München (dts Nachrichtenagentur) – Der Politikwissenschaftler Carlo Masala von der Universität der Bundeswehr in München geht nach der beendeten Nato-Großübung „Air Defender“ davon aus, dass es solche Übungen künftig öfter geben wird. „Wir werden uns daran gewöhnen müssen, dass wir solche großen Übungen jetzt häufiger bekommen – nicht nur in der Luft, sondern auch an Land“, sagte Masala dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Samstagausgaben).
Er führte dies auf die Bedrohung durch Russland zurück. Zugleich zog Masala ein positives Fazit für das Manöver. „Nach allem, was man weiß, war Air Defender ein Erfolg, das gilt vor allem mit Blick auf die Verlegefähigkeit aus den USA“, sagte er. „Die Drehscheibe Deutschland hat sich als robust erwiesen und bewiesen, dass sie solche Übungen stemmen kann. Letzten Endes gab es keine größeren Probleme. Wenn es zu einer militärischen Auseinandersetzung mit der Russischen Föderation käme, dann wäre die Luftüberlegenheit der Allianz sichergestellt.“
Foto: Bundeswehr-Soldat, über dts Nachrichtenagentur
Moskau (dts Nachrichtenagentur) – Zwischen der russischen Militärführung und der bislang ebenfalls im russischen Angriffskrieg tätigen Söldnergruppe Wagner ist ein Konflikt ausgebrochen. Wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass meldet, soll der Russische Sicherheitsdienst FSB gegen den Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin Ermittlungen wegen „Meuterei“ eingeleitet haben.
Präsident Putin soll laut eines Kreml-Sprechers über die Situation informiert sein. Zuvor hatte Prigoschin behauptet, das russische Verteidigungsministerium habe einen Raketenangriff auf die Lager der Wagner-Gruppe durchgeführt. Er rief dazu auf, sich gegen die Militärführung aufzulehnen. Wer sich in den Weg stelle, werde zerstört.
Er sagte gleichzeitig, dass dies kein Militärcoup sei und man Russland weiter verteidigen wolle.
Foto: Fahne von Russland, über dts Nachrichtenagentur
New York (dts Nachrichtenagentur) – Die US-Börsen haben am Freitag nachgelassen. Zu Handelsende in New York wurde der Dow mit 33.727 Punkten berechnet, ein Minus in Höhe von 0,7 Prozent im Vergleich zum vorherigen Handelstag.
Wenige Minuten zuvor war der breiter gefasste S&P 500 mit rund 4.348 Punkten 0,8 Prozent im Minus, die Technologiebörse Nasdaq berechnete den Nasdaq 100 zu diesem Zeitpunkt mit rund 13.493 Punkten 1,0 Prozent schwächer. Das Festhalten von US-Notenbankchef Jerome Powell an einer weiterhin restriktiven Zinspolitik beschäftigt weiterhin die US-Börsen. Öffentliche Rückendeckung bekam er nun von weiteren Notenbankern, die auf das immer noch nicht erreichte Ziel von einer Inflationsrate unter zwei Prozent verwiesen. Unterdessen tendierte die europäische Gemeinschaftswährung am Freitagabend schwächer.
Ein Euro kostete 1,0892 US-Dollar (-0,56 Prozent), ein Dollar war dementsprechend für 0,9181 Euro zu haben. Der Goldpreis stieg, am Abend wurden für eine Feinunze 1.920,03 US-Dollar gezahlt (+0,32 Prozent). Das entspricht einem Preis von 56,64 Euro pro Gramm. Der Ölpreis sank derweil leicht: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Freitagabend gegen 22 Uhr deutscher Zeit 74,03 US-Dollar, das waren 11 Cent oder 0,2 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.
Foto: Wallstreet in New York, über dts Nachrichtenagentur
Erfurt (dts Nachrichtenagentur) – Der Vorsitzende der thüringischen CDU, Mario Voigt, unterstützt die Initiative des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU), bei der Lösung des Ukraine-Konflikts stärker auf Diplomatie zu setzen und die Beziehungen zu Russland nicht abreißen zu lassen. „Michael Kretschmer und ich sind uns sehr darin einig, dass es nicht nur um mehr Waffen geht, sondern auch um mehr diplomatische Bemühungen“, sagte Voigt am Freitagabend im TV-Sender „Welt“.
Weiter gehe es Kretschmer und ihm um „eine Perspektive, die Russland auch nach einem Kriegsende nicht zurücklässt ohne eine Bindung an Europa“. Schließlich gehe es um das größte europäische Land. Zunächst müsse der Krieg beendet werden. In einem zweiten Schritt gehe es darum, danach die „Beziehungen Richtung Russland wieder zu intensivieren“.
Nicht zu eigen machte Voigt sich die Forderung Kretschmers, die durch einen Sprengstoffanschlag zerstörte Pipeline Nord Stream 1 wieder in Stand zu setzen. Zuversichtlich äußerte sich Voigt, dass der CDU-Kandidat für das Amt des Landrats in Sonneberg am Sonntag die Stichwahl gewinnt und so ein Landrat von der AfD verhindert wird. In Sonneberg gehe es „um Mutmacher CDU oder Miesmacher AfD“. Voigt weiter: „Ich glaube, das lässt sich gut an. Wir bekommen viel Unterstützung von Unternehmen, von Handwerkern, aber natürlich auch aus der Zivilgesellschaft.“
Außerdem unterstützten dieses Mal alle anderen Parteien den CDU-Kandidaten Jürgen Küpper.
Foto: Ukrainische Flagge auf dem Parlament in Kiew, über dts Nachrichtenagentur
Harpenden (dts Nachrichtenagentur) – Ökosysteme wie der Amazonas-Regenwald könnten deutlich schneller kollabieren als bislang gedacht. Das zeigt eine Studie, die in der Fachzeitschrift „Nature Sustainability“ erschienen ist.
Herkömmliche Modelle würden deutlich unterschätzen, welche Auswirkungen abrupte Veränderungen auf Ökosysteme haben. In ihren Modellen haben die Wissenschaftler der Universitäten Southampton, Sheffield und Bangor sowie von Rothamsted Research verschiedene Ökosysteme modelliert, die neben konstanten, inkrementellen Veränderungen auch anderen Bedrohungen wie plötzlichen Extremwetterereignissen ausgesetzt sind. Dabei würden die Ökosysteme durch die Kombination an Belastungen stärker leiden, als man bislang in Analysen einzelner Faktoren angenommen hat. Der Zeitpunkt, an dem kritische Kipppunkte für die jeweiligen Ökosysteme überschritten werden, könne um bis zu 80 Prozent vorgezogen werden, argumentieren die Wissenschaftler.
Damit würden Ökosysteme, deren Zusammenbruch bislang für das Ende des Jahrhunderts befürchtet wurde, bereits in den nächsten Jahrzehnten eintreten. Es sei beispielsweise nicht klar, ob die Schätzung des Weltklimarats, dass der Kipppunkt des Amazonas-Regenwaldes in etwa um das Jahr 2100 liegt, auch interagierende Faktoren berücksichtige. Falls nicht, könne ein Zusammenbruch mehrere Jahrzehnte früher eintreten, heißt es in der Studie.
Foto: Dschungel in Australien, über dts Nachrichtenagentur
München (dts Nachrichtenagentur) – Bei ihren Ermittlungen gegen die Klimaprotestgruppe „Letzte Generation“ soll die Generalstaatsanwaltschaft München monatelang zahlreiche Gespräche mit Journalisten abgehört haben. Dies berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ (Samstagausgabe) unter Berufung auf interne Unterlagen.
Die bayerischen Ermittler, die dem Verdacht nachgehen, die „Letzte Generation“ habe eine „kriminelle Vereinigung“ gebildet, haben demnach einen Festnetzanschluss mit Berliner Vorwahl überwacht, den die „Letzte Generation“ als ihr offizielles Pressetelefon bewirbt. Wann immer dort Journalisten anriefen, sollen seit Oktober 2022 unbemerkt auch Ermittler des bayerischen Landeskriminalamts mit in der Leitung gewesen sein, berichtet die Zeitung. „Auf dem Anschluss gehen fast ausschließlich Anfragen von Medienvertretern, Studenten und Schülern ein, die um eine Presseauskunft oder ein Interview bitten“, resümierten die Kriminalpolizisten laut SZ nach den ersten zwei Monaten ihrer Tätigkeit in einem Vermerk für die Generalstaatsanwaltschaft. Danach soll die Überwachung fortgeführt worden sein.
Gleichzeitig hätten die Ermittler nach SZ-Recherchen aber auch weitere Telefone der Aktivisten ins Visier genommen, darunter die individuellen Handys einiger führenden Personen, hieß es. Wer als Journalist in den vergangenen Monaten etwa mit Carla Hinrichs, einer der Sprecherinnen der „Letzten Generation“, sprechen wollte, der konnte sie am besten über ihr Handy erreichen. Auch dort soll die Polizei mit in der Leitung gewesen sein. Am 7. November 2022 etwa habe Hinrichs „mehrere aktuelle Anfragen des Spiegel“ gehabt, vermerkten die Ermittler dem Bericht zufolge.
Die Abhörmaßnahmen beruhten auf Gerichtsbeschlüssen, die das Amtsgericht München ausgefertigt hat, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“. Das Belauschen von Gesprächen mit Journalisten ist nicht per se verboten. Aber nach der Strafprozessordnung gelten dafür besonders hohe Hürden. Die Ermittler müssten stets genau Pressefreiheit gegen Strafverfolgung abwägen.
Ob dies hier geschehen ist, sei zweifelhaft, hieß es. In den ausführlichen Beschlüssen des Amtsgerichts München werde die Problematik der Pressefreiheit mit keinem Wort erwähnt, so die SZ.
Foto: Protest von „Letzter Generation“, über dts Nachrichtenagentur
Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) hat die Wiedereinführung von telefonischen Krankschreibungen gefordert. „Eine Krankschreibung per Telefon oder Video muss im Inland und auch bei einem Auslandsaufenthalt möglich sein“, sagte Michaela Schröder, Geschäftsbereichsleiterin Verbraucherpolitik bei VZBV. Das schütze Patienten und entlaste Arztpraxen.
Es sei unsinnig, wenn Patienten mit einem leichten Infekt in die Arztpraxis kommen müssten, nur weil sie eine Krankschreibung benötigten, so Schröder. „In skandinavischen Ländern hat man bereits gute Erfahrungen mit flexibleren Krankschreibungsmöglichkeiten gemacht. Die Sonderregelung zur telefonischen Krankschreibung während der Covid-19-Pandemie war eine Erfolgsgeschichte“, sagte die Verbraucherschützerin. Eine dauerhafte Lösung über den 31. März 2023 hinaus sei bislang an finanziellen Fragen gescheitert.
In dem am Freitag im Bundestag beschlossenen Gesetz gegen Arzneimittel-Engpässe wurde nun der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), das Selbstverwaltungsgremium im Gesundheitswesen, aufgefordert, eine dauerhafte Regelung zur Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung zu treffen. „Der Gemeinsame Bundesausschuss bekommt eine zweite Chance, die telefonische Krankschreibung dauerhaft umzusetzen. Diese Chance muss er nutzen“, sagte Schröder.
Foto: Verbraucherzentrale-Bundesverband, über dts Nachrichtenagentur
Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Angesichts von Dürren und Wasserknappheit in Europa hat Martin Schirdewan, Linksfraktionsvorsitzender im EU-Parlament, europaweite Wasserentnahmeentgelte für Großunternehmen gefordert. Während in Dörfern Wasser gespart werden müsse oder ein Freibad vorübergehend schließen musste, könnten Großkonzerne weiterhin billig Wasser kaufen, sagte Schirdewan dem „Spiegel“.
So zahle etwa Coca-Cola für die Entnahme in Lüneburg 0,18 Euro je Kubikmeter. „Statt Wasser für alle heißt es mal wieder `Großkonzerne first`. Während den Kommunen in den Sommermonaten das Wasser fehlt und jeder Einzelne zum Sparen angehalten wird, bekommen Großunternehmen den Freifahrtschein für Wasserverschwendung und müssen dafür kaum Entgelte entrichten“, sagte der Europapolitiker, der auch Bundeschef der Linken ist. Dabei sei es möglich, solche Entgelte für Europa einheitlich zu staffeln.
Privatpersonen, kleine und mittelständische Unternehmen sowie Unternehmen und Einrichtungen, die zur öffentlichen Daseinsvorsorge beitragen, sollten nichts bezahlen müssen. Großunternehmen wie Coca-Cola oder Tesla, deren Produktion auf Profite abziele, sollten dementsprechend höhere Entgelte für die Förderung von Grundwasser zahlen müssen, so Schirdewan.
Foto: Coca-Cola in einem Supermarktregal, über dts Nachrichtenagentur
Die Künstliche Intelligenz hat einen Wendepunkt erreicht und ist im Begriff, die Marktlandschaft zu verändern. Dies ist eine der wichtigsten Erkenntnisse unserer kürzlichen Tech-Tour im Silicon Valley, wo wir führende Entscheidungsträger trafen.;
Dominic Rizzo, Portfoliomanager für globale Technologieaktienstrategie
Paul Greene, US Large-Cap Core Growth Equity Strategy Portfoliomanager
James Stillwagon, Portfoliomanager für US-Kommunikations- und Technologieaktienstrategien
Die KI-Giganten: Generative KI ist nicht billig
Sicherlich haben die bekannten Technologieriesen große Fortschritte bei der Entwicklung der grundlegenden KI-Modelle gemacht. Doch dies ist aufgrund einer exponentiell gestiegenen Komplexität mit massiven Kosten für die Entwicklung und den Betrieb verbunden , so Paul Greene, der die U.S. Large-Cap Core Growth Equity Strategy verwaltet.
Eine seriöse Branchenschätzung besagt, dass für OpenAI jede Antwort auf eine Frage mit 30 Wörtern einen Penny kostet – ein scheinbar kleiner Betrag, der sich aber schnell summiert, wenn das System Millionen von Nutzern hat. Greene merkt an, dass ein ehemaliger KI-Spezialist von Google die Kosten für das Training eines homogenen Modells mit 530B Parametern, das nur zu Testzwecken eingesetzt wird, auf 100 Millionen US-Dollar geschätzt hat. „Es gibt nicht viele Unternehmen, die Schecks in dieser Höhe ausstellen können“, so Greene. „Dazu gehört auch OpenAI, das von seinem Partner Microsoft massiv subventioniert wird.“
Das Training von Modellen war bisher der größte Kostentreiber, aber es wird allgemein erwartet, dass das Inferencing – also die Ausführung des Modells zur Beantwortung von Benutzeranfragen – in Zukunft am teuersten sein wird. Damit unterscheidet sich die KI von den meisten anderen Softwarelösungen, die mit vernachlässigbarem Aufwand weitere Benutzer hinzufügen können. Auch wenn sich die Skalierung lohnt, sind dies nicht unbedingt nur gute Nachrichten für die großen Players. „Ich mache mir Sorgen darüber, wie sich das KI-Wettrüsten auf die Bilanzen selbst der Mega-Caps auswirken wird“, bemerkt Dominic Rizzo. „Alphabet, Microsoft, Meta, Amazon.com und andere werden viel Geld ausgeben müssen, um im Bereich KI wettbewerbsfähig zu bleiben.“
Alphabet scheint weiterhin an der Spitze zu stehen – vorerst
Als weiteres Argument für Größenvorteile verweist Greene auf die Vorteile von Unternehmen, die über umfangreiche, proprietäre Datensätze verfügen, die sie zum Trainieren neuer Modelle einsetzen können. Die Google-Muttergesellschaft Alphabet hat seiner Meinung nach in dieser Hinsicht besondere Vorteile. „Denken Sie an all ihre Kartendaten, App-Store-Daten und Netzwerkdaten sowie an die Daten, die durch YouTube und all ihre vielen anderen Produkte gesammelt werden“, argumentiert Greene. „Das sind alles riesige Datenreservoirs, die für sich genommen sehr wertvoll sind, aber noch mehr, wenn man sie kombiniert. Durch die Integration von Produkten und angemeldeten Nutzern entstehen sauberere Datensätze, und die Nutzung der Produkte durch die Kunden selbst kann bei der automatischen Kennzeichnung und dem menschlichen Feedback helfen.“
Foto: Paul Greene (Quelle: T. Rowe Price)
Greene glaubt, dass Google auch einen wichtigen Vorteil in seinem Talentpool hat. Vor einigen Jahren wurde geschätzt, dass die Hälfte der weltweit besten KI-Experten für das Unternehmen arbeitet. Auch wenn diese Zahl seitdem wahrscheinlich gesunken ist, hält Google vermutlich einen übergroßen Anteil an Talenten in diesem Bereich. Eine der wichtigsten Investitionen von Google in KI war der Kauf des in London ansässigen Start-ups DeepMind im Jahr 2014, das Ende 2015 die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf sich zog, als sein „AlphaGo“-Programm zwei der weltbesten Spieler des Brettspiels „Go“ schlug –eine Leistung, die weithin als unerreichbar für Computer galt.
Aber ist die Dominanz von Google gesichert?
Die Aktien von Alphabet haben nach der Veröffentlichung von ChatGPT gelitten, offenbar zum Teil deshalb, weil die Anleger spekulierten, dass Googles lukrative Dominanz auf dem Markt für Internetsuchen unter der Konkurrenz von ChatGPT und anderen „Chatbots“ leiden würde.
James Stillwagon, Portfoliomanager für Kommunikations- und Technologiewerte, ist der Ansicht, dass die Google-Suche im Laufe der Zeit immer fortschrittlichere KI-Funktionen enthalten wird: „Wir sehen bereits, wie Google mit multimodalen Konversationsformaten neben traditionellen textbasierten blauen Links experimentiert.“ „Mit sechs Produkten, die jeweils mehr als 2 Milliarden Nutzer weltweit bedienen (Suche, Gmail, Android, Chrome, YouTube und Google Play), glaube ich, dass Google im Rennen um die Skalierung und Kommerzialisierung von KI-Diensten für Verbraucher erhebliche Vertriebsvorteile haben wird“, bemerkt Stillwagon.
Foto: James Stillwagon (Quelle: T. Rowe Price)
Dennoch bleiben Fragen zu den potenziellen Monetarisierungs- und Kostenhürden für Suchanfragen, die rechenintensive große Sprachmodelle (LLMs) für KI-generierte Antworten erfordern. „Nachdem Google fast drei Jahrzehnte damit verbracht hat, die Suchergebnisse für die linkbasierte Lead-Generierung zu optimieren“, merkt Stillwagon an, „wird es wahrscheinlich sein Werbemodell an die neuen Suchschnittstellen anpassen und gleichzeitig die zusätzlichen Kosten für das Training und die Inferenz der LLMs ausgleichen müssen.“
Auf die Umsetzung wird es ankommen, vor allem, weil der Kampf um die Suche auf Googles heimischem Terrain ausgetragen wird. Greene merkt an, dass sich dies als ein Fall des so genannten „Innovatorendilemmas“ erweisen könnte. Dieser Begriff wurde von Clayton Christensen von der Harvard University geprägt und beschreibt die Tendenz von Unternehmen, die in einem neuen Markt groß werden, diesen dann an kleinere Firmen zu verlieren – oder von diesen gestört zu werden. Der Grund dafür ist, dass große Unternehmen dazu neigen, sich auf die Bedienung bestehender Kunden zu konzentrieren, während kleinere und wendigere Unternehmen versuchen, neue Kunden mit neuen Bedürfnissen zu finden.
Nutzung anderer einzigartiger Datensätze
Obwohl Amazon seine KI-Bemühungen weitgehend unter Verschluss gehalten hat, profitiert das Unternehmen auch von der Dominanz seiner Branche. Der größte Online-Händler außerhalb Chinas verfügt über ein unübertroffenes Reservoir an Daten darüber, wie sich Verbraucher verhalten und denken, und zwar durch Text (Produktrezensionen), verbale Hinweise (Antworten auf die Sprachassistentin Alexa), Bewegung (Standortdaten) und Käufe von Büchern bis hin zu Medikamenten.
Die Entscheidung von Facebook, sich in Meta Platforms umzubenennen und das „Metaverse“ aufzubauen, spiegelt die Ambitionen des Unternehmens für die nächste Generation von Technologien, einschließlich KI, wider. Stillwagon merkt an, dass Facebook über umfangreiche Erfahrungen mit der Nutzung von maschinellem Lernen verfügt, um seine Nutzer zu verstehen und geeignete Werbung und Inhalte an die richtigen Personen zu richten. Wie alle Eltern bestätigen können, ist TikTok zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten von Facebook geworden, der das Gleiche tut, vielleicht sogar besser.
Die Fortschritte von Meta und Amazon bei der Entwicklung generativer KI bleiben unklar, obwohl Dominic Rizzo anmerkt, dass Meta eine wichtige Rolle beim Aufbau der Open-Source-Community für KI gespielt hat. „Ich bin sicher, dass Meta über alle Werkzeuge verfügt, um im Bereich der KI führend zu sein und ich glaube, dass Amazons riesige Cloud-Computing-Ressourcen und seine internen Halbleiterkapazitäten dem Unternehmen eine einzigartige Möglichkeit bieten, generative KI zu entwickeln und sie der breiten Masse zugänglich zu machen.“
Wenn Bing auf Chatbot trifft
Die unmittelbarste Herausforderung für Googles KI-Dominanz ist Microsoft – nicht zuletzt aufgrund seiner bedeutenden Investitionen und Partnerschaft mit OpenAI. Microsoft hat bereits damit begonnen, Chatbots in seine Suchmaschine Bing und seine Office-Softwaresuite zu integrieren, und CEO Satya Nadella hat ehrgeizige Pläne angekündigt, OpenAI noch stärker in das Software-Ökosystem des Unternehmens einzubinden.
Wie Greene anmerkt, ist Microsoft kein Neuling im Bereich der KI. So hat sich Microsoft mit dem Chiphersteller NVIDIA zusammengetan, um 2021 das Modell Megatron-Turing Natural Language Generation (MT-NLG) zu veröffentlichen, das einen wichtigen Schritt bei der Entwicklung generativer KI darstellt.
Inwieweit generative KI und Chatbots Microsofts Bing oder andere sprachinteraktive Systeme wie Google Assistant, Amazons Alexa oder Apples Siri aufwerten werden, bleibt abzuwarten. Die Aktien von Alphabet stürzten Anfang Februar um fast 9 % ab, nachdem die Einführung des Chatbots „Bard“ das neue Webb-Teleskop der NASA fälschlicherweise als das erste Teleskop identifizierte, das ein Bild eines Planeten außerhalb unseres Sonnensystems aufgenommen hat – ein Kunststück, das tatsächlich im Jahr 2004 gelang. ChatGPT wurde bald darauf selbst in Verlegenheit gebracht, nachdem es versucht hatte, einen Autor der New York Times davon zu überzeugen, seine Frau für das Programm zu verlassen – ein Ergebnis des Trainings mit verführerischen Textnachrichten aus dem Internet.
Ein neues „Wettrüsten“ hat im Technologiesektor begonnen
Fotos der drei Autoren Dominic Rizzo, Paul Greene und James Stillwagon (Quelle für alle: T. Rowe Price)
Kennen Sie schon unser neues Wirtschaftsmagazin „Paul F„? Jetzt bei Readly lesen.Eine kostenlose Leseprobe von Paul F gibt es bei United Kiosk. Ebenfalls finden Sie die aktuelle Ausgabe im Lesezirkel von Sharemagazines.
Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Cyberattacken auf Firmen und staatliche Einrichtungen in Deutschland haben in den vergangenen Jahren zugenommen. Das ist das Ergebnis einer Erhebung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PwC) und ihrer Strategieberatung „Strategy&“, über die der „Spiegel“ berichtet.
2022 wurden 70 Prozent der befragten Organisationen mit bis zu zehn Attacken konfrontiert. Die übrigen 30 Prozent verzeichneten noch deutlich mehr Angriffe, fünf Prozent wurden mehr als 500-mal attackiert. Befragt wurden 478 Beschäftigte in einer ähnlich großen Zahl von Organisationen im öffentlichen und privaten Sektor. Die Mehrheit gab an, dass seit Ausbruch der Coronapandemie und des Ukrainekriegs die Zahl der Angriffe gestiegen sei.
Das größte Sicherheitsrisiko sehen die Befragten im Homeoffice und damit zusammenhängenden Technologien, etwa der Cloud. Bei den meisten Angriffen handelt es sich um Phishing (77 Prozent), Spam (68 Prozent) und Malware (42 Prozent). Kleinen und mittelgroßen Firmen fehlt es laut Studie an Geld, um IT-Experten einzustellen und Abwehrstrukturen aufzubauen. Daneben täten sich vor allem öffentliche Einrichtungen schwer, Personal für die Cyberabwehr zu gewinnen.
Ein Hebel, um die Sicherheit zu stärken, liege „in der besseren Kooperation zwischen privatem und öffentlichem Sektor“, sagte Rainer Bernnat, Leiter des Bereichs Öffentlicher Sektor der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.
Foto: Computer-Nutzer, über dts Nachrichtenagentur