Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Politiker von CDU, SPD und AfD haben unterschiedlich auf neue Daten reagiert, wonach erstmals seit 2016 im letzten Jahr wieder mehr Menschen aus den Neuen Bundesländern in den Westen abgewandert sind als andersherum.
Dies sei „hoffentlich nur ein vorübergehendes Phänomen“, sagte Sepp Müller (CDU), der als stellvertretender Vorsitzender der Unions-Bundestagsfraktion für den Osten zuständig ist. Die Zahlen zeigten, dass dies insbesondere am vermehrten Wegzug von Personen ohne deutschen Pass liege. „Hier sollten die Verantwortlichen auf Ursachenforschung gehen. Die Ursachen gilt es dann abzustellen, da Ostdeutschland als Boomregion auf Arbeitskräfteeinwanderung aus allen Ländern angewiesen ist“, sagte Müller am Samstag der dts Nachrichtenagentur.
Der Ostbeauftragte der Bundesregierung Carsten Schneider (SPD) wollte die neuen Zahlen auf Anfrage nicht kommentieren. Erst Mitte Juli hatte er in einem Interview gesagt, in den vergangenen 35 Jahren seien viele Menschen aus Ostdeutschland weggegangen, weil es an Arbeit fehle. „Jetzt hat sich das gedreht und es mangelt an Arbeitskräften“, so Schneider. Und in der Tat waren von 2017 an erstmals seit der Wende jedes Jahr mehr Menschen vom Westen in den Osten umgezogen als in der anderen Richtung – bis zum Jahr 2022.
Der SPD-Bundestagsabgeordnete aus Halle (Saale) Karamba Diaby hofft nicht, dass die neuen Daten, die für 2023 erstmals wieder einen Binnenwanderungsverlust für Ostdeutschland zeigen, schon eine dauerhafte Trendumkehr bedeuten. „Das negative Wanderungssaldo ist eine Momentaufnahme“, sagte Diaby der dts Nachrichtenagentur. „Ich finde aber: Das kann auch ein Weckruf sein. Wir müssen uns in den ostdeutschen Bundesländern für gut bezahlte, sichere Arbeitsplätze, eine belastbare Infrastruktur sowie gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzen, damit sich Menschen hier wohlfühlen und heimisch werden bzw. bleiben.“
Sein Fraktionskollege Herbert Wollmann aus Stendal in Sachsen-Anhalt zeigte sich „nicht überrascht“. „Wenn sich der umkehrende Wanderungssaldo auf verstärkte Ost-West-Binnenwanderung von Männern mit nicht deutschem Pass zurückführen lässt, so spiegelt das den subjektiven Eindruck vor Ort wider: Die Einwanderer (abgesehen von ukrainischer Herkunft) sind überwiegend männlich, untereinander gut vernetzt und orientieren sich an verwandtschaftlichen Beziehungen, die oft nach Westdeutschland reichen“, sagte Wollmann am Samstag.
Und in der Tat kommt der Wanderungsverlust für Ostdeutschland vor allem durch den Fortzug von Ausländern in den Westen zustande. Betrachtet man nur Menschen mit deutschem Pass, gab es in 2023 sogar einen Wanderungsgewinn für den Osten von über 10.000 Personen.
Dementsprechend interpretieren Bundestagsabgeordnete der AfD die Zahlen auch ganz anders: „Ich freue mich über die neue Ost-West-Wanderung. Denn sie bedeutet: Der Osten wird lebenswerter. Viele Ostdeutsche kehren zurück in ihre Heimat“, sagte Barbara Benkstein (AfD), Bundestagsabgeordnete aus dem Landkreis Meißen in Sachsen.
In ein ähnliches Horn stößt ihr Fraktionskollege Thomas Dietz aus dem Erzgebirgskreis: „Bei der verstärkten Wanderungsbewegung von Personen mit deutschem Pass von West nach Ost zeigt sich die Sehnsucht der einheimischen Bevölkerung nach ihren Wurzeln, die oftmals in den ostdeutschen Bundesländern liegen.“ Hier finde man noch „ein Stück `Normalität` vergangener Jahrzehnte, die im Westen mittlerweile schmerzlich vermisst wird“, sagte Dietz.
Laut Zahlen aus den Bundesländern, die die dts Nachrichtenagentur ausgewertet hat, zogen im Jahr 2023 genau 85.335 Menschen von den alten in die neuen Bundesländer, 88.297 Menschen verlegten gleichzeitig ihren Wohnsitz von Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen oder Thüringen in eines der West-Bundesländer. Unterm Strich ergibt sich damit erstmals seit 2016 aus der Binnenwanderung wieder ein Wanderungsverlust für den Osten, und zwar in Höhe von 2.962 Einwohnern. Das Land Berlin wurde dabei nicht berücksichtigt, so macht es seit Jahren auch das Statistische Bundesamt in der entsprechenden jährlichen Auswertung. Die Behörde hat die Berechnung für 2023 bestätigt und plant nach eigenen Angaben im August oder September eine eigene Veröffentlichung.
Foto: Karamba Diaby (Archiv), via dts Nachrichtenagentur
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