StartNachrichtenGrönland: Union wirft Trump "Imperialismus in Reinform" vor

Grönland: Union wirft Trump "Imperialismus in Reinform" vor

Jürgen Hardt (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Der CDU-Außenpolitiker Jürgen Hardt hat US-Präsident Donald Trumps Interesse an Grönland als „Imperialismus in Reinform“ bezeichnet und ihm ein expansives Territorialstreben unterstellt. Trump wolle als Präsident in die Geschichte eingehen, „der das Staatsgebiet Amerikas vergrößert hat“, sagte Hardt dem Videoformat „Spitzengespräch“ des „Spiegels“ am Donnerstag.

„Make America Great Again heißt für ihn auch Make America Greater“, so der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion. Grönland würde die territoriale Fläche der USA um rund 20 Prozent erweitern, das sei der eigentliche Reiz für Trump.

Hardt argumentierte, sicherheitspolitische Interessen könnten bereits jetzt durch mehr US-Soldaten auf Grönland oder den verstärkten Einsatz der Nato gedeckt werden. Europa dürfe dieses „Spiel mit der Landkarte“ nicht zulassen, warnte Hardt.

Parallelen zog er zum Vorgehen der USA in Venezuela. „Ein aggressives Handeln gegenüber Grönland wäre natürlich tausendmal völkerrechtswidrig, weil in Grönland gibt es eine legitime, demokratisch legitimierte Regierung. Grönland gehört völkerrechtlich ganz klar zum dänischen Königreich.“

Wenn es zu einem Angriff auf Grönland käme, „würde mit Sicherheit Dänemark aus der Nato austreten“, sagte Hardt. „Und dann müsste der US-Kongress feststellen, dass sie wegen dieses Grönlands das große Bündnis und die Vorherrschaft in der Nato aufgegeben haben – und dafür würden sie den Donald Trump über die Straßen Washingtons treiben.“

Grönland, das Kernland Dänemark und die Färöer sind autonome Bestandteile des Königreichs Dänemark. Dennoch erhebt US-Präsident Donald Trump Anspruch auf die Insel zwischen dem Nordatlantik und dem Nordpolarmeer. Die USA, Dänemark, Deutschland und 29 weitere Staaten sind Teil des Verteidigungsbündnisses Nato – und damit dazu verpflichtet, Beistand zu leisten, wenn ein Mitgliedsstaat militärisch angegriffen wird.


Foto: Jürgen Hardt (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

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