Start Blog Seite 662

US-Börsen lassen nach – Trump-Drohung schürt Rezessionsängste

0

Wallstreet in New York, via dts NachrichtenagenturNew York (dts Nachrichtenagentur) – Die US-Börsen haben am Donnerstag nachgelassen. Zu Handelsende in New York wurde der Dow mit 42.300 Punkten berechnet, ein Minus in Höhe von 0,4 Prozent im Vergleich zum vorherigen Handelstag.

Wenige Minuten zuvor war der breiter gefasste S&P 500 mit rund 5.693 Punkten 0,3 Prozent im Minus, die Technologiebörse Nasdaq berechnete den Nasdaq 100 zu diesem Zeitpunkt mit rund 19.799 Punkten 0,6 Prozent im Minus.

Immer neue Zollankündigungen sorgen weiterhin bei Marktbeobachtern für Ängste vor einer Rezession. Nachdem US-Präsident Donald Trump am Mittwoch neue Zölle auf Importe von Autos und Automobilteilen verkündet hatte und die betroffenen Länder über Gegenmaßnahmen diskutieren, drohte Trump am Donnerstag den Verbündeten der USA mit weiteren Zöllen. „Wenn die Europäische Union mit Kanada zusammenarbeitet, um den USA wirtschaftlichen Schaden zuzufügen, werden beide Länder mit hohen Zöllen belegt, die weit über die derzeit geplanten Zölle hinausgehen“, schrieb Trump auf seiner persönlichen Plattform. Er tute dies, um „den besten Freund zu schützen, den jedes dieser zwei Länder je hatte“. Die EU ist kein Land, sondern ein Staatenverbund aus 27 Ländern.

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Donnerstagabend stärker: Ein Euro kostete 1,0799 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,9260 Euro zu haben.

Der Goldpreis konnte deutlich profitieren, am Abend wurden für eine Feinunze 3.057 US-Dollar gezahlt (+1,2 Prozent). Das entspricht einem Preis von 91,00 Euro pro Gramm.

Der Ölpreis stieg unterdessen: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Donnerstagabend gegen 21 Uhr deutscher Zeit 73,98 US-Dollar, das waren 19 Cent oder 0,3 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.


Foto: Wallstreet in New York, via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Baerbock schlägt Update-Abgabe als EU-Reaktion auf Trumps Zölle vor

0

Annalena Baerbock (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Mit einem ungewöhnlichen Vorschlag will die geschäftsführende Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) den Druck auf die USA erhöhen, die gerade Autozölle unter anderem gegen europäische Importfahrzeuge angekündigt haben.

„Wenn andere wie am heutigen Tag mal so 25 Prozent in den Raum stellen, dann können wir unsere ganzen Instrumentenkasten in den Raum stellen“, sagte Baerbock auf einer gemeinsamen Konferenz der „Zeit“, des „Handelsblatts“, des „Tagesspiegels“ und der „Wirtschaftswoche“ am Donnerstag. „Wie oft updaten wir unser iPhone? So zehn Cent darauf – das würde viel Geld für Europa bringen, anderen vielleicht nicht so gut gefallen.“

Die Europäer müssten sich ihrer strategischen Stärken bewusst sein und diese klug einsetzen. „Wir haben den Digital Services Act, und der ist kraftvoll“, sagte Baerbock mit Blick auf die darin vorgesehenen „Gegenzwangsmaßnahmen“, die „eigentlich in Reaktion auf eine andere große Weltmacht“ geplant wurden, aber auch auf die US-Digitalwirtschaft anwendbar seien, etwa den Handyhersteller Apple.


Foto: Annalena Baerbock (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Dax lässt nach – Ölpreis leicht gestiegen

0

Anzeigetafel in der Frankfurter Börse, via dts NachrichtenagenturFrankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Am Donnerstag hat der Dax nachgelassen. Zum Xetra-Handelsschluss wurde der Index mit 22.679 Punkten berechnet, ein Minus in Höhe von 0,7 Prozent im Vergleich zum Vortagesschluss. Nach einem schwachen Tagesstart konnte der Dax nur einen Teil seiner Verluste wieder abbauen.

„Nach der Zollankündigung von 25 Prozent auf alle in die USA importierten Autos fielen rund um den Globus die Aktien von Autobauern, Zulieferern und mit ihnen die Indizes“, kommentierte Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst von CMC Markets. „So waren es im Dax die Papiere von Volkswagen, BMW, Mercedes und Porsche, die den Markt vom Start weg nach unten zogen.“

Zwar sähen Anleger eine gute Chance, dass es in den kommenden Wochen Verhandlungserfolge zwischen der Europäischen Union und den USA geben werde, so Stanzl. „Allerdings warten viele von ihnen lieber auf solche, und es ist ihnen zu heikel, schon im Vorfeld darauf zu spekulieren.“

Sollten die EU und die USA einen guten Deal für beide Seiten heraushandeln, dürften die Kurse wieder steigen, erwartet der Analyst. „Anleger sehen sich also mit ihren Investments ein wenig in die Situation gedrängt, ein Teil der Verhandlungsmasse in diesem Handelsstreit zu sein. Das schafft gerade kein Vertrauen und kein Umfeld, in dem sie sich zu großer Risikobereitschaft hinreißen lassen.“

Bis kurz vor Handelsschluss standen die Papiere von Zalando und Symrise an der Spitze der Kursliste. Das Schlusslicht bildeten die Papiere von Siemens Energy und Heidelberg Materials.

Unterdessen stieg der Gaspreis: Eine Megawattstunde (MWh) Gas zur Lieferung im April kostete 41 Euro und damit ein Prozent mehr als am Vortag. Das impliziert einen Verbraucherpreis von mindestens rund 9 bis 11 Cent pro Kilowattstunde (kWh) inklusive Nebenkosten und Steuern, sollte das Preisniveau dauerhaft so bleiben.

Der Ölpreis stieg leicht: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Donnerstagnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit 73,83 US-Dollar, das waren vier Cent oder 0,1 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Donnerstagnachmittag stärker: Ein Euro kostete 1,0796 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,9263 Euro zu haben.


Foto: Anzeigetafel in der Frankfurter Börse, via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Bahn will bis 2027 deutlich pünktlicher werden

0

Bahnhofsuhr (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Bahnchef Richard Lutz rechnet in einigen Jahren mit einer spürbaren Verbesserung der Pünktlichkeit. Das Ziel sei, im Jahr 2027 „in einen Korridor zu kommen von 75 bis 80 Prozent“, sagte Lutz den Sendern RTL und ntv. „Wenn wir im Fernverkehr auf einer Pünktlichkeit von 75 bis 80 Prozent sind, dann haben wir eine durchschnittliche Verspätung pro Zug von sechs bis sieben Minuten.“ Das sei ein Wert, mit dem seiner Meinung nach viele Fahrgäste leben könnten.

Die unpünktlichen Züge seien eine Folge jahrzehntelanger Vernachlässigung der Infrastruktur. „Wir haben im letzten Jahr zum allerersten Mal auch mit der bestehenden Bundesregierung so viel Geld in die Infrastruktur stecken können, dass wir diese Erosion im Zustand der Infrastruktur tatsächlich stoppen konnten.“

Nun müsse man die Generalsanierung der Hochleistungskorridore weiter vorantreiben, erklärte er. Für eine langfristig hohe Pünktlichkeit sei entscheidend, wie stark das Schienennetz ausgelastet werde.


Foto: Bahnhofsuhr (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Regierungsbildung: DUH fürchtet "Generalangriff" auf Klimaschutz

0

Demo von Klimaschützern (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) bewertet die Zwischenergebnisse aus den Koalitionsverhandlungen als Generalangriff auf den Klimaschutz. Die Umweltschützer gehen davon aus, dass der Vorschlag der Union, Emissionsminderungen aus anderen Ländern mit den Klimazielen zu verrechnen, das Klimaschutzgesetz de facto aushebeln würde.

„Die Öffnung des Klimaschutzgesetzes für internationale Kompensationsgeschäfte würde den Klimaschutz in Deutschland untergraben“, sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner am Donnerstag. „Wir fordern insbesondere die SPD auf, diesen Vorschlag zu streichen.“

Müller-Kraenner kritisierte zudem, dass die wahrscheinlich nächste Koalition vermehrt auf klimaschädliches Gas setzen will. „Neue überdimensionierte Gaskraftwerke, Gasförderung in Deutschland und zusätzliche internationale Gaslieferverträge ebnen den Weg in eine Zukunft, in der wir weiter von fossilen Energien abhängig sind“, bemängelte er. „Methan, das zweitwichtigste Treibhausgas nach CO2, das vor allem kurzfristig deutlich klimaschädlicher ist, kommt in den Zwischenergebnissen bislang überhaupt nicht vor. Hier müssen die Verhandler dringend nachbessern und konkrete Minderungsziele und Maßnahmen zur Methanreduktion in Aussicht stellen.“

DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch fürchtet, dass durch die schwarz-roten Pläne Bus und Bahn wieder teurer gemacht werden, während das Fliegen und Autofahren billiger gemacht werden. „Daran wird deutlich, für wen die Koalition Politik macht und für wen nicht“, sagte er. „So sollen luftverkehrsspezifische Steuern, Gebühren und Abgaben gesenkt werden; die Pendlerpauschale soll erhöht werden und klimaschädliche Plug-In-Hybride sollen gefördert werden. Statt Einnahmen aus der Maut wie bislang in die Schiene zu stecken, sollen sie nur noch für die Straße investiert werden. Auch das Deutschlandticket soll Jahr für Jahr teurer werden.“

Die einzige Maßnahme aus den Zwischenergebnissen, die wesentlich zum Klimaschutz im Verkehrsbereich beitragen könne, sei das Tempolimit. „Hier muss sich die SPD durchsetzen, andernfalls setzen wir das Tempolimit mit unseren Klimaklagen durch“, sagte Resch.

DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz fürchtet zudem Rückschritte im Gebäudesektor, in dem in den vergangenen Jahren die Klimaziele stets verfehlt wurden. Der Streit um das Gebäudeenergiegesetz lasse einen Rückschritt für die Verbraucher befürchten, sagte Metz. „Die Union möchte das Gesetz abschaffen, die SPD möchte es novellieren. Wir fordern eine klare Strategie von Union und SPD, die den Energieverbrauch in Gebäuden senkt, CO2-Emissionen minimiert und gleichzeitig bezahlbare Lösungen für Haushalte bietet.“


Foto: Demo von Klimaschützern (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

SPD will an Abschiebungen nach Syrien festhalten

0

Lars Castellucci (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Nachdem Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) eine Reise nach Syrien wegen Sicherheitsbedenken abgesagt hat, hält der bisherige geschäftsführende Vorsitzende des Innenausschusses des Bundestages, Lars Castellucci (SPD), weiterhin an Abschiebungen in das Land fest. „Die abgesagte Reise der Bundesinnenministerin ändert unsere Position zum Thema Rückführungen nicht, stellt aber einen Rückschlag dar“, sagte Castellucci dem „Tagesspiegel“ (Freitagausgabe).

Es sei sinnvoll gewesen, in dem Zusammenhang „nicht einfach ins Risiko zu gehen und trotz Warnungen bei den Reiseplänen zu bleiben“, erklärte er. „Der Vorfall führt uns aber auch vor Augen: Die Lage in Syrien ist unsicher und weit entfernt von einer befriedeten Situation. Das haben jüngst auch die Übergriffe auf die alawitische Bevölkerung gezeigt“, sagte der SPD-Politiker.

„Ein genereller Abschiebestopp wäre jedoch das falsche Signal. Das wäre eine Einladung an jeden, sich auf den Weg zu machen und unbegrenzt in Deutschland zu bleiben“, so Castellucci. Man habe „weiterhin ein Interesse daran, einen guten Kontakt zur syrischen Regierung zu etablieren und die Lage so weit wie möglich zu stabilisieren“.


Foto: Lars Castellucci (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Model Schädel: Lange mit dem Beruf gehadert

0

Modenschau (Archiv), via dts NachrichtenagenturHamburg (dts Nachrichtenagentur) – Das Hamburger Model Cara Marie Schädel konnte sich lange nicht vorstellen, diesen Beruf zu ergreifen.

„Als Jugendliche war ich sehr unsicher“, sagte die 22-Jährige der Wochenzeitung „Die Zeit“. Obwohl sie schon als Teenager mehrmals auf der Straße von Scouts angesprochen worden sei, habe sie erst mit 19 Jahren zum ersten Mal bei einer Modelagentur professionelle Fotos von sich machen lassen. Schädel steht seit 2024 beim französischen Modehaus Louis Vuitton unter Vertrag.

In ihrer Jugend sei sie aufgefallen, weil sie schon immer viel größer und dünner als die anderen Mädchen in ihrem Alter gewesen sei, sagte sie der „Zeit“. Hinter ihrem Rücken hätten die Menschen darüber getuschelt. „Diese Kommentare haben mich getroffen“, sagte Schädel. „Als Teenager will man nicht anders sein als die anderen, auch auf Fotos mochte ich mich nie.“


Foto: Modenschau (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Geldmengenwachstum im Euroraum beschleunigt sich weiter

0

EZB (Archiv), via dts NachrichtenagenturFrankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Das Geldmengenwachstum im Euroraum beschleunigt sich. Wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag mitteilte, kletterte die Jahreswachstumsrate der weit gefassten Geldmenge vom Typ „M3“ im Euroraum im Februar auf 4,0 Prozent, nachdem sie im Januar bei 3,8 Prozent gelegen hatte.

Zur Geldmenge M3 gehören nicht nur Bargeld und Bankeinlagen, sondern auch weitere Formen von Geld, die für Investitionen oder kurzfristige Anlagen genutzt werden können, zum Beispiel Geldmarktfonds oder kurzfristige Schuldverschreibungen.

Auch die enger gefasste Geldmenge M1, die nur den Bargeldumlauf und die täglich fälligen Einlagen umfasst, verzeichnete einen Anstieg von 2,7 Prozent im Januar auf 3,5 Prozent im Februar.

Die Entwicklung der Geldmengenaggregate zeige, dass die sonstigen kurzfristigen Einlagen (M2 – M1) im selben Zeitraum von 3,3 Prozent auf 2,0 Prozent sanken, während die marktfähigen Finanzinstrumente (M3 – M2) von 17,3 Prozent auf 19,8 Prozent zulegten.

Die Einlagen privater Haushalte wiesen eine Jahreswachstumsrate von 3,4 Prozent auf, verglichen mit 3,3 Prozent im Januar. Die Einlagen nichtfinanzieller Kapitalgesellschaften stiegen von 3,0 Prozent auf 3,5 Prozent, während die Einlagen von Investmentfonds (ohne Geldmarktfonds) von 4,6 Prozent auf 8,5 Prozent zunahmen.

Die bereinigten Buchkredite an private Haushalte und nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften zeigten ebenfalls eine aufwärts zeigende Entwicklung. Die Jahreswachstumsrate der bereinigten Buchkredite an private Haushalte erhöhte sich von 1,3 Prozent im Januar auf 1,5 Prozent im Februar. Bei den nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften stieg die Rate von 2,0 Prozent auf 2,2 Prozent, teilte die Notenbank mit.

