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Beschluss zu Industriestrompreis bei Koalitionsausschuss erwartet

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Carsten Linnemann und Friedrich Merz auf dem Weg zum Koalitionsausschuss am 13.11.2025, via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Im Bundestag kommen am späten Donnerstagnachmittag die Spitzen von CDU, CSU und SPD zum Koalitionsausschuss zusammen.

Wie Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) im Vorfeld dem „Tagesspiegel“ sagte, dürfte ein Beschluss zum geplanten Industriestrompreis auf der Tagesordnung stehen. „Wir müssen vor allem der energieintensiven Industrie und dem Mittelstand helfen. Die Strompreise müssen runter“, sagte Spahn. „Ich rechne mit Entscheidungen zu einem Industriestrompreis und zu Gaskraftwerken für bezahlbare Energie.“

Um den Rentenstreit dürfte es dagegen dem Vernehmen nach nicht gehen. Die Koalitionsspitzen haben sich bereits auf ein Rentenpaket verständigt, welches aber von der Jungen Gruppe in der Unionsfraktion, abgelehnt wird.

Der Koalitionsausschuss findet wohl deshalb im Parlament statt, weil in der parallel stattfindenden Bundestagssitzung am Abend mehrere namentliche Abstimmungen stattfinden. Über die Ergebnisse wollen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD), CSU-Chef Markus Söder sowie Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) gegen 19 Uhr informieren.


Foto: Carsten Linnemann und Friedrich Merz auf dem Weg zum Koalitionsausschuss am 13.11.2025, via dts Nachrichtenagentur

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Dobrindt macht Abschiebungen von Syrern von Integration abhängig

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Alexander Dobrindt am 13.11.2025, via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) erachtet die Integration syrischer Flüchtlinge als wichtiges Kriterium bei der Frage, wer möglicherweise aus Deutschland abgeschoben werden soll.

„Wer sich integriert und arbeitet, hat eine Bleibeperspektive“, sagte der CSU-Politiker dem „Spiegel“. „Wer sich nicht integriert, wer nicht arbeitet, hat die Perspektive, nach Syrien zurückzukehren.“ Wie viele Syrer mit Abschiebung rechnen müssen, wollte Dobrindt nicht beziffern. „Das ist offen“, sagte er. „Die Syrer haben es in der Hand, ob ihre Integration und ihre Teilhabe in der Arbeitswelt gelingen.“

Erkundungsreisen in das nach mehr als zehn Jahren Bürgerkrieg in Teilen zerstörte Land will Dobrindt nicht zulassen. Die Menschen hätten Verwandte, Bekannte und Freunde in Syrien und könnten sich mit Smartphones jederzeit über die Lage in ihrer Heimat informieren. „Bei allem anderen ist doch der Missbrauch programmiert“, warnte Dobrindt. Für ihn gelte die Logik: „Wer in seine Heimat fliegt, dem droht dort offenbar keine Gefahr. Damit verliert er auch seinen Schutzstatus.“

Während mit Syrien die Verhandlungen über Rückführungen von Staatsangehörigen noch laufen, stellte Dobrindt regelmäßige Abschiebeflüge nach Afghanistan in Aussicht. Bisher habe man mit Charterflügen Rückführungen nach Afghanistan vorgenommen, Katar habe dabei unterstützt. Er strebe an, mit den afghanischen Verantwortlichen der De-facto-Regierung der Taliban Rückführungen künftig selbst zu ermöglichen, „und zwar mit regelmäßigen Linienflügen“. Das „werden wir bald erreichen“, kündigte Dobrindt an.


Foto: Alexander Dobrindt am 13.11.2025, via dts Nachrichtenagentur

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Grüne pochen auf Erhalt von Heizungsgesetz

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Neubau mit Wärmepumpe (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Britta Haßelmann, hat die schwarz-rote Koalition davor gewarnt, das Heizungsgesetz abzuwickeln. Bürger, Industrie und Handwerk würden inzwischen auf Wärmepumpen setzen, sagte Haßelmann den Sendern RTL und ntv am Donnerstag. Die Koalition aber hole die vollmundige Ankündigung von CDU und CSU ein, das Heizungsgesetz abzuschaffen. „Ich halte das für ein völlig falsches Signal.“

Haßelmann wandte sich auch gegen eine Verschiebung des Verbrenner-Aus in der EU auf die Zeit nach 2035. Für Automobilhersteller und Zulieferer brauche es verlässliche Rahmenbedingungen. „Und die sind mit dem Verbrenner-Aus 2035 gesetzt.“ Das Neuzulassungsverbot sei nicht nur für den Klimaschutz, sondern auch für die Zukunft der Autoindustrie notwendig.

Die in der Koalition angedachte Senkung der Luftverkehrssteuer lehnte die Grünen-Politikerin ebenso ab. „Aus meiner Sicht ist es weder wirtschaftlich vernünftig noch klimapolitisch“, so Haßelmann.

Der stellvertretende Grünen-Chef Sven Giegold forderte die SPD vor dem Koalitionsausschuss der schwarz-roten Koalition auf, beim Heizungsgesetz nicht in Populismus zu verfallen. „Die SPD darf diesen Populismus gegen die Wärmepumpe nicht mitmachen“, sagte Giegold zu „T-Online“. Der Wärmepumpenmarkt habe sich gerade von Verunsicherungen erholt.

„Es ist ein schwerer Fehler, hier mit einer Gesetzesänderung wieder Verunsicherung zu stiften“, mahnte Giegold. Handwerk und Klimaschutz würden verlieren und Haushalte durch höhere Energiekosten draufzahlen. „Jede neue Gastherme ist ein teurer Fehler“, sagte Giegold. „Je schneller Heizungen ausgetauscht werden, desto schneller werden wir unabhängig vom Autokraten- und Frackinggas.“ Er forderte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) auf, endlich aufzuhören, „zu verunsichern und auszubremsen, was wächst“.


Foto: Neubau mit Wärmepumpe (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Wehrdienst: Koalition plant Musterung und Aufwuchsziele

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Bundeswehr-Soldaten (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die schwarz-rote Koalition hat sich darauf geeinigt, dass der Wehrdienst vorerst freiwillig bleiben soll. Zugleich soll ein verbindlicher Aufwuchspfad festgelegt werden. Der Bundestag soll demnach über verpflichtende Maßnahmen beraten, wenn sich nicht genug Freiwillige melden.

„Andere europäische Länder gerade im Norden zeigen, dass das Prinzip Freiwilligkeit mit Attraktivität verbunden funktioniert“, sagte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD). Er erwarte, dass das auch in Deutschland funktionieren werde. Pistorius erklärte, ihm sei eine flächendeckende Musterung wichtig, um ein vollständiges Lagebild der jeweiligen Jahrgänge zu gewinnen.

Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) sagte, man wolle möglichst viele junge Menschen auch für den Dienst für das Vaterland begeistern. Sollte das am Ende nicht reichen, brauche es eine Verpflichtung. „Wir werden mehr Verbindlichkeit haben in der Freiwilligkeit“, sagte er. Es gehe darum, dass man mithilfe eines verbindlichen Aufwuchspfades und einer halbjährlichen Berichtspflicht an den Deutschen Bundestag wisse, wo man im Aufwuchs der Streitkräfte stehe, um sich verteidigen zu können.

SPD-Fraktionschef Matthias Miersch verwies darauf, dass man sich auch für eine Stärkung der Freiwilligendienste eingesetzt habe. Diese sollen um 15.000 Stellen aufgestockt werden, so dass man auf über 100.000 Stellen in Deutschland komme.


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Dax dreht ins Minus – Merck-Aktien gefragt

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Frankfurter Börse, via dts NachrichtenagenturFrankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Der Dax ist am Donnerstag nach einem Start mit leichten Zugewinnen bis zum Mittag in den roten Bereich gedreht. Gegen 12:40 Uhr wurde der Leitindex mit rund 24.211 Punkten berechnet und damit 0,7 Prozent unter dem Vortagsniveau. An der Spitze der Kursliste rangierten Merck, MTU und Bayer, am Ende RWE, Siemens Healthineers und Siemens.

„Den Marktteilnehmer scheint immer mehr bewusst zu werden, dass die Ruhephase durch den US-Shutdown auch etwas Positives hatte“, kommentierte Marktanalyst Andreas Lipkow. „Nun wurde das leidige US-Schuldenthema lediglich auf Ende Januar prolongiert und die US-Preis- und Wirtschaftsdaten zeigen wieder das tatsächliche Bild der Konjunktur in den USA auf.“

Zudem dürfe nicht vergessen werden, dass der Dax innerhalb der letzten Handelswoche eine Kursperformance von über vier Prozent vollzogen habe und Gewinnmitnahmen durchaus nachvollziehbar seien, so Lipkow. „Die Frage neuer Kursrekorde bleibt damit vorerst unbeantwortet, aber weiterhin im Raum bestehen. Die Finanzmärkte dürften eher volatiler werden und noch nicht die Kursrichtungen ändern“, erklärte der Analyst. „Es stehen spannende Zeiten bevor.“

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Donnerstagnachmittag stärker: Ein Euro kostete 1,1615 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8610 Euro zu haben.

Der Ölpreis stieg unterdessen: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Donnerstagnachmittag gegen 12 Uhr deutscher Zeit 63,03 US-Dollar, das waren 32 Cent oder 0,5 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.


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Zusammenhaltsbericht: Mehrheit zu mehr Klimaschutz bereit

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Konflikt und Zusammenhalt in der Klimakrise am 13.11.2025, via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Das Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) hat am Donnerstag seinen zweiten „Zusammenhaltsbericht“ vorgestellt. Demnach ist die Mehrheit der Deutschen bereit zu mehr Klimaschutz. Nur acht Prozent lehnen eine ökologische Transformation ab. Zugleich sind allerdings Sorgen um die sozialen und wirtschaftlichen Folgen von Klimapolitik weit verbreitet.

„Es geht bei der Transformation weniger um das `Ob` als um das `Wie`“, sagte Olaf Groh-Samberg, FGZ-Direktor und Mitherausgeber der Studie. „Wir finden in unseren Auswertungen eine Gruppe, die sehr deutlich die Risiken und Gefahren des Klimawandels anerkennt, sich aber zugleich stark um die sozialen Folgen von Klimapolitik sorgt.“

Wie aus dem Bericht hervorgeht, machen sich 83 Prozent der Befragten Sorgen um die Folgen des Klimawandels. 71 Prozent sind der Meinung, dass die Politik noch mehr zur Bekämpfung des Klimawandels tun müsste. 49 Prozent fürchten Jobverluste durch Klimapolitik und 42 Prozent haben Angst um ihren Lebensstandard.

Die Forscher identifizierten mit den Daten fünf Gruppen: Entschlossene (18 Prozent), Besorgte (18 Prozent), Zustimmende (31 Prozent), Indifferente (25 Prozent) und Ablehnende (8 Prozent). Die Ablehnenden kritisieren Klimapolitik und fürchten wirtschaftliche Folgen. Die Entschlossenen sind von der Dringlichkeit umfassender Maßnahmen überzeugt. Dazwischen stehen die Besorgten. Sie teilen das Klimabewusstsein der Entschlossenen – und die wirtschaftlichen Sorgen der Ablehnenden. Das mache sie zu einer Schlüsselgruppe, so die Wissenschaftler.

Die Studienautoren argumentierten, dass die Besorgten die Transformation mittragen könnten, wenn ihre sozialen Sorgen ernst genommen werden. Denn die Bereitschaft in der Bevölkerung sei da: 53 Prozent sind überzeugt, dass es eine grundlegende Veränderung des Wirtschaftssystems bräuchte, um den Klimawandel zu bekämpfen. Entschlossene und Besorgte eint die Forderung nach Umverteilung und sozialem Ausgleich.

Die Studie zeigt weiter, dass die acht Prozent Ablehnenden politisch aktiv sind. Ihre Positionen würden in sozialen Medien verbreitet – oft mit Falschinformationen. Das könne ein Grund dafür sein, warum 70 Prozent befürchten, Klimapolitik verschärfe gesellschaftliche Konflikte, so die Wissenschaftler. „Wenn die Haltung der Ablehnenden als weit verbreitet gilt, erscheint ambitionierte Klimapolitik als Bedrohung für den Zusammenhalt“, sagte Olaf Groh-Samberg.


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Bundesgerichtshof weist Klage von Wirecard-Aktionären ab

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Bundesgerichtshof (Archiv), via dts NachrichtenagenturKarlsruhe (dts Nachrichtenagentur) – Eine deutsche Kapitalanlagegesellschaft, die im Fall Wirecard Schadensersatz gefordert hat, gilt nicht als „einfache“ Insolvenzgläubigerin und soll bei der Verteilung der restlichen Mittel aus der Insolvenz nur nachrangig berücksichtigt werden. Das hat der neunte Zivilsenat des Bundesgerichtshofs am Donnerstag entschieden.

Die Kapitalanlagegesellschaft erwarb im Zeitraum vom 1. Januar 2015 bis zum 12. Juni 2020 Aktien von Wirecard auf dem Sekundärmarkt und verkaufte diese zum großen Teil wieder. Am 18. Juni 2020 hielt die Klägerin noch 73.345 Aktien der Wirecard AG. Sie meint, ihr stünden kapitalmarktrechtliche Schadensersatzansprüche gegen die Gesellschaft zu. Die Wirecard AG habe ein tatsächlich nicht vorhandenes Geschäftsmodell vorgetäuscht und über ihre Vermögens-, Finanz- und Ertragslage getäuscht. Bei Kenntnis der wahren Sachlage hätte die Klägerin keine Aktien erworben.

Das Landgericht hatte die Klage und die Widerklage abgewiesen. Das Oberlandesgericht hatte dann die eingelegte Berufung des Beklagten durch Teilurteil zurückgewiesen und auf die Berufung der Klägerin ein Zwischenurteil erlassen. Darin hatte das Oberlandesgericht ausgesprochen, dass die Klage zulässig sei und die Klägerin ihre kapitalmarktrechtlichen Schadensersatzforderungen als Insolvenzforderungen geltend machen könne. Mit ihrer vom Oberlandesgericht zugelassenen Revision verfolgten die Beklagten ihren Antrag auf Klageabweisung schließlich weiter.

Der Bundesgerichtshof entschied nun, dass die von der Klägerin angemeldeten Forderungen keine einfachen Insolvenzforderungen darstellen. Kapitalmarktrechtliche Schadensersatzansprüche der Aktionäre seien derart mit der Stellung als Aktionär verknüpft, dass sie in der Insolvenz der Gesellschaft hinter den Forderungen einfacher Insolvenzgläubiger zurücktreten müssten.

Im Fall Wirecard sind rund 15,4 Milliarden Euro Forderungen angemeldet, aber nur 650 Millionen Euro vorhanden. Die Kapitalanlagegesellschaft geht folglich wahrscheinlich leer aus.


Foto: Bundesgerichtshof (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Dax startet leicht im Plus – Shutdown-Ende vorab eingepreist

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Frankfurter Börse, via dts NachrichtenagenturFrankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Der Dax ist am Donnerstag mit leichten Gewinnen in den Handelstag gestartet. Gegen 9:30 Uhr wurde der deutsche Leitindex mit rund 24.394 Punkten berechnet und damit 0,1 Prozent über dem Schlussniveau von Vortag. An der Spitze der Kursliste rangierten Merck, Infineon und Bayer, am Ende Eon, RWE und Siemens.

„Für die Wirtschaft ist das Ende des Stillstands definitiv eine gute Nachricht“, kommentierte Thomas Altmann von QC Partners die Verabschiedung des Übergangshaushalts in den USA. „An den Börsen wurde die Wieder-Eröffnung der Regierung in den vergangenen Tagen bereits eingepreist“, erklärte er. „Zudem dürfen sich die Börsianer damit wieder auf regelmäßige Veröffentlichungen von US-Wirtschaftsdaten freuen. Damit geht der Blindflug an der Wallstreet zu Ende.“ Altmann gab zu bedenken, dass wirtschaftliche Auswirkungen des Shutdowns kaum in die Kurse eingepreist worden seien.

Die europäische Gemeinschaftswährung war derweil stärker: Ein Euro kostete am Donnerstagmorgen 1,1619 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8607 Euro zu haben.

Der Ölpreis sank unterdessen leicht: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Donnerstagmorgen gegen 9 Uhr deutscher Zeit 62,63 US-Dollar, das waren acht Cent oder 0,1 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.


Foto: Frankfurter Börse, via dts Nachrichtenagentur

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Autoversicherer bemängelt steigende Reparaturkosten

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HUK-Coburg (Archiv), via dts NachrichtenagenturCoburg (dts Nachrichtenagentur) – Klaus-Jürgen Heitmann, Vorstandssprecher des Autoversicherers HUK-Coburg, warnt eindringlich vor Kostenrisiken für Autofahrer. „Die Unfallreparaturen für die Autos steigen in den durchschnittlichen Aufwendungen“, sagte Heitmann der Sendung „Frühstart“ von RTL und ntv am Donnerstag. Grund sei, „dass die Ersatzteile seit Jahren dynamisch teuer werden, auch teurer werden als die normale Inflation.“

Die Ursache sieht der HUK-Chef in der Marktmacht der Hersteller. „Wenn sie Monopolist sind in einem Markt, dann können Sie die Preise so setzen, wie sie das möchten“, sagte er.

Außerdem sorge der Fachkräftemangel in den Werkstätten für weiteren Auftrieb. Die Stundenlöhne in den Werkstätten würden weiter deutlich steigen. „Sie finden einfach nicht mehr genügend Leute, die sie brauchen“, so Heitmann.

Auch die Schadensaufwendungen bei Elektroautos stiegen. Diese seien tendenziell teurer zu reparieren. Bei starken Unfällen werde häufig „die Batterie in Mitleidenschaft gezogen“, was mitunter zu einem Totalschaden führe. „Dann wird es sehr teuer“, erklärte Heitmann.

Entlastungen sieht er für den Fall, dass autonome Fahrzeuge in den Markt kommen. Erfahrungen in den USA und China zeigten, dass autonom fahrende Autos „bis zu 80 Prozent weniger an Unfällen beteiligt“ seien, was auch zu sinkenden Preisen in der Autoversicherung führen könne.


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Studie: CO2-Budget für 1,5-Grad-Ziel in vier Jahren aufgebraucht

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Gas-Bohrinsel (Archiv), via dts NachrichtenagenturMünchen (dts Nachrichtenagentur) – Das verbleibende Kohlenstoff-Budget, um die globale Erwärmung mit einer 50-prozentigen Wahrscheinlichkeit auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, ist praktisch aufgebraucht. Zu diesem Schluss kommt der aktuelle Bericht des Global Carbon Projects (GCP), eines Zusammenschlusses internationaler Wissenschaftler, an dem auch Forscher der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) federführend beteiligt waren.

Wenn das für 2025 prognostizierte Niveau der Emissionen anhält, verbleiben demnach nur noch vier Jahre, um das 1,5-Grad-Ziel einzuhalten. Um die Erwärmung mit einer 50-prozentigen Chance auf 1,7 Grad Celsius oder zwei Grad Celsius zu begrenzen, würde das Kohlenstoffbudget derzeit noch für zwölf beziehungsweise 25 Jahre reichen.

Die Forscher rechnen damit, dass die weltweiten fossilen CO2-Emissionen 2025 weiter ansteigen und sich auf 38,1 Milliarden Tonnen CO2 belaufen werden. Damit erreichen sie ein neues Rekordniveau, das 1,1 Prozent über den Werten von 2024 liegt.

Der Bericht zeigt auf, dass die weltweiten CO2-Emissionen in der letzten Dekade (2015-2024) zwar langsamer angestiegen sind (um durchschnittlich 0,3 Prozent pro Jahr) als in der vorherigen Dekade (durchschnittlich 1,9 Prozent pro Jahr), die bisherigen Klimaschutz-Anstrengungen aber dennoch bei Weitem nicht ausreichend sind, um langfristig die globalen Emissionen Richtung Netto-Null zu bringen.

Positiv bewerten die Autoren, dass der Anstieg der fossilen CO2-Emissionen in China und Indien sich deutlich verlangsamt hat, was unter anderem an einem starken Ausbau der erneuerbaren Energien in diesen Ländern liegt. Weltweit ist es 35 Ländern – darunter auch die USA und die Länder der Europäischen Union – gelungen, ihren Ausstoß an fossilen CO2-Emissionen in der letzten Dekade zu reduzieren, während ihre Volkswirtschaften wuchsen. Das sind doppelt so viele Länder wie noch ein Jahrzehnt zuvor.

Die Dekarbonisierung der Energiesysteme schreitet dem Bericht zufolge in vielen Ländern voran. Allerdings reicht dies noch nicht aus, um den Anstieg des weltweiten Energiebedarfs auszugleichen. Die Projektionen der Wissenschaftler zeigen, dass global die Emissionen aus allen fossilen Quellen – Kohle, Öl und Gas – im Jahr 2025 ansteigen werden (im Durchschnitt Kohle 0,8 Prozent, Öl 1 Prozent, Gas 1,3 Prozent). In Europa sinken zwar die Emissionen aus der Kohleverbrennung, aber die Emissionen aus Öl und Gas steigen an. Im Transportsektor steigen die Emissionen aus dem internationalen Luftverkehr um 6,8 Prozent, während die Emissionen aus der Seefahrt stabil bleiben.

Anders als für die fossilen Emissionen prognostizieren die Forscher für die Emissionen aus der Landnutzung einen rückläufigen Trend. Insgesamt betrugen die Emissionen aus Landnutzungsänderungen nach den vorläufigen Daten im Jahr 2025 4,1 Milliarden Tonnen CO2 und damit etwas weniger als im Jahr 2024. „Der Rückgang der Emissionen aus der Landnutzung zeigt, wie erfolgreich Umweltpolitik sein kann“, sagte Julia Pongratz, Professorin für Physische Geographie und Landnutzungssysteme, die an der LMU gemeinsam mit Clemens Schwingshackl die Abschätzung der Landnutzungsemissionen leitete. „Die Entwaldungsraten im Amazonasgebiet sind zurückgegangen und befinden sich in dieser Saison auf dem niedrigsten Stand seit 2014.“

Die Ozeane haben in den vergangenen zehn Jahren 29 Prozent der gesamten CO2-Emissionen aufgenommen. „Damit ist der Ozean die größte natürliche Senke für vom Menschen verursachte CO2-Emissionen“, sagte Judith Hauck, Umweltforscherin am AWI, die die Abschätzung der Ozeansenke koordinierte. Seit 2016 stagniert die Ozeansenke allerdings weitgehend, was vor allem auf klimatische Schwankungen zurückzuführen ist, die den zuvor zunehmenden Trend abschwächen. Zusätzlich wurde sie durch die Hitzewelle im Meer der Jahre 2023-2024 auf der Nordhalbkugel beeinflusst.

Die Aufnahme von CO2 aus der Atmosphäre durch die Landmassen – die sogenannte terrestrische Senke – erlitt 2024 einen starken Einbruch aufgrund des El Niño. Für 2025 zeigen die Daten eine Erholung auf das Niveau vor diesem Klimaphänomen. „Die verheerenden Brände im Jahr 2024 haben gezeigt, wie empfindlich Ökosysteme sind, wenn wir nicht auch die globale Erwärmung begrenzen“, erklärte Schwingshackl. „Klimaschutz ist auch Ökosystemschutz.“


Foto: Gas-Bohrinsel (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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