Freitag, Januar 2, 2026
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Ramelow zeigt sich genervt über Linken-Streit

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Erfurt (dts Nachrichtenagentur) – Der Ministerpräsident Thüringens, Bodo Ramelow (Linke), hat sich von den Auseinandersetzungen innerhalb der Linken-Fraktion im Bundestag genervt gezeigt. Niemand brauche „eine Fraktion, die sich im Kern nur noch gegenseitig in Schach hält“, sagte Ramelow der „Frankfurter Rundschau“ (Dienstagsausgabe).

„Und es nervt all jene, die als Linke in den Ländern gute Arbeit leisten und Politik für die Menschen machen. Ja, und es stört im Wahlkampf.“ Den möglichen Verlust des Fraktionsstatus im Bundestag durch einen Austritt von Sahra Wagenknecht und ihren Anhängern sieht Ramelow gelassen. „Ein Ende der Fraktion im Bundestag ist nicht das Ende der Welt“, stellte er fest.

In Thüringen wird im nächsten Jahr ebenso wie in Brandenburg und Sachsen ein neuer Landtag gewählt. Angesichts einer erstarkenden AfD gibt es Diskussionen darüber, ob dort demokratische Koalitionen notwendig werden, die von der CDU bis zur Linken reichen. Auf die Frage, ob er sich eine solche Koalition vorstellen können, entgegnete Ramelow, er habe darauf eine pragmatische Antwort. „Ich lebe jetzt über 30 Jahre in Thüringen. In dieser Zeit habe ich schon oft mit den jeweiligen CDU-Spitzen reden, verhandeln, Beschlüsse fassen müssen.“

Seine Landesregierung habe drei Haushalte beschlossen bekommen, an denen die CDU in unterschiedlicher Weise beteiligt gewesen sei. „Ich mache keine Sachen, die ich für Thüringen falsch finde und bin flexibel genug, keine ideologischen Schlachten zu führen“, sagte der Ministerpräsident. Ramelow warnte zudem vor „platten Ost-West-Debatten“ angesichts der hohen Umfragewerte für die AfD und der Wahl des AfD-Landrats Robert Sesselmann in Sonneberg.

„Nach der Wahl eines AfD-Landrats in Sonneberg wurde fast überall in Westdeutschland sofort reflexartig argumentiert: alles Nazis, alles braun, alles verlorenes Territorium. Fast so, als würde man sagen: Die Mauer wieder hochziehen und wir sind das Problem los“, sagte Ramelow. „Da sage ich: Das ist eine grobe Fehleinschätzung.“ Es sei wichtig, genauer hinzuhören.

„Wir erleben gerade, dass viele Ostdeutsche sich von Westdeutschen und in ihren Augen westdeutsch geprägter Bundespolitik gebasht und ausgegrenzt fühlen. Wie um sich zu wehren sagen sie dann leider: `Ich wähle AfD`“, so Ramelow.


Foto: Bodo Ramelow (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

EVG-Mitglieder stimmen für Annahme des Schlichterspruchs

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Im Tarifkonflikt zwischen der die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) und der Deutschen Bahn ist ein unbefristeter Streik abgewendet worden. In der Urabstimmung der EVG stimmten 52,3 Prozent der Teilnehmer für die Annahme des Schlichterspruchs, wie die Gewerkschaft am Montag mitteilte.

Der EVG-Bundesvorstand wollte sich am Montagnachmittag zu dem Abstimmungsergebnis äußern. Schon im Vorfeld der Urabstimmung galt ein unbefristeter Arbeitskampf als unwahrscheinlich, da die Hürde mit 75 Prozent sehr hoch lag. Der Schlichterspruch mit einer Laufzeit von 25 Monaten sieht unter anderem vor, dass die steuerfreie Inflationsausgleichsprämie von 2.850 Euro im Oktober in voller Höhe ausgezahlt werden soll. In zwei Erhebungsschritten soll für die Funktionsgruppen und bei den Busgesellschaften der Lohn um insgesamt 410 Euro angehoben werden.

Am Ende der Laufzeit des Tarifvertrags (März 2025) sollen zusätzlich die Tabellenentgelte in den Bereichen Bahnbetrieb und Netze, Instandhaltung sowie Bahnservice und Vertrieb erhöht werden. Zudem soll es eine Erhöhung bei DB Services geben. Sowohl die Bahn als auch die EVG hatten die Annahme des Schlichterspruchs empfohlen.


Foto: EVG-Logo (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

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Kinderrechtsorganisationen enttäuscht von Kindergrundsicherung

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Nach der Einigung der Bundesregierung auf einen Finanzrahmen sowie weitere Eckpunkte für die geplante Kindergrundsicherung haben Kinderrechtsorganisationen enttäuscht reagiert. Die Kindergrundsicherung sei nach jetzigem Planungsstand „nicht der erhoffte große Wurf“, der die Kinderarmut in Deutschland umfassend und nachhaltig beseitige, sagte der Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes, Thomas Krüger, am Montag.

„Dafür wurden im Laufe der regierungsinternen Beratungen zu viele Abstriche an den ursprünglichen Zielen der Kindergrundsicherung gemacht.“ Die Kindergrundsicherung müsse sich an den tatsächlichen Bedarfen der Kinder und Jugendlichen orientieren.“ Dafür braucht es mehr finanzielle Mittel in den Haushalten von Bund, Ländern und Kommunen, und vor allem eine zügige Neubemessung des kindlichen Existenzminimums.“ Dieses Existenzminimum dürfe nicht mit „willkürlichen Abschlägen künstlich kleingerechnet werden“, aber genau damit müsse bei den veranschlagten Kosten für die Kindergrundsicherung in Höhe von 2,4 Milliarden Euro gerechnet werden, so Krüger.

Grundsätzlich begrüße man aber, dass es bei der Kindergrundsicherung jetzt „endlich einen Schritt vorwärtsgeht“. Enttäuscht zeigte sich auch der Kinderschutzbund: „Das, was die Bundesregierung vorschlägt, ist enttäuschend. Das ist keine Kindergrundsicherung“, sagte Kinderschutzbund-Präsidentin Sabine Andresen. Dass künftig der Anspruch für einen Kinderzuschlag für erwerbstätige Eltern automatisiert geprüft werde, sei zwar „ein Schritt in die richtige Richtung“, insgesamt sei das Konzept aber „mutlos und schafft nicht den erhofften Beitrag zu Bekämpfung der Kinderarmut“.

Den versprochenen Systemwechsel zu einer Kindergrundsicherung, also eine „echte Reform“ des Familienlastenausgleichs, schaffe die Ampel-Koalition nicht. „Selbst bei der Zusammenführung von Leistungen bleibt zum Beispiel der Leistungsdschungel des Bildungs- und Teilhabepakets erhalten“, so Andresen. Daran werde auch ein neues digitales Antragsportal nichts ändern. „Im weiteren Prozess werden wir sehr genau beobachten, dass die Bundesregierung zumindest ihr Versprechen hält, einzelne Kinder nicht schlechter zu stellen als vor der Reform.“

FDP-Fraktionschef Christian Dürr verteidigte unterdessen die Einigung: „Das ist ein wirklich gutes Ergebnis, so habe ich es mir von Anfang an vorgestellt“, sagte Dürr am Montagmittag der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Man entbürokratisiere, digitalisiere und vereinfache die Familienleistungen in Deutschland. „Insofern ist das ein echter Fortschritt.“ Dürr wies darauf hin, dass die Bündelung der Förderleistungen, wie sie das Eckpunktepapier jetzt vorsieht, zwar etwas koste, aber auch die „Rahmenbedingungen“ ändere, in denen Geld ausgezahlt werde.

„Es wird in Zukunft mehr Arbeitsanreize geben. Insofern ist diese Reform auch von großer Bedeutung für den Arbeitsmarkt. Das ist aus meiner Sicht ein echter Paradigmenwechsel. Nach wie vor ist das größte Armutsrisiko für Kinder die Arbeitslosigkeit der Eltern – gerade bei Kindern mit Migrationshintergrund sprechen die Zahlen für sich.“

Wichtig sei ihm zudem, dass sich die Regierung mit der Reform innerhalb der Schuldenbremse bewege. „Das Ergebnis hätte man vielleicht auch schon früher haben können“, kommentierte Dürr den zähen Prozess der Entscheidungsfindung innerhalb der Regierung. „Ich bin froh, dass Frau Paus sich da bewegt hat.“ Ursprünglich hatte Familienministerin Lisa Paus (Grüne) bis zu zwölf Milliarden Euro für die Sozialreform gefordert.

Dürr äußerte sich wie auch sein Parteivorsitzender, Bundesfinanzminister Christian Lindner, ablehnend bezüglich deren ursprünglicher Planung. „Eine schlichte Erhöhung von Sozialleistungen hilft nicht effektiv gegen Kinderarmut.“


Foto: Kinder hinter einem Gitter (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

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Dax bleibt am Mittag im Plus – Kurserholung etwas ausgebremst

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Frankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Am Montag hat der Dax sich nach einem freundlichen Start bis zum Mittag im Plus gehalten, einen Teil seiner Gewinne aber wieder abgegeben. Gegen 12:30 Uhr wurde der Index mit rund 15.680 Punkten berechnet, 0,3 Prozent über dem Schlussniveau vom Vortag.

Die größten Gewinne gab es bei den Papieren der Deutschen Bank, von Siemens Energy und von Rheinmetall. Verluste gab es entgegen dem Trend unter anderem bei Vonovia, BMW und Adidas. „Die Zinsbefürchtungen führen zum Wochenstart dazu, dass insbesondere die Aktien der Banken und Finanzwerte wieder in den Fokus rücken“, sagte Marktexperte Andreas Lipkow. Der Dax werde bei seiner Kurserholung bereits wieder ausgebremst.

Der Optimismus aus dem asiatischen Handel sei eingepreist und damit verpufft. „Viele Marktteilnehmer haben Zweifel daran, dass die vorgestellten Maßnahmen der chinesischen Regierung den Kern der Problemsituation in China treffen werden.“ Damit seien potenzielle Zweit- und Drittrundeneffekte für die Unternehmen in Europa und den USA nicht zu erwarten. „Die Investoren schauen wieder verstärkt auf die Agenda mit bevorstehenden Konjunkturdaten“, so Lipkow.

„Diese dürften nach dem Notenbanker-Treffen wieder an Priorität gewinnen.“ Die europäische Gemeinschaftswährung tendierte am Montagmittag etwas stärker. Ein Euro kostete 1,0815 US-Dollar (+0,19 Prozent), ein Dollar war dementsprechend für 0,9246 Euro zu haben.


Foto: Anzeigetafel in der Frankfurter Börse, über dts Nachrichtenagentur

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Söder bestellt Freie Wähler zu Sonder-Koalitionsausschuss ein

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München (dts Nachrichtenagentur) – Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat nach den Antisemitismusvorwürfen gegen seinen Stellvertreter Hubert Aiwanger (Freie Wähler) für Dienstag einen Sonder-Koalitionsausschuss einberufen. Das berichten am Montag mehrere Medien übereinstimmend unter Berufung auf Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU).

Entscheidende Fragen seien demnach noch unbeantwortet. Aiwanger müsse sich „persönlich und umfassend erklären“, so Herrmann. Der Chef der Freien Wähler stand nach einem Medienbericht im Verdacht, Ende der 1980er-Jahre als Schüler ein antisemitisches Flugblatt verfasst zu haben – später räumte Aiwangers Bruder ein, der Verfasser des Schriftstücks zu sein. Der Skandal droht die bayerischen Landtagswahlen zu überschatten, die am 8. Oktober stattfinden.


Foto: Markus Söder (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Der Barbie-Film ist ein unbestreitbarer Gewinn für die Vielfalt

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Barbie
Foto von Emma Hall (Quelle: Aegon AM)

Ein aktueller Kommentar von Emma Hall, Investment Analyst bei Aegon Asset Management:

Der Erfolg des Barbie-Films, der gerade so etwas wie ein kulturelles Phänomen des Jahres 2023 geworden ist, beweist, dass pro-ESG- und Nachhaltigkeitsansichten inmitten einer zunehmenden Gegenreaktion immer noch aktuell sind.

Diese Woche habe ich mich der Barbenheimer-Debatte hingegeben und bin mit einer Gruppe aufgeregter Freunde in mein örtliches Kino (das etwas pinker als gewöhnlich war) gegangen, um mir Barbie anzusehen. Unter der Regie von Greta Gerwig hat der Film den Rekord für das größte Eröffnungswochenende eines Films einer weiblichen Regisseurin gebrochen (und damit klischeehaft Wonder Woman geschlagen).

Ich würde nicht behaupten, dass ich als Kind ein großer Barbie-Fan war (ich war eher Team Polly Pocket), also war die rosarote Brille beim Betreten des Kinos definitiv nicht aufgesetzt. Dennoch war ich erstaunt, als ich das Kino mit dem Gefühl verließ, tatsächlich den „kulturellen Moment“ erlebt zu haben, von dem die Kritiken sprechen.

Vor allem schaffte es der Barbie-Film, sich über seine eigene gemischte ethische Geschichte lustig zu machen und gleichzeitig einige knallharte Aussagen über Vielfalt in all ihren Formen zu machen. Wenn ich an Barbie als Kind zurückdenke, dann hat sie vieles dargestellt, was in der Welt falsch läuft – sie hat einen nicht nachhaltigen Einheitsansatz für das Frausein gefördert und gleichzeitig sehr plastische, umweltschädliche Produkte verherrlicht.

Im Laufe der Zeit hat Mattel jedoch eine Kehrtwende vollzogen und Barbie repräsentiert jetzt die Menschen, die man auf der Straße sieht. Barbie gibt es in 35 Hautfarben und neun Körpertypen, sie kann einen Hidschab tragen, Vitiligo haben, das Down-Syndrom, Beinprothesen oder einen Rollstuhl benutzen. Barbie lebt nicht mehr nur in ihrem Traumhaus – sie kann Meeresbiologin, Feuerwehrfrau, Zahnärztin oder Para-Skifahrerin sein. Die Möglichkeiten für Barbie sind endlos – wie es auch für ihr menschliches Gegenstück sein sollte.

ESG-Enthusiasten werden sich besonders über die „Sustainability“-Barbies freuen, die zu 90 % aus Plastik bestehen, das aus Wasserquellen recycelt wurde: eine Naturwissenschaftlerin, eine Ingenieurin für erneuerbare Energien, ein Chief Sustainability Officer und eine Umweltschützerin.

Der Barbie-Film bringt die Botschaft der Vielfalt weiter voran – alle Barbies sind im Film vertreten, es gibt Trans-Darsteller und das augenzwinkernde Motiv für Barbie, das Barbie-Königreich zu verlassen, ist die Angst vor Cellulite und Plattfüßen.Man kann also mit Sicherheit sagen, dass sich die Vielfalt der Produkte enorm verbessert hat, aber was ist mit Mattel selbst?

Für mich war eine der besten Szenen des Films die, in welcher der Mattel-CEO (gespielt von Will Ferrell) die rein männliche Vorstandsetage gegenüber Barbie rechtfertigt, indem er sagt: „Wir sind ein Unternehmen, das buchstäblich aus Frauen besteht… wir hatten in den 90er Jahren Jill Barad als CEO, dann nochmal irgendwann eine Frau als CEO – das sind schon mal zwei“, und weiter: „Ich bin der Sohn einer Mutter, ich bin der Neffe einer weiblichen Tante“, was bei den Kinobesuchern für so manches Gelächter sorgte.

Es gibt eine ganze Reihe von Unternehmen, die sich des „Diversity Washing“ schuldig gemacht haben, indem sie behaupten, sie würden die Vielfalt in der Führung fördern, ohne dass dies durch Statistiken belegt ist. Wir kennen den Wert der Vielfalt in der Belegschaft. In einer Studie von McKinsey aus dem Jahr 2019 wurde festgestellt, dass Unternehmen, die in Bezug auf die Geschlechtervielfalt in den Führungsteams im obersten Quartil liegen, mit 25 % höherer Wahrscheinlichkeit überdurchschnittliche Gewinne erzielen als Unternehmen, die im untersten Quartil liegen.

Der im Februar 2023 veröffentlichte FTSE Women Leaders Review hat jedoch gezeigt, dass sich zwar Verbesserungen abzeichnen, aber 50 % der FTSE-250-Unternehmen im Vorstand und in den direkten Berichten einen Frauenanteil von unter 33 % aufweisen.

Der Vorstandsvorsitzende von Mattel ist in der Tat ein Mann, und die von Ferrell angeführte geringe Anzahl weiblicher Vorstandsvorsitzender in der Geschichte des Unternehmens ist korrekt (was für viele Unternehmen gilt). Zum Glück ist der Vorstand von Mattel vielfältiger. Fünf der 12 Vorstandsmitglieder sind Frauen, also nicht ganz perfekt, aber nicht weit davon entfernt. Und natürlich ist die Vertretung der Geschlechter wichtig, aber auch die Vielfalt der ethnischen Herkunft, des Alters und des Denkens.

Wer hätte gedacht, dass der Besuch eines Films mit einer blonden Plastikpuppe eine solche Stimmung rund um die ESG hervorrufen würde? Wie aus dem Nichts rufen rechtsgerichtete ESG-Gegner eine #BoycottBarbie-Kampagne ins Leben.

Aber in einer Zeit, in der Unternehmen beschließen, in andere Bundesstaaten umzuziehen, weil sie Repressalien befürchten, weil sie sich zum „Don’t Say Gay“-Gesetz in Florida geäußert haben, sie von Kunden boykottiert werden, weil sie einen Transgender-Influencer eingestellt haben und weil sie den Zorn des Online-Hasses zu spüren bekommen, nachdem sie ein Drag-Queen-Video zum Pride-Monat veröffentlicht haben, ist der Barbie-Film ein unbestreitbarer Gewinn für die Vielfalt und damit für die Nachhaltigkeitsbewegung insgesamt.

Der Barbie-Film ist ein unbestreitbarer Gewinn für die Vielfalt

Foto von Emma Hall (Quelle: Aegon AM)

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Grimm warnt vor Ausbleiben des "grünen Wirtschaftswunders"

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm warnt vor dem Ausbleiben des „grünen Wirtschaftswunders“. Wirtschaftliches Wachstum gebe es erst wieder, „wenn von den Investoren künftig gute Standortbedingungen erwartet werden“, sagte sie der „Bild“ (Montagsausgabe).

„Die Energiepreise sind dafür weiterhin zu hoch. Es gilt, so schnell wie möglich Erzeugungs- und Netzkapazitäten auszubauen, damit die Strompreise für alle wieder sinken.“ Aus Sicht der Wirtschaftsweisen können die Menschen in Deutschland nicht so schnell mit einer baldigen Verbesserung ihrer ökonomischen Lage rechnen. Stattdessen glaubt Grimm, dass es zu realen Einbußen kommt: „Die Strukturen für das grüne Wirtschaftswunder müssen ja nun erst aufgebaut werden“, sagte die Ökonomin weiter.

Strom sei auf Dauer zu teuer in Deutschland. Die Wasserstoff-Strategie sieht zum Beispiel bis 2030 den Bau von Elektrolyseanlagen im Umfang von zehn Gigawatt vor, wofür staatliche Förderung nötig sein wird. Diese Anlagen werden laut Grimm ungefähr ein Drittel der im Jahr 2030 erwarteten Nachfrage decken, aber: „Die restlichen zwei Drittel werden wir aus anderen Regionen weltweit importieren, die bessere Konditionen für die Produktion haben, weil dort Grünstrom günstiger erzeugt werden kann – unter zwei Cent pro Kilowattstunde.“ Grimms Appell: „Wachstumsimpulse könnten etwa entstehen, wenn wir die Importe beschleunigen. Der deutsche Maschinenbau könnte zu dem Aufbau der Anlagen auch im Ausland beitragen und es stünde schneller mehr Wasserstoff in Deutschland zur Verfügung.“


Foto: Windräder (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Spahn: Merz hat "Mitsprache- und Entscheidungsrechte" in K-Frage

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Unionsfraktionsvize Jens Spahn ist überzeugt, dass die Frage nach dem nächsten Kanzlerkandidaten der Union nicht ohne CDU-Chef Friedrich Merz entschieden wird. „Der CDU-Vorsitzende hat immer zuerst auch Mitsprache- und Entscheidungsrechte bei der Kanzlerkandidatur“, sagte Spahn am Montag den Sendern RTL und ntv.

„Entscheidend ist aber doch vor allem eins, dass wir diejenigen sind, die eben auch zeigen, wie man gut regieren könnte“, so Spahn weiter. „Wenn ich das richtig sehe, haben wir fast seit der letzten Bundestagswahl die meiste Unterstützung, Zustimmung in den Umfragen. Wir sind die stärkste politische Kraft in Deutschland, mit großem Abstand.“ Die Union sei nach einer bitteren Wahlniederlage mit Merz an der Spitze jetzt in der Opposition angekommen.


Foto: Friedrich Merz am 27.08.2023, über dts Nachrichtenagentur

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Wirtschaft will von Ampel "klares Signal" für mehr Wachstum

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Kurz vor der Kabinettsklausur auf Schloss Meseberg wächst der Druck auf die Ampelkoalition, weitreichende Maßnahmen gegen die Konjunkturflaute in Deutschland zu treffen. „Von Meseberg sollte ein deutliches Aufbruchssignal für die deutsche Wirtschaft ausgehen“, sagte der Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Peter Adrian, dem „Handelsblatt“.

Die Rückmeldungen von Unternehmen aus verschiedenen Branchen und Regionen machten deutlich, dass die Wirtschaft strukturelle Probleme habe – „von den hohen Energiepreisen über langwierige Genehmigungsverfahren bis hin zum wachsenden Fachkräftemangel“. Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), mahnte zur Eile: „Nach dem unsäglichen Politiktheater muss das Wachstumschancen-Gesetz in Meseberg beschlossen werden“, sagte Jandura dem „Handelsblatt“. Damit müsse die Bundesregierung Handlungsfähigkeit beweisen. Das Gesetz sei sicher „ein erster Schritt in die richtige Richtung“, aber weitere müssten folgen.

„Ein klares Signal für mehr Wachstum, Investitionen und Innovationen wäre, im Steuerrecht auf ein international vergleichbares Belastungsniveau zu kommen.“ DIHK-Präsident Adrian wies darauf hin, dass sich fast überall auf der Welt die Wirtschaft deutlich besser als in Deutschland entwickele. „Deshalb sollten wir die vielen negativen Wirtschaftsdaten als Weckruf verstehen“, sagte er. Notwendig sei jetzt eine „beherzte Kehrtwende in der Wirtschaftspolitik“.

Die Unternehmen erwarteten weniger Berichtspflichten und durchgängig weniger Bürokratie. „Wir brauchen auch ein klares Signal für eine zukunftsfähige und bezahlbare Energieversorgung“, fügte Adrian hinzu. BGA-Präsident Jandura forderte von der Bundesregierung ein „Gesamtkonzept gegen die stagnierende wirtschaftliche Entwicklung“. Hohe Steuern, Energie-, Arbeits- und Bürokratiekosten minderten die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands.

Es gelte nun, die Regelungsvielfalt zu vereinfachen und zu entbürokratisieren. Aktuell passiere das Gegenteil.


Foto: Container (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

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Apothekerverband erwartet neuen Corona-Impfstoff im September

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Apothekerverband erwartet den baldigen Start des neuen Corona-Impfstoffs. „Wir rechnen schon im Laufe des Septembers mit der Auslieferung der ersten Impfdosen des angepassten Corona-Impfstoffs“, sagte Thomas Preis, Chef des Apothekerverbands Nordrhein, der „Rheinischen Post“ (Montagsausgabe).

„Biontech hat bereits den an Omikron XBB.1.5 angepassten Impfstoff in großen Mengen vorproduziert. Nach der Zulassung kann dann sofort die Auslieferung an die Apotheken beginnen.“ Dieser Impfstoff solle gut gegen die derzeit weit verbreiteten Varianten XBB.1.5 und EG.5 wirken. „Arztpraxen und Apotheken bereiten sich auf eine intensive Impfkampagne im Herbst vor“, so Preis.

Patienten sollen leichter einen Termin bekommen: „Für Arztpraxen und Apotheken wird das Verimpfen der neuen Corona-Impfstoffe wesentlich einfacher werden. Biontech/Pfizer, Moderna und Novavax werden den neuen angepassten Impfstoff in Einzeldosen anbieten. Damit müssen Impftermine in Apotheken und Arztpraxen nicht mehr so eng getaktet sein“, sagte Preis weiter. Die bisher üblichen Ampullen enthielten dagegen sechs oder zehn Impfungen und seien nach Anbruch nur wenige Stunden verwendbar gewesen.

Sein Rat an Patienten: „Der beste Zeitpunkt für die Corona-Auffrischungsimpfung ist ab Ende September – genau wie für die jährliche Grippeimpfung.“ Es werde in diesem Jahr zwar noch keinen Kombinationsimpfstoff für Corona und Influenza geben, doch könne man beide Impfungen an einem Termin bekommen, sagte Preis.


Foto: Impfspritze wird aufgezogen (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts