Start Blog Seite 655

DWD meldet zweitsonnigsten März seit Aufzeichnungsbeginn

0

Blauer Himmel mit Schönwetterwolken (Archiv), via dts NachrichtenagenturOffenbach (dts Nachrichtenagentur) – Der März 2025 hat in Deutschland mit außergewöhnlich viel Sonnenschein und großer Trockenheit auf sich aufmerksam gemacht.

Nach ersten Auswertungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) war es der zweitsonnigste März seit Messbeginn mit durchschnittlich 199 Sonnenstunden, zugleich fielen nur 19 Liter Regen pro Quadratmeter – fast 70 Prozent weniger als im langjährigen Mittel. Die Durchschnittstemperatur lag mit 6,1 Grad Celsius um 2,6 Grad über dem Wert der Referenzperiode 1961 bis 1990. Auch der Vergleich mit der aktuellen und wärmeren Vergleichsperiode 1991 bis 2020 (4,6 Grad Celsius) ergibt immer noch einen Überschuss von 1,5 Grad.

Besonders frühsommerlich war es am 21. März in Rheinstetten im Oberrheingraben mit 24,0 Grad. Den tiefsten Wert meldete Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge am Morgen des 18. März mit -11,2 Grad. Verantwortlich für das trocken-sonnige Wetter waren laut DWD ausgeprägte Hochdrucklagen, die an 20 Tagen herrschten. Die Trockenheit ließ die Waldbrandgefahr früh im Jahr ansteigen, während die Grundwasserspeicher noch gut gefüllt waren.

Regional zeigten sich große Unterschiede: Während in Bayern mit 35 Litern pro Quadratmeter noch am meisten Niederschlag fiel, waren Bremen und Niedersachsen mit je 8 Litern die trockensten Regionen. Die meisten Sonnenstunden verzeichneten Bremen und Niedersachsen mit 223 Stunden. Der März 2022 bleibt mit 235 Sonnenstunden insgesamt Rekordhalter.


Foto: Blauer Himmel mit Schönwetterwolken (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Drogenbeauftragter verteidigt Cannabis-Gesetz

0

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Burkhard Blienert, verteidigt das Cannabis-Gesetz gegen Kritik und mahnt mehr Aufmerksamkeit für die Verbreitung weit stärkerer Drogen an.

„Das Cannabis-Gesetz hat für einen ehrlicheren und entkriminalisierten Umgang mit Drogen einen wichtigen Beitrag geleistet“, sagte Blienert den Zeitungen der Mediengruppe Bayern. „Die Entstigmatisierung hilft, um über die Auswirkungen des Drogenkonsums zu reden.“ Die CSU fordert, das Gesetz wieder abzuwickeln. Ob das Gesetz wirke, werde die Evaluation im Herbst zeigen, so Blienert.

„Es zeigt sich bereits jetzt, dass gerade von Menschen, die seit vielen Jahren mit Cannabis ein Problem haben, mehr Beratungs- und Behandlungsangebote abgefragt werden, was ein gutes Zeichen ist.“ Blienert mahnte aber eine frühere Aufklärung an Schulen an: „Auch der Gesundheits- und Jugendschutz ist mehr im Fokus, wenn es um eine verbesserte Prävention unter anderem in Schulen geht. Hier haben wir aber noch deutlich Luft nach oben: Sie muss früher beginnen und möglichst überall verfügbar sein, wo nötig.“

Vor dem Hintergrund der Debatte über eine Rücknahme des Cannabis-Gesetzes, die die CSU fordert, mahnt Blienert an, die Verbreitung stärkerer Drogen mehr in den Fokus zu nehmen. „Was uns zurzeit beunruhigen sollte: Immer mehr, vor allem auch junge Menschen, greifen zu viel stärkeren Mitteln wie synthetischen Opioiden, wie Tilidin bis Fentanyl.“ Es sei besorgniserregend, dass seit Jahren immer mehr Menschen immer gefährlichere Drogen konsumieren.

„Nicht wenige probieren alles, meist zeitgleich, was der Markt hergibt und billig ist. Allein Kokain konsumieren mehr als doppelt so viele Menschen wie vor wenigen Jahren. Damit ist Kokain die klare Nummer eins der illegalen Drogen in Deutschland. Auch sterben immer mehr Menschen an den Folgen ihres Drogenkonsums.“ Blienert forderte „eine Suchtpolitik, die schützt, hilft und unterstützt. Und wir brauchen eine Sucht- und Drogenpolitik, die nicht auf Vermutungen und Vorurteilen beruht, sondern auf Evidenz“.


Foto: „Smoke-in“ vor dem Brandenburger Tor (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Zwei Drittel der Unternehmen sehen sich als Nachzügler bei KI

0

Roboter (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Rund zwei Drittel (64 Prozent) der deutschen Unternehmen sehen sich als Nachzügler bei KI. Das geht aus einer Befragung des IT-Branchenverbands Bitkom hervor, welche am Montag veröffentlicht wurde.

Rund jedes fünfte (22 Prozent) Unternehmen glaubt dagegen, den Anschluss bei KI verpasst zu haben. Lediglich zehn Prozent sehen sich als KI-Vorreiter. Ralf Wintergerst, Präsident von Bitkom, sagte zur Befragung, dass viele Unternehmen sich mit rechtlichen Unsicherheiten konfrontiert sähen, etwa was Fragen des Datenschutzes oder der Umsetzung des AI Acts angehe. Man brauche auch von der Politik einen Perspektivwechsel: weniger Regulierung und mehr Innovation, so Wintergerst.

Für die Erhebung von Bitkom Research wurden 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten in Deutschland befragt. Die Befragung fand im Zeitraum der zweiten bis siebenten Kalenderwoche 2025 statt.


Foto: Roboter (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Dax startet schwach in die Handelswoche – BASF hinten

0

Frankfurter Börse, via dts NachrichtenagenturFrankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Der Dax ist am Montag schwach in die Handelswoche gestartet. Gegen 9:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 22.250 Punkten berechnet, ein Minus von 1,0 Prozent zum Schlussniveau des Freitags.

Entgegen dem Trend konnte zunächst nur Rheinmetall und Eon leicht zulegen. Die größten Kursverluste gab es hingegen bei BASF, Continental und der Commerzbank.

Thomas Altmann von QC Partners sagte hinsichtlich der Zollpolitik des US-Präsidenten Donald Trump: „Zölle haben zwar das Potenzial, die Inflation wieder anzukurbeln und so längerfristig für höhere Zinsen zu sorgen.“ Derzeit scheine für Anleger bei Staatsanleihen aber einzig und allein die Sicherheit zu zählen. „Das Kursrisiko durch Zölle von Inflation ist für die meisten aktuell zweitrangig“, so Altmann.

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Montagmorgen etwas stärker: Ein Euro kostete 1,0829 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,9234 Euro zu haben.

Der Ölpreis sank unterdessen leicht: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 9 Uhr deutscher Zeit 73,50 US-Dollar; das waren 13 Cent oder 0,2 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.


Foto: Frankfurter Börse, via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Amthor zufrieden mit bisherigen Koalitionsgesprächen

0

Philipp Amthor (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – CDU-Politiker Philipp Amthor zeigt sich zufrieden mit den bisherigen Koalitionsgesprächen.

„Wir haben ganz gute Arbeitsergebnisse gefunden, auch in den Arbeitsgruppen“, sagte Amthor den Sendern RTL und ntv. Das sei allgemein auch von einem konstruktiven Stil geprägt gewesen. „Und jetzt ist fachpolitisch sehr, sehr viel mit Zukunftsfähigkeit für unser Land auf den Tisch gelegt worden.“ Damit ist die Arbeit aber nicht getan, denn die Finanzierung der Projekte ist ungeklärt. Amthor dazu: „Dieser Staat muss sparen und priorisieren. Wir sind jetzt nicht irgendwie unterwegs mit `Freibier für alle`, sondern es müssen Prioritäten gesetzt werden“.

Zugleich zeigte er sich zuversichtlich, dass es zu einer Einigung zwischen SPD und Union kommen wird. „Wir lassen uns jedenfalls nicht treiben. Wichtig ist, dass wir eine Regierung haben, die dann auch die ganze Wahlperiode hält, die ein gemeinsames Verständnis hat, die jetzt nicht versteckte Dissense miteinander vereinbart, sondern ein gemeinsames Grundverständnis“, so der CDU-Abgeordnete. „Und da kommt es jetzt auf einen Tag mehr oder weniger nicht an, und ich bin optimistisch, dass wir jetzt in den nächsten Wochen dann zu einer guten Einigung kommen.“


Foto: Philipp Amthor (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Trump schließt dritte Amtszeit nicht aus

0

Donald-Trump-T-Shirts (Archiv), via dts NachrichtenagenturWashington (dts Nachrichtenagentur) – US-Präsident Donald Trump schließt die Möglichkeit einer dritten Amtszeit im Weißen Haus nicht aus. Es gebe „Methoden“, dies zu erreichen, sagte er dem Sender NBC News. Er fügte hinzu, dass er „nicht scherze“.

„Viele Leute wollen, dass ich es tue“, so Trump. „Aber ich meine, ich sage ihnen, dass wir noch einen langen Weg vor uns haben, es ist noch sehr früh in der Regierung.“ Er konzentriere sich derzeit auf die aktuelle Situation. Auf die Frage, ob er eine weitere Amtszeit wolle, antwortete der Präsident: „Ich arbeite gerne.“ Aber es sei noch viel zu früh, um über eine dritte Amtszeit nachzudenken.

Nachgefragt nach möglichen Methoden, um eine dritte Amtszeit zu ermöglichen, ging es unter anderem um ein mögliches Szenario, in dem Vizepräsident JD Vance kandidieren und dann das Amt an ihn übergeben könnte. Weitere Details wollte er jedoch nicht preisgeben. Die Verfassung der Vereinigten Staaten verbietet eine dritte Amtszeit, es sei denn, sie wird durch eine Verfassungsänderung aufgehoben.


Foto: Donald-Trump-T-Shirts (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Airbus will Teile des neuen europäischen Luftkampfsystems früher

0

Airbus-Logo (Archiv), via dts NachrichtenagenturTaufkirchen (dts Nachrichtenagentur) – Der Chef des Rüstungskonzerns Airbus Defence and Space, Michael Schöllhorn, will das europäische Kampfjetprojekt FCAS (Future Combat Air System) umbauen, um schneller unabhängig von US-Rüstungsgütern zu werden. „Wir sollten die autonomen Flugkörper und ihre Vernetzung schneller entwickeln und spätestens 2029 an den Markt bringen“, sagte der Airbus-Manager dem „Spiegel“.

„Wenn wir es jetzt nicht schaffen, die Kräfte für ein europäisches Luftkampfsystem der sechsten Generation zu bündeln, wann dann“, so Schöllhorn. Europa solle in einigen Jahren nicht wieder in die Verlegenheit geraten, auf ein US-System zurückgreifen zu müssen, „weil wir es nicht geschafft haben, rechtzeitig unsere eigene Lösung zu entwickeln“.

FCAS steht für einen Systemverbund mit bemannten Flugzeugen, Drohnen und vernetzter Gefechtsführung und soll 2040 fertiggestellt werden. Eine Abbestellung der US-F-35-Kampfflugzeuge, die die Bundesregierung für den möglichen Einsatz von Atomwaffen im Kriegsfall bestellt hat, hält Schöllhorn indes „für Unsinn“. Zum Zeitpunkt der Bestellung habe es keine Alternative dazu gegeben, weil man den Eurofighter nicht frühzeitig für die atomare Teilhabe befähigt habe. „Allerdings sollten wir die restlichen Tornados nicht durch F-35-Flugzeuge ersetzen.“

Mehr Unabhängigkeit fordert Schöllhorn auch in der Raumfahrt, wo man zu stark von Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX und dem Satellitensystem Starlink abhänge. „Da müsste Europa künftig wesentlich mehr investieren, der Krieg der Zukunft wird auch im Weltall ausgetragen.“ Es müsse das Ziel sein, auch bei den Trägerraketen, die Satelliten ins All bringen, bis 2029 unabhängig zu werden, dabei könnten neben der Ariane und der kleineren Trägerrakete Vega auch neue Mini-Raketen ihren Beitrag leisten.

Im Bereich der Satelliten-Kommunikation müsse Europa „einen eigenen Weg finden und nicht einfach kopieren, was Amerikaner oder Chinesen machen“. Man solle Zug um Zug eine effektive Satellitenkonstellation bauen, statt „einen teuren und überbordenden Big-Bang-Ansatz“ zu verfolgen. Er verstehe nicht, „warum man mit der Entwicklung der europäischen Satellitenkonstellation Iris2, die für eine flächendeckende Internetanbindung sorgen könnte, nicht schon vor drei Jahren angefangen hat“.


Foto: Airbus-Logo (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Juso-Chef: "Wehr- oder Dienstpflichten sind Scheinlösungen"

0

Philipp Türmer (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Juso-Vorsitzende Philipp Türmer lehnt sowohl eine Wehrpflicht als auch einen „Freiheitsdienst“ nach Vorstellung der Grünen kategorisch ab.

„Wehr- oder Dienstpflichten sind Scheinlösungen“, sagte er dem Nachrichtenmagazin POLITICO. „Die Bundeswehr braucht keine 18-Jährigen, die gerade so ein Sturmgewehr halten können. Im 21. Jahrhundert braucht sie hochspezialisierte Kräfte. Die Bundeswehr muss deshalb attraktiver werden“, forderte Türmer.

Darüber hinaus gehe es nicht nur um die Wehrfähigkeit – auch andere Bereiche müssten aufgewertet werden, sagte Türmer: „Personallöcher mit einer Pflicht zu stopfen, funktioniert nicht. Egal ob Pflege, Kita oder Bundeswehr: Wir brauchen gute Bezahlung und gute Arbeitsbedingungen statt Zwangsdienste für Jugendliche.“


Foto: Philipp Türmer (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Deutsche Wirtschaft sorgt sich wegen Trump um wichtigen Daten-Deal

0

Junge Leute mit Laptop (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat vor großen Unsicherheiten für Unternehmen gewarnt, sollte US-Präsident Donald Trump die Rechtsgrundlage für den Datentransfer zwischen der EU und den USA kippen.

„Ein verlässlicher und rechtssicherer transatlantischer Datenverkehr ist für die deutsche Industrie unerlässlich“, sagte BDI-Geschäftsführungsmitglied Iris Plöger dem „Handelsblatt“ (Montagsausgabe). Sollte das sogenannte EU-US-Data-Privacy-Framework scheitern, „hätte das für Unternehmen und Behörden verheerende Folgen und würde zu großem Zusatzaufwand und Rechtsunsicherheit führen“.

Das derzeitige Abkommen zwischen Brüssel und Washington stützt sich auf Zusagen der US-Regierung, die der damalige Präsident Joe Biden mit einer sogenannten Executive Order gegeben hat. Trump hatte allerdings nach seinem Amtsantritt angekündigt, alle Dekrete seines Vorgängers auch unter sicherheitspolitischen Gesichtspunkten zu überprüfen. Auch die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) befürchtet daher „gravierende Folgen“, sollte Trump das bestehende Abkommen kippen. „Unternehmen aller Größen stünden vor Rechtsunsicherheiten und teilweise Haftungsrisiken“, sagte DIHK-Chefjustitiar Stephan Wernicke dem „Handelsblatt“.

Die schleswig-holsteinische Datenschutzbeauftragte Marit Hansen sieht die EU-Kommission am Zug, sich „kurzfristig“ zu positionieren. Es könnte aus ihrer Sicht aber auch „einen Unterschied machen, wenn sich die US-amerikanische Digitalwirtschaft aus eigenem Interesse für das Datenschutzabkommen einsetzen würde“, sagte sie dem „Handelsblatt“. Unabhängig davon riet Hansen betroffenen Firmen, sich vorausschauend mit „Exit-Strategien“ zu beschäftigen.

Dafür plädiert auch BDI-Expertin Plöger. „Unternehmen sind gut beraten, zusätzliche Vorkehrungen für den Datentransfer in die USA zu treffen“, sagte sie. Sie schlug eine Absicherung durch die Standardvertragsklauseln der EU-Kommission vor. Die Klauseln sollen helfen, die Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) zu erfüllen. Sie enthalten verschiedene Verpflichtungen. Zum Beispiel müssen beide Seiten „geeignete technische und organisatorische Maßnahmen“ ergreifen, um die Sicherheit der Daten zu gewährleisten.


Foto: Junge Leute mit Laptop (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

EVP-Chef: Trump-Pläne zerstören "Idee des freien Welthandels"

0

Industrieanlagen in den USA (Archiv), via dts NachrichtenagenturStraßburg (dts Nachrichtenagentur) – Die Europäische Union braucht im Zollstreit nicht vor den USA zurückzuschrecken, findet EVP-Chef Manfred Weber.

„Wir wollen keinen Handelskrieg, aber auch wir können hart reagieren“, sagte er den Zeitungen der Mediengruppe Bayern. „Was Trump plant, zerstört aber die Idee des regelbasierten, freien Welthandels, der uns als Deutsche, als Bayern in den letzten 30 Jahren reich gemacht hat.“ Europa müsse Trump deutlich machen, dass er ein „Spiel mit dem Feuer“ betreibe.

„Wenn Trump verstärkt auf europäische Güter schaut, werden wir verstärkt auf die amerikanischen Dienstleistungen schauen“, erklärte Weber. „Wir Europäer sind gut bei Produkten, haben deshalb mit den USA einen Handelsüberschuss bei Produkten. Dagegen will Trump mit seinen Zöllen vorgehen. Auf der anderen Seite sind die Amerikaner stark bei Dienstleistungen, insbesondere den Digitalkonzernen: beispielsweise Apple, Google, Facebook – sie verdienen jede Menge Geld bei uns, leisten aber kaum einen Beitrag zur Finanzierung in Europa.“

Mit der EU-Entscheidung, 800 Milliarden Euro für die Verteidigung aufzuwenden, nehme Europa „das Schicksal in die eigene Hand“, sagte Weber. „Spätestens 2030 muss Europa in der Lage sein, sich eigenständig zu verteidigen. Gemeinsame Beschaffung, gemeinsame Rüstungsprojekte sind dafür fundamental.“ Bayern werde davon als starker Rüstungsstandort profitieren.

„Europa braucht Verteidigungssysteme für Drohnen an der Außengrenze und eine gemeinsame Satellitenüberwachung, damit wir nicht mehr von den Amerikanern abhängig sind“, erklärte Weber. „Bei diesen Themen muss Europa jetzt gemeinsam agieren.“ Da Europa „im Innern fragil“ sei, bereite es Weber Sorge, dass eine europäische Armee derzeit nicht im Fokus stehe.

„Es muss uns gelingen, jetzt bei der Verteidigung eine Architektur aufzubauen und Europa so zu strukturieren, dass das nicht mehr rückabwickelbar ist“, so Weber. Es müsse gelingen, Europa bei der Verteidigung „so zusammenzuschweißen, dass dieses Europa langfristig, nachhaltig, gemeinsam seine Verteidigung organisieren kann. Historische Zeiten brauchen historische Antworten.“

Auf die Frage, ob Europa eigene Atombomben zur Abschreckung brauche, meinte Weber: „Wir müssen das Angebot von Emmanuel Macron annehmen, die französische Atomwaffe zu europäisieren. Da bin ich Friedrich Merz sehr dankbar, dass er das jetzt aufgenommen hat. Sie wissen, Olaf Scholz hat das zurückgewiesen, der Wechsel im Kanzleramt tut gut.“ Es brauche jetzt europäische Strukturen, damit „kein einzelner Politiker das wieder infrage stellen kann“, so Weber. „Es sind Schicksalstage, vor denen wir stehen.“


Foto: Industrieanlagen in den USA (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts