Start Blog Seite 77

Rhein will grundlegende Reform des Länderfinanzausgleichs

0

Boris Rhein (Archiv), via dts NachrichtenagenturWiesbaden (dts Nachrichtenagentur) – Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) hat angesichts der Neuverschuldung seines Bundeslandes eine grundlegende Reform des Länderfinanzausgleichs gefordert. Es sei absurd, Schulden aufzunehmen, um den Länderfinanzausgleich zu bezahlen, sagte Rhein der „Welt“.

Hessen habe in knapp 80 Jahren Länderfinanzausgleich keinerlei Geld bekommen, aber mehr als 75 Milliarden Euro eingezahlt, so Rhein. Von diesem Geld hätten viele Nehmerländer ihren Bürgern Leistungen ermöglicht, auf die die Bürger in Hessen „wegen der Finanzlage im eigenen Land verzichten mussten“, kritisierte der Ministerpräsident. „Deshalb muss der Länderfinanzausgleich dringend reformiert werden.“

Hilfe der Geberländer dürfe es künftig nur noch geben, wenn die Empfänger Anstrengungen zur Verbesserung der Finanzkraft unternehmen würden, so Rhein. „Der Kerngedanke dabei lautet: Hilfe zur Selbsthilfe statt Dauer-Alimentation und Wahlgeschenke. Künftige Zuweisungen müssen an messbare Reformfortschritte in Empfängerländern gekoppelt sein – etwa bei den Themen Verwaltungseffizienz und Schuldenabbau.“

So könnte man den Länderfinanzausgleich auch für eine Reform der Verwaltungen in Deutschland nutzen, sagte der CDU-Politiker. „Außerdem brauchen wir eine Begrenzung der Geberländer-Beiträge: Wer Schulden aufnehmen muss, um seine eigenen Aufgaben zu finanzieren, kann nicht Geld an andere Länder überweisen.“


Foto: Boris Rhein (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Trump droht Gegnern von Grönland-Annexion mit Zöllen

0

Weißes Haus (Archiv), via dts NachrichtenagenturWashington (dts Nachrichtenagentur) – US-Präsident Donald Trump hat Ländern, die sich gegen seine Annexionspläne für Grönland stellen, mit zusätzlichen Zöllen gedroht.

„Ich werde möglicherweise Zölle gegen Länder verhängen, wenn sie bei Grönland nicht folgen“, sagte er am Freitag im Weißen Haus. „Denn wir brauchen Grönland, weil wir Grönland für die nationale Sicherheit brauchen. Also werde ich das möglicherweise tun.“

Grönland, das Kernland Dänemark und die Färöer sind autonome Bestandteile des Königreichs Dänemark. Dennoch erhebt US-Präsident Donald Trump Anspruch auf die Insel zwischen dem Nordatlantik und dem Nordpolarmeer.

Die USA, Dänemark, Deutschland und 29 weitere Staaten sind Teil des Verteidigungsbündnisses Nato – und damit dazu verpflichtet, Beistand zu leisten, wenn ein Mitgliedsstaat militärisch angegriffen wird. Deutschland und andere Staaten haben in dieser Woche auf Einladung Dänemarks Erkundungsmissionen nach Grönland geschickt, die dort eine Stationierung von mehr Soldaten vorbereiten sollen. Laut Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) soll der Zeitpunkt dieser Mission rein zufällig sein.


Foto: Weißes Haus (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

SPD-Fraktion widerspricht Kanzler bei Erbschaftsteuer

0

Wiebke Esdar am 13.01.2026, via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – In der Debatte über die Erbschaftsteuer hat Wiebke Esdar, Vize-Fraktionsvorsitzende der SPD, dem Kanzler widersprochen. „Unser Konzept sorgt dafür, dass ungefähr 85 Prozent der Unternehmen keinen Cent Erbschaftsteuer zahlen – genau das schützt die allermeisten Familienbetriebe und Arbeitsplätze in Deutschland“, sagte Esdar dem „Spiegel“. „Wer jetzt Alarm schlägt, verteidigt also nicht den Mittelstand, sondern Milliardenerben.“

Am Mittwochabend hatte Kanzler Friedrich Merz in einer Rede kritisiert, die SPD sorge mit ihren Vorschlägen für „Verunsicherung“ in der Wirtschaft. Er wolle nicht, dass die Weitergabe von Betrieben in den Familien durch Steuerlasten zusätzlich erschwert werde.

Diese Bedenken wies Esdar zurück. „Der Handwerksbetrieb um die Ecke zahlt bei unserem Konzept nichts“, sagte die SPD-Abgeordnete. Die Erbschaftsteuer für große Unternehmen wäre zudem „meist kleiner als das Geschäftsführer-Gehalt.“

Es gehe nicht darum, Erbschaften auf einmal mit 50 Prozent zu besteuern, „sondern um einen progressiven Steuertarif, der sich in etwa in der Höhe an den aktuellen Steuerklassen für Vererbungen innerhalb der Familie orientieren könnte“, so Esdar. „Es kann nicht sein, dass Menschen sehr hohe Vermögen fast steuerfrei erben können, während normale Erben belastet werden.“


Foto: Wiebke Esdar am 13.01.2026, via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Versengold neu an Spitze der Album-Charts

0

Mann mit Kopfhörern, via dts NachrichtenagenturBaden-Baden (dts Nachrichtenagentur) – Die norddeutsche Folk-Rock-Band „Versengold“ steht mit „Eingenordet“ an der Spitze der offiziellen deutschen Album-Charts. Das teilte die GfK am Freitag mit.

Die Symphonic-Metall-Band „Beyond The Black“ landen mit „Break The Silence“ auf Rang zwei. Vorwochensiegerin Taylor Swift („The Life Of A Showgirl“) rutscht auf den dritten Platz ab.

In den Single-Charts kann sich Joe Keery alias Djo („End Of Beginning“) auf Position zwei verbessern. Der „Stranger Things“-Darsteller notiert jetzt zwischen der zum elften Mal siegreichen Taylor Swift („The Fate Of Ophelia“) und dem aus dem Netflix-Film „KPop Demon Hunters“ bekannten Song „Golden“ von Audrey Nuna, Ejae und Rei Ami.

Die offiziellen deutschen Charts werden von GfK Entertainment im Auftrag des Bundesverbandes Musikindustrie ermittelt. Sie decken 90 Prozent aller Musikverkäufe ab.


Foto: Mann mit Kopfhörern, via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Arbeitspflicht: Reichinnek weist Vorschlag von Schulze zurück

0

Heidi Reichinnek am 13.01.2026, via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Fraktionschefin der Linken im Bundestag, Heidi Reichinnek, kritisiert den Vorschlag des designierten Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, Sven Schulze (CDU), Leistungsempfänger zu einem sozialen Dienst zu verpflichten.

Der Vorstoß sei „ein weiterer Tiefpunkt in der Debatte um die neue Grundsicherung“, sagte Reichinnek dem „Tagesspiegel“. Sie wirft dem CDU-Politiker vor, an eine Politik anzuknüpfen, die schon unter Amtsinhaber Reiner Haseloff (CDU) zu spalten gedroht habe.

Die Linken-Politikerin warnt, dass Zwangsdienste reguläre Arbeitsplätze verdrängen würden, etwa in der Straßenreinigung, der Grünflächenpflege oder im sozialen Bereich. „Es gibt danach nicht weniger, sondern noch mehr Arbeitslose“, sagte Reichinnek.

Auch arbeitsmarktpolitisch seien Sanktionen der falsche Weg: „Mehr Zwang führt nicht zu einer dauerhaften Rückkehr in den regulären Arbeitsmarkt.“ Stattdessen würden Menschen in „schlecht bezahlte Jobs mit schlechten Bedingungen gedrängt, die sie genauso schnell wieder aufgeben müssen“. Reichinnek wirft Schulze vor, zentrale Probleme auszublenden. „Er weiß ganz genau, dass es längst nicht genug offene Stellen gibt.“

Anstatt Sündenböcke zu markieren, brauche es eine aktive Wirtschaftspolitik, Zukunftsinvestitionen und bessere Weiterbildungsangebote für Arbeitssuchende. „Niemand hat auch nur einen Cent mehr, wenn es den Ärmsten noch schlechter geht“, sagte sie. Die Regierung müsse „das Leben für die Mehrheit endlich bezahlbar machen“, fordert die Linken-Politikerin.


