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Russell gewinnt Formel-1-Rennen in Belgien

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George Russell / Mercedes (Archiv), via dts NachrichtenagenturSpa (dts Nachrichtenagentur) – Mercedes-Pilot George Russell hat den Großen Preis von Belgien gewonnen. Der Brite fuhr am Sonntag in Spa vor seinem Teamkollegen Lewis Hamilton und Oscar Piastri (McLaren) über die Ziellinie.

Beim Start war zunächst Charles Leclerc (Ferrari) vorn geblieben, während Hamilton sich dahinter an Sergio Pérez (Red Bull) vorbeischob. Dessen Teamkollege, der WM-Führende Max Verstappen, arbeitete sich derweil vom elften Rang etwas nach vorn.

Im weiteren Verlauf konnte Hamilton die Führung von Leclerc erobern. Nach beiden Boxenstopps blieb der Brite auch vor dem Monegassen. Allerdings lag er auf einmal hinter seinem Teamkollegen Russell, der auf eine Ein-Stopp-Strategie setzte. Trotz der frischeren Reifen schaffte er es bis zum Schluss nicht, ihn zu passieren. Piastri überholte unterdessen noch Leclerc.

Auf den weiteren Punkterängen landeten am Sonntag Verstappen, Lando Norris (McLaren), Carlos Sainz (Ferrari) und Sergio Pérez (Red Bull). Fernando Alonso (Aston Martin) holte auf Rang neun zwei Punkte für die WM-Wertung, Esteban Ocon (Alpine) auf dem zehnten Platz einen Punkt. Der einzige deutsche Fahrer Nico Hülkenberg (Haas) fuhr auf den 19. Platz. Das nächste Formel-1-Rennen findet nach der Sommerpause in vier Wochen in den Niederlanden statt.


Foto: George Russell / Mercedes (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Kritik an Scholz von SPD-Wahlkämpfern im Osten

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Olaf Scholz am 24.07.2024, via dts NachrichtenagenturDresden/Erfurt (dts Nachrichtenagentur) – In Sachsen und Thüringen, wo die SPD um den Wiedereinzug in den Landtag kämpfen muss, gibt es Kritik am Kanzler. Die Menschen würden „vermissen, dass derjenige, der das Land führt, sich ihnen erklärt“, sagte die sächsische Spitzenkandidatin Petra Köpping der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS).

Wegen des Unmuts über die Ampelregierung im Bund sei ihr Aufruf an den Bundeskanzler: „Komm her und erklär den Menschen, warum ihr welche Entscheidungen trefft.“ Köpping forderte, dass Scholz den ostdeutschen Abgeordneten besser zuhöre und „dass er anerkennt und würdigt, was die Ostdeutschen in den letzten Jahrzehnten geleistet haben“.

Auch der Meißener Landtagsabgeordnete Frank Richter sprach gegenüber der FAS von einer „großen kulturellen Distanz“ der Sachsen zum Kanzler. Die „nordisch-unterkühlte Art“ sei „schon sehr fremd“. Der thüringische SPD-Landtagsabgeordnete Denny Möller sagte der FAS über den Kanzler: „Seine ruhige Art wird ihm als schwach und unfähig ausgelegt.“

Anders äußerten sich die Wahlkämpfer über Verteidigungsminister Boris Pistorius. Der thüringische SPD-Spitzenkandidat Georg Maier, der den Bundesverteidigungsminister kürzlich für den Wahlkampf nach Erfurt eingeladen hat, sagte der FAS: Pistorius habe „einfach eine Art, die gut ankommt, bodenständig, authentisch, verbindlich. Das merke ich jedes Mal, wenn ich mit ihm unterwegs bin“. Maier wollte sich selbst zwar nicht für Pistorius als Kanzlerkandidaten aussprechen, zeigte aber Verständnis für diesen Wunsch. Es sei „ihr gutes Recht“, dass viele SPD-Mitglieder in seinem Landesverband so dächten, so Thüringens Innenminister in der FAS: „Dass Boris ein Politikertypus ist, den wir auch ein Stück weit vermisst haben in der SPD, ist schon klar.“

