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Rolf Zuckowski wird "Ehrenkommissar" der Polizei Hamburg

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Polizei in Hamburg (Archiv), via dts NachrichtenagenturHamburg (dts Nachrichtenagentur) – Der Musiker Rolf Zuckowski ist zum „Ehrenkommissar“ der Polizei Hamburg ernannt worden. Die Auszeichnung wurde ihm am Donnerstag verliehen, wie die Behörde mitteilte.

Der Titel wird an Persönlichkeiten vergeben, die die Polizei Hamburg in besonderer Weise unterstützen. Zuckowski ist der 28. sogenannte Ehrenkommissar seit dem Jahr 1975.

Der Liedermacher engagiere sich seit vielen Jahren bei Veranstaltungen der Polizei Hamburg zur Verkehrssicherheit, insbesondere für Kinder und Senioren, hieß es zur Begründung.

Die Begegnung mit einem Polizeiverkehrslehrer im Jahr 1979, als Zuckowski seine Tochter aus einer Blankeneser Grundschule abholte, habe quasi den Grundstein für die Zusammenarbeit mit der Polizei gelegt.


Foto: Polizei in Hamburg (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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MIT verlangt deutsche EU-Führungsrolle bei Freihandelsabkommen

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Container (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Als Reaktion auf die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump erwartet die Mittelstands- und Wirtschaftsunion von CDU und CSU von der nächsten Regierung eine EU-Führungsrolle beim Abschluss neuer Freihandelsabkommen.

„Deutschland muss in Europa die Führungsrolle für den Abschluss neuer Freihandelsabkommen übernehmen“, sagte die Vorsitzende der Mittelstandsunion, Gitta Connemann, den Zeitungen der Mediengruppe Bayern. Diese dürften nicht mit wirtschaftsfremden Kriterien überlagert werden. „Jetzt muss es heißen: `Europe`s competitiveness first.`“

„Trumps Zoll-Hammer trifft Hunderttausende Mittelständler in Deutschland. Die weit reichenden US-Zölle sind ein harter Stresstest für die deutsche Wirtschaft“, so Connemann weiter. Darüber hinaus forderte Connemann Gespräche mit der US-Administration. „Sollte sich Donald Trump nicht auf solche Gespräche darauf einlassen, muss die Antwort in Gegenzöllen bestehen.“ Zudem müsse „die Gesamtbelastung für die Betriebe kurzfristig runter.“ Union und SPD verhandeln etwa über die Senkung der Strompreise.


Foto: Container (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Mehr Männer als Frauen haben geringen Schulabschluss

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Junge Leute vor einer Universität (Archiv), via dts NachrichtenagenturWiesbaden (dts Nachrichtenagentur) – In Deutschland haben mehr Männer als Frauen einen geringen Schulabschluss. Im Abgangsjahr 2023 waren unter den 259.200 Absolventen mit allgemeiner Hochschulreife an Schulen 55 Prozent Frauen und 45 Prozent Männer, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag mitteilte. Aber je geringer der formale Schulabschluss, desto stärker kehrt sich das Geschlechterverhältnis um und junge Männer sind in der Mehrheit.

Unter den 130.300 Absolvierenden mit erstem Schulabschluss waren 59 Prozent Männer und nur 41 Prozent Frauen. Einen mittleren Schulabschluss machten ebenfalls mehr junge Männer (51 Prozent) als junge Frauen (49 Prozent). Rund 336.400 Absolventen gingen 2023 mit einem mittleren Schulabschluss von allgemeinbildenden Schulen ab.

Auch bei den Wiederholungsquoten zeigt sich ein Unterschied zwischen den Geschlechtern: Im Schuljahr 2023/2024 wiederholten 147.100 Schüler eine Klassenstufe, 56 Prozent waren männlich und 44 Prozent weiblich. Junge Männer neigen eher dazu, vergleichsweise früh von der Schule abzugehen und auch im Anschluss nicht nahtlos in eine Aus- oder Weiterbildung zu starten. Im Jahr 2023 hatten gut 15 Prozent der Männer im Alter von 18 bis 24 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung maximal einen ersten oder mittleren Schulabschluss und waren nicht in Aus- oder Weiterbildung.

Unter Frauen im selben Alter traf das auf rund elf Prozent zu. Die Diskrepanz zwischen den Geschlechtern ist in den letzten Jahren größer geworden: Zehn Jahre zuvor hatte der Anteil unter Frauen bei gut neun Prozent und unter Männern bei gut zehn Prozent gelegen. Im selben Zeitraum ist der Anteil der ausländischen Bevölkerung in dieser Altersgruppe von zehn Prozent auf knapp 18 Prozent gestiegen. Davon hatte im Jahr 2023 mehr als ein Drittel (34 Prozent) der Männer keine abgeschlossene Berufsausbildung, maximal einen ersten oder mittleren Schulabschluss und war nicht in Aus- oder Weiterbildung, so die Statistiker.

Zehn Jahre zuvor traf dies noch auf 23 Prozent der ausländischen Männer in dieser Altersgruppe zu. Unter den ausländischen Frauen in der Altersgruppe ist der Anteil im selben Zeitraum von 23 Prozent auf 26 Prozent und somit moderater gestiegen. Ähnlich wie bei der Allgemeinen Hochschulreife sind Frauen auch unter den Absolventen an Hochschulen insgesamt in der Mehrheit. 53 Prozent der insgesamt 501.900 Hochschulabschlüsse im Prüfungsjahr 2023 machten Frauen, 47 Prozent aller Absolvierenden waren Männer.

Dass mehr Frauen als Männer ein Studium abschließen, trifft jedoch nicht auf alle Arten von Studienabschlüssen zu: Bei den Promotionen sind mit 54 Prozent die Männer in der Mehrheit. Dagegen liegen die Frauen sowohl bei den Bachelorabschlüssen (53 Prozent) als auch bei den Masterabschlüssen (51 Prozent) vorn. Der höchste Frauenanteil ergibt sich bei den sonstigen universitären Abschlüssen (ohne Bachelor und Master) mit 64 Prozent. Hierunter fallen vor allem die Staatsexamensprüfungen in Medizin, im Lehramt und in Rechtswissenschaften.

Auch in den einzelnen Fächergruppen sind Frauen unter den Absolvierenden meist stärker vertreten als Männer – mit Ausnahme der Ingenieurwissenschaften (74 Prozent Männer) und des Sports (54 Prozent Männer). Einen besonders großen Teil der Absolvierenden machten Frauen 2023 in den Geisteswissenschaften (74 Prozent) und in der Fächergruppe Humanmedizin/Gesundheitswissenschaften (69 Prozent) aus.

Aber auch in den stärker belegten Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (60 Prozent) oder in den Naturwissenschaften einschließlich Mathematik (53 Prozent) waren Frauen unter den Absolvierenden in der Mehrheit.

Knapp zwei Drittel (66 Prozent) der endgültig nicht bestandenen Prüfungen an Hochschulen im Jahr 2023 wurden von Männern abgelegt und ein Drittel (34 Prozent) von Frauen. Der Anteil der endgültig nicht bestandenen Prüfungen an allen Abschlussprüfungen war damit unter Männern (5,3 Prozent) mehr als doppelt so hoch wie unter Frauen (2,5 Prozent).

Neben 501.900 bestandenen gab es gut 20.100 endgültig nicht bestandene Prüfungen an Hochschulen im Jahr 2023. Zudem waren Männer 2023 im Mittel (Median) mit 23,9 Jahren beim Abschluss ihres Erststudiums ein halbes Jahr älter und brauchten mit 8,6 Semestern knapp ein Semester länger als Frauen, die ihren ersten Studienabschluss bereits mit 23,4 Jahren bzw. nach 7,9 Semestern in der Tasche hatten.


Foto: Junge Leute vor einer Universität (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Zahl der Abtreibungen 2024 kaum verändert

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Behandlungszimmer beim Arzt (Archiv), via dts NachrichtenagenturWiesbaden (dts Nachrichtenagentur) – Die Zahl der Abtreibungen in Deutschland stagniert. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag mitteilte, wurden im Jahr 2024 106.000 Abtreibungen gemeldet. Damit hat sich die Zahl der Abtreibungen gegenüber dem Vorjahr mit +0,2 Prozent kaum verändert. Sie lag damit weiterhin über dem Niveau der Jahre 2014 bis 2020, als die Zahl der gemeldeten Fälle stets zwischen rund 99.000 und 101.000 gelegen hatte.

Sieben von zehn Frauen (69 Prozent), die im Jahr 2024 einen Schwangerschaftsabbruch durchführen ließen, waren zwischen 18 und 34 Jahre alt und 20 Prozent waren im Alter zwischen 35 und 39 Jahren. Neun Prozent der Frauen waren 40 Jahre und älter, drei Prozent waren jünger als 18 Jahre. 43 Prozent der Frauen hatten vor dem Schwangerschaftsabbruch noch kein Kind zur Welt gebracht.

96 Prozent der im Jahr 2024 gemeldeten Abtreibungen wurden nach der sogenannten Beratungsregelung vorgenommen. Indikationen aus medizinischen Gründen oder aufgrund von Sexualdelikten waren in vier Prozent der Fälle die Begründung für den Abbruch.

Die meisten Schwangerschaftsabbrüche (46 Prozent) wurden mit der Absaugmethode (Vakuumaspiration) durchgeführt, bei 41 Prozent wurde das Mittel Mifegyne verwendet. Die Eingriffe erfolgten überwiegend ambulant, davon rund 85 Prozent in Arztpraxen beziehungsweise OP-Zentren und 13 Prozent ambulant im Krankenhaus.

Die meisten Abbrüche (79 Prozent) erfolgten innerhalb der ersten acht Schwangerschaftswochen, nur drei Prozent wurden nach der zwölften Schwangerschaftswoche oder später vorgenommen. Im Vergleich zum Jahr 2014 (99 700 Fälle) lag die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche im Jahr 2024 um 6,8 Prozent beziehungsweise 6.700 Fälle höher.

Bei den Altersgruppen zeigt sich eine unterschiedliche Entwicklung: Stark zurück ging die Zahl in den Altersgruppen 15 bis 17 Jahre (-13,8 Prozent oder -400 Fälle) und 20 bis 24 Jahre (-8,3 Prozent oder -1.800 Fälle). Dagegen stiegen die Abbrüche in den Altersgruppen 30 bis 34 Jahre (+12,8 Prozent oder +2.800 Fälle), 35 bis 39 Jahre (+31,2 Prozent oder +4.900 Fälle) und 40 bis 44 Jahre (+23,2 Prozent oder +1.600 Fälle) deutlich.

Teilweise ist diese Entwicklung darauf zurückzuführen, dass zeitgleich die Zahl der 15- bis 17-jährigen Frauen um 4,6 Prozent und die der Frauen im Alter von 20 bis 24 Jahren um 3,9 Prozent gesunken ist. Demgegenüber nahm die Zahl der 30- bis 34-jährigen Frauen um 6,9 Prozent und die der Frauen im Alter von 35 bis 39 Jahren um 16,9 Prozent zu.

Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche je 10.000 Frauen ging bei den 15- bis 17-jährigen Frauen von 27 auf 24 zurück und bei den 20- bis 24-Jährigen von 96 auf 92. Bei den 30- bis 34-jährigen Frauen stieg diese Quote von 85 auf 91 und bei den 35- bis 39-Jährigen von 67 auf 75.


Foto: Behandlungszimmer beim Arzt (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Thüringer Ministerpräsident fordert Ostdeutsche im Kabinett

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Mario Voigt (Archiv), via dts NachrichtenagenturErfurt (dts Nachrichtenagentur) – Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) fordert, dass Ostdeutschland im neuen Bundeskabinett angemessen vertreten ist. „Wir sind 20 Prozent der Bürger dieses Landes und die sollten auch am Kabinettstisch mit ordentlichem Rang vertreten sein“, sagte Voigt den Sendern RTL und ntv.

Auf eine genaue Anzahl von Ministern wollte sich der Ministerpräsident nicht festlegen. „Da geht es nicht um die Zahl, da geht es vor allen Dingen um die Gewichtigkeit.“ Und die Frage von Innovation, von Forschung, von Infrastruktur spiele eine große Rolle für den Osten.

„Und deswegen erwarten wir natürlich auch, dass da etwas passiert“, so Voigt. „Und wir stehen da auch, egal welcher politischen Farbe, zusammen. Der Osten ist gemeinsam stark.“


Foto: Mario Voigt (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Habeck bezeichnet Trumps Zollankündigung als "Inflation Day"

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Preise für Sprite und Dr. Pepper Cola in einem US-Supermarkt (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) erwartet schwere Schäden durch die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Zölle. Sie schadeten der europäischen wie der US-Wirtschaft und dem internationalen Handel, sagte der Minister am Donnerstag.

„Für die Verbraucher in den USA wird der Tag nicht zum Liberation Day, sondern zum Inflation Day“, so Habeck. „Die US-Zoll-Manie kann eine Spirale in Gang setzen, die auch Länder in die Rezession reißen kann und weltweit massiv schadet. Mit schlimmen Folgen für viele Menschen.“

Es bleibe aber richtig, weiter auf Verhandlungen zu setzen. „Es ist deshalb gut, dass die Europäische Kommission weiter auf eine Verhandlungslösung mit den USA zielt“, fügte der Grünen-Politiker hinzu. Dazu bleibe noch etwas Zeit. „Aber wenn die USA keine Verhandlungslösung wollen, wird die EU eine ausgewogene, klare und entschlossene Antwort geben. Darauf haben wir uns vorbereitet.“

Es sei dabei entscheidend, dass man als EU geschlossen agiere. „Europas Stärke ist unsere Stärke. Wir haben den größten gemeinsamen Binnenmarkt der Welt. Diese Stärke müssen wir nutzen“, so Habeck.


Foto: Preise für Sprite und Dr. Pepper Cola in einem US-Supermarkt (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Frontex erhöht Druck auf griechische Grenzschützer

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Fahnen von Griechenland und EU (Archiv), via dts NachrichtenagenturWarschau (dts Nachrichtenagentur) – Frontex-Direktor Hans Leijtens erwägt, der griechischen Küstenwache die Zuschüsse zu streichen, falls diese weiterhin Pushbacks in der Ägäis durchführt. „Mich erreichen noch immer Berichte über Unregelmäßigkeiten in einigen Mitgliedstaaten“, sagte Europas oberster Grenzschützer im Gespräch mit dem „Spiegel“.

Zunächst werde er in den gemeinsamen Operationsplänen von Frontex und den örtlichen Sicherheitsbehörden klarer als bisher festschreiben, dass die Rechte von Migranten gewahrt werden müssten. „Dann habe ich eine bessere Grundlage, um die Zusammenarbeit einzuschränken oder zu beenden“, sagte Leijtens. Bei gemeinsamen Einsätzen an der EU-Außengrenze bezuschusst die EU-Grenzschutzagentur vor allem die Schiffe der Mitgliedstaaten.

Die griechischen Küstenwächter sehen sich seit Jahren mit Vorwürfen konfrontiert, in der Ägäis Migranten auf antriebslosen Rettungsflößen im Meer auszusetzen. Unter anderem der „Spiegel“ hatte gemeinsam mit weiteren Recherchepartnern über die illegalen Praktiken berichtet. Die Affäre führte zum Rücktritt von Leijtens` Vorgänger, dem Franzosen Fabrice Leggeri.

„Ich betone in all meinen Gesprächen, dass wir so nicht arbeiten können“, sagte Leijtens. „Wir haben versprochen, uns an europäisches Recht zu halten. Ich will zeigen, dass das geht. Besonders wichtig ist mir: Wenn wir die Mitgliedstaaten über mögliche Rechtsbrüche informieren, müssen diese das ernsthaft untersuchen – und, wenn nötig, auch dienstrechtliche Konsequenzen ziehen.“


Foto: Fahnen von Griechenland und EU (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Auch Krankenkassen fordern Primärarztsystem

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Ärztehaus (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Nach der Bundesärztekammer haben sich auch die Krankenkassen hinter schwarz-rote Pläne zur Patientensteuerung gestellt, um „unnötige Arzttermine“ und „verstopfte Praxen“ zu vermeiden.

Deutschland sei zwar „Spitzenreiter bei den Arzt-Patienten-Kontakten“, zugleich hätten viele Versicherte Probleme, überhaupt einen Arzttermin zu bekommen, sagte Stefanie Stoff-Ahnis, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Gut wäre es, wenn hausärztliche Praxen die vollständige Koordination der medizinischen Versorgung der Versicherten übernehmen würden.“ Durch eine zielgerichtete Patientensteuerung könnte kranken Menschen besser geholfen und die Zahl unnötiger Arztbesuche reduziert werden. „Beides ist notwendig.“

Bei den schwarz-roten Koalitionsverhandlungen hat die AG Gesundheit die Einführung eines „verbindlichen Primärarztsystems“ vorgeschlagen. Eine effizientere Versorgung könne zwei Milliarden Euro pro Jahr einsparen, heißt es zur Begründung. Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hatte sich hinter die Pläne gestellt und gefordert, für Extra-Termine beim Facharzt sollten Patienten künftig zuzahlen. Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, warnte indes vor einer Überforderung von Hausärzten.

Die gesetzlichen Kassen setzen darauf, dass Union und SPD an ihren Plänen festhalten. „Die Politik muss den gesetzlichen Rahmen vorgeben, dafür sollte jetzt in einem Koalitionsvertrag die Grundlage geschaffen werden“, sagte GKV-Vize Stoff-Ahnis der NOZ. „Dann aber sind Ärzteschaft und Krankenkassen in der Pflicht, gemeinsam ein tragfähiges und breit akzeptiertes Modell für eine bessere Patientensteuerung zu schaffen. Wir stehen dafür bereit.“

Nicht nur wegen der Alterung der Gesellschaft sei eine effizientere Nutzung der knapper werdenden ärztlichen Ressourcen notwendig. Schon momentan könnten die wenigsten der 75 Millionen Versicherten wissen, welche Fachärztin oder welcher Facharzt in ihrem konkreten Fall die genau richtige Ansprechperson ist. „Gerade hausärztliche Praxen könnten stärker als heute die Partnerin an der Seite kranker Menschen sein“, sagte sie.

Aber damit nicht genug. Zu einer modernen Versorgungsstruktur gehörten weitere Maßnahmen. „Zum Beispiel die Nutzung von Jahresrezepten, die Abkehr von der quartalsbezogenen Vergütung für die Behandlung chronisch kranker Menschen, mehr Kompetenzen für nicht-ärztliches Personal, die bessere Abstimmung zwischen niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern und insbesondere der Ausbau der digitalen Möglichkeiten zur besseren Koordination der medizinischen Versorgung.“


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Juso-Chef beklagt fehlende gemeinsame Vision der SPD

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Philipp Türmer (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Juso-Chef Philipp Türmer fordert eine inhaltliche Neuaufstellung der SPD und wirft dabei der Parteispitze Sprachlosigkeit vor. „Was uns fehlt, ist eine gemeinsame Vision“, sagte Türmer dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.

„Zurzeit werden wir als Status-Quo-Partei wahrgenommen. Wir könnten mitmachen bei `Deutschland sucht den Superverwalter`. Aber das reicht nicht.“ In ihrem angestammten Milieu der Arbeiter- und Arbeitnehmerschaft werden die SPD nicht mehr als Interessenvertretung wahrgenommen. „Wir haben Themen wie Mieten und Jobsicherheit nicht ausreichend adressiert.“ Zudem sei die Partei zu sehr als Teil der sogenannten Berliner Blase wahrgenommen worden.

Auch das Bemühen der SPD-Vorsitzenden Lars Klingbeil und Saskia Esken um Einigkeit der zuvor über Jahre zerstrittenen Partei sei nicht ausreichend. „Einigkeit ist eine tolle Sache, aber nur, wenn davor auch eine Einigung stattgefunden hat. Wenn Einigkeit sich in der Außendarstellung erschöpft und eigentlich Sprachlosigkeit verdeckt, wirkt man lethargisch“, sagte Türmer. „Die SPD sollte aber für Schwung stehen. Und das kann sie auch.“ Nötig sei eine programmatische Neuorientierung, die durch die Neuaufstellung der Führungsriege der Partei untermauert werde.


Foto: Philipp Türmer (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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DRK befürwortet Pflichtkurs zur Katastrophenvorsorge für alle

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DRK-Helfer (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hat einen verpflichtenden Kurs zur Katastrophenvorsorge für alle Bürger gefordert. Die Teilnahme an Kursen wie „Erste Hilfe mit Selbstschutzinhalten“ sollte für alle Bürger oder eine Person pro Haushalt verpflichtend sein, sagte eine Sprecherin des DRK den Zeitungen der Mediengruppe Bayern (Donnerstagausgabe).

Das DRK begrüßt generell auch die Idee eines bundesweiten Bevölkerungsschutztages. Grünen-Politiker aus Bund und Ländern haben dazu eine entsprechende Initiative gestartet. Bei Betrachtung des gesamten Bundesgebiets seien große Unterschiede hinsichtlich der Demografie, der Anfälligkeit für Krisen und zwischen Stadt und Land zu beachten, so das DRK. „So ist zum Bespiel die Frage, ob Schutzräume, Sammelplätze oder Katastrophenschutzleuchttürme zu beüben sind, in diesem Zusammenhang von entscheidender Bedeutung.“

Auch der Städte- und Gemeindebund begrüßt prinzipiell die Einführung eines Bevölkerungsschutztages, fordert jedoch zunächst die Schulung von Schlüsselpersonal. „Regelmäßige Übungen sind grundsätzlich sinnvoll, um die Resilienz unserer Städte und Gemeinden zu stärken“, sagte eine Sprecherin. „Zunächst sollten wir uns auf die Schulung von Schlüsselpersonal in Verwaltungen, Betrieben und kritischen Infrastrukturen konzentrieren. Hier besteht viel Nachholbedarf.“ Übungen sollten neben der bereits stattfindenden Erprobung von Warnsystemen, die Einrichtung von Notunterkünften und die Versorgung der Bevölkerung mit lebenswichtigen Gütern umfassen.


Foto: DRK-Helfer (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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