Foto: Heidi Reichinnek am 13.01.2026, via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Linke reicht Tennet-Teileinstieg nicht

0

Strommast (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Linkspartei hat den Einstieg des Bundes bei Tennet begrüßt und gleichzeitig für eine vollständige Übernahme des Netzbetreibers plädiert.

„Tennet ist ein natürliches Monopol mit absolut sicheren Renditen“, sagte die Parteivorsitzende Ines Schwerdtner dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Ein staatlicher Einstieg sei deshalb grundsätzlich richtig.

„Bei einem solchen Monopol hätte es aber einen vollständigen Einstieg und die dauerhafte Überführung in die öffentliche Hand gebraucht“, ergänzte Schwerdtner, die auch Mitglied im Haushaltsausschuss des Bundestages ist. Dieser hatte zuvor den Einstieg des Bundes bei Deutschlands größtem Übertragungsnetzbetreiber beschlossen.

Schwerdtner kritisierte, dass sich die Bundesregierung lediglich „für eine bloße Minderheitsbeteiligung“ entschieden habe. „Damit privatisiert sie die Gewinne und bürdet die Risiken dem Staat auf“, sagte die Linken-Chefin. Hintergrund ist, dass der Haushaltsausschuss das Geld für den Erwerb einer Sperrminorität von 25,1 Prozent freigegeben hat. Der Bund bekommt damit zwar Einfluss auf Tennet Deutschland, das bisher noch dem niederländischen Staat gehört, und kann beispielsweise bei der Besetzung der Geschäftsführung mitentscheiden. Schwerdtner würde sich jedoch auch eine stärkere finanzielle Partizipation wünschen.

„Die Gewinne, die heute an große Investmentfonds fließen, könnten genutzt werden, um die Netzentgelte zu senken und damit direkt die Strompreise für Millionen Haushalte zu drücken“, sagte sie dem RND. Genau das unterlasse die Bundesregierung aber. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sichere so private Renditen, während Verbraucher weiter hohe Strompreise zahlen müssten. „Das ist keine verantwortungsvolle Energiepolitik, sondern Politik im Interesse von Finanzinvestoren“, kritisierte Schwerdtner.


Foto: Strommast (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Schwesig kontert Söder und lobt Vorzüge von Mecklenburg-Vorpommern

0

Manuela Schwesig am 15.01.2026, via dts NachrichtenagenturSchwerin (dts Nachrichtenagentur) – Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat ihre Kritik am bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) und dessen Vorstoß zu einer Fusion von Bundesländern bekräftigt.

Schwesig sagte der „Rheinischen Post“ (Samstag): „Mecklenburg-Vorpommern möchte eigenständig bleiben und den Menschen ist die regionale Identität wichtiger denn je.“

Söder dürfe nicht vergessen, dass Solidarität keine Einbahnstraße sei. „Und er sollte daran denken, von wo die Energieversorgung für sein Bundesland kommt“, sagte die Ministerpräsidentin.

Zugleich lobte Schwesig die Vorzüge ihres Bundeslandes. „Bei uns kann man gut Urlaub machen, gut essen und genießen. Und deswegen sind wir sehr stolz darauf.“ Auf die Frage, ob Mecklenburg-Vorpommern schöner sei als Bayern, antwortete die Ministerpräsidentin: „Ich bin glücklich, als 15-Jährige die deutsche Einheit erlebt zu haben. Und wir haben zusammen beides gewonnen: die Westdeutschen die ostdeutsche Ostsee und wir die Alpen.“


Foto: Manuela Schwesig am 15.01.2026, via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Nouripour will von Merz mehr Solidarität mit Demonstranten im Iran

0

Omid Nouripour (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Der grüne Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour fordert von der Bundesregierung mehr Solidarität mit den Protestierenden im Iran – und auch mehr Engagement der deutschen Zivilgesellschaft.

„Warum empfängt der Bundeskanzler nicht iranische Aktivistinnen, die für ihre Rechte einstehen? Macron hat sie im Élysée empfangen, die Ampelregierung hat das auch getan“, sagte Nouriour der Wochentaz.

„Wenn dieses Regime die Legitimität verloren hat, wie die Bundesregierung sagt, was hält sie dann noch davon ab, Frauenrechtlerinnen zu treffen?“, so Nouripour weiter. Es gebe in Deutschland viele bekannte Leute aus der Kunst- und Kulturszene und der Zivilgesellschaft, die aus dem Iran fliehen mussten. Es gebe Regisseure, die die Goldene Palme oder einen Oscar gewonnen hätten. „Was hält die Bundesregierung davon ab, sich mit denen zu zeigen und sie zu fragen, wie es ihnen geht?“ Zudem forderte Nouripour die Bundesregierung auf, einen bundesweiten Abschiebestopp für iranische Geflüchtete zu beschließen.

Nouripour forderte auch mehr Engagement der deutschen Zivilgesellschaft. „Frustriert“ sei er, dass „jede einzelne Demo rein von Exiliranern organisiert worden ist“, sagte Nouripour. „Ich kenne aus der Vergangenheit andere Solidaritätswellen, auch aus der Breite des demokratischen Spektrums.“

Nouripour ist seit März 2025 Vizepräsident des Deutschen Bundestags, zuvor war er gemeinsam mit Ricarda Lang Bundesvorsitzender der Grünen. Er ist in Teheran geboren, seine Familie kam nach Frankfurt am Main, als er 13 Jahre alt war. Einer seiner Onkel ist vom Regime ermordet worden. „Hassan war 17 Jahre alt, hatte Flyer verteilt. Er ist vom Regime hingerichtet worden“, sagte Nouripour der „taz“. Er ist deutscher und iranischer Staatsbürger. Den iranischen Pass kann man nicht abgeben.


Foto: Omid Nouripour (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Bilger: Grönland-Mission "richtet sich nicht gegen die USA"

0

Steffen Bilger am 13.01.2026, via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Steffen Bilger, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der Unionsfraktion, unterstützt die Erkundungsmission unter Beteiligung der Bundeswehr auf Grönland.

„Wenn die Amerikaner unter dem Präsidenten Trump vor allem anführen, dass es ein Sicherheitsthema sei in Grönland, dann macht es ja Sinn, dass Dänemark auch zeigt: Wir können uns mit Partnern gemeinsam um die Sicherheit in Grönland kümmern. Ich glaube, da kommt es einfach auch auf dieses wichtige Signal an“, sagte Bilger am Freitag den TV-Sendern RTL und ntv.

„Unser Ziel als Bundesregierung, als Koalition ist ganz klar, dass wir die Nato zusammenhalten“, so der CDU-Politiker weiter. Wichtig sei, dass Bundeskanzler Friedrich Merz einen guten Draht zu US-Präsident Donald Trump besitze und Außenminister Johann Wadephul (beide CDU) Gespräche in den USA geführt habe. Das Signal sei dabei stets gewesen: „Wir stehen zur Nato. Wir müssen beieinanderbleiben.“ Demzufolge seien die europäischen Soldaten auf Grönland nicht auf einer Mission gegen die Amerikaner unterwegs. „Diese Erkundungsmission, diese Übung richtet sich nicht gegen den Nato-Partner USA, sondern es geht immer um das Gemeinsame.“


Foto: Steffen Bilger am 13.01.2026, via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Inflationsrate im Jahr 2025 durchschnittlich bei 2,2 Prozent

0

Brotregal im Supermarkt (Archiv), via dts NachrichtenagenturWiesbaden (dts Nachrichtenagentur) – Die Verbraucherpreise in Deutschland haben sich im Jahresdurchschnitt 2025 um 2,2 Prozent gegenüber 2024 erhöht.

„Die Entwicklung der Verbraucherpreise hat sich damit stabilisiert. Im Jahresdurchschnitt 2024 hatte die Inflationsrate ebenfalls bei +2,2 Prozent gelegen, in den Jahren zuvor deutlich über zwei Prozent“, sagte Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes (Destatis), am Freitag.

2023 hatte die Jahresdurchschnittsrate bei +5,9 Prozent gelegen, 2022 bei +6,9 Prozent und 2021 bei +3,1 Prozent. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilte, lag die monatliche Inflationsrate in Deutschland – gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – im Dezember 2025 bei +1,8 Prozent. Zum Jahresende schwächte sich die monatliche Rate somit ab und fiel im Dezember erstmals im Jahr 2025 unter zwei Prozent. Ein noch niedrigerer Wert wurde zuletzt im September 2024 mit +1,6 Prozent erreicht.

Die Jahresteuerungsrate ohne Berücksichtigung von Energie und Nahrungsmitteln, häufig auch als Kerninflation bezeichnet, lag 2025 bei +2,8 Prozent, nach +3,0 Prozent im Jahr 2024 und +5,1 Prozent im Jahr 2023. Im Vergleich zu den beiden Vorjahren hat sich dieser Wert 2025 somit abgeschwächt, lag aber weiterhin über der Gesamtteuerung. Dies verdeutlicht, dass die Teuerung in anderen Güterbereichen im Jahresdurchschnitt 2025 weiterhin hoch war.

Dienstleistungen insgesamt verteuerten sich 2025 im Vergleich zum Vorjahr 2024 mit +3,5 Prozent überdurchschnittlich. Bereits in den zwei Jahren zuvor erhöhten sich die Preise für Dienstleistungen im Jahresdurchschnitt deutlich (2024: +3,8 Prozent; 2023: +4,4 Prozent). Im Jahresdurchschnitt 2025 wurden kombinierte Personenbeförderung (+11,4 Prozent), Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+8,7 Prozent) und Versicherungen (+7,4 Prozent) für Verbraucher spürbar teurer. Auch die Preise für viele andere Dienstleistungen wie stationäre Gesundheitsdienstleistungen (+6,7 Prozent), Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+5,5 Prozent), Pauschalreisen (+4,6 Prozent) oder Gaststättendienstleistungen (+4,0 Prozent) erhöhten sich von 2024 bis 2025 deutlich. Die für die Preisentwicklung bedeutsamen Nettokaltmieten verteuerten sich im Jahresdurchschnitt 2025 um 2,1 Prozent und lagen somit knapp unterhalb der Gesamtteuerung. Dagegen verbilligten sich Telekommunikationsdienstleistungen gegenüber 2024 um 1,1 Prozent.

Waren insgesamt verteuerten sich im Jahresdurchschnitt 2025 gegenüber 2024 um 1,0 Prozent und damit deutlich weniger als Dienstleistungen. Unter den Waren erhöhten sich die Preise für Verbrauchsgüter um 1,1 Prozent. Hier wirkten sich der Preisanstieg bei Nahrungsmitteln (+2,0 Prozent) und insbesondere der Preisrückgang bei Energie (-2,4 Prozent) dämpfend auf die Jahresteuerung aus. Innerhalb der Nahrungsmittel wurden teilweise gegenläufige Preisentwicklungen beobachtet (zum Beispiel Zucker, Marmelade, Honig und andere Süßwaren: +5,9 Prozent; Obst: +4,9 Prozent, aber Speisefette und Speiseöle: -1,0 Prozent; Gemüse: -0,3 Prozent). Auch innerhalb der Nahrungsmittelgruppen standen vereinzelt spürbaren Preiserhöhungen auffällige Preissenkungen gegenüber. Darüber hinaus erhöhten sich die Preise für Verbrauchsgüter vor allem für alkoholfreie Getränke (+7,0 Prozent) und Tabakwaren (+5,0 Prozent) im Jahresdurchschnitt. Hingegen gingen bei Energie sowohl die Preise für Haushaltsenergie (-2,3 Prozent, darunter leichtes Heizöl: -5,3 Prozent; Strom: -2,2 Prozent) als auch für Kraftstoffe (-2,6 Prozent) zurück. Ohne Berücksichtigung der Energie hätte die Jahresteuerungsrate 2025 bei +2,6 Prozent gelegen. Gebrauchsgüter verteuerten sich 2025 um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die Inflationsrate in Deutschland lag im Dezember 2025 gegenüber Dezember 2024 bei +1,8 Prozent, nach jeweils +2,3 Prozent im November und Oktober 2025. Damit hat sich der Preisauftrieb zum Jahresende abgeschwächt. Im Dezember 2025 verstärkten sich insbesondere die Preisrückgänge bei Energie und dämpften somit die Inflationsrate in stärkerem Umfang: Die Preisveränderungsrate für Energie lag im Dezember 2025 gegenüber Dezember 2024 bei -1,3 Prozent, nach -0,1 Prozent im November 2025 gegenüber November 2024. Binnen Jahresfrist verbilligte sich im Dezember 2025 die Haushaltsenergie um 1,7 Prozent. Insbesondere konnten die Verbraucher von günstigeren Preisen für leichtes Heizöl (-3,6 Prozent) und Strom (-1,8 Prozent) profitieren. Deutlich teurer im Bereich der Haushaltsenergie waren hingegen Brennholz, Holzpellets oder andere feste Brennstoffe (+7,4 Prozent). Die Kraftstoffpreise verbilligten sich gegenüber Dezember 2024 um 0,7 Prozent. Die Inflationsrate ohne Energie lag im Dezember 2025 bei +2,2 Prozent.

