinden.


Foto: Fahrradergometer für Belastungs-EKG (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Dax lässt am Mittag weiter nach – Kurssturz bei Rheinmetall

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Frankfurter Börse, via dts NachrichtenagenturFrankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Der Dax hat am Dienstag nach einem bereits schwachen Start bis zum Mittag weiter nachgelassen. Gegen 12:30 Uhr wurde der Index mit rund 18.185 Punkten berechnet, dies entspricht einem Minus von 0,7 Prozent gegenüber dem vorherigen Handelstag.

Die größten Verluste gab es bei Rheinmetall, die Aktie gab am Mittag mehr als zehn Prozent nach. Nach der jüngsten Rekordrally könnte es sich Marktbeobachtern zufolge um eine entsprechende Gegenbewegung handeln. Zulegen konnten entgegen dem Trend unter anderem Infineon, Zalando und Bayer.

Die europäische Gemeinschaftswährung tendierte am Dienstagmittag etwas stärker. Ein Euro kostete 1,0868 US-Dollar (+0,08 Prozent). Der Ölpreis stieg unterdessen: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 12 Uhr deutscher Zeit 90,69 US-Dollar; das waren 31 Cent oder 0,3 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.


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Autobahn GmbH muss Ausschreibungen zurückziehen

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Autobahn GmbH (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die bundeseigene Autobahn GmbH muss Ausschreibungen im Bundesfernstraßenbereich aufgrund von fehlender Finanzierung zurückziehen. „Angesichts der knapper werdenden mittelfristigen Haushaltslage priorisieren wir derzeit intern unsere Projekte“, sagte ein Sprecher dem „Handelsblatt“ (Mittwochsausgabe).

Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) erklärte, es handele sich nicht um Einzelfälle oder um regionale Phänomene. „Die Fälle sind bundesweit festzustellen“, sagte Hauptgeschäftsführer Tim-Oliver Müller der Zeitung. „Das berichten uns zahlreiche Unternehmen.“

Der Branchenverband warf der Bundespolitik Versagen bei der Verkehrsinvestitionsplanung vor. Der Bund, so Müller, müsse „seine Investitionen der Realität vor allem im Hinblick der starken Preissteigerungen anpassen“. Laut Bauverband fehlt in den nächsten Jahren rund eine Milliarde Euro jährlich, um die geplanten Projekte umzusetzen.


Foto: Autobahn GmbH (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Karlsruhe stärkt Rechte leiblicher Väter

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Bundesverfassungsgericht (Archiv), via dts NachrichtenagenturKarlsruhe (dts Nachrichtenagentur) – Die derzeitige gesetzliche Regelung zur Vaterschaftsanfechtung durch leibliche Väter ist mit dem Grundgesetz unvereinbar. Sie trage dem Elterngrundrecht leiblicher Väter nicht hinreichend Rechnung, teilten die Karlsruher Richter am Dienstag mit.

Diese gehören demnach zu den Eltern im Sinne von Artikel 6 des Grundgesetzes und können sich auf das Elterngrundrecht ebenso wie die rechtlichen Eltern des Kindes berufen. Das Verfassungsgericht forderte den Gesetzgeber auf, das Elterngrundrecht neu auszugestalten. Er könne dabei – abweichend vom bisherigen Recht im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) – die rechtliche Elternschaft des leiblichen Vaters neben der Mutter und dem rechtlichen Vater vorsehen, hieß es weiter.

Sollte der Gesetzgeber stattdessen an einer Beschränkung der rechtlichen Elternschaft auf zwei Elternteile festhalten, müsse zugunsten des leiblichen Vaters ein „hinreichend effektives Verfahren“ zur Verfügung stehen, welches ihm ermögliche, anstelle des bisherigen rechtlichen Vaters selbst rechtlicher Vater seines Kindes zu werden, so die Verfassungsrichter. Dem genüge das bisherige Recht vor allem deshalb nicht, weil es nicht erlaube, eine bestehende oder vormalige sozial-familiäre Beziehung zwischen dem Kind und seinem leiblichen Vater sowie dessen bisherige Bemühungen um die rechtliche Vaterschaft zu berücksichtigen.

Die für mit dem Grundgesetz unvereinbar erklärte Regelung über die Vaterschaftsanfechtung soll bis zu einer Neuregelung durch den Gesetzgeber, längstens aber bis zum 30. Juni 2025, in Kraft bleiben.

Konkret ging es in dem Verfahren um die Verfassungsbeschwerde eines Mannes gegen die Regelungen zur Anfechtung der rechtlichen Vaterschaft. In dem Fall war der neue Lebenspartner der Mutter als rechtlicher Vater anerkannt worden – das Oberlandesgericht Naumburg entschied, dass dem leiblichen Vater ein Anfechtungsrecht nicht zustehe, da mit dem rechtlichen Vater bereits eine „sozial-familiäre Beziehung“ entstanden sei.


Foto: Bundesverfassungsgericht (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Dax startet im Minus – Anleger warten auf neue Impulse

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Frankfurter Börse, via dts NachrichtenagenturFrankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Der Dax ist am Dienstag mit Kursverlusten in den Handelstag gestartet. Gegen 9:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 18.240 Punkten berechnet und damit 0,4 Prozent unter dem Schlussniveau vom Vortag. An der Spitze der Kursliste rangierten Infineon, Qiagen und Rheinmetall, am Ende Adidas, Vonovia und die Deutsche Börse.

„In den USA startet die Berichtssaison zur richtigen Zeit“, sagte Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst von CMC Markets. „Der Markt erwartet nur noch zwei Zinssenkungen der Fed in diesem Jahr und damit steigt der Druck auf die Unternehmensgewinne, die mittlerweile ambitionierten Bewertungen an der Wall Street zu stützen.“ Wenn alles gut laufe, werde es in den USA das dritte Quartal in Folge mit Gewinnsteigerungen gegenüber dem Vorjahr geben. Das durchschnittliche Gewinnwachstum im S&P 500 werde aber bereits gut 40 Prozent niedriger eingeschätzt als noch zu Jahresbeginn. Die große Dynamik auf der Gewinnseite sei wegen deutlich gestiegener Zinsen raus.

„Die Zeit, in der sich der Aktienmarkt auf schnelle Hilfe der Fed verlassen konnte, ist ebenfalls vorbei“, so Stanzl weiter. „Daran werden auch die Inflationsdaten am Mittwoch mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht viel ändern.“ Die Notenbank werde nur noch dann eilig eingreifen, wenn es wirklich brenne – wie 2023, als Banken drohten, in Liquiditätsnöte zu geraten. „Ansonsten geschieht geldpolitisch derzeit alles in Zeitlupe. Deshalb könnten in der Berichtssaison auch leichte Verfehlungen auf der Gewinnseite zu überdurchschnittlichen Kursverlusten führen.“

Die europäische Gemeinschaftswährung tendierte am Dienstagmorgen kaum verändert. Ein Euro kostete 1,0856 US-Dollar (-0,03 Prozent). Das entspricht einem Preis von 0,00 Euro pro Gramm. Der Ölpreis stieg unterdessen leicht: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 9 Uhr deutscher Zeit 90,49 US-Dollar; das waren 11 Cent oder 0,1 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.


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Väter bei Geburt von Kindern immer älter

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Vater, Mutter, Kind (Archiv), via dts NachrichtenagenturWiesbaden (dts Nachrichtenagentur) – Das durchschnittliche Alter von Vätern bei der Geburt eines Kindes ist in Deutschland in den letzten Jahrzehnten stark gestiegen. Lag es 1991 noch bei 31,0 Jahren, waren Väter 2022 bei der Geburt ihrer Kinder im Schnitt 34,7 Jahre alt, teilte das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BIB) am Dienstag mit.

Dieser Trend ist demnach weltweit in vielen Ländern zu beobachten. Er wird von Teilen der Wissenschaft mit Sorge gesehen, da Kinder älterer Väter ein höheres biologisches Risiko haben, gesundheitlich beeinträchtigt zu sein. Eine neue Studie von Forschern des BIB und der Universität Oldenburg in der Fachzeitschrift „Human Reproduction“ zeigt, dass das heute verzeichnete Alter der Väter bei Geburt im historischen Vergleich nicht ungewöhnlich ist. Bei allen Ländern, für die Daten über die letzten 100 Jahre vorliegen, zeigt sich ein ähnliches Bild: Trotz hoher Anstiege in den letzten Jahrzehnten liegt das heutige Durchschnittsalter der Väter bei Geburt von Kindern unter oder nur leicht über den zu Beginn des 20. Jahrhunderts verzeichneten Werten.

So waren etwa in Frankreich um 1900 die Väter bei Geburt im Durchschnitt 34 Jahre alt, was dem heutigen Niveau entspricht. Bis in die 1970er-Jahre ging das Durchschnittsalter dann stark zurück und lag Anfang der 1970er um die 30 Jahre, bevor es ab 1980 wieder anstieg. Ähnliche Verläufe zeigen sich für Schweden, die USA, Japan und eine Reihe weiterer Länder. Für Deutschland sind Aussagen zu Langzeitentwicklungen nicht möglich, da Daten zum Alter der Väter bei Geburt ihrer Kinder erst seit 1991 durchgängig vorliegen.

„Unsere Analysen vermitteln den Eindruck, dass eher die niedrigen Werte in den 1960er- und 1970er-Jahren ungewöhnlich waren“, sagte Sebastian Klüsener vom BIB, Mitautor der Studie. Die hohen Alter zu Beginn des 20. Jahrhunderts erklären sich dadurch, dass die Familiengründung aus wirtschaftlichen Gründen relativ spät erfolgte. Damals gab es auch noch viele kinderreiche Familien, bei welchen die letzten Kinder in einem relativ hohen Alter geboren wurden.

Dies änderte sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, als viele Gesellschaften sehr industriell geprägt waren. Damals konnten Erwerbstätige früh im Arbeitsleben höhere Einkommen erzielen, was für eine frühzeitige Familiengründung förderlich war. Gleichzeitig sank der Anteil kinderreicher Familien, sodass viele Eltern ihre Familienplanung früh abschlossen. Der für das Einkommen sorgende Ehemann und die sich um Haushalt und Kinder kümmernde Ehefrau waren das stark verbreitete Rollenbild dieser Zeit.

Dies änderte sich ab den 1970er-Jahren. Im Zuge des Übergangs von einer Industrie- zu einer Dienstleistungsgesellschaft entstanden neue Karrieremöglichkeiten für Frauen. In dieser Zeit begannen sich auch die Rollenverständnisse von Frauen und von Männern zu ändern. Zusätzlich führten höhere Anforderungen an die berufliche Qualifikation und bessere Bildungsangebote zu längeren Ausbildungszeiten bei Männern und Frauen. Diese Entwicklungen trugen neben anderen Einflussfaktoren letztlich zu einem steigenden Geburtsalter bei.


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VdK verlangt Kanzler-Machtwort im Streit um Kindergrundsicherung

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Kinder auf Fahrrädern (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Präsidentin des Sozialverbandes VdK, Verena Bentele, hat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) zum Eingreifen in den Koalitionsstreit um die Kindergrundsicherung aufgefordert. „Es wird Zeit, dass der Kanzler sich zur Kindergrundsicherung äußert“, sagte Bentele der „Rheinischen Post“.

„Die derzeitigen Diskussionen drohen eine ähnliche Schlammschlacht zwischen FDP und Grünen wie im vergangenen Jahr zu werden.“ Das könne man sich nicht leisten. „Die drei Millionen Kinder in unserem Land, die von Armut bedroht oder betroffen sind, brauchen schnellstmöglich Hilfe und sind auf eine gute Kindergrundsicherung angewiesen“, sagte die VdK-Präsidentin.

„Dass die FDP immer wieder neue Debatten um kleinteilige Fragen und Details lostritt, erweckt den Eindruck, die Partei wolle das ganze Projekt verzögern. Herr Scholz muss Farbe bekennen und endlich dafür sorgen, dass eine echte Kindergrundsicherung schnellstmöglich kommt – ohne zu viel Bürokratie und im Sinne der Kinder und Jugendlichen“, sagte Bentele.


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Union und Vertriebene rügen Claudia Roth

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Claudia Roth (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Unionsfraktion im Bundestag und der Bund der Vertriebenen protestieren scharf gegen die Streichung „der Deutschen“ aus dem Namen des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte im östlichen Europa. Die Streichung sei „ein eklatanter Bruch mit dem gesetzlichen Auftrag“, sagte Christoph de Vries, Vorsitzender der Gruppe der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, der FAZ.

„Fassungslos macht mich, dass Kulturstaatsministerin Roth diese Entscheidung trifft, während der Ukraine-Krieg tobt, bei dem sich viele deutsche Heimatvertriebene mit den ukrainischen Flüchtlingen solidarisieren und auch die deutsche Minderheit in der Ukraine durch die russischen Aggressoren bedroht ist.“ Diese „Herabwürdigung der deutschen Heimatvertriebenen und Heimatverbliebenen im Ausland lehnen wir als Unionsfraktion entschieden ab“.

Der Präsident des Bundes der Vertriebenen, der CSU-Abgeordnete Bernd Fabritius sagte der FAZ: „Für uns als Verband und viele unserer Mitglieder fühlt es sich so an, als habe man sich `der Deutschen entledigt` und wirke dadurch mit am Unsichtbar-Machen eines originären Teils deutscher Geschichte.“

Das Bundesinstitut war laut Bund der Vertriebenen zu der Instanz geworden, die im Auftrag der Kulturstaatsministerin über die kulturellen Projekte der Landsmannschaften und BdV-Landesverbände entscheidet – also über die Förderung der selbst geleisteten Kulturarbeit der Vertriebenen und Spätaussiedler. Auch sämtliche Museen und Institutionen, die über das BKGE gefördert werden, haben den Schwerpunkt Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa.


Foto: Claudia Roth (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Wissing dringt auf mehr Kooperation in Ampel

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Ampel-Minister (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) erkennt in der Ampelkoalition weiterhin ein zukunftsfähiges Bündnis. „Ich sehe die Regierung als eine Art Schlichtungs- und Verhandlungsstelle, in der gesellschaftliche Konflikte geklärt werden können“, sagte der FDP-Politiker dem „Tagesspiegel“ (Dienstagsausgaben) – im Hinblick auf die unterschiedlichen Positionen von SPD, Grünen und FDP.

Auch eine Lösung im gegenwärtigen Haushaltsstreit schließt Wissing nicht aus. „Es ist aufwendig, demokratische Mehrheiten zu organisieren, um Entscheidungen zu treffen. Man braucht gute Sachargumente, um zu überzeugen“, sagte er dem „Tagesspiegel“. „Das frustriert manche Leute, mich motiviert das eher.“

Wissing macht sich für einen Verkehrsinfrastrukturfonds neben dem regulären Haushalt stark, um die Modernisierung des Landes auch nach dem Karlsruher Urteil zur Schuldenbremse weiter voranzutreiben. „Für 2024 habe ich das nötige Geld, um Straßen und Schienen zu erneuern“, sagte er. „Den Haushalt 2025 beraten wir aktuell. Ab 2026 bekommen wir in Deutschland bei den Investitionen in die Infrastruktur ein großes Problem, wenn wir keine Lösung finden.“ Es sei seine Aufgabe, betonte Wissing, „pragmatische Vorschläge zu machen, um Probleme zu lösen“.

Rückendeckung erhielt der FDP-Politiker von der SPD. Dass Wissing zutiefst fachlich argumentiere, mache es einfacher, auch in einem schwierigen Bündnis Lösungen zu finden, sagte Bauministerin Klara Geywitz (SPD) dem „Tagesspiegel“. „Er stampft nicht mit dem Fuß auf und sagt, ich hätte gerne zehn Milliarden Euro“, so die Vertraute von Kanzler Olaf Scholz. Wissing könne gut erklären, „was es heißt, wenn die Bahn zehn Milliarden Euro weniger zur Verfügung hat“.


Foto: Ampel-Minister (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Eon fürchtet weitere Preiskrisen bei Strom und Gas

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Gasspeicher (Archiv), via dts NachrichtenagenturDüsseldorf (dts Nachrichtenagentur) – Trotz der gesunkenen Preise für Strom und Gas sieht Filip Thon, Deutschland-Chef des Energiekonzerns Eon, die Gefahr neuer Krisen am Energiemarkt nicht gebannt.

„Da reichen Kleinigkeiten, um die Stimmung zu verändern. Die Märkte sind noch immer unruhig“, sagte Thon dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. „Wir müssen bedenken, dass nach mehreren sehr milden Wintern auch sehr kalte Winter kommen könnten“, warnte der Energie-Manager.

Verbraucher müssten genau hinschauen, wenn einige Stromanbieter nun wieder mit Tarifen von deutlich weniger als 30 Cent pro Kilowattstunde lockten, mahnte Thon. „Das sind nicht alles günstige Angebote, sondern zum Teil schädliche und irreführende Angebote.“ In der Energiekrise hätten Anbieter, die auf günstige Großhandelspreise für Strom und Gas spekuliert hatten, plötzlich extreme Aufschläge verlangen müssen, so Thon weiter. „Andere haben ihren Kunden gekündigt oder sind insolvent geworden.“ Kunden müssten wissen, dass sie beim Verschwinden eines Billiganbieters in die Grundversorgung rutschen, so Thon. „Sie setzen damit auf die Solidarität anderer Kunden, die auf seriöse Angebote achten, anstatt nur kurzfristig von Billiganbietern zu profitieren.“

Thon forderte die Stromanbieter auf, sich künftig verantwortungsvoller bei der Beschaffung zu verhalten und nahm auch die großen Vergleichsplattformen in die Pflicht. „Die Vergleichsplattformen müssen intensiver vor unseriösen Anbietern warnen, anstatt ihnen uneingeschränkt eine Verkaufsplattform zu bieten“, forderte er. Außerdem sprach er sich für eine stärkere staatliche Regulierung aus. „Denkbar wäre in Zukunft eine Art Nachweis, dass Anbieter für den Fall von schnell und stark steigenden Preisen vorgesorgt haben.“


Foto: Gasspeicher (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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