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Bahn wirft GDL "Gefährdung des Eisenbahnsystems" vor

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GDL-Streik (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Deutsche Bahn wirft der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) nach deren erneuter Streikankündigung eine „Gefährdung des Eisenbahnsystems“ vor. Die „Maximalforderungen der GDL“ seien „unerfüllbar“ und gefährdeten „massiv das Eisenbahnsystem“, sagte DB‑Personalvorstand Martin Seiler am Montag.

Das Verhalten der GDL sei „stur und egoistisch“. Viele Millionen Menschen könnten nicht Zug fahren, „weil die GDL-Führung nicht willens ist, Kompromisse einzugehen“, so Seiler. „Viele Millionen Euro werden vernichtet, weil einige Wenige für ihre Partikularinteressen streiten.“ Die Bahn sei weiterhin bereit, „konstruktive, aber realistische Lösungen“ zu finden, so der Personalvorstand.

GDL-Chef Claus Weselsky hatte zuvor wiederum dem Bahnvorstand vorgeworfen, sich „keinen Millimeter“ zu bewegen und die GDL-Mitglieder „in weitere Streiks zu treiben“. Inzwischen habe man mit 28 Eisenbahnunternehmen die Inhalte der Einigungsvorschläge der GDL abgeschlossen. „Unsere Mitglieder bei der Deutschen Bahn fragen sich zu Recht: Warum geht es hier nicht, wenn es überall geht?“, so Weselsky.

Die Bahn geht unterdessen von „massiven Auswirkungen“ des neuen Streiks auf den Bahnbetrieb aus. Man werde „so schnell und umfassend wie möglich“ informieren, hieß es.

Die GDL hatte am Mittag sogenannte „Wellenstreiks“ in dem Tarifkonflikt angekündigt. Der erste Streik soll nach dem erneuten Scheitern der Verhandlungen 35 Stunden dauern – im Güterverkehr soll er von Mittwoch 18 Uhr bis Freitag 5 Uhr laufen, im Personenverkehr von Donnerstag 2 Uhr bis Freitag 13 Uhr.

Zu weiteren Streiks wollte die GDL zunächst keine Details nennen. Es soll laut Weselsky dafür „keine Ankündigungsfristen“ mehr geben. Bei künftigen Arbeitsniederlegungen könne eine „rechtzeitige Information“ der Reisenden „nicht mehr gewährleistet“ werden, hieß es von der Gewerkschaft.

Auch diese Ankündigung stieß bei der Bahn auf Kritik: „Diese sogenannten Wellenstreiks sind eine blanke Zumutung für unsere Fahrgäste“, sagte Seiler.


Foto: GDL-Streik (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

2 Minuten 2 Millionen am 5. März

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2 Minuten 2 Millionen am 5. März

Das Start-Up „HeldYn“ will weiter wachsen. Ex-Kanzler Sebastian Kurz konnte schon zu einem Investment überzeugt werden. Auch Alexander Schütz ist mit von der Partie. Werden am 5. März weitere namhafte Investoren durch „2 Minuten 2 Millionen“ folgen?

Wien, 22. Februar 2024. Mit „HeldYn“ wollen die beiden Krankenpflegerinnen Sabine Niedermüller und Simone Mérey aus Wien für eine Revolution im österreichischen Pflegesystem sorgen. Egal ob für Wundversorgung, Körperpflege, Infusions- oder Physiotherapie, die Buchungsplattform bringt das Pflegepersonal in nur wenigen Stunden mit den Kund:innen zusammen. Denn „HeldYn“ bringt die Pflege zu den Nutzer:innen direkt nachhause. Zudem können bei der Anfrage auch Präferenzen angegeben werden, wie beispielsweise die Muttersprache oder das Geschlecht des Pflegepersonals.

„Die Idee ist eine tolle, der Bedarf ist keine Frage“, gesteht Neo-Investor Michael Grabner und erkundigt sich weiter: „Die zentrale Frage ist, wo kriegen Sie die Pflegekräfte her?“ Auch Heinrich Prokop scheint nach dem Pitch überzeugt: „Sie haben Ihre Zahlen im Kopf, was wir selten hier im Studio so hören, ist für mich wirklich beeindruckend.“ Zwei Investoren konnten Niedermüller und Mérey schon begeistern: Ex-Kanzler Sebastian Kurz und der ehemalige #2min2mio-Investor Alexander Schütz sind bereits an dem Wiener Start-Up beteiligt. Wird sich die prominente Runde der Business Angels erweitern?

„Highway to hell“ statt „La, le, lu“? Dieses Kuscheltier rockt Kinder in den Schlaf

Der Ton macht die Musik, davon sind Michael Heimrich und Hendrik Mahncke aus Deutschland überzeugt. Sie präsentieren ihre neuartige Spieluhr „Rock my sleep“. Dabei handelt es sich um Kuscheltiere mit integriertem Musik-Player, der individuell bespielt werden kann. Speziell für die Spieluhr aufgenommene Lieder bieten die Lieblingssongs der Eltern in beruhigenden Instrumental-Versionen dar.

Eine Mediathek von über 800 Songs und die Möglichkeit eigene Lieder auf den Player zu laden, bieten für die Kleinen unterschiedlichen Alters ein persönliches Einschlaferlebnis. Zudem können im Online-Shop spezielle Songwünsche gebucht werden, die innerhalb von 14 Tagen produziert werden. „I just love this“, gesteht Heinrich Prokop und setzt fort: „Ich mache euch ein höchst unmoralisches Angebot.“ Aber wird es auch zu einem Investment kommen?

Außerdem mit dabei bei „2 Minuten 2 Millionen“ am 5. März sind Walter Sagan mit seinem „Sagan Massageöl“ aus Wien und die innovative Parkplatz-Vermietungs-App „Repark“ vom 23-jährigen Lukas Lauda aus Wien.

„2 Minuten 2 Millionen – Die PULS 4 Start-Up-Show“ immer dienstags um 20:15 Uhr auf JOYN & PULS 4

Bild @ Gerry Frank Photography 2023

Quelle ProSiebenSat.1 PULS 4

Angst vor zunehmendem Extremismus steigt sprunghaft an

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Demo gegen Rechtsextremismus (Archiv), via dts NachrichtenagenturHamburg (dts Nachrichtenagentur) – Die Sorge vor einer Zunahme von Extremismus in Deutschland ist im Februar deutlich angestiegen.

21 Prozent der Bundesbürger zählen sie aktuell zu den drei größten Sorgen im eigenen Land, 7 Prozentpunkte mehr als im Vormonat, so das Ergebnis einer monatlich in 29 Ländern durchgeführten Umfrage des Instituts Ipsos, die am Montag veröffentlicht wurde. Vor genau einem Jahr sorgten sich lediglich 9 Prozent der Deutschen darum. Allein in Israel (24 Prozent) ist die Angst vor zunehmendem Extremismus derzeit größer als in Deutschland.

Weiterhin größte Sorge bleibt die Inflation, 37 Prozent der Deutschen zählen sie momentan zu den drei wichtigsten Problemen im eigenen Land. Dahinter folgt mit leicht abnehmender Tendenz zum Vormonat die Einwanderung (35 Prozent, -3). Auf Platz drei im Sorgenranking liegt mit einem Zuwachs von 3 Prozentpunkten der Themenbereich Armut und soziale Ungleichheit (34 Prozent). Jeden fünften Deutschen (20 Prozent) besorgt eine Zunahme von Kriminalität und Gewalt – ein Plus von 3 Prozentpunkten im Vergleich zum Vormonat.

Die jüngsten Entwicklungen im Krieg zwischen Russland und der Ukraine dürften auch die Angst vor militärischen Konflikten schüren: 20 Prozent der Deutschen zeigen sich hier besorgt, eine Steigerung um 5 Prozentpunkte seit Januar. Auch die Sorge um den Klimawandel treibt knapp jeden fünften Deutschen um (21 Prozent) – nach einem Zuwachs im Januar fällt dieser Wert nun deutlich um 7 Punkte ab und damit auf den niedrigsten Wert seit April 2020. Dennoch gehört der Klimawandel nach wie vor zu den fünf größten Sorgen in Deutschland.

Im weltweiten Durchschnitt der 29 Befragungsländer steht ebenfalls die Inflation an erster Stelle der Sorgen (34 Prozent) – gefolgt von Armut und sozialer Ungleichheit sowie Kriminalität und Gewalt (je 30 Prozent). Auf dem dritten Platz gleichauf: Korruption und Arbeitslosigkeit (je 26 Prozent).

Die Ergebnisse stammen aus der Ipsos-Studie „What Worries the World“. Bei der Online-Umfrage wurden 25.292 Personen aus 29 Ländern interviewt. Die Befragung fand vom 26. Januar bis 9. Februar 2024 statt. Zu den 29 untersuchten Ländern gehören: Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, Chile, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Indonesien, Israel, Italien, Japan, Kanada, Kolumbien, Malaysia, Mexiko, Niederlande, Peru, Polen, Schweden, Singapur, Spanien, Südafrika, Südkorea, Thailand, Türkei, Ungarn und USA.


Foto: Demo gegen Rechtsextremismus (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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IW: Zweite Trump-Ära könnte deutsche Wirtschaft Milliarden kosten

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Donald Trump (Archiv), via dts NachrichtenagenturKöln (dts Nachrichtenagentur) – Sollte Donald Trump ein zweites Mal US-Präsident werden, könnte das nach Einschätzung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) gravierende Folgen für die deutsche Wirtschaft haben. Seine geplanten Zölle auf Importe könnten über eine vierjährige Amtszeit gerechnet insgesamt einen Verlust von bis zu 150 Milliarden Euro für die deutsche Wirtschaft bedeuten, heißt es in einer Studie des Instituts, die am Montag veröffentlicht wurde.

Mit Trumps absehbarem Triumph am sogenannten „Super Tuesday“ und seinem guten Abschneiden bei Umfragen wächst die Aussicht auf seine Wahl im November. Im Falle einer erneuten Präsidentschaft erwägt er, einen Mindestzoll von zehn Prozent für Importe aus allen Ländern und für chinesische Einfuhren sogar von 60 Prozent zu erheben. Besonders für deutsche Unternehmen, die in die USA exportieren, wäre das laut IW ein schwerer Schlag – schließlich zählen die USA vor allem für die Automobilindustrie, aber auch für viele andere Branchen zu den wichtigsten Handelspartnern.

Wie sich die Zollerhöhung auf die Wirtschaft in den USA, Europa und Deutschland auswirken würde, hat das Institut in einer Simulation geschätzt: Der BIP-Verlust in Deutschland würde sich demnach über die gesamte Amtszeit Trumps gerechnet voraussichtlich auf mehr als 120 Milliarden Euro belaufen. Für den Fall, dass sich China gegen diese Handelspolitik der USA wehrt und die Zölle für US-Importe seinerseits um 40 Prozentpunkte erhöht, würde das die deutsche Wirtschaft voraussichtlich 150 Milliarden Euro kosten. Dahinter stehe vor allem, dass der Zollschock auch den Welthandel dämpfen würde und dass hierzulande neben den Exporten auch die privaten Investitionen sinken würden, so das IW.


Foto: Donald Trump (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Verdi ruft Lufthansa-Bodenpersonal zu zweitägigem Warnstreik auf

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Lufthansa-Maschine (Archiv), via dts NachrichtenagenturFrankfurt am Main (dts Nachrichtenagentur) – Die Gewerkschaft Verdi hat die Lufthansa-Bodenbeschäftigten zu einem erneuten Warnstreik aufgerufen. Die Arbeit in den passagiernahen Bereichen soll ab Donnerstagmorgen um 4 Uhr niedergelegt werden, teilte Verdi am Montag mit. Enden sollen die Maßnahmen am Samstag um 7:10 Uhr. Für die nicht passagiernahen Bereiche, wie Fracht oder Technik, gelten laut Verdi abweichende Zeiten.

Hintergrund sind die konzernweiten Vergütungstarifverhandlungen für die rund 25.000 Beschäftigten am Boden unter anderem bei der Deutschen Lufthansa, Lufthansa Technik, Lufthansa Cargo, Lufthansa Technik Logistik Services, Lufthansa Engineering and Operational Services und weiteren Konzerngesellschaften. Auch in der jüngsten Verhandlungsrunde am 21. und 22. Februar war es zu keiner Einigung gekommen.

Das Angebot der Arbeitgeber sei im Kern lediglich an zwei Stellen verbessert worden, so die Gewerkschaft. Die auch im jetzigen Angebot noch vorhandenen Nullmonate seien reduziert und die nachhaltige Gehaltserhöhung um 0,5 Prozent verbessert worden. Gleichzeitig habe die Lufthansa die Laufzeit ihres Angebotes aber nochmals um drei Monate auf insgesamt 28 Monate verlängert, so Verdi.

Die „Kernforderung“ der Gewerkschaft von 12,5 Prozent, mindestens aber 500 Euro monatlich mehr, werde auch in dem Angebot bei mehr als doppelt so langer Laufzeit im Vergleich zur Forderung von zwölf Monaten nicht erreicht. Eine Einigung sei vor dem Hintergrund dieses „geringen Entgegenkommens“ somit auch in der vierten Verhandlungsrunde ausgeblieben, hieß es.

„Es ist niemanden vermittelbar, dass dieser Konzern diese Woche ein Rekordjahresergebnis verkünden wird, die Boni für Vorstände ordentlich anhebt und Beschäftigte am Boden mit Stundenlöhnen von teils 13 Euro nicht einmal mehr wissen, wie sie in den teuersten Städten Deutschlands über die Runden kommen sollen“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Marvin Reschinsky.

In dem Tarifkonflikt kam es bereits mehrfach zu Streiks, zuletzt war der Passagierverkehr davon aber ausgenommen worden. Die nächste Verhandlungsrunde findet am 13. und 14. März statt.


Foto: Lufthansa-Maschine (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Homeoffice in Deutschland mittlerweile fest verankert

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Computer-Nutzerin (Archiv), via dts NachrichtenagenturMünchen (dts Nachrichtenagentur) – Im Februar 2024 haben rund 24 Prozent der Beschäftigten in Deutschland zumindest teilweise von zu Hause gearbeitet. Das geht aus einer Umfrage des Ifo-Instituts unter knapp 9.000 Unternehmen hervor, die am Montag veröffentlicht wurde.

„Der Anteil ist seit zwei Jahren nahezu gleichbleibend“, sagte Ifo-Experte Jean-Victor Alipour. „Ungeachtet der Debatten um die Rückkehr ins Büro bei einzelnen Unternehmen hat sich Homeoffice in Deutschland fest etabliert.“

Mit 20,5 Prozent liegt der Anteil in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) deutlich niedriger als in großen Unternehmen mit rund 32,1 Prozent. Am häufigsten arbeiten Dienstleister von zu Hause (34,1 Prozent). In der Industrie sind es nur 16 Prozent, im Handel 12,2. Schlusslicht ist die Baubranche mit 5,4 Prozent.

„Es ist unbestritten, dass Präsenzarbeit dem Homeoffice in einigen Bereichen überlegen ist: etwa beim Transfer von Wissen, bei Kreativität in der Gruppe oder bei sozialen Aspekten“, so Alipour. „Eine stärkere Koordination von Bürozeiten zur Stärkung des persönlichen Austauschs ist durchaus sinnvoll. Unsere Daten zeigen jedoch: Eine Abschaffung des Homeoffice zeichnet sich keinesfalls ab.“


Foto: Computer-Nutzerin (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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USA: Erster Vorwahl-Sieg für Trump-Rivalin Haley

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US-Flagge (Archiv), via dts NachrichtenagenturWashington (dts Nachrichtenagentur) – Bei den Präsidentschaftsvorwahlen der US-Republikaner hat die ehemalige UN-Botschafterin Nikki Haley ihren ersten Sieg errungen. Sie setzte sich bei der Abstimmung in der Hauptstadt Washington, D.C klar gegen den früheren Präsidenten Donald Trump durch.

Trotz des Sieges von Haley ist Trump aber weiter auf Kurs zur Kandidatur. Er konnte bisher 247 Delegiertenstimmen hinter sich vereinen, Haley nur 43. Eine Vorentscheidung könnte bereits am Dienstag beim sogenannten „Super Tuesday“ fallen. Dann finden in 15 weiteren Bundesstaaten Vorwahlen der US-Republikaner statt.

Offiziell aufgestellt wird der Kandidat der Republikaner beim Nominierungsparteitag, der vom 15. bis 18. Juli in Milwaukee stattfindet. Die Hauptwahl ist 5. November 2024. Dort läuft derzeit alles auf ein weiteres Duell zwischen Amtsinhaber Joe Biden und Trump hinaus.


Foto: US-Flagge (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Berlin bereitet sich auf mögliche Präsidentschaft "Trump 2.0" vor

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Donald Trump (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin/Washington (dts Nachrichtenagentur) – Acht Monate vor der US-Präsidentschaftswahl bereitet sich die Bundesregierung auf eine mögliche zweite Amtszeit von Ex-Präsident Donald Trump vor. Es gehe „darum, Methoden abzustimmen und in Szenarien zu denken“, sagte Michael Link (FDP), Regierungskoordinator für die deutsch-amerikanische Zusammenarbeit, dem „Tagesspiegel“ (Montagsausgabe).

„Etwa: Wie können wir uns beispielsweise mit Briten, Franzosen, Polen, Kanadiern koordiniert abstimmen, falls es zu Trump 2.0 kommt? Welche Kanäle nutzen wir in EU und Nato?“ Dabei gelte: „Wir dürfen nicht Trump den Gefallen tun, dass wir Joe Biden als Präsident abschreiben. Deshalb müssen Vorbereitungen auf eine mögliche Präsidentschaft Trumps vertraulich bleiben“, sagte FDP-Politiker.

Die Bundesregierung setzt dabei nach den Worten Links besonders auf die Einschätzungen Kanadas. „Von den Kanadiern können wir dabei besonders viel lernen, sie hatten sich schon auf Trumps Wahlerfolg 2016 exzellent vorbereitet.“

Mit Blick auf die von Trump kürzlich infrage gestellte Beistandsklausel der Nato appelliert Link an Deutsche und Europäer, sie sollten „alle Ankündigungen Donald Trumps ernst nehmen“ und sich „nicht in falscher Sicherheit wiegen“. Die Nato müsse sich auf seinen möglichen Sieg vorbereiten, „aber stets mit den Amerikanern gemeinsam“. Vielleicht lasse sich Frankreich dafür gewinnen, „in die nukleare Planungsgruppe der Nato zurückzukehren“, sagte Link.

Die Bundesregierung rechnet im Fall eines Trump-Siegs weniger mit einem Nato-Austritt der USA als mit einer Schwächung der Nato durch die USA. „Es droht gar nicht so sehr der Nato-Austritt der USA, sehr wohl aber die Aushöhlung der Nato durch Trump 2.0 von innen, und das wäre ein Worst-Case-Szenario“, sagte Link: „Wenn die USA in einem Szenario Trump 2.0 zwar einerseits in der Nato blieben, sich andererseits aber nicht an die Beistandsgarantie nach Artikel 5 des Nato-Vertrags hielten, würde ihre Abschreckungsfähigkeit unglaubwürdig. Eine solche Aushöhlung der Nato von innen spielte vor allem Putin in die Hände.“

Trump sei „in der konkreten Außenpolitik kein Mann von Prinzipien, sondern in gefährlicher Weise anfällig für Schmeicheleien und für Stimmungen. Er ist unberechenbar und sprunghaft. Das ist in dieser Weltlage hochgefährlich und spielt Regimen wie Russland, Nordkorea, Iran, aber auch Präsident Xi in die Hände.“

Trump verstehe die Nato „als Instrument, mit dem die USA anderen Staaten Sicherheit verkaufen können, für die sie bezahlen sollen, quasi wie für einen Sicherheitsdienstleister. Trump versteht die Natur der Nato als Bündnis auf Gegenseitigkeit nicht. Sie ist keine Sicherheitsfirma. Sie ist ein politisch-militärisches Verteidigungsbündnis, in dem die USA auch von der Unterstützung anderer profitieren.“


Foto: Donald Trump (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Link: Biden hat es heute schwerer als vor vier Jahren

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Joe Biden (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin/Washington (dts Nachrichtenagentur) – Die Bundesregierung rechnet fest damit, dass Joe Biden und Donald Trump als Präsidentschaftskandidaten ihrer jeweiligen Parteien aus den maßgeblichen Vorwahlen am „Super Tuesday“ in den USA hervorgehen werden. „Derzeit spricht alles dafür, dass Joe Biden und Donald Trump in diesem Jahr, wie schon 2020, die beiden Kandidaten sein werden“, sagte Michael Link (FDP), Regierungskoordinator für die deutsch-amerikanische Zusammenarbeit, dem „Tagesspiegel“ (Montagsausgabe).

Ein Szenario ohne Biden als Präsidentschaftskandidaten der Demokraten und Trump als sein republikanischer Herausforderer sei „möglich, aber sehr unwahrscheinlich“. Für Trump sei der Rückhalt an der Basis der Republikanischen Partei sehr groß, sagte Link. Trump habe es „verstanden, die Gerichtsverfahren gegen ihn politisch für sich zu nutzen. Das mag uns paradox erscheinen, aber er zieht bei den Vorwahlen politisch Honig aus jeder Anklage.“

Ob Trump auch bei der Präsidentschaftswahl selbst politisch Nutzen aus den Gerichtsprozessen ziehen könne, sei hingegen fraglich. Im November brauche er, anders als bei den Vorwahlen, „auch Mitte-Wähler und Unabhängige, die von Gerichtsurteilen gegen Trump abgeschreckt werden könnten“. Link sagte, es bleibe zu hoffen, dass die ersten Urteile gegen Trump noch vor November gefällt werden. Das sei jedoch mit dem Eingreifen des US Supreme Court „unwahrscheinlicher geworden“.

Präsident Joe Biden hat es nach Ansicht Links „heute schwerer als vor vier Jahren. Der Krieg in Nahost führt dazu, dass arabisch-amerikanische Wähler, aber auch zahlreiche junge Schwarze die Unterstützung Israels durch die USA für zu unkritisch halten. Viele drohen, am 5. November zu Hause zu bleiben.“ In Michigan etwa lebten besonders viele arabischstämmige Muslime, bisher eine feste Bank für die Demokraten. Diese Wähler drohten Biden im Herbst zu fehlen. „Wenn die Wahl in Michigan so knapp ausgeht wie 2020, dann kann eine solche Wahlenthaltung im Extremfall zum Sieg Trumps führen“, sagte Link.


Foto: Joe Biden (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Demo zur Freilassung von Daniela Klette geplant

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Ort der Festnahme der früheren RAF-Terroristin Daniela Klette (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – In Berlin ist eine Demonstration angekündigt worden, in der die Freilassung der eine Woche zuvor festgenommenen früheren RAF-Terroristin Daniela Klette gefordert wird.

„Freiheit für Daniela Klette“ steht auf dem Aufruf, der seit Sonntagabend in sozialen Medien geteilt wird, und: „Soziale Frage hinter Gittern stellen“. In einer weiteren Ankündigung für dieselbe Demo heißt es: „Schluss mit den Staatsschutz-Razzien“. Unter anderem hat ein Journalist, der jüngst für eine linke Tageszeitung über Klette geschrieben hat, den Aufruf geteilt. Die Demo soll demnach am Dienstagabend um 19 Uhr am U-Bahnhof Moritzplatz im Bezirk Kreuzberg starten. Wenige hundert Meter entfernt hatte Klette unter falschem Namen in einem Mehrfamilienhaus gewohnt und war am Montagabend festgenommen worden – nach 30 Jahren auf der Flucht.

Am Sonntag gab es im Bezirk Friedrichshain mehrere Durchsuchungen, bei denen unter anderem ein Wohnwagen beschlagnahmt wurde, in dem mit Burkhard Garweg ein weiteres früheres RAF-Mitglied noch vor Kurzem gewohnt haben soll. Bei einer Wohnungsdurchsuchung am Abend versammelten sich Sympathisanten und beschimpften in Sprechchören die Polizei, Festnahmen gab es keine.

Von Garweg waren am Wochenende neue Fahndungsfotos in guter Qualität veröffentlicht worden. Klette, Garweg und dem ebenfalls flüchtigen Ernst-Volker Staub wird vorgeworfen, mehrere Terroranschläge der RAF durchgeführt zu haben oder an ihnen beteiligt gewesen zu sein. Nach der offiziellen Auflösung der RAF Ende der 1990er-Jahre soll das Trio bis vor wenigen Jahren angeblich Raubüberfälle geplant oder durchgeführt haben, um den Lebensunterhalt im Untergrund zu finanzieren.


Foto: Ort der Festnahme der früheren RAF-Terroristin Daniela Klette (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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