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Vom Doppelgänger bis zum Angelturnier

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Ernest Hemingway Home and Museum (c) Claasen Communication

Key West feiert den 125. Geburtstag von Ernest Hemingway

Er schrieb zeitlose Romanklassiker und angelte majestätische Marline und Schwertfische. Ernest Hemingway hatte in den 1930er Jahren auf Key West eine besonders schöpferische Phase in seinem Lebenswerk. Bewunderer des Pulitzer- und Nobelpreisträgers können sein literarisches Erbe – und seinen 125. Geburtstag – während der diesjährigen traditionellen Hemingway Days vom 16. bis 21. Juli 2024 am südlichen Ende der tropischen Inselkette der Florida Keys feiern. Die Festtage bieten wieder eine große Auswahl. Sie umfassen alles vom Doppelgänger-Wettbewerb über eine Stierlauf-Parodie bis zu einem Straßenfest und einem mehrtägigen Marlin-Angelturnier.

150 Vollbart-Träger und ein Stierlauf

Rund 150 vollbärtige Doppelgänger werden beim „Hemingway® Look-Alike Contest“ in Sloppy Joe’s, der Lieblingsbar der Literaturikone, auf der berühmten Duval Street mitten in Key West erwartet. Frühere Gewinner des Wettbewerbs wählen die Finalisten während der Vorrunden am Donnerstag und Freitag aus (18. und 19. Juli 2024, jeweils um 18:30 Uhr). Der Sieger wird dann beim großen Finale ebenfalls um 18:30 Uhr am Samstag, dem 20. Juli 2024, gekürt.

Die Doppelgänger sind auch die Stars des am Samstag stattfindenden „Running of the Bulls“, einer Parodie auf den Stierlauf im spanischen Pamplona. Dieser unterhaltsame Event findet auf der Greene Street direkt neben Sloppy Joe’s Bar statt und beginnt um 12 Uhr.

Am 21. Juli 2024, dem eigentlichen Geburtstag von Hemingway, feiern Fans und Gäste ab 9 Uhr in der Bar beim „Papa Birthday Bash“. Fotos mit dem Gewinner des Hemingway-Doppelgänger-Wettbewerbs gehören ebenso zum Programm wie ein thematisch passender Geburtstagskuchen, der zur Mittagszeit serviert wird.

Geschichten aus den 1930er Jahren

Key West in den 1930er Jahren war nicht nur der Lebensmittelpunkt von Hemingway, sondern auch Schauplatz seines Abenteuerromans „Haben und Nichthaben“. Literaturfreunde werden ihre Freude haben, wenn Cori Convertito, Historikerin und Kuratorin der Key West Art & Historical Society, diese Ära in einer Happy-Hour-Präsentation am Nachmittag des 21. Juli 2024 zum Leben erweckt.

Zum Festivalangebot gehören auch zwei Museumstage, bei denen seltene Hemingway-Ausstellungsstücke gezeigt werden. Das Key West Museum of Art & History at the Custom House präsentiert unter anderem die Uniform, die der große Geschichtenerzähler als Krankenwagenfahrer im Ersten Weltkrieg getragen hat, sowie 59 Skizzen von Guy Harvey, die den weltbekannten Roman „Der alte Mann und das Meer“ illustrieren.

Wo Sportfischer und Schriftsteller zusammenkommen

Ein weiterer Höhepunkt ist vom 17. bis 20. Juli 2024 das dreitägige „Key West Marlin Tournament“. Bei diesem Angelturnier wetteifern die Teilnehmer um den Fang imposanter Marlins, Schwertfische, Fächerfische oder Goldmakrelen – und können sich Geldpreise im Wert von 50.000 US-Dollar sichern.

Weniger an Sportfischer, aber dafür mehr an Nachwuchsschriftsteller richtet sich die renommierte „Lorian Hemingway Short Story Competition“. Dieser prestigeträchtige Literaturwettbewerb wird jedes Jahr von der Enkelin von Ernest Hemingway ausgerichtet und lockt Kurzgeschichten von Einsendern aus der ganzen Welt an.

Besucher und Fans können sich auf weitere Attraktionen des Festivals freuen: Dazu gehören unter anderem das fünf Kilometer lange „Sunset Run & Paddleboard Race“, das farbenfrohe karibische Straßenfest auf Key Wests Duval Street, sowie eine Auktion zur Unterstützung von Studenten, die auf den Florida Keys ein Stipendium erhalten.

Weitere Informationen zu den Hemingway Days gibt es unter hemingwaydays.net

Bild: Hemingway Home and Museum (c) Claasen Communication

Quelle Claasen Communication GmbH

Berti Vogts sieht viele Lerneffekte bei DFB-Team

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DFB-Elf (Archiv), via dts NachrichtenagenturFrankfurt am Main (dts Nachrichtenagentur) – Der frühere Bundestrainer Berti Vogts zeigt sich sehr zufrieden mit dem 1:1 der deutschen Fußball-Nationalmannschaft im abschließenden EM-Gruppenspiel gegen die Schweiz – nicht wegen des Ergebnisses, sondern wegen der Lerneffekte für Julian Nagelsmann und sein Team.

„Im Grunde kam diese Leistung genau zum richtigen Zeitpunkt. Spiele wie dieses können in einem Turnier eine sehr große Bedeutung haben. Für Julian Nagelsmann ist das Spiel ein Glücksfall. Er hat nun die nötigen Argumente, um nochmal allen klarzumachen, worauf es ankommt – auf 100 Prozent Konzentration und Leistungsbereitschaft über 90 Minuten“, schreibt der Europameister-Coach von 1996 in seiner EM-Kolumne für die „Rheinische Post“ (Dienstagsausgabe).

Nagelsmann habe gesehen, dass er nicht nur elf Mann im Kader hat, sondern ein Team. „Die Spieler, die von der Bank kamen, haben die Wende gebracht. Nun weiß jeder der Etablierten, dass er sich keine Laxheit erlauben kann. Was ich immer sage: Der Star ist die Mannschaft – das Schweiz-Spiel hat die Geschlossenheit des DFB-Teams, die die Grundlage dafür ist, gezeigt“, so Vogts weiter.

Es sei zudem für das Selbstvertrauen der Mannschaft wichtig, den ersten Platz in der Gruppe verteidigt zu haben, schreibt der 77-Jährige, „dass sie darum gekämpft hat, spricht für das Selbstverständnis, diese Gruppe als Erster abschließen zu wollen. Das ist auch eine Botschaft an die Konkurrenz nach dem Vorrundenaus bei der WM in Katar: Die deutsche Nationalmannschaft ist wieder hungrig auf Erfolg.“


Foto: DFB-Elf (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

33 Prozent der solarthermischen Großanlagen stehen im Südwesten

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Baden-Württemberg auf Platz eins mit 19 solaren Wärmenetzen

Baden-Württemberg ist bei solarthermisch unterstützten Wärmenetzen bundesweit Spitzenreiter. 19 von insgesamt 58 Wärmenetze mit solarthermischen Anlagen stehen im Südwesten. Das ist ein Drittel aller in ganz Deutschland installierten Systeme. Auf die aktuellen Zahlen des Forschungsinstitutes Solites weist die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW) hin. Die Kollektorfläche im südwestlichen Bundesland ist insgesamt über 60.000 Quadratmeter groß und hat eine maximale Leistung von insgesamt 42 Megawatt.

Die Anlagen speisen die Wärme der Sonnenstrahlen in Wärmenetze ein – etwa in Stuttgart, Ulm oder Friedrichshafen. Mit den in Bau und Planung befindlichen Anlagen könnte sich die installierte Leistung in Baden-Württemberg bis Ende 2025 verdoppeln. Ein wichtiger Grund für den hiesigen Erfolg: Erste solare Wärmenetze wurden bereits Anfang der 2000er-Jahre errichtet. Den jüngsten Schub brachte die kommunale Wärmeplanung, die im Südwesten bereits seit 2020 für große Kommunen Pflicht ist.

Solar unterstützte Wärmenetze versorgen Wohngebiete mit Wärme für die Heizung oder liefern Prozesswärme für die Industrie. Der solare Anteil beträgt oft 50 Prozent und mehr. Die größte solarthermische Anlage im Land steht in Ludwigsburg. Sie wurde 2020 in Betrieb genommen und ist mit knapp 15.000 Quadratmetern Fläche die drittgrößte ihrer Art in Deutschland. Vielfach werden solare Wärmenetze mit Biogasanlagen oder Holzheizwerken sowie großen Warmwasserspeichern kombiniert. Scheint die Sonne nicht oder nur wenig, gleichen die anderen Erzeuger und der Speicher die geringeren solaren Erträge aus.

Bald unterstützen über 70 große solarthermische Anlagen Wärmenetze

Stand Mai 2024 sind bundesweit 58 große Solarthermieanlagen mit gut 163.000 Quadratmetern Kollektorfläche an Wärmenetze angeschlossen. Die installierte Leistung beträgt 114 Megawatt. Bis Ende des nächsten Jahres sollen noch einmal 13 weitere Großanlagen mit einer Leistung von insgesamt 107 Megawatt hinzukommen. Davon werden sieben mit insgesamt rund 43 Megawatt Leistung im Südwesten stehen, das ist rund die Hälfte: Sie werden die installierte Leistung in Baden-Württemberg verdoppeln.

Der Grund für den Erfolg im Südwesten: Seit den frühen 2000er-Jahren haben Forschungsinstitute wie Solites, Hersteller und innovative Wärmenetzbetreiber die Nutzung der Technologie vorangetrieben. Die jeweiligen Landesregierungen haben die Projekte massiv gefördert. Eine weitere Triebfeder ist die kommunale Wärmeplanung im Südwesten, die bereits seit 2020 für die 104 größten Kommunen Pflicht ist. Die kommunale Wärmeplanung wird dazu führen, dass der Wärmenetzanteil wachsen wird – das beflügelt auch die Solarthermie.

Mehr Infos zu erneuerbar gespeisten Wärmenetzen und Solarthermie:

 www.kea-bw.de/news/fachtagung-nahwaerme-kompakt-am-20-oktober-in-karlsruhe-und-online-mehr-erneuerbare-energie-in-waermenetzen-wie-gelingt-die-transformation?header2=1&cHash=6869beb6fa0bccd9841392d37a4a7ed0
www.solare-waermenetze.de/mediathek/wissensdatenbank-solare-waermenetze/

Über die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW)

Die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH ist die Energieagentur des Landes. Aufgabe der KEA-BW ist die aktive Mitwirkung an der Klimaschutzpolitik in Baden-Württemberg: Sie berät Ministerien, Kommunen, kleine und mittelständische Unternehmen sowie kirchliche Einrichtungen bei der Energieeinsparung, der rationellen Energieverwendung sowie der Nutzung erneuerbarer Energien. Auch die nachhaltige Mobilität sowie der Bereich der Klimaanpassung sind Schwerpunkte der KEA-BW. Zudem ist sie die zentrale Anlaufstelle für alle Beteiligten beim Ausbau der erneuerbaren Energien in Baden-Württemberg. Der Sitz der KEA-BW ist in Karlsruhe, eine Außenstelle befindet sich in Stuttgart.

Über die Themenfelder der KEA-BW

Die fünf Kompetenzzentren „Kommunaler Klimaschutz“, „Energiemanagement“, „Contracting“, „Wärmewende“ und „Zukunft Altbau“ der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW) erstellen Informationsmaterialien, verbreiten sie, bieten kostenfreie Impulsberatungen an, organisieren Veranstaltungen, entwickeln und pflegen einschlägige Netzwerke und beobachten den Markt. Zusammen mit dem Bereich „Nachhaltige Mobilität“ sollen sie den Klimaschutz in Kommunen, bei Unternehmen, sonstigen Einrichtungen und Privatleuten in Baden-Württemberg weiter voranbringen. Ergänzt werden die Aktivitäten der KEA-BW durch den Bereich „Erneuerbare BW“.

Er ist Ansprechpartner für Kommunen und Projektierer mit dem Ziel, die erneuerbaren Energien im Land schneller auszubauen. Angesiedelt bei „Erneuerbare BW“ ist auch das im Verbund mit regionalen Einrichtungen wirkende „Photovoltaik-Netzwerk Baden-Württemberg“. Die Kompetenzzentren und der Bereich Erneuerbare BW werden vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft des Landes finanziert, der Bereich Nachhaltige Mobilität vom Ministerium für Verkehr BW.

Bild: Liggeringen Kollektorfeld und Wiese Foto Solites

Quelle PR-Agentur Solar Consulting GmbH

3,8 Millionen für weiteres Wachstum von CUREOSITY

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CUREOSITY

Die CUREosity GmbH, das innovative MedTech-Unternehmen aus Düsseldorf, gibt den erfolgreichen Abschluss einer Wachstumsfinanzierungsrunde bekannt.

Insgesamt 3,8 Millionen Euro wurden von Bestands- und Neuinvestoren in der abgeschlossenen Growth Financing Round zugesagt. Caesar van Heyningen (CEO): „Der aktuelle Erfolgskurs – bestehend aus skalierenden Märkten und qualitativ hochwertigen Updates unserer Therapiesoftware – wird durch diese Finanzierung bestärkt. Wir planen, intensiv in die kommerzielle Expansion zu investieren und dabei die technologischen Möglichkeiten von morgen bereits heute in unsere Produkt-Roadmap einfließen zu lassen. Mit dieser Finanzierungsrunde können wir eine finanzielle Unabhängigkeit und nachhaltiges Wirtschaften sicherstellen. Ein Privileg – insbesondere in angespannten Marktverhältnissen.“

Mit der Unterschrift und der notariellen Beurkundung ist es seit dem 21. Juni 2024 offiziell:

Mit 3,8 Millionen Euro Equity kann CUREOSITY auch in Zukunft weiterhin nachhaltig wachsen. Das engagierte Team ist mit CUREOSITY bereits einen weiten Weg gegangen: Seit der Markteinführung der Virtual-Reality-Therapie (VR-Therapie) CUREO®, ist das Software-as-a-Service-Unternehmen stark gewachsen und mittlerweile in bald 200 therapeutischen Einrichtungen im Einsatz. Das zusätzliche Kapital wird unter anderem dafür eingesetzt, die Marktführerschaft von CUREO® im Bereich der VR-Therapie noch weiter auszubauen.

Mitgewirkt haben dabei unter anderem der Bestandsinvestor TechVision Fund (TVF) sowie das belgische Family Office Nomainvest als neuer Co-Investor. Der Risikokapitalfonds TVF mit Sitz in Aachen ist unter anderem spezialisiert auf Unternehmen aus dem Bereich Medizintechnik und fördert CUREOSITY bereits seit 2021. Björn Lang, Partner bei TVF: „CUREOSITY löst das Problem des Fachkräftemangels im Bereich der Therapie. Gerade durch den demografischen Wandel sind smarte Lösungen wie CUREO® gesellschaftlich höchstrelevant. Wir freuen uns, an den Lösungen und Erfolgen auch in Zukunft partizipieren zu können.“

Begleitet wurde die Growth Financing Round durch die Kanzleien ADVANT Beiten und Forvis Mazars, bei denen CUREOSITY sich für die produktive und erfolgreiche Zusammenarbeit bedankt.

Bild Caesar van Heyningen (CEO), Thomas Saur (CVO) und Stefan Arand (CTO)

Bild und Text: CUREosity GmbH

Es lebe die Tradition

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flößer
Schiltacher Flößerfest 2023. Im Bild: Personen-Fährfloß zum Festplatz

Lange wurde Holz auf Flüssen transportiert. Dann kam die Eisenbahn. Wie schön, dass das Handwerk der Flößerei heute wieder lebendig ist und wertgeschätzt wird. Beim Flößerfest in Schiltach etwa

Krachend und knackend dreht sich der Stock unter den behandschuhten Händen des Flößers. Was vor wenigen Sekunden noch der feste Ast eines Haselnussstrauchs war, wird unter den staunenden Augen der kleinen Zuschauergruppe erst geschmeidig und dann zu einem hübschen, etwas ausgebeulten Kranz gedreht und verknotet. „Fertig“, sagt Andreas, fährt sich mit dem weißen Hemdsärmel über die verschwitzte Stirn und hält mit der anderen Hand stolz den Haselnusskranz in die Höhe.

„Wenn man die Wiede jetzt noch für zwei bis drei Tage ins Wasser legt, wird sie geschmeidig wie ein Seil.“ Lächelnd drückt er das kleine Holzkunstwerk einer jungen Frau in die Hand, die das Schauspiel interessiert beobachtet hat. Die Männer haben heute auf dem Flößerfest in Schiltach schon genug Kränze für den Eigenbedarf gedreht – ab jetzt wird verschenkt.

Ein uraltes Handwerk

Schiltach und die Flößerei sind eng mitei­nander verwoben. Die lang gezogene Stadt im Schwarzwald, die an der engsten Stelle des Kinzigtals steht, war lange Zeit eine Art Umschlagplatz der Holzwirtschaft. Dort, an der großen Lehwiese, wo die Schiltach in die Kinzig mündet, war früher einer von vielen Arbeitsplätzen der Flößer.

Als Tagelöhner bereiteten sie dort die Baumstämme vor, bohrten Löcher und banden die Stämme mit den Wieden längs zu sogenannten Gestören aneinander. Mehrere Gestöre wurden dann zu Gestörflößen zusammengefügt. Diese waren gleichzeitig Transportmittel und Ware und wurden von den Flößern über teilweise halsbrecherische Flussabschnitte in das 70 Kilometer entfernte Kehl transportiert, wo die Kinzig in den Rhein mündet.

Tradition zum Anfassen

Die Stimmung auf dem Flößerfest ist ausgelassen. Viele Gäste haben auf den langen Sitzgarnituren Platz genommen, schunkeln zur Musik oder unterhalten sich. Andere spazieren über das Gelände und besuchen die Flößer an ihren Stationen, an denen sie die traditionelle Holzarbeit vorführen. Ein langes Gestörfloß liegt schon in der Kinzig und bewegt sich sanft im Wasser. Obwohl es schon ziemlich fahrtüchtig aussieht, wird das Floß heute auf dem Fest erweitert. Ein Vereinsmitglied steht auf einem Gestör gegenüber der Bohr-Station und wartet, auf den Flößerhaken gestützt, auf seinen Einsatz.

Am Ufer bearbeiten fünf Flößer abwechselnd mit Axt und Wiedbohrer, einem Werkzeug, das aussieht wie ein übergroßer Korkenzieher, die Baumstämme. Sie bohren Löcher in den Zopf und Schnetz der Stämme, das dünne und das dicke Ende. Danach stoßen sie den Stamm in den Fluss, wo er mit dem Flößerhaken an das Gestör herangezogen und mit den Wieden festgemacht wird.

Die Arbeit der Flößer war vielseitig und bestand nicht nur aus dem Floßbau und dem Abfahren. Trotzdem drehte sich für die meisten von ihnen das ganze Jahr um den wertvollen Baustoff Holz. Im Winter waren viele Flößer in den Bergen unterwegs, fällten das bestellte Holz, befreiten es von Ästen und Rinde und transportierten es über sogenannte Riesen, eine Art Rodelbahn, in die Flusstäler, wie das der Kinzig. Im Frühjahr, wenn das Wasser der Flüsse hoch war, wurden kleinere Stämme und Hölzer Richtung Rhein getriftet, also auf dem Wasser treiben gelassen.

Das war die einfachste Transportart. Die Fahrt musste aber dennoch begleitet werden, um verkantete Hölzer wieder zu lösen. In guten Jahren wurden bis zu 30.000 Kubikmeter Holz zum Rhein getriftet. Das ist eine Holzmasse von 30 Kilometern Länge, einem Meter Höhe und Breite. Die großen Stämme brachte man von April bis November in Form von Gestörflößen in das untere Kinzigtal. Das Holz wurde dort zu riesigen Rheinflößen zusammengebunden und weitertransportiert. Für die Flößer ging es anschließend zu Fuß zurück nach Schiltach. Im darauffolgenden Winter begann der Kreislauf aufs Neue.

Feuer und Funkenflug

Die Luft über den schwarzen Kohlen flirrt vor Hitze. Schmied Sebastian zieht das Eisen aus dem clever improvisierten Schmiedefeuer, das er auf einem Kohlegrill zwischen den Wiedendrehern und der Kinzig angefacht hat. Schnell dreht er sich einmal um seine Achse, legt das vor Hitze rotglühende Eisen auf den Amboss und beschlägt es mit dem Hammer. Er ist dabei, einen Floßhaken zu schmieden.