Der Preisanstieg bei den Nahrungsmitteln lag im Dezember 2025 gegenüber dem Vorjahresmonat bei +0,8 Prozent, nach +1,2 Prozent im November 2025. Damit verteuerten sich Nahrungsmittel binnen Jahresfrist auch im Dezember 2025 unterdurchschnittlich. Weiterhin waren jedoch vor allem Zucker, Marmelade, Honig und andere Süßwaren (+8,8 Prozent, darunter Schokolade: +18,9 Prozent) sowie Fleisch und Fleischwaren (+3,9 Prozent, darunter Rind- und Kalbsfleisch: +14,1 Prozent; Geflügelfleisch: +6,3 Prozent) spürbar teurer. Hingegen waren insbesondere Speisefette und Speiseöle (-20,2 Prozent, darunter Butter -31,7 Prozent; Olivenöl: -17,7 Prozent) günstiger als ein Jahr zuvor.

Ohne Berücksichtigung der Preise für Nahrungsmittel und Energie hätte die Inflationsrate im Dezember 2025 bei +2,4 Prozent gelegen. Dies verdeutlicht, dass die Teuerung in anderen wichtigen Güterbereichen überdurchschnittlich war.

Die Preise für Waren insgesamt lagen im Dezember 2025 um 0,4 Prozent über denen des Vorjahresmonats. Neben der Preiserhöhung bei Verbrauchsgütern mit +0,8 Prozent, zu denen Energie und Nahrungsmittel zählen, wurden hier insbesondere alkoholfreie Getränke (+5,9 Prozent) und Tabakwaren (+4,4 Prozent) teurer. Gebrauchsgüter wurden günstiger (-0,3 Prozent).

Die Preise für Dienstleistungen insgesamt erhöhten sich im gleichen Zeitraum weiterhin überdurchschnittlich um 3,5 Prozent, darunter verteuerten sich die Nettokaltmieten um 2,2 Prozent. Deutlich teurer waren einige Dienstleistungen, unter anderen die kombinierte Personenbeförderung (+11,4 Prozent) und Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+7,7 Prozent). Auch Versicherungsdienstleistungen für den Verkehr (+7,5 Prozent), Personenbeförderung im Schienenverkehr (+7,2 Prozent) sowie stationäre Gesundheitsdienstleistungen (+6,5 Prozent) verteuerten sich binnen Jahresfrist erheblich. Nur wenige Dienstleistungen waren im Dezember 2025 günstiger als ein Jahr zuvor, zum Beispiel Telekommunikationsdienstleistungen (-0,4 Prozent).

Im Vergleich zum November 2025 blieb der Verbraucherpreisindex im Dezember 2025 stabil (0,0 Prozent). Saisonbedingt erhöhten sich vor allem die Preise für internationale Flugtickets (+24,0 Prozent) und Pauschalreisen (+6,0 Prozent). Die Preise für Nahrungsmittel insgesamt gingen gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozent zurück. Neben dem Preisanstieg bei Gemüse (+3,3 Prozent) war zudem der erneute Preisrückgang bei Butter um 12,5 Prozent auffällig, nachdem die Butterpreise bereits die letzten Monate deutlich gesunken waren (November: -4,6 Prozent; Oktober 2025: -10,0 Prozent). Die Preise für Energie insgesamt gingen hingegen gegenüber dem Vormonat um 1,1 Prozent zurück, insbesondere die Kraftstoffpreise (-2,2 Prozent), so die Statistiker.


Foto: Brotregal im Supermarkt (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts