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Leibniz-Gründungspreis prämiert Wasserstoff-Innovation aus Greifswald

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Leibniz-Gründungspreis

Leibniz-Gründungspreis 2024 geht an die Ausgründung elementarhy des Leibniz-Instituts für Plasmaforschung und Technologie in Greifswald.

Elementarhy produziert Membran-Elektroden-Anordnungen (MEA) für Elektrolyseanlagen zur Produktion von Grünem Wasserstoff und hilft dabei, den Einsatz von teuren Rohstoffen stark zu reduzieren. Das Preisgeld in Höhe von 50.000 Euro dient zur Unterstützung des Start-ups in der Markteintrittsphase.

Grüner Wasserstoff ist für die klimaneutrale Energietransformation elementar, um die volatilen erneuerbaren Energien zu speichern und sektorübergreifend zu nutzen. Die grüne Wasserstoffproduktion erfolgt in Elektrolyseuren mit Hilfe von gestapelten Membran-Elektroden-Anordnungen, welche bislang einen hohen Einsatz von teuren Rohstoffen wie Iridium und Platin benötigen. Die von elementarhy auf der Basis einer am Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie in Greifswald entwickelten Technologie vermarkteten elektrochemischen Funktionskomponenten von Elektrolyseuren und Brennstoffzellen können hingegen mit deutlich weniger Iridium und Platin produziert werden. Technologischer Kern der Ausgründung ist ein patentierter trägerloser Elektrokatalysator zur Beschichtung der Membran-Elektroden-Anordnungen.

Hierdurch können zukünftig die Investitionskosten für die vielversprechende PEM-Elektrolyse (Proton Exchange Membrane) durch den geringeren Bedarf an Edelmetallen deutlich reduziert werden, was die Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen verringert und die Wasserstoffskalierung verbessert. Die von elementarhy produzierten Membran-Elektroden-Einheiten zeichnen sich zusätzlich durch eine höhere Haltbarkeit sowie eine Beschichtung ohne per- & polyflurierte Chemikalien (PFAS) aus, was zur Wiederverwertbarkeit und somit auch zur Nachhaltigkeit beiträgt.

Zielkunden von elementarhy sind die Hersteller von Elektrolyseuren, die die Membran-Elektroden-Anordnungen mit weiteren Komponenten zu Komplettanlagen verbauen.
Die elementarhy GmbH wurde am 15. Mai 2024 gegründet. Das Projekt wird bereits durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz im Programm EXIST-Forschungstransfer gefördert.
Das Preisgeld des Leibniz-Gründungspreises möchte elementarhy für den Aufbau einer professionellen Website, die Entwicklung und Stärkung einer Unternehmensmarke (z.B. auf Messen) sowie juristische und steuerliche Beratung einsetzen.

Das Gründungsteam besteht im Kern aus drei Materialwissenschaftlern sowie einer Materialwissenschaftlerin und einem Marktexperten:

Arne Birth ist Diplom-Kaufmann und Diplom-Geograf und Finanz/ Marketingvorstand von elementarhy. Er ist für das Geschäftsmodell verantwortlich sowie für die Bereiche Marketing und Investors Relations.
Gustav Sievers ist Diplom-Umweltwissenschaftler und promovierter Elektrochemiker und Geschäftsführer/Technik-Vorstand von elementarhy. Er koordiniert das Projekt, die Innovation und die Patentierung.
Martin Rohloff, promovierter Chemiker und stellvertretender Abteilungsleiter sowie Projektleiter für Wasserstofftechnologie am INP Greifswald, wird sich vor allem dem Aufbau der Produktionsanlagen für Membran-Elektroden-Einheiten widmen.
Zahra Nasri ist promovierte Chemikerin und Post-Doc am ZIK plasmatis des INP Greifswald. Sie ist spezialisiert auf die elektrochemische Anwendung von Katalysatoren zur Herstellung von Membran-Elektroden-Anordnungen im PEM Elektrolyseur. Dazu ist sie für das Qualitätsmanagement zuständig.
André Pacheco ist Chemieingenieur und hat erfolgreich neue PEM-Elektroden im Rahmen seiner Masterarbeit beim Deutschen Luft und Raumfahrtzentrum in Stuttgart entwickelt. Er ist verantwortlich für das Testmanagement und die Pilotanlagen.

Für den Leibniz-Gründungspreis 2024 waren neben elementarhy fünf weitere Gründungsprojekte aus Leibniz-Instituten nominiert:

AgoraNatura (Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung, Müncheberg): Online-Marktplatz für zertifizierte Naturschutzmaßnahmen. https://agora-natura.de/
DeepEn GmbH (Leibniz-Institut für Photonische Technologien, Jena): minimalinvasive Mikroendoskop-Systeme für die Neurowissenschaften und für medizinische Anwendungen. https://deepen-imaging.com/
DNTOX GmbH (IUF – Leibniz-Institut für umweltmedizinische Forschung, Düsseldorf): komplexes, tierversuchsfreies Testsystem zur Testung von Substanzen und neuer Leitstrukturen während der Substanzentwicklung auf deren Entwicklungsneurotoxizität. https://dntox.de/
NextGO Epi (Leibniz-Institut für Kristallzüchtung, Berlin): Materialien und Dienstleistungen für Technologien auf Basis von Galliumoxid (Ga2O3), vor allem für innovative und nachhaltige Halbleitertechnologien.
OpenFlowTech (Deutsches Rheumaforschungszentrum Berlin): Produktion und Vertrieb von Streulichtzytometern zur Analyse- und Sortierung von Zellen, Bakterien und anderen kleinen Partikel in Zellanalytik, Mikrobiologie, Biotechnologie, Umweltanalytik und Materialforschung.

Bild Foto: Michael Jungblut/Leibniz-Gemeinschaft

Das ausgezeichnete Gründungsteam von elementarhy (Arne Birth, André Pacheco, Gustav Sievers, Zahra Nasri und Martin Rohloff v. li.)

Quelle Leibniz-Gemeinschaft

Durchbruch für Generative KI-Forschung in Deutschland und Europa

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Frauenhofer

Fraunhofer IAIS gewinnt zusammen mit AI Sweden Rechenkapazitäten in großem Umfang für das Training großer KI-Sprachmodelle

Das Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS und die NLU-Gruppe von AI Sweden haben gemeinsam Rechenzeit am neuen Hochleistungsrechner MareNostrum 5 im Barcelona Supercomputing Center erhalten. Es handelt sich um eines der größten Kontingente, die seitens des Gemeinsamen Unternehmens für europäisches Hochleistungsrechnen (GU EuroHPC) für die Entwicklung europäischer großer KI-Sprachmodelle (LLMs) auf der EuroHPC-Infrastruktur gewährt wurden. Ab Ende Mai 2024 starten die Partner damit, die ersten multilingualen Modelle zu rechnen. Laufzeit des Projekts »EuroLingua-GPT« ist ein Jahr. Damit rücken nun auch große europäische multilinguale Open-Source-Modelle in greifbare Nähe.

Das über einen EuroHPC »Extreme Scale Access« bewilligte Kontingent umfasst 8,8 Millionen GPU-Stunden auf H100-Chips und steht seit Mai bereit. »Die gewonnenen Rechenkapazitäten sind ein Meilenstein für Deutschland und Europa. Die damit trainierten Modelle werden den Einsatz generativer KI in Unternehmen massiv beschleunigen und sowohl Wirtschaft als auch Wissenschaft einen Boost geben – GenAI ‚made in Europe‘ wird damit konkret«, so Dr. Joachim Köhler, Abteilungsleiter NetMedia am Fraunhofer IAIS. Mit den neuen Rechenkapazitäten können kleine Modelle im Bereich von 7 bis 34 Milliarden Parametern, und große Modelle mit bis zu 180 Milliarden Parametern von Grund auf trainiert werden.

Eine Modellfamilie, alle europäischen Sprachen – Fraunhofer IAIS und AI Sweden bündeln ihre Expertise

Die neuen EuroLingua-Modelle bauen auf einem Trainingsdatensatz auf, der aus 45 europäischen Sprachen, Dialekten und Code besteht, einschließlich der 24 euro­päischen Amtssprachen. Damit liegt eine signifikante Gewichtung auf europäischen Sprachen und Werten – bisher sind multilinguale KI-Sprachmodelle noch selten. Das Training startet Ende Mai 2024. Die Veröffentlichung erster gemeinsamer Modelle soll im Laufe der kommenden Monate erfolgen.

Projektleiter Dr. Nicolas Flores-Herr, Teamleiter Conversational AI am Fraunhofer IAIS, sagt: »Das Ziel unserer Zusammenarbeit mit AI Sweden ist es, eine Familie von großen KI-Sprachmodellen von Grund auf zu trainieren, die Open Source veröffentlicht werden sollen.« Magnus Sahlgren, Head of Research NLU bei AI Sweden, ergänzt: »Sowohl der öffentliche als auch der private Sektor in der EU verlangen nach offenen, leistungsfähigen Sprachmodellen, die für europäische Sprachen trainiert sind. EuroLingua ist eine Möglichkeit, diesen Bedarf zu adressieren.«

Die Modelle, die auf der EuroHPC-Infrastruktur entwickelt werden, sollen zum einen als generalistische Basismodelle Forschung und Wissenschaft fördern, zum anderen – etwa in gemeinsamen Transfer-Projekten – auch auf bestimmte Branchen oder Themengebiete spezialisiert für den produktiven Einsatz in Unternehmen oder öffentlichen Verwaltungen trainiert werden.

Dafür bündeln beide Organisationen ihre Expertise: Das Fraunhofer IAIS und die NLU-Gruppe von AI Sweden sind zwei der führenden LLM-Labore in Europa mit ausgewiesener Expertise und jahrelanger Erfahrung in der Entwicklung von LLMs. So leitet Fraunhofer das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) geförderte Konsortialprojekt OpenGPT-X, in der ebenfalls große europäische, multilinguale Open-Source-Modelle entwickelt werden. Die NLU-Gruppe von AI Sweden hat das LLM GPT-SW3 für die skandinavischen Sprachen entwickelt. Die beiden Teams arbeiten auch gemeinsam an weiteren Open-Source-Community-Projekten. Zudem ist EuroLingua-GPT eines von drei großen laufenden EU-Projekten zu Sprachmodellen, an denen Fraunhofer IAIS und AI Sweden beteiligt sind. Die beiden anderen sind TrustLLM und Deploy AI.

Bild: © Foto: By courtesy of Barcelona Supercomputing Center – www.bsc.es
8,8 Millionen Stunden Rechenkapazität für Fraunhofer IAIS und AI Sweden am neuen Hochleistungsrechner MareNostrum 5 im Barcelona Supercomputing Center: Es handelt sich um eines der größten Kontingente, die für die Entwicklung europäischer großer KI-Sprachmodelle (LLMs) auf der EuroHPC-Infrastruktur gewährt wurden.

Quelle Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V.

Ostfriesische Inseln

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Ostfriesische Inseln

Ostfriesische Inseln: Katzenhai-Züchter, Schnuckenschäfer und Kiebitz-Schützer – wie sich Insulaner fürs Watt und für den Naturschutz engagieren

Die Ostfriesischen Inseln feiern 15 Jahre UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer. Beides gehört zusammen wie Ebbe und Flut und Tee und Kluntje. Sie bilden eine Einheit und sind die Heimat unzähliger Tier- und Pflanzenarten. Um diesen bunten Schatz zu bewahren, engagieren sich von Borkum bis Wangerooge viele Insulaner im Naturschutz oder bringen den Urlaubern den so wichtigen Lebensraum näher. Was sie auch gemeinsam haben? Sie haben Spannendes zu erzählen: Von stacheligen Kiebitz-Eier-Dieben, aufgezogenen Ohrenquallen und vom frühmorgendlichen Füttern der Flaschen-Lämmer.

Christoph Müller: Der letzte Schnuckenschäfer von Borkum

Eigentlich ist Christoph Müller (58) Physiotherapeut auf Borkum. Aber der waschechte Insulaner ist auch der letzte Schnuckenschäfer auf den Ostfriesischen Inseln. Wie kommt man von der Columna vertebralis (Wirbelsäule) zur Ovis aries, wie die Moorschnucke auf Lateinisch heißt? „Das ist eine lange Geschichte“, erinnert sich Christoph Müller. „Vor 25 Jahren habe ich die ersten Schafe vom Inselzahnarzt, der aus Altersgründen aufgehört hatte, übernommen. Ich fand die Aufgabe einfach interessant.“ Entsprechend engagiert geht er an die Arbeit: Er machte Ausbildungen – vom Schurkurs bis zum Ablammen – und vergrößerte die Herde. Mittlerweile betreut er rund 100 Tiere.

Aktuell ist Lammzeit, da sind seine Tage besonders lang. Denn in diesem Jahr gibt es viele Flaschenlämmer. Morgens um 5 Uhr geht los mit dem Flaschen geben. „In der Anfangszeit muss ich das sechsmal am Tag machen“, sagt Müller. Alles was mit den Tieren zu tun hat, macht er allein. „Das mache ich bewusst, dann habe ich meine Ruhe.“ Für ihn ist es der perfekte Ausgleich zur Praxisarbeit. Seinen Alltag zwischen Patienten und Schafen kann er sich gut einteilen. Einmal die Woche singt er im Shanty Chor. Um die aufwendige Arbeit zu finanzieren, veranstaltet Christoph Müller auch Events wie die Schnucken- und Lammtage. Seine Frau kümmert sich um Verkauf von Wollprodukten. Über einen Nachfolger hat er sich noch keine Gedanken gemacht: „So lange ich gesund bin, mache ich weiter.“

Maria Oetjen: Züchten und Auswildern von Katzenhaien und Ohrenquallen

Morgens um 8.00 Uhr beginnt Maria Oetjens (62) Tag im Nordsee Aquarium Borkum. Dann füttert sie als erstes die Tiere, bevor die Gäste kommen. Vor rund 30 Jahren ist die gelernte Kinderpflegerin aus Nordhorn auf die Insel gezogen. Dort lernte sie ihren Mann kennen. Ende der 1990er Jahre übernahm das Ehepaar Oetjen das Nordsee Aquarium. So kam Maria Oetjen zu ihrem Traumjob. „Wir haben das Aquarium um- und ausgebaut und alle relevanten Scheine gemacht“, erzählt sie. „Schließlich haben wir die Zoogenehmigung bekommen.“ Das war gleichbedeutend mit der Lizenz zum Fangen, Züchten und Auswildern.

Maria Oetjen züchtet mittlerweile Katzenhaie, Ohrenquallen, Wellhornschnecken und Seedahlien. Außer bei den Quallen immer mit dem Ziel der Auswilderung. Anfang Mai werden die nächsten Katzenhaie in die Nordsee entlassen. Und das Zuchtprogramm zahlt sich aus: „Mittlerweile findet man wieder Hai-Eier am Strand. Das war, als ich auf die Insel kam, nicht der Fall“, sagt Oetjen. Während der Stürme der letzten Monate bekam sie unerwartete Neubewohner aus der Nordsee: Zwei Katzenhaie waren angelandet, weil sie den Weg aus den Wellenbrechern am Strand nicht mehr herausfanden. Die beiden geschlechtsreifen Tiere wurden ins Aquarium gebracht und sollen nun für frisches Blut in der Zucht sorgen.

Mittlerweile ist Maria Oetjen als Tierpflegerin im Aquarium angestellt, das seit dem Neubau 2014 von der Nordseeheilbad Borkum GmbH betrieben wird. Sie ist und bleibt begeistert vom Leben im Meer. „Die Biologie dieser Welt ist so anders als an Land. Es gibt Tiere, die sich komplett verändern. Bei Plattfischen wandern sogar nach wenigen Wochen die Augen. Der Quallenzyklus, die Korallenfortpflanzung – das alles fasziniert mich sehr.“ Diese Begeisterung können die Besucher des Nordsee Aquariums Borkum spüren.

Egbert Schlotmann: Ein Pastor lädt ein zu spirituellen Wattwanderungen

Wie wird ein Pastor zum Wattführer auf Wangerooge? „Ich wollte mich weiterbilden, habe im Nationalparkhaus Rosenhaus nachgefragt und mich zum Wattführer ausbilden lassen“, erzählt Egbert Schlotmann (61). „Ich wollte entdecken, was es neben den Menschen noch auf der Insel zu entdecken gibt.“ Nach Wangerooge (gehört als einzige Ostfriesische Insel zum Bistum Münster) kam der katholische Pastor vor neun Jahren aus Dorsten. Der Bischof hatte ihm die Stelle angeboten. „Es ist eine tolle Stelle, eine tolle Insel und eine kleine, feine Gemeinde“, schwärmt Schlotmann, der noch gerne eine Weile hierbleiben möchte.

Parallel zu seiner Gemeindearbeit bietet der Pastor, der neben Seelsorger auch Exerzitienbegleiter sowie Ehe-, Familien und Lebensberater ist, eine wohl weltweit einzigartige Erfahrung an: Spirituelle Wattwanderungen. Zum einen will Schlotmann so seine Faszination für das Watt vermitteln. „Erstmal sieht man ja nur Grau. Aber je mehr man sich mit dem Watt auseinandersetzt, desto mehr entdeckt man wie reichhaltig es ist. Allein auf einem Quadratmeter leben zum Beispiel 100.000 Wattschnecken.“ Aus diesem und anderen Momenten zieht Schlotmann das Spirituelle. „Was entdecke ich, wie kann ich das mit meinem eigenen Leben verbinden“, beschreibt Schlotmann die besonderen Ansätze seiner Wattwanderungen. Er stellt seinen Gästen Impulsfragen, wie er sagt.

Ein Beispiel: „Wenn wir Spuren im Watt sehen, frage ich, welche Spuren wir im Leben hinterlassen haben und wollen? Mein Ziel ist es, den Gästen für die Urlaubszeit und für zu Hause etwas mitzugeben.“ Seine Führungen (10 bis 12 pro Jahr, rund anderthalb Stunden) werden sehr gut angenommen. „Im Sommer ist die Kirche brechend voll“, sagt Schlotmann, der auch mal einen Gottesdienst am Strand abhält. „Auch oder gerade im Urlaub suchen die Menschen Spirituelles, was gar nicht unbedingt mit der Kirche zu tun haben muss. Strandkorb und Baden sind schön, aber da gibt es noch mehr.“

Florian Lemke: Warum der Ranger Igel und Kartoffelrose nicht auf der Insel haben möchte

Florian Lemke (37) ist noch ganz frisch Nationalpark Ranger auf Langeoog, erst seit einem Jahr ist er im Amt. Doch Herausforderungen findet er bereits genug. Ein Beispiel: Obwohl die Uferschnepfen und Kiebitze beste und geschützte Bedingungen zum Brüten haben, ging ihr Brutbestand auf der Insel zurück. Erst das Aufstellen von Gelegekameras brachte des Rätsels Lösung. Igel entpuppten sich als Nestplünderer. Igel kommen natürlicherweise auf den Ostfriesischen Inseln nicht vor, da sie diese auf natürlichem Weg nicht erreichen können. Menschen haben die Igel mitgebracht und auf der Insel ausgesetzt.

Mit fatalen Folgen für die heimischen Brutvögel, die überwiegend am Boden brüten und deren Nester von den Igeln ausgeräubert wurden. Die Nationalparkverwaltung hat sich vor einigen Jahren entschieden, diesen schädlichen Einfluss auf die Artenvielfalt zu beheben. Mit Hilfe von speziellen Hunden werden die putzigen Stacheltiere aufgespürt und am Festland in ihren natürlichen Lebensräumen wie Wälder und Hecken ausgewildert. Die Maßnahme zeigt Erfolg: Verluste von Gelegen der Wiesenvögel werden auf Langeoog nicht mehr festgestellt. Der Schutz von Tieren, die auf der Roten Liste bedrohter Tierarten stehen, ist nur eine von vielen Aufgaben des Rangers. Auch die Ausbreitung der invasiven Kartoffelrose muss in den Dünen gestoppt werden. Sie sieht zwar schön aus, verdrängt jedoch heimische Pflanzen und ist schlecht für den Dünenschutz. „Ihr Wurzelwerk geht nicht sehr tief“, erklärt Florian Lemke. „Die Wurzeln des Strandhafers wiederum gehen bis zu zehn Meter tief und bilden ein Netzwerk, welches die Dünen zusammenhält.“

Lemke ist ein Quereinsteiger. Der gebürtige Kölner wurde mit 12 Jahren zum Küstenkind, ist gelernter Beton-Stahl-Facharbeiter. Weil seine handwerklichen Fähigkeiten gefragt waren, begann er beim Dünen- und Küstenschutz und lebt seit März 2015 auf Langeoog. Dort begann er als Dünen- und Vogelwart, bevor er im letzten Jahr die Stelle als Nationalpark Ranger antrat. „Dieser Job ist unglaublich vielfältig und spannend“, bereut Lemke den Wechsel keine Sekunde. Er kümmert sich um die Gebietsbetreuung, die Besucherlenkung und Kartierungsarbeiten. Einmal die Woche hat er Sprechstunde im Vogelwärterhaus und macht gerade die Zertifizierung zum Natur- und Landschaftsführer. Dann will er auch Führungen für Urlauber anbieten. Sein Geheimtipp für die Gäste: „Wer Zeit hat, sollte raus zum Ostende fahren und Station bei der Meierei machen. Dann geht es über einen Naturpfad zum breiten Sandstrand. Dort kann man den Blick auf die Seehundbänke genießen.“

Enno Janßen: Seit 21 Jahren lebt und arbeitet der Inselvogt auf Memmert

Als Enno Janßen (63) während seiner Lehre das erste Mal nach Memmert kam, verliebte er sich sofort in die Insel. „Das war Liebe auf den ersten Blick“, erinnert sich Janßen, der seit 21 Jahren Inselvogt auf der Vogelschutzinsel vor Juist ist. Als er lange nach seinem ersten Besuch erfuhr, dass sein Vorgänger aufhören würde, dachte er sofort daran den Job zu übernehmen. „Voraussetzung war aber, dass meine Frau und mein Sohn, der damals 10 Jahre alt war, zustimmen.“ Und das taten sie. Seitdem lebt Enno Janßen von März bis November auf Memmert, seine Frau besucht ihn gelegentlich, sein Sohn verbrachte die Ferien beim ihm. Mittlerweile fährt dieser als Maschinist zur See. Mit dem Alleinsein hat der Inselvogt keine Probleme. „Ich kann unter vielen Menschen sein, aber ich kann auch sehr gut allein sein“, sagt er

Seine Freizeit ist rar. Aktuell hat der waschechte Ostfriese alle Hände voll zu tun. Es ist Brutzeit. Deshalb geht er die ganze Insel ab, erfasst alle Vögel auf dem gut fünf Quadratkilometer großen Areal. Rund 60 bis 80 Arten leben hier, 100.000 Tiere brüten jedes Jahr. Kein leichter Job – auf Memmert gibt es keine Wege. „Ich bin stark von Wind und Wetter abhängig“, erzählt Janßen. Denn: „Bei strömenden Regen ist es keine gute Idee, die Vögel zu stören.“ Wenn die Rastvögel Station machen, erfasst er auch diese. 90 Prozent seiner Zeit ist Enno Janßen allein auf der Insel.

Er bewohnt ein kleines Reetdachhaus, Handy-Empfang hat er nur im ersten Stock. „Ich arbeite noch mit Papier und Stift,“ sagt er. Im Auftrag des Landes Niedersachsen ist er für den Natur- und Vogelschutz auf Memmert zuständig, dazukommen die Inselaufsicht und Büroarbeit. Und natürlich die Hausarbeit, er ist Selbstversorger. Für Einkäufe hat er ein kleines Motorboot, mit dem er ans Festland fahren kann. Strom bekommt er durch eine Photovoltaik-Anlage.

Zwei Jahre will er den Job noch machen, dann ist er 65. Seinen Nachfolger wird er einarbeiten. Es gibt viel zu erklären, allein was die Technik auf der Insel angeht. Den nahenden Abschied von Memmert sieht er mit Wehmut: „Klar, das sehe ich mit gemischten Gefühlen. Ich mache schon länger, als ich muss. Aber man wird nicht jünger.“ Enno Janßen wird seine Vogel-Insel vermissen. Die Vögel ihn mit Sicherheit auch.

Bild Das Wattenmeer feiert in diesem Jahr 15 Jahre UNESCO Weltnaturerbe.
© Gemeinde Baltrum, Anja Dembski

Quelle genböck pr + consult

Dax am Mittag weiter im Minus – Zinsthema bleibt präsent

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Frankfurter Börse, via dts NachrichtenagenturFrankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Der Dax ist am Freitag nach einem bereits schwächeren Start in den Handelstag bis zum Mittag weiter im Minus geblieben. Gegen 12:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 18.665 Punkten berechnet, 0,4 Prozent unter dem Schlussniveau vom Vortag.

„Noch zu Beginn des Jahres gingen Notenbanken und Anleger gleichermaßen von einer ganzen Serie an Zinssenkungen im Jahresverlauf aus“, sagte Konstantin Oldenburger, Marktanalyst bei CMC Markets. „Aber es kam anders und die Inflation vor allem in den USA erwies sich als hartnäckiger als gedacht. Das geldpolitische Inflationsziel von zwei Prozent ist im April von den aktuellen 3,4 Prozent noch weit entfernt.“

„Der Fed-Vorsitzende Jerome Powell signalisierte deshalb bereits, dass die politischen Entscheidungsträger zwar keine Zinserhöhungen in diesem Jahr mehr planen, jedoch länger warten würden, bevor man die Zinswende einleitet.“ Grundsätzlich sei diese Entwicklung keine Anomalie in der Geschichte. „Es gab bereits Phasen mit ähnlichen oder höheren Zinsen. Man kann die Situation als Rückkehr zur Normalität beschreiben.“ Geld habe einen Preis und dieser sei durch Zinsen gekennzeichnet.

Viel wichtiger sei die Frage, ob die Notenbanken den richtigen Zeitpunkt erkennen, die Zinsen wieder zu senken, ohne dass es vorher zu einer schweren Rezession komme. Denn das Thema sei noch nicht vom Tisch, die Verschiebung des Konjunkturzyklus lasse sich bereits erahnen. „Zwar könnte man in einem solchen Fall auf den Werkzeugkasten und das Repertoire aus den vergangenen Jahren zurückgreifen, doch die aktuell höheren Schuldenständen bergen das Risiko einer Vertrauenskrise.“

„Die Europäische Zentralbank dürfte im Juni der Fed mit einer Zinssenkung zuvorkommen, denn der geldpolitische Handlungsspielraum von Christine Lagarde ist durch die wirtschaftliche Schwäche der Eurozone höher. Zudem liegt die Inflationsrate in der Eurozone bereits sehr nahe am Zwei-Prozent-Ziel.“ Es gebe auch keine Anzeichen dafür, dass die EZB auf die Fed warten werde, sollte sie es vorziehen, noch länger warten zu wollen.

„Diesmal ist alles anders. Es wäre ein geldpolitisches Novum. Die Fed hat in der Vergangenheit in der Regel vor der EZB gehandelt. Während des Dot-Com-Crashs im Jahr 2000 senkte sie die Zinsen fünf Monate vor der EZB, kurz vor der Finanzkrise 2008 sogar mehr als ein Jahr früher als ihr europäisches Pendant. Auch im März 2022 handelte die Fed vor der EZB und begann mit Zinserhöhungen, um die Inflation nach der Pandemie zu bekämpfen.“ Diesmal sprächen Faktoren wie die niedrigere Inflation und die Konjunkturabschwächung in Deutschland aber für eine frühere und aggressivere Zinssenkung durch die EZB als durch die Fed.

„Da dieser Fall in den vergangenen 25 Jahren aus der Praxis aber verschwunden ist, könnte es zu Verwerfungen an den Finanzmärkten kommen, wenn Geldströme in ungewöhnliche Richtungen fließen.“ Die US-Wirtschaft benötige möglicherweise keine sofortige Zinssenkung, was sich am Futures-Markt widerspiegele. Die Markterwartungen hätten sich von sechs Zinssenkungen durch die Fed im Jahr 2024 auf nur noch eine oder zwei verschoben. „Allerdings sollte man einen plötzlichen Umschwung oder Geschenke vor der Präsidentenwahl im November auch nicht ausschließen“, so Oldenburger.


Foto: Frankfurter Börse, via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Endlich ein Kollagen-Produkt für Veganer

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Collagen Activator von AVEA

Endlich ein Kollagen-Produkt für Veganer- Der Collagen Activator von AVEA

Wenn es um Anti-Aging geht, ist kaum ein Wirkstoff so effektiv wie Kollagen. Doch für Veganer gibt es ein Problem mit dem Beauty-Wundermittel: Es handelt sich um ein Protein, das nur von Menschen und Tieren produziert wird. Die Lösung gibt es jetzt von AVEA: Der Collagen Activator. Das innovative Nahrungsergänzungsmittel ist nicht nur vegan, sondern sogar noch effektiver als konventionelle Kollagenpräparate.

AVEA ist ein echter Durchbruch gelungen: In Zusammenarbeit mit der ETH Zürich haben die Longevity-Experten den innovativen Collagen Activator entwickelt, der zum Patent angemeldet ist. Das Besondere: Das Nahrungsergänzungsmittel ist kein Kollagen, sondern ein Vorprodukt und dadurch komplett vegan

Der Collagen Activator liefert dem Körper alle wichtigen Bausteine, um die körpereigene Kollagensynthese zu aktivieren. Im Gegensatz zu herkömmlichen Kollagen-Produkten, die meist nur Typ 1 und 2 unterstützen, aktiviert er alle 28 bekannten Kollagen-Typen und ist damit vier Mal effektiver in der Synthese als normales Kollagen.

Heißt: Knochen, Gelenken, Knorpeln, Sehnen, dem Bindegewebe und der Haut wird Halt und gleichzeitig Elastizität gegeben. Der Teint wird ebenmäßiger und erhält seinen jugendlichen Glow zurück.

Durch einen ausgeklügelten Mix drei weiterer synergetischer Inhaltsstoffe aktiviert der Collagen Activator nicht nur den Kollagenaufbau und unterstützt den Kollagenerhalt, sondern fördert auch die Verjüngung der Zellen und der Haut:

Kalzium AKG unterstützt die Mitochondrien und die Kollagensynthese, Vitamin C aus der Acerola-Kirsche fördert die Kollagensynthese und Astaxanthin, eines der stärksten, in der Natur vorkommenden Antioxidantien, schützt sogar vor UV-Schäden.

Tests zeigen eine deutliche Verbesserung der Hautfeuchtigkeit – und -Struktur sowie eine sichtbare Reduzierung der Porensichtbarkeit innerhalb von nur einem Monat. Der Collagen Activator ist im Onlineshop von AVEA für 79,- Euro zu bestellen.

Bild @ AVEA

Quelle SPApress

JUGEND GRÜNDET Bundesfinale am 11. & 12. Juni 2024 in Stuttgart

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jugend gründet

Zehn starke Zukunftsideen beim JUGEND GRÜNDET Bundesfinale am 11. & 12. Juni 2024 in Stuttgart

Auf der „Zukunftsideenmesse“ am 11. & 12. Juni 2024 in Stuttgart präsentieren die besten Teams des Wettbewerbsjahres ihre innovativen Geschäftsideen für eine bessere Welt. Die diesjährigen Finalistinnen und Finalisten des bundesweiten Schülerwettbewerbs JUGEND GRÜNDET kommen aus Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Niedersachsen.

Die zukunftsweisenden Geschäftsideen, die es ins JUGEND GRÜNDET Bundesfinale 2024 geschafft haben, sind: ein Sonar-Stirnband für Sehbehinderte („blind Sonar“, Sachsenheim, BW), eine interaktive Fußball-Trainingsweste („Conez GmbH“, Geisenheim, HE), wärmende und schmerzlindernde Periodenunterwäsche („Cozy Flow“, Achern, BW), ein nachhaltiges, faltbares Geodreieck („GreenGeoFold“, Geisenheim, HE), eine App zum Training der Präsentationsskills („Eloquento“, München, BY), eine App für die digitale Senioren-Bildung („GenConnect“, Darmstadt, HE), eine 3D-Druck-Plattform für kreatives Heimwerken („MakerRent“, Hannover, NI), eine Demokratie-App für Jugendliche („Political X Change“, Wetzlar, HE), KI-unterstützte Mikroskopie-Analysen für die Krankheitsdiagnose („SeesDisease“, Leer, NI) und eine Sporttalente-Scouting-Plattform („SkillSpotter“, Sasbach, BW).

Im Wettbewerb haben die Schülerinnen und Schüler sehr erfolgreich einen Businessplan für ihre Geschäftsideen geschrieben und in einem Unternehmensplanspiel ein virtuelles Start-up geführt.

Bundesfinale mit „Zukunftsideenmesse“

Beim Bundesfinale von „Jugend gründet“, das am 11. & 12. Juni beim Hauptsponsor Porsche AG in Stuttgart ausgetragen wird, präsentieren die Teams ihre Geschäftsideen der hochkarätigen Bundesjury. Auf der „Zukunftsideenmesse“ entscheidet sich, wer den Bundessieg holt und den Hauptpreis, eine geführte Reise ins Silicon Valley, gewinnt. Darüber hinaus werden thematische Sonderpreise für Chemie, Künstliche Intelligenz, Diversity, Digitale Zukunft und Social Startups vergeben.

Die finale Herausforderung: Erst präsentieren die Teams ihre Geschäftsidee in einem einminütigen ‚Pitch‘ (aus dem Englischen für ‚Kurzpräsentation‘), dann folgen Jurygespräche am selbst gestalteten Messestand. Wer wird die Expertinnen und Experten überzeugen?

Optimistische Visionen für die Welt von morgen

So unterschiedlich die Ideen auch scheinen mögen, verfolgen doch alle Teams ein gemeinsames Ziel, da ist sich Projektleiterin Franziska Metzbaur sicher: „Unsere Finalistinnen und Finalisten eint der unbedingte Wille, die Welt ein kleines bisschen besser zu machen. In ihren Businessplänen zeigen sie, dass sich Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit nicht ausschließen. Dafür investieren die Teams jede Menge Arbeit und noch mehr Herzblut. Beim Pitchen beweisen die Jugendlichen großen Mut und eine oft erstaunliche Professionalität. Dieser Enthusiasmus und ihr Optimismus begeistern mich jedes Jahr aufs Neue. Genau das ist es, was echte Gründerinnen und Gründer brauchen, damit wir gemeinsam mit ihnen die Welt von morgen gestalten können!“

Zehn Finalteams aus über 1.000 Businessplänen

Von den zehn Finalteams kommen vier Teams aus Hessen, drei Teams aus Baden-Württemberg, zwei Teams aus Niedersachsen und ein Team aus Bayern. Insgesamt haben sich 30 Schülerinnen und Schüler für das Finale qualifiziert. Die Konkurrenz war so groß wie nie: Erstmalig wurden bei „Jugend gründet“, dem bundesweiten Schülerwettbewerb für mehr Gründungsgeist, über tausend Businesspläne eingereicht. Im Schuljahr 2023/2024 nahmen insgesamt 5.038 Schülerinnen und Schüler am Wettbewerb teil.

In der Bundesjury werden unter anderem vertreten sein: Maria Dietz (GFT Technologies), Dr. Mathias Fromberger (FZ Unternehmensgruppe), Prof. Dr. Nils Högsdal (Hochschule der Medien Stuttgart), Dr. Kristina Keisers (Altana AG), Carolin Köhler (Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG), Carsten Kraus (CK Holding GmbH), Jascha Mähler (WILDPLASTIC), Ralf Lauterwasser (Steinbeis Beratungszentren GmbH), Anne Schmitz (McKinsey & Company), Amelie Sperber (Supernutural), Sara Velte (McKinsey & Company), Kerassa Wassermann (Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG).

Online-Abstimmung für den Publikumspreis

Beim Bundesfinale 2024 wird wieder ein Publikumspreis vergeben, über den alle Gründungsbegeisterten im Vorfeld online abstimmen können. Wer wird das Siegerteam der Herzen? Die Online-Abstimmung startet am 4. Juni 2024 um 10.00 Uhr und läuft bis zum 11. Juni 2024 um 17.00 Uhr auf www.jugend-gruendet.de/finale-2024. Das Team, das die meisten Stimmen sammelt, darf sich über Gutscheine im Wert von 100 € pro Person freuen.

Das ist JUGEND GRÜNDET

Aus Problemen Lösungen entwickeln und mit innovativen Ideen die Zukunft gestalten, das ist der Kerngedanke von JUGEND GRÜNDET. Dafür schlüpfen Jugendliche ein Schuljahr lang in die Gründerrolle: Erst entwickeln die Jugendlichen eine eigene, innovative Geschäftsidee und schreiben einen Businessplan (1. Halbjahr: September – Januar), dann führen sie in einem Planspiel virtuell ein Unternehmen (2. Halbjahr: Februar – Mai). Die besten Teams der Businessplan-Phase präsentieren ihre Geschäftsideen bei den Pitch Events im Frühjahr. Das Wettbewerbsfinale wird im Juni mit den Top 10 Teams des Schuljahres ausgetragen. Auf der „Zukunftsideenmesse“ entscheidet sich, wer den Bundessieg und damit den Hauptpreis, eine Start-up Entdeckungsreise ins Silicon Valley/USA, gewinnt.

Sponsoren & Förderer

JUGEND GRÜNDET ist ein bundesweiter Schülerwettbewerb, der seit 2003 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Die Teilnahme wird von der Kultusministerkonferenz der Länder empfohlen und kann als besondere Lernleistung anerkannt werden. Eine Reihe renommierter Sponsoren unterstützt den Wettbewerb bei den Preisen und Events. Hauptsponsor ist die Porsche AG.

Ausführliche Informationen zum Wettbewerb auf www.jugend-gruendet.de.

Alle Informationen zum Bundesfinale 2024 auf www.jugend-gruendet.de/finale-2024.

Bild Schülerteam auf „Zukunftsideenmesse“ (Archivbild – Bildnachweis: JUGEND GRÜNDET)

Quelle JUGEND GRÜNDET – Chancen erkennen. Zukunft gestalten.

Baden-Württemberg präsentiert „KI-Ökosystem“ in der Vertretung des Landes in Berlin

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Baden-Württemberg gilt als Powerhaus von Deutschland.

Der Wirtschaftsstandort gehört laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln) zudem zu den innovativsten Regionen weltweit. Er belegt hinter den US-Bundesstaaten Massachusetts sowie Kalifornien Platz drei der weltweit besonders innovativen Regionen. Die Forschungs- und Entwicklungsquote ist mit 5,6 Prozent, gemessen am BIP, weltweit ein Spitzenwert. Und Künstliche Intelligenz (KI) spielt in Baden-Württemberg schon längst eine bedeutende Rolle, betonte Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus, am Donnerstag (16. Mai) auf der Veranstaltung „KI und neue Arbeitswelt: AI Mindset made in BW“, die das Wirtschaftsministerium in der Landesvertretung in Berlin organisiert hatte.

Baden-Württemberg verfügt bereits heute über ein starkes „KI-Ökosystem“, das seine Stärke aus einer engen Verzahnung von Forschungseinrichtungen, KI-Entwicklern, Start-ups und einer großen Zahl von Unternehmen bezieht. Sie setzen in den für Baden-Württemberg prägenden Leitbranchen des Fahrzeugbaus, des Maschinenbaus und Zukunftsbranchen wie der Robotik und der Luft- und Raumfahrt erfolgreich auf die Basistechnologie der KI.

Mit dem Innovationspark Künstliche Intelligenz – kurz: IPAI – entsteht in Heilbronn ein einzigartiges Reallabor auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz, das mit seiner Infrastruktur den Wissenstransfer zwischen namhaften Unternehmen, Start-ups und Forschungseinrichtungen auf einzigartige Weise ermögliche und so die Entwicklung neuer, KI-gestützter Geschäftsmodelle und Produkte befördert. Der IPAI geht auf eine Initiative von Ministerin Hoffmeister-Kraut zurück.

Der Innovationsparkt gilt als Leuchtturmprojekt mit Strahlkraft über Europa hinaus.

In der Diskussionsrunde mit Vertretern aus Unternehmen und Start-ups, an der David Reger, CEO von NEURA Robotics, Professor Thomas Hundt, Inhaber von jangled nerves, Jonas Menesklou, Gründer des Karlsruher Start-up-Unternehmens askUI, und Dr. Benjamin Schiller vom KI-Innovationspark IPAI in Heilbronn teilnahmen, zeigte sich Hoffmeister-Kraut davon überzeugt, dass KI einer der wichtigsten Schlüssel ist, um den Strukturwandel in der Wirtschaft zum Erfolg zu führen. „KI spielt eine wichtige Rolle, um die Aufgaben des demographischen Wandels und des Fachkräftemangels zu lösen“, so Hoffmeister-Kraut. „KI ist der Schlüssel überhaupt, um bei Ressourceneffizienz, Energieeinsparung und Dekarbonisierung voranzukommen – und um Ökonomie und Ökologie in Einklang zu bringen.“

„So wichtig es ist, KI als Gamechanger bei der Transformation der Wirtschaft zu begreifen, so wichtig ist es, den Unternehmen wieder Freiräume zu geben. Sie haben immer weniger Kapazitäten, um sich mit KI und Innovationen zu befassen und darin zu investieren“, betonte Hoffmeister-Kraut. Ein wichtiger Punkt sei es daher, die Unternehmen von bürokratischen Lasten zu befreien. „Die Bundesregierung muss den Bürokratieabbau vorantreiben und als wichtigen Standortfaktor begreifen“, sagte die baden-württembergische Wirtschaftsministerin. Seit Jahren finde eine „Misstrauensgesetzgebung“ statt, die zu ausufernden Dokumentations- und Berichtspflichten führt.

Das baden-württembergische Wirtschaftsministerium tritt dem entgegen. Im Rahmen der Bundesratsbefassung zum Vierten Bürokratieentlastungsgesetz (BEG IV) hat sich Baden-Württemberg mit 13 Anträgen für mehr Bürokratieabbau durchgesetzt. „Gerade von vereinfachten Regelungen im Arbeits- und Sozialrecht können Unternehmen aller Branchen profitieren. Es gibt ja nicht wenige kleine und mittlere Unternehmen, die nicht zuletzt deshalb auf eine Erweiterung ihres Unternehmens über gewisse Schwellenwerte hinaus verzichten, um nicht in eine Regulierungsdynamik hinzugeraten, die unternehmerisches Handeln lähmt.“

Auch beim AI Act steht das Wirtschaftsministerium in Kontakt mit dem Bund. So fordert Hoffmeister-Kraut zwei Punkte: Erstens müsse es im weiteren Verfahren zu unternehmensfreundlichen Regelungen kommen. Zum zweiten sei es notwendig, dass die Regelungen in allen EU-Mitgliedsstaaten einheitlich getroffen werden.

Fraunhofer-Studie zu Generativer KI

Die Leiterin des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) und Technologiebeauftragte der Ministerin, Professorin Dr. Katharina Hölzle, die die Veranstaltung mit einem Vortrag unter dem Titel „Die Zukunft der Generativen KI liegt in Baden-Württemberg“ eröffnete und dabei die Ergebnisse einer Studie des Fraunhofer IAO vorstellte, machte deutlich, dass Generative KI die gesamte Arbeitswelt verändern werde. „Generative KI wird die gesamte Arbeitswelt verändern. Das Potenzial für Produktivitätsgewinne ist enorm, erfordert aber eine aktive Auseinandersetzung mit dem Thema. Dazu brauchen Unternehmen eine KI-Strategie, die eng verzahnt mit der Unternehmensstrategie ist. Gleichzeitig braucht es grundlegende Kompetenzen im Umgang mit KI, eine sogenannte KI-Literacy. Die Veröffentlichung dieser Studie unterstreicht die Entschlossenheit des Landes Baden-Württemberg, die dort genannten Handlungsempfehlungen umzusetzen und die Potenziale Generativer KI bestmöglich zu nutzen. Baden-Württemberg bietet hierfür ein einmaliges KI-Innovationsökosystem für Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und Politik, um diese Herausforderungen zu meistern und die Zukunft erfolgreich zu gestalten.“

Zur Studie „Potenziale Generativer KI für den Mittelstand“

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg förderte ein Forschungsprojekt des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO zu Generativer KI mit dem Fokus auf Anwendungen im Bereich der Sprach- und Textverarbeitung mit rund 100.000 Euro. Das Ergebnis in Form der Studie „Potenziale Generativer KI für den Mittelstand: Wie große KI-Modelle die Arbeitswelt verändern“ kann unter folgendem Link als Volltext abgerufen werden: https://www.digital.iao.fraunhofer.de/de/leistungen/KI/GenerativeKI.html

Titelbild/ Bildquelle: Bild von Gerd Altmann für pixabay

Quelle Baden Württemberg  Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus

Jeder Dritte hat noch nie von "Deepfakes" gehört

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Computer-Nutzerin (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Rund ein Drittel (34 Prozent) der Menschen in Deutschland ist der Begriff „Deepfake“ noch gänzlich unbekannt. Das ist das Ergebnis einer am Freitag veröffentlichten Befragung des IT-Branchenverbands Bitkom unter 1.004 Menschen in Deutschland ab 16 Jahren.

Weitere 34 Prozent haben demnach zwar den Begriff schon einmal gehört, wissen aber nicht genau, was das ist. Lediglich jeder Fünfte (22 Prozent) wäre nach eigenem Dafürhalten in der Lage, zu erklären, was damit gemeint ist.

Auch weitere Begriffe der Digitalisierung sind vielen Menschen ein Rätsel. So ist „Ransomware“ mehr als einem Drittel (36 Prozent) fremd. 33 Prozent haben zwar von den Schadprogrammen gehört, könnten aber nicht erklären, was damit gemeint ist. 22 Prozent sehen sich in der Lage, den Begriff im Gespräch darzustellen. Ebenfalls komplett unbekannt oder nicht erklärbar: Metaversum (70 Prozent), Blockchain (65 Prozent), Kryptowährung (61 Prozent) und Chatbot (54 Prozent).

Erklären können viele Deutsche nach eigener Einschätzung aber mittlerweile Cookies (74 Prozent), 5G (67 Prozent) und Künstliche Intelligenz (60 Prozent).


Foto: Computer-Nutzerin (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Scholz schickt Genesungswünsche an Fico

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Olaf Scholz am 15.05.2024, via dts NachrichtenagenturBerlin/Bratislava (dts Nachrichtenagentur) – Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat in einem Telegramm dem slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico seine Genesungswünsche übermittelt.

„Die Nachricht von dem feigen Angriff auf Ihr Leben hat mich zutiefst bestürzt“, heißt es darin, wie das Kanzleramt am Freitag mitteilte. „Ein solcher Angriff ist unerträglich.“ Gewalt dürfe keinen Platz in der europäischen Politik haben, so Scholz weiter.

„Meine Gedanken sind in diesen Stunden bei Ihnen. Ich wünsche Ihnen rasche Genesung“, schreibt der Kanzler.

Fico war am Mittwoch mehrfach angeschossen worden. Anschließend musste der Ministerpräsident stundenlang operiert werden. Laut offiziellen Angaben befindet er sich mittlerweile in einem „stabilen“ Zustand, seine Genesung dürfte aber langwierig sein.

Als Tatverdächtiger wurde ein 71-jähriger Schriftsteller festgenommen. Er soll ein politisches Motiv gehabt haben. Er soll sich während der Demonstrationen gegen Ficos Regierung radikalisiert haben. In der Vergangenheit hatte sich der Festgenommene abfällig über Ausländer geäußert. Ihm werden auch Beziehungen zu prorussischen Organisationen nachgesagt.

Fico ist Parteichef der von ihm gegründeten „Smer“. Politikwissenschaftler verorten die Smer manchmal als linkspopulistisch oder als sozialdemokratisch, mitunter wird sie jedoch auch als „nationalpopulistisch“ beschrieben. Die Partei gehört der Sozialistischen Internationale an. Die Sozialdemokratische Partei Europas (SPE) hat die Mitgliedschaft der Smer ausgesetzt, nachdem Ficos in eine Koalition mit der häufig als rechtsextrem eingestuften Slowakischen Nationalpartei eingetreten ist. Umstritten ist auch Ficos Justizreform, die von der Opposition als „Pro-Mafia-Paket“ bezeichnet wird und die vom EU-Parlament verurteilt wurde.


Foto: Olaf Scholz am 15.05.2024, via dts Nachrichtenagentur

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Dax startet zum Ende der Berichtssaison leicht im Minus

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Frankfurter Börse, via dts NachrichtenagenturFrankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Der Dax ist am Freitag schwächer in den Handelstag gestartet. Gegen 9:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 18.675 Punkten berechnet, 0,3 Prozent unter dem Schlussniveau vom Vortag.

„Es ist wieder Optionsverfall: Der Mai zählt zwar zu den kleineren Verfall-Terminen, größere und überraschende Bewegungen sind aber trotzdem jederzeit möglich“, sagte Thomas Altmann von QC Partners. „Mit dem Put mit einem Basispreis bei 15.000 Punkten verfällt beim Dax heute die siebtgrößte aller offenen Positionen. Allerdings liegt der Basispreis hier zu weit vom aktuellen Indexstand entfernt, um den Markt noch zu beeinflussen.“ Bei den Calls liege die entscheidende Marke tatsächlich bei 19.000. Mit mehr als 5.000 Kontrakten laufe hier eine große Position aus.

„Die Berichtssaison ist beim Dax seit gestern beendet und damit steht fest, dass die Gewinne der 40 Dax-Werte in der Summe im Jahresvergleich zurückgegangen sind.“ In Verbindung mit dem aktuellen Indexstand bedeute das ein 27-Monats-Hoch beim Kurs-Gewinn-Verhältnis. Damit liege das KGV jetzt erstmals wieder leicht über dem Durchschnittswert der vergangenen zehn Jahre. Damit nähmen die Risiken von der Bewertungsseite zu.

„Aus China kommen gemischte Daten: Während die Industrieproduktion im Reich der Mitte stärker als erwartet zugelegt hat, ist der relative geringe Anstieg der Einzelhandelsumsätze eher enttäuschend.“ Damit werde die zuletzt so imposante Rally in China und Hongkong jetzt auf eine harte Probe gestellt.

„Hier wird jetzt sicherlich viel davon abhängen, ob sich die Spekulationen über eine stärkere Unterstützung des Immobiliensektors am Ende als wahr herausstellen“, so Altmann.

Der Goldpreis konnte profitieren, am Morgen wurden für eine Feinunze 2.388 US-Dollar gezahlt (+0,5 Prozent). Das entspricht einem Preis von 70,64 Euro pro Gramm.

Der Ölpreis stieg unterdessen: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Freitagmorgen gegen 9 Uhr deutscher Zeit 83,78 US-Dollar, das waren 51 Cent oder 0,6 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.


Foto: Frankfurter Börse, via dts Nachrichtenagentur

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