„Das ist ein geschwungener Haken, der auf einen starken Stock gesteckt wird“, erklärt der Schmied der kleinen Menschenmenge, die, angezogen vom Feuer und den Funken, neugierig um die kleine Schmiedestation steht. Der Floß­haken war ein wichtiges Werkzeug der Flößer. Damit konnten sie das Holz gut greifen und drehen. Sebastian ist der einzige Darsteller auf dem Fest, der kein Mitglied in einem Flößerverein ist. Alle anderen gehören entweder zum Schiltacher oder zum Wolfacher Verein, die gemeinsam das Fest ausrichten.

Das Ende und die Wiedergeburt der Flößerei

Durch den Ausbau der Eisenbahn endete die Arbeit der Kinzigtaler Flößer. Das Handwerk, das jahrhundertelang vom Vater an die Söhne weitergegeben worden war, geriet in Vergessenheit und mit ihm das tief verwurzelte Wissen über die Flüsse und die Bäume. Im Frühjahr 1998, über 100 Jahre nachdem das letzte Floß die Kinzig hinabgefahren war, wurde der Schiltacher Flößerverein gegründet, um das alte Erbe wiederzubeleben.

Mit großem Erfolg, wie die Gäste des Flößerfests
bestätigen können. Die modernen Flößer gehen zwar in den Wintermonaten nicht mehr in den Wald, um Bäume zu fällen. Aber sie bauen und fahren die Gestörflöße genau so wie früher. Mit ihrer intensiven Forschungsarbeit und der Liebe zur Tradition haben sie das immaterielle Kulturerbe wieder aufleben lassen.

Mehr Infos zu Flößern und Kinzigtal gibt es auf: schiltacher-floesser.de; schwarzwald-kinzigtal.info; schwarzwald-tourismus.info

Bild: Kein Flößerfest ohne Floß. Auf dem Pendelfloß werden die Gäste über die Kinzig zur Festwiese gefahren; Bildnachweis: TMBW / Andreas Weise

Quelle WIR SIND SÜDEN. Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg

Ifo-Geschäftsklimaindex entgegen der Erwartungen gesunken

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Stahlproduktion (Archiv), via dts NachrichtenagenturMünchen (dts Nachrichtenagentur) – Die Stimmung der Unternehmen in Deutschland hat sich verschlechtert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank im Juni auf 88,6 Punkte, nach 89,3 Punkten im Mai, wie das Ifo-Institut am Montag mitteilte. Das war den Forschern zufolge auf pessimistischere Erwartungen zurückzuführen. Die Urteile zur aktuellen Lage veränderten sich hingegen nicht. Die deutsche Wirtschaft tut sich schwer, die Stagnation zu überwinden.

Im Verarbeitenden Gewerbe hat das Geschäftsklima nach drei Anstiegen in Folge einen Rückschlag erlitten. Die Unternehmen waren für die kommenden Monate wieder skeptischer. Insbesondere der sinkende Auftragsbestand bereitete den Firmen Sorgen. Mit den laufenden Geschäften waren sie jedoch etwas zufriedener.

Im Dienstleistungssektor ist der Index gestiegen. Die Dienstleister beurteilten ihre aktuelle Lage besser. Auch der Ausblick auf das zweite Halbjahr hellte sich weiter auf. Insbesondere im Beherbergungsgewerbe besserte sich die Stimmung, während die Gastronomie sich eher unzufrieden zeigte.

Im Handel hat sich das Geschäftsklima merklich verschlechtert. Bei den Geschäftserwartungen nahmen die skeptischen Stimmen deutlich zu. Auch die Urteile zu den laufenden Geschäften wurden nach unten korrigiert. Von der schlechten Entwicklung waren der Groß- und Einzelhandel gleichermaßen betroffen.

Im Bauhauptgewerbe hat der Index leicht zugelegt. Dies war auf weniger pessimistische Erwartungen zurückzuführen. Die aktuelle Lage wurde hingegen schlechter beurteilt. Auftragsmangel bleibt ein zentrales Problem.


Foto: Stahlproduktion (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Dax startet vor Ifo-Daten leicht im Plus – Frankreich im Fokus

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Frankfurter Börse, via dts NachrichtenagenturFrankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Der Dax ist am Montagmorgen knapp positiv in die Handelswoche gestartet. Gegen 9:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 18.185 Punkten berechnet, 0,1 Prozent über dem Schlussniveau vom Freitag.

Neben dem Ifo-Geschäftsklimaindex für den Juni, der am Vormittag veröffentlicht wird, stehen die Neuwahlen in Frankreich im Fokus der Börsianer. „Anleger dürften sich vor dem finalen Wahlergebnis am 7. Juli nicht zu weit aus der Deckung wagen“, sagte Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets. „Zudem werden in der zweiten Wochenhälfte wichtige Inflationsdaten in den USA veröffentlicht. Der Preisindex der persönlichen Konsumausgaben am Freitag ist einer der favorisierten Inflationsindizes der Notenbank Fed. Durch die zeitliche Nähe zur ersten Wahlrunde in Frankreich dürften die Daten aber vor allem die Wall Street beeinflussen.“

Es sei gut möglich, dass der Deutsche Aktienindex in den kommenden beiden Wochen losgelöst von der Wall Street ein Eigenleben entwickele. Nach dem Schwächeanfall vor zwei Wochen gehe es weiterhin um Schadensbegrenzung. „Die Stabilisierung über 18.000 Punkten hat für erste spekulative Käufe gesorgt, auch weil politische Börsen bekanntermaßen kurze Beine haben. So könnten einige Anleger darauf setzen, dass am Ende doch nicht alles so schlimm kommt, wie im Vorfeld befürchtet.“

„Der Technologiebörse Nasdaq ging in der vergangenen Woche die Puste aus. Nach einer rekordverdächtigen Gewinnserie machen sich die Anleger in New York im Moment bereit für eine gewisse Abkühlung. Sollten die Inflationsdaten zum Ende der Woche allerdings die Erwartungen einer baldigen Zinssenkung der US-Notenbank bekräftigen, könnte die Hausse direkt wieder Fahrt aufnehmen. Auch in der vergangenen Woche konnten mahnende Töne aus den Reihen der Geldpolitiker die KI-Euphorie nicht stoppen. Warum sollte dies nun anders sein?“

Der Aufwärtstrend sei intakt und es sei nun einmal wahrscheinlicher, dass sich ein Trend fortsetze, als dass er sich umkehre. Solange die Inflationsentwicklung abwärts zeige, bestehe kein wirkliches Verkaufsinteresse. „Die Anleger sitzen auf hohen Kursgewinnen und da fällt eine kleine Korrektur wie in der vergangenen Woche fast gar nicht auf.“ Das sei zu wenig, um die Anleger wirklich nervös werden zu lassen. „Sie gehen davon aus, dass die Dynamik anhalten wird und der Trend hin zu weiter steigenden Kursen Bestand hat“, sagte Stanzl.

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Montagmorgen etwas stärker: Ein Euro kostete 1,0707 US-Dollar (+0,13 Prozent), ein Dollar war dementsprechend für 0,9340 Euro zu haben.


Foto: Frankfurter Börse, via dts Nachrichtenagentur

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Über 100 Vereine sehen Einsatz gegen Rechtsextremismus bedroht

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Demo gegen Rechtsextremismus (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Mehr als 100 Vereine und Stiftungen, die ihr Engagement gegen Rechtsextremismus akut gefährdet sehen, haben sich Hilfe suchend an Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) gewandt. „Wir alle werden in unserem Engagement durch das Gemeinnützigkeitsrecht behindert. Es gefährdet unsere Arbeit“, heißt es in einem Brief, über den der „Spiegel“ berichtet.

Die meist in Ostdeutschland aktiven Organisationen rufen den Kanzler und die Regierung dazu auf, das Gemeinnützigkeitsrecht zu ändern. „Nur eine zügige Reform kann verhindern, dass in den nächsten Monaten immer mehr Vereine Probleme bekommen und sich zurückziehen“, steht in dem Schreiben aus der Zivilgesellschaft.

Die Unterzeichner beklagen, dass sie mit der Aberkennung ihrer Gemeinnützigkeit rechnen müssen, wenn sie sich politisch engagieren. Finanzbehörden drohten ihnen mit dem Verlust des gemeinnützigen Status, weil ihr Einsatz für Grundrechte als „einseitig“ beanstandet werde. Zudem werfen sie der AfD vor, mithilfe der aktuellen Rechtslage Demokratiearbeit zu sabotieren, indem die Partei Initiativen anschwärze.

Die Unterzeichner sind überwiegend kleine Organisationen aus Wohlfahrtspflege, Sport, Kultur und Bildung, Natur- und Umweltschutz sowie Demokratiearbeit. Die meisten sind im ländlichen Raum tätig.

Der Bundesfinanzhof urteilte 2019, dass Tätigkeiten, die darauf abzielen, politische Entscheidungen und die öffentliche Meinung zu beeinflussen, nicht gemeinnützig sind und daher keinen Anspruch auf Steuervorteile haben.


Foto: Demo gegen Rechtsextremismus (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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FDP beharrt auf Schuldenbremse

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FDP-Logo (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, Johannes Vogel, verwahrt sich gegen neuerliche Forderungen aus der SPD, die Schuldenbremse anzutasten.

„Allen Parteien muss klar sein, dass es keine Zumutung für eine Regierung ist, einen verfassungskonformen Haushalt vorzulegen“, sagte er dem „Spiegel“ auch mit Blick auf das entsprechende von der SPD-Linken angestoßene Mitgliederbegehren. „Ganz abgesehen von der klaren Haltung der FDP ist die Schuldenbremse keine Frage der politischen Präferenzen, sondern sie steht im Grundgesetz“, so Vogel. „Damit gibt es einen klaren verfassungsrechtlichen Rahmen. Das ist generationengerecht und obendrein besonders vernünftig, weil die Schuldenbremse als Inflationsbremse wirkt.“

Die Regierung müsse etwas tun, was für alle Bürger selbstverständlicher Alltag sei: bei den Zusatzwünschen priorisieren. Vogel: „Und gleichzeitig muss die Regierung zum Beispiel bei der Bürokratie die Rahmenbedingungen für Wachstum durch eine Wirtschaftswende entschieden genug verbessern.“


Foto: FDP-Logo (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Jeder achte Betrieb stellt trotz schlechter Geschäfte ein

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Baustelle (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Jeder achte deutsche Betrieb plant, seine Beschäftigung auszubauen, obwohl er nur ein gleichbleibendes oder sogar sinkendes Produktionsniveau erwartet. Das geht aus einer noch unveröffentlichten Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor, über die die „Rheinische Post“ in ihrer Montagausgabe berichtet.

Das Institut wertete Antworten von fast 2.000 deutschen Unternehmen bei seiner Konjunkturumfrage im Frühjahr aus. Demnach spielt die Fachkräftesicherung bei der Personalplanung dieser Unternehmen, die wegen schwacher Konjunktur oder struktureller Umbrüche keine Produktionssteigerungen erwarten, eine größere Rolle als die Anpassung an ihre Geschäftserwartungen. In früheren Jahren war dagegen die Anpassung der Beschäftigung an den jeweiligen Konjunkturverlauf bei deutlich mehr Unternehmen die Regel als heute, schreibt das IW.

„In der Gruppe mit bestenfalls konstanter Produktions-, aber steigender Beschäftigungserwartung war die Zustimmung für die Fachkräftesicherung mit 84 Prozent signifikant erhöht“, heißt es in der Studie. Zwar bewertete diese Gruppe die Arbeitskosten zu 72 Prozent auch als wichtig. Die Bedeutung der Arbeitskosten unterscheide sich bei ihnen jedoch nicht signifikant von anderen Unternehmen in der Umfrage.

„Der Bedeutung von Wiederbesetzungen der Rentenabgänge stimmten 90 Prozent der Betriebe zu, die auch die Bedeutung der Fachkräftesicherung in ihrer Personalplanung sahen. Das verdeutlicht: Die Betriebe wissen, dass der Renteneintritt der Babyboomer den Fachkräftemangel verstärken kann“, heißt es in der Studie. „Mittelfristig kommt es auf ein stabiles Arbeitsvolumen an, um Fachkräftemangel und Lohnkostenentwicklung zu dämpfen. Reformen für eine längere Lebensarbeitszeit, einen größeren Erwerbsumfang für Zweitverdiener und mehr qualifizierte Zuwanderung sind gefragt“, so das IW.


Foto: Baustelle (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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