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Özdemir will mehr Aufstiegschancen für Migrantenkinder

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Kinder in einer Moschee, über dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Zum 30. Jahrestag des rassistisches Brandanschlags von Solingen mit fünf Toten hat Grünen-Politiker Cem Özdemir mehr Bildungs- und Aufstiegschancen für Migrantenkinder gefordert. „Das Wichtigste wäre, dass die Gesellschaft durchlässiger wird“, sagte der Bundeslandwirtschaftsminister der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstagausgabe).

Es sei leider immer noch so, dass das Schicksal in der Schule durch das Elternhaus vorherbestimmt sei – das gelte nicht nur für Migrantenkinder, sondern auch für Arbeiterkinder ohne Migrationshintergrund. „Wenn deine Eltern keine Akademiker sind, ist die Wahrscheinlichkeit in Deutschland besonders hoch, dass du es auch nicht zur Akademikerin schaffst“, sagte der Grünen-Politiker. „Das ist nicht nur unter humanitären Gesichtspunkten irrsinnig, sondern auch volkswirtschaftlich.“ Özdemir forderte: „Jedes Kind – egal aus welchem Land und aus welcher Herkunftsfamilie – sollte sein Potenzial maximal ausschöpfen können.“


Foto: Kinder in einer Moschee, über dts Nachrichtenagentur

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Wirtschaftsweise fürchtet Überforderung durch Heizungsgesetz

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Heizungsrohre, über dts NachrichtenagenturNürnberg (dts Nachrichtenagentur) – Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm hat die Ampel-Koalition aufgefordert, die Bürger mit dem umstrittenen Heizungsgesetz nicht zu überfordern. „Die Parlamentarier sollten darauf achten, dass die Haushalte durch die Reform des Heizungsgesetzes nicht überfordert werden“, sagte Grimm der „Rheinischen Post“ (Donnerstagausgabe).

„Insbesondere der Rahmen der finanziellen Entlastung muss realistisch kalkuliert werden. Es gilt, die Hauseigentümer gezielt zu entlasten und zugleich die Staatsfinanzen nicht zu überfordern“, mahnte sie. In der aktuellen Diskussion würden verschiedene Anpassungen auf Kosten des Klimaschutzes diskutiert. Nehme man etwa Rentner vom Zwang zum Heizungstausch aus, würde das Gesetz deutlich unwirksamer.

„Nimmt man die Rentner aus, so sollte man auf Vorschläge zurückkommen, die zuletzt nicht ambitioniert genug weiterverfolgt wurden, etwa die Schärfung des nationalen Emissionshandels zur Durchsetzung der Emissionsreduktionsziele im Wärmesektor“, forderte das Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. So seien Rentner zwar beim Tausch der Heizung nicht gezwungen, sofort klimafreundliche Systeme einzubauen. „Die zu erwartenden Heizkosten würden das aber attraktiv machen. Zusätzlich wäre der Anreiz zur Gebäudesanierung hoch“, sagte Grimm.

„Und bei einer Pro-Kopf-Rückverteilung der Einnahmen aus der CO2-Bepreisung im Rahmen eines Klimageldes würde die Kostenbelastung abgefedert. Haushalte mit niedrigem Einkommen würden im Durchschnitt sogar netto entlastet, da ihre CO2-Fußabdrücke und somit ihre CO2-Kosten relativ gering sind und das Klimageld diese Kosten überkompensiert“, sagte die Nürnberger Ökonomin.


Foto: Heizungsrohre, über dts Nachrichtenagentur

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Netzagentur-Chef plädiert in Heizungsdebatte für Besonnenheit

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Bundesnetzagentur, über dts NachrichtenagenturBonn (dts Nachrichtenagentur) – Bundesnetzagenturpräsident Klaus Müller mahnt angesichts der hitzigen Debatten zu dem geplanten Heizungsgesetz des Bundeswirtschaftsministeriums zu mehr Besonnenheit. „Verunsicherte Immobilienbesitzer müssen sich jetzt noch ein paar Wochen in Gelassenheit üben und abwarten, wie das Gesetz schlussendlich ausfällt“, sagte Müller der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstagausgabe).

„Selten verlässt ein Gesetz den Bundestag so, wie es reingegangen ist. Mein Gefühl sagt mir, dass es wohl auch noch leicht modifiziert wird“, so Müller. „Lieber jetzt Ruhe bewahren und dann später mit kühlem Kopf eine Entscheidung treffen.“ Dass das Gesetz wie geplant am 1. Januar 2024 in Kraft tritt, ist für den Chef der Bundesbehörde zudem noch keine beschlossene Sache. „Manche Parteien haben bereits angekündigt, dass sie sich für eine andere Startfrist einsetzen werden. Und auch Wirtschaftsminister Robert Habeck hat ja schon gesagt, dass der Termin noch nicht in Stein gemeißelt ist“, sagte Müller. Das vom Bundeswirtschaftsministerium geplante Heizungsgesetz sieht vor, dass ab 2024 neu eingebaute Heizungen zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen. Es soll jedoch Übergangsfristen und eine umfassende Förderung geben. Gegen das Gesetz gibt es auch innerhalb der Ampelregierung Widerstand. Insbesondere die FDP kritisiert die Pläne stark und fordert Nachbesserungen.


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Grüne kritisieren "zweifelhaftes" Vorgehen gegen "Letzte Generation"

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Klimaprotest, über dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Der rechtspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Helge Limburg, hat die Hausdurchsuchungen und Ermittlungen gegen die „Letzte Generation“ wegen des Vorwurfs der Bildung und Unterstützung einer kriminellen Vereinigung scharf kritisiert. „Allein das vorbereitete, offenkundig rechtswidrige Statement des Landeskriminalamts auf der Homepage der Letzten Generation, mit dem die Unschuldsvermutung mit Füßen getreten wurde, rückt die ganze Aktion in ein zweifelhaftes Licht“, sagte Limburg dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Donnerstagausgabe).

Die Behörde hatte am Mittwoch eine „Warnmeldung“ des Landeskriminalamts und der Generalstaatsanwaltschaft München auf der abgeschalteten Website der Letzten Generation platziert. Darin hieß es: „Die Letzte Generation stellt eine kriminelle Vereinigung gemäß §129 StGB dar.“ Einen entsprechenden Gerichtsbeschluss gibt es bislang allerdings nicht, die Generalstaatsanwaltschaft ließ die „Warnmeldung“ deshalb am Mittwochnachmittag nach öffentlicher Kritik ändern. Weil es bereits Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Neuruppin (Brandenburg) wegen desselben Tatvorwurfs gegen die „Letzte Generation“ gebe, erschließe sich außerdem nicht, „warum es gerade in diesem Jahr dann Parallelermittlungen mit diesem martialischen Auftreten in Bayern braucht“, sagte der Grünen-Politiker mit Blick auf die in diesem Jahr stattfindenden Landtagswahlen in Bayern. Limburg kritisierte den Vorwurf der Bildung einer kriminellen Vereinigung zudem auch grundsätzlich. Beim regelmäßig gegen Aktivisten der „Letzten Generation“ erhobenen Tatvorwurf der Nötigung müsse in jedem Einzelfall abgewogen werden, ob es sich wirklich um eine Straftat handele, oder ob es eine juristische Rechtfertigung für die Handlung gebe. „Schon das spricht gegen die Pauschalannahme einer kriminellen Vereinigung“, sagte Limburg.


Foto: Klimaprotest, über dts Nachrichtenagentur

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SPD drängt auf Beratung des Heizungsgesetzes im Parlament

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Reichstagskuppel bei Sonnenaufgang, über dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Energiepolitikerin Nina Scheer (SPD) hat davor gewarnt, dass eine weitere Verzögerung bei der Beratung und Verabschiedung des Heizungsgesetzes durch die FDP zulasten der Qualität des Gesetzes gehen könne. „Je später wir beginnen, desto weniger Möglichkeiten haben wir in dem Rahmen, den wir uns gesetzt haben, um wirklich ein gutes Gesetz daraus zu machen“, sagte Scheer am Mittwoch dem TV-Sender „Welt“.

Je länger man sich mit der Einbringung Zeit lasse, „desto weniger wird die Zeit, die wir für die parlamentarische Beratung haben“. Die SPD-Politikerin machte damit klar, dass ihre Fraktion von dem Ziel einer Verabschiedung des Heizungsgesetzes vor der Sommerpause nicht abrücken will. Es geht laut Scheer zulasten von „Transparenz und Öffentlichkeit“, wenn beispielsweise die öffentlichen Anhörungen zu spät stattfänden und nicht mehr wie gewohnt ausgewertet werden könnten. „Natürlich kann man auch im verkürzten Verfahren ein Gesetz verabschieden“, sagte die Energiepolitikerin.

Weitere Verzögerungen gingen „zulasten des parlamentarischen Verfahrens“ wie der „Beratungszeiten für den Bundesrat“.


Foto: Reichstagskuppel bei Sonnenaufgang, über dts Nachrichtenagentur

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US-Börsen lassen nach – Schuldenstreit belastet

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Wallstreet, über dts NachrichtenagenturNew York (dts Nachrichtenagentur) – Die US-Börsen haben am Mittwoch nachgelassen. Zu Handelsende in New York wurde der Dow mit 32.800 Punkten berechnet, ein Minus in Höhe von 0,8 Prozent im Vergleich zum vorherigen Handelstag.

Wenige Minuten zuvor war der breiter gefasste S&P 500 mit rund 4.115 Punkten 0,7 Prozent im Minus, die Technologiebörse Nasdaq berechnete den Nasdaq 100 zu diesem Zeitpunkt mit rund 12.484 Punkten 0,6 Prozent schwächer. Trotz der nahenden Deadline am 1. Juni sind die Republikaner und die Demokraten im Streit um die Erhöhung des US-Schuldenlimits noch zu keinem Ergebnis gekommen. Für Anleger ist ein möglicher Zahlungsausfall schwer einzupreisen, auch weil häufig angenommen wird, dass die prognostizierten enormen Auswirkungen die beiden Parlamentskammern eigentlich zu einer Einigung zwingen müssten. Unterdessen tendierte die europäische Gemeinschaftswährung am Mittwochabend etwas schwächer.

Ein Euro kostete 1,0752 US-Dollar (-0,20 Prozent), ein Dollar war dementsprechend für 0,9301 Euro zu haben. Der Goldpreis zeigte sich schwächer, am Abend wurden für eine Feinunze 1.960,15 US-Dollar gezahlt (-0,76 Prozent). Das entspricht einem Preis von 58,59 Euro pro Gramm. Der Ölpreis stieg unterdessen deutlich: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Mittwochabend gegen 22 Uhr deutscher Zeit 78,00 US-Dollar, das waren 1,5 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.


Foto: Wallstreet, über dts Nachrichtenagentur

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Pistorius begrüßt gemeinsame Leopard-Beschaffung mit Tschechien

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Tschechien will sich bei der Beschaffung von Leopard-Panzern Deutschland anschließen. „Wir begrüßen ausdrücklich das Interesse unserer tschechischen Partner, der Beschaffung des Leopard 2 im Konfigurationsstand A8 beizutreten“, sagte dazu Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD).

Der Einstieg Tschechiens in einen deutschen Vertrag sei „ein großer Schritt in Richtung Zeitenwende“. Darüber hinaus werde „Deutschland seiner Rolle als Führungsnation in der Panzerkoalition gerecht“, sagte Pistorius. „Auf diese Weise können die Lücken wieder gefüllt werden.“ Das Verteidigungsministerium beabsichtigt den Kauf von 18 Leopard 2 A8 Kampfpanzern als Ersatz für die an die Ukraine abgegebenen Leopard 2 A6. Im Kontext dessen sind weitere Partnernationen eingeladen, sich dieser Beschaffung anzuschließen. Im Verteidigungsministerium hofft man, mit diesem Schritt ein „Skaleneffekt“ zu erzielen, also durch große Stückzahlen eine Reduktion der Kosten zu erreichen. Zugleich sorge dies für Planungssicherheit für die Industrie, die ihre Produktionskapazitäten ausschöpfen und ausbauen könne, hieß es. „Durch die gemeinsame Beschaffung nahezu identischer Produkte ergeben sich zudem erhebliche Synergieeffekte in den Bereichen Verfahren, Ausbildung und Logistik“, so das Bundesverteidigungsministerium.


Foto: Bundeswehr-Panzer „Leopard 2“, über dts Nachrichtenagentur

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Bremer SPD stimmt für Koalitionsverhandlungen mit Grünen und Linken

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Andreas Bovenschulte am 14.05.2023, über dts NachrichtenagenturBremen (dts Nachrichtenagentur) – Die SPD in Bremen hat sich für die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit den Grünen und den Linken entschieden. Die Entscheidung im Landesvorstand sei einstimmig gefallen, teilte die Partei am Mittwochabend mit.

Damit soll bei erfolgreichen Koalitionsverhandlungen die bisherige rot-grün-rote Regierung unter Führung von Bürgermeister Andreas Bovenschulte fortgesetzt werden. Zuvor hatten auch Sondierungsgespräche mit der CDU stattgefunden; eine große Koalition hätte ebenso eine Mehrheit in der Bürgerschaft.


Foto: Andreas Bovenschulte am 14.05.2023, über dts Nachrichtenagentur

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SPD und Grüne für höhere Kassenbeiträge ab 5.000 Euro brutto

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DAK, über dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Vor der für Freitag geplanten Verabschiedung der Pflegereform wächst der Druck auf die Ampel-Regierung, Besserverdienende mit höheren Kassenbeiträgen stärker in die Pflicht zu nehmen. „Im Gesundheitswesen schlagen die gestiegenen Kosten für Energie und Personal erheblich zu Buche, und auch die steigende Lebenserwartung lässt die Gesundheitskosten immer weiter ansteigen“, sagte die SPD-Vorsitzende Saskia Esken dem „Handelsblatt“ (Donnerstagausgabe).

„Wenn also Mehreinnahmen im Gesundheitswesen benötigt werden, um diese Kostensteigerung zu bewältigen, dann kann die maßvolle Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze meines Erachtens ein vernünftiger Weg sein.“ Hintergrund ist, dass die Beitragssätze in der sozialen Pflegeversicherung zum 1. Juli auf ein neues Rekordhoch steigen sollen, um wachsende Kosten auszugleichen. Auch in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) rechnet die Koalition angesichts eines Milliardendefizits mit weiter steigenden Beitragssätzen. Die Grenze, bis zu der Kassenpatienten Beiträge zahlen müssen, liegt aktuell bei 4.987,50 Euro Bruttolohn im Monat.

Die große Mehrheit der Angestellten in Deutschland verdiene brutto weniger als 5.000 Euro, sagte Esken. Sie lägen damit unter der Beitragsbemessungsgrenze und wären von einer Anhebung also gar nicht betroffen. Lediglich für die obersten Einkommen in Deutschland brächte die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze Mehrkosten mit sich, während die Mehreinnahmen eine Qualitätsverbesserung für alle Versicherten ermöglichen würden. Ähnlich äußerte sich die Grünen-Vorsitzende Ricarda Lang.

„Wir müssen künftig mehr öffentliche Mittel einsetzen und die Beitragsbemessungsgrenze anheben, damit mittlere und niedrigere Einkommen nicht noch stärker belastet werden – das ist eine Frage der Gerechtigkeit“, sagte sie dem „Handelsblatt“. „Pauschale Beitragserhöhungen sind langfristig nicht die Lösung.“ Eine „langfristige und solide Finanzierung“ sei dringend geboten, so Lang.


Foto: DAK, über dts Nachrichtenagentur

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Embracer, Zaptec und Garo sind auch bei einer möglichen Rezession gut aufgestellt

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Rezession

Nordische Small Caps zählen zu den Outperformern

Ein aktueller Marktkommentar von Hans-Marius Lee Ludvigsen, Portfolio Manager des DNB Fund Nordic Small Cap bei DNB Asset Management:

Die nordischen Aktienmärkte konnten ihre internationalen Pendants in den vergangenen 20 Jahren deutlich outperformen. Zu den Erfolgsfaktoren zählen nicht zuletzt das hohe Pro-Kopf-Wirtschaftswachstum, die stabilen politischen Verhältnisse unddie hohe Innovationskraft. Die Region steht darüber hinaus für Wohlstand und eine hohe Wettbewerbsfähigkeit. Firmen wie Novo Nordisk oder Spotify, die in den Nordics gegründet wurden, entwickelten sich längst zu Global Leadern.

Es sind jedoch nicht nur Unternehmen wie diese, die die nordischen Märkte für Anleger attraktiv machen. Nordische Small Caps etwa haben sich in den vergangenen drei Krisenjahren überdurchschnittlich gut entwickelt. Zu den interessantesten Sektoren im Bereich der klein- und mittelgroß kapitalisierten Werte zählt die wachstumsstarke Gaming-Industrie mit ihren Technologieunternehmen aus dem Segment der Video- und Handyspiele. Ein Beispiel ist der schwedische Medienkonzern Embracer Group, der im August vergangenen Jahres die Markenrechte an „Herr der Ringe“ kaufte. Mehr als 11.000 Entwickler arbeiten bei der in Karlstadt ansässigen Firma an über 30 sogenannten ‚AAA-Games‘, also an PC- und Konsolen-Blockbustern, deren Planung bis ins Geschäftsjahr 2027/28 reicht.

Potenzial bergen auch Zaptec und Garo, beide im Verkauf von Ladestationen für Elektrofahrzeuge tätig. Der Hintergrund: Einer der größten Wettbewerber, die norwegische Easee, erhielt ein Verkaufsverbot in Schweden, weil dessen Produkte als nicht sicher genug eingestuft wurden. Weitere Staaten könnten Schweden folgen, zudem dürften viele Easee-Kunden auf andere Anbieter ausweichen. Garo und Zaptec dürften von dieser Entwicklung profitieren und ihren Absatz in der Folge erhöhen.

Untergewichteter Banken- und Immobiliensektor

Aussichtsreich erscheinen auch die schwedischen Anbieter von Heimtierprodukten, Swedencare und Vimian. Dieser Markt boomte während der Corona-Pandemie, erlitt danach aber einen gewaltigen Rückschlag, verbunden mit einem deutlichen Rückgang der Wachstumsraten. Nun werden die beiden Unternehmen vermutlich zu einem langfristig stabilen Aufwärtstrend zurückkehren, da die Menschen nicht nur mehr Haustiere in Zukunft zu Hause haben werden als vor der Pandemie, sondern auch mehr für ihre tierischen Lieblinge ausgeben als noch vor der Coronakrise. Der Nachfragerückgang im Heimtiersektor sollte damit vorbei sein. Zugleich liegen die Bewertungen dieses Sektors erheblich unter dem historischen Durchschnitt.

Nicht so rosig sieht es im Immobiliensektor aus, da viele Unternehmen Probleme mit der Finanzierung haben. Selbst wenn die Zinsen sinken sollten, verfügen sie über recht komplizierte Kapitalstrukturen und es gibt häufig eine Menge Kreuzbeteiligungen. Viele Branchenvertreter sind mit Finanzierungsengpässen konfrontiert und müssen Maßnahmen ergreifen, die nicht nur die

Liquidität stärken, sondern überdies die Schuldenlast verringern. Negative Überraschungen sind hier nicht auszuschließen. Ein Beispiel ist die schwedische SBB. Das Unternehmen, das zu den größten Gewerbeimmobilien-Vermietern des Landes zählt, wurde Anfang Mai von der Ratingagentur Standard & Poor‘s auf Ramschniveau herabgestuft und kündigte an, die Dividendenzahlung auszusetzen. Die Aktie verlor daraufhin mehr als 20 Prozent ihres Wertes. Neben Immobilienunternehmen steht auch der Bankensektor unter Druck. Ihr Geschäftsmodell erschwert es ihnen, sich von den Mitwerbern zu differenzieren und Kostensteigerungen zu kompensieren.

Small Caps konnten sich in Abschwüngen besser behaupten als ihre großen Pendants

Sollte die weithin befürchtete Rezession tatsächlich noch eintreten, dürften es – so eine landläufige Meinung – Small Caps wegen ihres erhöhten Liquiditätsrisikos schwerer haben als Large Caps. Ein Blick in die Finanzgeschichte zeigt hingegen, dass sich die kleinen und mittelgroßen Firmen in Abschwüngen operativ sogar besser behaupten konnten als groß kapitalisierte Unternehmen. Da sie schlanker und flexibler sind, sind sie in der Lage, ihre Kosten schneller zu senken und ihre Gewinnspanne besser zu schützen, zumal sie meist in einer Nische tätig sind und nicht im Massenmarkt.

Mit Blick auf Erträge und Rückgänge sind nordische Small Caps unserer Meinung nach gut gerüstet für turbulente Zeiten. Sicherlich ist es möglich, dass die Aktienkurse während einer Rezession fallen, was gleichzeitig eine Chance darstellt. Wir gehen gleichwohl davon aus, dass sich die Märkte halten werden. Im bisherigen Verlauf dieses Jahres haben sich Large Caps deutlich besser entwickelt als ihre kleinen und mittelgroßen Pendants. Nun sind die Small Caps an der Reihe.

Embracer, Zaptec und Garo sind auch bei einer möglichen Rezession gut aufgestellt

Foto von Hans-Marius-Lee Ludvigsen (Quelle: DNB Asset Management)

Tipp: Dividenden ausländischer Aktien werden doppelt besteuert,
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