Auch die sächsische Spitzenkandidatin Köpping wollte so kurz vor den Landtagswahlen keine Debatte über einen neuen Kanzlerkandidaten beginnen, wies die Frage danach aber auch nicht von sich: „Das ist eine Sache, die in der SPD-Spitze besprochen werden muss“, sagte sie der FAS. Gleichzeitig lobte sie, dass Pistorius anders als der Kanzler „wunderbar erklären“ könne. Landtagskandidat Richter ergänzte, anders als beim Kanzler hätten die Leute bei Pistorius das Gefühl: „Der könnte mein Nachbar sein, mit dem könnte ich mich über den Gartenzaun unterhalten.“


Foto: Olaf Scholz am 24.07.2024, via dts Nachrichtenagentur

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Frühere Cum-Ex-Ermittlerin kritisiert NRW-Justizminister

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Benjamin Limbach (Archiv), via dts NachrichtenagenturKöln (dts Nachrichtenagentur) – Die frühere Oberstaatsanwältin und Cum-Ex-Ermittlerin Anne Brorhilker glaubt, dass NRW-Justizminister Benjamin Limbach (Grüne) im Kampf gegen Kriminalität falsche Schwerpunkte setzt.

„Limbach hat sich, anders als sein Amtsvorgänger Peter Biesenbach (CDU), nicht für Cybercrime oder Cum-Ex starkgemacht, sondern eine Zentralstelle für Umweltkriminalität gegründet“, sagte Brorhilker der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (Montagsausgabe). „Bisher wurde nicht öffentlich bekannt, dass es viele große internationale Umweltstrafermittlungsverfahren gibt, dafür sind aber die zahlreichen extrem umfangreichen Cum-Ex-Ermittlungsverfahren bekannt.“ Sie würde sich an dieser Stelle in der Landesregierung „mehr Realismus“ wünschen.

Weiter sagte die Juristin: „Egal, welcher Partei jemand angehört: Er sollte sich in erster Linie um die drängenden Probleme kümmern. Vor allem, wenn es dabei – wie bei Cum-Ex-Ermittlungsverfahren – um Milliardenschäden und zu erwartende hohe Freiheitsstrafen geht.“


Foto: Benjamin Limbach (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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SPD weist Linnemann-Vorstoß zum Bürgergeld zurück

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Carsten Linnemann (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Der jüngste Vorstoß von CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann zum Bürgergeld trifft auf scharfen Widerspruch in der SPD.

Den arbeitenden Menschen in Deutschland „hilft ganz sicher nicht, Bürgergeld-Empfänger in einer willkürlich gegriffenen Größenordnung als faul zu diffamieren – und mit einer verfassungswidrigen kompletten Streichung der Leistung zu drohen“, sagte die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Dagmar Schmidt den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montagsausgaben).

Schmidt erinnerte daran, dass die Union das Bürgergeld im Bundestag „aus guten fachpolitischen Gründen gemeinsam mit uns beschlossen“ habe. Zuletzt sei sie allerdings ausnahmslos durch populistische Zwischenrufe aufgefallen.

Linnemann hatte zuvor den Funke-Zeitungen gesagt: „Die Statistik legt nahe, dass eine sechsstellige Zahl von Personen grundsätzlich nicht bereit ist, eine Arbeit anzunehmen.“ Bei diesen Menschen müsse der Staat davon ausgehen, dass sie „nicht bedürftig“ seien. „Leistungskürzungen um zehn, 20 oder 30 Prozent reichen da nicht“, so der CDU-Generalsekretär. „Dann muss die Grundsicherung komplett gestrichen werden.“


Foto: Carsten Linnemann (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Finanzminister verlangt neue "große Sozialreform"

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Passanten an einem Bürgergeld-Infostand (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Nur 18 Monate nach Einführung des Bürgergelds verlangt Finanzminister und FDP-Chef Christian Lindner eine neue „große Sozialreform“ und Einsparungen beim Bürgergeld. „Das Bürgergeld hat nicht alle Erwartungen erfüllt“, sagte Lindner am Sonntag der „Bild“. Die nächste Sozialreform müsse kommen, „denn damit können wir Milliarden Euro für Investitionen gewinnen“.

Mit seiner Forderung, beim Bürgergeld zu sparen, um Geld für Investitionen zu gewinnen, stellt sich der Finanzminister gegen die Linie von SPD und Grünen. Die beiden Koalitionsparteien der FDP warnen immer wieder davor, Soziales und andere Projekte „gegeneinander auszuspielen“.

Anders Lindner: Der Finanzminister fordert, dass „über eine Nullrunde 2025 der Lohnabstand vergrößert werden muss“. Auch bei den Bürgergeld-Sanktionen für Arbeitsverweigerer will der FDP-Chef wieder verschärfen: „Wir müssen klare Konsequenzen bei Trittbrettfahrern ziehen. Es ist eine Solidarleistung für Bedürftige und kein bedingungsloses Grundeinkommen.“


Foto: Passanten an einem Bürgergeld-Infostand (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Tierschützer sehen Tierheime "am Limit"

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Katze (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Urlaubssaison stellt die ohnehin schon belasteten Tierheime in Deutschland vor zusätzliche Herausforderungen. „Die Sommerzeit stellt noch einmal die Zuspitzung der Lage dar“, sagte die Vorsitzende des Bundesverbands Tierschutz, Claudia Lotz, der „Rheinischen Post“ (Montagsausgabe).

„Die Tierheime sind – spätestens seit Corona und der später folgenden Kostenspirale – am Limit.“ Lotz verwies dabei etwa auf die Kosten für Energie und Lebenshaltung. „Wenn sie immer mehr Tiere aufnehmen müssen, kostet das mehr Geld und gleichzeitig wird noch mehr Energie verbraucht.“

„Dieses Jahr waren alle Tierheime schon zu Jahresbeginn überbelegt, unter anderem weil spontan angeschaffte Welpen als erwachsene Hunde abgegeben werden oder auf anderen Wegen im Tierheim landeten.“ Trotz Kastrationsverfügungen vieler Gemeinden steige zudem unerklärlich die Zahl der herrenlosen Katzen weiter. „Sie kommen hochträchtig ins Tierheim, krank, geschwächt und müssen kostenintensiv behandelt werden. Bis die Tiere vermittelt werden, vergeht Zeit“, so die Tierschützerin.

Je länger Tiere im Tierheim blieben, desto größer werde die Kostenspirale. „Die Tierheime wünschen sich von den Landesregierungen finanzielle Nottöpfe für Tierheime“, so Lotz, zum einen als akute Unterstützung für die hohen Energiekosten, zum anderen für die hohen Tierarztkosten.

Die hohe Belastung der Tierheime bestätigte auch der Deutsche Tierschutzbund. „Einige Tierheime haben durchaus mit vermehrten Aufnahmen von Tieren in der Sommerferienzeit zu kämpfen“, sagte Kerstin van Kan, Pressereferentin des Deutschen Tierschutzbunds, der „Rheinischen Post“. Laut einer aktuellen Umfrage des Vereins rechnen 21 Prozent der befragten Tierheime mit mehr ausgesetzten Tieren in dieser Zeit. 14 Prozent gehen demnach davon aus, dass es sogar deutlich mehr sein werden.

Allerdings seien „die Tierheime mittlerweile in der Regel das ganze Jahr über gut oder sogar voll belegt“, so van Kan. Nur 18 Prozent der vom Tierschutzbund befragten Tierheime gaben an, aktuell „noch Kapazitäten“ zu haben. „Alle anderen müssen immer wieder Aufnahmestopps für Tierabgaben von privat verhängen, insbesondere für Hunde oder auch Katzen“, so van Kan weiter.


Foto: Katze (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Lindner schließt Regierungsbeteiligung unter grünem Kanzler aus

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Christian Lindner und Robert Habeck (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – FDP-Chef Christian Lindner schließt eine Regierungsbeteiligung seiner Partei unter Führung der Grünen aus. „Klar ist für mich eins: Noch mehr grün, also mit einem grünen Kanzler und einem grüneren Regierungsprogramm – das würde nicht zu uns passen“, sagte er am Sonntag der ARD.

Damit habe er auch etwas für den Fall eines möglichen Kanzlerkandidaten Robert Habeck gesagt. Der Bundeswirtschaftsminister gilt als wahrscheinlicher Spitzenkandidat der Grünen bei der Bundestagswahl im kommenden Jahr.

Ob seine Partei ansonsten eine Regierung mit Grünen-Beteiligung unterstützen würde, ließ Lindner derweil offen. „Wir kennen die Wahlprogramme nicht. Wir kennen noch nicht einmal die Kanzlerkandidaten außer Olaf Scholz, dem Amtsinhaber“, sagte er. Zu gegebener Zeit werde die FDP sich dazu positionieren, fügte der Bundesfinanzminister hinzu.


Foto: Christian Lindner und Robert Habeck (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Zweistellige Renditen möglich

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Emerging Markets-Anleihen Foto von Cathy Hepworth (Quelle: PGIM Fixed Income).

Emerging Markets-Anleihen auf dem Vormarsch: Zweistellige Renditen möglich

Mit dem Nachlassen des Inflationsdrucks haben die Zentralbanken der Schwellenländer begonnen, ihre Geldpolitik zu lockern. Dies dürfte das Wachstum in den Emerging Markets stützen. Schwellenländeranleihen haben sich stets dann besser als US-Hochzinsanleihen entwickelt, wenn die Wachstumsdifferenz zwischen den Schwellenländern und den Industrieländern über 2 % lag. Trotz Unsicherheiten über den Wachstumspfad Chinas, der in diesem Jahr positiv, aber moderat ausfallen dürfte, wird erwartet, dass die Schwellenländer ihren Wachstumsvorsprung auf absehbare Zeit zurückgewinnen und über 2 % liegen werden.

Aufstrebende Marktwirtschaften gewinnen an Stärke

Viele Schwellenländer durchlaufen einen Reifeprozess inklusive verbesserter Fundamentaldaten und Wachstumsstrukturen. Eine bessere Politikumsetzung, Exportwachstum und Leistungsbilanzüberschüsse haben zu einer stärkeren Einkommenskonvergenz und hohen privaten Ersparnissen geführt, was Schwellenländer widerstandsfähiger gegen Schocks macht.

Darüber hinaus hat eine disziplinierte Geld- und Fiskalpolitik zu einer Verschiebung der Schuldenstruktur hin zu inländischen und qualitativ hochwertigen Finanzierungen geführt. Da die Binnennachfrage nun eine größere Rolle als Wachstumsmotor spielt, reagieren diese Märkte weniger empfindlich auf höhere Zinssätze und die Stärke des US-Dollars, und die Wachstumsraten beginnen, sich zu stabilisieren.

Solide Fundamentaldaten: geringere Verschuldung im Verhältnis zum BIP

Interessant an den Fundamentaldaten ist, dass die meisten Volkswirtschaften eine geringere Verschuldung im Verhältnis zum BIP aufweisen als die entwickelten Märkte. Diese Kluft hat sich nur vergrößert, da die Haushaltsdefizite in den Industrieländern nach wie vor historisch hoch sind. So wiesen die USA vor der Pandemie mit 4,6 % des BIP das höchste Haushaltsdefizit in Friedenszeiten außerhalb einer Rezession auf, heute liegt es mit 6,8 % des BIP sogar noch darüber.

Wachsende Mittelschicht in den Schwellenländern treibt die Binnennachfrage an

Zwar belasten in den Industrieländern die demografische Alterung und das langsamere Wachstum der Erwerbsbevölkerung das Wirtschaftswachstum, doch könnten in den Schwellenländern jüngere und wachsende Bevölkerungen das Wachstum über Jahrzehnte hinweg stützen. Die wachsende Mittelschicht in den Schwellenländern treibt die Binnennachfrage nach Gütern, Dienstleistungen und Finanzanlagen an. Dieser Trend führt zu einer beständigen Käuferbasis für lokale Staatsanleihen und fördert einen positiven Kreislauf aus verbesserter Finanzierung und geringerer Anfälligkeit für externe Schocks.

Nearshoring dürfte Produktion verstärkt in Schwellenländer verlagern und nicht-chinesische Handelspartner stärken

Letztlich führt die Rivalität zwischen den USA und China zu einer geopolitischen Neuausrichtung, da beide Länder um Einfluss in den Schwellenländern konkurrieren, insbesondere im globalen Süden. Globale Lieferketten sind nicht länger nur auf Effizienz und Kosten ausgerichtet, sondern basieren auf geopolitischen Allianzen, um wichtige Güter wie Halbleiter, Batterien für Elektrofahrzeuge, Arzneimittel und Mineralien zu beschaffen.

Noch vor fünf Jahren kamen fast 20 % der US-Importe aus China. Heute sind es weniger als 15 %, und der Anteil an Einfuhren aus Vietnam, Südkorea, Taiwan, Indien und anderen Schwellenländern steigt. Im Laufe der Zeit werden die „Nearshoring“-Pläne wahrscheinlich mehr vorgelagerte Produktion bei nicht-chinesischen Handelspartnern konsolidieren, die hauptsächlich in Schwellenländern angesiedelt sind.
Attraktive Renditen durch Carry und Spread-Verengung

Der Carry von Schwellenländeranleihen allein reicht aus, um attraktive Renditen zu erzielen, und eine leichte Verengung der Spreads und/oder sinkende Renditen von Kernanleihen aus Industrieländern könnten die Gesamtrenditen in den zweistelligen Bereich treiben.

Insbesondere das Umfeld für Schwellenländer-Hartwährungen ist besonders günstig. Das gilt vor allem für eine Mischung aus BBB/BB-Emittenten in allen EMD-Sektoren sowie für ausgewählte staatliche Distressed Issuers vor dem Hintergrund eines moderaten Wachstums und einer moderaten Inflation. Bei den Anleihen bevorzugen wir weiterhin mexikanische Quasi-Staatsanleihen, Staatsanleihen und Quasi-Staatsanleihen aus dem Nahen Osten und Indonesien sowie Rumänien. Diese Länder sind aus fundamentaler Sicht solide, bieten hohe Renditen und dürften vom Rückenwind der Infrastrukturinvestitionen und des Nearshorings profitieren – insbesondere Mexiko. Die Performance der lokalen Märkte wird eine Stabilisierung der Leitzinsen erfordern, bevor die inländischen Renditen deutlich sinken.

Nach Jahren der Underperformance sind Schwellenländeranleihen jetzt auf einem guten Weg, besser als andere Anlagen aus dem Fixed Income-Universum zu performen. Der Gegenwind durch den starken Anstieg von Inflation und Zinsen, die Stärke des US-Dollars und das langsamere Wachstum kehren sich nun um. Angesichts der strukturellen Veränderungen spiegeln die aktuellen Bewertungen von EMD das Aufwärtspotenzial möglicherweise nicht vollständig wider.

Foto von Cathy Hepworth (Quelle: PGIM Fixed Income).

Quelle TE Communications GmbH

Wie sich die US-Wahlen auf den Finanzsektor auswirken könnten

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us-wahlen Foto von Gil Fortgang (Quelle: T. Rowe Price).

Wie sich die US-Wahlen auf den Finanzsektor auswirken könnten

Die Entscheidung von Präsident Joe Biden, nicht mehr zur Wahl anzutreten, bringt ein weiteres Element der Unsicherheit in das Rennen. Die Situation entwickelt sich schnell weiter. Die wichtigsten Fragen und politischen Unterschiede dürften jedoch die gleichen bleiben. Unabhängig vom Kandidaten der Demokraten wird der Ausgang der Präsidentschaftswahlen in den USA wahrscheinlich die Intensität des regulatorischen Umfelds im Finanzbereich beeinflussen. Die Entwicklungen an dieser Front könnten wichtige Auswirkungen auf die traditionellen Banken sowie auf die Branchen Versicherungen, Vermögensverwaltung und Kreditwürdigkeitsprüfung haben.

Mit einem Demokraten im Weißen Haus würden die Bemühungen um eine stärkere Regulierung weitergehen: Verschärfte Kontrollen, verstärkte Eingriffe und ein Vorstoß zur Ausweitung der Aufsicht über Nichtbanken-Finanzunternehmen kennzeichnen den Ansatz der Regierung Biden zur Regulierung und Überwachung des Sektors. Vor allem die Finanzaufsichtsbehörden griffen schon vor den Zusammenbrüchen der Silicon Valley Bank und der Signature Bank im März 2023 härter durch. Ein neuer demokratischer Kandidat würde eine gewisse Ungewissheit über die Details schaffen, aber die Finanzaufsichtsbehörden würden unter einem demokratischen Präsidenten wahrscheinlich proaktiver und engagierter sein als unter einer republikanischen Regierung.

Ein Sieg Trumps könnte den regulatorischen Druck auf Finanzunternehmen verringern: Im Gegensatz dazu wäre die Deregulierung wahrscheinlich eine der wichtigsten Säulen der innenpolitischen Agenda des ehemaligen Präsidenten Donald Trump, falls er die Präsidentschaft gewinnen sollte. Was könnte das für den Finanzsektor bedeuten? Ein Wechsel an der Spitze der wichtigsten Bundesbehörden könnte zu einer Lockerung der Finanzregulierung und -aufsicht führen. Er würde auch die Möglichkeit eröffnen, die von der Regierung Biden eingeleiteten Maßnahmen zu stoppen, rückgängig zu machen oder zu schwächen. Vorgeschlagene, aber noch nicht abgeschlossene Vorschriften wären wahrscheinlich am meisten gefährdet.

Wo das Wahlergebnis einen Unterschied machen könnte

Verbraucherfinanzierung

Demokraten: Die vom Consumer Financial Protection Bureau (CFPB) auferlegten Beschränkungen für Gebühren für verspätete Kreditkartenzahlungen und überzogene Konten würden weiterhin gelten. Allerdings könnten gerichtliche Anfechtungen dieser Regeln ein Hindernis darstellen. Der derzeitige Direktor der Behörde hat die steigenden Kosten für den Erhalt von Kreditscores als einen möglichen Handlungsbereich genannt.
Neue Zahlungssysteme könnten stärker unter die Lupe genommen werden. So hat die CFPB unter Biden versucht, Online-Anbieter, die sofort kaufen und später bezahlen, als Kreditkartenkreditgeber einzustufen.
Republikaner: Zurückhaltung bei der Regulierung? Die Republikaner, einschließlich Donald Trump während seiner ersten Amtszeit als Präsident, haben sich in der Regel für eine weniger strenge Regulierung der Finanzmärkte ausgesprochen.
Der CFPB-Beauftragte ist entscheidend: Könnte sich diese wirtschaftsfreundliche Haltung ändern? Es wird wichtig sein zu beobachten, wen die Trump-Regierung für die Leitung der CFPB ernennt.

Fusionen und Übernahmen von Banken (M&A)

Demokraten: Die Bundesaufsichtsbehörden für das Finanzwesen haben Fusionen im Bankensektor einer strengeren Prüfung unterzogen, insbesondere solche, die zu einem Zusammenschluss einer Bank mit einem Vermögen von mehr als 100 Mrd. USD führen würden. Diese restriktive Haltung könnte sich fortsetzen.

Republikaner: Regulatorische Nachsicht – Ein Wechsel an der Spitze der Behörde könnte zu einer weniger restriktiven Haltung gegenüber Bankenfusionen führen, auch wenn Megabanken weiterhin Beschränkungen unterliegen könnten.

Aufsicht über Nichtbanken

Demokraten: Die Kreditvergabe außerhalb der traditionellen Banken hat sich erheblich ausgeweitet, so dass die Bemühungen um eine stärkere Beaufsichtigung von Nichtbanken-Kreditgebern wahrscheinlich weiter an Dynamik gewinnen werden. Die Aufsichtsbehörden konzentrieren sich derzeit auf die Sammlung von Daten und Informationen für mögliche künftige Maßnahmen. Diese Bemühungen könnten zu einem Schlagzeilenrisiko für Versicherungs- und Vermögensverwaltungsunternehmen führen, die auf diesen Märkten tätig sind.

Republikaner: Die Bundesbehörden wären wahrscheinlich nicht geneigt, auf eine weitere Regulierung des Nichtbanken-Finanzsystems zu drängen, es sei denn, es kommt zu einer Krise.

Eigenkapitalvorschriften für Banken

Demokraten: Abgeschwächte Erhöhung der Kapitalanforderungen – Nach heftigem Widerstand aus der Branche überarbeiten die Aufsichtsbehörden die vorgeschlagenen Regeln, die festlegen sollen, wie größere Banken das Risiko bewerten und wie viel Kapital sie vorhalten müssen. Der ursprüngliche Vorschlag hätte eine Erhöhung des Eigenkapitals um 15 % bis 20 % zur Folge gehabt; Berichten zufolge wird diese Anforderung im überarbeiteten Vorschlag jedoch abgeschwächt.

Republikaner: Mögliche Erleichterung, aber der Zeitpunkt ist wichtig: Sollte die Regierung Biden den vorgeschlagenen Risikorahmen für Großbanken während ihrer Amtszeit nicht fertigstellen, würde dies den Regulierungsbehörden unter Trump die Möglichkeit eröffnen, den Regeln ihren eigenen Stempel aufzudrücken.

Der Kontext ist entscheidend

Die Präsidentschaftswahlen in den USA werden wahrscheinlich wichtige Auswirkungen auf die Intensität der Finanzregulierung haben. Die Regierungspolitik ist jedoch nur ein Teil der Gleichung. Der Zustand der Gesamtwirtschaft, der sich auf die Kreditnachfrage und das Kreditrisiko auswirkt, sowie die Inflations- und Zinsaussichten werden die Entwicklung des Finanzsektors in der nächsten Präsidentschaftsperiode noch stärker beeinflussen.

Bild Foto von Gil Fortgang (Quelle: T. Rowe Price).

Quelle TE Communications GmbH

IfW-Präsident nennt Haushaltspolitik "Sicherheitsrisiko für Europa"

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Finanzministerium (Archiv), via dts NachrichtenagenturKiel (dts Nachrichtenagentur) – Der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), Moritz Schularick, fordert die Bundesregierung auf, deutlich mehr Geld für Sicherheit und Verteidigung auszugeben – und kritisiert zugleich den Haushaltskompromiss der Ampel.

„Die Bundesregierung macht derzeit keine vernünftige Haushaltspolitik für das, was das Land braucht“, sagte Schularick dem Nachrichtenportal T-Online. „Viel mehr noch: Die Haushaltspolitik ist und bleibt ein Sicherheitsrisiko für Europa.“

Ein künftiges Sondervermögen für die Bundeswehr müsse „deutlich größer als das aktuelle mit seinem Umfang von 100 Milliarden Euro“ sein, so der Ökonom weiter. „Allein um in den nächsten zehn Jahren die Lücke im Haushalt zu schließen, reden wir wahrscheinlich über ein Volumen von 250 bis 300 Milliarden Euro.“

Und auch dann sei klar: „Selbst mit all diesen Mehrausgaben würde Deutschland prozentual noch immer weniger fürs Militär ausgeben als Länder wie Polen, Norwegen oder die USA, die ihre Investitionen in den vergangenen zwei Jahrzehnten nicht im gleichen Umfang haben schleifen lassen.“ Insgesamt bräuchte es schon jetzt Ausgaben in Höhe von 3,0 bis 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, um Putins Russland durch „Stärke und Entschlossenheit abzuschrecken.“

Dem IfW-Präsidenten zufolge führe mittelfristig kein Weg daran vorbei, den Bürgern deutlich zu machen: „Seit dem Fall der Berliner Mauer haben wir eine große Friedensdividende eingestrichen – die ist jetzt futsch, das Geld haben wir anderweitig verbraucht. Gleichzeitig ist unsere Verteidigungsfähigkeit deutlich gesunken. Jetzt ist die Zeit gekommen, an anderen Stellen zu sparen. Wir können uns nicht mehr alles leisten.“


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