Die Geldmengenentwicklung ist ein wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Lage im Euroraum. Ein Anstieg der Geldmenge kann auf eine stärkere wirtschaftliche Aktivität hindeuten, kann aber auch Inflationsrisiken bergen. Die EZB beobachtet diese Entwicklungen üblicherweise genau, insbesondere auch im Hinblick auf ihre geldpolitischen Entscheidungen.


Foto: EZB (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

SPD kritisiert Trumps Zollpolitik als "reine Sandkasten-Politik"

0

Autoproduktion (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – In der SPD werden die von US-Präsident Donald Trump angekündigten hohen Autozölle als kindliches Vorgehen scharf kritisiert. „Trumps Zollpolitik ist reine Sandkasten-Politik“, sagte die SPD-Wirtschaftspolitikerin Verena Hubertz der „Rheinischen Post“ (Freitagsausgabe).

„Wenn Trump jetzt anfängt, mit schädlicher Handelspolitik um sich zu schlagen, dann schadet er damit am Ende uns allen“, sagte die SPD-Politikerin. „Ich erwarte auch von einem US-Präsidenten, sich dafür einzusetzen, dass das europäisch-amerikanische Verhältnis stabil bleibt. Die EU-Kommission hat meine volle Unterstützung dabei, jetzt Gegenmaßnahmen einzuleiten. Europa muss entschlossen und gemeinsam handeln“, so Hubertz weiter.

Die Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie, Hildegard Müller, kritisierte die Ankündigung von US-Strafzöllen für deutsche Autoimporte als „Rückschlag für den fairen und weltweiten Handel“. Nun müssten Deutschland und die EU reagieren – in Gesprächen mit den USA, aber auch durch die Stärkung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit.

Dem Nachrichtensender „Welt“ sagte Müller am Donnerstag: „Wir sind auf offene Märkte alle angewiesen. Die deutsche Wirtschaft natürlich insbesondere. Wir sind exportstark. Das sichert hier viel Wachstum, Wohlstand und Arbeitsplätze. Und deshalb müssen wir jetzt noch mal sehr deutlich sicherlich von Seiten der Europäischen Union, aber auch der europäischen Staats und Regierungschefs gemeinsam reagieren.“

Betroffen seien nicht nur die deutschen Autohersteller, sondern die gesamte globalisierte Lieferkette, mahnte Müller: „Über die Hälfte unserer befragten Unternehmen sagen, das wird Konsequenzen auf sie haben. Und wichtig ist, dass es nicht nur die Hersteller sind, sondern auch die Zulieferindustrie. Es werden auch Zulieferkomponenten sehr wahrscheinlich betroffen werden. Und das trifft das internationale Netzwerk, was Wachstum und Wohlstand in vielen Regionen der Welt auch letztendlich sichert. Und deshalb ist es jetzt wichtig, diese Gespräche darüber zu führen. Dass man noch mal aufzeigt, wie viel Wertschöpfung, wie viele Arbeitsplätze in den verschiedenen Regionen auch da sind.“ Ein Lösungsvorschlag von Müller wäre etwa eine Reduzierung von Handelshemmnissen auf beiden Seiten des Atlantiks: „Man könnte alle Zölle senken, zum Beispiel, statt sie zu erhöhen.“

Müller glaubt, dass auch in den USA selbst der Druck auf Trump zunehmen wird. „Am Ende des Tages zahlen die amerikanischen Verbraucherinnen und Verbraucher ja, teurere Preise. Das wird die Inflation in den USA treiben. Und man merkt bereits jetzt, dass an den Börsen in den USA ziemliche Turbulenzen gibt.“ Es gebe eine große Sorge vor einer „Abkoppelung“ der inneramerikanischen Wirtschaft. „America alone ist ja nicht mehr nur America first“, so Müller. „Dass das erhebliche Konsequenzen hat bei einer sehr internationalen Verwobenheit der amerikanischen Wirtschaft, das ist auch absehbar.“ Außerdem entstehe in den USA eine Debatte, „weil die deutsche Autoindustrie amerikanische Jobs sichert“, so Müller weiter. „Wir haben viele Regionen in den USA, die davon profitieren. Ich glaube, es wird auch einen Druck geben.“ Insgesamt habe die deutsche Autoindustrie 140.000 Beschäftigte in den USA, die dort 900.000 Autos produzierten, so Müller. „Also diese Legende, man würde auf Kosten der Amerikaner arbeiten, ist eine falsche.“

Es reiche aber nicht aus, nur auf die USA zu zeigen, findet Müller. Auch die neue Bundesregierung und die EU müssten „die eigenen Hausaufgaben machen, die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu stärken“, so Müller: „Zurzeit verlagert sich die Wirtschaft in der Hauptsache deshalb, weil die Energiekosten drei bis fünf Mal so hoch sind wie in den USA, weil die Bürokratiekosten die Wirtschaft lähmen, weil wir bei Steuern und Abgaben an der Spitze sind, genauso wie bei den Arbeitskosten. Das heißt, wir haben so viele eigene Themen und Probleme, um die man sich jetzt bei den Koalitionsverhandlungen, die gerade laufen, kümmern muss, genauso wie in der Europäischen Union dringend kümmern muss. Alles, was Wachstum hier in Deutschland, in Europa schafft, muss jetzt getan werden.“

Müller ist sich nicht sicher, ob die Dramatik der Lage schon allen Beteiligten in der Politik wirklich klar geworden sei. „Vielleicht ist sogar die schon schlechte Stimmung immer noch besser als die Lage“, so Müller. Die deutsche Autoindustrie investiere in den nächsten Jahren 320 Milliarden Euro in Forschung, Entwicklung, Innovation, Digitalisierung und Klimaschutz und weitere 220 Milliarden in den Auf- und Umbau von Werken. „Und wo wir die investieren werden, hängt jetzt entscheidend davon ab, dass wir stark sind. Europa kann auf der Welt Partner einsammeln, die auch verärgert sind über den Konflikt zwischen den USA und China. Wir könnten an der Spitze einer Bewegung stehen, wenn wir wirtschaftlich stark und relevant sind. Und das ist die Messlatte. Nur mehr Geld auszugeben ist noch keine Reform. Und das muss jetzt passieren, damit wir vor die Krisen kommen, damit wir internationale Wettbewerbsfähigkeit haben und auch auf solche Situationen resilient und robust reagieren können.“


Foto: Autoproduktion (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Bochum verlängert Vertrag von Dieter Hecking – bei Klassenerhalt

0

Spieler des VfL Bochum (Archiv), via dts NachrichtenagenturBochum (dts Nachrichtenagentur) – Der VfL Bochum 1848 und Dieter Hecking haben sich auf eine weitere Zusammenarbeit geeinigt – unter der Voraussetzung, dass der Abstieg aus der Bundesliga verhindert wird. Wie der Verein mitteilte, wird sich der Vertrag mit dem Cheftrainer im Falle des Klassenerhalts um zwei weitere Jahre verlängern.

„Der VfL Bochum ist ein großartiger Verein, das habe ich schon des Öfteren erwähnt und finde es täglich bestätigt“, wird Dieter Hecking zitiert. Sein Fokus gelte aktuell dem Klassenerhalt. Er sei fest davon überzeugt, dass das Team es schaffen werde.

Ilja Kaenzig, Geschäftsführer des VfL Bochum 1848, sieht in der Vertragsunterschrift ein klares Signal: „Wir freuen uns sehr und sind auch stolz darauf, dass wir diese Lösung hinbekommen haben. Dieter Hecking hat seit seinem Amtsantritt jeden Tag gezeigt, dass er der Richtige für uns ist. Und seine Aussage beweist, dass er genauso gespürt und bemerkt hat, was er am VfL hat.“

In der Bundesliga-Tabelle steht Bochum nach dem 26. Spieltag auf Relegationsplatz 16.


Foto: Spieler des VfL Bochum (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts