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Die Zentralbanken halten noch immer das Zepter in der Hand

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Wirtschaft Welt Investment Konsens Jahr

Ein aktueller Investmentausblick „The Globe“ von Eurizon:

Die Inflation ist nach den jüngsten verfügbaren Daten im Mai erneut gesunken und liegt im Jahresvergleich nun bei 4 % in den USA und 6,1 % in der Eurozone. Dies ist ein respektabler Rückgang, wenn man bedenkt, dass die Höchstwerte in den USA bei 9,1 % und bei uns in Europa bei 10,6 % lagen. Dieser Rückgang reicht jedoch nicht aus, um das Aufflammen der Inflation als beendet zu betrachten, zumal ein Großteil des Rückgangs auf die Normalisierung der Energiepreise zurückzuführen ist, während die Kernkomponenten immer noch überaus hohe Preise aufweisen.

Auf jeden Fall sind die Märkte allgemein weiterhin davon überzeugt, dass die Inflationsrate in Richtung 2 % tendiert. Die Konsensschätzungen sagen für die nächsten anderthalb Jahre einen Rückgang der Inflation in den USA und in der Eurozone bis Ende 2024 auf die 2-Prozent-Marke voraus.

Was das Wirtschaftswachstum anbelangt, so gehen die Analysten in ihren Gesamteinschätzungen von einer Fortsetzung der geordneten Verlangsamung aus, die Ende 2023 nahe der Nulllinie liegen und dann in den Jahren 2024 und 2025 auf ein niedriges, aber stabiles Niveau steigen wird.

Im Vergleich zu dieser idealen Kombination aus sanfter Verlangsamung von Inflation und Wachstum werden insbesondere zwei Aspekte zu beobachten sein: zum einen die Kerninflationsdaten, die sich analog zum Energiesektor entwickeln dürften, und zum anderen die Arbeitsmarktstatistiken. Bei Letzteren würde eine Abschwächung der Inflationsrate das Risiko einer starken Verlangsamung stärker in den Vordergrund rücken.

Die Zentralbanken haben sich durch den Rückgang der Inflation nicht beirren lassen und ihre Position beibehalten. Allerdings hat die Fed die Zinsen im Juni nicht erhöht, nachdem sie diese zehnmal in Folge angehoben hatte. Die EZB hob die Zinssätze um 25 BP an, verlangsamt aber seit einigen Monaten ihr Tempo.

Was die Zukunft betrifft, so hat die Fed angedeutet, dass sie die Zinssätze in diesem Jahr noch zwei weitere Male anheben will. Die Märkte folgen ihr nur bedingt. Sie glauben: Sollten keine besonders guten Arbeitsmarkt- oder Inflationsdaten vorgelegt werden, werde die Fed die Zinssätze nicht erneut anheben. Auch die EZB hat grundsätzlich erklärt, die Geldpolitik weiter straffen zu wollen.

Der Markt rechnet daher mit zwei weiteren Anhebungen bis zum Herbst.
Wir befinden uns also in der Endphase einer beschleunigten Straffung der Geldpolitik, die vor mehr als einem Jahr begonnen hat. 2024 wird höchstwahrscheinlich ein Jahr mit sinkenden Zinssätzen sein – entweder weil die Inflation eingedämmt wird (Szenario eines „Soft Landings“) oder weil es notwendig sein wird, die makroökonomische Verlangsamung einzudämmen (Szenario eines „Hard Landings“).

In beiden Fällen erscheint der Anleihemarkt attraktiv. Hier waren die kurz- und mittelfristigen Zinssätze zu den Jahreshochs zurückgekehrt, ohne diese zu überschreiten. Außerdem spricht die Form der Kurven in den USA und in Deutschland, die extrem invers sind, dafür, dass sich die geldpolitische Straffung nun in ihrer Endphase befindet.

Die Risikoaktiva reagierten gelassen auf die noch immer bestehenden Restriktionsabsichten der Zentralbanken. Im Gegenteil, die Anleihespreads zogen sich zusammen und die Aktienmärkte stiegen. Auch hieran lässt sich erkennen, dass ein Ende der geldpolitischen Straffung bevorsteht und der Konjunkturzyklus sich fortsetzt.
Dieses Szenario wird sich in den kommenden Monaten anhand der Inflations- und Beschäftigungsdaten bewähren müssen, mittelfristig kann es jedoch als zentral angesehen werden.

Unter den Unternehmensanleihen weisen Investment-Grade-Anleihen ein attraktives Risiko- Ertrags-Verhältnis auf, da die Zinssätze bei Fälligkeit hoch sind und die Renditeaufschläge bereits ein gewisses Maß an wirtschaftlicher Verlangsamung berücksichtigen. High Yields hingegen sind einem größeren Volatilitätsrisiko ausgesetzt. Interessant sind daher Anleihen aus Schwellenländern, in denen die Zentralbanken Spielraum haben, um eine mögliche Konjunkturabschwächung auszugleichen.

Bei Aktien liegen die absoluten (Kurs-Gewinn- Verhältnis) und die relativen Bewertungen (Risikoaufschlag gegenüber Staatsanleihen) mittelfristig gesehen im Rahmen ihrer historischen Durchschnittswerte. Eine Verlängerung der geldpolitischen Straffung oder umgekehrt eine starke Konjunkturabschwächung könnte jedoch die Volatilität wieder anheizen, die in letzter Zeit angesichts der Erwartung eines Soft Landings in den Hintergrund getreten ist.

Die Zentralbanken halten noch immer das Zepter in der Hand

Foto: Bild von Colin Behrens auf Pixabay

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Hamburger Politiker drohen NRW-Justizminister mit Klage

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Hamburgische Bürgerschaft, über dts NachrichtenagenturHamburg (dts Nachrichtenagentur) – Weil das Justizministerium in NRW unter Leitung von Minister Benjamin Limbach (Grüne) sich offenbar weigert, die vollständigen Ermittlungsakten zum Cum-Ex-Skandal an den Parlamentarischen Untersuchungsausschuss in Hamburg weiterzugeben, drohen Politiker aus der Hansestadt mit einer Klage. Das berichtet das „Handelsblatt“ (Mittwochsausgabe).

Das NRW-Ministerium vertritt demnach die Ansicht, die Dokumente vor der Weitergabe sichten und filtern zu dürfen – der Hamburger Abgeordnete Richard Seelmaecker (CDU) will das nicht länger hinnehmen. „Sollte der Minister die Unterlagen nicht umgehend weitergeben, werden wir Klage einreichen“, sagte er der Zeitung. Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt im Umfeld der M.M. Warburg und der HSH Nordbank. Beide Fälle sind auch Gegenstand der Untersuchungen der Hamburger Bürgerschaft.

Er hat den Auftrag, zu klären, warum der Hamburger Senat und die Hamburger Steuerverwaltung bereit waren, „Steuern in Millionenhöhe mit Blick auf Cum-Ex-Geschäfte verjähren zu lassen“ und inwieweit es dabei zur Einflussnahme zugunsten der steuerpflichtigen Bank und zum Nachteil der Hamburger gekommen sei. Dabei geht es konkret auch um die Frage, ob es unter dem ehemaligen Ersten Hamburger Bürgermeister und heutigen Bundeskanzler Olaf Scholz zu politischer Einflussnahme zugunsten des Hamburger Bankiers Christian Olearius kam. Der Begriff Cum-Ex steht für den wohl größten Steuerskandal Deutschlands. Er bezeichnet eine Methode des Aktienhandels, bei der sich die Beteiligten doppelt so viel Steuern erstatten ließen, wie sie zahlten.

Banken und Investoren verdienten damit Milliarden.


Foto: Hamburgische Bürgerschaft, über dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Künast drängt auf Schutz von Kindern vor "Zuckerbomben"

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Renate Künast, über dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Anlässlich neuer Untersuchungen des Max-Rubner-Instituts, nach denen Kinderlebensmittel noch immer häufig zu viel Zucker, Fett und Salz enthalten, fordern die Grünen den Koalitionspartner FDP auf, den Weg für eine Beschränkung der an Kinder gerichteten Werbung freizumachen. „Die Reduktion von Zucker, Salz und Fett bei Produkten mit Kinderoptik ist nicht ausreichend“, sagte die Ernährungsexpertin der Grünen-Bundestagsfraktion, Renate Künast, dem „Tagesspiegel“.

Das gehe zulasten der Gesundheit der Kinder, von denen schon jetzt 15 Prozent übergewichtig und sechs Prozent adipös sind. „Damit Kinder endlich vor Zuckerbomben und Co. geschützt werden, müssen wir umso dringlicher das Gesetz zur Regulierung des Kindermarketings auf den Weg bringen“, sagte Künast. Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) hatte zuletzt einen Entwurf für Werbeverbote zu bestimmten Sendezeiten vorgelegt, der jedoch von der FDP abgelehnt wird.


Foto: Renate Künast, über dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Stoltenberg soll weiteres Jahr Nato-Generalsekretär bleiben

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Jens Stoltenberg, über dts NachrichtenagenturBrüssel (dts Nachrichtenagentur) – Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg soll ein weiteres Jahr an der Spitze des Verteidigungsbündnisses stehen. Wie die Allianz mitteilte, beschlossen die Mitgliedsstaaten am Dienstag, sein Mandat bis zum 1. Oktober 2024 zu verlängern.

Die Entscheidung muss noch von den Staats- und Regierungschefs auf dem anstehenden Gipfel in Vilnius bestätigt werden, was allerdings als Formsache gilt. Die Suche nach einem Nachfolger hatte sich zuvor schwierig gestaltet, Stoltenberg selbst hatte mehrfach erklärt, eigentlich keine weitere Amtszeit anzustreben. Der norwegische Politiker ist seit 2014 Nato-Generalsekretär. Ursprünglich wollte er bereits im Herbst 2022 aufhören, um im Anschluss norwegischer Zentralbankchef zu werden.

Wegen des russischen Überfalls auf die Ukraine wurde seine Amtszeit aber verlängert, im Zuge dessen erklärte Stoltenberg zudem seinen Verzicht auf den Posten als Chef der Zentralbank.


Foto: Jens Stoltenberg, über dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Höhere Lebensmittelpreise bedrohen Ernährungssicherheit und politische Stabilität weltweit

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Ein aktueller Marktkommentar von Giancarlo Perasso, Lead Economist Africa and Former Soviet Union und Elizabeth Doppelt, Senior Associate for the Global Macroeconomic Research Team bei PGIM Fixed Income:

Der Einmarsch Russlands in die Ukraine im vergangenen Jahr hat einen Krieg ausgelöst, der die globalen Lebensmittelversorgungsketten auf den Kopf gestellt hat. Seitdem haben steigende Lebensmittelpreise weltweit für Unmut gesorgt und zu Protesten in Ländern wie Pakistan, Ecuador, Indien und vielen anderen geführt.

Die Preise für Nahrungsmittel und Düngemittel sind im Vergleich zu ihren jüngsten Höchstständen wieder gesunken. Da jedoch Russland und die Ukraine wichtige Exporteure von Nahrungsmitteln und Russland und Belarus wichtige Produzenten von Düngemitteln sind, befinden sich die Preise immer noch auf historischen Höchstständen. Auch bleibt die geopolitische Lage weiterhin angespannt. Hinzu kommt, dass die volatilen Ölpreise und die zunehmend unsicheren Wetterbedingungen die Kosten für die Produktion und den Transport von Nahrungsmitteln in die Höhe getrieben haben.

 

ABBILDUNG 1A

Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO)
World Food Price Index 

 

Lebensmittelpreise

ABBILDUNG 1B

Green Market North America Fertiliser Price Index (in U.S. Dollar)

Lebensmittelpreise

 

In den letzten Monaten haben sich die meisten Analysten und Investoren auf die inflationären Auswirkungen steigender Lebensmittelpreise konzentriert. Diese Auswirkungen waren in Schwellenländern besonders stark, da Lebensmittel dort einen höheren Anteil am Warenkorb ausmachen als in Industrieländern.

Steigende Lebensmittelpreise gefährden Ernährungssicherheit auch bei einer Inflationsstabilisierung

Falls sich die Lebensmittelpreise stabilisieren oder um das aktuelle Niveau herum schwanken, wird ihr Einfluss allmählich aus den Inflationsdaten verschwinden. Dennoch wird das Preisniveau für Nahrungsmittel deutlich höher als in den vergangenen Jahren sein, was die Kaufkraft der Verbraucher spürbar schmälert.

Diesen Kaufkraftverlust können die privaten Haushalte nur dann ausgleichen, wenn sich ihre Einkommenszuwächse beschleunigen – was aber angesichts der konjunkturellen Abkühlung in den Schwellenländern in den nächsten Monaten eher unwahrscheinlich ist. In der Folge verringern höhere Lebensmittelpreise die Erschwinglichkeit von Lebensmitteln und beeinträchtigen die Ernährungssicherheit, und zwar auch dann, wenn sich die Inflation wieder stabilisiert.

Lebensmittelpreise

Das Zusammenspiel von hohen Preisen, niedrigen oder langsam steigenden Einkommen und unsicherer oder abnehmender Ernährungssicherheit ist ein Nährboden für soziale Unzufriedenheit. Langfristig kann diese Situation dazu führen, dass Regierungen ihre Haushaltspolitik lockern, ihre Staatsverschuldung neu verhandeln oder im Extremfall gar abgelöst werden.

Ziel unserer Analyse war es herauszufinden, welche Länder unter diesen Bedingungen am stärksten von den sozialen Herausforderungen bedroht sind. Dafür haben wir zuerst einen neuen Index für Inflation, Arbeitslosigkeit und Ernährungsunsicherheit berechnet. Im Anschluss haben wir diesen neuen Index mit dem „Political Stability and Absence of Violence/Terrorism“-Index der Weltbank verglichen, der die Anfälligkeit eines Landes für soziale Unruhen misst.

Mehrschrittiger Analyseprozess zur Bestimmung der jeweiligen Nahrungsmittelversorgung

Zunächst wurde für jedes Land ein Misery Index als Summe der jüngsten Arbeitslosen- und Inflationsraten berechnet. Je höher der Wert des Misery index ausfällt, desto schwieriger ist die jeweilige wirtschaftliche Gesamtsituation. Damit wird nun auch der Faktor der Arbeitsmarktstabilität in unsere frühere Analyse mit einbezogen, da eine höhere Arbeitslosigkeit eine soziale Herausforderung darstellt, die Anlass zu politischen Unruhen geben kann. Im Anschluss haben wir den Global Food Security Index (GFSI) des Economist herangezogen, um zu messen, wie prekär die Nahrungsmittelversorgung in den einzelnen Ländern ist.

Anschließend wurden sowohl der Misery index als auch der GFSI auf Werte zwischen 0 und +1 normiert und der Mittelwert beider Werte gebildet. Weil der Misery Index und der GFSI auf einer umgekehrten Skala gemessen werden, haben wir den normalisierten Index der Ernährungsunsicherheit von 1 subtrahiert. Das heißt, je höher die Summe der beiden Indizes ausfällt, desto schlechter steht es um die Kombination aus Ernährungssicherheit und wirtschaftlicher Lage, die unser neuer Index abbildet.

 ABBILDUNG 2
Algebraische Betrachtungsweise

Lebensmittelpreise

 

 ABBILDUNG 3
Kombinierter Index für Misery und Ernährungsunsicherheit versus Index für politische Stabilität

Lebensmittelpreise

Obwohl das Ergebnis kein eindeutiges geografisches Muster erkennen lässt, enthält der „schlechteste“ Quadrant in der linken oberen Ecke eine Reihe von Ländern südlich der Sahara. In diesem Quadranten stellen die hohen Nahrungsmittelpreise große humanitäre, soziale und fiskalische Herausforderungen dar, wie die jüngsten Proteste in Kenia zeigen.

Die Länder im rechten unteren Quadranten hingegen weisen im Vergleich zu ihren Peers eine höhere Ernährungssicherheit und eine größere politische Stabilität auf. Diese Länder bieten potenzielle Chancen in Bezug auf den relativen Wert. Wir erwarten beispielsweise, dass sich die Situation in Costa Rica verbessert, da das Gesetz zur fiskalischen Verantwortung in Übereinstimmung mit dem IWF-Programm die Kreditbasis des Landes weiter verbessert. Auch Katar sticht hervor, da es weiterhin von der steigenden Erdgasnachfrage europäischer Kunden profitiert.

Höhere Lebensmittelpreise bedrohen Ernährungssicherheit und politische Stabilität weltweit

Foto von Giancarlo Perasso und Elizabeth Doppelt (Quelle für beide: PGIM Fixed Income)

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Bauernverband erwartet geringere Getreide- und Rapsernte

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Rapsfeld mit Fahrgasse, über dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Deutsche Bauernverband (DBV) erwartet in diesem Jahr eine geringere Getreideernte. In seiner am Dienstag veröffentlichten Prognose geht der DBV von 40,9 Millionen Tonnen aus, womit die Erwartungen deutlich unter dem Durchschnitt der Jahre 2018 bis 2022 (42,2 Millionen Tonnen) und auch sechs Prozent unter dem Vorjahresergebnis (43,6 Millionen Tonnen) liegen.

„Wir erwarten eine unterdurchschnittliche Ernte bei erneut großen regionalen Unterschieden“, sagte DBV-Präsident Joachim Rukwied. „In vielen Landesteilen hat die lange Trockenheit im Mai und Juni deutliche Schäden in den Beständen verursacht, sodass die Ertragserwartungen auch in diesem Jahr unter dem langjährigen Mittel liegen.“ Die regionalen Niederschläge der letzten 14 Tage seien für das Getreide vielerorts zu spät gekommen, aber natürlich hilfreich für Zuckerrüben, Kartoffeln und den Futterbau. „Die Landwirtschaft spürt die Auswirkungen des Klimawandels bereits deutlich, die Zunahme von extremen Wetterlagen sorgt dafür, dass die Erträge rückläufig und schwankend sind“, so Rukwied.

Starker Flächenverlust durch Siedlungsbau und Infrastrukturmaßnahmen sorge zusätzlich für rückläufige Erntemengen. In Deutschland wird in diesem Jahr etwas weniger Getreide angebaut als in den Vorjahren. Mit einer Anbaufläche von 2,84 Millionen Hektar (-2 Prozent) ist der Winterweizen unverändert die im Anbau bedeutendste Getreideart in Deutschland, gefolgt von der Wintergerste mit 1,27 Millionen Hektar. Die Anbaufläche von Sommergerste ist mit 329.000 Hektar etwa 11 Prozent kleiner als im vergangenen Jahr, ein ähnlicher Rückgang ist beim Hafer mit einer Fläche von voraussichtlich 138.400 Hektar (-13 Prozent zum Vorjahr) zu beobachten.

Beim Winterraps hat die Anbaufläche um rund 80.000 Hektar weiter zugenommen und liegt nun bei 1,16 Millionen Hektar. Damit liegt der Anbauumfang in etwa auf dem Niveau des fünfjährigen Mittelwertes (1,65 Millionen Hektar). Die derzeit fallenden Preise ließen jedoch erwarten, dass sich dieser Trend nicht weiter fortsetze. Abhängig sei dies allerdings auch von den Ernteergebnissen in Nordamerika.

Hier bestehe aufgrund der dortigen Trockenheit in weiten Teilen Kanadas und der USA noch große Unsicherheit, so der Verband. Für die nun bevorstehende Getreideernte hofften die deutschen Bauern zwar auf sommerliche und hoffentlich oft trockene Witterungsverhältnisse, damit Mais, Kartoffeln und Zuckerrüben den Entwicklungsrückstand aus dem Frühsommer aufholen könnten, brauche es jedoch auch in den nächsten Wochen ausreichende Niederschläge. Diese seien auch für die tierhaltenden Betriebe notwendig, um eine gute Grundfutter- und Silomaisernte einfahren zu können, so der DBV.


Foto: Rapsfeld mit Fahrgasse, über dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Lebenslänglich für Angeklagten im Illerkirchberg-Prozess

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Justicia, über dts NachrichtenagenturUlm (dts Nachrichtenagentur) – Im Prozess um den Messerangriff im baden-württembergischen Illerkirchberg, bei dem im Dezember 2022 ein 14-jähriges Mädchen getötet wurde, ist der Angeklagte zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Ulm sprach den 27-jährigen Mann aus Eritrea am Dienstag wegen Mordes schuldig.

Das Gericht stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest, wodurch eine vorzeitige Entlassung aus der Haft nach 15 Jahren nahezu ausgeschlossen ist. Laut der Anklage soll der Verurteilte am 5. Dezember beschlossen haben, unter Einsatz eines Messers bei der für ihn zuständigen Ausländerbehörde die Ausstellung eines Ausweisdokuments zu erzwingen. Als er am Morgen das von ihm bewohnte Haus verlassen habe, soll er das für seine geplante Tat erforderliche Messer aus seinem Rucksack genommen und in seine Jackentasche gesteckt haben. In der Annahme, dass zwei an seinem Haus in diesem Moment vorbeigehende Mädchen das Messer bei ihm entdeckt hätten, soll er spontan beschlossen haben, diese zu töten.

Dadurch wollte er offenbar verhindern, dass die Mädchen die Polizei verständigen und seinen Plan durchkreuzen würden. Weiter soll er die ihm unbekannten beiden Mädchen zunächst kurz gegrüßt und unmittelbar darauf unter Ausnutzung des Überraschungsmoments von vorne auf den Oberkörper der 13-Jährigen eingestochen habe. Durch Zufall drang die Messerklinge nicht in den Brustkorb der Geschädigten ein, sondern wurde durch eine Rippe abgelenkt. Die 13-Jährige konnte fliehen und überlebte die Messerattacke.

Der Angreifer wandte sich unterdessen der 14-Jährigen zu und stieß sie von hinten zu Boden: Daraufhin stach er mehrfach mit seinem Messer mit 16 cm Klingenlänge in den Bereich des Rückens und des Hinterkopfs seines Opfers ein, bis dieses leblos am Boden liegen blieb. Danach ging der Täter in seine Wohnung zurück, wo er kurze Zeit später festgenommen werden konnte. Zuvor hatte er sich möglicherweise in Suizidabsicht selbst im Bereich des Halses und des Bauchs diverse Stich- und Schnittverletzungen zugefügt. Die 14-Jährige verstarb wenig später im Krankenhaus an inneren Blutungen, die durch die Messerstiche verursacht worden waren.


Foto: Justicia, über dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Anteil der Schulabgänger ohne Abschluss wieder etwas höher

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Gang in einer Schule, über dts NachrichtenagenturWiesbaden (dts Nachrichtenagentur) – Der Anteil der Schüler ohne Abschluss ist zuletzt wieder leicht gestiegen. Im Jahr 2021 lag er bei 6,2 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Dienstag mit.

Insgesamt verließen rund 47.500 Schüler die allgemeinbildenden Schulen ohne sogenannten Ersten Schulabschluss (Hauptschulabschluss). Im Vorjahr hatte dieser Anteil bei 6,0 Prozent gelegen, 20 Jahre zuvor bei knapp 9,6 Prozent. Allerdings hat gut die Hälfte dieser Schüler (23.800) einen Förderschulabschluss. Von den Schülern, die die allgemeinbildende Schule verließen, schloss mehr als ein Drittel (34,3 Prozent) mit der Allgemeinen Hochschulreife, dem Abitur, ab (263.400 Abschlüsse).

20 Jahre zuvor hatte der Anteil der Abiturienten noch 23,1 Prozent betragen. Der größte Anteil der Schüler (43,5 Prozent) verließ die Schule 2021 mit Mittlerem Schulabschluss, dem Realschulabschluss (334.100 Abschlüsse). Stark an Bedeutung verloren hat der Erste Schulabschluss (Hauptschulabschluss): Mit 122.300 Absolventen betrug dieser Anteil 15,9 Prozent im Jahr 2021 gegenüber 16,5 Prozent im Vorjahr und 25,5 Prozent im Jahr 2001. Junge Menschen ohne einen Schulabschluss des Sekundarbereichs II haben vergleichsweise schlechte Chancen, in Ausbildung zu kommen: So schlossen im Jahr 2021 nur 13.100 Menschen ohne Schulabschluss neue Ausbildungsverträge ab.

Von Personen mit Erstem Schulabschluss (Hauptschulabschluss) wurden 111.900 Ausbildungsverträge neu abgeschlossen. Dementsprechend stieg der Anteil der 18- bis 24-Jährigen, die höchstens einen Mittleren Schulabschluss haben und sich nicht oder nicht mehr in (Aus-)Bildung oder Weiterbildung befinden, von 10,2 Prozent im Jahr 2020 auf 12,4 Prozent im Jahr darauf. 2022 lag dieser Bildungsindikator nach vorläufigen Ergebnissen ebenfalls bei 12,4 Prozent. Damit liegt Deutschland im EU-Vergleich im hinteren Viertel: Lediglich drei Mitgliedsstaaten der Europäischen Union hatten eine höhere Quote.

Im gesamten EU-Durchschnitt lag der Anteil im Jahr 2022 bei 9,6 Prozent, so das Bundesamt.


Foto: Gang in einer Schule, über dts Nachrichtenagentur

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Geheimdienst: Russland bremst Gegenoffensive mit Minen aus

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Kreml, über dts NachrichtenagenturLondon/Moskau (dts Nachrichtenagentur) – Nach Einschätzung des britischen Militärgeheimdienstes haben die russischen Streitkräfte ihre Taktik zur Verlangsamung der ukrainischen Gegenoffensive in der Südukraine zuletzt verfeinert und priorisiert. Das Kernstück dieses Ansatzes sei der massive Einsatz von Panzerabwehrminen, heißt es am Dienstag im täglichen Lagebericht aus London.

In einigen Gebieten deute die Dichte der Minenfelder darauf hin, dass Russland wahrscheinlich viel mehr Minen eingesetzt habe, als in seiner Militärdoktrin vorgesehen sei. Nachdem Russland den ukrainischen Vormarsch verlangsamt hatte, versuchte es laut London, die ukrainischen gepanzerten Fahrzeuge mit unbemannten Luftfahrzeugen, sogenannten „Kamikaze-Drohnen“, anzugreifen. Obwohl sie mit diesem Ansatz in der Anfangsphase der ukrainischen Gegenoffensive einige Erfolge erzielt hätten, litten die russischen Streitkräfte weiterhin unter entscheidenden Schwächen, insbesondere unter überdehnten Einheiten und einem Mangel an Artilleriemunition, so die Briten.


Foto: Kreml, über dts Nachrichtenagentur

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VDA sieht E-Fuels als "Idee der Zukunft" ohne Erfolgsgarantie

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Werbung für E-Fuels, über dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Verband der Automobilindustrie (VDA) blickt zurückhaltend auf die weitere Entwicklung von sogenannten E-Fuels. Diese seien eine „Idee für die Zukunft“, sagte VDA-Präsidentin Hildegard Müller der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

„Ob und wann E-Fuels wirtschaftlich werden, wird sich dann zeigen.“ Bei einer Massenproduktion rechne sie mit einem Preisrückgang. Bei der Transformation der Branche sieht sie unterdessen große Anstrengungen: „Die deutsche Automobilindustrie setzt ganz klar auf die Elektromobilität“, so Müller. In den nächsten vier Jahren werde die Branche rund 250 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung investieren, insbesondere in die E-Mobilität.

Weitere 130 Milliarden Euro seien für den Umbau von Werken vorgesehen. Die Zahlen bewiesen laut Müller die „Entschlossenheit“ der Branche, „diesen Wandel erfolgreich zu gestalten“.


Foto: Werbung für E-Fuels, über dts Nachrichtenagentur

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