Frankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Zum Wochenstart hat der Dax ein neues Jahreshoch markiert. Am Nachmittag kletterte das Börsenbarometer bis auf 15.678 Punkte, immerhin 15.654 blieben davon am Ende übrig und damit 0,5 Prozent mehr als bei Freitagsschluss.
Mit dem Jahreshoch sei aus technischer Sicht „ein Ausrufezeichen“ hinter den intakten Aufwärtstrend gesetzt worden und auch der Weg in Richtung Allzeithoch frei, sagte Konstantin Oldenburger von CMC Markets, der gleichzeitig von einer nunmehr bestätigten „Bärenfalle“ sprach. Aus fundamentaler Sicht seien nun die Arbeitsmarktdaten aus den USA am Freitag besonders im Blick, wobei Aktienanleger wohl darauf hoffen dürften, dass sich der Januar-Bericht mit über einer halben Million neu geschaffenen Stellen als einmaliger Ausreißer nach oben erweise. Denn damit „dürften sich die Diskussionen über eine erneute Tempoverschärfung der Fed in Sachen Zinserhöhungen auf 50 Basispunkte wieder erledigen“, so Oldenburger. Ein Hoffnungsschimmer seien auch die aus China ausgerechneten fünf Prozent Wirtschaftswachstum in diesem Jahr, wo noch immer mit Corona-Lockdowns und Turbulenzen am Immobilienmarkt gerungen wird.
Weniger Inflationsdruck verspricht zudem auch der Gasmarkt, wo es am Montag kräftige sechs Prozent nach unten ging. Eine Megawattstunde zur Lieferung im April kostete nur noch rund 42 Euro, so wenig wie seit über einem Jahr nicht mehr. Das impliziert einen Verbraucherpreis von nur noch rund 8 bis 10 Cent pro Kilowattstunde (kWh) inklusive Nebenkosten und Steuern, sollte das Preisniveau dauerhaft so bleiben. Der Ölpreis sank unterdessen nur leicht: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Montagnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit 85,77 US-Dollar, das waren 6 Cent oder 0,1 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.
Von dieser Gesamtlage profitierte der Immobilienkonzern Vonovia am meisten, der bis kurz vor Handelsende fast vier Prozent zulegte, gefolgt von Daimler Truck und SAP. Die europäische Gemeinschaftswährung tendierte am Montagnachmittag stärker: Ein Euro kostete 1,0682 US-Dollar (+0,52 Prozent), ein Dollar war dementsprechend für 0,9362 Euro zu haben.
Foto: Anzeigetafel in der Frankfurter Börse, über dts Nachrichtenagentur
München (dts Nachrichtenagentur) – Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kann bei seiner geplanten Klage gegen den Länderfinanzausgleich kaum auf Unterstützung der übrigen Zahlerländer hoffen. Die Finanzministerien von Baden-Württemberg, Hamburg und Rheinland-Pfalz bezeichneten seine Ankündigung vom Wochenende als Wahlkampfmanöver und lehnten eine Beteiligung an der Verfassungsbeschwerde ab, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ (Dienstagsausgabe).
Lediglich in Hessen hieß es, man wolle vor einer Entscheidung noch einmal die Vor- und Nachteile des bisherigen Systems überprüfen. Der Finanzausgleich soll dafür sorgen, dass der Lebensstandard in ganz Deutschland in etwa gleich hoch ist. Dazu zahlen die finanzstärksten Länder in einen Gemeinschaftstopf ein, aus dem die schwächeren dann Geld erhalten. Im vergangenen Jahr wurden so gut 18,5 Milliarden Euro umverteilt.
Bayern war mit Zahlungen von fast 9,9 Milliarden Euro der mit Abstand größte Geber, gefolgt von Baden-Württemberg, Hessen, Hamburg und Rheinland-Pfalz. Auf der Seite der elf Empfängerländer stachen einmal mehr Berlin mit 3,6 Milliarden und Sachsen mit 3,3 Milliarden Euro heraus. Söder hatte das Verfahren am Wochenende als „einfach nur noch unfair und ungerecht“ bezeichnet und eine Klage noch im ersten Halbjahr 2023 angekündigt. Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) sagte der SZ, seine Regierung stehe trotz der Rekordzahlung von mehr als 800 Millionen Euro im vergangenen Jahr zum Länderfinanzausgleich.
„Die Solidarität untereinander ist zu wichtig, um sie im Wahlkampf im bayerischen Bierzelt zu opfern“, betonte er. Seine Mainzer Amtskollegin Doris Ahnen (SPD) ließ mitteilen, Söders Vorgehen folge einem bekannten Muster. „Schon in der Vergangenheit hat es jeweils nur wenige Jahre gedauert, bis nach einer Einigung eine neue Klageandrohung aus Bayern kam – und wohl nicht zufällig dann, wenn dort eine Landtagswahl bevorstand“, so das Ministerium. Im Übrigen gelte das neue System erst seit 2020.
„Seine Wirkungsweise lässt sich nach drei Jahren – und noch dazu: drei sehr besonderen Krisenjahren – noch gar nicht verlässlich bewerten.“ Ein Sprecher des baden-württembergischen Ressortchefs Danyal Bayaz (Grüne) sagte, der Länderfinanzausgleich benötige zwar „durchaus ein Mindestmaß an Anreizen“ für wirtschaftlichen Erfolg. „Statt jedoch mit Klagen vor dem Hintergrund einer Landtagswahl zu drohen, wäre es besser, das Thema in einer Föderalismuskommission zu überprüfen.“ In Hessen hingegen schließt man zumindest nicht gänzlich aus, die bayerischen Kollegen nach Karlsruhe zu begleiten.
„Solidarität ist wichtig – auch unter den Bundesländern. Die Summen, die Hessen Jahr für Jahr zahlt, stellen aber auch eine enorme Belastung für den Landeshaushalt dar“, erklärte das Haus von Finanzminister Michael Boddenberg (CDU). Nötig sei eine „kritische und ergebnisoffene Evaluierung“ des heutigen Systems. „Auf Grundlage des Evaluierungsergebnisses ist dann zu entscheiden, wie Hessen sich zur angekündigten Klage Bayerns verhält“, hieß es aus Wiesbaden.
Meseberg (dts Nachrichtenagentur) – Die Klausur des Bundeskabinetts auf Schloss Meseberg ist ohne größere Beschlüsse zu Ende gegangen. Das Treffen sei „informativ, instruktiv und auch sehr konstruktiv“ gewesen, sagte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am Montag zum Abschluss des zweitägigen Treffens.
Man sei sich einig, dass bei der Energiewende und beim Umbau der Industrie Tempo nötig sei. Darüber habe man sich ausgetauscht. Auch das Thema Künstliche Intelligenz habe eine Rolle gespielt. Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) beschwor nach der Klausur die Einheit der Ampel. Das Treffen habe noch einmal gezeigt, was für ein „Privileg“ es sei, in der Bundesregierung zu sein. Man sei dabei „aufeinander angewiesen“. Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) sprach unterdessen davon, dass man bei dem Treffen bei „informellen Gesprächen das eine oder andere geklärt“ habe. Weitreichende Beschlüsse galten schon vor der Klausur als eher unwahrscheinlich – diese könnten aber bei einem für Ende des Monats geplanten Koalitionsausschuss folgen.
Bei der ersten Kabinettsklausur des Jahres standen Themen wie die Energiewende sowie Digitalisierung auf der Tagesordnung. Bei weiteren aktuellen Streitpunkten der Ampelkoalition gab es dem Vernehmen nach ebenfalls viel Gesprächsbedarf. Dazu zählen etwa die Kindergrundsicherung, eine Erhöhung der Verteidigungsausgaben, das geplante Verbrenner-Aus sowie ein Verbot von Öl- und Gasheizungen.
Foto: Schloss Meseberg, über dts Nachrichtenagentur
Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der neue Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Jörg Dittrich, fordert mehr Anstrengungen, um den Fachkräftemangel zu beheben. Der demografische Wandel sei so gravierend, dass es nicht helfe, nur mehr Schüler ins Handwerk zu holen, sagte er der „Augsburger Allgemeinen“.
Zusätzlich brauche es Maßnahmen, wie die Beteiligung von mehr Frauen in der Arbeitswelt und die Zuwanderung in Arbeit. „Woher die Menschen kommen, das ist nicht das Entscheidende“, so Dittrich weiter. Da nach dem deutschen System ausgebildete Fachkräfte nicht weltweit zu finden seien, müsse darauf geschaut werden, „welche Qualifikationen in den Ländern bereits vorhanden sind, und ob es den Willen gibt, in unseren Systemen mitzuarbeiten und zu lernen“. Allerdings werde die Zuwanderung in Arbeit nicht die alleinige Lösung der Fachkräftefrage sein, so der ZDH-Präsident.
Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Im Streit um die Zukunft von Autos mit Verbrennungsmotor gibt es neue Verwirrung um die Blockade einer EU-Einigung durch Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP). Laut einem Regierungsdokument vom 16. November, über das der „Spiegel“ berichtet, hatte das Ministerium des FDP-Politikers dem auf EU-Ebene erzielten Kompromiss damals bereits ausdrücklich zugestimmt.
In dem Dokument erteilte das zuständige Bundesumweltministerium die Weisung, wie der ständige Vertreter der Bundesregierung in Brüssel die Haltung der Bundesregierung kommunizieren soll: „Eine Zustimmung DEU kann dann erfolgen“, heißt es darin. Besonders heikel für Wissing ist ein Satz, der dem gesamten Dokument vorangestellt ist: „Weisung erstellt von BMUV, abgestimmt mit BK, BMWK, BMDV, BMF, BMAS.“ Die Abkürzungen stehen für die beteiligten Bundesministerien, BMDV steht für Bundesministerium für Digitales und Verkehr. Offensichtlich war die ganze Bundesregierung zu diesem Zeitpunkt einverstanden, wie die EU die für Deutschland und die deutsche Autoindustrie wichtige Frage handhabt.
Man dankte der Kommission ausdrücklich „für den erfolgreichen Abschluss der Trilog-Verhandlungen und die damit verbundenen Bemühungen“. Mehr noch: „Insbesondere begrüßen wir, dass der von Deutschland eingebrachte Erwägungsgrund 9a im endgültigen Text unverändert beibehalten wurde“, steht in der Weisung. Der Erwägungsgrund 9a ist jene Forderung Wissings und der Bundesregierung, wonach klimaneutral hergestellte sogenannte E-Fuels von der EU auch weiterhin als eine Option für den Einsatz in Verbrennerautos nach 2035 erwogen werden – allerdings außerhalb der Flottengrenzwerte, die dessen ungeachtet weiter beachtet werden müssten. Das Bundesverkehrsministerium teilte auf Anfrage des „Spiegel“ mit: Die Regierung habe klar gemacht, dass dem Kompromiss nur zugestimmt werden könne, sofern die EU-Kommission einen Vorschlag mache „wonach Pkw und leichte Nutzfahrzeuge mit Verbrennungsmotor, die ausschließlich mit E-Fuels betrieben werden, auch über hinaus 2035 neu zugelassen werden können“.
Darüber hinaus beruft sich das Ministerium auf eine „mündliche Zusage“, die am 16. November beim Ausschuss der Ständigen Vertreter der EU-Mitgliedsländer getroffen worden sei. Das Haus von Wissing beklagt: „Die Kommission hat dieses Thema bislang jedoch in keiner Weise weiterverfolgt, Äußerungen von Kommissar Frans Timmermans hierzu waren zudem ausnahmslos ablehnend. Wir erwarten, dass die Kommission zeitnah einen belastbaren Zeitplan darstellt, bis wann und auf welche Weise sie ihren selbst angenommenen Auftrag weiterverfolgt und einen Vorschlag entwickelt. Dieser muss sicherstellen, dass Fahrzeuge, die nachweislich nur mit E-Fuels betankt werden können, auch nach 2035 noch zugelassen werden können.“
N2F, ein führender Anbieter von Softwarelösungen für Spesenmanagement, ermöglicht es Kund:innen, ihre Geschäftsausgaben bis zu viermal schneller abzurechnen
N2F, ein führender Anbieter von Softwarelösungen für Spesenmanagement, gibt heute eine strategische Wachstumsinvestition in Höhe von 24 Millionen Euro von PSG Equity („PSG“) bekannt. Als führender Investor unterstützt PSG software- und technologiebasierte Dienstleistungsunternehmen dabei, ihr Wachstum zu beschleunigen und ihre Skalierung in Europa und Nordamerika zu fördern.
N2F ist eine intuitive Spesenmanagementsoftware, die es Kund:innen ermöglicht, ihre Geschäftsausgaben bis zu viermal schneller als üblich zu verarbeiten. Das Unternehmen mit Sitz im Vorort von Lyon wurde 2015 von Nicolas Dubouloz und Jean-Joseph Reslinger gegründet, um den zeitaufwendigen, manuellen Prozess des Spesenmanagements effizienter zu gestalten. Dabei hat sich N2F in nur acht Jahren zu einem Technologiepartner für mehr als 10.000 Unternehmen in 86 Ländern entwickelt. Ursprünglich für kleine und mittlere Unternehmen konzipiert, wird N2F heute von Firmen jeder Größe in elf verschiedenen Sprachen genutzt, darunter auch von Blue-Chip-Unternehmen wie Iliad, DMG MORI und Holidu.
Durch die Partnerschaft mit PSG Equity wird N2F die Expansion in Europa beschleunigen. Die strategischen und finanziellen Ressourcen von PSG helfen, den ambitionierten Plan umzusetzen, in den nächsten fünf Jahren 200 zusätzliche Mitarbeitende einzustellen und weiterhin in Innovationen zu investieren.
PSG Equity: der strategische Partner für die Umsetzung der Vision von N2F
N2F strebt an, in ganz Europa zu expandieren und über 20 Millionen Unternehmen dabei zu helfen, ihre Spesenabrechnung effizienter und kosteneffektiver zu gestalten. Das Jahr 2022 war für das Unternehmen ein Jahr der Transformation, in dem es die Voraussetzungen für die internationale Expansion schuf, die Mitarbeitendenzahl erhöhte und die SaaS-Lösung Keeple einführte, die die Verwaltung von Personalurlauben und Abwesenheiten erleichtert. Durch diese Maßnahmen ist N2F bereit, seine Stellung als einer der führenden Anbieter von Spesenmanagement-Software in Europa zu festigen und auszubauen.
„Die Kombination von fortschrittlicher Technologie und führendem Kund:innenservice war der Grundstein von N2Fs außergewöhnlichem Wachstum im Jahr 2022“, sagt Edward Hughes, Managing Director bei PSG. „Nach einiger Suche haben wir mit N2F eine der besten Softwarelösungen auf dem Markt identifiziert. Das Unternehmen hat ein enormes Wachstumspotenzial vor sich. Wir freuen uns, mit Nicolas und dem N2F-Team zusammenzuarbeiten und das Geschäft gemeinsam auszubauen.“
„Diese Partnerschaft mit PSG markiert den Beginn einer neuen Wachstumsphase für unser Unternehmen, was sowohl die Relevanz unserer Lösungen als auch unsere Position als Marktführer bekräftigt“, ergänzt Nicolas Dubouloz, CEO von N2JSoft. „Wir sind glücklich, in Zukunft einen Experten für den B2B-SaaS-Markt an unserer Seite zu haben. Wir teilen nicht nur die gleichen Werte, sondern auch das Bestreben, das Geschäft so zu entwickeln, dass Kund:innenzufriedenheit und das Wohlbefinden der Mitarbeitenden im Mittelpunkt stehen.“
PSG arbeitet eng mit Gründer:innen und Managementteams zusammen, um sie bei ihren strategischen Entscheidungen im Tagesgeschäft zu unterstützen. Dabei nutzt PSG seine Stärken in den Bereichen M&A und internationale Expansion, insbesondere in Europa und den USA, und verfolgt einen nachhaltigen Investitionsplan. N2F ist PSGs 21. Investition in Europa.
N2F plant eine europaweite technologiebasierte SaaS-Skalierung
Seitdem Nicolas Dubouloz und Jean-Joseph Reslinger N2F gegründet haben, hat es sich zu einem starken, technologieorientierten Unternehmen entwickelt. International ist das Unternehmen bekannt für:
ein schnelles, eigens entwickeltes Smart-Scanning-Tool, mit dem sich Spesenabrechnungen in weniger als einer Sekunde automatisch generieren lassen, ein intuitives und benutzerfreundliches Nutzererlebnis bei gleichzeitiger Anpassungsfähigkeit an die jeweiligen Spesenrichtlinien und den Genehmigungsprozess aller Kund:innen, sichere und mit Zeitstempel versehene digitale Archivierung von Spesenabrechnungen, die das Einhalten länderspezifischer Steuerstandards garantiert, eine fundierte Branchenkenntnis und praktische Spezialfunktionen wie das vereinfachte Management von Kilometergeld und die vollständige Verwaltung des Verpflegungsmehraufwands im DACH-Raum, eine automatische Umrechnung von über 160 Währungen für eine vereinfachte länderübergreifender Spesenabrechnungen sowie eine direkte API-Integration mit den meisten Buchhaltungssoftwarelösungen.
Vilnius (dts Nachrichtenagentur) – Der im litauischen Exil lebende Stabschef von Alexei Nawalny, Leonid Wolkow, glaubt nicht an eine Freilassung des inhaftierten russischen Oppositionspolitikers in einem Russland unter Wladimir Putin. „Putin wird ihn definitiv nicht freilassen“, sagte Wolkow der „Welt“.
Erst, wenn der russische Präsident weg sei, komme Nawalny zurück. „Solange Putin da ist, spielt es keine Rolle, ob das Urteil jetzt zehn Jahre, acht Jahre oder wie lange auch immer lautet. Es werden immer wieder neue Verurteilungen nachkommen. Es ist de facto eine lebenslange Freiheitsstrafe.“
Ob und wann es in Russland zu einem Regierungswechsel komme, sei aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht seriös zu sagen. Es sei „wirklich sehr schwierig, einen Zeitpunkt abzuschätzen“. Die Isolierung des Landes gegenüber dem Westen führe dazu, dass man von außen kaum sehen könne, „was da in diesem Topf kocht“. Es könne aber sein, dass es zu einer Explosion komme.
Befeuert werden könne eine solche Situation etwa durch eine Generalmobilmachung, an die Wolkow wegen des hohen Risikos für Proteste aber nicht glaubt. Falls es doch zu einem wie auch immer gearteten Sturz der Putin-Regierung kommen sollte, erwartet Wolkow einen „Kampf geben zwischen Konservativen und proeuropäischen Kräften“. In einem solchen Szenario sieht Wolkow Nawalnys politische Bewegung „gut aufgestellt und fähig“. Man habe „erfolgreiche Wahlkampf-Kampagnen in Russland geführt, in dieser toxischen Umgebung, unter unheimlichem Druck“.
Und man habe Ergebnisse vorzuweisen – „wir haben in ganz normalen russischen Städten Siege geholt“. Deutschland derweil könne einem Russland ohne Putin vor allem helfen, in dem es „ein gutes Vorbild“ für einen demokratischen Staat sei. „Ganz einfach. Und andererseits sehr schwierig. Weil man in den vergangenen Jahren vielmals gesehen hat, dass auch westliche Politiker nach Wahlen nicht immer bei den Werten bleiben, für die sie eigentlich stehen.“
Das sei „ein großes Problem“, weil das entsprechende Narrativ in Russland sehr erfolgreich zur Diskreditierung des Westens eingesetzt werde.
Foto: Fahne von Russland, über dts Nachrichtenagentur
Kiew (dts Nachrichtenagentur) – Der ehemalige Box-Weltmeister Wladimir Klitschko hält eine spätere Aussöhnung mit Russland bei einer historischen Geste für möglich. „Die Geschichte hat schon gezeigt, dass kriminelle Regime vieles zerstören können, aber das Leben kann man nicht stoppen“, sagte Klitschko am Montag während eines Besuches der beiden SPD-Politiker Lars Klingbeil und Rolf Mützenich in Kiew dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.
Dafür müsste aber diese Voraussetzung erfüllt sein: „Wenn der russische Präsident nach Kiew kommt und auf die Knie geht und um Verzeihung bittet und Reparationen zahlt, wird das ukrainische Volk sagen, es ist an der Zeit, dass wir die Vergangenheit ruhen lassen.“ Der Kniefall des früheren Bundeskanzlers Willy Brandt in Warschau sei ein Beispiel für eine solche Versöhnung. Den Besuch von Klingbeil und Mützenich bezeichnete der Bruder von Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko als unglaublich wichtig. Gespräche vor Ort schafften mehr Verständnis als eine „Ferndiagnose“ aus Berlin.
Die Politik der ganzen SPD drehe sich gerade um „180 Grad“, sagte Klitschko. Aus der früheren Nähe zu Russland vieler SPD-Mitglieder werde jetzt Distanz.
Foto: Mauer des Kreml in Moskau, über dts Nachrichtenagentur
Sie glauben an ihre eigene Leistung, aber nicht unbedingt an ihren Arbeitgebenden: Berufstätige Frauen in Deutschland – insbesondere Frauen mit Kindern – fühlen sich in der neuen Arbeitswelt an vielen Stellen nach wie vor benachteiligt. Das zeigt eine neue Studie des HR-Software-Entwicklers HiBob.
Mit der neuen „Women in Workplace“-Studie will der HR-Tech-Entwickler HiBob die Bedürfnisse berufstätiger Frauen in der modernen Arbeitswelt aufzeigen. Für die Studie hat HiBob 1000 Frauen aus Deutschland zu ihren Erfahrungen in der New-Work-Ära sowie ihren Einstellungen zu Arbeitgebenden und Arbeitsbedingungen befragt. Die Umfrage-Teilnehmerinnen kommen aus Berufsfeldern wie Marketing, Finanzen, Personalwesen und Kundenbetreuung. Gut 41 Prozent von ihnen haben eine Führungsposition inne. Ihre Antworten enthalten erstaunliche Erkenntnisse zu den Themen Gleichberechtigung im Beruf, flexibles Arbeiten, Gehaltstransparenz und Jobwechsel.
Die Studie zeigt, dass Frauen nicht so stark von New Work profitieren, wie es vielleicht zu erwarten wäre. 57 Prozent der befragten Frauen in Deutschland sagen zwar, dass moderne Arbeitsmodelle mit flexiblen Arbeitszeiten und Homeoffice es ihnen ermöglichen, ihre eigene Zeit auf private Aufgaben und Karriere besser aufzuteilen. Fast ein Drittel der Umfrage-Teilnehmerinnen gibt jedoch an, dass sie noch immer den Löwenanteil an Familien- und Hausarbeit leisten – egal, wie flexibel ihre Arbeitszeiten sind.
Schlechtere Work-Life-Balance führt zu Kündigungen
Das zeigt: Flexibilität hilft Frauen zwar, allerdings nicht bei der Karriere. Zwar geben insgesamt 55 Prozent der Befragten an, selbstsicher im Job zu sein. Jedoch lediglich weniger als die Hälfte der befragten Frauen hat im vergangenen Jahr eine Beförderung, Gehaltserhöhung oder zusätzliche Benefits erhalten. Leistungen wie beispielsweise Elternzeit bei vollem Gehalt, Unterstützung für stillende Mütter und Frauen in der Menopause sind 39 Prozent der Befragten aus ihren Unternehmen unbekannt. Im Gegensatz dazu sind 37 Prozent der Befragten sicher, dass Frauen und Männer in ihren Unternehmen gleich bezahlt werden. Allerdings bemängelt knapp ein Viertel der Umfrage-Teilnehmerinnen die fehlende Gehaltstransparenz in ihrem Unternehmen.
Die Studienergebnisse deuten darauf hin, dass Frauen mit Kindern stärker von Ungleichheiten am Arbeitsplatz betroffen sind. Nur 18 Prozent von ihnen sagen, dass sie im vergangenen Jahr eine Gehaltserhöhung erhalten haben. Während 30 Prozent der Mütter angeben, kein Vertrauen in ihre eigene Leistung zu haben, liegt die Zahl bei Frauen ohne Kinder nur bei 17 Prozent.
Ein Drittel aller Befragten rechnet damit, dass sich ihre Work-Life-Balance im Jahr 2023 weiter verschlechtert. 39 Prozent der Umfrage-Teilnehmerinnen spielen deshalb in diesem Jahr mit dem Gedanken an eine Kündigung oder haben im vergangenen Jahr bereits das Unternehmen verlassen. Die meistgenannten Gründe für einen Jobwechsel waren ein besseres Gehalt (42 Prozent) und mehr Flexibilität (40 Prozent) sowie passendere Unternehmenswerte (30 Prozent).
Studienergebnisse beleuchten Wünsche der Frauen
„Unsere Studie bestätigt: Unternehmen und HR-Verantwortliche in Deutschland bleiben bei der Gleichstellung von weiblichen Fachkräften hinter ihren Möglichkeiten zurück“, sagt Melanie Wagner, Country Managerin DACH von HiBob. „Arbeitgebende dürfen in diesen rauen Zeiten ihre qualifizierten Mitarbeiterinnen nicht zurücklassen. Darum müssen neue Ansätze her, um auf Frauen einzugehen und ihnen eine moderne, sichere und fördernde Umgebung zu bieten. Unsere Studienergebnisse zeigen deutlich, dass Arbeitgebende die richtigen Werkzeuge dafür bereits in der Hand halten. Sichtbare Verpflichtung zu mehr Chancengleichheit und Gleichberechtigung, Gehaltsparität, ausgewogene Besetzung der Führungsrollen, frauenspezifische Benefits, flexible Arbeitszeiten und freie Entscheidung über den Arbeitsort: Das ist es, wonach die befragten Frauen suchen.“
Eine weitere Zahl, die ins Auge sticht: 40 Prozent der Umfrage-Teilnehmerinnen sagt, dass ihnen am Arbeitsplatz schon einmal das Gefühl gegeben wurde, weniger qualifiziert zu sein, weil sie Frauen sind. Insbesondere ältere Mitarbeiterinnen haben dies bereits erlebt. Mehr als die Hälfte der Frauen in Marketing- und juristischen Berufen geben an, diese Erfahrung gemacht zu haben, während die Zahl bei Führungskräften sowie Mitarbeiterinnen im Vertrieb und Personalwesen kleiner ist. „Diese Zahlen sollten uns im HR-Bereich aufhorchen lassen“, sagt Wagner. „Die befragten Frauen sind selbstsicher im Job, erhalten aber kaum Beförderungen. Nur wenige Unternehmen betreiben wirksames Engagement zur Förderung von Mitarbeiterinnen. Und Diskriminierung von Frauen kommt auch in Zeiten von New Work nicht selten vor. Die Studie zeigt uns: Wir haben noch Arbeit vor uns.“
Die “Women in Workplace”-Studie hat HiBob neben Deutschland auch in Großbritannien, Australien und den USA durchgeführt. In allen Ländern wurden insgesamt 6000 Berufstätige befragt, davon 2000 Männer.
Bernd Kiesewetter ist nicht nur seit Jahrzehnten angesehen und erfolgreich im Geschäft, sondern auch ein Verfechter von personalisiertem und vor allem individualisiertem Coaching. In seinem aktuellen Buch gibt er Tipps, wie man die Spreu vom Weizen trennen kann.
Trotz aktueller Verunsicherung den Durchblick in der „Coaching-Bubble“ behalten – Berliner Coaching-Urgestein entlarvt die großen Coaching-Lügen und hilft, die richtige Hilfe zu finden
Mit über 30 Jahren Berufserfahrung ist Bernd Kiesewetter Berlins Erfolgscoach Nummer 1 und länger im Geschäft als das Wort Coach im deutschen Sprachgebrauch. Schon lange sieht er die vielen selbst ernannten Business-Coaches mit ihren Mindset-Luftblasen und Abzockmethoden mit großer Sorge. Gerade durch die sozialen Medien bekommen Quacksalber gefährliche Reichweiten und können Menschen, die wirklich Anleitung und Hilfe brauchen, mit ihren Bauernfänger-Methoden richtig gefährlich werden. Mit seinem Buch „Coaching-Lügen? Wie du zwischen Phrasen und echten Inhalten unterscheidest“ gibt Kiesewetter wichtige Tipps gegen die allgemeine Verunsicherung und bietet Hilfestellung bei der Suche nach dem richtigen Coach. In einer Zeit, in der sich ein großer Teil der Geschäftswelt in Deutschland täglich neu erfinden muss, um zu überleben, sind Consulting, Coaching, Training und Mentoring probate Mittel, Krisen nicht nur zu überstehen, sondern vielleicht sogar als Gewinner daraus hervorzugehen.
In seinem dritten Buch „Coaching-Lügen? Wie du zwischen Phrasen und echten Inhalten unterscheidest“, das im Maximum Verlag erschienen ist, räumt Kiesewetter mit all den Phrasen auf, die man in letzter Zeit gehäuft in den sozialen Netzwerken präsentiert bekommt. Er sagt jedoch nicht nur, dass eben nicht alles eine Frage des Mindsets ist oder dann eben nicht alles möglich ist, er erklärt vielmehr, wie man Marketing von echten Inhalten unterscheidet. Ein kritischer Blick auf das eigene Tun von einem der Coaching-Pioniere in Deutschland, ein Ratgeber für alle, die Hilfe suchen und nicht auf hohles Geschwätz hereinfallen wollen.
(c) Maximum Verlag
„Die Anforderungen sind für jeden einzelnen Handwerksbetrieb, Händler, Produzenten und Dienstleister so groß geworden, dass Resilienz und Klarheit die wichtigsten Themen geworden sind. Denn auch wenn die Unternehmerpersönlichkeiten Schwierigkeiten gewohnt sind, so hinterlassen die Anforderungen heute größere Spuren denn je und schlagen sich auch auf die persönlichen und privaten Bereiche nieder. Das Einkommen in Gefahr, die Finanzen im Abwärtstrend oder gar in Schieflage, die Freude schwindet, Gesundheit leidet“, beschreibt Kiesewetter die aktuelle Lage.
„Um sich neu zu orientieren, ist es dringend notwendig, sich Klarheit zu verschaffen. Klarheit über die Ist-Situation und die Rahmenbedingungen, aber auch Klarheit über die Möglichkeiten der Gegenwart und Zukunft sowie über die eigenen Fähigkeiten und Bedürfnisse. Die Grundlage dafür ist aber eine gewisse Gesundheit und Stärke im mentalen und emotionalen Bereich, die in den heutigen Zeiten ohne Unterstützung von außen kaum möglich ist.“
Beratung, Training oder Coaching sind wichtiger denn je, je individueller und persönlicher, desto besser. Es gibt jedoch viele selbst ernannte Coaches, die leider nicht helfen, sondern im Gegenteil großen Schaden anrichten können. Darum ist es essenziell, die Spreu vom Weizen zu trennen.
„Die Unternehmer des Landes brauchen und verdienen ordentliche Unterstützung. Sie sind der Motor der Wirtschaft. Sie sind das Fundament der Republik in Sachen Steuereinnahmen, Arbeits- und Ausbildungsplätze. Sie dürfen sich nicht von den schwarzen Schafen davon abhalten lassen, sich Unterstützung zu holen. Aber Sie müssen genau prüfen, mit wem Sie sich einlassen.
Echte Referenzen, die Vita des Beraters und wirklich persönlich geführte Gespräche geben einen guten Eindruck, ob Sie sich auf ein Luftblasenmarketing oder auf echte Unterstützung einstellen können. Hören Sie ruhig auf Ihr Gefühl, denn letztlich muss auch die Chemie stimmen, wenn Sie mit jemandem zusammenarbeiten“, erklärt Kiesewetter weiter.
Lebenserfahrung mit Höhen und Tiefen
Bernd Kiesewetter ist Unternehmer, Erfolgscoach und Berliner mit Leib und Seele. Schon mit 18 machte er sich selbständig und begleitete erfolgreich eine Reihe von Firmen, unter anderem in den Branchen Automobile, Bau, Büroservice, Callcenter, Finanzdienstleistungen, Handel, Immobilien, Mode, Spedition und Werbung. Zeitweise führte er bis zu sieben Unternehmen mit über 150 Mitarbeitern zeitgleich. Als Berlins Erfolgscoach Nr. 1 begleitet er Selbständige, Unternehmer und Führungskräfte aus Politik und Wirtschaft auf ihrem Weg des Erfolges und brachte Spitzensportler bis zum Weltmeistertitel. Aber auch für alle anderen, die ihr Leben umkrempeln und glücklich werden wollen, hat er ein offenes Ohr.
Doch der verheiratete Vater zweier erwachsener Kinder mit großer Leidenschaft für den Familienhund, die Katze und seinen Ruhepol, die Pferde, kennt auch die dunklen Seiten des Erfolgs: mit 30 pleite, mit 40 kokainabhängig und alkoholsüchtig und durch einen schweren Sportunfall auf eine harte Probe gestellt, stand er vor den Trümmern seines Lebens. Seitdem hat Bernd Kiesewetter eine Mission und motiviert die Menschen, Verantwortung zu übernehmen – im Business, im Sport, im Alltag. Er lebt konsequent nach seinen Werten. Bernd Kiesewetter ist ein Mensch mit vielen Facetten. Geradeaus, direkt und ehrlich.
Autor:
Bernd Kiesewetter, Jahrgang 1967, ist Unternehmer und Berlins Erfolgscoach. Ursprünglich machte er eine Ausbildung in der Sozialversicherung, wechselte dann jedoch in die private Versicherung. Nach erfolgreicher Karriere in der Finanzindustrie wurde Kiesewetter zum Multiunternehmer. Zeitweise gründete und leitete er bis zu sieben Firmen verschiedenster Branchen gleichzeitig. In dieser Zeit beschäftigte sich Kiesewetter aber auch mit den Schattenseiten des Erfolgs und Fragen sozialer sowie unternehmerischer Verantwortung. Aus der tiefen Überzeugung, etwas in den Köpfen der Managerinnen und Manager verändern zu wollen, begann Kiesewetter Vorträge zu halten und öffentliche Auftritte wahrzunehmen.
Heute motiviert er die Menschen in Vorträgen, Podcasts, Büchern und im Radio dazu, „Verantwortung zu übernehmen“ – und begleitet Führungskräfte aus Wirtschaft, Sport und Gesellschaft. Als einer der Pioniere der aktuell boomenden Coaching-Branche konnte Kiesewetter in den vergangenen 20 Jahren bereits über 700 Menschen in Einzel-Coachings helfen.