Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Nach der Karlsruher Entscheidung zum Heizungsgesetz sieht CDU-Generalsekretär Mario Czaja die Ampel-Koalition in starken Turbulenzen. „Das Tischtuch zwischen den Koalitionsfraktionen ist schwer angerissen“, sagte er der „Rheinischen Post“ (Freitagsausgabe).
Scharfe Kritik übte Czaja dabei an den Liberalen: Die FDP feiere sich selbst dafür, dass das Gesetz jetzt nicht beraten werde, dabei habe die Partei „bis zur letzten Minute“ an dem Vorhaben mitgewirkt. „Das zeigt die Verlogenheit der FDP in der ganzen Debatte.“ Der CDU-Generalsekretär ergänzte, dass es sich zeige, dass die Ampel politisch nicht geführt werde. „Die Verantwortung dafür liegt im Kanzleramt bei Olaf Scholz.“
Zugleich fügte der Generalsekretär hinzu, dass die Koalition das Gesetz jetzt „auch aus inhaltlichen Erwägungen“ zurückziehen müsse. Czaja warb in diesem Zusammenhang für einen „Konsens der politischen Parteien“.
Namibia hat eine neue nachhaltige Attraktion entlang seiner felsigen Küste gefunden. Das niederländische Startup Kelp Blue hat ein bahnbrechendes Seetang-Anbauprojekt vor der Küste von Lüderitz ins Leben gerufen, das nicht nur ökologische Vorteile bringt, sondern auch Namibia als aufstrebende grüne Tourismusdestination etabliert.
Das Pilotprojekt von Kelp Blue fokussiert sich auf den Anbau von Riesentang, einer Art von Braunalgen, die dazu beiträgt, klimaschädliches Kohlendioxid zu binden. Die erzeugten Seetangprodukte reichen von Kosmetik bis hin zu biologisch abbaubarer Lebensmittelverpackung und Biostimulanzien zur Steigerung der Ernteerträge und Dürretoleranz. Dieser innovative Ansatz zur Bekämpfung des Klimawandels macht Namibia zu einem Vorreiter im Bereich der grünen Technologien.
Das Projekt in Lüderitz bietet jedoch nicht nur einen Umweltvorteil. Es hat auch das Potenzial, den Tourismus in Namibia anzukurbeln. Die Stadt Lüderitz selbst war einst für ihren Diamantenabbau bekannt, aber nun eröffnen sich durch das Seetang-Anbauprojekt neue Möglichkeiten für nachhaltigen Tourismus, der sich um den Schutz und die Erhaltung der natürlichen Umwelt bemüht. Touristen haben die Möglichkeit, die beeindruckenden Seetangwälder vor der Küste zu erkunden und die reiche marine Biodiversität zu erleben. Die Küstenlage von Lüderitz bietet ideale Bedingungen für das Wachstum von Seetang und lockt sowohl Abenteuerlustige als auch Naturliebhaber an.
„Wir freuen uns sehr über Kelp Blue und ähnliche Projekte, die dazu beitragen, Namibia als nachhaltige Destination zu festigen. Zukunftsorientierte Entwicklungen dieser Art werden von uns ausdrücklich unterstützt und wir setzen uns weiterhin aktiv dafür ein, dass Namibia als Vorreiter im nachhaltigen Tourismus wahrgenommen wird“, betont Matthias Lemcke, Leiter des Namibia Tourism Board in Deutschland.
Darüber hinaus schafft das Projekt Arbeitsplätze und fördert die lokale Entwicklung. Kelp Blue bildet junge Fachkräfte aus und beschäftigt nun lokale Meeresbiologen und Experten, die eine bedeutende Rolle in der Entwicklung und Umsetzung des Projekts spielen. Dies schafft nicht nur Arbeitsplätze, sondern fördert auch die Fachkompetenz in Namibias Meeresforschung.
Hass, Neid, Aggression. Überall aufbrechende Konflikte. Scheinbar verbitterter als in den Jahrzehnten zuvor. Innerhalb unserer Gesellschaft und über Ländergrenzen hinweg. Wir wissen doch, dass Egoismus und Kriege nur Leid und Elend bringen. Warum haben wir aus der Geschichte scheinbar nichts gelernt? Warum zerstören wir unsere Umwelt, obwohl sie unsere Lebensgrundlage ist? Was ist los mit uns Menschen? Autor Martin Elias geht in seinem Buch „Der Neue Mensch – Vom Homo Sapiens zum Homo Luminous“ auf entwicklungsgeschichtliche Erklärungssuche und zeigt auf, wie eine höhere Entwicklungsstufe unseres eigenen Bewusstseins das Dilemma beenden kann.
Auf der Suche nach den Ursachen, warum das Leben für den Großteil der Menschheit trotz allen Fortschritts aus Überlebenskampf, Unglück und sozialer Ungerechtigkeit besteht und wir alle auf eine selbstverschuldete Umweltkatastrophe zusteuern, geht Martin Elias zurück an die Anfänge allen menschlichen Lebens. Im detaillierten geschichtlichen Rückblick wird deutlich, wie alle Epochen mit der heutigen Weltlage zusammenhängen und wie das kontinuierlich fortentwickelnde Bewusstsein von uns Menschen, das kollektive Dasein der einzelnen Epochen prägten und es bis heute tun. Er geht der Frage nach, wieso es uns so schwerfällt, uns zu verändern, auch wenn wir längst wissen, dass sich bestimmte Verhaltensweisen negativ auf uns auswirken.
Ursprünglich lebte der Mensch im Einklang mit der Natur. Im Stammesbewusstsein ‚Ich bin‘ verbrauchte er nur das, was er tatsächlich benötigte. Mit dem Übergang vom Jagen und Sammeln zur Sesshaftigkeit, dem Feldbau und der Viehwirtschaft erfolgte ein Bewusstseinssprung zu ‚Ich habe‘. Besitz wurde angehäuft, dies erzeugte Begehrlichkeiten, Raub wurde zu einer Art, den Lebensunterhalt zu verdienen, und damit kam der Krieg in die Welt. Zur Legitimierung von enormem Reichtum und großen Reichen entwickelte sich das Bewusstsein ‚Ich glaube‘. Gleichzeitig ein Ausweg aus Chaos, brutalen Lebensbedingungen und Leid.
Alles war hierarchisch geordnet, es gab ein Oben und Unten. Ein Gut und Böse. Bestimmt von Göttern und Religionen. Wer das Falsche glaubte, dem drohte Tod. Nicht selten noch heute. Der Mensch der Neuzeit entwickelte das wissenschaftsbasierte Bewusstsein ‚Ich weiß‘, welches sich zum postmodern ‚Ich erschaffe‘ hochentwickelte. Doch noch nicht alles kann die heutige Wissenschaft erklären.
Glaubenssysteme und Überzeugungen – bis hin zum Kriegerbewusstsein – kämpfen um ihre Vormacht, wie der fortschreitende Dogmatismus der moralischen Zensur verdeutlicht, der vielerorten um sich greift. Das Richtige zu sagen und zu denken, war noch nie so wichtig wie heute, wo so viele Informationen verfügbar sind wie noch nie und zugleich die Gefahr so groß ist wie noch nie, den falschen unter ihnen auf mögliche Irrwege zu folgen.
@Marina Rudolph
Die Zukunft verlangt von uns ein neues Denken und neue Lösungsansätze. Das Versprechen, dass Arbeit und Leistung der Weg zum individuellen Glück sind, hat sich nicht bestätigt. Wir wünschen uns insgeheim Dinge wie Liebe, Zuneigung, Freundschaft und Mitgefühl. Stattdessen muss man überall damit rechnen, betrogen oder über den Tisch gezogen zu werden. Die Menschen haben kein Vertrauen, sie können sich nicht fallen lassen, weil sie damit rechnen müssen, dass hinter jeder Ecke eine Gefahr lauert. Dies schafft eine Atmosphäre der Angst und des Hinterhalts. Roboter und künstliche Intelligenzen werden zudem künftig einen Großteil unserer alltäglichen Aufgaben übernehmen. Was weitere Ängste vor Entwicklungen weckt, über die wir möglicher Weise die Kontrolle verlieren, die uns sogar überflüssig machen und uns von einer Gesellschaft ausschließen, die den Konsum verehrt.
Mit seinem spannenden Streifzug durch die Historie und der gleichzeitigen Verknüpfung mit Quantenphysik, Relativitätstheorie und Bewusstseinsforschung gelingt es Autor Martin Elias aufzuzeigen, dass jeder einzelne Mensch durch bewusste Entscheidungen im Kleinen in der Lage ist, das globale Ganze zu verändern und somit eine bessere Gesellschaft zu erschaffen. Denn nur der, der versteht, warum etwas passiert oder wie er lebt, kann Entscheidungen treffen, die etwas verändern. Ohne dieses Wissen fehlt dagegen jegliche Entscheidungsmöglichkeit.
Am Horizont sieht man bereits einen neuen Menschen winken. Der mutig ist, das Alte hinter sich zu lassen. Der vorhandenes Wissen anwendet, in eine integrale Bewusstseinsstufe umwandelt. Die Hoffnung des 39-Jährigen Autors: Wenn der Mensch nicht mehr seinen über die Jahrhunderte tief verwurzelten niederen Instinkten wie Macht, Gier und Neid folgt, bestünde kein Grund mehr, ungerechte Systeme in ihrer jetzigen Form aufrechtzuerhalten. Eine Zukunft des Friedens, der schöpferischen Vielfalt, der erfüllten Beziehungen und der Freiheit von Angst wäre möglich.
Martin Elias
„Der Neue Mensch – Vom Homo Sapiens zum Homo Luminous“
2023, SANVEMA Publishing, 468 Seiten
Erhältlich mit Hardcover, als Taschenbuch oder eBook bei Amazon.de
ISBN Softcover: 978-3-347-90590-0 / Preis: 24,99 Euro ISBN Hardcover: 978-3-347-90592-4 / Preis: 39,99 Euro ISBN eBook: 978-3-98869-006-7 / Preis: 19,90 Euro www.martinelias.de
Bild Martin Elias Fotograf/ Bildcredits: @Dirk Eisermann
Endlich ist der Sommer da und lockt uns nach draußen, um das herrliche Wetter zu genießen. Dabei gerät der Haushalt schnell in den Hintergrund, denn wer möchte schon stundenlang putzen, wenn man lieber die Zeit im Freien verbringt? Da kommt das everdrop Sommer-Trio ins Spiel, das man einfach nicht missen möchte: Die everdrop Flaschenbürste, den Pop-up Schwamm und den everdrop Putzstein! Obwohl sie klein sind, entfalten sie eine große Wirkung – und das nicht nur im Haushalt, sondern auch für die Umwelt.
Drei Accessoires, die deinen Sommer bereichern werden: Eine Flaschenbürste aus FSC-zertifiziertem Buchenholz, der everdrop Pop-up Spülschwamm aus 100% Cellulose und der everdrop Putzstein, der zu 100% aus Schaumglas besteht. Besonders an heißen Tagen ist es wichtig, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Daher sollte die Flasche regelmäßig aufgefüllt werden. Wer eine keim- und bakterienfreie Flasche möchte, sollte diese dann auch regelmäßig reinigen. Hier kommt die everdrop Flaschenbürste ins Spiel, die nicht nur für eine saubere Trinkerlebnis sorgt, sondern auch komplett frei von Mikroplastik ist.
Ebenso ist der everdrop Pop-up Schwamm frei von Mikroplastik und überzeugt mit seiner flachen Form, die sich beim Kontakt mit Wasser entfaltet. Er ist nicht nur ein Hingucker, sondern eignet sich auch hervorragend, um zum Beispiel Gartenstühle von Staub zu befreien und aufzufrischen. Der everdrop Putzstein ermöglicht es, den Grillrost im Handumdrehen zu reinigen, bevor die nächste Grillparty ansteht – und das ganz ohne mühsames Schrubben! Er entfernt mühelos hartnäckigen Schmutz und Ablagerungen. Dieses Trio an everdrop Accessoires ist perfekt für den Sommer und schont gleichzeitig die Umwelt!
Der everdrop Pop-up Schwamm im Überblick:
● reines Naturprodukt aus 100% aus Zellulose
● vegan und frei von Mikroplastik; wiederverwendbar und langlebig
Die everdrop Flaschenbürste im Überblick:
● vegan; Handgriff aus FSC-zertifiziertem Buchenholz
● Borsten aus pflanzlichen Fasern
● mit 100% Ökostrom hergestellt
Der everdrop Putzstein im Überblick:
● geruchlos und ähnelt in der Struktur dem natürlichen Bimsstein; 100% Schaumglas
● entfernt hartnäckigen Schmutz & Ablagerungen effektiv; universell einsetzbar
● schnelle & wirkungsvolle Reinigung ohne Einsatz von Chemikalien
● besonders geeignet für Fett, Rost, Schimmel, Kalk, hartnäckige Schmutz- & Farbflecken
● kein Einwegplastik & frei von Mikroplastik; Verpackung aus Papier; kann ganz einfach im Altpapier entsorgt werden
Die Produkte von everdrop können einzeln oder im persönlichen Abo-Paket online auf everdrop.de gekauft werden. Im Abo lassen sich die Lieferintervalle ganz einfach festlegen und können für alle Folgelieferungen jederzeit angepasst werden – spart Zeit und Geld.
Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Nachdem das Bundesverfassungsgericht den Beschluss des Heizungsgesetzes in dieser Woche verhindert hat, verzichtet die Ampelkoalition auf die Einberufung einer Sondersitzung des Bundestags in der Sommerpause. Man werde für die nächste reguläre Sitzungswoche Anfang September beantragen, die zweite und dritte Lesung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) auf die Tagesordnung zu setzen, teilten die Fraktionschefs von SPD, Grünen und FDP am Donnerstag mit.
Die Koalitionsfraktionen hätten gemeinsam vereinbart, dass man dem Bericht und der Beschlussempfehlung des Ausschusses für Klimaschutz und Energie in der in dieser Woche beschlossenen Form zustimmen werde. Das Bundesverfassungsgericht hatte dem Bundestag am Mittwoch in einer Eilentscheidung untersagt, die zweite und abschließende dritte Lesung des GEG am Freitag durchzuführen. Geklagt hatte zuvor der CDU-Abgeordnete Thomas Heilmann, der sich durch das beschleunigte Gesetzgebungsverfahren für das Heizungsgesetz in seinen Rechten als Mitglied des Bundestages verletzt sah.
Foto: Bundestagsplenum, über dts Nachrichtenagentur
Frankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Der Dax ist am Donnerstag nach einem bereits schwachen Start bis zum Mittag weiter abgerutscht. Gegen 12:30 wurde der Leitindex mit rund 15.755 Punkten berechnet, 1,2 Prozent unter dem Schlussniveau vom Vortag.
Einbußen gab es am Mittag bei fast allen Dax-Werten, am stärksten bei Adidas, Vonovia und Sartorius. Lediglich SAP rangierte minimal im Plus. Es scheine, als wäre die Luft aus dem Dax erst einmal raus, sagte Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst von CMC Markets. „Auch das Zeitfenster positiver saisonaler Rahmenbedingungen schließt sich mit jedem fortschreitenden Handelstag: Einige Händler haben vor diesem Hintergrund ihre Bücher bereits geschlossen und bereiten sich auf die Sommerpause vor“, fügte er hinzu.
„Dass mit wieder fallenden Energiepreisen die deutsche Industrie den stärksten Auftragszuwachs seit drei Jahren verzeichnen kann, ist eine gute Nachricht für die Börse.“ Dass die Situation aber alles andere als stabil sei, zeige ein weiterhin messbarer Rückgang im Dreimonatsvergleich. Allerdings ließen auch die Engpässe bei den Unternehmen nach. Das passe zu dem in dieser Woche bereits gemeldeten Rückgang der Erzeugerpreise.
„Alles in allem ist also erst einmal eine leichte Entspannung der Lage in der verarbeitenden Industrie zu beobachten, aber das Geschäft bleibt trotzdem mau“, so der Marktexperte. „Dass fast alle Mitglieder im geldpolitischen Ausschuss der Fed weitere Anhebungen im Jahresverlauf erwarten, ist dagegen eine bittere Pille für Anleger.“ Die Pause der Fed diene lediglich der Beobachtung bereits erwirkter Fortschritte, stelle aber keinen Hinweis auf ein Ende der Anhebungen der Leitzinsen dar. Ob sich die Erwartungen an die Geldpolitik am Freitag beim Arbeitsmarktbericht noch einmal verschieben, sei fraglich.
„14 Monate in Folge hat die US-Wirtschaft mehr Stellen geschaffen als von den Ökonomen erwartet: Warum sollte diese Serie plötzlich reißen?“, so Stanzl. Die europäische Gemeinschaftswährung tendierte am Donnerstagmittag stärker. Ein Euro kostete 1,0880 US-Dollar (+0,26 Prozent), ein Dollar war dementsprechend für 0,9191 Euro zu haben. Der Ölpreis stieg unterdessen leicht: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 12 Uhr deutscher Zeit 76,77 US-Dollar, das waren 12 Cent oder 0,2 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.
Foto: Frankfurter Börse, über dts Nachrichtenagentur
Ein Kommentar von Christoph Hohenberger, Co-CEO von Retorio
Ein Gespenst geht um. Die Angst vor künstlicher Intelligenz und deren Auswirkungen befeuert den Ruf nach mehr Regulierung. Klar, dass die EU Vorreiter sein will, wenn es um Bürokratie und Vorschriften geht. Darin sind wir schließlich Weltmeister. In der zukunftsweisenden kerntechnologischen Entwicklung hinken wir dagegen hinterher. Als erster Wirtschaftsraum der Welt bringt die EU jetzt einen Gesetzesentwurf zur Regulierung von künstlicher Intelligenz auf den Weg. Das Europäische Parlament hat den AI Act am 14. Juni angenommen. Nun geht er in den Trilog: Die EU-Kommission, der EU-Rat und das EU-Parlament stimmen den finalen Gesetzestext ab. Ende 2023 könnte der AI Act bereits verabschiedet werden. Dann haben Unternehmen noch zwei Jahre Zeit, ihn umzusetzen.
Worin liegt die Herausforderung?
Der AI Act stuft KI-Anwendungen in vier Risiko-Level ein, für die unterschiedliche Auflagen gelten. Solche, die als „inakzeptables Risiko“ gelten, sind verboten. Dazu zählt zum Beispiel die Gesichtserkennung zur Überwachung von Menschen, wie es in China bereits praktiziert wird. Natürlich wollen wir solche Verhältnisse nicht bei uns. Dass der Einsatz von KI im Einklang mit den europäischen Werten und Menschenrechten erfolgen muss, steht außer Frage. Der EU AI Act macht jedoch einen kapitalen Fehler: Er versucht, die Technologie im Kern zu regulieren. Dabei verfolgt er einen strikten anwendungsfallbezogenen Ansatz. Das wäre etwa so, als würde man eine Pfanne verbieten, nur weil man damit seinem Partner eine überbraten kann.
Es geht auch anders
Würde der AI Act auf die Auswirkungen von KI fokussieren statt auf Use Cases, wäre schnell klar: Vieles ist bereits durch bestehende Gesetze abgedeckt. Das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz regelt zum Beispiel den Schutz vor Diskriminierung, die DSGVO den Schutz personenbezogener Daten. Brauchen wir da noch separate Vorschriften für KI? Großbritannien macht vor, dass es auch ohne Doppelregulierung geht. Mit ihrem „Pro-Innovation Approach to KI“ verfolgen die Briten dieselben Ziele wie die EU, gehen aber einen agileren Weg. Sie führen zunächst kein neues Gesetz ein, sondern ein Framework, das sich kontinuierlich anpassen lässt. So kann die Regulatorik mit der Entwicklung Schritt halten und bremst sie nicht aus. Die Kontrolle verbleibt bei den bestehenden Regulierungsbehörden der betroffenen Sektoren. Regulation kann somit auch Sicherheit bringen, wenn sie sinnvoll implementiert ist.
Regulatorik darf nicht zur Innovationsbremse werden
Während andere Länder den Fortschritt vorantreiben, ersticken wir ihn in der EU bereits im Keim. Denn der AI Act wird sich sowohl auf Entwicklungs- als auch Anwendungsunternehmen auswirken. Ähnlich wie bei der DSGVO rollt ein enormer regulatorischer Aufwand auf uns zu. Kleine Start-ups können sich das häufig nicht leisten und schaffen den Sprung in den Markt dann nicht. Investoren schrecken indes vor den Risiken zurück. Dadurch wird die Innovationsfreude insgesamt gedrosselt. Die meiste „Innovation“ besteht dann darin, Apparate zur Überprüfung der Regularien aufzubauen, die zur allgemeinen Wertschöpfung und Lösung von akuten Problemstellungen wenig beitragen. Bereits heute ist sind die Behörden unterbesetzt und können DSVGO-Anfragen nicht sinnvoll bearbeiten.
Viel zu sehr dreht sich die Diskussion um die Gefahren, die KI mit sich bringt, statt dass wir auf die Chancen fokussieren. Davon gibt es unzählige. In der HR kann KI zum Beispiel helfen, die Erfolgsfaktoren der Unternehmenskultur zu identifizieren und Mitarbeiter gezielt weiterzuentwickeln. KI agiert dann etwa in realitätsnahen Video-Simulationen als Coach, der Anwendern Feedback zu ihrem Gesprächsverhalten gibt und wie sie sich verbessern können. Tatsächlich ist eine KI sogar objektiver als ein Mensch, sofern man sie richtig trainiert. Sie arbeitet rein datenbasiert und hat weder Vorurteile noch ein Unterbewusstsein. Auch in anderen Bereichen lässt sich KI einsetzen: Etwa in der Medizin, um neue Heilverfahren zu entwickelt oder der Energieindustrie, um Energie effizient zu nutzen.
Fazit: Wir müssen uns mehr für Chancen öffnen
In KI steckt enormes Potenzial für unser Leben und die Wirtschaft. Doch mit dem Drang zur Überregulierung bremst die EU die Entwicklung aus. Natürlich ist es wichtig, KI-Risiken zu adressieren. Mit einem auswirkungsbezogenen Ansatz geht das, ohne die technologische Entwicklung in ein starres Korsett zu pressen. Wir sollten uns mehr für die Chancen öffnen, die KI mit sich bringt und sie nicht zu Tode regulieren.
Über den Autor:
Dr. Christoph Hohenberger ist Co-CEO von Retorio. Er studierte Wirtschaftspsychologie und promovierte in Psychologie. Am Lehrstuhl für Strategie und Organisation der TU München forschte er über den Einfluss von Emotionen, Kognitionen und der eigenen Persönlichkeit auf die Urteilsbildung und das Verhalten gegenüber autonomen Technologien, die er unter anderem als Gastwissenschaftler am Massachusetts Institute of Technology (MIT) vertiefte. Weitere publizierte Forschungsbeiträge befassen sich mit dem menschlichen Verhalten im Arbeits- und Organisationskontext.
2018 gründete er zusammen mit Dr. Patrick Oehler die Firma Retorio. Das Münchner Start-up bietet eine videobasierte Behavioral-Intelligence-Plattform, die Unternehmen dabei hilft, Erfolgsmuster zu erkennen und Mitarbeiter weiterzuentwickeln.
Numarics sichert sich über zehn Millionen CHF zur Unterstützung von Schweizer KMU und zur Bewältigung von Herausforderungen bei der Unternehmensführung
Das Schweizer FinTech-Startup Numarics hat sich eine Seed-Runde in Höhe von 10 Millionen CHF für seine KI-gestützte Finanz- und Administrationslösung für KMU gesichert. Die Investition wurde von UBS über UBS Next, den Geschäftsbereich für Venture und Innovation des Unternehmens, zusammen mit FiveT Fintech und den früheren Investoren Wingman Ventures und Seed X geleitet. Die Seed-Investition wird das Wachstum von Numarics durch Akquisitionen, die weitere Expansion in der Schweiz und die weitere Produktentwicklung unterstützen, um eine breitere Palette von Dienstleistungen anzubieten.
Numarics wurde 2020 von Dominique Rey, einem Senior-Experten für Finanz- und aufsichtsrechtliche Prüfungen mit langjähriger Erfahrung bei PwC und Grant Thornton, und Kristian Kabashi, einem Experten für Geschäftstransformation und digitale Innovation, gegründet. Numarics wurde von Experten in den Bereichen Finanzen, Wirtschaftsprüfung, KI und Automatisierung mit der Vision entwickelt, die Geschäftsverwaltung durch einen Mobile-First-Ansatz nahtlos in den Lebensstil der Unternehmer von heute zu integrieren.
Numarics macht die Verwendung unterschiedlicher Software für Buchhaltung, Rechnungsstellung, Dokumentenmanagement und Liquiditätsplanung überflüssig. KMU können dadurch Geld sparen, da sie keine entsprechenden Berater einstellen müssen. Numarics bietet eine digitale CFO-Lösung, auf die sich Unternehmen verlassen können. Die Kombination aus KI und menschlichem Fachwissen ermöglicht ein einzigartiges Benutzererlebnis, das schnell, intelligent und sicher ist. Es automatisiert viele Aspekte des Backoffice und bietet Nutzern und Experten Vorteile, indem es ihnen lästige Verwaltungsaufgaben abnimmt und Einblicke in das gesamte Unternehmen gewährt.
Dominique Rey, Mitbegründer und CEO von Numarics, kommentierte: «Unser Ziel ist klar: Wir wollen die Geschäftsverwaltung für KMU, die durch zeitraubende Verwaltungsaufgaben belastet sind, verändern. Wir integrieren komplexe Prozesse wie Buchhaltung, Gehaltsabrechnung und Steuern in benutzerfreundliche Apps, so dass unser KI-gestütztes App-Ökosystem die Prozesse rationalisieren kann. KMU haben die Möglichkeit, auf unsere internen Experten zuzugreifen, die unsere Digital-CFO-Lösung bilden.»
Numarics hat bis heute 19,3 Millionen CHF eingeworben. In kurzer Zeit hat das Unternehmen grosse Erfolge erzielt und das Vertrauen vieler Unternehmen gewonnen. Derzeit ist Numarics von neun Standorten in der Schweiz aus tätig. Mit einem Team von über 100 Experten hat das Unternehmen einen beachtlichen Kundenstamm von über 3.000 Kunden aufgebaut. Numarics hat in diesem Jahr vier Akquisitionen getätigt, darunter die Übernahme von a&o kreston, einem der führenden Treuhandunternehmen in der Schweiz.
Mike Dargan, Group Chief Operations and Technology Officer von UBS, erklärte: «Mit UBS Next investieren wir in Unternehmen, die dazu beitragen, die Zukunft des Bankgeschäfts zu gestalten und die sich wandelnden Bedürfnisse unserer Kunden zu erfüllen. Mit dieser Investition unterstützen wir das Wachstumsengagement von Numarics sowie den Ausbau neuer und bestehender Produkte für KMU, einer wichtigen Kundenbasis für unser Unternehmen in der Region.»
Pascal Mathis, Founding Partner bei Wingman Ventures, fügte hinzu: «Das Business Operating System von Numarics verändert die Art und Weise, wie KMU arbeiten. Im vergangenen Jahr haben wir das schnelle Wachstum des Teams beobachtet und sind sicher, dass Numarics mit dieser Finanzierungsrunde in der Lage sein wird, mehr KMU mit seinen transformativen Lösungen zu beeinflussen. Wir freuen uns, das hervorragende Team von Numarics zum zweiten Mal zu unterstützen, seine Vision zu verwirklichen.»
Numarics lancierte sein Produkt erstmals im September 2021 und wurde mit Gold in der Kategorie Enterprise von Best Of Swiss Apps 2021 ausgezeichnet. In diesem Jahr wurde Numarics zudem von den renommierten Swiss FinTech Awards als eines der Top 10 Fintech-Unternehmen in der Schweiz und als eines der Top 5 Startups in der Wachstumsphase ausgezeichnet.
KI Marktmodell aus Deutschland – MODELYZR in Asien ausgerollt
MODELYZR in Indien implementiert: Mit 3.176 Mrd. US-Dollar Bruttoinlandsprodukt gehört die Volkswirtschaft Indiens bereits zu den größten der Welt und das bei weiterhin starkem Wachstum. Entsprechend komplex gestaltet sich hier ein erfolgreiches Data Driven Marketing und Sales. Mit dem Rollout des gleichnamigen KI Marktmodells stellt das Münsteraner Software-Unternehmen Modelyzr nun auch für diesen Markt ihre SAP-basierte Lösung zur Verfügung.
„Wir wollen kontinuierlich weiterwachsen und die Möglichkeiten unserer Plattform Unternehmen in aller Welt zur Verfügung stellen“, sagt Nils Niehörster, Gründer und Geschäftsführer der Modelyzr GmbH. Dabei sei die Analyse des indischen Marktes aufgrund seiner Größe und Vielschichtigkeit äußerst anspruchsvoll. „Diese Herausforderung nehmen wir an, denn wir wissen, dass der MODELYZR sie meistern kann.“
Nachdem der MODELYZR bereits in Europa, Nord- und Südamerika sowie in Afrika erfolgreich eingesetzt wird, folgt nun mit dem Rollout in Indien eine weitere Region in Asia-Pacific (APAC). Die KI aus Münster unterstützt die Planung der Marketing-, Sales- und Business-Development-Aktivitäten auf Basis aussagekräftiger Daten. So ermöglicht die Analyse-Plattform hochkomplexe Abfragen zum Beispiel zur Bestimmung der Umsatzpotenziale einzelner Zielgruppen, Verkaufswahrscheinlichkeiten für bestimmte Produkte sowie First- und Next-Best-Offer.
KI-Marktmodell auch für anspruchsvolle Märkte
Gerade der indische Markt als eine der weltweit größten Volkswirtschaften ist höchst anspruchsvoll, weil er extrem vielschichtig ist und von zahlreichen Playern bespielt wird, die für einen harten Wettbewerb sorgen. Dementsprechend komplex ist es, eine KI auf diesen heterogenen Markt zu trainieren. Die Funktionsweise des MODELYZRs bietet hier viele Vorteile, weil sie eine ganzheitliche Marktbetrachtung ermöglicht.
Auf die Frage, was den MODELYZR so besonders macht, erklärt Niehörster: „OpenAI hat mit ChatGPT ein KI Sprachmodell entwickelt. Unsere Modelyzr-Plattform hingegen ist ein KI Marktmodell.“ Zwar könne die deutsche KI nicht gut mit Sprache umgehen, aber sie verstehe die Prozesse in B2B Märkten sehr genau. „Ganz ähnlich zu der riesigen Datenbasis von ChatGPT erzeugt auch der MODELYZR auf Grundlage von Milliarden verfügbarer Datenpunkte ein belastbares KI-Marktmodell.“ Mit dem Rollout in Indien verfolgt die Modelyzr GmbH konsequent ihre strategischen Ziele und geht einen weiteren Schritt in Richtung Internationalisierung.
Bild: Nils Niehoerster, Gründer und Geschäftsführer der Modelyzr GmbH
Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Bundestagsfraktion, Irene Mihalic, plädiert dafür, die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum Gebäudeenergiegesetz in Ruhe auszuwerten. „Wir haben Respekt vor der Eilentscheidung des Bundesverfassungsgerichts und werden mehr Zeit für die parlamentarischen Beratungen des Gebäudeenergiegesetzes vorsehen“, sagte sie dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.
Mihalic fügte hinzu: „Die Entscheidung aus Karlsruhe bezieht sich auf das parlamentarische Verfahren, nicht auf das Gesetz in der Sache. Wir werden das jetzt in Ruhe auswerten und beraten, wann das Gesetz abgeschlossen werden kann.“ Dass die Grünen auf eine Sondersitzung des Bundestages in der Sommerpause drängen werden, ist nach Informationen des RND keineswegs sicher.
Foto: Bundesverfassungsgericht, über dts Nachrichtenagentur