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US-Börsen lassen leicht nach – Zurückhaltung trotz Zollhoffnung

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Wallstreet in New York, via dts NachrichtenagenturNew York (dts Nachrichtenagentur) – Die US-Börsen haben am Freitag nachgelassen. Zu Handelsende in New York wurde der Dow mit 41.249,38 Punkten berechnet, ein Minus in Höhe von 0,29 Prozent im Vergleich zum vorherigen Handelstag.

Wenige Minuten zuvor war der breiter gefasste S&P 500 mit rund 5.660 Punkten 0,1 Prozent im Minus, die Technologiebörse Nasdaq berechnete den Nasdaq 100 zu diesem Zeitpunkt mit rund 20.060 Punkten hauchzart im Minus.

Marktbeobachtern zufolge sehen die Anleger in den USA die jüngsten Zollannäherungen mit Europa positiv, halten vor den wichtigen anstehenden Gesprächen mit China aber lieber die Füße still.

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Freitagabend stärker: Ein Euro kostete 1,1256 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8884 Euro zu haben.

Der Goldpreis konnte profitieren, am Abend wurden für eine Feinunze 3.329 US-Dollar gezahlt (+0,7 Prozent). Das entspricht einem Preis von 95,08 Euro pro Gramm.

Der Ölpreis stieg unterdessen deutlich: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Freitagabend gegen 22 Uhr deutscher Zeit 63,88 US-Dollar, das waren 1,7 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.


Foto: Wallstreet in New York, via dts Nachrichtenagentur

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2. Bundesliga: Köln holt mit Funkel Last-Minute-Sieg in Nürnberg

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Spieler des 1. FC Köln (Archiv), via dts NachrichtenagenturNürnberg (dts Nachrichtenagentur) – Am 33. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga hat der 1. FC Nürnberg daheim gegen den 1. FC Köln mit 1:2 verloren.

Zum Debüt von Trainer Friedhelm Funkel legte Köln zunächst los wie die Feuerwehr, ließen den FCN kaum zur Entfaltung kommen. Stattdessen hatte Lemperle nach verunglückter Janisch-Rückgabe in der zehnten Minute die Riesenchance zur Führung, an Kukucka vorbei versagten dem Stürmer aber die Nerven und er brachte die Kugel nicht aufs leer Tor.

In der 19. Minute verpasste Thielmann für den Effzeh, von Kainz bedient traf der Stürmer nur den rechten Pfosten. Auf der Gegenseite ließ wiederum in der 27. Minute Lubach frei vor dem Kasten die Chance liegen, weil er zu weit links zielte.

In der 36. Minute hätte es 1:0 für Köln stehen müssen, doch erst landete Thielmanns abgefälschter Ball aus 17 Metern nur am Querbalken und im Nachschuss klärte Drexler nach Waldschmidts Nachschuss auf der Linie. Eine Gästeführung wäre nach 45 Minuten hochverdient gewesen.

Stattdessen lag direkt nach dem Seitenwechsel auf einmal die Klose-Elf vorne: In der 46. Minute klärte Heintz eine Janisch-Flanke genau auf den Fuß von Antiste und der platzierte die Kugel genau im linken Eck.

In der 64. Minute hatte der kurz zuvor eingewechselte Maina den Ausgleich auf dem Fuß, Kukucka behielt im Duell mit dem Flügelflitzer aber die Oberhand.

Ein Riesenfehler führte in der 67. Minute dann aber doch zum 1:1, als Jander den Ball am eigenen Sechzehner an Waldschmidt verlor und das Leder über Lemperle und letztlich Kainz im Netz landete.

Die Schlussoffensive der Domstädter fiel aber eher dürftig aus, die Franken hatten wenig Mühe in der Defensive. Entsprechend folgerichtig wäre ein Remis gewesen, doch Kukucka schenkte den Gäste den Sieg: Der Keeper verlor im Dribbling mit Lemperle den Ball, der Angreifer bediente Kainz und der Kapitän schoss zum Endstand unter dem frenetischen Jubel der Effzeh-Fans ein.

Mit dem Auswärts-Dreier macht Köln als neuer Tabellenführer einen großen Schritt Richtung Aufstieg, da der Abstand auf Rang drei zunächst auf sechs Punkte ausgebaut werden kann. Nürnberg behält im Niemandsland der Tabelle dagegen vorerst Platz zehn.

Im Parallelspiel der 2. Bundesliga gewann zudem Preußen Münster zuhause gegen Hertha BSC mit 2:0 und fuhr drei wichtige Punkte im Abstiegskampf ein.


Foto: Spieler des 1. FC Köln (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Reichinnek: Kapitalismus hat mit Demokratie rein gar nichts zu tun

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Heidi Reichinnek am 09.05.2025, via dts NachrichtenagenturChemnitz (dts Nachrichtenagentur) – Linksfraktionschefin Heidi Reichinnek hat Forderungen ihrer Partei nach einer Abschaffung des Kapitalismus bekräftigt. „Wir wollen ein Wirtschaftssystem abschaffen, in dem die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden“, sagte sie am Freitag auf dem Bundesparteitag der Linken in Chemnitz.

„Ein solches System wollen wir abschaffen, denn egal was Konservative, Neoliberale oder Rechte behaupten: Ein solches Wirtschaftssystem hat mit Demokratie nichts aber auch rein gar nichts zu tun“, hob Reichinnek hervor.

„Wenn es radikal ist, zu fordern, dass alle Menschen das kriegen, was sie zum leben brauchen, wenn es radikal ist, zu fordern, dass Rechte und Freiheiten für alle gelten und niemand ausgegrenzt und angefeindet wird: Ja, dann sind wir radikal. Dann muss man radikal sein in diesen Zeiten“, erklärte die Linken-Politikerin.

Diejenigen, die in Talk-Shows immer wieder fälschlicherweise behaupteten, die größte Gefahr für die Kassiererin sei der Nachbar, der Bürgergeld bekommt, „die gefährden die Demokratie“, argumentierte Reichinnek.

„Uns eint mehr, als uns trennt. Wir haben die Kraft etwas zu verändern, indem wir die Eigentums- und die Verteilungsfrage stellen und zwar gemeinsam“, so die Linksfraktionsvorsitzende.


Foto: Heidi Reichinnek am 09.05.2025, via dts Nachrichtenagentur

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Dax legt zu – Neues Allzeithoch durch Zollhoffnungen

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Frankfurter Börse, via dts NachrichtenagenturFrankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Zum Wochenausklang hat der Dax zugelegt. Zum Xetra-Handelsschluss wurde der Index mit 23.499,32 Punkten berechnet, ein Plus in Höhe von 0,63 Prozent im Vergleich zum Vortagesschluss. Zwischenzeitlich hatte der Dax gar ein Rekordhoch von 23.543,27 Punkten erreicht.

Marktbeobachter sehen in den jüngsten Hoffnungen im Zollstreit eine Triebfeder für investitionsfreudige Anleger.

An der Spitze der Kursliste waren kurz vor Handelsschluss die Papiere von der Commerzbank mit über drei Prozent im Plus zu finden, direkt hinter denen von Bayer und Daimler Truck. Entgegen dem Trend ließen die Aktien von Allianz am Listenende über zwei Prozent nach, direkt hinter denen von Qiagen und MTU Aero Engines.

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Freitagnachmittag stärker: Ein Euro kostete 1,1265 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8877 Euro zu haben.

Der Goldpreis konnte deutlich profitieren, am Nachmittag wurden für eine Feinunze 3.344 US-Dollar gezahlt (+1,2 Prozent). Das entspricht einem Preis von 95,44 Euro pro Gramm.

Der Ölpreis stieg unterdessen deutlich: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Freitagnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit 63,57 US-Dollar, das waren 73 Cent oder 1,2 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.


Foto: Frankfurter Börse, via dts Nachrichtenagentur

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Joachim Löw: Stürmer Thomas Müller auch als Typ "einzigartig"

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Thomas Müller (Archiv), via dts NachrichtenagenturFreiburg (dts Nachrichtenagentur) – Anlässlich des letzten Heimspiels von Thomas Müller für den FC Bayern München würdigt der ehemalige Bundestrainer Joachim Löw die Karriere des Nationalspielers, mit dem er ein insgesamt erfolgreiches Jahrzehnt bei der deutschen Nationalmannschaft verbracht hat. Er habe Müller „nicht nur als großen Spieler in Erinnerung, der 2010 zum Torschützenkönig der WM in Südafrika wurde und vier Jahre später bei unserem WM-Titel in Brasilien eine entscheidende Rolle gespielt hat“, schreibt in einem Gastbeitrag für die „Süddeutsche Zeitung“ (Samstagausgabe). „Auch als Typ war und ist er einzigartig.“

Löw erinnert sich, wie Müller vor dessen erstem Länderspiel im März 2010 mit einer „herrlichen Unbekümmertheit“ im DFB-Quartier ankam, „er war von Anfang an so, wie er auch später war: humorvoll, unkonventionell, nicht stromlinienförmig. Er war nicht schüchtern wie ein Neuling, er war einfach da, er hat sofort irgendwie dazugehört.“

Auch habe man „gleich im ersten Training all das sehen können, was sein Spiel bis heute ausmacht: diese Intuition, dieses Gespür für Räume und für Situationen im Sechzehner, diesen unglaublichen Torinstinkt“. Mehr noch als über den Fußballer Müller schwärmt Löw über den „Stimmungsspieler“ Müller: „Wenn Thomas in der Kabine war, dann änderte sich die Temperatur.“ Keiner habe die Mitspieler so gut „aufrütteln, heiß machen oder auch mal beruhigen“ können.

Müller sei „einer dieser unersetzlichen Spieler, die so wichtig für eine Kabine sind“. Auch wenn er, der Bundestrainer, den Spieler manchmal habe bremsen müssen: „Es gab Situationen, in denen ich während des Trainings auch mal sagen musste: `Thomas, jetzt sei doch mal still. Du musst nicht alles kommentieren und ständig den Trainern ein Loch in den Bauch fragen.`“

Allerdings erinnert sich Löw auch an Momente, als der Stürmer „nicht so sehr in seinem Flow“ war wie etwa bei der EM 2016, als er bei Müller eine „innere Unruhe“ wahrnahm: „`Thomas`, habe ich nach ein paar Tagen im Quartier in Evian zu ihm gesagt, `du musst mal zur Ruhe kommen.`“

Die vorübergehende Verabschiedung von Müller aus der Nationalmannschaft tut Löw dagegen bis heute weh. Ausführlich beschreibt er das schwierige Gespräch, das er nach der WM 2018 mit Müller, Jérôme Boateng und Mats Hummels in München führte. „Wir hatten Gründe für diese Entscheidung. Aber wir haben es nicht gut umgesetzt. Das weiß ich aus heutiger Sicht, und das hätten wir gerade mit Blick auf diese drei Spieler, denen wir unendlich viel verdanken, besser hinbekommen und moderieren müssen“, erklärt Löw. „Ich wollte es den Spielern unbedingt persönlich sagen, und ich wollte, dass es alle drei zur gleichen Zeit erfahren, auf gar keinen Fall sollte es einer aus den Medien hören. Deswegen sind wir zum Training des FC Bayern gegangen, weil wir wussten, wir können sie da alle drei auf einmal antreffen.“

Müller habe „enttäuscht und auch ein Stück weit überrascht“ reagiert, „vielleicht hätte ich sagen sollen: `Lasst uns in ein paar Wochen mal treffen und über die Zukunft sprechen.` Dann wären sie nicht so kalt erwischt worden.“ Später hat er Müller ja wieder in die Nationalmannschaft zurückgeholt, und nach all den Jahren, so Löw, bleibe „eine tiefe Verbindung“.


Foto: Thomas Müller (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Stegner rügt deutsche Russland-Haltung – Kritik von Grünen und CDU

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Ralf Stegner (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Der SPD-Abgeordnete Ralf Stegner hat scharfe Kritik an den deutsch-russischen Beziehungen geübt – und entsprechend eigene Treffen mit Putin-Getreuen an den offiziellen Kanälen vorbei verteidigt. „Wir haben eine Form von Kommunikation, die kurz vor Kriegserklärung steht“, sagte Stegner dem „Spiegel“. „In einer Zeit, in der alle Verbindungen zu Russland reißen, halte ich daher jeden Kontakt für sinnvoll.“

Stegner und andere hochrangige Politiker wie der frühere brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) und der ehemalige Kanzleramtschef Ronald Pofalla (CDU) hatten an mehreren Treffen mit russischen Gesandten in Aserbaidschan teilgenommen. Stegner verteidigte die Gespräche in Baku als Bemühungen, einander weiter zuzuhören. „Ich warne davor, dass sich Diskussionen so verengen, dass man mit bestimmten Leuten gar nicht mehr reden darf“, so Stegner.

Stegner ist als Abgeordneter Mitglied des Parlamentarischen Kontrollgremiums und hat als solcher Zugang zu Geheimdienstinformationen. Mehrere Abgeordnete zeigten sich empört über die nicht angezeigte Reise nach Baku. Kritik an einer Einflussnahme durch den Kreml weist Stegner dennoch zurück. Er habe die Reise selbst bezahlt, keine vertraulichen Informationen geteilt und sehe keinen Grund, eine inoffizielle Reise offenzulegen. Zugleich habe er den russischen Angriff auf die Ukraine in den Gesprächen stets scharf verurteilt.

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Anton Hofreiter zeigte sich etwa entsetzt über das Treffen mit russischen Vertretern. „Das Treffen von Stegner und Co. in Aserbaidschan ist ein erhebliches Sicherheitsrisiko für Deutschland und Europa“, sagte Hofreiter den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagausgaben).

Gespräche – auch mit Autokraten – könnten wichtig und sinnvoll sein, sie seien auch immer Teil von Konfliktlösungen, so Hofreiter weiter. „Doch dieser Umgang mit hochrangigen Kreml-Vertretern zeugt ausschließlich von Naivität und der blinden Hoffnung wieder zu billigem Öl und Gas aus Russland zurückzukehren. Das ist ein massives Sicherheitsrisiko für Deutschland und unsere europäischen Partner“, kritisierte er.

Stattdessen müsse mit Putin auf höchster Ebene aus einer Position der Stärke heraus verhandelt werden. Auch Hofreiter forderte Konsequenzen für Stegner: „Mit seinem Verhalten disqualifiziert sich Stegner dafür, erneut Mitglied im Parlamentarischen Kontrollgremium zu werden, wo er Zugang zu geheimsten Informationen hat.“ Er appellierte: „Ich erwarte von Merz und Klingbeil, diese Treffen umgehend einzustellen und die Beteiligten zur Verantwortung zu ziehen“, so Hofreiter.

Den Bundeskanzler forderte er auf, den Umgang mit Putin in die eigenen Hände nehmen in enger Abstimmung mit europäischen Partnern.

Der stellvertretende Vorsitzende des Geheimdienstkontrollgremiums, Roderich Kiesewetter (CDU), griff Stegner ebenfalls an. „Das PKGr warnt intensiv vor der hybriden Einflussnahme Russlands gegen Deutschland und insbesondere auch relevante Multiplikatoren und Entscheidungsträger“, sagte Kiesewetter dem „Tagesspiegel“ (Samstagausgabe). „Deshalb wird sich Herr Stegner hier einige Fragen gefallen lassen müssen.“

Der SPD-Außenpolitiker gab in einer ersten Reaktion auf einen gemeinsamen Bericht des ARD-Magazins „Kontraste“ sowie der Wochenzeitung „Die Zeit“ an, dass es sich Mitte April um eine private Reise in die aserbaidschanische Hauptstadt Baku gehandelt habe. „Solche Treffen sind nicht privat, sie stehen im Widerspruch zur außen- und sicherheitspolitischen Strategie Deutschlands“, erklärte dagegen Kiesewetter: „Damit wird Russland ein Einfallstor für Manipulation und Beeinflussung gegeben.“


Foto: Ralf Stegner (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Verkehrsminister Schnieder macht Claudia Stutz zur Staatssekretärin

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Patrick Schnieder (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Claudia Stutz (CDU) wird beamtete Staatssekretärin im Verkehrsministerium unter Minister Patrick Schnieder. Die 48-jährige Juristin und gebürtige Rheinländerin mit türkischen Wurzeln übernimmt als Amtschefin auch die Leitung der Zentralabteilung, erfuhr die dts Nachrichtenagentur am Freitag.

Stutz bringt über 20 Jahre Verwaltungserfahrung mit, darunter fast 15 Jahre im Bundeskanzleramt. Als Staatssekretärin in Berlin (2023-2024) beschäftigte sie sich mit der Sanierung von Straßen und Brücken sowie dem Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. Vor einem Jahr hatte sie ihren Rücktritt aus der Senatsverwaltung erklärt, laut Medienberichten angeblich im Streit um das „29-Euro-Ticket“.


Foto: Patrick Schnieder (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Reiche will Verhältnis zwischen Wirtschaft und Politik verbessern

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Katherina Reiche (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die neue Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU) will mit einem Maßnahmenpaket die stagnierende deutsche Wirtschaft wieder in Schwung bringen. Dafür wolle sie gezielte Investitionsanreize setzen, niedrigere Energiepreise und einen umfassenden Bürokratieabbau erreichen, sagte sie der RTL/ntv-Redaktion.

„Wir müssen den Investitionsboost lostreten und das bedeutet deutlich mehr Abschreibungen für die deutsche Wirtschaft und eine Reform der Körperschaftssteuer“, sagte Reiche. Auch die Gasspeicherumlage solle überprüft werden. „Die Energiepreise sind in einer Höhe, die dazu führt, dass nicht nur energieintensive Industrien abwandern müssen“, warnte die Ministerin.

Ein erster Schritt zur wirtschaftlichen Entlastung sei bereits in Arbeit. „Ich hoffe, dass wir bis zur Sommerpause Mitte Juli ein erstes Entlastungspaket präsentieren können“, so Reiche. Besonders drängend sei das Thema Gaskraftwerke, bei dem man sich schnell mit der EU-Kommission abstimmen werde.

Auch die Außenwirtschaftspolitik nimmt für Reiche einen hohen Stellenwert ein. Angesichts wachsender globaler Handelskonflikte sagte sie: „Zollstreit, Zollkrieg hilft niemandem. Hohe Zölle behindern beide Seiten“. Sie kündigte an, gemeinsam mit der EU-Kommission Gespräche mit den USA zu führen, um eine neue Freihandelsagenda zu entwickeln. „Wir müssen schnell an Freihandelsabkommen mit Mercosur, mit Mexiko, nicht nur arbeiten, sondern diese umsetzen“, so Reiche weiter.

Auf die Kritik, sie komme aus der Energiewirtschaft und fehle es ihr womöglich an politischer Erfahrung, reagierte sie gelassen. „Was von der Sache zu verstehen, hat selten geschadet“, entgegnete die Ministerin und ergänzte, dass sie sowohl aus der Politik als auch aus der Wirtschaft viel gelernt habe.

Ein zentrales Anliegen sei für Reiche, die Verständigung zwischen Staat und Wirtschaft zu verbessern. „Es ist nicht gut, wenn Politik misstrauisch gegenüber der Wirtschaft ist. Es war auch nicht gut, wenn die Wirtschaft mit einer gewissen Arroganz auf Politik schaut“, sagte sie. Gute Politik brauche Vertrauen und Dialog. „Der Staat kann nicht alles investieren, das muss die Wirtschaft machen“, behauptete Reiche.


Foto: Katherina Reiche (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Mützenich für Vorsitz des Auswärtigen Ausschusses im Gespräch

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Rolf Mützenich am 05.05.2025, via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Der frühere SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich könnte Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses werden. Parteichef und Vizekanzler Lars Klingbeil habe den 65-Jährigen gefragt, ob er Interesse an dem Posten habe, berichtet der „Spiegel“ unter Berufung auf SPD-Kreise.

Mützenich hat die SPD-Bundestagsfraktion von September 2019 bis Februar 2025 geführt. Nach der Bundestagswahl im Februar übergab er den Posten an Klingbeil, der diese Woche als Vizekanzler und Bundesfinanzminister in das Kabinett von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wechselte.

Die Ausschüsse des Bundestages sollen sich noch im Mai konstituieren. Bisher ist nicht klar, ob die SPD tatsächlich den Zuschlag für den Vorsitz im Auswärtigen Ausschuss erhält. Es gilt aber als wahrschein-lich, da die CDU in der neuen Bundesregierung den Außenminister stellt.

Aus der Partei heißt es, Rolf Mützenich müsse sich überlegen, ob er in dem neuen Job politischen Spielraum als Parlamentarier haben könne oder nur ausführendes Organ der Regierung sein solle. Dann solle er sich den Ärger lieber ersparen, heißt es. Mützenich ist etwa bei der Frage der Waffenlieferungen an die Ukraine zurückhaltender als Klingbeil. Beide wollten sich auf Anfrage nicht äußern.


Foto: Rolf Mützenich am 05.05.2025, via dts Nachrichtenagentur

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Dax am Mittag weiter freundlich – Siemens Energy vorn

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Anzeigetafel in der Frankfurter Börse, via dts NachrichtenagenturFrankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Der Dax ist am Freitag nach einem Start auf Rekordniveau weiter klar im grünen Bereich geblieben. Gegen 12:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 23.504 Punkten berechnet, ein Plus in Höhe von 0,7 Prozent zum Schlussniveau vom letzten Handelstag. An der Spitze der Kursliste rangierten die Aktien von Siemens Energy, BMW und Merck, am Ende die Papiere von Rheinmetall, MTU und Allianz.

„Mit 23.529 Punkten konnte der Deutsche Aktienindex sich allen Unkenrufern widersetzen und mit Blick auf das bevorstehende Wochenende noch einmal die ohnehin gute Handelswoche krönen“, sagte Marktanalyst Andreas Lipkow mit Blick auf das neue Rekordhoch am Morgen. „In Anbetracht der eher fragilen und risikobehafteten Themenwelt, die derzeit stark auf die Finanzmärkte einwirken, ist das durchaus bemerkenswert. Die Investoren sind so versteift darauf, dass es zu einer wohlwollenden Einigung im Handelsstreit mit den USA kommen wird und sich die deutsche Konjunktur fängt, dass alle anderen Risiken ausgeblendet werden“, sagte er. „Interessant ist in dem Kontext, dass das Edelmetall Gold weiterhin über 3.300 US-Dollar notiert und die Preisniveau der Rohölsorten alles andere als Konjunkturoptimismus widerspiegeln.“

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Freitagnachmittag etwas stärker: Ein Euro kostete 1,1243 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8894 Euro zu haben.

Der Ölpreis stieg unterdessen deutlich: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Freitagnachmittag gegen 12 Uhr deutscher Zeit 63,97 US-Dollar, das waren 1,8 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.


Foto: Anzeigetafel in der Frankfurter Börse, via dts Nachrichtenagentur

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