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Der schmale Pfad zum Soft Landing

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Soft Landing Szenario

Ein aktueller Investmentausblick „The Globe“ von Eurizon:

Im Makroszenario ist die Inflation weiterhin die wichtigste Variable. Die Inflation kennt offensichtlich nur noch eine Richtung – nach unten: im Oktober lag sie in der Eurozone bei 10,6 % und heute bei 7,0 %; in den USA lag sie im Juni vor einem Jahr bei 9,1 % und im April, den letzten verfügbaren Daten, bei 4,9 %. Dennoch kann der Normalisierungspfad nicht als abgeschlossen betrachtet werden, da das Niveau immer noch deutlich über den 2 % liegt, die von den Zentralbanken als ideal angesehen werden. Außerdem ist die sinkende Inflation fast ausschließlich auf den Rückgang der Rohstoffpreise zurückzuführen; die Kernkomponenten stehen weiterhin unter Druck.

Das wahrscheinlichste Szenario ist, dass der Rückgang der Rohstoffpreise, insbesondere der Energiepreise, dazu führen wird, dass der Druck auf die anderen Komponenten allmählich nachlässt. Aber der Desinflationsprozess wird einige Zeit in Anspruch nehmen, vor allem, weil die Wirtschaftstätigkeit immer noch expandiert und es den Sektoren, die im letzten Jahr Preissteigerungen erfahren haben, ermöglicht, diese Preise weiterhin an die nachgelagerten Bereiche weiterzugeben.

Der wichtigste Faktor jedoch, der zur Beruhigung der Märkte beiträgt, ist die Tatsache, dass die Inflationsquelle versiegt, d. h. dass die Rohstoffpreise seit einigen Monaten nicht mehr steigen. Ein Beleg dafür ist der Ölpreis, der seit mehreren Monaten zwischen 70 und 80 US-Dollar liegt, sowie der niedrige und weiter fallende Erdgaspreis.

Glücklicherweise oder unglücklicherweise hält das Wirtschaftswachstum der starken geldpolitischen Straffung des vergangenen Jahres bemerkenswert gut stand. „Glücklicherweise“, weil niemand eine Rezession will. „Unglücklicherweise“, weil bei einer etwas stärkeren Verlangsamung der Wirtschaftstätigkeit die Inflationswelle bereits vorbei wäre — was den Zentralbanken erneut in die Hände spielen würde. Das ist der Pfad des Soft Landings: Auf der einen Seite droht die Gefahr einer überhitzten Wirtschaft (Hot Economy), auf der anderen Seite die Gefahr einer Rezession (Hard Landing).

Die Daten der letzten Monate deuten jedoch darauf hin, dass ein Soft Landing möglich ist. Sowohl für die USA als auch für die Eurozone wurden die Wachstumsschätzungen für 2023 seit Anfang des Jahres systematisch nach oben korrigiert, nachdem sie Ende 2022 auf Null gesunken waren.
Ein gewisses Maß an Unsicherheit zwischen weicher und harter Landung wird jedoch noch einige Zeit bestehen bleiben. Nach den Turbulenzen im Bankensektor Mitte März kommt zur Straffung der Geldpolitik eine Verschärfung der Kreditvergabe in den USA hinzu. In der Eurozone hat die EZB ihre Munition hingegen noch nicht ganz verschossen. Unter diesen Bedingungen besteht das Risiko einer starken Konjunkturabschwächung zwar weiterhin, wird aber lediglich hinausgezögert, bis die Zentralbanken den Kampf gegen die Inflation für gewonnen erklären.

Die geldpolitischen Erwartungen spiegeln dieses sich noch entwickelnde Umfeld wider. Die Zentralbanken betrachten den Kampf gegen die Inflation als weit fortgeschritten, aber nicht als abgeschlossen.
Angesichts der Tatsache, dass die Fed Funds Rates in den USA bereits über 5 % liegen, gehen die Einschätzungen allgemeinen entweder von einer Zinspause für den Rest des Jahres oder von einer abschließenden Erhöhung um 25 BP im Juni oder Juli aus. Für 2024 gehen die Futures von einem Rückgang der Zinssätze in Richtung 3 % aus, eine Normalisierung, die im Falle einer schwachen Inflation angebracht erscheint. Für die EZB wird mit zwei Anhebungen um 25 BP gerechnet, dann mit einer mehrmonatigen Pause und einer erneuten Anhebung 2024, die dann im Zeichen der Normalisierung stünde.

Der Verlauf der Anleihezinskurven entspricht ebenfalls dieser Interpretation. Die kurz- und mittelfristigen Zinssätze liegen auf dem Niveau, auf dem der Geldmarkt das Ende der Straffung erwartet, nämlich im Bereich von 5 % in den USA und 4 % in der Eurozone. Die Zinssätze für längere Laufzeiten liegen auf einem niedrigeren Niveau als die Zinssätze für kurze Laufzeiten und lassen eine Normalisierung der Geldzinsen im Jahr 2024 erwarten, sobald die Inflation überwunden ist.
Aus Anlegersicht sind die kurzen und mittleren Abschnitte der Anleihekurven attraktiv, um bei relativ geringer Volatilität mit deutlich steigenden Fälligkeitssätzen Gewinne zu erzielen. Die langen Abschnitte haben im Falle einer abrupten Konjunkturabschwächung reichlich Abwärtspotenzial (Kapitalgewinn).

Risikoaktiva weisen eine Kombination aus attraktiven Bewertungen und einem immer noch unsicheren makroökonomischen Umfeld auf, das erneut zu erhöhter Volatilität führen kann.
Unter den Unternehmensanleihen weisen Investment-Grade-Anleihen ein attraktives Risiko-Ertrags-Verhältnis mit historisch hohen Renditen und Spreads auf, bei denen ein gewisser Grad an Konjunkturabschwächung bereits berücksichtigt ist. Ein größeres Volatilitätsrisiko im Falle eines ungünstigen makroökonomischen Szenarios besteht für Hochzinsanleihen. Interessant unter den Spread-Anleihen sind diejenigen, die von Schwellenländern begeben werden, deren Zentralbanken die Zinsen noch vor der Fed und der EZB aggressiv angehoben haben und nun Spielraum haben, um eine mögliche deutliche Abkühlung der Wirtschaft aufzufangen.

Was Aktien betrifft, so erscheinen die absoluten Bewertungen (Kurs-Gewinn-Verhältnis) und die relativen Bewertungen (Risikoprämie gegenüber Staatsanleihen) historisch attraktiv. Zudem entsprechen die mittelfristig erwarteten Renditen den historischen Durchschnittswerten. Eine mögliche Verlängerung der geldpolitischen Straffung oder aber eine abrupte Verlangsamung der Wirtschaft könnte jedoch die Volatilität wieder anheizen, die in letzter Zeit aufgrund der Erwartung eines Soft Landings in den Hintergrund getreten ist.

Das Umfeld einer gegenwärtig boomenden Konjunktur, d.h. das rasche und inflationstreibende Ende der durch Corona ausgelösten Rezession, hat sich günstig auf den US-Dollar ausgewirkt, der sowohl 2021 als auch 2022 an Wert gewonnen hat. Dafür gab es zwei Gründe: Erstens war die Fed unter den Banken der Industrieländer diejenige, die den Takt für die Zinssätze vorgab. Zweitens hat die durch den Inflationsschub entstandene Unsicherheit die Funktion des US-Dollars als sicherer Hafen verstärkt.
Nachdem sich Ende 2022 ein Auslaufen der Hochkonjunktur abgezeichnet hatte, verlor der US-Dollar an Stärke, auch wenn der Rückgang der US-Währung in letzter Zeit zum Stillstand gekommen ist.

Geht man von der zentralen Annahme aus, dass die Inflation allmählich zurückgeht und sich die Wirtschaft in geordneter Weise verlangsamt, dürfte der Dollar aufgrund eines weniger unsicheren Umfelds wieder an Wert verlieren. Andererseits könnte der US-Dollar auch im alternativen Szenario, dem eines Hard Landings, schwächer werden. In diesem Fall könnte die Fed zu einem bestimmten Zeitpunkt beschließen, die Zinsen früher und schneller als andere zu senken und die schwache Währung zur Stützung ihrer Wirtschaft zu nutzen.

Der schmale Pfad zum Soft Landing

Foto: Bild von Colin Behrens auf Pixabay

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THW soll Betroffenen des zerstörten Kachowka-Staudamms helfen

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THW-Einsatzkräfte, über dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hat Betroffenen der Zerstörung des Kachowka-Staudamms in der Ukraine Unterstützung durch das Technische Hilfswerk (THW) zugesagt. „Wir werden der Ukraine zur Seite stehen, um diese Katastrophe inmitten des von Putin geführten verbrecherischen Angriffskrieges zu bewältigen“, sagte Faeser.

„Vor allem wollen wir helfen, evakuierte Menschen versorgen zu können. Das THW bereitet deshalb bereits jetzt mit Hochdruck deutsche Hilfslieferungen für die betroffene Region vor.“ Die Hilfslieferungen sollen „binnen kürzester Zeit“ auf den Weg gebracht werden. Auch andere Hilfsorganisationen wie die Johanniter-Unfallhilfe und Caritas International teilten am Dienstag mit, sie unterstützten die Evakuierungen vor Ort.


Foto: THW-Einsatzkräfte, über dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Özdemir gegen längere Importbeschränkung für ukrainisches Getreide

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Weizen, über dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) hat die Entscheidung der EU-Kommission, die Handelsbeschränkungen für Getreideimporte aus der Ukraine bis zum 15. September zu verlängern, deutlich kritisiert. „Dass die Kommission jetzt die EU-Schutzklauseln verlängert hat, zahlt nicht auf unsere europäische Solidarität mit der Ukraine ein, sondern spielt nur Putin in die Hände“, sagte Özdemir.

„Seit Beginn des Krieges lässt der russische Herrscher nichts unversucht, um die internationale Staatengemeinschaft zu spalten und der Ukraine wirtschaftlich zu schaden. Herausforderungen bewältigen wir aber nur gemeinsam.“ Der Grünen-Politiker forderte, man müsse zu einem „abgestimmten und geeinten Vorgehen“ von Kommission und Mitgliedstaaten zurückkehren und so für einen funktionierenden EU-Binnenmarkt sorgen. „Wir stehen als Europa an der Seite der Ukraine und bringen auf Grundlage von Regeln und Fakten Hilfen für die Mitgliedstaaten auf den Weg, deren Märkte unter den Folgen von Putins Wahnsinn leiden“, so Özdemir.

„Nationale Alleingänge schaden am Ende uns allen.“


Foto: Weizen, über dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Forsa: AfD weiter im Umfragehoch – Union legt zu

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Alice Weidel, über dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die AfD bleibt in der Sonntagsfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa auf ihrem Höchstwert. In der Erhebung für die Sender RTL und ntv kommt sie erneut auf 17 Prozent, die Union legt im Vergleich zur Vorwoche einen Prozentpunkt auf 30 Prozent zu.

Die Linke (4 Prozent) verliert einen Prozentpunkt. Die Werte für die SPD (18 Prozent), Grünen (14 Prozent), FDP (7 Prozent) sowie für die sonstigen Parteien (10 Prozent) bleiben im Vergleich zur Vorwoche unverändert. Unterdessen machen die hohen Umfragewerte der AfD 64 Prozent der Bundesbürger große oder sehr große Sorgen. 34 Prozent macht diese Entwicklung weniger große oder keine Sorgen.

Die Anhänger der SPD (83 Prozent) und der Grünen (88 Prozent) sind aufgrund des Zuwachses der AfD in den Umfragen häufiger besorgt als die Anhänger der FDP (65 Prozent). 20 Prozent der Bundesbürger sind der Auffassung, die AfD sei eine normale demokratische Partei wie alle anderen Parteien. Die große Mehrheit von 76 Prozent ist hingegen der Meinung, die AfD sei eher eine Partei am rechtsradikalen Rand. Die Ostdeutschen (30 Prozent) sehen die AfD häufiger als eine normale demokratische Partei als die Westdeutschen (18 Prozent).

Auch die FDP-Anhänger (24 Prozent) meinen häufiger als die Anhänger der SPD (3 Prozent), der Grünen (3 Prozent) und der Unionsparteien (9 Prozent), dass die AfD eine normale demokratische Partei sei. Von den AfD-Anhängern selbst halten 82 Prozent „ihre“ Partei für eine normale demokratische Partei, während nur wenige (14 Prozent) sie am rechtsradikalen Rand verorten. Die Daten zu den Parteipräferenzen wurden vom 30. Mai bis 5. Juni 2023 erhoben. Datenbasis: 2.505 Befragte.

Die Daten zur AfD wurden vom 2. bis 5. Juni 2023 erhoben. Datenbasis: 1.002 Befragte.


Foto: Alice Weidel, über dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Deutliche Mehrheit hat Angst vor Rechtsruck

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Rechtsradikaler bei Protest in Chemnitz, über dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Mehrheit der Bundesbürger hat angesichts des Umfrage-Erfolgs der AfD Angst vor einem Rechtsruck im Land. Das ergab eine Umfrage des Insa-Instituts für „Bild“ mit 1.001 Teilnehmern am 5. Juni.

Demnach sagten 62 Prozent der Befragten, sie hätten Angst vor dem Rechtsruck. Ihnen gegenüber stehen 33 Prozent, denen ein solcher Rechtsruck keine Angst macht. Sechs Prozent können oder wollen sich hierzu nicht äußern. Für mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmer ist die AfD zudem keine „normale Partei“ (55 Prozent).

Diesen steht etwa ein Drittel (35 Prozent) gegenüber, welche die AfD für eine „normale Partei“ halten. Zehn Prozent können oder wollen hierzu keine Auskunft tätigen. Auffällig: Nicht nur Wähler der AfD selbst (94 Prozent) bewerten die AfD als eine gewöhnliche Partei, sondern auch FDP-Wähler geben dies absolut-mehrheitlich so an (64 Prozent). Alle anderen Wählergruppen sehen dies hingegen jeweils absolut-mehrheitlich anders (60 – 89 Prozent).

Das Thema, das derzeit am häufigsten den größten Einfluss auf die Wahlentscheidung der Bürger hat, ist der Klimaschutz: 23 Prozent aller Umfrageteilnehmer nennen diesen, knapp gefolgt von der Inflation mit 21 Prozent. 16 Prozent nennen hier die Migration, 14 Prozent die Wirtschaft und zwölf Prozent die Bildung. Das vom CDU-Parteivorsitzenden Friedrich Merz genannte Thema Gendersprache bleibt dagegen mit lediglich drei Prozent deutlich zurück. Acht Prozent geben außerdem an, dass keines dieser Themen einen Einfluss auf ihre Wahlentscheidung hat und weitere vier Prozent können oder wollen dazu keine Auskunft tätigen.

30 Prozent der Umfrageteilnehmer geben keiner Partei speziell bzw. allen Parteien gleichermaßen die Hauptschuld an den derzeit hohen Umfragewerten der AfD. Von allen Parteien werden die Grünen deutlich am häufigsten genannt (29 Prozent). Dahinter folgen Union (13 Prozent), SPD (10 Prozent), FDP (6 Prozent), AfD (4 Prozent) und Linke (1 Prozent). Acht Prozent können oder wollen hierzu keine Einschätzung abgeben. In der „Sonntagsfrage“ von Insa für „Bild“ liegen SPD und AfD bei jeweils 19 Prozent.

Die Potenzialanalyse (Insa-Analysis-Potenziale) zeigt aber, dass die AfD bei den sicheren Stimmen (14 Prozent) die SPD (13 Prozent) inzwischen bereits überholt hat. Auch beim zusätzlich möglichen Potenzial ist die AfD die einzige Partei, die in dieser Woche zulegt. Mit neun Prozentpunkten zusätzlich möglichem Potenzial bleibt sie zwar unter den anderen Parteien, kann aber zusammen mit den Sonntagsfragenwerten mit einem maximalen Potenzial von zu bis zu 28 Prozent rechnen. Auch bei der negativen Sonntagsfrage sagen „nur“ noch 55 Prozent (- 2), dass sie sich grundsätzlich gar nicht vorstellen können, diese Partei zu wählen.

Bei allen drei Ampelparteien stieg der Anteil der Wähler, die sich gar nicht vorstellen können, diese Parteien zu wählen, um jeweils einen Prozentpunkt.


Foto: Rechtsradikaler bei Protest in Chemnitz, über dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

GEW kritisiert Eckpunkte zu Wissenschaftszeitvertragsgesetz

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GEW, über dts NachrichtenagenturFrankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Angesichts des neuen Reformvorschlags des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes, welcher am Dienstag vorgestellt werden soll, hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) die voraussichtlichen Eckpunkte scharf kritisiert. „Wir bewerten das als Einknicken des Bundesministeriums für Forschung und Bildung vor den Arbeitgebern“, sagte GEW-Vize Andreas Keller der „Rheinischen Post“ (Mittwochsausgabe).

„Bei der Reform des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes soll der Entwurf nur in einem Punkt gegenüber den im März vorgestellten Eckpunkten geändert werden, und zwar ausgerechnet zugunsten der Forderung der Arbeitgeber bei der Auseinandersetzung im Postdoc-Bereich“, fügte er hinzu. Die Postdoc-Phase sollte ursprünglich auf drei Jahre verkürzt werden. Der neue Vorschlag könnte sie auf vier Jahre verkürzen – plus zwei Jahre Verlängerungsmöglichkeit in Verbindung mit einer Entfristungszusage ausweiten. Das entspreche genau der Linie der Allianz der Wissenschaftsorganisationen, so Keller.

Die GEW und andere Beschäftigtenvertretungen forderten hingegen eine frühere Entfristungszusage, möglichst direkt nach der Promotion. „Die Postdocs nicht nach vier Jahren aus dem System zu kicken, sondern ihnen von Anfang an, spätestens nach ein oder zwei Jahren verlässliche Perspektiven über eine Entfristungszusage zu geben, Verkürzung der Postdoc-Phase in Verbindung mit einer Verpflichtung zur Entfristungszusage wäre ein Schritt in Richtung Gewerkschaften gewesen.“ Jetzt sei man genau in die andere Richtung gegangen. Das sei „sehr enttäuschend“ und werde wahrscheinlich eine „erneute Empörungswelle“ bei jungen Wissenschaftlern hervorrufen, so Keller.

Darüber hinaus fordert die GEW verbindliche Mindestlaufzeiten und eine ersatzlose Aufhebung der Tarifsperre, damit Gewerkschaften und Arbeitgeber frei miteinander verhandeln können.


Foto: GEW, über dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Lombard Odier Investment Managers und Systemiq geben die Gründung von holistiQ Investment Partners bekannt

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Lombard Odier Investment Managers
Foto von Jean-Pascal Porcherot (Quelle: LOIM)
  • Dedizierte nachhaltige Anlageplattform unter dem Dach von Lombard Odier Investment Managers, um Kapital für eine Netto-Null-Wirtschaft und eine naturpositive Wirtschaft einzusetzen
  • holistiQ wird kritische Themen des ökologischen Wandels, der die Weltwirtschaft in den kommenden Jahrzehnten voraussichtlich umgestalten wird, identifizieren und in diese investieren, um Anlageperformance zu generieren

Lombard Odier Investment Managers („LOIM“), der Vermögensverwaltungsarm der Schweizer Bankengruppe Lombard Odier, und Systemiq, das führende Unternehmen für Systemwechsel, haben heute eine neue Partnerschaft zum Aufbau von holistiQ Investment Partners („holistiQ“)[1] angekündigt.

holistiQ wird als neue Plattform innerhalb von LOIM agieren, die sich ausschließlich auf nachhaltige Investitionen konzentriert. Sie wird Lombard Odiers Tradition der Vermögensverwaltung, das Engagement für Nachhaltigkeit und den Investment Track Record mit dem tiefgreifenden analytischen Verständnis sowie der Expertise von Systemiq im Bereich der Transformation von Wirtschaftssystemen kombinieren.

Ausgehend von der festen Überzeugung über die Geschwindigkeit und das Ausmaß des wirtschaftlichen Wandels wird die Plattform bestrebt sein, Kapital einzusetzen, um Investitionschancen zu nutzen. Dabei konzentriert sie sich auf die Umgestaltung wichtiger Wirtschaftssysteme wie Energie, Land und Ozeane sowie Materialien. holistiQ wird ein diversifiziertes, innovatives Paket von Anlagestrategien für öffentliche und private Märkte anbieten, mit einem speziellen Schwerpunkt auf naturbezogene Investment-Lösungen.

holistiQ setzt auf solide Forschung und wissenschaftlich fundierte Prognosen über den wirtschaftlichen Übergang zu einer nachhaltigeren und regenerativen Zukunft und die Auswirkungen, die dies in verschiedenen Sektoren und Regionen haben wird. Das sollte dem Unternehmen ermöglichen, seine Kunden bei der Nutzung neuer Investitionsmöglichkeiten im Rahmen des ökologischen Wandels zu unterstützen, um gesunde potenzielle Erträge zu erzielen.

holistiQ wird gemeinsam von Taraneh Azad, geschäftsführende Partnerin von Systemiq, und Jean-Pascal Porcherot, geschäftsführender Partner von Lombard Odier und verantwortlich für das Asset Management, geleitet werden, zusätzlich zu ihren derzeitigen Funktionen. Sie werden ein Team von mehr als 100 Mitarbeitern führen, die sowohl bei LOIM als auch bei Systemiq tätig sind und modernstes quantitatives Research mit hochqualifizierten Anlageexperten kombinieren.

Hubert Keller, Senior Managing Partner bei Lombard Odier, erläutert: „holistiQ markiert einen wichtigen Meilenstein in der Geschichte beider Unternehmen und ist ein Zeichen für die Stärke unseres gemeinsamen Ziels, innovative Lösungen zu entwickeln, um den globalen ökologischen Wandel voranzutreiben. Es handelt sich um eine einzigartige Partnerschaft, die die unterschiedlichen, aber gleichzeitig miteinander verflochtenen Fähigkeiten beider Institutionen nutzen wird.

 

Lombard Odier Investment Managers

Darüber hinaus unterstreicht sie das Engagement von Lombard Odier, kontinuierlich führende Anlagelösungen zu entwickeln, um den Bedürfnissen unserer Kunden gerecht zu werden und ihnen als führender nachhaltiger Investor mit Fokus auf Performance zu dienen. Wir freuen uns darauf, unsere bestehende Beziehung zu Systemiq durch diese Partnerschaft zu vertiefen.“

Jeremy Oppenheim, Gründer/Senior Partner von Systemiq, kommentiert: „Um eine netto-positive Weltwirtschaft aufzubauen, müssen jedes Jahr weltweit 5-6 Billionen Dollar an Investitionskapital eingesetzt werden, wobei der Großteil davon privates Kapital sein wird. Systemiq arbeitet seit mehreren Jahren mit Lombard Odier zusammen, und wir haben den perfekten Partner für den Aufbau von holistiQ gefunden. Durch die Kombination der besten Research-Kapazitäten beider Häuser werden wir unverwechselbare Anlagestrategien mit klaren Überzeugungen entwickeln, die sowohl auf wissenschaftlichen als auch auf wirtschaftlichen Erkenntnissen basieren.“

Lombard Odier Investment Managers und Systemiq geben die Gründung von holistiQ Investment Partners bekannt

Fotos von Hubert Keller und Jean-Pascal Porcherot (Quelle für beide: LOIM)

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Mehrheit der Deutschen gegen Abschaffung des § 218 StGB

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Ärztehaus, über dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Eine Mehrheit der deutschen Bevölkerung spricht sich dafür aus, Paragraf 218 des Strafgesetzbuches (StGB), der einen Schwangerschaftsabbruch unter gewissen Umständen unter Strafe stellt, beizubehalten. Dies geht aus einer Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des ZDF-Magazins „Frontal“ hervor.

Demnach sprechen sich 54 Prozent der Befragten dafür aus, dass ein Schwangerschaftsabbruch weiterhin als Straftat gilt, 36 Prozent plädieren für die Abschaffung des Paragrafen. Gerade mal drei Prozent möchten eine Verschärfung. Paragraf 218 StGB regelt, dass in Deutschland ein Schwangerschaftsabbruch verboten ist und bis zur 12. Schwangerschaftswoche nur in Ausnahmen straffrei bleibt, etwa nach einer Pflichtberatung bei einer staatlich anerkannten Stelle. In der Ampelkoalition gibt es Bestrebungen, den Paragrafen zu kippen.

SPD und Grüne sind dafür, die FDP dagegen. Die Bundesregierung hat eine Kommission aus Ärzten, Medizinethikern und Juristen eingesetzt, die prüfen soll, ob Regulierungen für den Schwangerschaftsabbruch jenseits des Strafgesetzbuches möglich sind. Die Abschaffung des Paragrafen 218 befürworten laut der Umfrage mehrheitlich junge Menschen, vor allem bei den Frauen. Je älter die Befragten, umso mehr sprechen sie sich für eine Beibehaltung aus.

Unterschiede gibt es auch nach Parteienpräferenz: Wähler von CDU/CSU wollen mit deutlichem Abstand (67 Prozent) nicht am Paragrafen 218 rütteln, gefolgt von AfD (57 Prozent), FDP (55 Prozent), SPD (52 Prozent), Grüne (46 Prozent) und Linke (31 Prozent). Unter den Wählern der Ampelkoalition findet sich also – mit Ausnahme der Grünen – keine Mehrheit gegen den Paragrafen. In Deutschland gibt es rund 100.000 Schwangerschaftsabbrüche jährlich – damit handelt es sich um einen der häufigsten gynäkologischen Eingriffe hierzulande.


Foto: Ärztehaus, über dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Wasserstofftechnologie hängt noch zu stark von Politik und Energiepreisen ab

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Wasserstofftechnologie

Ein aktueller Marktkommentar von Christian Rom, Portfoliomanager DNB Fund Renewable Energy bei DNB Asset Management:

Energiesicherheit und Erneuerbare Energie stehen im Blickfeld vieler Investoren. Dabei hat sich die Kostenwettbewerbsfähigkeit erneuerbarer Technologien in den letzten Jahren aufgrund ihrer Lernkurven stetig verbessert, was das Thema Elektrifizierung und die damit verbundene politische Unterstützung vorangetrieben hat. Die Turbulenzen an den Energiemärkten nach der Energiekrise haben ihre relative Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich zu fossilen Brennstoffen nur noch weiter verbessert.

Wasserstoff könnte bei der Dekarbonisierung schwieriger Sektoren wie der energieintensiven Industrie (Zement und Stahl), der Schifffahrt und dem Schwerlastverkehr eine Rolle spielen. Allerdings ist die Effizienz der Technologie gering und befindet sich in einem frühen Stadium ihrer Entwicklungskurve und hängt daher von billiger erneuerbarer Energie und politischer Unterstützung ab. Der Wasserstoff- und Brennstoffzellensektor hat bereits Fehlstarts erlebt, aber der von der Emissionspolitik ausgehende Impuls sowie die angekündigten Pläne für Wasserstoff sollten stark genug sind, um einen „echten Start“ darzustellen. Allerdings ist es noch zu früh, um zu bestimmen, welche Unternehmen sich in diesem Sektor hervorheben werden und welche Art von Rendite sie bieten können.

Aktuelle Top-Positionen im Bereich Erneuerbarer Energien

IMCD (6,1 % des Fonds) ist Vertreiber von Spezialchemikalien und Lebensmittelzutaten, die umweltfreundlichere Inputs und Produkte für seine Kunden und deren Kunden ermöglichen. Das Unternehmen verfügt über eine einzigartige Wettbewerbsposition, die es weiterhin nutzt, indem es seine geografische Reichweite und sein Angebot durch sowohl organische als auch anorganische Initiativen ausweitet. Dies spiegelt sich unserer Ansicht nach nicht vollständig in der Bewertung wider.

Vestas (5,4 % des Fonds) ist als Weltmarktführer bei Onshore-Windturbinen stark positioniert, um vom Wachstum der Offshore-Windenergie zu profitieren. Das Unternehmen senkt nachweislich die Kosten durch technologische Innovation und Optimierung der Lieferkette. Konsolidierte Branche mit einem hohen Anteil an wiederkehrenden Serviceeinnahmen mit langfristig hohen Margen.

Sunrun (5,8 % des Fonds) ist führender Anbieter von Solarenergie für Wohnhäuser und Batterien in den USA. Sunrun hat das Geschäftsmodell „Residential Solar as a Service“ erfunden, das es Haushalten ermöglicht, ohne Investitionen auf Solarenergie umzusteigen und ihre Stromkosten zu senken.

Darling Ingredients (4,9 % des Fonds) ist das größte börsennotierte Unternehmen im Segment der Umwandlung von Lebensmittelabfällen in nachhaltige Produkte und einer der führenden Hersteller von erneuerbarem Diesel. Angesichts der Entwicklung der Industrie für erneuerbare Kraftstoffe sind wir der Ansicht, dass Darling gut positioniert ist, da das Unternehmen derzeit 10-15 % der Abfälle der globalen Fleischindustrie in Kraftstoffzutaten und andere Mehrwertprodukte wie Kollagen, Düngemittel und Futtermittelzutaten umwandelt.

Wasserstofftechnologie hängt noch zu stark von Politik und Energiepreisen ab

Foto von Christian Rom (Quelle: DNB Asset Management)

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Politikwissenschaftler sieht AfD-Erfolg als Folge von SPD-Schwäche

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AfD-Plakat, über dts NachrichtenagenturDuisburg (dts Nachrichtenagentur) – Der Politikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte sieht die jüngsten Umfrage-Erfolge der AfD als Ergebnis einer gestörten Beziehung zwischen Regierung und Regierten, bei der der Kanzlerpartei SPD eine entscheidende Rolle zukomme. „Nur 10 Prozent aller Wähler sind harte, auch ideologisch gefestigte Protestwähler“, sagte Korte der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung „Die Zeit“.

Der Rest der AfD-Wähler sei für Parteien der Mitte erreichbar. Im Zusammenhang mit dem sogenannten Heizungsgesetz sei es der AfD gelungen, „private Angst“ zu mobilisieren. Die steigenden Zahlen an Geflüchteten erinnerten zudem an die Jahre 2015 und folgende. „Angereichert durch einen verstörenden Alltag, den man in vielen Orten erleben kann“ sorge dies aktuell für verstärkte Ängste.

Das könne sich wieder ändern, wenn es der Regierung gelinge, Zukunftszuversicht zu vermitteln. Wahlen seien ein Gradmesser des Vertrauens in die Zukunft. „Man kann sagen: Auf Wählermärkten wird Zukunft gehandelt“, so Korte. Kritik übt der Politikwissenschaftler insbesondere an der SPD und Kanzler Olaf Scholz (SPD).

Es gebe eine „Resonanzstörung zwischen Politik und Wählern“, die bei der Sozialdemokratie besonders ausgeprägt sei beim Thema Migration und Geflüchtete. „Man hat den Eindruck, dass sich in der SPD die Flügel einer befürwortenden Identitätspolitik und einer restriktiven Abschottung gegenüberstehen. Damit das nicht aufbricht, spricht die SPD das Thema nicht deutlich an – was die Bürger aber erwarten“, so der Politikwissenschaftler, der an der Universität Duisburg-Essen lehrt. „Wofür kämpft die SPD inhaltlich, wofür werden `Rot-Westen` angezogen?“ Im Hinblick auf die Landtagswahlen in Thüringen, Sachsen und Brandenburg im nächsten Jahr, erklärt Korte: „Es gibt mehr Wahlberechtigte in NRW als in allen neuen Bundesländern zusammen. Das relativiert nicht die Symbolik und die Machtarithmetik, wenn die AfD stärkste Landespartei werden sollte, aber die Demokratie geht deshalb nicht unter.“

Die AfD habe zudem im Westen mehr als doppelt so viele Wähler wie im Osten.


Foto: AfD-Plakat, über dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts